ABCs Of Superheroes (2015)

Originaltitel: ABCs Of Superheroes
Buch und Regie: Jens Holzheuer, Oliver Tietgen
Kamera: Oliver Tietgen
Musik: —
Laufzeit: 86 Minuten
Darsteller: Bai Ling, Uwe Boll, Jörg Buttgereit, Jerry Kwarteng, Lloyd Kaufman, Fred Olen Ray, Aramis Merlin, René Wiesner, Simon Lammers, Biggi Bardot, Manni Laudenbach, Uwe Schueder, Meggan Anderson
Genre: Fantasy, Komödie
Herstellungsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Während eines Einkaufs nörgelt ein junges Mädchen so lange, bis sie von ihrer Mutter ein Comicheft gekauft bekommt: ABCs Of Superheroes. In diesem Heft werden Superhelden, deren Namen mit allen 26 Buchstaben des Alphabets beginnen, vorgestellt. Eine abgedrehte Reise durch eine Comicwelt voller ungewöhnlicher Superhelden beginnt.

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Am besten sollte man unvoreingenommen an diesen herrlich verrückten und schrägen Independent-Film herangehen. „ABCs Of Superheroes“ kann man im Grunde genommen sehr schwer beschreiben, denn was da auf einem zukommt, ist schlichtweg einfach nur genial und dermaßen abwechslungs- und ideenreich, dass einem so manches Mal die Worte fehlen. Unzählige Einfälle, verbunden mit liebevollen Anspielungen auf kleinere, größere, bekannte und unbekannte Filme machen diesen Streifen zu einem außergewöhnlichen Erlebnis, von dem man gar nicht genug bekommen kann (zumindest geht es mir da so). Die Regisseure Jens Holzheuer und Oliver Tietgen, die auch beide das Drehbuch verfassten, nahmen sich augenscheinlich vor, einfach das zu machen, worauf sie Lust hatten. „ABCs Of Superheroes“ ist eine wilde Mischung aus Fantasy, Science Fiction, Komödie, Softporno und und und …, eine Verbeugung vor echten und trashigen Kultfilmen, eine Hymne an das freie Filmemachen, wo es einfach nur um Spaß und das Umsetzen eigener Ideen geht und nicht um eine perfekte, geldlastige Perfektion. Und gerade diese Nichtperfektion macht den unglaublichen Charme dieses Films aus, der einen von der ersten bis zur letzten Minute nicht mehr loslässt.

Noch heute, ein paar Tage später, zaubert mir die ein oder andere absurde Szene noch ein amüsiertes Lächeln ins Gesicht. Die Rahmenhandlung (das Mädchen, das den Comic liest) lockert die zwanzig Episoden immer wieder auf und bringt den Zuschauer auch einige Male zum Lachen. Aber getragen wird der Film von der unendlichen Fülle an skurrilen und verrückten Ideen, die man in ihrer Vielseitigkeit fast nicht erfassen kann. Gespannt wartet man darauf, mit welchen Einfällen der nächste Superheld im Alphabet präsentiert wird und vergisst darüber tatsächlich die Zeit. Ich habe selten einen so kurzweiligen Episodenfilm gesehen, der mit einem wahren Feuerwerk an Inspirationen und Gags aufwarten kann. Die Gastauftritte von Uwe Boll, Jörg Buttgereit, Lloyd Kaufmann und Bai Ling tun ihr übriges dazu, um „ABCs Of Superheroes“ unterhaltsam zu machen. Die Darsteller sind allesamt witzig und souverän (und oftmals in ihrer naiven Amateurhaftigkeit liebenswert doof), wobei mir Jerry Kwarteng in der Rolle als Jesus dann doch ziemlich positiv aufgefallen ist.

