Das schwäbische Sägewerkmassaker (2015)

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Regie: Madman Marv

Kamera: Ronny Zito, El Excremento

Rollen: Madman Marv, Ronny Zito, Kelly Carlito, Flo Grinder

Musik: O.S. und Musica Non Grata (Stephan Ortlepp)

Laufzeit: 23 Minuten

Genre: Amateursplatter

Produktionsland: Deutschland

FSK: ungeprüft

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Ein Serienmörder zieht durchs Schwabenland. Er tötet wahllos und schließlich führt ihn der Weg in ein Sägewerk.

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Glänzte in der Vergangenheit noch der spanische Slasherfilm „Pieces“ (1982) durch Ehrlichkeit indem man auf dem Poster vermerkte ‚It’s exactly what you think it is!‘, bekommt man hier ähnliches geboten. „Das schwäbische Sägewerkmassaker“ von der Produktionsschmiede Fäkalocaust Produktion – das sagt einem alles, was man über diesen Film wissen muss.

Der Film selbst nimmt sich zu keiner Sekunde ernst. Gegenteilig bekommt man hier und da durchaus das Gefühl, dass hier ein ganzes, mehr oder weniger vergangenes, Subgenre aufs Korn genommen wird. Der deutsche Wald- und Wiesensplatter des letzten Jahrhunderts lebt hier nämlich wieder auf. Waren es damals noch Filmemacher wie Andreas Schnaas, die mit ihren Heimvideos bewiesen haben, dass zumindest technisch jeder in der Lage ist Filme zu machen, beweist Regisseur Madman Marv, dass sich in der Independent-Filmwelt einiges geändert hat, außer eben für ihn selbst. Suff, Pipi-Kaka-Witze und Gekröse sind beim stumpfen Zielpublikum immer noch Trumpf. Ja, dieser Film ist Eskapismus pur. Eine kleine Zeitkapsel. Er sehnt sich in längst vergangene Zeiten zurück in denen die Welt noch in Ordnung war. Allgemein strotzt DSSM trotz kurzer Laufzeit nur so Referenzen zu ähnlichen Filmen wie z.B. Blutnacht (1999) oder aber auch ganz anderen Filmen, die für die Jugend der Filmemacher wohl prägend waren wie Mad Max II – Der Vollstrecker (1981). Folgerichtig ist es daher auch, dass der gute alte Lucio Fulci als ehemaliger Sägewerksleiter im Büro über den Dingen thront.

Schauspielerisch ist das Ganze unterirdisch, aber warum soll man sich auch anstrengen, wenn man sich andererseits auch einfach eine Perücke aufsetzen kann? Nicht nur einmal sieht man die Spiegelung des Kameramanns und zweifellos gibt es weitere technische Fehler. Der Film ist von Amateuren gemacht und so sollte man ihn auch sehen und bewerten. Auch wenn man nicht sonderlich viel geboten bekommt, so kann man sich vorstellen, dass die Filmemacher ihren Spaß gehabt haben und diesen nun mit der Welt teilen möchten und das ist per se nichts Böses. Nichts Böses, aber vielleicht etwas Sadomasochistisches. Lobende Erwähnung gebührt hier allerdings noch dem Soundtrack, der u. a. von Stephan Ortlepp stammt. Das Opening-Theme könnte genau so gut von John Carpenter sein.

Während ich hier mein Review schreibe, arbeitet die Crew um Madman Marv bereits an ihrem nächsten Werk. Der erlauchte Titel lautet „Die dämonische Mörderoma“ und soll Anfang 2019 erscheinen. Dann kann man ja jetzt schon mal mit dem Vorglühen anfangen, so dass man dann auch den richtigen Pegel hat, wenn es so weit ist. Prost!

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Fazit: Pipi-Kaka oder Dada? Schnaas‘ Erben schlagen zu!

© 2018 René Wiesner

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Skinless (2013)

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Originaltitel: The Ballad Of Skinless Pete
Regie: Dustin Mills
Drehbuch: Dustin Mills, Brandon Skalkil
Kamera: Dustin Mills
Musik: Dustin Mills
Laufzeit: 80 Minuten
Darsteller: Brandon Skalkil, Erin R. Ryan, Dave Parker, Allison Egan
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: USA
FSK: keine Prüfung

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Dr. Peter Peele, selbst an Krebs erkrankt, hat ein Heilmittel gegen die Krankheit entwickelt.Allerdings scheitern die weiteren Experimente an finanzierungswilligen Geldgebern, so dass sich Peele entschließt, das Serum an sich selbst zu testen. Ihm ist nicht klar, welch ein Monster er dadurch erschafft. Als dann auch noch seine Kollegin Dr. Alice Cross auftaucht, nimmt die schreckliche Entwicklung des Versuches dramatische Ausmaße an.

