UFO – Es ist hier (2016)

UFO_Poster

Originaltitel: UFO
Regie: Daniele Grieco
Drehbuch: Daniele Grieco
Kamera: Daniele Grieco
Musik: —
Laufzeit: 82 Minuten
Darsteller: Laura Berlin, Olga von Luckwald, Dennis Mojen, Leonard Hohm, Jan Walter
Genre: Horror, Science Fiction
Produktionsland: Deutschland, Belgien, Luxemburg
FSK: ab 16 Jahre

*

Fünf Filmstudenten beobachten eine Feuerkugel am Himmel, die wie ein Meteoriten aussieht und in einiger Entfernung einschlägt. Sie machen sich auf den Weg zum Einschlagpunkt, um das Ereignis mit ihren Kameras zu dokumentieren. In einem abgelegenen Waldgebiet finden sie schließlich die Einschlagschneise,doch da es bereits zu dunkel zum Filmen ist, richten sie sich für die Nacht ein. Am nächsten Morgen stellen sie fest, dass einer von ihnen verschwunden ist. Auf der Suche nach ihm machen sie einen grauenhaften Fund: Sie finden die zerfetzten Überreste ihres Freundes. Voller Panik  verirren sie sich im Wald und bemerken schon bald, dass sie nicht allein sind …

*

Nach „Die Präsenz“ war ich natürlich sehr gespannt, wie Griecos zweiter Ausflug ins Found Footage-Genre ausfallen würde. Gerade in diesem Genre ist es bei mir immer so eine Sache, denn ich kann vielen Filmen dieser Art leider wenig bis gar nichts abgewinnen. Ausnahmen gibt es natürlich immer wieder. So zählt nun auch „UFO – Es ist hier“, wie schon „Die Präsenz“, wieder dazu. Und wieder ist es die relativ ruhige, unspektakuläre Machart Griecos, die mir absolut gut gefällt und mich von der ersten Minute an fasziniert hat. Es ist einfach toll, wie hier eine wunderbar authentische Stimmung aufgebaut wird. Schon nach wenigen Minuten vergisst man, dass es sich um einen fürs Kino produzierten Film handelt, sondern glaubt tatsächlich, es wäre echtes Filmmaterial. das man zu sehen bekommt. Das hat Grieco auch schon in „Die Präsenz“ super hinbekommen.

„UFO“ lebt von dieser spannenden Inszenierung, wenngleich sich ein paar Fehler hinsichtlich der Logik, warum in genau jenem Augenblick eine Kamera läuft, eingeschlichen haben. Aber das ist in diesem Genre einfach nun mal so und muss hingenommen werden. Die Darsteller agieren ausnahmslos gut und überzeugend, was dem Film den nötigen Real-Touch gibt. Man bekommt sicherlich auch den ein oder anderen Spezialeffekt zu sehen, wird aber niemals davon erschlagen. Es spielt sich, trotz unglaublich guter Spannung, eigentlich alles relativ ruhig ab und wird niemals übertrieben hysterisch oder aufgesetzt inszeniert. Die Spezialeffekte sind auf alle Fälle super gut gelungen. An manchen Szenen kam es mir fast so vor, als hätten die Darsteller ein wenig improvisiert, um die Handlung realistischer wirken zu lassen. Sollte dies der Fall gewesen sein, ist ihnen dadurch tatsächlich gelungen, das ganze Szenario glaubwürdig aussehen zu lassen.
Wie schon bei „Die Präsenz“ webt Grieco während des Films Filmzitate und liebevolle Anspielungen auf Horror- und Science Fiction-Klassiker ein, die so richtig Spaß machen, sofern man sie entdeckt. 😉

„UFO“ bewegt sich zwar auf altbewährtem Boden (man kann das Found Footage Genre ja auch schlecht neu erfinden), aber vermischt dennoch geschickt Anleihen aus den Klassikern „Blair Witch Project“, „Cloverfield“, „Alien“ und „Akte X“. Genau diese interessante Mischung kommt auch bereits im Trailer sehr gut rüber und wird beim gesamten Film durchgehend beibehalten. Es gibt zwar nur wenige Augenblicke, in denen ich wirklich erschrocken bin, aber das hat der Spannung absolut keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: Viel mehr hat mich der unterschwellige Horror und das beklemmende Gefühl, das gegen Ende des Films heraufbeschwört wird, in Bann gezogen. Am Schluss meint man, Zeuge eines globalen Ereignisses aus der Sicht von nur wenigen Menschen geworden zu sein. Das gibt dem Film am Ende noch einmal einen richtig guten Schwung, der die vergangenen Ereignisse der Stunde davor in ein vollkommen anderes Licht rückt. Gerade davon war ich wirklich sehr beeindruckt und begeistert. Man merkt diesem Film auf jeden Fall an, dass er von einem Filmfan mit Herzblut inszeniert wurde. Und, wie gesagt, Daniele Grieco schafft es, mich für Found Footage zu begeistern, obwohl ich diese Art von Film eigentlich nicht (mehr) mag.