Es ist Ultra-Trash, den man hier serviert bekommt, und man muss das eindeutig mögen und dafür auch offen sein. Es ist Blödsinn, der einem hier präsentiert wird, und als Filmfan erkennt man unendlich viele Anspielungen. Mit einfachen Mitteln (ob gewollt oder nicht, sei hier dahingestellt) wurden Visionen in Szene gesetzt, denen man einfach den riesengroßen Spaß an der Produktion ansieht. Nichts wird ernst genommen, alles wird veralbert und obgleich es in teilweise wirklich dummen Klamauk abdriftet, hat es für mich bedeutend mehr Spaßfaktor als sogenannte erfolgreiche, deutsche Komödien wie „Fuck Ju Göhte“. „ABCs Of Superheros“ ist ein kranker, aber gutgelaunter Trip, von Menschen gemacht, die Splatter, Porno, Horror, Fantasy und SF mögen und Spaß am Filmedrehen haben. Da wird ausgelassen gealbert, aber sich auch vor Genregrößen verbeugt, dass es eine wahre Freude ist. Vielleicht sollte ich nochmal explizit erwähnen, dass es den Machern mit Sicherheit nicht darum ging, eine perfekte Superhelden-Parodie auf die Beine zu stellen, sondern eher absichtlich eine dilettantische Trashperle a la „Flash Gordon“ zu zaubern, bei der sämtliche Effekte stümperhaft, aber nichtsdestoweniger liebenswert unterhaltsam wirken(zumindest kam das bei mir so an). Ich für meinen Teil habe mich auf jeden Fall schon lange nicht mehr so prächtig amüsiert, wenngleich viele Witze einen sexistischen und plumpen Anschein erwecken. Aber sie sind dann schon wiederum eben so doof, dass sie Spaß machen und in ihrer dumpfbackigen Albernheit funktionieren. Ich mag diesen Film auf jeden Fall. 😉
May the Fist Fuck Force be with you. 🙂

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Fazit: Abgedreht und ausgelassen albern. Unperfekter Ultra-Trash, der amüsiert und kurzweilig unterhält.

© 2017 Wolfgang Brunner

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Stranger Things – Season 1 (2016)

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Originaltitel: Stranger Things
Regie: The Duffer Brothers, Shawn Levy
Drehbuch: The Duffer Brothers, Jessica Mecklenburg, Justin Doble, Alison Tatlock, Jessie Nickson-Lopez
Kamera: Tim Ives, Tod Campbell
Musik: Kyle Dixon, Michael Stein
Laufzeit: 8 Folgen á 41-54 Minuten
Darsteller: Winona Ryder, David Harbour, Finn Wolfhard, Millie Bobby Brown, Gaten Matarazzo, Caleb McLaughlin, Natalia Dyer, Charlie Heaton, Cara Buono, Matthew Modine
Genre: Horror, Science Fiction, Mystery, Drama, Serie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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In der Kleinstadt Hawkins verschwindet der Junge Will spurlos. Seine verzweifelte, alleinerziehende Mutter wendet sich an die örtliche Polizei, während sich  Wills drei besten Freunde auf die Suche nach ihm machen und im Wald auf ein verstörtes Mädchen mit kahlgeschorenen Haaren stoßen. Wie sich wenig später herausstellt, hat sie paranormale Fähigkeiten und  behauptet, sie hätte Informationen über den Aufenthaltsort des vermissten Jungen. Plötzlich verschwindet ein weiterer Jugendlicher und die Sache nimmt immer mysteriösere Ausmaße an.

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Schon nach der ersten Folge wusste ich, dass sich „Stranger Things“ zu einer meiner Lieblingsserien der Neuzeit entwickeln würde. Die Stimmung, die alleine schon durch die grandiose Musik vermittelt wurde, hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen. Aber es ist nicht nur die synthesizerlastige Musik, die den Charme dieser Netflix-Serie ausmacht: da wäre noch der Plot, die unglaublich gut gelaunten und fähigen Schauspieler, die diversen Anspielungen auf Filme der 80er Jahre und und und …
„Stranger Things“ ist fast schon eine Offenbarung für Menschen wie mich, die mit Filmen von Steven Spielberg, John Carpenter, Joe Dante und Ridley Scott aufgewachsen sind. Da purzeln die Hinweise auf besagte Regisseure und deren Filme nur so durch die acht Folgen des Mystery-Horror-Science Fiction-Dramas, dass es eine wahre Freude ist. Da hängen Plakate von „Tanz der Teufel“ und Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ an den Wänden der Jugendlichen, da werden Szenen aus „Alien“ oder „E.T“ liebevoll in eine eigenständige Handlung verpackt, so dass man schon der nächsten Einstellung entgegenfiebert, welcher Kultfilm aus den 80er Jahren sich darin eventuell verstecken könnte. Unter anderem hat es J.J. Abrams mit „Super 8“ vorgemacht, „Stranger Things“ perfektioniert diese Hommage an die 80er.