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„Skinless“ trägt im Original einen weitaus besseren und geeigneteren Titel, nämlich „The Ballad of Skinless Pete“. Hier wird bedeutend mehr auf die eigentliche Aussage des Films eingegangen, bei dem es sich tatsächlich mehr um eine Ballade a lá Nick Cave handelt, als um einen blutigen Splatter-Horrorfilm. Regisseur Dustin Mills, der auch Drehbuch, Kamera, Schnitt und Musik übernommen hat, orientiert sich mit seinem Wisenschafts-Bodyhorror unübersehbar an David Cronenberg. Nur allzu oft fühlt man sich an „Die Fliege“ erinnert, was aber nicht weiter schlimm ist, denn Mills erzählt zum einen eine eigene Geschichte und vermag die relativ simpel gestrickte Handlung durch einen sehr gelungenen Inszenierungsstil unterhaltsam zu präsentieren. Kurz gesagt: „Skinless“ hat mir in seiner Einfachheit, aber nichtsdestoweniger gut vermittelten Stimmung, sehr gut gefallen.
Mills hat diesen Film komplett in seinem eigenen  Haus gedreht, um Kosten zu sparen und wahrscheinlich so oft wie möglich am Drehort sein zu können. Erstaunlicherweise sieht man das dem fertigen Film nicht an, da man so von der Handlung und Inszenierung gefangen genommen wird, dass man gar nicht bemerkt, dass sich alles nur innerhalb weniger Räume abspielt. Auch das muss man als Regisseur erst einmal hinbekommen. 😉

Streckenweise fühlte ich mich tatsächlich an die berühmt-berüchtigten Underground-Filme von Jörg Buttgereit („Necromantic“, „Der Todesking“ oder „Schramm“) erinnert. Mills schafft eine unglaublich spannende Atmosphäre, die bereits in den ersten Minuten des Films einsetzt und sich konstant bis zum dramatischen Finale (man möchte fast schon „traurigen Ende“ sagen) durchzieht. Die Schauspieler machen ihre Sache durchaus gut und geben durch ihre „unperfekte“ Natürlichkeit dem Ganzen noch einen zusätzlichen Hauch von Authentizität. „Skinless“ erzählt tatsächlich eine Geschichte, und noch dazu eine gute (wenngleich nicht weltbewegend neu), und hebt sich dadurch von den vielen „Schlachtplatten des Undergroundfilms“ wohltuend ab. Mills hält nicht immer die Kamera drauf, sondern „kaschiert“ seine wirklich gut gemachten Spezialeffekte mit künstlerischen Ideen, so dass manch einer der Effekte, der mit Sicherheit lächerlich gewirkt hätte, hätte man ihn direkt und lange gefilmt, beeindruckend gut aussieht. Das ist vielleicht auch der große Pluspunkt von „Skinless“: Im Vordergrund steht die Geschichte, die lediglich durch Spezialeffekte gewürzt wird und somit ein stimmiges Gesamtbild abgibt. Interessanterweise vergisst man schon bald, dass es sich um einen sogenannten Amateurfilm handelt, denn sowohl die Handlung und die Inszenierung wie auch die Schauspieler schaffen es, den Zuschauer vollkommen in seinen Bann zu ziehen.

Ich persönlich fand ich die von Regisseur Dustin Mills selbst komponierte Musik sehr passend. Ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass der Score unerträglich sei. Das kann ich definitiv nicht so bestätigen. Für mich haben die Klänge absolut gut zur Stimmung beigetragen. „Skinless“ ist eine Mischung aus  David Cronenbergs „Die Fliege“ und Clive Barkers „Hellraiser“ auf gehobenem Amateurfilm-Niveau. Die blutigen Effekte sind zwar nicht immer hunderprozentig gelungen, dafür aber Old School Handmade, und das alleine ist es schon wert, sich „Skinless“ anzusehen. An anderen Stellen wiederum sind die Masken sehr glaubwürdig und eklig dargestellt, so dass auch Splatterfreunde auf ihre Kosten kommen. Letztendlich ist aber „Skinless“ auf gewisse Art und Weise ein Liebesfilm (womit wir dann schon wieder bei Buttgereit landen 😉 ), der von Zuneigung, Sehnsucht und auch Vergebung erzählt. Dustin Mills hat einen sehr guten Film abgeliefert, denn ich mir mit Sicherheit noch einmal ansehen werde, und das will dann schon was heißen. 🙂 Vor allem hat es mir hier die Geschichte angetan, bei der blutige Spezialeffekte nur die zweite Geige spielen und sich absolut nicht in der Vordergrund drängen. Schön, dass sich ein Label wie „Dirt n Dust“ darum sorgt, dass wir solch kleine Independent-Underground-Perlen auf dem deutschen Markt zu sehen bekommen. Auf eine Synchronisation wurde verzichtet, so dass sich der Zuschauer mit deutschen Untertiteln zufriedengeben muss, was aber den Unterhaltungswert keinesfalls schmälert.