*

Fazit: Spannend, unheimlich und sehr glaubwürdig. „UFO“ hinterlässt am Ende ein wirklich komisches Gefühl im Magen. Für Freunde des Found Footage-Genres absolut empfehlenswert. Wer Kameragewackel nicht so sehr mag, sollte dennoch einmal einen Blick auf diese deutsche Produktion werfen, denn interessante Ideen sind durchaus zu verzeichnen.

© 2016 Wolfgang Brunner

Advertisements

Vorankündigung „UFO – Es ist hier“

UFO_Poster

Daniele Grieco („Die Präsenz“) hat einen neuen Film abgedreht, der Ende Oktober in die Kinos kommt und gleichzeitig auch auf DVD und BluRay erscheinen wird. Um was geht es in dem neuen Found Footage Film?

Während der Dreharbeiten zu einem Abschlussprojekt beobachten fünf Filmstudenten eine Feuerkugel, die meteorengleich auf die Erde stürzt. Sie machen sich natürlich sofort auf den Weg zur Absturzstelle, um mit ihren Kameras das Ereignis zu dokumentieren.
In einem abgelegenen Waldgebiet finden sie auch tatsächlich die Stelle, doch da es zum Filmen schon zu dunkel ist, beschließen sie, die Nacht im Wald zu verbringen. Am nächsten Morgen ist einer der Studenten verschwunden. Als sie sich auf die Suche nach dem Vermissten machen, entdecken sie eine Blutspur und wenig später die zerfetzten Überreste ihres Freundes.
Panik bricht aus und sie wollen zurück zu ihrem Wagen. Dabei verirren sie sich und geraten immer tiefer in die Wildnis, wo sie schon bald feststellen, dass sich dort etwas aufhält, das Jagd auf sie macht.
Es scheint, als wäre dieses Ding nicht von dieser Welt …

UFO_1_Die Entdeckung

UFO_3_Die erste Nacht

Hört sich richtig gut an, wie ich finde, und wenn man sich den Trailer ansieht, bekommt man so richtig Lust auf den Film. Ein wenig „Akte X“, ein wenig „Blair Witch Project“ und eine Prise „Cloverfield“ – so sieht der Trailer für mich aus und macht extrem neugierig.  Auch hier rechtfertigt sich der Found Footage Stil durch den  Plot, wie ich meine.
Die Bilder wirken sehr atmosphärisch, was mich vermuten lässt, dass wir es hier nicht nur mit kreischenden Flüchtigen zu tun bekommen, sondern auch mit stimmungsvollen Bildern.

 

Der Film wird von der Daredo GmbH vertrieben und von Kinowelt Television GmbH präsentiert. Grieco konnte für seinen zweiten Spielfilm Laura Berlin („Rubinrot“, Prinz Pi „1,40m“), Olga von Luckwald („Abschussfahrt“, „Doktorspiele“) und Dennis Mojen („Nirgendwo“, „Wann endlich küsst du mich?“) gewinnen. Außerdem sehen sich für die Creature Creation Philipp Rathgeber (u.a. mit dabei bei Olaf Ittenbachs „No Reason“ oder Kai E. Bogatzkis „Scars Of Xavier“) und für die Spezialeffekte Lisa und Robert Schmermer (Effekte bei zahlreichen Serien vieler Fernsehsender) verantwortlich. Ich bin ziemlich sicher, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Auf jeden Fall konnte mich der Trailer, wie schon erwähnt, schon mal absolut überzeugen.

UFO_5_Das Gelege

UFO_9_Es sieht uns

Noch zwei Monate dauert es, bis Griecos neuer Film im Kino zu sehen und auf BluRay und DVD zu erwerben ist. Ich freu mich riesig darauf und werde natürlich zeitnah über „UFO“ berichten und meine ehrliche Meinung kundtun.

Eine Facebookseite zum Film gibt es natürlich auch und die Macher freuen sich logischerweise über jedes Like. 🙂

Ich wünsche dem deutschen Found Footage-Film auf jeden Fall einen guten Start und viel Erfolg.

© 2016 Wolfgang Brunner

Filmprojekt „Forest Of Fear“

image

Da vereinen sich still und leise ein paar Menschen, deren Namen man schon seit einiger Zeit im Gedächtnis behalten hat, um eine Kombination aus Slasher-Film und Found-Footage-Horror auf die Beine zu stellen. 😉
„Forest Of Fear“ ist der Titel des Projekts, bei dem es um eine Gruppe geht, die sich in ein abgelegenes Waldgebiet gegibt,  um dort ein seltenes Tier zu filmen. Sie ahnen allerdings nicht, dass sie es  mit einer alten düsteren und vergessenen Legende zu tun haben. Schon bald beginnt ein brutaler und blutiger Kampf um Leben und Tod für die Menschen.