Aber nicht nur die geniale Musik von  Kyle Dixon und Michael Stein schafft die wunderbare Atmosphäre dieser Serien-Perle, man bekommt auch noch Hits von unter anderem The Clash, Foreigner, Echo & The Bunnymen, Tangerine Dream(!), Peter Gabriel,  Jefferson Airplane, Corey Heart und Vangelis(!) zu hören. Als Vangelis‘ wunderbarer Song „Fields Of Corals“ in der siebten Episode erklang, hatte ich buchstäblich Gänsehaut. Perfekt eingesetzte Musik …
Man fühlt sich in Zeiten von Joe Dantes „Explorers“, Spielbergs „E.T.“ und teilweise sogar an David Lynchs Kultserie „Twin Peaks“ zurückversetzt. Von den Kritikern wurde behauptet, dass „Stranger Things“ zwar als Hommage an die „alten“ Filme hervorragend funktionieren würde, sich aber nicht als eigenständige Serie behaupten könne. Diesen „Vorwurf“ kann ich absolut nicht nachvollziehen, denn die Drehbuchautoren haben sehr wohl eine eigenständige Handlung entworfen, die eben in vielen Dingen an die genannten Vorbilder erinnert. Aber eigenständig und gut durchdacht ist der Plot sehr wohl. Oft könnte man dem Irrglauben verfallen, Stephen King hätte seine Finger mit ihm Spiel gehabt (wahrscheinlich auch von den Autoren beabsichtigt, denn nicht umsonst erinnert der Schriftzug der Serie irgendwie an Stephen King).

Es gibt zudem ein Wiedersehen mit Winona Ryder, das unglaublich Spaß macht. Sie zeigt in ihrer Rolle, was sie (noch immer) drauf hat und kann vollends als sorgende Mutter überzeugen. Die Kinder in den Hauptrollen sind der Knaller. Sie spielen so professionell, dass man einfach nur begeistert sein kann. Wie sie miteinander umgehen, ihre Witze und die Mimik – da passt einfach alles. Ich bin absolut begeistert. Auch David Harbour (zurzeit in „Suicide Squad“ zu sehen) hat mich in seiner Rolle als Sheriff Jim Hopper uneingeschränkt überzeugt.  „Stranger Things“ kann also auch schauspielerisch vollkommen punkten.
Einige Handlungsstränge bleiben offen,  aber das wäre eigentlich nicht weiter tragisch, denn so ein mystisch, verrätseltes und offenes Ende hat schon auch eine gewisse Wirkung. Aber mittlerweile sind die Weichen für eine zweite Staffel wohl gestellt und die Macher können offene Fragen beantworten. 😉

Atmosphärisch, unheimlich, witzig, spannend, mysteriös … Alles ist vorhanden!

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Fazit: Cooler Plot, wahnsinnig gute Schauspieler, spitzenmäßige Musik … Die Hommage an die 80er-Jahre ist vollauf geglückt. Unbedingt ansehen!

© 2016 Wolfgang Brunner

Blood Feast (1963)

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Originaltitel: Blood Feast
Regie: Herschell Gordon Lewis
Drehbuch: Alison Louise Downe, David F. Friedman, Herschell Gordon Lewis
Kamera: Herschell Gordon Lewis
Musik: Herschell Gordon Lewis
Laufzeit: 67 Minuten
Darsteller: William Kerwin, Mal Arnold, Connie Mason, Lyn Bolton, Scott H. Hall
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ungeprüft

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Ein Frauenmörder geht in der Stadt um. Die Polizei sucht nach dem Mörder, der seine Opfer auf bestialische Weise verstümmelt und Leichenteile mitnimmt. Es ist Fuad Ramses, der der Gottheit Ishtar verfallen ist und für sie mordet, um an ihrem Tempel mit den toten Opfern Rituale abzuhalten.

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„Blood Feast“ war im Jahre seines Erscheinens der Beginn eines neuen Filmgenres: dem Splatterfilm.
Noch nie wurden bis dato Gewaltszenen und vor allem blutige Morde so detailliert gezeigt, wie in diesem Film. Herschell Gordon Lewis inszenierte einen für die damalige Zeit echten Schocker, der wohl durch seine bluttriefenden Einlagen die teils grottenschlechten Schauspielerleistungen und die mäßige Regie bei den Zuschauern vergessen ließ.
Sieht man sich den Film heute an, muten die Schauspieler an manchen Stellen grotesk und unfreiwillig komisch an, was „Blood Feast“ aber schon wieder einen irgendwie sympathischen Touch verleiht, der leicht kultig wirkt. Man schüttelt oft unwillkürlich den Kopf, wenn die uninspirierten Charaktere ein Verhalten an den Tag legen, das schon beinahe an Slapstick grenzt. Die Dialoge sind lachhaft und wirken oftmals vollkommen unglaubwürdig. Und inmitten dieser clownesken Inszenierung richtet der Regisseur die Kamera auf Gedärme, tiefe Schnitte ins Fleisch und Blutorgien, das einem in der damaligen Zeit das Hören und Sehen verging und auch heute noch vergeht.