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Fazit: Interessanter Amateurfilm, der an Cronenbergs „Die Fliege“ erinnert und sein Hauptaugenmerk auf die Handlung und nicht die blutigen Spezialeffekte legt.

© 2018 Wolfgang Brunner

The Corpse Grinders (2018)

Originaltitel: The Corpse Grinders
Regie: Timo Rose
Drehbuch: Timo Rose
nach dem Originaldrehbuch von Arch Hall sr. und Joseph Cranston
Kamera: Costel Argesanu
Musik: Timo Rose
Laufzeit: 82 Minuten
Darsteller: Max Evans, Yazmeen Baker, Enya Maria Tames, Ted V. Mikels, Kristina Kostiv, Marc Engel, Donna Hamblin, Nils Henftling, Anthony Straeger, Thomas Binder, Shawn C. Phillips
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Deutschland, USA
FSK: ungeprüft

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Landau bekommt das Unternehmen „Lotus Cat Food“ überschrieben. Aber er hat Schwierigkeiten, das Geschäft am Leben zu erhalten, da die Umsätze weitaus schlechter als erwartet sind. Landau bekommt finanzielle Schwierigkeiten und kann die Mitarbeiter nicht länger bezahlen. Und so beginnt er, seine Mitarbeiter zu töten und auf andere Weise in seine Firma zu involvieren. Als einer der Vermissten, Frank, von der Polizei gesucht wird, entwickelt sich Landaus außergewöhnlicher „Einsatz“ für „Lotus Cat Food“ zu einer stetig ansteigenden Gefahr.

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Timo Rose, der mich mit seinen letzten Filmen „Reeperbahn“ und vor allem „Death Wish Zero“ sehr beeindruckt hat, liefert mit seinem neuen Film, einer Neuinterpretation von Ted V. Mikels KLassiker „Die Leichenmühle“, einen äußerst unangenehmen Film ab. Unangenehm wegen seiner direkten Zurschaustellung menschlicher Abgründe und den daraus resultierenden Folgen.  Roses Remake von „The Corpse Grinders“ ist in jeder Hinsicht dreckig und vulgär, aber auch tiefsinnig, wenn man genauer darüber nachdenkt. Es gab lange Zeit einen Film, der mich über Monate beschäftigt hat und dessen Bilder ich nicht mehr aus dem Kopf bekam, nämlich Marian Doras intensives, blutiges Drama „Cannibal“ über den Kannibalen von Rothenburg. Timo Rose tritt mit „The Corpse Grinders“ aus meiner Sicht in die Fußstapfen Doras und verursacht mit seinem blutigen, äußerst brutalen Horror-Thriller ein ähnlich unangenehmes Gefühl in der Magengegend. Das liegt zum Teil mit Sicherheit an den teilweise wirklich derben Szenen, die man hier zu sehen bekommt, ist aber auch auf die beeindruckende Schauspielerleistung von Max Evans zurückzuführen. Evans‘ Mimik jagt einem oftmals Angst ein und man denkt unweigerlich daran, wie es wäre, wenn man ihm in diesem (Wut-)Zustand in einer dunklen Gasse gegenüberstehen würde.
Der Charakter des Landau ist aus meiner Sicht so geschickt in Szene gesetzt, dass man nie genau weiß, ob man es mit einem sympathischen, normalen Mann zu tun hat oder mit einem extrem gefährlichen, unkontrollierbaren Psychopathen. Max Evans verkörpert beides und das macht „The Corpse Grinders“ zu einer schauspielerischen und inszenatorischen Bombe, die jederzeit losgehen kann und dies auch tut.

