Dariuss (2023)


Originaltitel: Dariuss
Regie: Guerrilla Metropolitana
Drehbuch: Guerrilla Metropolitana
Kamera: Guerrilla Metropolitana
Musik: Guerrilla Metropolitana
Laufzeit: 63 Minuten
Darsteller: Ila Argento, Archibald Kane, Sarah Isabèl, Marie Antoinette de Robespierre, Medusa S., Guerrilla Metropolitana
Genre: Experimental Horror, Transgressive Cinema, Avantgarde
Produktionsland: Großbritannien
FSK: Ungeprüft / Keine Angabe (Sehr extreme, transgressive Inhalte)

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Das ohnehin fragile Fundament einer zutiefst dysfunktionalen Familie bricht nach dem plötzlichen und mysteriösen Verlust der kleinen Tochter komplett zusammen. Anstatt jedoch in gemeinsamer Trauer Trost zu finden, gleiten die Familienmitglieder isoliert in ihrem verwahrlosten Haus in einen unaufhaltsamen Strudel aus Wahnsinn, Perversion und inzestuöser Gewalt. Ohne gesprochene Worte manifestiert sich ein unbarmherziger Fiebertraum, der den schleichenden, moralischen Verfall und das unaussprechliche Trauma einer generationenübergreifenden Kindesmisshandlung spürbar macht.

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Nachdem ich vor Kurzem erst das klaustrophobische Werk The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom gesehen und rezensiert habe, brannte ich natürlich darauf, was das Langfilmdebüt Dariuss des Regisseurs aus dem Jahr 2023 zu bieten hatte. Guerrilla Metropolitana liefert hier ein filmisches Manifest ab, das den Begriff „Mindfucks“ im extremen Independent-Kino praktisch neu definiert. Wo andere Regisseure des Genres auf vorhersehbare Jump-Scares oder stumpfen Gore setzen, wählt Metropolitana einen radikalen, hochgradig intellektuellen Arthouse-Ansatz, um den moralischen und psychischen Kollaps einer Familie zu sezieren. Was Dariuss stilistisch so faszinierend macht, ist seine meisterhaft umgesetzte Nähe zu den bildgewaltigen Meisterwerken eines Peter Greenaway. Ähnlich wie Greenaway verabscheut Metropolitana anscheinend die traditionelle, lineare Hollywood-Erzählweise und benutzt das Medium Film stattdessen als lebendes, oftmals morbide erscheinendes Gemälde. Jede Einstellung im Inneren des verwahrlosten Hauses wirkt trotz der Rohheit des Underground-Looks wie eine präzise komponierte Barock-Szenerie. Doch Metropolitana geht zusätzlich noch einen entscheidenden Schritt weiter: Er agiert zwar wie ein Peter Greenaway, ist jedoch weitaus radikaler und roher. Er zieht das Publikum schonunsglos in die Abgründe des menschlichen Daseins. Genau diese kompromisslose, extreme Weiterführung macht die künstlerische Qualität des Films absolut packend und großartig. Für mich persönlich hebt dieser mutige Spagat das Ganze auf das Niveau eines echten, kleinen Meisterwerks des modernen Undergrounds. Verstärkt wird das alles noch durch eine brillante Hommage an das klassische Stummfilmkino, denn das das Werk verzichtet komplett auf gesprochene Dialoge und setzt stattdessen ganz auf eine irritierende Tonebene sowie expressive Visualität. Die Lichtsetzung und bedrohliche Schattengestaltung erinnnert ganz unversteckt an klassische Meilensteine wie Das Cabinet des Dr. Caligari oder Nosferatu.

