Swallow (2019)

Originaltitel: Swallow
Regie: Carlo Mirabella-Davis
Drehbuch: Carlo Mirabella-Davis
Kamera:  Katelin Arizmendi
Musik: Nathan Halpern
Laufzeit: 94 Minuten
Darsteller: Haley Bennett, Elizabeth Marvel, David Rasche, Austin Stowell, Dennis O’Hare, Luna Laura Velez
Genre: Drama, Thriller
Produktionsland: Frankreich, USA
FSK: ab 16 Jahre

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Hunter Conrad ist mit dem vermögenden Ritchie verheiratet, der ihr ein, zumindest finanzielles, sorgenfreies Leben ermöglicht. Doch in ihrer Rolle als Hausfrau langweilt sich Hunter. Sie wird auch zusehends von ihrem Mann nicht so wahr genommen, wie sie sich das erwünscht, also beginnt sie kleine Gegenstände wie beispielsweise eine Murmel oder eine Batterie zu verschlucken. Diese Essstörung wird immer intensiver, bis sie von Hunters Ehemann entdeckt wird.
Von Schuldgefühlen geplagt und von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt, versucht Hunter von Ritchie loszukommen, um ihr Leben zu verändern.

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Wow, was für ein genialer und vor allem einfühlsamer Film, der die seltene Essstörungskrankheit namens Pica-Syndrom behandelt. Dieses Krankheitsbild äußert sich im Konsum ungenießbarer Gegenstände und wird von Haley Bennett derart überzeugend und eindringlich dargestellt, dass man ihre Schauspielerei niemals wieder vergessen wird. Mit einer unglaublichen Intensität und einer beeindruckenden Feinfühligkeit inszeniert Regisseur Carlo Mirabella-Davis den Leidensweg einer solchen kranken Frau und der daraus entstehenden Befreiung, nicht nur von der Krankheit sondern auch von ihrem deprimierenden Leben. Es ist äußerst spannend, wie sich diese Krankheit und die damit einhergehende Spannung (wenngleich der Film sehr ruhig ist) aufbaut und bis zu seinem verblüffenden Ende diesen Bogen aufrechterhält.

„Swallow“ ist ein Film, den man aufgrund seiner außergewöhnlichen Handlung und der fulminanten Leistung aller Mitwirkender nicht so schnell vergisst beziehungsweise zum Großteil wahrscheinlich gar nicht mehr vergisst. Das Gesehene wirkt noch lange nach und beschäftigt den Zuschauer, der so etwas mit größter Wahrscheinlichkeit noch nie gesehen hat. Was sich aber im ersten Moment schockierend und abartig anhört, entwickelt sich mit der Zeit immer mehr zu einem Drama, das von einer Frau erzählt, die sich aus der Einengung ihres bisherigen Lebens schlichtweg befreien will. Die Situationen, in denen die Protagonistin von ihrem Ehemann und dessen Eltern einfach nicht beachtet wird, sind grandios inszeniert und man fühlt diese „Erniedrigung“ in jeder Filmsekunde. Carlo Mirabella-Davis ist es gelungen, diese Frau ein Stück weit in ihrer Handlungsweise zu verstehen, was den den Film daher umso eindringlicher macht.

Zu der Essstörung gesellt sich dann in der zweiten Hälfte des Films auch noch eine Vergangenheitsbewältigung (die mit diese Essstörung auslöst), die ebenfalls in jeder Hinsicht überzeugen kann und sehr authentisch erzählt wird. Wie oben schon erwähnt, man beginnt während des Films immer mehr, die Protagonistin zu verstehen und kann, zumindest zum Teil, nachvollziehen, wieso sie sich diverse Gegenstände einverleibt, die eigentlich nicht zum Verzehr geeignet sind. „Swallow“ ist ein mitreißendes Drama und Frauenschicksal, das man mit angehaltenem Atem verfolgt. Neben Haley Bennett konnte noch Denis O’Hare mit seiner leider etwas kurzen Rolle überzeugen, so dass neben der spannenden, ungewöhnlichen Handlung auch grandiose Schauspielerleistungen bei diesem Film zum Tragen kommen. „Swallow“ war für mich eine riesige Überraschung und ich bin sicher, dass ich mir diesen Film noch ein zweites oder gar drittes Mal ansehen werde.

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Fazit: Eindringliches Frauenschicksal und Krankheitsdrama mit überzeugenden Schauspielern.

