Knightriders – Ritter auf heißen Öfen (1981)

Knightriders

Originaltitel: Knightriders
Regie: George A. Romero
Drehbuch: George A. Romero
Kamera: Michael Gornick
Musik: Oscar Brown, Jr., Donald Rubinstein
Laufzeit: 145 Minuten
Darsteller:Ed Harris, Tom Savini, Gary Lahti, Amy Ingersoll, Patricia Tallman, Brother Blue, Ken Foree, Scott Reiniger, Martin Ferrero, Warner Shook
Genre: Drama, Action
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahre

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Billy führt eine Schaustellertruppe an, die Ritterspiele und -turniere auf Motorrädern zum Besten gibt. Für die meisten der Truppe ist es lediglich eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, für Billy ist es allerdings eine Lebenseinstellung. Als die Medien auf die Gruppe aufmerksam werden und man mit den verrückten Bikern Geschäfte machen will, kommt es zu Diskrepanzen innerhalb der Gruppe. Billys bis dahin bester Freund Morgan, der durch die Aussicht auf Geld und Ruhm geblendet wird, macht Billy den Rang als König streitig. Ein Duell zwischen ihm und Billy bleibt unausweichlich.

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George A. Romeros „Knightriders – Ritter auf heißen Öfen“  erfuhr leider, wie viele seiner Filme, nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte. Schon bei Romeros anderen Filmen, seine Kultklassiker „Night of the Living Dead“ und „Dawn of the Dead“ einmal ausgenommen, passierte dasselbe: Das Mainstream-Publikum war für derart intellektuelle Filme einfach nicht bereit genug, um diesen einen entsprechenden (natürlich auch finanziellen) Erfolg zu verschaffen. Denn Kultcharakter hat so ziemlich jeder Film von Romero, selbstredend auch der vorliegende „Knightriders“. Ähnlich wie Romeros „Bruiser“ verschwand der Film nahezu sang- und klanglos in der Versenkung, um Jahre später zu einem Kultklassiker zu avancieren. Und diesen Titel kann man „Knightriders“ ohne weiteres zusprechen.

Romero setzt auch hier in erster Linie sein Hauptaugenmerk auf  sozialkritische Aspekte, wie er das übrigens auch hervorragend im genannten „Bruiser“ und natürlich auch bei „Dawn of the Dead“ und nicht zu vergessen dem meiner Meinung nach absolut unterschätzten „Diary of the Dead“ umgesetzt hat. Es wäre kein Romero-Film ohne diese Botschaft, die in die Handlung verpackt ist. So auch bei „Knightriders“, wo der sympathische und leider viel zu früh verstorbene Regisseur als wichtigste Aussage fokussiert, dass man sein Leben gestalten soll, wie man es mag. Ed Harris verkörpert die Rolle des Anführers Billy auf geniale, einfühlsame und glaubwürdige Weise. Man nimmt ihm jede seiner Handlungen ab und fühlt mit ihm. Die Ritterturniere auf dem Motorrad sind für Billy ein Lebensmotto, nahezu der einzige Sinn des Lebens. Und genau dieses Gefühl bringt Harris während des ganzen Films rüber. Es macht absolut Spaß, ihm dabei zuzusehen, wie er seine Lebenseinstellung verteidigt und dabei auf materielle Dinge keinen Wert legt.

Sein Widersacher Morgan, erstklassig dargestellt von „Spezialeffekte-Gott“ Tom Savini, stellt das Gegenteil dieser Lebensphilosophie dar und verkörpert dadurch den Anteil unserer Bevölkerung, der den größeren Teil ausmacht. „Knightriders“ spricht aber zudem auch noch Tabuthemen (damals noch weitaus tabuisierter als heute) wie Homosexualität an. Und das auch noch mit einer sympathischen Leichtigkeit, die beim Zuschauer unwillkürlich die Frage aufkommen lässt, warum dieses „Problem“ in der Gesellschaft eigentlich eines ist. Man muss Romeros Film unter einem bestimmten Aspekt sehen, um richtig Gefallen daran zu finden. Diejenigen, denen das zu anstrengende ist, bekommen aber dennoch ein gut durchdachtes, emotionales Drama mit hervorragenden Mottorrad-Stunts zu sehen.
Unbedingt erwähnenswert, und für Fans ein Muss, sind die beiden Kurzauftritte von Stephen King und seiner Gattin Tabitha, die sich zwischen den Zuschauern tummeln und eine grandiose Darstellung abgeben. Dieser Cameo-Auftritt kam auf Wunsch Romeros zustande, der mit Stephen King gut befreundet war. Nach „Knightriders“ arbeiteten die beiden bei „Creepshow“ zusammen.
Die vorliegende Veröffentlichung von Koch Media lässt für den Romero-Fan keinerlei Wünsche mehr offen: Auf zwei Blu-Rays und einer DVD im Mediabook sind sowohl die Kinofassung als auch die ungekürzte Fassung sowie jede Menge Extras enthalten. Ein Fest für Liebhaber dieses (aus meiner heutigen Sicht zumindest) zeitlosen Klassikers, den man immer wieder mal ansehen kann (und sollte).