Aber „The Corpse Grinder“ schockiert nicht nur, sondern zeigt auch auf, zu was Menschen fähig sind, wenn sie (finanziell oder auch anderweitig) keinen Ausweg mehr sehen. Anders als im Original von Ted V. Mikels konzentriert sich Timo Rose viel mehr um den Protagonisten Landau, versucht seine Psyche zu ergründen, was ihm durch das tolle Schauspiel von Max Evans, wie oben schon erwähnt, auch gelingt. Man wird Zeuge eines psychischen Verfalls und einer Fehlschaltung menschlichen Denkens, begleitet die grenzenlose Ausuferung einer Obsession und nimmt teil, wie ein kaputter Mann seine eigenen Abgründe auslotet und die Kontrolle über sich selbst verliert. Roses Film stellt für mich im Grunde genommen eine Mischung aus brutalem Splatter und psychologischer Lebensgeschichte eines verzweifelten (wütenden und kaltblütigen) Mannes dar, der aber durchaus auch zu Gefühlen imstande ist. Und weil eben auch „gute“ Emotionen mit ins Spiel kommen, funktioniert der Film und schockt.
Erwähnen möchte ich unbedingt auch noch den genialen Score, den Timo Rose zum größten Teil selbst komponiert hat. Dadurch kommt eine sehr bedrückende Stimmung auf, die sich durch den kompletten Film zieht. Sehr einfallsreich fand ich auch, wie der Regisseur des Originalfilms Ted V. Mikels in die Handlung eingebunden wurde, das hatte einen sehr charmanten Flair. 😉

„The Corpse Grinders“ bewegt sich zwar auf einem gewissen Low-Budget-Film-Niveau, aber gerade diese, ich nenne sie jetzt einfach mal „Unperfektheit im Look“, macht den Film wiederum auf gewisse Art und Weise perfekt und unterstreicht sogar den oben erwähnten dreckigen Stil. „The Corpse Grinders“ würde in einer Hollywood-Blockbuster-Perfektion bei weitem nicht jene Beklemmungen beim Zuschauer auslösen, wie er das in der jetzigen Fassung tut. Bei einer bestimmten Szene werden die FSK und andere Altersfreigabeprüfstellen ihre helle Freude haben und händeringend zur Schere greifen, nicht wissend, was diese Sequenz eigentlich über den Protagonisten aussagt. Man sollte nämlich bei Timo Roses Film auch zwischen den Bildern lesen (auch wenn einige jetzt sagen werden, dass es bei Roses Filmen nichts zwischen den gezeigten Bildern zu interpretieren gäbe). Bei mir haben die Bilder jedenfalls ein Gedankenkarussell ausgelöst, das mich irgendwie nicht mehr loslässt. Man muss sich auf „The Corpse Grinders“ einlassen können. Hier werden die Menschen nicht, wie im Original, von Katzen getötet, sondern von Landau persönlich. Timo Roses Neuinterpretation der Geschichte ist eine moderne, brutale, schockierende, düstere und beängstigende Version.
Ich musste mir „The Corpse Grinders“ tatsächlich zwei Mal ansehen. Beim ersten Mal hat er mich nämlich „nur“ geschockt, beim zweiten Mal dann in seiner schonungslosen Konsequenz, mit der Mikels Originalfilm fortgeführt beziehungsweise zu Ende gedacht wurde, beeindruckt.

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Fazit: Brutale, dreckige, schonungslose, schockierende und düstere Neuinterpretation eines Klassikers.

© 2018 Wolfgang Brunner

Die Farbe des Horizonts (2018)

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Originaltitel: Adrift
Regie: Baltasar Kormákur
Drehbuch: Aaron Kandell, Jordan Kandell, David Branson Smith
Kamera: Robert Richardson
Musik: Volker Bertelmann
Laufzeit: 97 Minuten
Darsteller: Shailene Woodley, Sam Claflin, Grace Palmer, Jeffrey Thomas, Elizabeth Hawthorne
Genre: Drama, Abenteuer
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahre

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Tami lernt auf Tahiti den attraktiven Segler und Weltenbummler Richard kennen. Die beiden verlieben sich bis über beide Ohren und beschließen, gemeinsam den Pazifik zu befahren. Doch mitten auf dem Meer werden sie von einem gewaltigen Unwetter heimgesucht. Als Tami erwacht, ist das Boot nur noch ein Wrack und Richard verschwunden …