©2020 Wolfgang Brunner

P.O.W. – Die Vergeltung (1986)

Originaltitel: Behind Enemy Lines
Regie: Gideon Amir
Drehbuch: Malcolm Barbour, James Bruner, Avi Kleinberger, John Langley
Kamera:  Yehiel Ne’Eman
Musik: David Storrs
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: David Carradine, Charles R. Floyd, Steve James, Phil Brock, Mako, Daniel Demorest, Tony Pierce
Genre: Achtion, Abenteuer, Drama
Produktionsland: USA
FSK: ab 18 Jahre

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Der Vietnam-Krieg ist zwar zu Ende, doch Colonel James Cooper muss sich einer letzte und gefährlichen Herausforderung stellen: Er soll seine Kameraden aus den Gefangenen-Lagern hinter den feindlichen Linien befreien, was einem Himmelfahrts-Kommando gleichkommt. Denn noch immer lauert Captain Vinh mit seinen Männern auf die Feinde …

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Dank Koch Media findet nun auch ein Action-Drama aus den goldenen 1980er-Jahren seinen Weg zur Blu-Ray-Veröffentlichung. Ich höre schon die Stimmen, die dem Film höhnisch nachsagen, er wäre eine plumpe „Rambo“-Kopie und Carradine hätte eine bessere Rolle als diese in seiner Karriere verdient. Aber wenn man sich den Film aus der Sicht eines 1980er-Jahre Nerds anschaut, sieht das Ganze schon ganz anders aus. „P.O.W. – Die Vergeltung“ ist Unterhaltungskino mit jeder Menge Explosionen und vielen Klischees. Das ist aber in diesem Fall aus meiner Sicht vollkommen unerheblich, denn der Unterhaltungswert ist absolut gegeben und vor allem, man sieht nur handgemachte Effekte und Stunts. Das ist in der heutigen Zeit immer wieder erfrischend, finde ich.

Sicherlich gibt es den ein oder anderen logischen Fehler, aber ist das nicht bei solchen Filmen nebensächlich? Verhält es sich bei Actionfilmen dieser Art nicht ähnlich wie bei vielen Horrorfilmen, wo man sich einfach nur zurücklehnen und den Film genießen will? „P.O.W. – Die Vergeltung“ ist genau so ein Film, der noch zusätzlich das Flair der 1980er-Jahre absolut toll rüberbringt. Alleine der Score, der manchmal gar nicht wirklich passt, und die Dialoge sind es wert, sich diesen Film anzusehen und dabei in Erinnerungen an die Zeit schwelgen, in denen eine Videothek noch das Herz eines jeden Filmfans schneller schlagen ließen. Ich habe jede Minute dieses Films genossen, weil er mich wieder ein Stück weit in meine Jugendzeit zurückgeschleudert hat.

David Carradine macht seine Sache super, wenngleich er nicht immer voll ausgelastet wirkt. Aber das bringt nun einmal auch die Rolle mit sich, und die meistert er definitiv. Aber auch die anderen Beteiligten können nach den Maßstäben der damaligen Zeit absolut überzeugen. Mir persönlich haben die Actionszenen und die Stimmung in Vietnam sehr gut gefallen. Und auch wenn der Film oftmals andere Filme kopiert, so bleibt dennoch am Ende eine gewisse Eigenständigkeit haften, an die man sich gerne erinnert. „Rambo II“, aber auch „Missing in Action“ lassen dennoch grüßen.
Das Bild ist dem Alter entsprechend manchmal etwas körnig, was aber wahrscheinlich größtenteils auch am Originalmaterial liegt. Ansonsten sieht man, dass der Film restauriert wurde. Ich hatte großen Spaß und kann den Film für Actionfreunde er 1980er-Jahre auf alle Fälle empfehlen.

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Fazit: Schöner Ausflug in die Welt der 1980er-Jahre-Actionfilme.

©2020 Wolfgang Brunner

High Ground – Der Kopfgeldjäger (2020)

Originaltitel: High Ground
Regie: Stephen Johnson
Drehbuch: Chris Anastassiades
Kamera:  Andrew Commis
Musik: –
Laufzeit: 105 Minuten
Darsteller: Simon Baker, Jacob Junior Nayinggul, Jack Thompson, Callan Mulvey, Witiyana Marika, Esmerelda Marimowa, Aaron Pedersen
Genre: Drama, Western, Thriller, Action
Produktionsland: Australien
FSK: ab 16 Jahre

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Um seine Familie zu retten, schließt sich der junge Aborigine Gutjuk mit dem Ex-Soldaten Travis zusammen, um seinen Onkel Baywara, den gefährlichsten Krieger des ganzen Territoriums, aufzuspüren. Gutjuk und Travis verbindet ein schlimmes Ereignis aus der Vergangenheit, das die beiden einerseits näher, andererseits aber auch immer weiter auseinander bringt.

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Was für ein gigantischer Film!
„High Ground“ ist so ruhig inszeniert und steckt dennoch voller Wucht, die einen von Anfang an packt und nicht mehr loslässt. Die Handlung kommt mit einer geradezu epischen Wucht daher und lässt den Zuschauer alles um sich herum vergessen. Zumindest erging es mir so, als ich diesem Rachefeldzug im australischen Outback zusah. Stephen Johnsons Film erinnert in seiner elegischen Inszenierung ein wenig an Nicholas Roegs „Walkabout“, geht aber noch einen Schritt weiter und trifft das Publikum genau da, wo es richtig wehtut. Weil es „menschelt“ und man die Lebenseinstellung der Ureinwohner Australiens bedeutend mehr versteht als die der sogenannten zivilisierten Menschen.