„Forest Of Fear“ wäre Joe Beers Regiedebüt und in Anbetracht von Cast und Crew, die, bis auf wenige Ausnahmen, schon bestätigt sind, verspricht das Projekt recht interessant zu werden. Da wäre zum einen schon einmal die Hauptrolle des Manuel, die von keinem geringeren als Daeg Faerch gespielt wird, der in Rob Zombies Remake des John Carpenter-Klassikers „Halloween“ den jungen Michael Myers spielte. Neben Will Smith war Faerch auch als in einem kurzen Auftritt als Punker in „Hancock“ zu sehen.
Kristina Kostiv, die zuletzt in dem fantastischen Horrorstreifen „German Angst“ zu sehen war und demnächst in der Neuinterpretation von „The Corpse Grinders“  unter der Regie von Timo Rose ihr Können zeigt, wird ebenfalls mit von der Partie sein wie Gioele Viola (aktueller Film Marcel Walz‘ „Blood Feast“).
Und als maskierter Bösewicht Valenton Wolf hat sich Andreas Rimkus angetragen. 🙂
Gastauftritte von Nick Príncipe, Mike Mendez und weiteren Gästen sind geplant und wenn alles gut geht, wird die Stimme einer legendären Horrorfilm-Ikone in einer Schwarzeinblendung am Anfang den Zuschauer vor dem Film warnen.
Mit dabei sind voraussichtlich noch Laura-Sofie Bakowsky, Chris Friedling und Ralph Steiger.

image (1)

Editor wird Kai E. Bogatzki sein, den man von „La Petite Mort 2 – Nasty Tapes“, „Blood Feast“ (2016) und Timo Roses „Reeperbahn“ und „Nature“ kennt.  Außerdem habe ich erst vor kurzem über sein erstes Langfilm-Projekt „Scars of Xavier“ berichtet.

Co-Autorin ist Annika Strauss, die man  als Buchautorin und Schauspielerin kennt.
Die Spezialeffekte übernimmtz Frank Schröter, der bereits an Filmen wie „Alien Vs Predator“, „Resident Evil“ oder auch „German Angst“ beteiligt war.
Produzent ist John Lepper, der u.a die Found-Footage Filme MOTH und BE MY CAT: A FILM FOR ANNE produziert hat.

Klingt alles ziemlich gut, würde ich sagen, oder?
Gedreht wird im Schwarzwald, wo ja bereits einige Legenden und Grimm’sche Märchen beheimatet sind. Nun gesellt sich also noch die Legende von Valentin Wolf dazu, der vor 20 Jahren von seiner Mutter in den Wäldern ausgesetzt wurde, wo er wie ein Tier aufwuchs. Valentin ist eine Missgeburt, halb Mensch halb Wolf, und wurde deshalb von seiner Mutter im Stich gelassen. Nun erzählt man sich, dass diese Missgestalt von Wanderern, Förstern und Jägern gesehen wurde.

Beer hat vor, einen atmosphärischen Film zu schaffen, der sich von  anderen Found Footage-Produktionen abhebt, in dem er neue Wege geht. Alleine die Kombination aus Found Footage und Slasher könnte tatsächlich ein sehenswertes Ergebnis hervorbringen, das neuen Wind in das Genre bringt. Auch soll Musik eingesetzt werden, was natürlich einer tollen Stimmung definitv zugute kommen würde. Ich bin wirklich sehr gespannt darauf, wie Beer den Zuschauern das Fürchten lehren will, zumal er nur gezielte, dafür aber realistische, brutale Effekte einsetzen will, die nicht übertrieben blutig, sondern eben auf einer autenthischen Ebene schockieren sollen. Aber eben nicht nur … und vielleicht gelingt ihm dadurch tatsächlich eine Mischung aus hartem Splatter-Slasher-Horror und einer gruseligen Atmosphäre, die vielen solcher Produktionen abhanden gekommen ist. Denn meist sieht man nur „langweilige“ Wackelkamerafahrten oder man wird von blutigen Splattereffekten überrollt. Eine Mischung aus beidem wäre tatsächlich etwas Neues.

Und es gibt einen neuen Teaser aus dem Jahr 2016, der ebenfalls neugierig auf das Projekt macht:

Ich freu mich jedenfalls auf diesen Film. Die Dreharbeiten werden in Kürze beginnen.

© 2016 Wolfgang Brunner

Interview mit dem Regisseur Daniele Grieco

Daniele Grieco

© 2016 Stella Maris Film

 

Daniele Grieco wurde am 15. September 1967 in Köln geboren und studierte ursprünglich Meeresbiologie in Neapel. Allerdings brach er das Studium ab, um als WDR-Radioreporter zu arbeiten.
1995 studierte Grieco vier Jahre lang an der New School of Social Research und der New York University den Fachbereich Filmproduktion und sammelt erste Erfahrungen als Autor und Regieassistent.
Nach dem Abschluss des Studiums kehrte Grieco nach Köln zurück, wo er als freier Autor und Regisseur (unter anderem für Sat1) tätig war.
Der Dokumentarfilm „The Last Giants – Wenn das Meer stirbt“ aus dem Jahr 2009 war Griecos Langfilmdebüt. 2014 folgte dann der Found Footage Horrorfilm „Die Präsenz“.