Das Verrückte an dem Ganzen ist, dass „Blood Feast“ trotz all dieser negativen Kritikpunkte einen gewissen Charme verbreitet, dem man sich nicht entziehen kann – vorausgesetzt natürlich, man mag Trash. 😉 Denn dieser Film ist Trash par excellence. Da werden Beine abgetrennt, Gehirne freigelegt und Gedärme, Innereien und Zungen zerstückelt, dass man nur so mit den Ohren schlackert. Interessanterweise sind die Effekte manches Mal gar nicht so übel gemacht, wenn man das Alter des Films berücksichtigt. Betrachtet man diese Splattereinlagen genauer, könnte man sich ohne weiteres vorstellen, dass sich zum Beispiel ein gewisser Lucio Fulci dort ein wenig Inspiration geholt hat.
„Blood Feast“ ist ein unbeholfen inszenierter „Kultfilm“, der zur schlechten Regie sogar noch schlechtere Schauspieler vorzuweisen hat. Und dennoch ist es ein Film, den man sich öfters anschauen kann, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht ist es der abgrundtief schlechte Trash, der einen daran fasziniert.

Als Filmfreak muss man Herschell Gordon Lewis Splatterfilm einfach gesehen haben, da führt kein Weg daran vorbei. Wie er auf einen wirkt, ist wohl jedem selbst überlassen beziehungsweise ist einfach Geschmackssache. Wer sich auf einen der trashigsten, abgefahrensten, unfreiwillig komischsten Horrorfilme aller Zeiten einlassen kann, wird mit einem unvergesslichen Amüsement belohnt. Alleine der Gedanke an „Blood Feast“ zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen. Alle anderen werden den Film wohl als unangenehme Erinnerung und Zeitverschwendung behandeln.

Nun hat sich Regisseur Marcel Walz an ein Remake gewagt, das mit Sicherheit schon einmal härter und brutaler ausfallen wird. Die unfreiwillige Komik wünsche ich mir da einfach mal weg, aber eine Verbeugung vor Herschell Gordon Lewis wird Walz wohl nicht lassen können, davon bin ich überzeugt.

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Fazit: Schlechte Schauspieler, noch schlechtere Dialoge und eine mäßige Inszenierung machen „Blood Feast“  erstaunlicherweise dennoch zu einer kultigen Trashperle.

© 2016 Wolfgang Brunner

Twin Peaks (1990 – 1991)

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Originaltitel: Twin Peaks
Regie: David Lynch, Duwayne Dunham, Tina Rathbourne, Tim Hunter, Lesli Linka Glatter, Caleb Deschanel, Todd Holland, Graeme Clifford, Uli Edel, Diane Keaton, James Foley, Jonathan Sanger, Stephen Gyllenhaal
Drehbuch: Mark Frost, David Lynch, Robert Engels, Harley Peyton, Jerry Stahl, Barry Pullman, Scott Frost, Tricia Brock
Kamera: Frank Byers (Chefkameramann)
Musik: Angelo Badalamenti
Laufzeit: 1448 Minuten
Darsteller: Kyle MacLachlan, Michael Ontkean, Joan Chen, Piper Laurie, Jack Nance, Ray Wise, Dana Ashbrook, Everet McGill, James Marshall, Richard Beymer, Sherilyn Fenn, Lara Flynn Boyle, Sheryl Lee, Madchen Amick, Warren Frost, Peggy Lipton, Kimmy Robertson, David Lynch, Don S. Davis, Miguel Ferrer, Harry Goaz, Wendy Robie, Eric DaRe, Russ Tamblyn, Michael Horse, Margaret Lanterman, David Duchovny
Genre: Mystery, Serie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Laura Palmer wird ermordet und in eine Plastikplane eingehüllt aufgefunden. Agent Dale Cooper übernimmt den Fall und macht sich gemeinsam mit Sheriff Truman und seiner Crew auf die Suche nach dem Mörder. Schon bald stellt sich heraus, dass jeder in Twin Peaks mit Laura in Verbindung stand und ihr Tod mysteriöser ist, als anfangs angenommen.

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Nun habe ich David Lynchs Kultserie „Twin Peaks“ bereits zum vierten Mal gesehen und muss sagen: Sie hat nach wie vor nichts von ihren Reizen verloren. Wenngleich manche Dinge mittlerweile veraltet wirken, so hinterlässt die Serie eine unglaublich intensive und nachhaltige Spur im Gedächtnis des Zusehers. Man weiß gar nicht genau, wo man mit seiner Begeisterung ansetzen soll.

Erster Punkt, der eindeutig den Kultstatus der Serie unterstützt, ist die wahnsinnig gute, ausgefallene und elegische Musik von Angelo Badalamenti, der ja David Lynch erprobt ist. Ich kann gar nicht sagen, an wie vielen Tagen der letzten Jahre (oder gar Jahrzehnte?) mir zum Beispiel sein „Laura’s Theme“ oder eben die Titelmelodie im Gedächtnis rumspukt. Alleine das ist ist schon ein Phänomen, das bis jetzt keine Serie (und auch fast kein Film) geschafft hat.

