Originaltitel: Dariuss
Regie: Guerrilla Metropolitana
Drehbuch: Guerrilla Metropolitana
Kamera: Guerrilla Metropolitana
Musik: Guerrilla Metropolitana
Laufzeit: 63 Minuten
Darsteller: Ila Argento, Archibald Kane, Sarah Isabèl, Marie Antoinette de Robespierre, Medusa S., Guerrilla Metropolitana
Genre: Experimental Horror, Transgressive Cinema, Avantgarde
Produktionsland: Großbritannien
FSK: Ungeprüft / Keine Angabe (Sehr extreme, transgressive Inhalte)
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Das ohnehin fragile Fundament einer zutiefst dysfunktionalen Familie bricht nach dem plötzlichen und mysteriösen Verlust der kleinen Tochter komplett zusammen. Anstatt jedoch in gemeinsamer Trauer Trost zu finden, gleiten die Familienmitglieder isoliert in ihrem verwahrlosten Haus in einen unaufhaltsamen Strudel aus Wahnsinn, Perversion und inzestuöser Gewalt. Ohne gesprochene Worte manifestiert sich ein unbarmherziger Fiebertraum, der den schleichenden, moralischen Verfall und das unaussprechliche Trauma einer generationenübergreifenden Kindesmisshandlung spürbar macht.
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Nachdem ich vor Kurzem erst das klaustrophobische Werk The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom gesehen und rezensiert habe, brannte ich natürlich darauf, was das Langfilmdebüt Dariuss des Regisseurs aus dem Jahr 2023 zu bieten hatte. Guerrilla Metropolitana liefert hier ein filmisches Manifest ab, das den Begriff „Mindfucks“ im extremen Independent-Kino praktisch neu definiert. Wo andere Regisseure des Genres auf vorhersehbare Jump-Scares oder stumpfen Gore setzen, wählt Metropolitana einen radikalen, hochgradig intellektuellen Arthouse-Ansatz, um den moralischen und psychischen Kollaps einer Familie zu sezieren. Was Dariuss stilistisch so faszinierend macht, ist seine meisterhaft umgesetzte Nähe zu den bildgewaltigen Meisterwerken eines Peter Greenaway. Ähnlich wie Greenaway verabscheut Metropolitana anscheinend die traditionelle, lineare Hollywood-Erzählweise und benutzt das Medium Film stattdessen als lebendes, oftmals morbide erscheinendes Gemälde. Jede Einstellung im Inneren des verwahrlosten Hauses wirkt trotz der Rohheit des Underground-Looks wie eine präzise komponierte Barock-Szenerie. Doch Metropolitana geht zusätzlich noch einen entscheidenden Schritt weiter: Er agiert zwar wie ein Peter Greenaway, ist jedoch weitaus radikaler und roher. Er zieht das Publikum schonunsglos in die Abgründe des menschlichen Daseins. Genau diese kompromisslose, extreme Weiterführung macht die künstlerische Qualität des Films absolut packend und großartig. Für mich persönlich hebt dieser mutige Spagat das Ganze auf das Niveau eines echten, kleinen Meisterwerks des modernen Undergrounds. Verstärkt wird das alles noch durch eine brillante Hommage an das klassische Stummfilmkino, denn das das Werk verzichtet komplett auf gesprochene Dialoge und setzt stattdessen ganz auf eine irritierende Tonebene sowie expressive Visualität. Die Lichtsetzung und bedrohliche Schattengestaltung erinnnert ganz unversteckt an klassische Meilensteine wie Das Cabinet des Dr. Caligari oder Nosferatu.
Obwohl dieser radikale Avantgarde-Stil bereits Ansätze des Folgewerks The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom zeigt, entfaltet Metropolitana in Dariuss eine weitaus vollere klaustrophobische Perfektion und erinnert in seiner reinsten Form an den modernen Kulthit Skinamarink aus dem Jahr 2022. Wie in Kyle Edward Balls experimentellem Albtraum verliert das Haus der Familie jegliche Funktion als schützendes Heim und mutiert stattdessen zu einem feindlichen Ort des Grauens. Die Kamera verharrt unbarmherzig auf leeren Ecken, düsteren Korridoren und fragmentierten Details einer implodierenden, zutiefst dysfunktionalen Familie.