Film-Besprechungen freut sich sehr über das Interview mit Daniele Grieco.

1. Dein erster Film war eine Dokumentation über Wale. Vom Dokumentarfilm zum Horrorstreifen. Du scheinst sehr vielfältig zu sein. Was kommt als nächstes von Dir? War da nicht ein blutiger Film über eine Alien-Invasion in Planung?

„The Last Giants“ und „Die Präsenz“ waren die Erfüllungen von Kindheitsträumen, denn seit ich klein war, haben mich vor allem drei Dinge fasziniert: Erstens das Meer, zweitens Dämonen und drittens das Weltall. Es ist richtig, dass es in meinem dritten Film um eine Alien-Invasion geht. Mein dritter Film wird also die Erfüllung meines dritten Kindheitstraums. In diesem Fall geht es um etwas aus dem Weltall, das auf der Erde landet. Ridley Scotts „Alien“ war eine große Inspiration für mich, aber das traue ich mich kaum zu sagen, denn natürlich kann niemand an dieses Meisterwerk herankommen. Für einen solch anmaßenden Versuch hätten wir auch nicht genug Geld gehabt, denn auch mein dritter Film ist wieder eine Low-Budget Produktion im Found Footage Stil. Bei den Testscreenings haben sich die Zuschauer allerdings schon ziemlich gefürchtet. Im Oktober starten wir damit, im nächsten Monat legen wir mit der Facebook-Kampagne los. Dann können wir auch den Titel verraten.

2. Warum hast Du bei „Die Präsenz“ die Form des Found Footage gewählt? War dieses Stilmittel zwingend notwendig aus Deiner Sicht?

Es gab zwei Gründe: Zunächst mal Geldmangel – ich hatte keine Lust, jahrelang zu versuchen, ein großes Budget zusammen zu kratzen – Ausgang ungewiss – und wer weiß, ob einem dann am Ende nicht so viele Leute über die Schulter gucken, dass das Ergebnis nur noch bescheiden sein kann.

Der zweite Grund ist mindestens ebenso gewichtig: Bei „The Blair Witch Project“ und „Paranormal Activity“ habe ich am eigenen Leib erlebt, dass einem ein derart günstig produzierter Film genauso viel Angst machen kann wie ein teurer – vielleicht sogar mehr! Denn erstens darf man bei so wenig Geld jede noch so extreme und freakige Idee ausleben, die einem kommt und zum anderen sind die Zuschauer heutzutage alle möglichen Tricks und Kniffe aus der Geschichte des Horrorfilms gewohnt, so dass sie gegenüber konventionell produzierten Horrorfilmen eine gewisse Distanz zu den Ereignissen einnehmen. Einfacher gesagt: Sie sind nicht so leicht zu erschrecken. Wenn man nun etwas Scheindokumentarisches (eben Found Footage) zeigt, dann wissen die Zuschauer spätestens seit The Blair Witch Project zwar, dass dies nur ein Stilmittel ist, dennoch verfallen sie wider besseren Wissens dem dokumentarischen Stil und halten alles für etwas echter als in einer Hochglanzproduktion – die Distanz zur Leinwand schwindet so.

3. Mir persönlich haben in „Die Präsenz“ die vielen Anspielungen auf andere Horrorklassiker gefallen. Wie kamst Du auf die Idee, solche Kleinigkeiten darin zu verbauen?

Danke! Ich denke, jeder Filmemacher kämpft bei jedem Film erneut um jeden einzelnen Moment. Wenn man einen Horrorfilm macht, will man den Zuschauern etwas für ihr Geld geben. Das heißt: Man will sie so oft wie möglich erschrecken (und niemand ist wütender, als ein Horrorpublikum, dem man keine Angst gemacht hat!). Dafür muss man sich inspirieren lassen und sehen, wie das die Besten der Besten in früheren Jahrzehnten gemacht haben. Natürlich ist das auch jedesmal eine Hommage gegenüber den Genies, deren Filme man liebt und deren Tricks man kopiert. Andererseits braucht man dabei kein schlechtes Gewissen zu haben, denn auch diese Meister haben ihre Filme ganz genauso erschaffen. Niemand produziert im luftleeren Raum – alle bedienen sich bei denen, die vor ihnen waren.