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Fazit: Zeitloser, gesellschaftskritischer  Kultklassiker von Regielegende George A. Romero.

© 2019 Wolfgang Brunner

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Dog Soldiers (2002)

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Originaltitel: Dog Soldiers
Regie: Neil Marshal
Drehbuch: Neil Marshal
Kamera: Sam McCurdy
Musik: Mark Thomas
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Sean Pertwee, Kevin McKidd, Emma Cleasby, Liam Cunningham, Thomas Lockyer
Genre: Horror
Produktionsland: Großbritannien
FSK: ab 16 Jahre

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In den düsteren Wäldern der schottischen Highlands verschwinden immer wieder Wanderer und kehren nicht mehr zurück. Ausgerechnet in diese Wälder verschlägt es einen Trupp Soldaten für eine Trainingsmission. Doch mit dem Feind, der ihnen in der Nacht begegnet, haben sie nicht gerechnet. Sie finden Rettung in einem alten Farmhaus, deren Bewohner das Geheimnis der Wälder kennen. Und als dann der Vollmond aufgeht, entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod. Werwölfe, kaltblütige Kreaturen, machen Jagd auf Menschen …

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„Dog Soldiers“ kann ohne weiteres als Kultfilm bezeichnet werden. Sicherlich sind mittlerweile einige Jahre ins Land gezogen, so dass die Spezialeffekte nicht wirklich auf dem aktuellsten Stand sind. Aber vielleicht ist es genau diese Tatsache, dass „Dog Soldiers“ seinen Charme noch immer nicht verloren hat. Regisseur  Marshal baut seinen Werwolf-Thriller geschickt auf, indem er das Geschehen ganz langsam an Fahrt aufnehmen lässt.
Anfangs wird das Publikum mit einer vollkommen normalen Situation konfrontiert, die sich dann aber im Laufe des Films als schreckenerregendes Szenario offenbart. Manche Stellen erinnern unweigerlich an George A Romeros Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“, in dem sich ebenfalls eine Gruppe von Menschen in einem Haus verschanzt. Bei „Dog Soldiers“ sind es allerdings nicht Zombies, sondern Werwölfe, die sich auf Menschenjagd machen. Koch Media bringt den Kultklassiker nun endlich in einem äußerst gelungenen Mediabook auf den Markt, das dem Film in jeder Hinsicht gerecht wird. Neben der Blu-Ray und einer DVD erhält das Sammlerstück auch eine 4K -Scheibe, die den Film in bestmöglicher Qualität zeigt.

Die Creature-Effekte sind für die damalige Zeit hervorragend gemacht und haben auch heute noch eine besondere Wirkung (zumindest auf mich 😉 ). Computergenerierte Effekte sind in diesem Film auf jeden Fall nicht zu sehen sondern nur handgemachte Tricks, die aus meiner Sicht äußerst gelungen sind und auch sehr realistisch aussehen. Der Film kann einige schockierende Gore-Effekte verzeichnen, zeigt sich aber ansonsten relativ blutarm. Wie gesagt, ist es in erster Linie die Inszenierungsweise und der stetig steigende Spannungsbogen, der diesen Werwolf-Film ausmacht.
Jahre später inszenierte Regisseur Neil Marshal dann seinen wohl größten Erfolg „The Descent“, indem er auf ähnliche Weise vorgegangen ist. Auch hier entwickelt sich nämlich der Spannungsbogen langsam und endet in einem schier unerträglichen Finale. „Dog Soldiers“ ist da zwar noch ein wenig zurückhaltender, aber erinnert dennoch schon ein wenig an „The Descent“.

Freunde der klassischen Horrorfilme aus den 80er Jahren werden ihre wahre Freude an dieser Edition haben. Und in einer Zeit, in der es so gut wie gar keinen Film mehr gibt, der nicht mit Computern nachbearbeitet ist, hebt sich „Dog Soldiers“ erfrischend ab und lässt einen nostalgischen Blick zurück in die Vergangenheit zu. „Dog Soldiers“ ist eindeutig ein Film für Fans. Man sollte sich auch immer vor Augen halten, welche Vorbilder Regisseur Marshal hatte und vor allem welche finanziellen Mittel diesem Film zur Verfügung standen. Marshal hat jedenfalls das Beste daraus gemacht. Dieser Film wirkt wie eine Mischung aus „American Werewolf“, „Platoon“ und „Die Nacht der lebenden Toten“. Man merkt dem Film einfach an, dass er mit Herzblut gedreht wurde. Und gerade das ist für mich immer ausschlaggebend, um einen Film mit anderen Augen zu sehen und dementsprechend auch zu bewerten.