Diese beklemmende Atmosphäre wird durch die rohen, hochintensiven Leistungen des Schauspielensembles kraftvoll verstärkt. Allen voran liefert Ila Argento, die für die Deharbeiten eigens aus Italien nach London kam, eine absolut spektakuläre, tief unter die Haut gehende Performance ab. Sie transportiert eine qualvolle Tiefe aus Trauer und psychischem Verfall allein durch ihre ausdrucksstarke Mimik und ihre Körpersprache, während Archibald Kane, Sarah Isabèl, Marie Antoinette de Robespierre und Guerilla Metropolitano selbst dieser kompromisslosen Intensität in jeder Sekunde in nichts nachstehen.
Durch das komplette Fehlen von Sprache und die audiovisuellen Verfremdungen bricht Metropolitana die Realität vollkommen auf und ersetzt sie durch eine paranoide Albtraum-Logik. Man schaut dem Geschehen nicht bloß zu, sopndern ist gemeinsam mit den Figuren in diesem zeitlosen, dunklen Fiebertraum innerhalb dieser vier Wände gefangen.
Hinter dieser zutiefst verstörenden Fassade verbirgt sich zusätzlich noch ein extrem erschütternder Kern, der zum Nachdenken anregt. Denn Dariuss ist eine radikale, metaphorische Auseinandersetzung mit dem unfassbaren Grauen von Kindesmisshandlung, Pädophilie und dem darauf folgenden Zerfall jeglicher Menschlichkeit. Der Missbrauch und Tod der kleinen Tochter ist der Katalysator, der die Familie in den absoluten, inzestuösen und mörderischen Wahnsinn treibt. Wo Skinamarink die kindliche Urangst vor dem Verlassenwerden im Dunkeln einfängt, nutzt Metropolitana das unheimliche Spiel mit Taschenlampenlicht und im Finstern verstreuter Kinderkleidung auf der Straße, um den Blick eines traumatisierten, hilflosen Zeugen zu simulieren. Die extreme Gewalt und die expliziten Szenen sind hier kein billiger Schockeffekt, sondern die einzig adäquate, visuelle Sprache, um die monströse Dunkelheit dieses Tabuthemas eindringlich abzubilden. Der Moment, in dem der Vater vor dem Gemälde der Tochter praktisch kollabiert, macht die perverse Verzerrung von Schuld, Schmerz und unbewältigtem Trauma unerträglich greifbar. Dariuss ist kein Film für den klassischen Popcorn-Horror-Fan. Er fordert sein Publikum intellektuell wie emotional bis aufs Äußerste heraus. Guerrilla Metropolitana beweist sich hier als cineastischer Freigeist, der die Grenzen des Independent-Kinos mutig einreißt, und erschafft ein radikales, verstörendes und unvergessliches Stück Transgressive Cinema, das für mich ein echtes, kleines Meisterwerk darstellt und noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis nachhallt.
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Fazit: Als zutiefst erschütterndes und zugleich formal brillantes Kunstwerk beweist dieser Film eindrucksvoll, dass echter Independent-Horror weder moralische noch kreative Kompromisse eingehen muss, um eine fundamentale Wirkung zu erzielen.
©2026 Wolfgang Brunner
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The already fragile foundation of a deeply dysfunctional family completely collapses following the sudden and mysterious loss of their young daughter. Instead of finding solace in shared grief, however, the family members slide into an unstoppable vortex of madness, perversion, and incestuous violence, isolated within their dilapidated house. Without spoken words, a merciless fever dream manifests, rendering palpable the creeping moral decay and the unspeakable trauma of multigenerational child abuse.