Obwohl dieser radikale Avantgarde-Stil bereits Ansätze des Folgewerks The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom zeigt, entfaltet Metropolitana in Dariuss eine weitaus vollere klaustrophobische Perfektion und erinnert in seiner reinsten Form an den modernen Kulthit Skinamarink aus dem Jahr 2022. Wie in Kyle Edward Balls experimentellem Albtraum verliert das Haus der Familie jegliche Funktion als schützendes Heim und mutiert stattdessen zu einem feindlichen Ort des Grauens. Die Kamera verharrt unbarmherzig auf leeren Ecken, düsteren Korridoren und fragmentierten Details einer implodierenden, zutiefst dysfunktionalen Familie.
Diese beklemmende Atmosphäre wird durch die rohen, hochintensiven Leistungen des Schauspielensembles kraftvoll verstärkt. Allen voran liefert Ila Argento, die für die Deharbeiten eigens aus Italien nach London kam, eine absolut spektakuläre, tief unter die Haut gehende Performance ab. Sie transportiert eine qualvolle Tiefe aus Trauer und psychischem Verfall allein durch ihre ausdrucksstarke Mimik und ihre Körpersprache, während Archibald Kane, Sarah Isabèl, Marie Antoinette de Robespierre und Guerilla Metropolitano selbst dieser kompromisslosen Intensität in jeder Sekunde in nichts nachstehen.
Durch das komplette Fehlen von Sprache und die audiovisuellen Verfremdungen bricht Metropolitana die Realität vollkommen auf und ersetzt sie durch eine paranoide Albtraum-Logik. Man schaut dem Geschehen nicht bloß zu, sopndern ist gemeinsam mit den Figuren in diesem zeitlosen, dunklen Fiebertraum innerhalb dieser vier Wände gefangen.

Hinter dieser zutiefst verstörenden Fassade verbirgt sich zusätzlich noch ein extrem erschütternder Kern, der zum Nachdenken anregt. Denn Dariuss ist eine radikale, metaphorische Auseinandersetzung mit dem unfassbaren Grauen von Kindesmisshandlung, Pädophilie und dem darauf folgenden Zerfall jeglicher Menschlichkeit. Der Missbrauch und Tod der kleinen Tochter ist der Katalysator, der die Familie in den absoluten, inzestuösen und mörderischen Wahnsinn treibt. Wo Skinamarink die kindliche Urangst vor dem Verlassenwerden im Dunkeln einfängt, nutzt Metropolitana das unheimliche Spiel mit Taschenlampenlicht und im Finstern verstreuter Kinderkleidung auf der Straße, um den Blick eines traumatisierten, hilflosen Zeugen zu simulieren. Die extreme Gewalt und die expliziten Szenen sind hier kein billiger Schockeffekt, sondern die einzig adäquate, visuelle Sprache, um die monströse Dunkelheit dieses Tabuthemas eindringlich abzubilden. Der Moment, in dem der Vater vor dem Gemälde der Tochter praktisch kollabiert, macht die perverse Verzerrung von Schuld, Schmerz und unbewältigtem Trauma unerträglich greifbar. Dariuss ist kein Film für den klassischen Popcorn-Horror-Fan. Er fordert sein Publikum intellektuell wie emotional bis aufs Äußerste heraus. Guerrilla Metropolitana beweist sich hier als cineastischer Freigeist, der die Grenzen des Independent-Kinos mutig einreißt, und erschafft ein radikales, verstörendes und unvergessliches Stück Transgressive Cinema, das für mich ein echtes, kleines Meisterwerk darstellt und noch lange nach dem Abspann im Gedächtnis nachhallt.

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Fazit: Als zutiefst erschütterndes und zugleich formal brillantes Kunstwerk beweist dieser Film eindrucksvoll, dass echter Independent-Horror weder moralische noch kreative Kompromisse eingehen muss, um eine fundamentale Wirkung zu erzielen.

©2026 Wolfgang Brunner

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The already fragile foundation of a deeply dysfunctional family completely collapses following the sudden and mysterious loss of their young daughter. Instead of finding solace in shared grief, however, the family members slide into an unstoppable vortex of madness, perversion, and incestuous violence, isolated within their dilapidated house. Without spoken words, a merciless fever dream manifests, rendering palpable the creeping moral decay and the unspeakable trauma of multigenerational child abuse.