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Fazit: Horror mit Handmade-Effekten, der zu unterhalten weiß. Spannend und mit coolen Effekten.

© 2019 Wolfgang Brunner

ABCs Of Superheroes (2015)

Originaltitel: ABCs Of Superheroes
Buch und Regie: Jens Holzheuer, Oliver Tietgen
Kamera: Oliver Tietgen
Musik: —
Laufzeit: 86 Minuten
Darsteller: Bai Ling, Uwe Boll, Jörg Buttgereit, Jerry Kwarteng, Lloyd Kaufman, Fred Olen Ray, Aramis Merlin, René Wiesner, Simon Lammers, Biggi Bardot, Manni Laudenbach, Uwe Schueder, Meggan Anderson
Genre: Fantasy, Komödie
Herstellungsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Während eines Einkaufs nörgelt ein junges Mädchen so lange, bis sie von ihrer Mutter ein Comicheft gekauft bekommt: ABCs Of Superheroes. In diesem Heft werden Superhelden, deren Namen mit allen 26 Buchstaben des Alphabets beginnen, vorgestellt. Eine abgedrehte Reise durch eine Comicwelt voller ungewöhnlicher Superhelden beginnt.

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Am besten sollte man unvoreingenommen an diesen herrlich verrückten und schrägen Independent-Film herangehen. „ABCs Of Superheroes“ kann man im Grunde genommen sehr schwer beschreiben, denn was da auf einem zukommt, ist schlichtweg einfach nur genial und dermaßen abwechslungs- und ideenreich, dass einem so manches Mal die Worte fehlen. Unzählige Einfälle, verbunden mit liebevollen Anspielungen auf kleinere, größere, bekannte und unbekannte Filme machen diesen Streifen zu einem außergewöhnlichen Erlebnis, von dem man gar nicht genug bekommen kann (zumindest geht es mir da so). Die Regisseure Jens Holzheuer und Oliver Tietgen, die auch beide das Drehbuch verfassten, nahmen sich augenscheinlich vor, einfach das zu machen, worauf sie Lust hatten. „ABCs Of Superheroes“ ist eine wilde Mischung aus Fantasy, Science Fiction, Komödie, Softporno und und und …, eine Verbeugung vor echten und trashigen Kultfilmen, eine Hymne an das freie Filmemachen, wo es einfach nur um Spaß und das Umsetzen eigener Ideen geht und nicht um eine perfekte, geldlastige Perfektion. Und gerade diese Nichtperfektion macht den unglaublichen Charme dieses Films aus, der einen von der ersten bis zur letzten Minute nicht mehr loslässt.

Noch heute, ein paar Tage später, zaubert mir die ein oder andere absurde Szene noch ein amüsiertes Lächeln ins Gesicht. Die Rahmenhandlung (das Mädchen, das den Comic liest) lockert die zwanzig Episoden immer wieder auf und bringt den Zuschauer auch einige Male zum Lachen. Aber getragen wird der Film von der unendlichen Fülle an skurrilen und verrückten Ideen, die man in ihrer Vielseitigkeit fast nicht erfassen kann. Gespannt wartet man darauf, mit welchen Einfällen der nächste Superheld im Alphabet präsentiert wird und vergisst darüber tatsächlich die Zeit. Ich habe selten einen so kurzweiligen Episodenfilm gesehen, der mit einem wahren Feuerwerk an Inspirationen und Gags aufwarten kann. Die Gastauftritte von Uwe Boll, Jörg Buttgereit, Lloyd Kaufmann und Bai Ling tun ihr übriges dazu, um „ABCs Of Superheroes“ unterhaltsam zu machen. Die Darsteller sind allesamt witzig und souverän (und oftmals in ihrer naiven Amateurhaftigkeit liebenswert doof), wobei mir Jerry Kwarteng in der Rolle als Jesus dann doch ziemlich positiv aufgefallen ist.

Es ist Ultra-Trash, den man hier serviert bekommt, und man muss das eindeutig mögen und dafür auch offen sein. Es ist Blödsinn, der einem hier präsentiert wird, und als Filmfan erkennt man unendlich viele Anspielungen. Mit einfachen Mitteln (ob gewollt oder nicht, sei hier dahingestellt) wurden Visionen in Szene gesetzt, denen man einfach den riesengroßen Spaß an der Produktion ansieht. Nichts wird ernst genommen, alles wird veralbert und obgleich es in teilweise wirklich dummen Klamauk abdriftet, hat es für mich bedeutend mehr Spaßfaktor als sogenannte erfolgreiche, deutsche Komödien wie „Fuck Ju Göhte“. „ABCs Of Superheros“ ist ein kranker, aber gutgelaunter Trip, von Menschen gemacht, die Splatter, Porno, Horror, Fantasy und SF mögen und Spaß am Filmedrehen haben. Da wird ausgelassen gealbert, aber sich auch vor Genregrößen verbeugt, dass es eine wahre Freude ist. Vielleicht sollte ich nochmal explizit erwähnen, dass es den Machern mit Sicherheit nicht darum ging, eine perfekte Superhelden-Parodie auf die Beine zu stellen, sondern eher absichtlich eine dilettantische Trashperle a la „Flash Gordon“ zu zaubern, bei der sämtliche Effekte stümperhaft, aber nichtsdestoweniger liebenswert unterhaltsam wirken(zumindest kam das bei mir so an). Ich für meinen Teil habe mich auf jeden Fall schon lange nicht mehr so prächtig amüsiert, wenngleich viele Witze einen sexistischen und plumpen Anschein erwecken. Aber sie sind dann schon wiederum eben so doof, dass sie Spaß machen und in ihrer dumpfbackigen Albernheit funktionieren. Ich mag diesen Film auf jeden Fall. 😉
May the Fist Fuck Force be with you. 🙂