4. Welches Projekt wäre bei finanzieller Unabhängigkeit Dein größter Traum?

Mein nächstes Projekt! Film Nummer 4 soll eine Dystopie werden. Titel und Inhalt kann ich noch nicht verraten, und ich habe auch noch keine Idee, wie ich ihn finanzieren soll. Mir schwebt allerdings nur ein Budget von 1,5 Millionen vor, denn ein Riesenbudget hat für mich mehr Nach- als Vorteile. So gut wie alle Kultfilme hatten ein geringes Budget. Für 150 Millionen kann man nur ein Studio-Monstrum drehen mit den üblichen Verdächtigen in der Hauptrolle und jeder Menge CGI, bis das Ganze nur noch wie ein riesiges Stück Plastik aussieht.

5. Was sind Deine absoluten Lieblingsfilme? Verrätst Du uns auch, warum das so ist?

„Alien“: Weil es der größte Science-Fiction Film aller Zeiten ist, weil dieses Wesen so grausam, so real, so zerstörerisch und so vollkommen ist wie die Physik der Sterne – so dass man eine tiefe, existentielle Wahrheit befürchten darf: Dies ist es, was die Tiefen des Alls für uns bereit halten. Das ist absolut erhabener Horror!

„Halloween“: Weil er es wie kein anderer Film geschafft hat, die größte Angst, die wir haben können, auf die Leinwand zu bringen: Die Angst vor uns selbst – die Angst vor dem schwarzen Mann.

Fellinis „Achteinhalb“: Fellini war kein Regisseur. Fellini war ein Magier. Er war der einzige Mensch, bei dem ich zu hundert Prozent sicher bin, dass er und nur er allein diese Filme hätte schaffen können. Wie? Das wird für immer ein Geheimnis bleiben.

Fellinis „Satyricon“: Der einzige Historienfilm, bei dem ich nicht das Gefühl habe, dass ein paar Schauspieler ein paar Sandalen angezogen haben, sondern bei dem ich mich so fühle, als hätte tatsächlich jemand vor 2000 Jahren eine Kamera aufgestellt.

6. Als Regisseur hat man es in Deutschland nicht leicht, wenn man sich dem Horrorgenre verschreibt. Du machst es trotzdem.:)
Siehst Du in der Zukunft eine Chance für den deutschen Horrorfilm?

Die Deutschen merken: Überall auf der Welt gehören Genre-Filme zum Filmsystem, nur in Deutschland traut man es sich entweder nicht oder die Ergebnisse sind nicht sehr spannend. Horrorfilme sind hierzulande etwas für Freaks, dabei waren sie seit Beginns des Kinos immer unter den größten Blockbustern: Von Murnaus „Nosferatu“ über „Psycho“ und „Halloween“ zu „Paranormal Activity“. Ein weiteres Problem ist, dass deutsche Kinofilme oft in Wahrheit Fernsehfilme sind, weil sie durch einen Sender mitfinanziert werden: Hätte bei Carpenters „Halloween“ damals eine Horde von TV-Redakteuren mitreden dürfen, wäre es wahrscheinlich ein Art weiterer Tatort geworden.

7. Was war das Witzigste bei den Dreharbeiten zu „Die Präsenz“?

Als Lukas Rebecca erschreckt, indem er mit einer Eishockey-Maske hinter den Möbelschonern hervorspringt: Die Szene stand nicht im Skript, und wir haben es mit Henning Nöhren geschafft, Liv Lisa Fries tatsächlich so zu erschrecken, dass ihr Schrei echt war! Was haben wir alle gelacht. Liv nicht. Doch, eigentlich sie auch – aber erst, nachdem ihr Herz wieder anfing zu schlagen.

8. Welche Art von Filmen schaut sich Daniele Grieco in seiner Freizeit an?

Vor allem alte Filme, immer wieder. Ich habe eine sehr große und einigermaßen vielfältige DVD-Sammlung, in der Sci-Fi- und Horror -Klassiker stehen wie „Der Exorzist“, „Alien“ (nur der erste!), „Blade-Runner“, „Halloween“, dann aber auch italienische Filme der 60er u.a. Fellini, mein Lieblingsregisseur, Pasolini, Antonioni, aber auch 70er Giallos von Fernando Di Leo etc. etc. Ich glaube, der einzige deutsche Film in der Sammlung ist der großartige „Es geschah am hellichten Tag“ von 1958, der mich als Kind mit Angst und Schrecken erfüllt hat.

9. Woran denkst Du spontan bei

– James Cameron
– Arnold Schwarzenegger
– Bob Hoskins
– Werner Herzog

James Cameron: „Terminator“! Ein großartiger und am Anfang von den Studios sträflich unterschätzter Film, der von einer Episode der 60er Jahre Serie „The Outer Limits“ inspiriert ist (die Episode hieß „Soldier“).

Arnold Schwarzenegger: Siehe Eintrag zu Cameron.

Bob Hoskins: Ein sympathischer Schauspieler, der aber in Filmen mitspielt, die mich nicht sehr interessieren.

Werner Herzog: Klaus Kinski.

10. Wie offen bist Du als Regisseur gegenüber verschiedenen Genre? Könntest Du Dir denn zum Beispiel vorstellen, einen Liebesfilm oder einen Western zu drehen?