Der Aufbau der Geschichte ist unglaublich geschickt gemacht und reißt den Zuschauer sofort mit, sofern er sich nicht von der nach dem brutalen Auftakt ruhigen Inszenierungsweise abschrecken lässt und gelangweilt fühlt. „High Ground“ ist eine Ode an die Menschlichkeit und Liebeserklärung an das Leben mit Mutter Natur. Da sich die Aborigines in ihrer Originalsprache unterhalten (wird alles deutsch untertitelt) kommt eine sehr starke Authentizität auf, die das ganze Drama emotional nur noch schlimmer macht. Hinzu kommen die fantastischen Bilder der australischen Natur, so dass man sich in den Aufnahmen vollkommen verlieren kann, wenn man sich, wie gesagt, darauf einlässt. Ich hätte gut und gerne noch zwei weitere Stunden zusehen können, ohne mich auch nur eine einzige Sekunde zu langweilen.

Der Film besitzt nicht einmal einen „echten“ Score, sondern wird lediglich von traditionellen Aboriginesklängen untermalt, was ebenfalls eine enorm hypnotische Wirkung hat. Neben der grandiosen Inszenierung ist der Film auch schauspielerisch eine wahre Wonne. Simon Baker spielt hervorragend, ebenso wie die Darsteller der Aborigines. Aber auch die weiteren Schauspieler machen ihre Sache ausnehmend gut und überzeugend, so dass es bei diesem Film aus meiner Sicht letztendlich überhaupt nichts zu kritisieren gibt. Ich bin noch immer absolut von diesen grandiosen Bildern und der gefühlsintensiven Handlung gefangen und weiß schon jetzt, dass ich mir diesen Film auf jeden Fall nochmal ansehen werde.

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Fazit: Eine philosophische, aber auch brutale Reise in eine andere Kultur mit grandiosen Landschaftsaufnahmen.

©2020 Wolfgang Brunner

Flucht aus Pretoria (2019)

Originaltitel: Escape from Pretoria
Regie: Francis Annan
Drehbuch: Francis Annan, L. H. Adams
Kamera:  Geoffrey Hall
Musik: David Hirschfelder
Laufzeit: 106 Minuten
Darsteller: Daniel Radcliffe, Daniel Webber, Ian Hart, Mark Leonard, Nathan Page, Grant Piro, Adam Ovadia, Adam Tuominen
Genre: Thriller
Produktionsland: Australien
FSK: ab 16 Jahre

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Im Südafrika der 1970er Jahre werden die Anti-Apartheid-Aktivisten Tim Jenkin und Stephen Lee gefangengenommen, weil sie verbotenerweise Flugblätter verteilt haben. Sie landen im Hochsicherheitsgefängnis von Pretoria, wo sie auf Denis Goldberg und Leonard treffen, mit denen sie sofort Ausbruchspläne schmieden …

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Es ist eine wahre Freude, die schauspielerische Entwicklung von Daniel Radcliffe seit seinem Einstand in den „Harry Potter“-Filmen mitzuverfolgen. Der vorliegende „Flucht aus Pretoria“ stellt einen weiteren Beweis dar, dass Radcliffe zu einem begnadeten Schauspieler geworden ist, der mit seinen Rollen immer uneingeschränkt überzeugen kann. Es dauert nicht lange und er fängt mit seiner Charakterdarstellung das Publikum ein, das mit angehaltenem Atem den Ereignissen folgt. Regisseur Francis Annan inszenierte dieses Gefängnis-Drama sehr intensiv und realistisch. Man ist bei jeder Aufnahme hautnah im Geschehen und fiebert mit den Protagonisten mit. Genau so sollte ein Thriller dieser Art sein.

Das anfangs sehr interessante Thema der Apartheid ist dann (leider) nur Aufhänger der ungemein spannenden Geschichte. Man hätte gerne noch ein wenig mehr über die Hintergründe von Tim und Stephen erfahren, aber das hätte den Film vielleicht auch unnötig in die Länge gezogen. Aus dieser Anfangssequenz entsteht auf alle Fälle ein atemberaubender Flucht-Thriller mit tollen Darstellern, der die Zeit nur so vorüber fliegen lässt. Wirklich toll ist, dass neben dem grandiosen Daniel Radcliffe, sehr talentierte Schauspieler mit von der Partie sind, die dem Drama den nötigen „Drive“ geben, so dass man sich in keiner einzigen Minute langweilt, obwohl genau genommen gar nicht mal wirklich viel passiert.

Dass diese Geschichte auf einer wahren Begebenheit basiert, macht das Ganze dann nochmal interessanter. Der simple, dennoch ausgeklügelte Fluchtplan ist genial und, wie oben bereits erwähnt, man fiebert bei jedem Versuch mit.
Annans Film ist eine sehr gute Umsetzung des Romans von Tim Jenkin, die sich sehr eng an die Vorlage hält. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum die Dramaturgie des Films so hervorragend funktioniert und den Zuschauer von der ersten Minute an in seinen Bann zieht. „Flucht aus Pretoria“ ist ein Film, den man sich öfters ansehen kann, da man selbst dann noch großartig unterhalten wird, wenn man das Ende der Geschichte kennt. Ich war und bin sehr begeistert.