Der zweite Punkt ist natürlich der Plot, der Mystery, Krimi und so ziemlich alle anderen Genre wild durcheinandermischt und dadurch schon keine Langeweile aufkommen lässt. David Lynchs Handschrift ist unverkennbar und alleine schon seine verrückten, aber dennoch liebenswerten Charakterzeichnungen sind der Hammer. „Twin Peaks“ hat meiner Meinung nach das Serienimage revolutioniert und übernahm eine Vorbildfunktion für viele nachkommende Serien. Noch immer kriege ich viele Szenen und Einstellungen nicht aus dem Kopf und das wird auch so bleiben.
Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper hätte besser nicht ausgewählt werden können. Seine exzentrische und sehr liebenswerte Art wird von MacLachlan dermaßen überzeugend dargestellt, dass es fast schon unheimlich ist. Man schließt diesen Mann schon sehr schnell in sein Herz. Genauso wie den Sheriff, Andy und Lucy und und und … Die Schauspieler wurden hervorragend ausgewählt und verleihen ihrem Charakter ein Gesicht und eine Ausstrahlung, die man nicht so schnell vergisst.
Sicherlich gibt es die ein oder andere Stelle (oder auch Folge), die nicht so herausragend ist, dass sie für den Gesamteindruck maßgeblich wichtig wäre, aber insgesamt wird der Zuschauer auf höchstem Niveau unterhalten.

Immer wenn die Serie in den Mystery-Bereich abdriftet, kann ich meine Begeisterung auch noch heute nach mehrmaligem Sehen, nicht kontrollieren. 😉
Es ist unglaublich, welche Gedanken in diesem Plot stecken. Unzählige offene Fragen werden anscheinend gelöst, verlaufen im Sande, kommen wieder zu Tage und man meint, alles zu verstehen, bis man sich eingestehen muss, doch nichts zu verstehen. Oder doch …?
David Lynch kann diese Rätsel und Verwirrspiele einfach und mit Hilfe von Drehbuchautor Mark Frost gelang ihm mit „Twin Peaks“ ein unvergleichliches Phänomen. Eine einzigartige Atmosphäre legt sich über die gesamten Staffeln und brennt sich ins Gedächtnis ein. „Twin Peaks“ ist die einzige Serie, die mich noch heute, nach über zwanzig Jahren, beschäftigt. Denn obwohl am Ende eine Lösung angeboten wird, ist das Mystische einfach zu komplex, um verstanden werden zu können. Fernsehen zum Nachdenken, zum sich beschäftigen und nicht nur zum schlichten, gedankenlosen Konsumieren – das ist „Twin Peaks“.
Der Zwerg, der Riese, Bob, Laura, Dr. Jacoby, der Einarmige, die Wälder … Wahnsinn, in welch einen Sog uns David Lynch da entführt und hinter die Kulissen einer Kleinstadtidylle sehen lässt, wo nichts ist wie es scheint. Und dann kommt auch noch ein mystisches, unheimliches Ereignis dazwischen, das alles auf den Kopf stellt.

So etwas wie „Twin Peaks“ wird es, zumindest in dieser Art, nicht mehr geben. Lynch hatte hier die Möglichkeit, eine seiner bizarren Geschichten endlich einmal ausufernd erzählen zu dürfen. Dennoch schafft er es wieder, den Zuschauer ratlos und nachdenkend zurückzulassen. Wie oft bin ich in Gedanken in dem roten Raum und höre die unheimlichen, rückwärts gesprochenen Worte des Zwerges? Wie oft sehe ich Cooper verletzt am Boden seines Hotelzimmers liegen und mit dem alten, gebrechlichen Butler sprechen? Wie oft sehe ich Laura lachen? Wie oft sehe ich die sich im Wind beugenden Wälder in der Morgen- oder Abenddämmerung?
„Twin Peaks“ ist Teil meines Filmlebens geworden und hat somit das Siegel „Kult“ für mich absolut verdient.

Und wenn man den derzeitigen Gerüchten Glauben schenken kann, erfüllt David Lynch den Wunsch seiner Fans, den diese bereits nach der letzten Folge der Serie geäußert haben: eine Rückkehr nach Twin Peaks.

Ach ja: „Verdammt guter Kaffee!“ und „Die Eulen sind nicht was sie scheinen“. 🙂

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Fazit: Kult, Kult, Kult! Die Mutter aller Kultserien! David Lynch vermischt Genre und spielt mit dem Zuschauer Rätselraten wie in seinen Kinofilmen. Mystery, wie es besser nicht sein kann.