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Es beginnt alles wie ein wunderbarer Traum, der sich erfüllt. Tami lernt die Liebe ihres Lebens kennen und beginnt das größte Abenteuer ihres Lebens. Shailene Woodley und Sam Claflin meistern ihre Rollen von der ersten Minute an hervorragend und man nimmt ihnen das Verliebtsein uneingeschränkt ab.  Es ist eine wahre Freude, den beiden zuzusehen, wie sie sich kennenlernen und beschließen, das Leben ab sofort gemeinsam zu meistern. Regisseur Baltasar Kormákur, der schon mit dem beeindruckenden „Everest“ absolut überzeugen konnte, zeigt auch hier sein Können, in dem er (einen übrigens absolut unkitschigen, sondern authentischen) Liebesfilm mit spannendem Überlebenshorror kombiniert. Durch wunderschöne Aufnahmen vergisst man anfangs, was einen aufgrund der Inhaltsangabe erwartet und genießt eine wunderbare, glückliche Zeit mit den beiden Protagonisten. „Die Farbe des Horizonts“ orientiert sich an einer wahren Begebenheit, die sich im Jahr 1983 ereignete und durch den autobiografischen Erfahrungsbericht mit dem Titel „Red Sky In Mourning: A True Story Of Love, Loss And Survival At Sea“ von der betroffenen Seglerin Tami Oldham Ashcraft schriftlich festgehalten wurde.

Dem Film wird oftmals vorgeworfen, er nehme sich keine Zeit für die Charakterentwicklung des Liebespaars, was ich absolut nicht bestätigen kann. Alles wirkt sehr echt und in Anbetracht eines eineinhalbstündigen Films hätte man es nicht besser inszenieren können. Woodley agiert in manchen Szenen wie einst Kate Winslet in James Camerons Bloickbuster „Titanic“ und bestätigt ihr schauspielerisches Talent, das sie in „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ schon einmal bewiesen hat. Die junge Schauspielerin spielt sehr intensiv und glaubwürdig. Aber auch Sam Clalfin, den die meisten wahrscheinlich aus „Ein ganzes halbes Jahr“ kennen, passt sehr gut in den Film und verkörpert Richard überzeugend. Beide Schauspieler tragen neben den beeindruckenden Aufnahmen den gesamten Film und vermitteln eine außergewöhnliche Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Ich hätte dem Paar noch gut und gerne eine Stunde länger zusehen können,wie sie um ihr Überleben und ihre Liebe kämpfen.

Der Score von Volker Bertelmann ist absolut passend – mal wunderschön romantisch und ruhig, mal bombastisch und nervend. Seine Musik rundet das Survival-Drama nach tatsächlichen Ereignissen wunderbar ab und tut das ihrige zur Atmosphäre. „Die Farbe des Horizonts“ ist sehr ergreifend und emotional, ohne jemals wirklich ins Kitschige zu fallen. Die Geschichte wird flüssig erzählt und steuert konsequent auf das deprimierende Finale zu. Tamis Verhalten und ihre Reaktionen während und nach dem Unglück werden sehr gefühlvoll von Shailene Woodley dargestellt und man fühlt mit ihr, spürt ihre Angst und Verzweiflung, bemerkt aber auch den Mut und Durchhaltewillen, den sie an den Tag legt.
Ein sehr geschickter inszenatorischer Schachzug ist der Aufbau des Films, der immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit wechselt, so dass die dramatische Seite des Plots eine weitaus emotionalere Seite bekommt, als hätte Baltasar Kormákur das Ganze geradlinig erzählt. Thematisch fühlte ich mich sehr oft an Robert Redfords Drama „All Is Lost“ erinnert, wobei „Die Farbe des Horizonts“ um Längen besser ist, sowohl was Dramaturgie, Inszenierung und auch Schauspielerleistung(en) betrifft.
Baltasar Kormákurs Film ist eine faszinierende Mischung aus Liebes-, Abenteuerfilm und Überlebens-Drama, an das man sich noch lange nach Sichtung erinnert.

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Fazit: Gekonnt inszeniertes Überlebensdrama mit wunderbaren Schauspielern.

© 2018 Wolfgang Brunner

Fenster Blau (2016)

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Originaltitel: Fenster Blau
Regie: Sheri Hagen
Drehbuch: Zoe und Sheri Hagen
Kamera: Michael Tötter
Musik: Alexander Precht
Laufzeit: 82 Minuten
Darsteller: Emilio Sakraya, Kristin Alia Hunold, Dietrich Hollinderbäumer, Marko Dyrlich, Anne Zander, Hund Collie, Eyk Kauly
Genre: Drama, Literatur
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Mitten im eisigen Winter kommt Ljöscha auf der Insel Norderney an. Er ist auf der Suche nach der Wahrheit in seiner Vergangenheit. Ljöscha trifft seinen Großvater, der ihn aber abweist. Doch schließlich siegt die Neugier und er möchte wissen, was mit seiner Tochter ist. An einem anderen Ort verschanzen sich ein älterer Mann und ein junges Mädchen in einer Wohnung. Er ist der Vater des Mädchens, aber er liebt sie verbotenerweise. Beide Schicksale hängen zusammen und Ljöscha kämpft zusammen mit seinem Großvater gegen die Vergangenheit, die beide immer wieder einholt …