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Fazit: Großartige Schauspieler in einem ungemein spannenden Gefängnis-Thriller.

©2020 Wolfgang Brunner

Das Ende – Assault on Precinct 13 (2005)

Originaltitel: Assault on Precinct 13
Regie: Jean-François Richet
Drehbuch: James DeMonaco (nach dem Originaldrehbuch von John Carpenter)
Kamera:  Robert Gantz
Musik: Graeme Revell
Laufzeit: 109 Minuten
Darsteller: Ethan Hawke, Laurence Fishburn, Gabriel Byrne, Brian Dennehy, Drea de Matteo, Maria Bello
Genre: Thriller, Action
Produktionsland: USA, Frankreich
FSK: ab 16 Jahre

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Inmitten eines heftigen Schneesturms sucht ein Gefängnistransport mit Schwerkriminellen Unterkunft im Revier 13, das bald stillgelegt werden soll und in dem ein paar Mitarbeiter lediglich die Silvesternacht feiern wollen, um danach das Gebäude zu räumen. Unter den Häftlingen befindet sich der skrupellose Mörder Bishop. Die Gefangenen werden über Nacht eingesperrt, als plötzlich Scharfschützen das Feuer auf die unterbesetzte Station eröffnen. Die Polizisten müssen sich mit den Gefangenen verbünden, um die Attacke zu überleben.

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Viele Jahre habe ich auf diese Veröffentlichung gewartet. Nun endlich ist es soweit und die Neuinterpretation von John Carpenters Kultklassiker erscheint über KOch Media auf Blu-Ray. Damals, als der Film erschien, habe ich als John-Carpenter-Fan hohe Erwartungen in dieses Remake gehabt und war einerseits begeistert und andererseits hat mir der Flair des Originals irgendwie gefehlt. Heute, nachdem ich den Film nun mit anderen Augen sehe, kann ich mich absolut für diese Neuinterpretation begeistern. Sicherlich fehlt immer noch die Atmosphäre des Originals, aber dafür hat Regisseur Richet eine ganz eigene Stimmung eingefangen und bietet einen äußerst spannenden Actionfilm, der immer wieder Carpenters Kultfilm durchschimmern lässt. „Das Ende – Assault on Precinct 13“ ist großes Actionkino mit einem unheimlich beängstigenden Schauplatz.

Schauspielerisch kann man nichts bemängeln. In erster Linie tragen Ethan Hawke und Laurence Fishburne den Film, aber auch Brian Dennehy und die weiblichen Protagonisten können vollends überzeugen. Insgesamt kann Jean-François Richets Remake mit einem beeindruckenden Cast aufwarten. Erfrischend ist, dass der Regisseur nicht nur plump die Handlung des ursprünglichen Films kopiert, sondern neue Wendungen und Szenen zeigt, die den Film dadurch vom Original abheben. Man muss offen an diese Neuinterpretation herangehen und darf sie nicht permanent mit der Vorlage vergleichen. Gibt man dem Film also in dieser Hinsicht eine Chance, so wird man mit einem mehr als unterhaltsamen Film mit tollen Schauspielleistungen belohnt. Gerade die Anfangssequenz besitzt eine unglaubliche Wucht und zeigt schon hier, dass Regisseur Richet eine eigene und neue Richtung einschlägt.

Bildtechnisch konnte einiges herausgeholt werden, so dass es immens Spaß macht, diesen Film in einer verbesserten Qualität zu sehen. Ich bin jedenfalls glücklich darüber, dass dieser Streifen endlich auf Blu-Ray erscheint. Auch wenn Carpenters Film definitiv der bessere bleibt, so sollte man durchaus einmal einen Bick auf diese Neuinterpretation riskieren.
Jean-François Richet versucht erst gar nicht, John Carpenter zu kopieren. Und das ist auch der Grund, warum dieses Remake nicht, wie so viele andere, scheitert. Nur die Ausgangssituation und das Thema einer verlassenen Polizeistation, die angegriffen wird, vereint diese beiden Filme. Richet hat aus der düsteren Vorlage einen actionreichen Film gemacht, der dennoch auch eine gewisse Atmosphäre versprüht.

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Fazit: Endlich auf Blu-Ray. Actionreiche Neuinterpretation des Carpenter-Klasssikers.