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Having only recently watched and reviewed the claustrophobic piece The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom, I was naturally burning to see what the director’s 2023 feature film debut Dariuss had to offer. Guerrilla Metropolitana delivers a cinematic manifesto here that practically redefines the concept of a „mindfuck“ within extreme independent cinema. Where other directors of the genre rely on predictable jump-scares or mindless gore, Metropolitana chooses a radical, highly intellectual arthouse approach to dissect the moral and psychological collapse of a family. What makes Dariuss so stylistically fascinating is its masterfully executed proximity to the visually stunning masterpieces of Peter Greenaway. Much like Greenaway, Metropolitana seemingly detests the traditional, linear Hollywood narrative style, utilizing the medium of film instead as a living, often morbidly appearing painting. Despite the rawness of the underground look, every single frame inside the neglected house feels like a precisely composed Baroque tableau. Yet Metropolitana takes it a decisive step further: while he operates like a Peter Greenaway, he is far more radical and raw, relentlessly dragging the audience into the abysses of human existence. It is precisely this uncompromising, extreme continuation that makes the artistic quality of the film absolutely gripping and magnificent. For me personally, this courageous balancing act elevates the entire project to the level of a true, minor masterpiece of modern underground cinema. All of this is further amplified by a brilliant homage to classic silent cinema, as the work completely dispenses with spoken dialogue, relying instead entirely on a jarring soundscape and expressive visuality. The lighting and menacing use of shadows undisguisedly recall classic milestones such as The Cabinet of Dr. Caligari or Nosferatu.

Although this radical avant-garde style already shows glimpses of his subsequent work, The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom, Metropolitana unleashes a far fuller claustrophobic perfection in Dariuss, resembling in its purest form the 2022 modern cult hit Skinamarink. Much like in Kyle Edward Ball’s experimental nightmare, the family’s house loses any function as a protective home, mutating instead into a hostile place of dread. The camera lingers mercilessly on empty corners, gloomy corridors, and fragmented details of an imploding, deeply dysfunctional family.
This oppressive atmosphere is powerfully elevated by the raw, highly intense performances of the cast. Above all, Ila Argento, who traveled from Italy to London specifically for the shoot, delivers an absolutely spectacular, visceral performance. She channels an agonizing depth of grief and psychological degradation entirely through her expressive eyes and body language, while Archibald Kane, Sarah Isabèl, Marie Antoinette de Robespierre, and Guerrilla Metropolitana himself match this uncompromising intensity at every turn.
Through the complete absence of language and the audiovisual distortion, Metropolitana entirely breaks open reality, replacing it with a paranoid nightmare-logic. You do not merely watch the events unfold; rather, you are trapped alongside the characters in this timeless, dark fever dream within these four walls.

Behind this deeply disturbing facade lies an extremely harrowing core that genuinely provokes thought. Ultimately, Dariuss is a radical, metaphorical confrontation with the unfathomable horror of child abuse, pedophilia, and the subsequent decay of all humanity. The abuse and death of the little girl serve as the catalyst driving the family into absolute, incestuous, and murderous insanity. Where Skinamarink captures the primal childhood fear of being abandoned in the dark, Metropolitana utilizes the uncanny interplay of flashlight beams and children’s clothing scattered in the darkness on the street to simulate the gaze of a traumatized, helpless witness. The extreme violence and explicit scenes are not used as cheap shock effects here, but rather as the only adequate visual language to hauntingly depict the monstrous darkness of this taboo subject. The moment the father practically collapses in front of the daughter’s portrait makes the perverse distortion of guilt, pain, and unresolved trauma unbearably tangible. Dariuss is not a film for the conventional popcorn horror fan. It challenges its audience to the absolute limit, both intellectually and emotionally. Guerrilla Metropolitana proves himself here as a cinematic free spirit who courageously tears down the boundaries of independent filmmaking, creating a radical, disturbing, and unforgettable piece of transgressive cinema that represents a true, minor masterpiece to me and resonates deeply in the mind long after the credits roll.

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Conclusion: As a deeply shattering and at the same time formally brilliant work of art, this film impressively proves that true independent horror needs to make neither moral nor creative compromises to achieve a profound and fundamental impact.