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Fazit: Abgedreht und ausgelassen albern. Unperfekter Ultra-Trash, der amüsiert und kurzweilig unterhält.

© 2017 Wolfgang Brunner

Stranger Things – Season 1 (2016)

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Originaltitel: Stranger Things
Regie: The Duffer Brothers, Shawn Levy
Drehbuch: The Duffer Brothers, Jessica Mecklenburg, Justin Doble, Alison Tatlock, Jessie Nickson-Lopez
Kamera: Tim Ives, Tod Campbell
Musik: Kyle Dixon, Michael Stein
Laufzeit: 8 Folgen á 41-54 Minuten
Darsteller: Winona Ryder, David Harbour, Finn Wolfhard, Millie Bobby Brown, Gaten Matarazzo, Caleb McLaughlin, Natalia Dyer, Charlie Heaton, Cara Buono, Matthew Modine
Genre: Horror, Science Fiction, Mystery, Drama, Serie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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In der Kleinstadt Hawkins verschwindet der Junge Will spurlos. Seine verzweifelte, alleinerziehende Mutter wendet sich an die örtliche Polizei, während sich  Wills drei besten Freunde auf die Suche nach ihm machen und im Wald auf ein verstörtes Mädchen mit kahlgeschorenen Haaren stoßen. Wie sich wenig später herausstellt, hat sie paranormale Fähigkeiten und  behauptet, sie hätte Informationen über den Aufenthaltsort des vermissten Jungen. Plötzlich verschwindet ein weiterer Jugendlicher und die Sache nimmt immer mysteriösere Ausmaße an.

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Schon nach der ersten Folge wusste ich, dass sich „Stranger Things“ zu einer meiner Lieblingsserien der Neuzeit entwickeln würde. Die Stimmung, die alleine schon durch die grandiose Musik vermittelt wurde, hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen. Aber es ist nicht nur die synthesizerlastige Musik, die den Charme dieser Netflix-Serie ausmacht: da wäre noch der Plot, die unglaublich gut gelaunten und fähigen Schauspieler, die diversen Anspielungen auf Filme der 80er Jahre und und und …
„Stranger Things“ ist fast schon eine Offenbarung für Menschen wie mich, die mit Filmen von Steven Spielberg, John Carpenter, Joe Dante und Ridley Scott aufgewachsen sind. Da purzeln die Hinweise auf besagte Regisseure und deren Filme nur so durch die acht Folgen des Mystery-Horror-Science Fiction-Dramas, dass es eine wahre Freude ist. Da hängen Plakate von „Tanz der Teufel“ und Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ an den Wänden der Jugendlichen, da werden Szenen aus „Alien“ oder „E.T“ liebevoll in eine eigenständige Handlung verpackt, so dass man schon der nächsten Einstellung entgegenfiebert, welcher Kultfilm aus den 80er Jahren sich darin eventuell verstecken könnte. Unter anderem hat es J.J. Abrams mit „Super 8“ vorgemacht, „Stranger Things“ perfektioniert diese Hommage an die 80er.

Aber nicht nur die geniale Musik von  Kyle Dixon und Michael Stein schafft die wunderbare Atmosphäre dieser Serien-Perle, man bekommt auch noch Hits von unter anderem The Clash, Foreigner, Echo & The Bunnymen, Tangerine Dream(!), Peter Gabriel,  Jefferson Airplane, Corey Heart und Vangelis(!) zu hören. Als Vangelis‘ wunderbarer Song „Fields Of Corals“ in der siebten Episode erklang, hatte ich buchstäblich Gänsehaut. Perfekt eingesetzte Musik …
Man fühlt sich in Zeiten von Joe Dantes „Explorers“, Spielbergs „E.T.“ und teilweise sogar an David Lynchs Kultserie „Twin Peaks“ zurückversetzt. Von den Kritikern wurde behauptet, dass „Stranger Things“ zwar als Hommage an die „alten“ Filme hervorragend funktionieren würde, sich aber nicht als eigenständige Serie behaupten könne. Diesen „Vorwurf“ kann ich absolut nicht nachvollziehen, denn die Drehbuchautoren haben sehr wohl eine eigenständige Handlung entworfen, die eben in vielen Dingen an die genannten Vorbilder erinnert. Aber eigenständig und gut durchdacht ist der Plot sehr wohl. Oft könnte man dem Irrglauben verfallen, Stephen King hätte seine Finger mit ihm Spiel gehabt (wahrscheinlich auch von den Autoren beabsichtigt, denn nicht umsonst erinnert der Schriftzug der Serie irgendwie an Stephen King).