©2020 Wolfgang Brunner

Rapunzels Fluch (2020)

Originaltitel: Rapunzels Fluch
Regie: David Brückner
Drehbuch: Mario von Czapiewski
Kamera: Costel Argesanu
Musik: Florian Linckus, Robert Wolf
Laufzeit: 80 Minuten
Darsteller: Tabea Georgiamo, Michael von der Brelie, Davis Schulz, Olivia Dean, Sophie Swan, Hartmut Engel, Urs Remond, David Brückner
Genre: Horror
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 18 Jahren

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Im 17. Jahrhundert versucht Pater Petrosinus mehrfach, an der besessenen Rapunzel einen Exorzismus durchzuführen. Irgendwann verkauft er sein Anwesen und einige Jahrhunderte später möchte die Filmstudentin Alina, eine Nachfahrin des Paters, in genau diesem Schloss ihren Abschlussfilm drehen. Während der Vorbereitungen zu den Dreharbeiten und einer nächtlichen Exkursion erwacht der Dämon, der einst Rapunzel peinigte, zu neuem Leben.

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David Brückner konnte mich schon mit seinem „Paranormal Demons“ überzeugen, so dass ich mir sicher war, dass mir auch sein neuestes Werk „Rapunzels Fluch“ gefallen würde.
Ich muss gestehen, dass ich solcherart Independent-Filme sehr mag, weil man darin oft das Herzblut spürt, das in solchen Projekten steckt. Nun, es dauerte nicht lange und ich wusste, dass mich Brückner in meiner Erwartung nicht enttäuschen würde. Er hat sie sogar noch übertroffen, wenn ich ehrlich bin, denn mit einer solch professionellen Umsetzung hätte ich gar nicht gerechnet. Brückner hat ein Gespür für eine Inszenierung, denn es kommt in keiner Sekunde Langeweile auf, weil man entweder von den tollen Aufnahmen oder von der Spielfreude des Casts begeistert wird. Beides zieht sich durch den kompletten Film und lässt niemals nach.

Sicherlich wird es wieder viele Meckerer und Nörgler geben, die sagen, dass dieser Film langweilig ist, weil nicht wirklich viel passiert. Aber genau dieser Aspekt ist es, der mich überzeugt und mir so gut gefallen hat: Die ruhige Vorgehensweise und der langsame Aufbau von Atmosphäre und Spannung. „Rapunzels Fluch“ erfüllt diese Kriterien absolut und stellt daher für mich einen stimmungsvollen Horrorfilm dar, der in erster Linie nicht auf Schockeffekte und blutige Szenen Wert legt, sondern eine Atmosphäre aufbaut, seine Charaktere zeichnet und hin und wieder ein paar Spezialeffekte einsetzt, die im übrigen äußerst gelungen sind. „Rapunzels Fluch“ ist ein ruhiger Horrorfilm, der mit der Spielfreude der Schauspieler und dem enthusiastischen Einsatz der gesamten Crew punkten kann und zeigt, dass ein Horrorfilm aus Deutschland durchaus funktionieren kann.

David Brückners vierter Langfilm ist richtig professionell geworden. Das merkt man nicht nur am sauberen Inszenierungsstil und den gutgelaunten Schauspielern, sondern auch an der tollen Kameraführung von Costel Argesanu und der stimmigen Musikuntermalung von Florian Linckus und Robert Wolf. Die Drohnenaufnahmen vom Glauchauer Schloss sind unglaublich gut gelungen und tragen das ihrige zur Gesamtstimmung bei. „Rapunzels Fluch“ ist kein Hollywoodfilm und das ist auch gut so. Denn hier spürt man die Leidenschaft noch und das erfolgreiche Bemühen, mit wenig Budget etwas auf die Beine zu stellen. Wenn man sich das vor Augen hält, so kann „Rapunzels Fluch“ getrost zu einem äußerst gelungenen Beitrag des deutschen Independent-Horrorkinos bezeichnet werden. Ich freue mich schon jetzt auf das neue Projekt von David Brückner und seiner Crew.

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Fazit: Independent-Horrorfilm aus Deutschland mit Herzblut und jeder Menge Professionalität.

©2020 Wolfgang Brunner

Unruhe (2020)

Originaltitel: Unruhe
Regie: Marcello Filippelli
Drehbuch: Marcello Filippelli
Kamera: Simon Menrath
Musik: Arkadius Sojka
Laufzeit: 10 Minuten
Darsteller: Peter Skoda, Xenia Kitzmann, Mia Filippelli
Genre: Drama, Kurzfilm
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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In einer Gesellschaft voller Druck und vermeintlich wichtigen Zielen wird das Wichtige im Leben immer mehr zurückgedrängt. Zeit und ständige Verfügbarkeit über Mobiltelefone werden zum wichtigsten Gut für viele Menschen! Doch was bleibt, wenn sich der Sturm dieses Leistungsdrucks gelegt hat und man erkennt, was wirklich zählt im Leben?

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Es gibt Filme, die einen sprachlos machen, die einem wahrscheinlich nie wieder aus dem Kopf gehen, weil sie unserer Gesellschaft einen Spiegel vors Gesicht halten und zeigen, wie wichtig bestimmte Dinge im Leben sind. „Unruhe“ von Marcello Filippelli ist so ein Film, und das auch noch, obwohl es sich hier sogar „nur“ um einen Kurzfilm handelt. Filippelli packt in seine Bilder so viele Emotionen hinein, das man fast platzt. Unterstrichen wird das Ganze von einem unglaublich intensiven, schönen, traurigen, melancholischen Score von Arkadius Skoja, der einem das Herz zerreißt. Diese Musikuntermalung ruft eine Atmosphäre hervor, die zwischen unerträglicher Sehnsucht und eindringlicher Melancholie schwankt und den Zuschauer unweigerlich in de Gefühlswelt des Protagonisten mitnimmt. Es ist so intensiv, was in diesen zehn Minuten passiert.