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Having only recently watched and reviewed the claustrophobic piece The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom, I was naturally burning to see what the director’s 2023 feature film debut Dariuss had to offer. Guerrilla Metropolitana delivers a cinematic manifesto here that practically redefines the concept of a „mindfuck“ within extreme independent cinema. Where other directors of the genre rely on predictable jump-scares or mindless gore, Metropolitana chooses a radical, highly intellectual arthouse approach to dissect the moral and psychological collapse of a family. What makes Dariuss so stylistically fascinating is its masterfully executed proximity to the visually stunning masterpieces of Peter Greenaway. Much like Greenaway, Metropolitana seemingly detests the traditional, linear Hollywood narrative style, utilizing the medium of film instead as a living, often morbidly appearing painting. Despite the rawness of the underground look, every single frame inside the neglected house feels like a precisely composed Baroque tableau. Yet Metropolitana takes it a decisive step further: while he operates like a Peter Greenaway, he is far more radical and raw, relentlessly dragging the audience into the abysses of human existence. It is precisely this uncompromising, extreme continuation that makes the artistic quality of the film absolutely gripping and magnificent. For me personally, this courageous balancing act elevates the entire project to the level of a true, minor masterpiece of modern underground cinema. All of this is further amplified by a brilliant homage to classic silent cinema, as the work completely dispenses with spoken dialogue, relying instead entirely on a jarring soundscape and expressive visuality. The lighting and menacing use of shadows undisguisedly recall classic milestones such as The Cabinet of Dr. Caligari or Nosferatu.
Although this radical avant-garde style already shows glimpses of his subsequent work, The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom, Metropolitana unleashes a far fuller claustrophobic perfection in Dariuss, resembling in its purest form the 2022 modern cult hit Skinamarink. Much like in Kyle Edward Ball’s experimental nightmare, the family’s house loses any function as a protective home, mutating instead into a hostile place of dread. The camera lingers mercilessly on empty corners, gloomy corridors, and fragmented details of an imploding, deeply dysfunctional family.
This oppressive atmosphere is powerfully elevated by the raw, highly intense performances of the cast. Above all, Ila Argento, who traveled from Italy to London specifically for the shoot, delivers an absolutely spectacular, visceral performance. She channels an agonizing depth of grief and psychological degradation entirely through her expressive eyes and body language, while Archibald Kane, Sarah Isabèl, Marie Antoinette de Robespierre, and Guerrilla Metropolitana himself match this uncompromising intensity at every turn.
Through the complete absence of language and the audiovisual distortion, Metropolitana entirely breaks open reality, replacing it with a paranoid nightmare-logic. You do not merely watch the events unfold; rather, you are trapped alongside the characters in this timeless, dark fever dream within these four walls.
Behind this deeply disturbing facade lies an extremely harrowing core that genuinely provokes thought. Ultimately, Dariuss is a radical, metaphorical confrontation with the unfathomable horror of child abuse, pedophilia, and the subsequent decay of all humanity. The abuse and death of the little girl serve as the catalyst driving the family into absolute, incestuous, and murderous insanity. Where Skinamarink captures the primal childhood fear of being abandoned in the dark, Metropolitana utilizes the uncanny interplay of flashlight beams and children’s clothing scattered in the darkness on the street to simulate the gaze of a traumatized, helpless witness. The extreme violence and explicit scenes are not used as cheap shock effects here, but rather as the only adequate visual language to hauntingly depict the monstrous darkness of this taboo subject. The moment the father practically collapses in front of the daughter’s portrait makes the perverse distortion of guilt, pain, and unresolved trauma unbearably tangible. Dariuss is not a film for the conventional popcorn horror fan. It challenges its audience to the absolute limit, both intellectually and emotionally. Guerrilla Metropolitana proves himself here as a cinematic free spirit who courageously tears down the boundaries of independent filmmaking, creating a radical, disturbing, and unforgettable piece of transgressive cinema that represents a true, minor masterpiece to me and resonates deeply in the mind long after the credits roll.
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Conclusion: As a deeply shattering and at the same time formally brilliant work of art, this film impressively proves that true independent horror needs to make neither moral nor creative compromises to achieve a profound and fundamental impact.
©2026 Wolfgang Brunner