Es gibt zudem ein Wiedersehen mit Winona Ryder, das unglaublich Spaß macht. Sie zeigt in ihrer Rolle, was sie (noch immer) drauf hat und kann vollends als sorgende Mutter überzeugen. Die Kinder in den Hauptrollen sind der Knaller. Sie spielen so professionell, dass man einfach nur begeistert sein kann. Wie sie miteinander umgehen, ihre Witze und die Mimik – da passt einfach alles. Ich bin absolut begeistert. Auch David Harbour (zurzeit in „Suicide Squad“ zu sehen) hat mich in seiner Rolle als Sheriff Jim Hopper uneingeschränkt überzeugt.  „Stranger Things“ kann also auch schauspielerisch vollkommen punkten.
Einige Handlungsstränge bleiben offen,  aber das wäre eigentlich nicht weiter tragisch, denn so ein mystisch, verrätseltes und offenes Ende hat schon auch eine gewisse Wirkung. Aber mittlerweile sind die Weichen für eine zweite Staffel wohl gestellt und die Macher können offene Fragen beantworten. 😉

Atmosphärisch, unheimlich, witzig, spannend, mysteriös … Alles ist vorhanden!

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Fazit: Cooler Plot, wahnsinnig gute Schauspieler, spitzenmäßige Musik … Die Hommage an die 80er-Jahre ist vollauf geglückt. Unbedingt ansehen!

© 2016 Wolfgang Brunner

Blood Feast (1963)

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Originaltitel: Blood Feast
Regie: Herschell Gordon Lewis
Drehbuch: Alison Louise Downe, David F. Friedman, Herschell Gordon Lewis
Kamera: Herschell Gordon Lewis
Musik: Herschell Gordon Lewis
Laufzeit: 67 Minuten
Darsteller: William Kerwin, Mal Arnold, Connie Mason, Lyn Bolton, Scott H. Hall
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ungeprüft

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Ein Frauenmörder geht in der Stadt um. Die Polizei sucht nach dem Mörder, der seine Opfer auf bestialische Weise verstümmelt und Leichenteile mitnimmt. Es ist Fuad Ramses, der der Gottheit Ishtar verfallen ist und für sie mordet, um an ihrem Tempel mit den toten Opfern Rituale abzuhalten.

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„Blood Feast“ war im Jahre seines Erscheinens der Beginn eines neuen Filmgenres: dem Splatterfilm.
Noch nie wurden bis dato Gewaltszenen und vor allem blutige Morde so detailliert gezeigt, wie in diesem Film. Herschell Gordon Lewis inszenierte einen für die damalige Zeit echten Schocker, der wohl durch seine bluttriefenden Einlagen die teils grottenschlechten Schauspielerleistungen und die mäßige Regie bei den Zuschauern vergessen ließ.
Sieht man sich den Film heute an, muten die Schauspieler an manchen Stellen grotesk und unfreiwillig komisch an, was „Blood Feast“ aber schon wieder einen irgendwie sympathischen Touch verleiht, der leicht kultig wirkt. Man schüttelt oft unwillkürlich den Kopf, wenn die uninspirierten Charaktere ein Verhalten an den Tag legen, das schon beinahe an Slapstick grenzt. Die Dialoge sind lachhaft und wirken oftmals vollkommen unglaubwürdig. Und inmitten dieser clownesken Inszenierung richtet der Regisseur die Kamera auf Gedärme, tiefe Schnitte ins Fleisch und Blutorgien, das einem in der damaligen Zeit das Hören und Sehen verging und auch heute noch vergeht.

Das Verrückte an dem Ganzen ist, dass „Blood Feast“ trotz all dieser negativen Kritikpunkte einen gewissen Charme verbreitet, dem man sich nicht entziehen kann – vorausgesetzt natürlich, man mag Trash. 😉 Denn dieser Film ist Trash par excellence. Da werden Beine abgetrennt, Gehirne freigelegt und Gedärme, Innereien und Zungen zerstückelt, dass man nur so mit den Ohren schlackert. Interessanterweise sind die Effekte manches Mal gar nicht so übel gemacht, wenn man das Alter des Films berücksichtigt. Betrachtet man diese Splattereinlagen genauer, könnte man sich ohne weiteres vorstellen, dass sich zum Beispiel ein gewisser Lucio Fulci dort ein wenig Inspiration geholt hat.
„Blood Feast“ ist ein unbeholfen inszenierter „Kultfilm“, der zur schlechten Regie sogar noch schlechtere Schauspieler vorzuweisen hat. Und dennoch ist es ein Film, den man sich öfters anschauen kann, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht ist es der abgrundtief schlechte Trash, der einen daran fasziniert.