Schauspielerisch ist es eine wahre Wonne, diesen drei Personen zuzusehen. Peter Skoda, der bereits in Filippellis Kurzfilm „Das Unternehmen“ absolut überzeugen konnte, macht auch hier eine unglaublich gute und überzeugende Arbeit. Jede seiner Handlungen und auch seine Emotionen sind glaubwürdig. Ebenso Xenia Kitzmann als Ehefrau. Auch wenn sie nicht so oft im Bild erscheint, so spielt sie ihre Rolle optimal. In ihrer Zurückhaltung spiegelt sich ein Schmerz wider, der wehtut. Überhaupt ist das ganze Szenario angelegt wie ein (Alb)Traum, aus dem keiner der Protagonisten entkommt. Und die Tochter des Regisseurs, Mia Filippelli, verdient ein großes Lob für ihre erste Rolle, die sie souverän meistert. Auch wenn sie nicht oft zu sehen ist, so erinnert man sich dennoch an ihre Auftritte.
Doch was jetzt vielleicht wie eine deprimierende Fahrt in die Emotionen eines Vaters klingt, entwickelt sich auch zu einem hoffnungsvollen Aspekt, der mir noch im Nachhinein einen Schauer über den Rücken jagt. Ohne erhobenen Zeigefinger zeigt uns Regisseur Filippelli, auf was wir im Leben die Prioritäten legen sollten.

Zu guter Letzt muss ich nochmals auf den grandiosen Score von Arkadius Skoja kommen, der zusammen mit der einfühlsamen Regiearbeit und genialen Kameraführung, ein Gesamtbild erschafft, das ich in seiner Intensität wahrscheinlich wirklich nie wieder vergessen werde. Die Mischung aus Orchester und elektronischer Musik hat mich vollkommen mitgerissen und zusammen mit den Bildern und der Aussage des Films tief im Inneren bewegt. Der Kurzfilm hat mich sehr mitgenommen und am Ende habe ich Tränen vergossen. Man kann sich bei Marcello Filippelli nur bedanken für diesen Film, der einem die Augen öffnet und zum Nachdenken anregt. Für mich ist „Unruhe“ einer der besten Kurzfilme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Es sind perfekte zehn Minuten. Er fügt sich nahtlos in das bisherige beeindruckende Gesamtwerk des Regisseurs ein und zeigt wieder einmal, dass manchmal die besten Filme nicht von großen Studios kommen müssen.

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Fazit: Mitreißend, emotional, melancholisch und hoffnungsvoll. Einer der besten Kurzfilme des Jahres 2020.

©2020 Wolfgang Brunner

Breaking Surface – Tödliche Tiefe (2020)

Originaltitel: Breaking Surface
Regie: Joachim Hedén
Drehbuch: Joachim Hedén
Kamera:  Anna Patarakina, Eric Börjeson (Unterwasseraufnahmen)
Musik: Patrick Kirst
Laufzeit: 80 Minuten
Darsteller: Moa Gammel, Madeleine Martin, Trine Wiggen
Genre: Thriller, Drama, Action
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahre

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Ida besucht ihre Mutter und Schwester im heimatlichen Norwegen. Die beiden Schwestern unternehmen einen Tauchgang in der eisigen Kälte. Die Schönheit und Stille der Unterwasserwelt lassen die Familienzwistigkeiten für einen Moment vergessen, bis aus dem Nichts ein herabstürzender Felsen Idas Schwester erfasst und auf dem Meeresboden unter sich begräbt. Ida beginnt mit einer verzweifelten Rettungsaktion und ein nervenzerfetzender Wettlauf gegen die schwindenden Sauerstoffreserven zeichnet sich dabei immer mehr ab.

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Man denkt natürlich erst einmal aufgrund des Plakats und der Thematik, dass man einen Film zu sehen bekommt, der nichts Neues bringt. Im Prinzip ist das auch so doch jetzt kommt das große Aber: „Breaking Surface“ zeigt doch etwas mehr, als der Zuschauer von Filmen wie beispielsweise „47 Meters Down“ kennt. „Breaking Surface“ zeigt mehr Tiefe bei den Charakteren und entwickelt dadurch eine besondere Richtung, wie man sie von solcherart Filmen bislang nicht kannte. Sicherlich spielt die Familiengeschichte nicht die Hauptrolle, denn dazu ist die Szenerie unter Wasser viel zu spannend. Aber dennoch bleibt dieser Handlungsstrang im Gedächtnis des Zuschauers haften, wenn er um das Leben der beiden Taucherinnen bangt und mitfiebert.