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Da sieht man sich einen Film an, geht mit keiner besonderen Erwartungshaltung heran und wird mit einer Wucht gepackt, die einen umhaut. Sheri Hagens zweiter Langfilm orientiert sich an dem prämierten Theaterstück „Muttermale Fenster Blau“ der Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann. Sheri Hagen steht eigentlich vor der Kamera, beweist aber mit „Fenster Blau“ ein dermaßen  eindrucksvolles Gespür für Dramaturgie und künstlerische Inszenierung, dass es einem die Sprache verschlägt. Ich möchte den Film als Meisterwerk und Rückkehr des deutschen Autorenfilms bezeichnen, so sehr haben mich Geschichte, Bilder und Schauspielleistungen in den Bann gezogen. Der Film wirkt wie ein wahr gewordener Albtraum aus Ängsten und Depressionen, aber auch voller Sehnsüchte, Hoffnungen und Liebe. Es ist schlichtweg genial, wie Hagen diese Gratwanderung zusammen mit ihrer Crew meistert und einen hoffnungsvollen und zugleich verstörenden Film auf Zelluloid bannt.

„Fenster Blau“ ist ein Kammerspiel, das auf eine Weise inszeniert wurde, als hätte ein „deutscher Peter Greenaway“ die Hände im Spiel gehabt. Voller Botschaften (ob sinnvoll oder sinnfrei sei einfach mal dahingestellt), die sich durch den gesamten Film ziehen und permanent zum Nachdenken anregen, aber auch zu Wut, Hilflosigkeit und Trauer. Es ist grandios, wie die Schauspieler allesamt diese Woge an Emotionen durch die knapp eineinhalb Stunden transportieren und greifbar machen. Man möchte an einigen Stellen laut losschreien wie der Protagonist Ljöscha, an anderen würde man den hilflosen, zerrissenen Großvater am liebsten in den Arm nehmen oder sich von ihm in den Arm nehmen lassen. Das Gespann Emilio Sakraya (aktuell: „Heilstaetten“ und „4 Blocks“) und Dietrich Hollinderbäumer (zuletzt in „Angst – Der Feind in meinem Haus“ zu sehen) funktioniert hervorragend, ebenso wie das Agieren zwischen Kristin Alia Hunold („Dem Horizont so nah“) und Marko Dyrlich (unter anderem mit dabei in „Babylon Berlin“). Es ist alles so intensiv, so natürlich, so lebensecht. Trotz des überaus ernsten Themas spürt man die Begeisterung der Beteiligten in jeder Filmminute. Ich ziehe meinen Hut vor den Darstellern. Emilio Sakraya fährt so authentisch aus der Haut, dass man eine Gänsehaut bekommt. Dietrich Hollinderbäumer zeigt sich äußerlich roh und innerlich einfühlsam, das ist eine grandiose Leistung, die die beiden Schauspieler da abliefern. Kristin Alia Hunold spielt die kindlich wirkende und innerlich zerstörte Lena, im positiven Sinne, glänzend theatralisch, während Marko Dyrlich sichtlich unwohl seinen Charakter darstellt. Auch hier kann man nur sagen: imposant! Da können sich so manche „Stars“ eine Scheibe abschneiden.

Zu den schauspielerischen Glanzleistungen gesellen sich  aussagekräftige Bildkompositionen und ein grandioser Score, die den Film zu einem echten Erlebnis machen. Man möchte trotz der oftmals unangenehmen Situationen, die geschildert werden, den Schauplatz und die Charaktere nicht mehr verlassen, denn man fühlt sich wohl oder unwohl mit ihnen und kann ihre Emotionen in jeder Hinsicht nachvollziehen. Sheri Hagen hat aus meiner Sicht ein Meisterwerk erschaffen, das mich nachhaltig beeindruckt und noch lange beschäftigen wird. Sie hat Sasha Marianna Salzmanns Theaterstück eine Tiefe verliehen, die seinesgleichen sucht. Alles ist in schwarz-weiß gehalten, nur die Farbe Blau wird sichtbar. Wie in „Pleasantville“ spielt die Regisseurin dieses Stilmittel bis zum Ende konsequent aus, beeinflusst den Zuschauer bis hin zum Happy End, das letztendlich kein Happy End ist. Oder doch?
„Fenster Blau“ ist ein Film zum Nachdenken, aber auch zum Träumen, bei dem man sich auf sich selbst besinnen kann. „Fenster Blau“ ist ein Film für die große Leinwand, ein unvergessliches emotionales Erlebnis, schlichtweg ganz, ganz großes Kino. Wo sind all die Preise, die dieser Film, dessen Schauspieler und Crew, verdient hat?
Ich kann meine Begeisterung schwer zurückhalten, aber eigentlich will ich das auch gar nicht. 😉 Man muss diesen Film gesehen haben!