©2026 Wolfgang Brunner

The Benefactress (An Exposure of Cinematic Freedom) – (2025)


Originaltitel: The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom
Regie: Guerrilla Metropolitana
Drehbuch: Guerrilla Metropolitana
Kamera: Guerrilla Metropolitana
Musik:Guerrilla Metropolitana
Laufzeit: 67 Minuten
Darsteller: Marie Antoinette de Robespierre, Juicy X, Elektra McBride, Guerrilla Metropolitana
Genre: Experimental Horror, Transgressive Cinema
Produktionsland: Großbritannien / Italien
FSK: Ungeprüft / Keine Angabe (Sehr extreme, transgressive Inhalte)

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Eine sterbende Millionärin finanziert anonym ein extremes Filmprojekt. Dafür fordert sie die totale Kontrolle per Live-Video. Die Beteiligten geraten schnell in eine gefährliche Spirale der Manipulation. Schließlich verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Albtraum völlig.

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Ich bin ehrlich gesagt hin- und hergerissen von dem Film, was vom Regisseur wahrscheinlich genau so beabsichtigt ist. Man kann von Guerrilla Metropolitana halten, was man will, aber wenn man bereit ist, sich auf dieses außergewöhnliche Konstrukt einzulassen, stellt der Film ein extrem intensives Erlebnis dar. Man stellt sich beim Zusehen unweigerlich die Frage, warum dieses im Grunde genommen abscheuliche Werk in der Underground-Szene eigentlich so gefeiert wird. Für mich liegt das daran, dass Metropolitana die extreme Provokation nicht als billigen Schock nutzt, sondern als radikale, künstlerische Ausdrucksform. Was mir anfangs am wenigsten gefallen hat, waren die unzähligen, expliziten sexuellen Handlungen. Das stößt einen im ersten Moment massiv ab (mit Sicherheit auch beabsichtigt). Lässt man das Ganze aber eine Weile sacken, versteht man die Intention: Diese Szenen sind ganz bewusst das Werkzeug des Regisseurs, um ein absolut unangenehmes, schmerzhaftes Gefühl zu erzeugen. Es soll wehtun und abstoßen. Genau solche Kompromisslosigkeit und der Mut, gesellschaftliche Tabus völlig ungefiltert zu brechen, faszinieren das Independent-Publikum.

Besonders hervorzuheben ist dabei das Zusammenspiel der beiden Hauptdarstellerinnen Juicy X und Mystery Woman. Juicy X führt mit ihrer Performance die Zuschauer mit einer fast schon unheimlichen, starren Ruhe durch die Abgründe dieses filmischen Experiments. Ihr Gegenpart, die britische Darstellerin Mystery Woman, liefert eine emotional wie physisch extrem fordernde Leistung ab, bei der sie sich völlig ungeschützt den sadistischen Dynamiken und der kalkulierten Demütigung vor der Kamera aussetzt. Dass ein Großteil der gezeigten, hardcore-sexuellen Interaktionen zwischen ihr und dem Regisseur real stattfand, verleiht dem Werk eine beängstigende, fast schon dokumentarische Authentizität, die einem bei genauerem Überlegen einen Schauer über den Rücken jagt. Beide Frauen beweisen hier einen beispiellosen Mut, der weit über klassisches Schauspiel hinausgeht. Laut Aussage des Regisseurs wäre das gesamte Projekt ohne die kompromisslose Hingabe und die furchtlose Grenzüberschreitung dieser beiden Darstellerinnen niemals realisierbar gewesen – sie sind es, die dem abstrakten Machtspiel eine zutiefst verstörende, greifbare Realität verleihen. Sie gehen schauspielerisch bis an die absolute Schmerzgrenze, was dem Ganzen eine beängstigende Echtheit verleiht und den Film auf eine (unangenehme) emotionalen Ebene bringt, die den Zuschauer völlig mitreisst.


Eine zentrale Szene hat sich mir dabei besonders eingebrannt und bringt die tiefere Ebene des Films aus meiner Sicht absolut auf den Punkt: Eine Frau wird grausam misshandelt und gedemütigt, während die andere Frau völlig teilnahmslos und desinteressiert danebensitzt und auf ihr Handy starrrt. Das war für mich ein genialer, wenn auch unerträglicher Moment. Es ist der perfekte filmische Ausdruck dafür, wie kalt, gefühllos und abgestumpft unsere Welt durch das Internet und den permanenten digitalen Konsum mittlerweile geworden ist. Das Leid des echten Menschen direkt neben uns verblasst hinter dem Display.
»The Benefactress« behandelt Gewalt mit einem komplexen Meta-Kommentar über die Filmindustrie selbst. Natürlich sorgt das beim Publikum, vor allem jenem, das nicht bereit ist, sich darauf einzulassen, für gigantische Kontroversen. Im Netz toben daher Diskussionen, ob das noch Kunst oder reiner, kranker Exhibitionismus ist.