Es steckt vieles zwischen den Bildern und man kann so einiges in das Verhalten der beiden Schwestern hineininterpretieren. Die Familiensituation, die am Anfang des Filmes eine Rolle spielt, zieht sich letztendlich durch die ganze Handlung, wenngleich man es auf den ersten Blick nicht wirklich bewusst wahrnimmt. Denn es kommt eine zu hohe Spannung auf, weswegen man sich immer mehr auf die Rettungsaktionen und die verzweifelten Versuche, Hilfe zu holen, konzentriert, als dass man sich immer wieder in Erinnerung ruft, wie die beiden Schwestern zueinander stehen und sich die Familienverhältnisse bei ihnen auswirken. „Breaking Surface“ dreht die Spannungsschraube konstant in die Höhe, so dass man atemlos in den Bann gezogen wird.

Ein großer Pluspunkt gegenüber den Hollywood-Konkurrenten mit gleicher Thematik ist bei „Breaking Surface“ der Ort, an dem das Ganze spielt. Denn sobald man sich nicht zusammen mit den Protagonisten unter Wasser befindet, wird man mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen belohnt, die das raue Norwegen zeigen und Melancholie in einem wecken. Das hebt diesen film definitiv von gleichartigen Genrebeiträgen ab und bleibt auch dauerhaft in Erinnerung. Aber auch die Unterwasseraufnahmen sind hervorragend gelungen, so dass der Film insgesamt einen bleibenden Eindruck beim Zuschauer hinterlässt. Erwähnenswert ist noch, dass es sich bei der Gefahr, in denen sich die Protagonisten befinden, schlichtweg um einen dummen Zufall handelt, der geschieht, und nicht um einen Hai oder gar irren Killer. Das Szenario ist also durchaus real und daher umso erschreckender. Ich fühlte mich bestens unterhalten.

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Fazit: Extrem spannender Überlebenskampf vor einer beeindruckenden Naturkulisse.

©2020 Wolfgang Brunner

The Apartment – Willkommen im Alptraum (2019)

Originaltitel: 1BR
Regie: David Marmor
Drehbuch: David Marmor
Kamera:  David Bolen
Musik: Ronen Landa
Laufzeit: 90 Minuten
Darsteller: Nicole Brydon Bloom, Giles Matthey, Taylor Nichols, Alan Blumenfeld, Naomi Grossman, Cekeste Sully, Susan Davis
Genre: Thriller, Drama, Horror
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahre

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Endlich hat Sarah ein eigenes Apartment in L.A. gefunden, das nicht nur bezahlbar ist, sondern auch mit einer freundlichen und entspannten Nachbarschaft punkten kann. Die Nachbarn wirken fast schon übertrieben freundlich und hilfsbereit. Doch es dauert nicht lange und Sarah befindet sich plötzlich in einem schrecklichen Albtraum, der ihre Vorstellungskraft übersteigt …

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Was für ein Film!
„The Apartment – Willkommen im Alptraum“ kann durchaus in einem Atemzug mit Genremeilensteinen wie „Hereditary“ oder „Midsommar“ genannt werden. Regisseur David Marmor, der auch das Drehbuch verfasste, hat mit diesem fiesen Thriller einen cineastischen Schlag in den Magen erschaffen, der nachhaltig im Gedächtnis haften bleibt. Schleichend kommt das Grauen ins Leben der Protagonistin, so dass man selbst als Zuschauer den Übergang zwischen glücklicher Welt und lebensbedrohendem Albtraum gar nicht so richtig bemerkt. Plötzlich ändert sich die Stimmung des Films abrupt und man kann, ähnlich wie die Protagonistin, nicht mehr das Weite suchen. Gebannt starrt man auf den Bildschirm und wartet, was denn noch alles geschieht.

„The Apartment – Willkommen im Alptraum“ ist perfekt inszeniert und dreht die Spannungsschraube minütlich nach oben. Was als „normaler“ Film beginnt, endet tatsächlich in einem unangenehmen Albtraum, der so nachvollziehbar beschrieben wird, das einem, ähnlich wie bei den beiden obengenannten Filmen, ein mulmiges Gefühl in der Magengegend beschert wird. Hinzu kommen dann noch die Schauspieler, die allesamt absolut gute Arbeit leisten und die Bedrohung durch ihr Agieren neben der spannenden Inszenierung noch zusätzlich unterstützen. Die Geschichte, die erzählt wird, ist unbequem, denn man kann einiges sogar wirklich nachvollziehen. Es wirkt wie eine Kritik an unserer Gesellschaft, in der man verzweifelt nach Lösungen sucht, um wieder miteinander auszukommen und aufeinander einzugehen.