© 2015 Wolfgang Brunner

#funnyFACE (2015)

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Originaltitel: #funnyFACE
Regie: Marcel Walz
Drehbuch: Florian von Bornstädt
Kamera: Roland Freitag
Musik: Klaus Pfreundner
Laufzeit: 73 Minuten
Darsteller: Roland Freitag, Enya Maria Tames, Nicole Lauer, Shawn C. Phillips, Daniel Zielhoff
Genre: Horror
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 16 Jahre

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Franzi und Nicolas verbringen ihre Flitterwochen in einer spanischen Finca. Sie wollen ihre Zeit mit einer Kamera festhalten und filmen so ziemlich alles. Doch plötzlich dringt jemand in die Finca ein und macht Jagd auf sie.Es dauert nicht lange und Franzi und Nicolas stellen fest, dass die Jagd live im Internet übertragen wird und der maskierte Killer, der hinter ihnen her ist, den Namen Funnyface trägt …

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Also, die erste positive Nachricht, die ich über den neuen Film von Marcel Walz berichten kann, ist, dass es sich nicht um einen dieser nervtötenden Found Footage-Filme handelt, die den Zuschauern mit ihren permanenten Wackelbildern Kopfschmerzen bereiten, denn Walz geht einen weitaus angenehmeren Weg, in dem er nämlich die typischen Found Footage Bilder mit ruhigen Kameraeinstellungen unterbricht und dadurch eine angenehme Atmosphäre schafft. Durch die Wackelfilmaufnahmen kommt aber dennoch immer wieder ein Schuss Authentizität mit dazu. „#funnyFACE“ hebt sich aber schon aufgrund des Plots wohltuend von ähnlichen Produktionen ab. Marcel Walz, der sonst die Drehbücher für seine Filme meistens selbst schreibt, hat diesen Job dieses Mal abgegeben. Und zwar an Florian von Bornstädt, der normalerweise selbst Regisseur von Kurzfilmen ist. Und von Bornstädt hat hervorragende Arbeit geleistet, denn „#funnyFACE“ scheut sich zwar nicht, Altbekanntes aus anderen Genre-Filmen zu zitieren, geht aber dabei sehr ideenreich und fast schon innovativ zur Sache.

Social Network meets Serienkiller! Die Geschichte funktioniert sehr gut, nimmt aber erst in der zweiten Hälfte so richtig Fahrt auf. Aber das macht gar nichts, denn die „Vorgeschichte“ ist deswegen keinesfalls langweilig, denn immer wieder wird in bester Brian dePalma-Manier ein zweiter Handlungsstrang eingeblendet. Da muss man schon genau hinsehen, um alles mitzubekommen, aber genau das macht auch unglaublichen Spaß. Walz richtet sich in seinem neuen Film eindeutig an ein jüngeres Publikum als in seinen anderen (bedeutend härteren) Werken. Ich persönlich fand die ruhigere Gangart, die der Regisseur bei „#funnyFACE“ einlegte, ziemlich gut. Die Einbeziehung der sozialen Netzwerke in eine mörderische Liveübertragung wirkte auf mich wie eine Mischung aus „Peeping Tom“, „Halloween:Resurrection“ und „Open Windows“. Das ist wirklich grandios umgesetzt, wie einem während des Films die Hashtags um die Ohren fliegen und einem, wie den beiden Protagonisten, plötzlich klar wird, dass das Ganze im Livestream zu beobachten ist. Walz macht den Zuschauer, ohne dass dieser es will, zum Voyeur.

Auch die Schauspieler können durch ihre sehr natürliche Art vollkommen überzeugen. Vor allem Roland Freitag, der nicht nur den Part des Hauptdarstellers sondern auch des Kameramanns übernommen hat, macht seine Sache in beiden Belangen absolut gut. Im letzten Drittel wird der Film dann leider etwas dunkel, so dass man an manchen Stellen nicht viel sieht. Wenn ich aber davon ausgehe, dass Amateuraufnahmen, aus denen der Film ja letztendlich bestehen soll, genauso aussehen, verleihen diese Bilder genaugenommen eine gewisse Realitätsnähe.
Die Musik von Klaus Pfreundner, der bereits andere Filme von Marcel Walz vertonte, passt perfekt. Laut, wuchtig, melancholisch und spannend. Mal im Vordergrund, mal im Hintergrund. Eine perfekte Soundkulisse für den Social Network-Horror.