Dass der Film diese ungeheure Sogwirkung entwickelt, liegt aber auch an der handwerklich genialen Umsetzung. Visuell besitzt der Film eine dreckige, kompromisslose Low-Budget-Ästhetik. Die oft ungemütlichen, rohen Kameraeinstellungen und das extreme Spiel mit Tabus und körperlichen Abgründen haben mich total an die Underground-Werke von Mario Dora, wie beispielsweise »Cannibal – Aus dem Tagebuch des Kannibalen« oder »Melancholie der Engel« erinnert. Das Ganze wirkt unzensiert und dokumentarisch-schmutzig. Das Sounddesign wiederum schlägt in eine völlig andere Kerbe. Die Tonspur arbeitet mit einer dumpfen und minimalistischen Geräuschkulisse, die, zusammen mit den klaustrophobischen Bildern, eine dauerhafte, unterschwellige Bedrohung erzeugt, bei der man sich permanent unwohl fühlt. Man weiß nie, was als nächstes passiert. Das hat mir ein ähnlich beklemmendes Gefühl verpasst wie der Film »Skinamarink«.

Am Ende ist »The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom« ein verdammt avantgardistischer und extremer Brett, das eigentlich so gar nicht mein Fall ist. Aber man muss die künstlerische und schauspielerische Konsequenz einfach anerkennen. Es ist ein audiovisueller Frontalangriff, der durch seine Gesellschaftskritik, das geniale Zusammenspiel aus Bild und Ton sowie die mutigen Darstellerinnen als experimentelles Kunstwerk absolut stark umgesetzt wurde … wenn man sich darauf einlassen kann.

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Fazit: Guerilla Metropolitanas Film ist ein verstörender Experimentalfilm, der trotz seiner teils abstoßenden und doch faszinierenden Härte durch seine tiefgründige Gesellschaftskritik und kompromisslose künstlerische Konsequenz im Gedächtnis bleibt.

©2026 Wolfgang Brunner

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A dying millionaire anonymously finances an extreme film project. In return, she demands total control via live video. Those involved quickly spiral into a dangerous web of manipulation. Ultimately, the boundaries between reality and nightmare blur completely.

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To be honest, I am quite torn about this film—which is probably exactly what the director intended. No matter what you think of Guerrilla Metropolitana, if you are willing to truly engage with this extraordinary framework, the film delivers an extremely intense experience. While watching, you inevitably ask yourself why this fundamentally provocative work is actually being celebrated so much in the underground scene. For me, the reason lies in the fact that Metropolitana does not use extreme provocation as cheap shock value, but rather as a radical form of artistic expression. What I initially found most challenging were the countless, visceral scenes of degradation. They are deeply repulsive at first glance (which is certainly intentional as well). However, once you let it all sink in for a while, you understand the intention: these scenes are a deliberate tool used by the director to create an absolutely uncomfortable, painful sensation. It is meant to repel. It is precisely this uncompromising nature and the courage to completely break societal taboos unfiltered that fascinate the independent audience.

Particularly noteworthy is the interaction between the two lead actresses, Juicy X and Mystery Woman. With her performance, Juicy X guides the viewer through the depths of this cinematic experiment with an almost uncanny, stoic calmness. Her counterpart, British actress Mystery Woman, delivers an emotionally and physically punishing performance, exposing herself completely to the harsh dynamics and calculated psychological pressure on camera. The raw intensity of their performances lends the work a terrifying, almost documentary-like authenticity that sends a shiver down your spine upon closer reflection. Both women demonstrate an unprecedented level of courage that goes far beyond conventional acting. According to the director, the entire project would have been impossible to realize without the uncompromising dedication and fearless boundary-pushing of these two performers—they are the ones who give this abstract power play its deeply disturbing, tangible reality. Performance-wise, they push themselves to the absolute limit, giving the entire piece a terrifying authenticity.