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Fazit: Ganz großes Kino aus Deutschland. Wunderbar inszeniert und mit beeindruckenden Schauspielerleistungen.

© 2018 Wolfgang Brunner

Our Evil (2017)

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Originaltitel: Mal Nosso
Regie: Samuel Galli
Drehbuch: Samuel Galli
Kamera: Victor Molin
Musik: Guilherme Garbato, Gustavo Garbato
Laufzeit: 92 Minuten
Darsteller: Ademir Esteves, Ricardo Casella, Maria Galves, Luara Pepita, Walderrama Dos Santos, Fernando Cardoso
Genre: Horror, Drama
Produktionsland: Brasilien
FSK: ab 18 Jahre

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Arthur besitzt seit seiner Kindheit spirituelle Kräfte und kann dämonische Wesen aufspüren. Als er eines Tages entdeckt, dass ein dämonisches Wesen die Seele seiner Ziehtochter zerstören will, ergreift er drastische Maßnahmen, um dies zu verhindern.

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Man hört relativ wenig aus der Filmwelt von Brasilien. Umso erstaunter wird der Zuschauer sein, wenn er das beim Label „Pierrot LeFou“ erscheinende Horrordrama „Our Evil“ zu sehen bekommt. Schon während der ersten Minuten erkennt man nämlich, dass man es hier mit einem außergewöhnlichen Film zu tun hat, der sich in jeder Hinsicht vom gängigen Blockbuster-Klischee heutiger Grusel- und Horrorfilme abhebt. „Our Evil“ entwickelt sich von Anfang an in eine Richtung, die ich fast schon als ArtHouse-Horror bezeichnen möchte. Regisseur Samuel Galli, der auch das Drehbuch verfasst hat, nimmt den Zuschauer auf eine wahnwitzige, abgedrehte Tour de Force mit, die zum einen eine hypnotische Faszination ausübt und zum anderen des Öfteren ein mulmiges Gefühl in der Magengegend auslöst. „Our Evil“ bedient den Zuschauer, der sich auf dieses experimentelle Werk einlassen kann, in vielerlei Hinsicht. Es werden lyncheske Ausflüge in die Gedankenwelt des Protagonisten ebenso dargestellt, wie explizite, blutige Gewaltexzesse oder Gänsehaut verursachende Gruseleinlagen.

„Our Evil“ ist ein Low Budget-Film, dem man an keiner Stelle ansieht, dass es sich um einen solchen handelt. Vor allem die außergewöhnliche Erzählweise ist es, die den Zuschauer zu faszinieren vermag. Ademir Esteves vermittelt eine Traurigkeit, die mit jeder Minute des Films greifbarer wird. Wenn Regisseur Samuel Galli dann während des gesamten Films immer wieder die Genregrenzen verwischen lässt und zwischen hartem Splatterhorror und atmosphärischem Twin Peaks-Flair wechselt, gerät der Zuschauer in einen unglaublichen Sog, der die relative „Einfachheit“ des Films schlichtweg vergessen lässt. Sobald das „Darknet“ ins Spiel kommt, wo Arthur einen Auftragskiller für seinen perfiden Plan findet, erhält „Our Evil“ einen verruchten, verbotenen Touch. Der Plot verbindet schaurigen Grusel, brutalen Horror, religiösen Mystizismus und melancholische Ansichten über die abgöttische Liebe zu einem Menschen, so dass man eigentlich von einem Genre-Hybriden sprechen kann. „Our Evil“ ist ein Film zum Nachdenken, den man keinesfalls zwischendurch oder gar einfach nur nebenbei ansehen sollte. Zu viel Atmosphäre und Botschaft ginge verloren, wurde man dieses Werk als Popkorn-Kino betrachten.