Als vierten Film nach unserem Release im Oktober plane ich gerade einen dystopischen Film, sofern wir ihn finanziert bekommen. Einen Western könnte ich mir gut vorstellen, aber er wäre extrem realistisch und wohl auch ziemlich blutrünstig.

11. Welche fünf Dinge möchtest Du in Deinem Leben nicht missen?

Erstens: Die Menschen, die ich um mich herum habe, klar.

Zweitens: Surfen, so oft im Jahr wie möglich

Drittens: Gute Filme und Bücher.

Viertens: Wein

Fünftens: Vorzügliches Essen!

Vielen Dank für die interessanten Antworten. Ich freue mich schon sehr auf Deine nächsten Projekte und wünsche Dir alles Gute, sowohl im privaten wie auch im beruflichen Bereich.
Wer wisen will, wie mir Griecos „Die Präsenz“ gefallen hat, kann hier meine Rezension nachlesen.

© 2016 Daniele Grieco / Wolfgang Brunner

The Pyramid – Grab des Grauens (2014)

file_597304_pyramid-poster

Originaltitel: The Pyramid
Regie: Grégory Levasseur
Drehbuch: Daniel Meersand, Nick Simon
Kamera: Laurent Tangy
Musik: Nima Fakhrara
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: Ashley Hinshaw, Denis O’Hare, James Buckley, Christa Nicola, Amir K, Faycal Attougui, Philip Shelley
Genre: Horror, Abenteuer
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

*

Eine Gruppe Archäologen entdeckt eine tief vergrabene uralte Pyramide.  Das Kamerateam der Reporterin Sunni steigt mit den Wissenschaftlern in die Pyramide ein. Es dauert nicht lange und die Gruppe hat sich hoffnungslos in den endlosen Labyrinthen verirrt. Während sie verzweifelt  nach einem Ausgang suchen, bemerken sie, dass in der Dunkelheit etwas Fremdes und Tödliches lauert …

*

Alleine schon die Kulisse ist einen Blick auf diesen Film wert, vorausgesetzt man interessiert sich für Ägypten und Pyramiden. Ich ging mit gemischten Gefühlen an diesen Horrorfilm heran, denn zuviel Müll wird einem in den letzten Jahren serviert. „The Pyramid“ wird als Found Footage-Film bezeichnet, obwohl er es im Grunde genommen eigentlich gar nicht ist. Sicherlich kommen einige Wackelbilder darin vor, aber oft auch eben eine ruhige Kameraführung, was ich sehr erfrischend bei solchen Filmen finde.
Grégory Levasseurs Ausflug in eine Welt ohne Sonnenlicht konnte bei mir besser punkten als „Katakomben“. Hier steckt um einiges mehr an Atmosphäre und unheimlichen Settings dahinter. Die Handlung ist zwar nicht unbedingt atemberaubend, aber eine ganz passable Grundidee steckt dennoch dahinter.

Ansonsten bekommt man hier einen sehr spannenden und atmosphärischen Film geliefert, der so manches Mal mit gelungenen Schockmomenten aufwarten kann und nie langweilig wird. Der Spannungsbogen wurde aus meiner Sicht konstant gehalten und der Regisseur hat sich Gott sei Dank niemals hinreissen lassen, in Trash zu verfallen. So wurde „The Pyramid“ zu einem optisch schön anzusehenden Horrortrip im Inneren einer Pyramide. Auch tappte man nicht in die Klischeefalle und ließ mordende Mumien in den Gängen herumwandern, sondern richtete sein Augenmerk auf eine völlig andere Handlung, wie man sie nicht so oft zu sehen bekommt. Das Schöne an diesem Film ist, dass er sich nicht nur ausschließlich im Horrorgenre bewegt, sondern auch Abenteuer-Elemente a la Indiana Jones oder Tomb Raider mit einbezieht. Aus meiner Sicht hat das Ganze hervorragend funktioniert und die „Auflösung“ fand ich persönlich auch sehr ideenreich. Sicherlich hätte man die animierten Effekte am Ende besser hinbekommen, aber warum? Ausschlaggebend ist doch, dass der Regisseur seine Vision hat sichtbar werden lassen – und das hat er.

„The Pyramid“ ist kein Meisterwerk, aber ein überdurchschnittlicher Abenteuer-Horror-Film mit einer sehr stimmigen Atmosphäre und einem alles andere als langweiligen Plot (vor allem durch das Ende). Ich habe mich hervorragend unterhalten und auch so manches Mal gegruselt. Was will ich von einem solchen Film mehr?
Grégory Levasseur, der Drehbücher zu Filmen wie „Maniac“, „Piranha 3D“, „Mirrors“ oder „High Tension“ geschrieben hat, konnte mich mit seinem Regiedebüt durchaus überzeugen. Das ein oder andere hätte man mit Sicherheit besser machen können, aber es ist nun mal ein Debüt und aus dieser Sicht für mich absolut gelungen.