Wer bei diesem Film einen Horror- oder gar einfachen Slasherfilm erwartet, wird mit Sicherheit wegen der Ambitionen, die Regisseur Marmor verfolgt, enttäuscht sein und die Botschaften, die darin versteckt sind, erst gar nicht begreifen (wollen). Doch wer intelligentes Kino mag, wird mit einem extrem spannenden Thriller belohnt, der einen manchmal (auch gedanklich) an Grenzen bringt. Marmors Film hebt sich wohltuend vom Mainstream-Einheitsbrei ab und bietet perfekte Unterhaltung mit kritischen Untertönen. Ich hätte diesem „Spiel“ noch gut und gerne eine weitere Stunde zuschauen können, ohne dass es mir auch nur ansatzweise langweilig geworden wäre. Der Plot wirkt vielleicht im ersten Moment wenig originell, doch es steckt wesentlich mehr dahinter, als man vermutet. Realistischer Psycho-Horror wie er besser nicht sein könnte und in seiner Konsequenz äußerst erschreckend. Ein Film, denn man sich öfter ansehen kann (und auch sollte).

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Fazit: Unglaublich spannender und realitätsnaher Psychothriller, der unter die Haut geht.

©2020 Wolfgang Brunner

Grand Isle – Mörderische Falle (2019)



Originaltitel: Grand Isle
Regie: Stephen S. Campanelli
Drehbuch: Iver William Jallah, Rich Ronat
Kamera:  Eric Moynier
Musik: Josh Atchley
Laufzeit: 98 Minuten
Darsteller: Nicholas Cage, KaDee Strickland, Luke Benward, Kelsey Grammer, Zulay Henao, Oliver Trevena, Emily Marie Palmer
Genre: Thriller
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahre

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Ein Hurrikan zieht auf. Das Ehepaar Walter und Fancy Franklins bieten dem Hilfsarbeiter Buddy an, in ihrem Anwesen Unterschlupf zu finden, bis sich das Unwetter gelegt hat. Buddy nimmt erleichtert die Einladung an, doch schon bald versucht Fancy ihn zu verführen. Kurze Zeit später bietet Walter ihm eine hohe Geldsumme an, wenn er Fancy tötet. Buddy ist plötzlich in einem bösartigen Spiel des Paars gefangen.

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Ich bin ja immer sehr gespannt, was Nicholas Cage neuerdings immer abliefert, da er mich sowohl in „Mandy“ als auch in „Die Farbe aus dem All“ wieder mehr überzeugt hat, als in den vorhergehenden Filmen (den atemberaubenden „Joe“ mal außer acht gelassen). Nun, mit „Grand Isle“ setzt er den Weg, den er seit einiger Zeit wieder eingeschlagen hat, fort und konnte mich wieder einmal absolut überzeugen. Ich behaupte mal, dass er hier sogar eine Rolle einnimmt, die ihm geradezu auf den Leib geschnitten ist: Ein wenig verrückt, ein wenig diabolisch … also Cage, wie man ihn kennt und mag. 😉
„Grand Isle“ wirkt im ersten Moment ein wenig seltsam, weil man nicht wirklich dahinterkommt, welchen Film man eigentlich sieht. Drama, Thriller, Krimi oder gar Horror? Ein bisschen was von allem spielt mit, bevor man immer mehr begreift, um was es eigentlich geht. Das ist äußerst ansprechende in Szene gesetzt und es wird einem tatsächlich in keiner Sekunde langweilig.

Es bleibt lange Zeit undurchschaubar, was mit dem Ehe paar ist. Man denkt sich sicherlich, dass sie irgendetwas im Schilde führen, aber das Drehbuch von Iver William Jallah und Rich Ronat gibt in dieser Hinsicht schon einiges her. Es macht auf alle Fälle unglaublich Spaß, diesen Entwicklungen zu folgen und sich dabei Gedanken zu machen, wie sich das Ganze auflösen könnte. Inszenatorisch kann man an „Grand Isle“ eigentlich auch nicht viel aussetzen, zumal der Film eher einem Kammerspiel gleicht, weil er die meiste Zeit im Inneren des Hauses spielt. Der Spannungsbogen wird jedenfalls durchgehend aufrecht erhalten und, auch wenn der Hurrikan leider keine besonders große Rolle spielt, so ist die Grundstimmung, die diese Ausgangssituation bereitet, sehr ansprechend.

Schauspielerisch sind die drei Protagonisten absolut überzeugend von Nicholas Cage, KaDee Strickland und Luke Benward. Vor allem letzterer hat es mir so richtig angetan in dieser Rolle. Benward spielt den naiven „Jüngling“ genauso überzeugend wie später den taffen Kämpfer, der sich gegen die Anschuldigungen verteidigen muss. Es ist wirklich ein Riesenspaß diesen drei Schauspielern zuzusehen. Alleine wegen deren Leistungen sollte man sich „Grand Isle“ schon ansehen, aber auch die Auflösung des Plots lohnt eine Sichtung. Stephen S. Campanellis Thriller erfindet das Rad nicht neu, kann aber mit einer durchdachten Handlung und einem tollen Schauspieler-Ensemble überzeugen.

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Fazit: Tolle Schauspielerleistungen und ein raffinierter Plot bieten gute Unterhaltung.

©2020 Wolfgang Brunner