Als Filmfreak muss man Herschell Gordon Lewis Splatterfilm einfach gesehen haben, da führt kein Weg daran vorbei. Wie er auf einen wirkt, ist wohl jedem selbst überlassen beziehungsweise ist einfach Geschmackssache. Wer sich auf einen der trashigsten, abgefahrensten, unfreiwillig komischsten Horrorfilme aller Zeiten einlassen kann, wird mit einem unvergesslichen Amüsement belohnt. Alleine der Gedanke an „Blood Feast“ zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen. Alle anderen werden den Film wohl als unangenehme Erinnerung und Zeitverschwendung behandeln.

Nun hat sich Regisseur Marcel Walz an ein Remake gewagt, das mit Sicherheit schon einmal härter und brutaler ausfallen wird. Die unfreiwillige Komik wünsche ich mir da einfach mal weg, aber eine Verbeugung vor Herschell Gordon Lewis wird Walz wohl nicht lassen können, davon bin ich überzeugt.

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Fazit: Schlechte Schauspieler, noch schlechtere Dialoge und eine mäßige Inszenierung machen „Blood Feast“  erstaunlicherweise dennoch zu einer kultigen Trashperle.

© 2016 Wolfgang Brunner

Twin Peaks (1990 – 1991)

twin peaks

Originaltitel: Twin Peaks
Regie: David Lynch, Duwayne Dunham, Tina Rathbourne, Tim Hunter, Lesli Linka Glatter, Caleb Deschanel, Todd Holland, Graeme Clifford, Uli Edel, Diane Keaton, James Foley, Jonathan Sanger, Stephen Gyllenhaal
Drehbuch: Mark Frost, David Lynch, Robert Engels, Harley Peyton, Jerry Stahl, Barry Pullman, Scott Frost, Tricia Brock
Kamera: Frank Byers (Chefkameramann)
Musik: Angelo Badalamenti
Laufzeit: 1448 Minuten
Darsteller: Kyle MacLachlan, Michael Ontkean, Joan Chen, Piper Laurie, Jack Nance, Ray Wise, Dana Ashbrook, Everet McGill, James Marshall, Richard Beymer, Sherilyn Fenn, Lara Flynn Boyle, Sheryl Lee, Madchen Amick, Warren Frost, Peggy Lipton, Kimmy Robertson, David Lynch, Don S. Davis, Miguel Ferrer, Harry Goaz, Wendy Robie, Eric DaRe, Russ Tamblyn, Michael Horse, Margaret Lanterman, David Duchovny
Genre: Mystery, Serie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Laura Palmer wird ermordet und in eine Plastikplane eingehüllt aufgefunden. Agent Dale Cooper übernimmt den Fall und macht sich gemeinsam mit Sheriff Truman und seiner Crew auf die Suche nach dem Mörder. Schon bald stellt sich heraus, dass jeder in Twin Peaks mit Laura in Verbindung stand und ihr Tod mysteriöser ist, als anfangs angenommen.

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Nun habe ich David Lynchs Kultserie „Twin Peaks“ bereits zum vierten Mal gesehen und muss sagen: Sie hat nach wie vor nichts von ihren Reizen verloren. Wenngleich manche Dinge mittlerweile veraltet wirken, so hinterlässt die Serie eine unglaublich intensive und nachhaltige Spur im Gedächtnis des Zusehers. Man weiß gar nicht genau, wo man mit seiner Begeisterung ansetzen soll.

Erster Punkt, der eindeutig den Kultstatus der Serie unterstützt, ist die wahnsinnig gute, ausgefallene und elegische Musik von Angelo Badalamenti, der ja David Lynch erprobt ist. Ich kann gar nicht sagen, an wie vielen Tagen der letzten Jahre (oder gar Jahrzehnte?) mir zum Beispiel sein „Laura’s Theme“ oder eben die Titelmelodie im Gedächtnis rumspukt. Alleine das ist ist schon ein Phänomen, das bis jetzt keine Serie (und auch fast kein Film) geschafft hat.