Gallis Film ist düster. So düster und deprimierend, wie man einen Horrorfilm in der heutigen Zeit nur noch selten zu sehen bekommt. Manchmal fühlt man sich an Lars von Triers genialem (und absolut unterschätzten) „Antichrist“ erinnert, in dem der gesamte Plot ebenfalls mit „geisterhaften Bildern“ mystifiziert wird. Einen ähnlichen Weg schlägt Samuel Galli ein und scheint sich, wie bereits erwähnt, des Öfteren auch an David Lynch zu orientieren. Wenn Arthur zum Beispiel dem Clown in seinen Träumen (Erinnerungen?) gegenüber sitzt, durchfährt einen unweigerlich der Gedanken, dass diese Szene durchaus auch im von roten Vorhängen geschmückten Raum aus „Twin Peaks“ spielen könnte.
Unbedingt erwähnenswert ist auch der geniale Score von Guilherme Garbato und Gustavo Garbato. Ein Soundtrack, der nämlich aus einem Horrorfilm der 80er Jahre stammen könnte und einige wunderbare Kompositionen enthält, die von John Carpenter stammen könnten. Diese Klänge betonen den Horror des Films so sehr, dass, selbst wenn gar nichts besonders Schreckliches passiert, ein allgegenwärtiges Gefühl von Angst und Unbehagen herrscht. „Our Evil“ ist ein kleines Meisterwerk, das mit Sicherheit (leider wieder einmal) von den meisten Menschen nicht verstanden und als langweilig abgestempelt wird. Samuel Gallis Debütfilm ist absolut originell, um nicht zu sagen, in seiner Inszenierung und Direktheit brillant. Das Drehbuch lässt dem Zuschauer jede Menge Raum zum Nachdenken und lässt Spielraum für eigene Interpretationen. Solche Filme sind leider mittlerweile selten. Absolute Empfehlung meinerseits.

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Fazit: Originell und brillant. „Our Evil“ vereint ArtHouse mit Grusel und hartem Horror.

© 2018 Wolfgang Brunner

Swedish Horse Movie [Hästfilmen] (2018)

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Originaltitel: Swedish Horse Movie
Regie: Yngve Stigberg
Drehbuch: Yngve Stigberg
Kamera: Daniel Falk
Sound: Patrik Brander
Laufzeit: 17 Minuten
Darsteller: Emil Levin, Eliza Sica, Kristoffer
Genre: Drama, Indiefilm
Produktionsland: Schweden
FSK: in Deutschland unveröffentlicht

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Ein Mann kehrt nach zweiwöchiger Arbeit zurück nach Hause, wo seine Frau auf ihn wartet. Beim gemeinsamen Abendessen treten allerhand Beziehungsprobleme zutage. Eines davon ist das Familienpferd, ein Hengst.

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Der Titel ließ mich einen Moment zögern, da ich schon dachte ins falsche Regal gegriffen zu haben, erinnert er doch an so berüchtigte Titel wie Vase de Noces, der auch unter dem Namen The Pig Fucking Movie bekannt ist. Da Swedish Horse Movie (alternativ Hästfilmen) offensichtlich aus Skandinavien kommt, musste ich auch einen Moment an Animal Farm denken, aber da bin ich wahrscheinlich der Einzige. Vergessen wir das…

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Der Schwarz-Weiß-Kurzfilm beginnt mit einem Nachruf auf den schwedischen Regisseur Ingmar Bergman, der 2018 100 Jahre alt geworden wäre. Das verwundert nicht, haben in den letzten Jahren doch mehrere junge schwedische Filmemacher, wie u.a. Gustav Ljungdahl (Root of Darkness, 2016) sich dem filmischem Nationalerbe angenommen und es neu interpretiert. So handelt es sich bei diesem Indiefilm erfrischender Weise auch um keine Blut-und Gewaltorgie, wie es häufig der Fall ist. In erster Linie handelt es sich um ein Drama, welches stilistisch stark an Bergmans Werk angelehnt ist. Besonders der Anfang und das Ende sind sehr ruhig und dialogisch gehalten und legen das Augenmerk auf die Beziehung der Protagonisten. Verlustängste, Ansprüche und Bedürfnisse, denen innerhalb in der Beziehung nicht nachgekommen wird, sind der Auslöser ihrer Probleme. In Ermangelung von Nähe und Wärme, die die Frau in der Beziehung nicht findet, treibt es sie in eine Affäre mit dem Pferd. Das Pferd ist in diesem Fall ein comichaft-maskierter Mann mit übernatürlichem Gemächt, der hier eine metaphorische Aufgabe erfüllt. Für den Protagonisten ergibt sich daraus nur eine Möglichkeit zur Restauration seiner Maskulinität: die Kastration des Hengstes zu sakralen Klängen. Bevor er wieder zur Arbeit aufbricht übergibt er das Genital seiner Frau als Geschenk um klarzumachen, dass er wieder da ist. Freud lässt grüßen!

Der Film ist Teil der Anthologie Chunks of Horror, die man sich für einen kleinen Obolus auf Vimeo anschauen kann.

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Fazit: Sehenswerte Mischung aus Indiekomödie und Bergman’schem Drama.

© René Wiesner 2018