Diez, Benni (Regisseur)

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 Rat Pack Filmproduktion und XYZ Films
Fotograf: Peter Hacker

Benni Diez, geboren am 19. November 1979 in Starnberg, wuchs in Aschaffenburg auf. Bereits als Kind war er von Filmen und Spezialeffekten fasziniert.
Im Jahr 2002 studierte er an der Filmakademie Baden-Württemberg die Bereiche Visual Effects und Animation. In dieser Zeit arbeitete er für diverse Agenturen und Effekte-Firmen im Bereich Film- und Werbeproduktion.
Von 2008 bis 2011 war er Geschäftsführer der Produktions- und VFX-Firma Kingz Entertainment, die mit für die Effekte von Kinofilmen wie zum Beispiel Lars von Triers „Melancholia“ mitverantwortlich war.
Seit 2011 ist Benni Diez als selbständiger Regisseur und Autor tätig.
Sein erster Spielfilm „Stung“ lief im Jahr 2015 in über 20 Ländern im Kino.

Film-Besprechungen freut sich auf das Interview mit dem Regisseur.

1. „Stung“ ist eine liebevolle Verbeugung vor dem 80er Jahre Horror geworden. Wie kommt ein Mann Deines Jahrgangs gerade auf die 80er?

Die 80er waren der größte Teil meiner Kindheit (geb. ’79), daher, und weil ich das Glück hatte, in jungen Jahren schon meist gucken zu dürfen, was ich wollte, waren die Filme dieser Zeit eine Hauptinspiration für meine kreative Entwicklung.
Dazu kommt auch die ganze bewusste Entscheidung, als Erstlingsfilm einen Horrorstreifen zu machen, weil es mir im Vergleich zu z.B. Sci-fi oder Drama erst mal nicht so schwierig erschien.

2. Irgendwie komme ich einfach an der Frage nach Vorbildern nicht vorbei. Welche hast Du und aus welchen Gründen?

Ganz vorne dabei ist „Aliens“, da das für mich einer der einflussreichsten Filme überhaupt war. Immer noch einer der besten Thriller aller Zeiten, und die Designideen, basierend auf dem genialen Teil 1, waren zu der Zeit bahnbrechend und für mich eine Offenbarung. Natürlich gefolgt von „Der weiße Hai“ und spaßigeren Werken wie „Gremlins“ oder „Tremors“, die einem trotz ihrer Schrecken auch immer ein warmes menschliches Gefühl bei ihren Figuren mitgaben.

3. John Carpenter oder Steven Spielberg? Warum?

Auch wenn ich die viel waghalsigeren Ideen von Carpenter sehr schätze, war ich einfach immer mitgerissen von Spielbergs umfassender Perfektion bei der Verbindung von Emotionalität und visionärer Technik. Auch wenn in den letzten Jahren etwas die Luft raus zu sein scheint, immer noch einer der besten.

4. Welches literarische Werk würdest Du am liebsten verfilmen? Oder sind Literaturverfilmungen gar nicht so Dein Fall?

Oh doch, da gibt’s jede Menge. Besonders große, ernste Science-Fiction hat es mir literarisch schon immer angetan. Allen voran die Werke von Arthur C. Clarke. Von dem würde ich so ziemlich alles gerne verfilmen. Aber gut, eins nach dem anderen.

5. Was wäre Dein größter beruflicher Traum / Wunsch?

Den habe ich mir eigentlich schon ein Stück weit erfüllt, da ich mich jetzt endlich offiziell Regisseur nennen darf. Das war die meiste Zeit meines Lebens ein Traum gewesen. Jetzt heißt es natürlich, besser darin zu werden und vielleicht irgendwann wirklich mal einen großen Sci-Fi-Film hinzubekommen.

6. Was war das Witzigste bei den Dreharbeiten zu „Stung“?

Die Arbeit mit unseren großartigen Darstellern war immer besonders spaßig. Alle hatten schnell einen gemeinsamen, durchaus dreckigen Humor gefunden und ließen keinen Moment aus, die anderen zum Kaputtlachen zu bringen. Lance Henriksen, der alte Haudegen, war definitiv dabei der Vorreiter.

7. Und was das Schwierigste?

Der Wettlauf gegen die Zeit. Man weiß immer, man hat zuwenig Zeit, um alles so hinzubekommen, wie man es sich vorstellt. Das gilt für den Dreh genauso wie für die Vorbereitung oder die Nachbearbeitung. Daher muss man schnell lernen, Prioritäten zu setzen und vernünftige Kompromisse einzugehen, um trotzdem seiner Vision so nahe wie möglich zu kommen.

8. Hättest Du die Möglichkeit, ein Remake zu inszenieren, welchen Film würdest Du wählen und warum?

Ich finde es erschreckend, dass in all den Jahrzehnten noch kein großes Remake von Raumpatrouille gemacht wurde. Space-Sci-Fi ist schließlich beliebter denn je, und die technischen Möglichkeiten sollten doch mittlerweile auch hierzulande für sowas da sein. Wobei man storytechnisch schon einiges leisten muss, um gegen die aktuellen Top-Serien der Welt zu bestehen.
Ansonsten bin ich aber kein allzu großer Freund von Remakes. Die rechtfertigen sich nur selten durch mehr als vermeintlich leicht verdientes Geld.

9. Was fällt Dir spontan ein zu

– Robin Williams
Ein begnadeter Schauspieler und Comedian, der leider viel zu früh von uns ging.

– James Cameron
Ein begnadeter Visionär, der trotz seiner kleinen Ego-Macken einer der größten Filmemacher aller Zeiten ist, der uns hoffentlich noch länger erhalten bleibt.

– American Horror Story
Habe ich nur die erste Staffel komplett gesehen. Fand ich sehr erfrischend und unterhaltsam. Bei Gelegenheit werde ich sicher mal die weiteren Staffeln. Dazu muss ich allerdings erst mal geschätzte 30 andere Serien fertig gucken.

– Nicolas Roeg
Ui, den musste ich jetzt googlen. Der hat u.a. auch mal ne Folge Young Indiana Jones gemacht. Aha. Fand ich ganz gut.

10. Darfst und möchtest Du uns verraten, welche Art Film Du uns als nächstes präsentieren wirst?

Das würde ich sehr gerne, aber im Moment weiß ich noch nicht sicher, welches meiner diversen Projekte als nächstes umgesetzt wird. Ich schreibe jedenfalls gerade u.a. an einem futuristischen Actionfilm, einem deutschen Zombiefilm und einer Art Sci-Fi-Found-Footage-Idee. Darüber hinaus noch an ein paar TV-Projekten. Mal sehen, was das Jahr noch so bringt. Ich werde berichten.

11. Welche fünf Dinge möchtest Du in Deinem Leben nicht missen?

Meinen 60 Zoll Plasmafernseher, meinen Vray-Dongle, meinen Kühlschrank, meine Turnschuhe und Bier.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir viel Erfolg für Deine kommenden Projekte.

© 2016 Benni Diez / Wolfgang Brunner

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