Der zweite Punkt ist natürlich der Plot, der Mystery, Krimi und so ziemlich alle anderen Genre wild durcheinandermischt und dadurch schon keine Langeweile aufkommen lässt. David Lynchs Handschrift ist unverkennbar und alleine schon seine verrückten, aber dennoch liebenswerten Charakterzeichnungen sind der Hammer. „Twin Peaks“ hat meiner Meinung nach das Serienimage revolutioniert und übernahm eine Vorbildfunktion für viele nachkommende Serien. Noch immer kriege ich viele Szenen und Einstellungen nicht aus dem Kopf und das wird auch so bleiben.
Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper hätte besser nicht ausgewählt werden können. Seine exzentrische und sehr liebenswerte Art wird von MacLachlan dermaßen überzeugend dargestellt, dass es fast schon unheimlich ist. Man schließt diesen Mann schon sehr schnell in sein Herz. Genauso wie den Sheriff, Andy und Lucy und und und … Die Schauspieler wurden hervorragend ausgewählt und verleihen ihrem Charakter ein Gesicht und eine Ausstrahlung, die man nicht so schnell vergisst.
Sicherlich gibt es die ein oder andere Stelle (oder auch Folge), die nicht so herausragend ist, dass sie für den Gesamteindruck maßgeblich wichtig wäre, aber insgesamt wird der Zuschauer auf höchstem Niveau unterhalten.

Immer wenn die Serie in den Mystery-Bereich abdriftet, kann ich meine Begeisterung auch noch heute nach mehrmaligem Sehen, nicht kontrollieren. 😉
Es ist unglaublich, welche Gedanken in diesem Plot stecken. Unzählige offene Fragen werden anscheinend gelöst, verlaufen im Sande, kommen wieder zu Tage und man meint, alles zu verstehen, bis man sich eingestehen muss, doch nichts zu verstehen. Oder doch …?
David Lynch kann diese Rätsel und Verwirrspiele einfach und mit Hilfe von Drehbuchautor Mark Frost gelang ihm mit „Twin Peaks“ ein unvergleichliches Phänomen. Eine einzigartige Atmosphäre legt sich über die gesamten Staffeln und brennt sich ins Gedächtnis ein. „Twin Peaks“ ist die einzige Serie, die mich noch heute, nach über zwanzig Jahren, beschäftigt. Denn obwohl am Ende eine Lösung angeboten wird, ist das Mystische einfach zu komplex, um verstanden werden zu können. Fernsehen zum Nachdenken, zum sich beschäftigen und nicht nur zum schlichten, gedankenlosen Konsumieren – das ist „Twin Peaks“.
Der Zwerg, der Riese, Bob, Laura, Dr. Jacoby, der Einarmige, die Wälder … Wahnsinn, in welch einen Sog uns David Lynch da entführt und hinter die Kulissen einer Kleinstadtidylle sehen lässt, wo nichts ist wie es scheint. Und dann kommt auch noch ein mystisches, unheimliches Ereignis dazwischen, das alles auf den Kopf stellt.

So etwas wie „Twin Peaks“ wird es, zumindest in dieser Art, nicht mehr geben. Lynch hatte hier die Möglichkeit, eine seiner bizarren Geschichten endlich einmal ausufernd erzählen zu dürfen. Dennoch schafft er es wieder, den Zuschauer ratlos und nachdenkend zurückzulassen. Wie oft bin ich in Gedanken in dem roten Raum und höre die unheimlichen, rückwärts gesprochenen Worte des Zwerges? Wie oft sehe ich Cooper verletzt am Boden seines Hotelzimmers liegen und mit dem alten, gebrechlichen Butler sprechen? Wie oft sehe ich Laura lachen? Wie oft sehe ich die sich im Wind beugenden Wälder in der Morgen- oder Abenddämmerung?
„Twin Peaks“ ist Teil meines Filmlebens geworden und hat somit das Siegel „Kult“ für mich absolut verdient.

Und wenn man den derzeitigen Gerüchten Glauben schenken kann, erfüllt David Lynch den Wunsch seiner Fans, den diese bereits nach der letzten Folge der Serie geäußert haben: eine Rückkehr nach Twin Peaks.

Ach ja: „Verdammt guter Kaffee!“ und „Die Eulen sind nicht was sie scheinen“. 🙂

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Fazit: Kult, Kult, Kult! Die Mutter aller Kultserien! David Lynch vermischt Genre und spielt mit dem Zuschauer Rätselraten wie in seinen Kinofilmen. Mystery, wie es besser nicht sein kann.

© 2015 Wolfgang Brunner

#funnyFACE (2015)

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Originaltitel: #funnyFACE
Regie: Marcel Walz
Drehbuch: Florian von Bornstädt
Kamera: Roland Freitag
Musik: Klaus Pfreundner
Laufzeit: 73 Minuten
Darsteller: Roland Freitag, Enya Maria Tames, Nicole Lauer, Shawn C. Phillips, Daniel Zielhoff
Genre: Horror
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 16 Jahre

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Franzi und Nicolas verbringen ihre Flitterwochen in einer spanischen Finca. Sie wollen ihre Zeit mit einer Kamera festhalten und filmen so ziemlich alles. Doch plötzlich dringt jemand in die Finca ein und macht Jagd auf sie.Es dauert nicht lange und Franzi und Nicolas stellen fest, dass die Jagd live im Internet übertragen wird und der maskierte Killer, der hinter ihnen her ist, den Namen Funnyface trägt …