One central scene burned itself into my mind and, from my perspective, perfectly encapsulates the film’s deeper meaning: A person is harshly mistreated while another person sits right next to them, completely indifferent and detached, staring at a phone. For me, this was a brilliant, albeit unbearable moment. It is the perfect cinematic expression of how cold, emotionless, and desensitized our world has become due to the internet and constant digital consumption. The suffering of a real human being right next to us fades behind the display. »The Benefactress« weaves tension into a complex meta-commentary about the film industry itself. Naturally, this sparks massive controversies among the audience. Online, debates rage over whether this is still art or pure, unsettling exhibitionism.

The reason the film develops such an immense pull, however, also lies in its technically brilliant execution. Visually, the film possesses a gritty, uncompromising low-budget aesthetic. The often uncomfortable, raw camera angles and the extreme play with taboos and bodily themes strongly reminded me of the underground works of Mario Dora, such as »The Angels‘ Melancholia«. The whole thing feels raw and documentarily dirty. The sound design, on the other hand, takes a completely different path. The audio track utilizes a muffled and minimalist soundscape which, combined with the claustrophobic imagery, creates a constant, underlying sense of dread that makes you feel permanently uneasy. This gave me a similarly oppressive feeling as the film »Skinamarink«.

In the end, »The Benefactress: An Exposure of Cinematic Freedom« is an incredibly avant-garde and extreme heavyweight. Yet, one simply has to acknowledge the artistic and performative consistency. It is an audiovisual frontal assault that, through its social commentary, the brilliant synergy of image and sound, and the brave actresses, succeeds as a remarkably powerful experimental piece of art… provided you are willing to immerse yourself in it.

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Conclusion: Guerilla Metropolitana’s film is a disturbing experimental movie that, despite its repulsive yet fascinating harshness, lingers in the mind through profound social critique and uncompromising artistic consistency.

©2026 Wolfgang Brunner

Dark Secrets: Game of Death Chapter 2 (2025)

Originaltitel: Dark Secrets: Game of Death Chapter 2
Regie: Timo Rose
Drehbuch: Timo Rose
Kamera: Markus Baumeister
Musik: Salem’s Pop, Timo Rose, Dave Neabore
Laufzeit: 111 Minuten
Darsteller: Maya Trojanowski, David Ruessel, Lewis Santer, Xenia Weigel, Shehzad Bulut, Nadja Gallera, Dana Mae, Julie Deluz, Annelie Harner, Yenia Weigel, Konstantin Korovilas, Matthias Schmidt, Norbert Weisser, Kaylee Williams
Genre: Action, Horror, Splatter, Martial Arts
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Ein Team gerät während einer Mission in die Fänge dunkler Mächte und stößt auf okkulte Geheimnisse, die sich schnell zu einem tödlichen Überlebenskampf entwickeln.

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Nachdem das letzte Bild vom Monitor verschwunden ist, muss ich mich erst einmal sammeln, um das Gesehene zu verarbeiten. Timo Roses „Dark Secrets: Game of Death Chapter 2“ ist ein Film, der mich umgehauen hat. Er bewegt sich mit sichtbarer Lust zwischen verschiedenen Genres und tobt sich an Grenzüberschreitungen aus. Als irrsinnige Mischung aus Martial-Arts-Film, Horrorschocker und Grindhouse-Verneigung stellt Regisseur Timo Rose sämtliche Konventionen des Mainstream-Kinos auf den Kopf und reiht sich aus meiner Sicht in die früheren Kultfilme von Regisseuren wie Sam Raimi oder Peter Jackson ein.
Der Film spielt in der Welt des Vorgängers „Game of Death: The Six Doors to Hell“ an, fungiert aber gleichzeitig sowohl als Prequel als auch als eine Art Fortsetzung beziehungsweise Erweiterung. In der verschachtelten Erzählweise tauchen alte und neue Charaktere auf, die Roses Game-of-Death-Universum deutlich erweitern.
Nando Rohner ist einer der kreativen Geister hinter „Dark Secrets: Game of Death 2“, der die Vision von Timo Rose entscheidend mitgeprägt hat. Durch seine Beteiligung als Ideengeber und Produzent ist er mitverantwortlich, dass die wilde Mischung aus verschiedenen Genres funktioniert.