Dass den Schauspielern immer wieder amateurhaftes Agieren vorgeworfen wird, kann ich nicht nachvollziehen, ebensowenig wie die angeblich soooo schlechten Dialoge. Was sagen diese Leute denn zu dem ein oder anderen angeblichen Blockbuster, in dem nur Schwachsinn verzapft wird? Es ist immer wieder erstaunlich, wie vehement auf Newcomern oder Independent-Filmen herumgehackt wird, ohne den Menschen, die ihr Herzblut hineinsteckten, Achtung und Respekt für ihre Arbeit zu zollen. Ich werde mir „The Pyramid“ definitiv nochmals ansehen.

*

Fazit: Gruseliger Ausflug ins Innere einer Pyramide. Die Mischung aus Found Footage und ruhiger Kameraführung funktioniert und vermittelt eine stimmige Atmosphäre, die mich begeistert hat.

© 2016 Wolfgang Brunner

Demonic – Haus des Horrors (2015)

demonic

Originaltitel: Demonic
Regie: Will Canon
Drehbuch: Max La Bella, Doug Simon, Will Canon
Kamera: Michael Fimognari
Musik: Dan Marocco
Laufzeit: 83 Minuten
Darsteller: Maria Bella, Frank Grillo, Cody Horn, Dustin Milligan, Megan Park, Scott Mechlowicz, Aaron Yoo, Tyson Sullivan, Alex Goode
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

*

Fünf College-Studenten jagen in einem alten, verlassenen Spukhaus Geister und wollen mit ihnen in Kontakt  treten. Alle außer John werden dabei brutal ermordet. Der Fall wird untersucht und nur John kann erzählen, was sich zugetragen hat, denn außer ein paar Videoaufzeichnungen sind keine Spuren vorhanden. Doch ist es die Wahrheit, die der Überlebende erzählt?

*

Schon das Cover enthält eine Lüge: Vom Regisseur von „The Conjuring“ und „Insidious“ wird „Demonic“ angepriesen. Aber Regisseur ist Will Canon und nicht James Wan. Der hat den Film lediglich produziert! Das mag ich schon mal gar nicht, wenn auf diese Art und Weise Kunden hinters Licht geführt werden. Aber nun gut, nicht jeder kennt sich aus und legt Wert darauf, wer bei einem Film Regie führt.

Die Story, die hier geboten wird, ist seicht und alles andere als neu. Dennoch beginnt das Ganze atmosphärisch und lässt auf einen zumindest unterhaltsamen Grusler hoffen. Aber leider verliert der Film nach den ersten zwanzig Minuten mit jeder Minute seinen Reiz und wird fast langweilig. Was passiert, hat man alles schon zigmal gesehen. Das ist alles sicherlich Geschmackssache und wer solche Filme mag, wird auch diesen mögen. Sicherlich gibt es einige Schockmomente und auch die Handlung birgt ein paar Wendungen, die einen kurzzeitig über das schale Drehbuch hinwegtrösten. Aber schon bald verfällt die Story wieder in Schema F und kann einen nicht richtig in den Bann ziehen. Die Schauspieler können sich nicht entscheiden, ob sie Lust haben oder eher nicht. An manchen Stellen wirkt ihr Agieren, als wären sie dazu gezwungen worden, ihre Rolle zu spielen. Insgesamt ist das Ganze zwar okay, aber bei Weitem keine Meisterleistung.

Der Plot dümpelt vor sich hin, kann einen hin und wieder packen, macht dies aber wenige Augenblicke später durch ideenlose Geschehnisse zunichte. Wie gesagt, man kennt alles schon aus anderen Filmen und wenngleich „Demonic“ nicht unbedingt schlecht gemacht ist, so hinterlässt er absolut keinen Eindruck. Zu viele Klischees des Horrorfilms werden aneinandergereiht und auch wenn am Ende noch einmal eine unerwartete Wendung kommt, so muss man als aufmerksamer Zuseher bemerken, dass man genau dieses Unerwartete ab einem gewissen Zeitpunkt wusste. Auch da schwächelt das Drehbuch.
Wer einen gruseligen und niveauvollen Horrorfilm erwartet, wird enttäuscht sein, da bin ich sicher. Ein anspruchsloses und  nicht verwöhntes Publikum wird dem Film sicherlich einige Momente abgewinnen können, bei mir hat es nicht funktioniert. Ich wurde schlichtweg enttäuscht. Dennoch kann man „Demonic“ eine Chance geben, denn wer auf eine derartige klischeebehaftete Handlung steht, bekommt diese auch uneingeschränkt geboten. Es gibt weitaus schlechtere Filme, aber auch weitaus bessere. „Demonic“ ist absoluter Durchschnitt, der weder schauspielerisch noch inszenatorisch vollends überzeugen kann, aber trotz aller Kritikpunkte wenigstens unterhalten kann. Ein zweites Mal werde ich mir den Haunted House-Grusler allerdings definitiv nicht mehr ansehen.