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Also, die erste positive Nachricht, die ich über den neuen Film von Marcel Walz berichten kann, ist, dass es sich nicht um einen dieser nervtötenden Found Footage-Filme handelt, die den Zuschauern mit ihren permanenten Wackelbildern Kopfschmerzen bereiten, denn Walz geht einen weitaus angenehmeren Weg, in dem er nämlich die typischen Found Footage Bilder mit ruhigen Kameraeinstellungen unterbricht und dadurch eine angenehme Atmosphäre schafft. Durch die Wackelfilmaufnahmen kommt aber dennoch immer wieder ein Schuss Authentizität mit dazu. „#funnyFACE“ hebt sich aber schon aufgrund des Plots wohltuend von ähnlichen Produktionen ab. Marcel Walz, der sonst die Drehbücher für seine Filme meistens selbst schreibt, hat diesen Job dieses Mal abgegeben. Und zwar an Florian von Bornstädt, der normalerweise selbst Regisseur von Kurzfilmen ist. Und von Bornstädt hat hervorragende Arbeit geleistet, denn „#funnyFACE“ scheut sich zwar nicht, Altbekanntes aus anderen Genre-Filmen zu zitieren, geht aber dabei sehr ideenreich und fast schon innovativ zur Sache.

Social Network meets Serienkiller! Die Geschichte funktioniert sehr gut, nimmt aber erst in der zweiten Hälfte so richtig Fahrt auf. Aber das macht gar nichts, denn die „Vorgeschichte“ ist deswegen keinesfalls langweilig, denn immer wieder wird in bester Brian dePalma-Manier ein zweiter Handlungsstrang eingeblendet. Da muss man schon genau hinsehen, um alles mitzubekommen, aber genau das macht auch unglaublichen Spaß. Walz richtet sich in seinem neuen Film eindeutig an ein jüngeres Publikum als in seinen anderen (bedeutend härteren) Werken. Ich persönlich fand die ruhigere Gangart, die der Regisseur bei „#funnyFACE“ einlegte, ziemlich gut. Die Einbeziehung der sozialen Netzwerke in eine mörderische Liveübertragung wirkte auf mich wie eine Mischung aus „Peeping Tom“, „Halloween:Resurrection“ und „Open Windows“. Das ist wirklich grandios umgesetzt, wie einem während des Films die Hashtags um die Ohren fliegen und einem, wie den beiden Protagonisten, plötzlich klar wird, dass das Ganze im Livestream zu beobachten ist. Walz macht den Zuschauer, ohne dass dieser es will, zum Voyeur.

Auch die Schauspieler können durch ihre sehr natürliche Art vollkommen überzeugen. Vor allem Roland Freitag, der nicht nur den Part des Hauptdarstellers sondern auch des Kameramanns übernommen hat, macht seine Sache in beiden Belangen absolut gut. Im letzten Drittel wird der Film dann leider etwas dunkel, so dass man an manchen Stellen nicht viel sieht. Wenn ich aber davon ausgehe, dass Amateuraufnahmen, aus denen der Film ja letztendlich bestehen soll, genauso aussehen, verleihen diese Bilder genaugenommen eine gewisse Realitätsnähe.
Die Musik von Klaus Pfreundner, der bereits andere Filme von Marcel Walz vertonte, passt perfekt. Laut, wuchtig, melancholisch und spannend. Mal im Vordergrund, mal im Hintergrund. Eine perfekte Soundkulisse für den Social Network-Horror.

Vielleicht lehne ich mich ein wenig weit vor, wenn ich sage, dass Walz mit „Funnyface“ fast schon eine Art Kultfigur erschaffen. Auf mich hatte der Killer eine geradezu faszinierende Ausstrahlung. Das lag zum einen an der wirklich hervorragenden Maske, die mich ein wenig an „V wie Vendetta“ erinnerte und zum anderen an dem leuchtenden Kameralämpchen, das aus der Maske blinkte, wenn aufgezeichnet wurde. Ich finde „#funnyFACE“ auf jeden Fall eine erfrischende und innovative Bereicherung im Found Footage-Horror, die soziale Netzwerke auf erschreckende, aber realistische Weise miteinbezieht. Und, wie schon erwähnt,  die etwas weniger harte Gangart tut Marcel Walz ausnehmend gut.

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Fazit: Kultverdächtiger Serienkiller mordet im Social Network! Der neue Film von Marcel Walz überzeugt durch einen gelungenen Plot, der im Grunde genommen zwar nichts Neues bietet, aber erstaunlicherweise dann doch wieder das Genre fast schon neu definiert. „#funnyFACE“ ist #spannend#kurzweilig#kultig!

© 2015 Wolfgang Brunner