Der Film beginnt zunächst wie ein klassisches Horror- oder Science-Fiction-Abenteuer, und zwar mit einem Team, das sich einer gefährlichen Aufgabe stellen muss. Doch diese Stimmung kippt ab der Mitte des Films ins absolut Bedrohliche und nimmt stellenweise lovecraftsche Ausmaße an. Manchmal wird das Publikum an John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ erinnert (Norbert Weisser, der in Carpenters Kultfilm mitwirkte, ist in „Dark Secrets: Game of Death Chapter 2“ als Anthony Wagner zu sehen). Doch Rose kopiert Carpenter nicht einfach nur, sondern verehrt seinen Film.
Lewis Santer, der im vorliegenden Film die Figur des Brian verkörpert, spielt übrigens Tigger in „Winnie-the-Pooh: Blood and Honey 2“.
Was am Anfang wie der Plot eines Actionfilms wirkt, verwandelt sich in einen düsteren, blutigen Horrortrip, den man nicht mehr so schnell vergisst. Timo Rose besitzt einen unglaublichen Sinn für Atmosphäre. Die Kamera befindet sich oft in unmittelbarer Nähe zu den Figuren, was die Bedrohung intensiviert. Der Film erinnert immer wieder an kultige Werke der 1970er- und 1980er-Jahre, doch Rose geht dennoch einen eigenen Weg und verbindet auf nostalgische Weise den Grindhouse-Stil mit ausgezeichnet gemachten praktischen Effekten und modernem Inszenierungsstil. Das Ergebnis wirkt unglaublich lebendig, gerade weil sich Rose spürbar gegen digitale Glätte entscheidet und überwiegend handgemachte Arbeit liefert.

Immer noch ein zentrales Element des Films sind die Martial-Arts-Szenen, auch wenn sie bei Weitem nicht mehr den Stellenwert wie im ersten Teil einnehmen. Diese Kämpfe sind schnell und präzise choreografiert. Gerade die unterschiedlichen Kampfstile und die Sequenzen in Nahaufnahmen wirken, als wäre man direkt dabei. Doch innerhalb der rasanten cineastischen Achterbahnfahrt zeigt Rose immer wieder ruhige Momente, die das Geschehen zum einen erden, und zum anderen die Figuren menschlich machen. Genau diese Sequenzen verschaffen den Charakteren und dem Film eine Tiefe, die man in einem so exzessiven, blutigen Genre-Mix gar nicht erwartet.
„Dark Secrets: Game of Death Chapter 2“ ist ein konsequent inszenierter und vor allem mutiger Genremix, der mit großartigen Bildern, perfekten Splattereinlagen und Emotionen überzeugt. Timo Rose und sein hervorragendes Team haben einen Film geschaffen, der im Gedächtnis bleibt. Für mich schon jetzt ein Kultfilm, von dem ich gar nicht genug bekommen kann. Das von Rose entworfene Game-Of-Death-Universum macht süchtig und zeigt auf eindrucksvolle Art und Weise, wie Splatter zur Kunst werden kann.

Fazit: Ein wilder, atmosphärischer und kompromissloser Genremix, der wie geschaffen für einen Kultfilm ist.

©2025 Wolfgang Brunner

Game of Death – The Six Doors to Hell (2025)

Originaltitel: Game of Death – The Six Doors to Hell
Regie: Timo Rose
Drehbuch: Nando Rohner, Timo Rose
Kamera: Patrick Götz, Matt Leal, Raffaele Occhionero
Musik: Salem’s Pop, Timo Rose
Laufzeit: 103 Minuten
Darsteller: David Ruessel, Deena Unverzagt, Carlos Nikolai Campagna, Yanlong Li, Annelie Harner, Richard Norton, Lynne Griffin, Bruce Hopkins, Jonathan Howard, Chris Coppola, Brian Yuzna, Irene Miracle
Genre: Martial Arts, Action, Horror, Fantasy
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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In einer dystopischen Zukunft herrscht „Das Regime“, eine Regierung, die die Schwachen unterdrückt, foltert und tötet. Als Ken Shiro seine Tochter verliert, beschließt er, ihren Tod zu rächen. Doch da erscheint eine geheimnisvolle Gestalt namens V und erzählt ihm, dass sich seine Tochter in der Hölle befindet. Entschlossen macht sich Ken Shiro auf die Suche nach den sechs Toren, die in die Hölle führen, um seine Tochter zu retten.