*

Fazit: Klischeehafter Haunted House-Spuk, der weder inszenatorisch noch schauspielerisch richtig überzeugen kann. Keine Zeitverschwendung, aber belangloser Durchschnitt.

© 2016  Wolfgang Brunner

Devil’s Pass (2013)

devilspass

Originaltitel: The Dyatlov Pass Incident
Alternativtitel: Devil’s Pass
Regie: Renny Harlin
Drehbuch: Vikram Weet
Kamera: Denis Alarcon Ramirez
Musik: Yuri Poteyenko
Laufzeit: 96 Minuten
Darsteller: Holly Goos, Matt Stokoe, Luke Albright, Ryan Hawley, Gemma Atkinson
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigtes Königreich, Russland
FSK: ab 16 Jahre

*

Im Jahr 1959 sterben neun erfahrene Bergsteiger am „Berg der Toten“, dem sogenannten „Devil’s Pass“. Seltsame Umstände führten zum Tod der Menschen. Man spricht hinter vorgehaltener Hand von militärischen Experimenten, Yetis oder gar Aliens. Fünf amerikanische Studenten machen sich auf den Weg, um das Geheimnis zu enträtseln und finden sich schon bald in einem irrealen Alptraum …

*

Schon mit „Cliffhanger“ hat mich Regisseur Harlin begeistert. Später kam dann noch sein (zumindest damals) atemberaubender „Deep Blue Sea“ hinzu, der mich nachhaltig beeindruckte. Sein eher mittelmäßiger „The Legend Of Hercules“ hatte einen Vorgänger: „Devil’s Pass“ – ein Found Footage Horror.
Ich war wirklich gespannt, zumal ich Found Footage nur bedingt mag. Als ich einen Trailer von „Devil’s Pass“ sah, wurde ich dann doch neugierig, weil die darin gezeigten Wesen äußerst unheimlich wirkten.
Erstaunlicherweise gefiel mir der Teil des Films (fast die ersten beiden Drittel) besser als das Ende, in dem dann die Kreaturen erschienen und die Handlung wirklich eine unheimliche Wendung nahm. Doch ich war, wie gesagt, eher von der ruhigen und völlig unspektakulären Vorbereitung der  Expedition angetan und wie die Studenten in Russland ankamen. In diesen Szenen wirkte die Amateur-Kamera so richtig gut, weil sehr authentisch. Mir hat es gefallen, wie die Protagonisten in einem vollkommen verschneiten russischen Städtchen ankommen und sich auf die Suche nach Wahrheiten machen.

Geschickt wird hier eine wahre Geschichte („Das Unglück am Djatlow-Pass“) mit einer fiktiven Gegenwarts-Story verknüpft und gibt dem Ganzen durch die Wackelkameraführung, die übrigens gar nicht so schlimm ist wie bei vielen anderen Genrebeiträgen, eine glaubwürdige Atmosphäre. Wie sich langsam das Grauen aufbaut, als die Studenten den Pass erreichen, an dem das Unglück einst geschah, ist sehr gekonnt und unterhaltsam. Sicherlich dauert es lange, bis der Film so richtig Fahrt aufnimmt. Aber leider verfällt der Plot genau ab diesem Zeitpunkt auch in eine Richtung, wie man sie aus unzähligen Found Footage-Horrorfilmen kennt. Der erfrischende, fast schon innovative Start wird durch ein klischeehaftes Ende fast zerstört. Ganz so schlimm ist es dann zwar doch nicht, denn den Zuschauer erwarten ein paar wirklich gruselige und spannende Szenen, obgleich die Kreaturen sehr ersichtlich am Computer entstanden sind. Aber egal … die Spannung ist da, und das ist das Wichtigste.
Das Ende wiederum fand ich so unheimlich, dass ich einen Gänsehaut-Schauer bekam. 😉

Schauspielerisch bekommt man keine Glanzleistungen zu sehen, aber gerade weil es ja eigentlich private Aufzeichnungen sein sollen, sind die Personen in ihrer Darstellung stimmig. Inszenatorisch gibt es nicht viel zu meckern, denn, wie oben schon erwähnt, sind die Kamerabilder nicht extremst verwackelt und zeigen hin und wieder auch wunderschön in Szene gesetzte Landschaftsaufnahmen. Insgesamt haben mich die ersten beiden Drittel mehr überzeugt als das Ende. Dennoch muss ich eingestehen, dass mich die Handlung von „Devil’s Pass“ noch ein paar Tage beschäftigt hat. Und so etwas spricht eindeutig für den Film. Harlins Found Footage-Ausflug ist jedenfalls gut genug, dass ich ihn mir noch einmal anschauen werde.

*

Fazit: Gekonnt inszenierter Found Footage-Horror in Russlands verschneiter Bergwelt. Anfangs ruhig und authentisch, gegen Ende hin spannend, allerdings auch genretypisch.

© 2015 Wolfgang Brunner