Vielleicht lehne ich mich ein wenig weit vor, wenn ich sage, dass Walz mit „Funnyface“ fast schon eine Art Kultfigur erschaffen. Auf mich hatte der Killer eine geradezu faszinierende Ausstrahlung. Das lag zum einen an der wirklich hervorragenden Maske, die mich ein wenig an „V wie Vendetta“ erinnerte und zum anderen an dem leuchtenden Kameralämpchen, das aus der Maske blinkte, wenn aufgezeichnet wurde. Ich finde „#funnyFACE“ auf jeden Fall eine erfrischende und innovative Bereicherung im Found Footage-Horror, die soziale Netzwerke auf erschreckende, aber realistische Weise miteinbezieht. Und, wie schon erwähnt,  die etwas weniger harte Gangart tut Marcel Walz ausnehmend gut.

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Fazit: Kultverdächtiger Serienkiller mordet im Social Network! Der neue Film von Marcel Walz überzeugt durch einen gelungenen Plot, der im Grunde genommen zwar nichts Neues bietet, aber erstaunlicherweise dann doch wieder das Genre fast schon neu definiert. „#funnyFACE“ ist #spannend#kurzweilig#kultig!

© 2015 Wolfgang Brunner

Lautlos im Weltraum (1972)

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Originaltitel: Silent Running
Regie: Douglas Trumbull
Drehbuch: Deric Washburn, Michael Cimino, Steven Bochco
Kamera: Charles F. Wheeler
Musik: Peter Schickele (Songs: Joan Baez)
Laufzeit: 85 Minuten
Darsteller: Bruce Dern, Cliff Potts, Ron Rifkin, Jesse Vint
Genre: Science Fiction
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahren

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Seit vielen Jahren treiben Raumschiffe im All, die in großen Kuppeln die letzten Pflanzen und Tiere der Erde beherbergen, um sie eines Tages wieder auf der Erde zu kultivieren. Lowell, ein Astronaut des Raumschiffs „Valley Forge“, kümmert sich um die Tiere und Pflanzen mit einer unglaublichen Hingabe.
Eines Tages erhält die Crew den Befehl, sämtliche Kuppeln abzusprengen und zur Erde zurückzukehren. Während sich die anderen Astronauten auf eine Heimkehr freuen, bricht für Lowell eine Welt zusammen. Mit allen Mitteln versucht er, die Sprengung und Vernichtung der Kuppeln zu verhindern, um die letzten Tiere und Pflanzen im Universum zu retten …

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„Silent Running“ ist Kult und ein Film, der mich schon in meiner Jugend nachhaltig beeindruckt (und auch streckenweise zum Weinen gebracht) hat.
Schon alleine die visuellen Effekte sind (auch noch heute) eindrucksvoll in Szene gesetzt. Niemand geringerer als Douglas Trumbull, der durch seine Mitarbeit bei Stanley Kubricks „2001-Odyssee im Weltraum“ bekannt wurde, ist für die gelungenen Weltraumaufnahmen in seinem Regiedebüt selbst verantwortlich. Wer beim Abspann aufpasst, sieht, dass auch John Dykstra mitgearbeitet hat, dem später durch die Spezialeffekte von „Star Wars – Krieg der Sterne“ der Durchbruch gelang. Trumbull hatte übrigens  „Star Wars“ abgelehnt und dafür seinen Kollegen Dykstra vorgeschlagen. 🙂
Jahre später sollten aber beide dann doch noch einmal zusammenarbeiten, und zwar bei Industrial Light & Magic für „Star Trek“ und „Blade Runner“. Das aber nur nebenbei.

Trumbulls Regiedebüt floppte an den Kinokassen, was ich noch heute nicht begreifen kann. Die Botschaft in diesem Film war dem damaligen Publikum wohl zu ernst und Science-Fiction-untypisch. Ökologische Kritik an der Menschheit, verbunden mit einem dystopischen Szenario, machen „Lautlos im Weltraum“ für mich zu einem der außergewöhnlichsten Science Fiction-Filme überhaupt. Ich traue mich sogar zu sagen, dass er visionär für dieses Genre war.

Bruce Dern geht in seiner Rolle auf und agiert (fast immer) außerordentlich gut und überzeugend. Zusätzlich zu der wunderschönen Kulisse, die „Lautlos im Weltraum“ bietet, wird das eindringliche Drama  noch von einer wunderbaren Musik begleitet, die letztendlich ihren Höhepunkt in den beiden Songs von Joan Baez findet, die den Film unvergesslich machen. Die wunderschönen Melodien untermalen tolle Bilder und verschaffen eine unglaublich intensive Atmosphäre. Obwohl es lediglich zwei Lieder sind, hinterlassen sie vom ganzen Film am meisten Eindruck.

Wer fernab von Weltraumschlachten einen intelligenten und nachdenklich machenden Film aus den 70er-Jahren sucht und „Lautlos im Weltraum“ noch nicht kennt, sollte sich unverzüglich daran machen, sich diesen Klassiker anzusehen.

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Fazit: Kultfilm aus den 70er-Jahren, der noch heute nichts an seiner Intensität eingebüsst hat. Beeindurckend durch zwei Songs von Joan Baez untermalt, wird dieser ökologische Dystopie-Trip zu einem unvergesslichen Erlebnis.

© 2015 Wolfgang Brunner

Die Klasse von 1984 (1982)

1984

Originaltitel: Class Of 1984
Regie: Mark L. Lester
Drehbuch: Mark L. Lester, John C. W. Saxton, Tom Holland
Kamera: Albert J. Dunk
Musik:Lalo Schifrin
Laufzeit: 98 Minuten
Darsteller: Perry King, Merrie Lynn Ross, Timothy Van Patten, Roddy McDowall, Stefan Arngrim, Michael J. Fox, Lisa Langlois, Al Waxman, Keith Knight
Genre: Thriller
Produktionsland: Kanada
FSK: ab 18 Jahren (Indiziert)

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Andrew Norris ist der neue Musiklehrer an einer amerikanischen Highschool. Schon bald muss er feststellen, dass dort raue Sitten herrschen und die Schüler mit Messern und Waffen zum Unterricht kommen. Norris will sich den Jugendlichen, allen voran dem 16-jährigen Stegman und seiner Gang, nicht beugen und versucht, sie in ihre Schranken zu verweisen. Was auf dem Schulgelände beginnt, weitet sich zu einem brutalen Machtkampf zwischen den Jugendlichen und dem Lehrer aus, der bis in die Privatsphäre des Musiklehrers eindringt.

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Mark L. Lesters radikaler Highschool-Thriller war, ist und bleibt für mich Kult!
Ich bin auch der Meinung, dass dieser Film seinerzeit verkannt wurde, denn Regisseur Mark Lester hat hier nicht einfach nur einen plumpen, brutalen Thriller auf Zelluloid gebannt, sondern auch einen sozialkritischen Hintergrund berücksichtigt. Da gehen die Meinungen mit Sicherheit auseinander, aber ich empfand „Die Klasse von 1984“ zum einen gar nicht einmal so unglaubwürdig und abwegig und zum anderen sind in dem Film auch sehr viele kleine „Menschlichkeiten“ verborgen.
Perry King für die Rolle als Lehrer zu verpflichten, empfinde ich als Glücksgriff, denn seine Art macht die Handlung richtig glaubhaft und man kann sich durchaus in die Gedanken des bedrohten Erwachsenen hineinversetzen. Aber auch Timothy Van Patten in der Rolle des punkigen, bösen und hinterlistigen Teenagers Peter Stegman hätte besser fast nicht gewählt werden können. Van Patten hat sich in den letzten Jahrzehnten übrigens zu einem ziemlich erfolgreichen Regisseur gemausert (er inszenierte einige Folgen der Serien „Die Sopranos“, „Sex And The City“, „Rom“, „Boardwalk Empire“ und nicht zuletzt „Game Of Thrones“).
Michael J. Fox ist in Lesters Rache-Drama in seiner zweiten Rolle zu sehen und kann ebenfalls durchaus überzeugen.

Der Spannungsbogen, in dem sich der Hass zwischen Teenager und Lehrer immer mehr aufbaut, ist grandios von Mark L. Lester gemeistert und begeistert mich nach mehrmaligen Ansehen auch nach über 30 Jahren noch immer. Warum der Film in der ungekürzten Fassung noch immer auf dem Index steht, ist für mich ein Rätsel (und wird es wohl auch bleiben). Die gezeigte Brutalität hält sich meines Erachtens sehr in Grenzen und zeigt lediglich, was handlungstechnisch auch nötig ist. Hier wird einfach nur stimmig dargestellt, wie es zu einer Situation kommen kann, in der Gewalt mit Gewalt bekämpft wird.

Der Titelsong von Alice Cooper („We Are The Future“) ist ein Ohrwurm, den ich noch heute immer wieder mal in meinen Gedanken höre. „Die Klasse von 1984“ ist ein Film aus meiner Jugend, der in meinen Augen ein zeitloser Klassiker im Thriller-Genre darstellt.

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Fazit: Kultfilm aus den 80er Jahren mit beeindruckenden Darstellern, einem tollen Soundtrack und auf gewisse Art und Weise auch einer „Message“. Immer wieder sehenswert!

© 2015 Wolfgang Brunner