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„Game of Death – The Six Doors to Hell“ ist eine wilde, aber äußerst gelungene Mischung aus Martial-Arts-Action und Horrorfilm mit einem Hauch Fantasy. Die Eröffnungsszene verwirrt, indem sie das Publikum mitten hinein in eine dystopische Welt wirft, die irgendwie an George Orwells „1984“ erinnert. Erst im Laufe des Films begreift man das Ganze dann so richtig.
Nando Rohner, der gemeinsam mit Timo Rose das Drehbuch geschrieben hat, erschafft eine tolle Atmosphäre und man spürt seine Filmbegeisterung sowohl für den Horror- als auch für den asiatischen Action-Film. Gerade der in der Anfangssequenz zu sehende Regisseur Kurando Mitsutake macht extrem Laune.
Der Film ist unübersehbar eine Verbeugung vor dem Action-Kino aus Hongkong und den Filmen mit Bruce Lee. Man muss sich auf die Geschichte einlassen, um insbesondere die Parallelen zu Dantes „Göttlicher Komödie“ zu erkennen. Der Genremix macht Spaß, ist kurzweilig und vor allem durchgehend spannend. Roses Film kann zudem mit einer Menge Cameo-Auftritten aufwarten, darunter der bereits oben erwähnte Kurando Mitsutake, aber auch die Kult-Regisseure Jack Sholders und Brian Yuzna und der im Jahr 2023 leider verstorbene Jeff Burr. Außerdem sind Richard Norton, Mark King, Jamie Luk, Robert Samuels, Lester Chan, Bruce Fontaine und Turbo Kong kurz zu sehen. Für Filmliebhaber des Independent-Films ist „Game of Death – Six Doors to Hell“ eine wahre Fundgrube.

Die Darsteller machen durchweg einen guten Job und können absolut in ihren Rollen überzeugen. Was mir besonders gut gefallen hat, waren die asiatischen Tropen, die sich durch den ganzen Film ziehen und fast schon eine Art Melancholie verursachen, weil man heutzutage nur noch selten solche Filme zu sehen bekommt. Auf außergewöhnliche Weise verfolgt Timo Rose den Weg eines Vaters, der seine getötete Tochter aus den Kreisen der Hölle befreien will. Dabei inszeniert Rose teilweise Bilder, die aus einem Arthouse-Film sein könnten, um kurz darauf hautnahe Action zu zeigen. Aber auch der Gore-Anteil ist sehr hoch, fügt sich nahtlos in die Handlung ein und wirkt an jeder Stelle passend. Die handgemachten Effekte sind grandios gelungen und machen ungemein Spaß.
Die Farbkompositionen erinnern teilweise an Dario Argento, manche Einstellungen wiederum erscheinen wie eine Verbeugung vor dem einzigartigen Akira Kurosawa. Timo Roses Film ist wie eine Zeitreise durch verschiedenartige Kultfilme, in denen man Werke der beiden oben genannten Regisseure erkennt, aber auch Hommagen an John Carpenter. Rose hat jedoch seinen ganz eigenen Inszenierungsstil erschaffen, der sowohl visuell als auch auditiv auf ganzer Linie überzeugen kann.
Und am Ende des Films wird es dann auch noch künstlerisch und emotional, wenn Vater und Tochter endlich wieder aufeinandertreffen.
„Game of Death – The Six Doors to Hell“ ist ein Film von Fans für Fans und dürfte sich früher oder später einen festen Platz innerhalb filmischer Verbeugungen vor dem Hongkong-Action-Kino finden.

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Fazit: Eindrucksvolle Verbeugung vor dem asiatischen Martial-Arts-Film.

© 2025 Wolfgang Brunner

Nährboden (2025)

Originaltitel: Nährboden
Regie: Sebastian Zeglarski
Drehbuch: Sebastian Zeglarski, Dr. Kalt
Kamera: Sebastian Zeglarski
Musik: Michael Donner Music
Laufzeit: 40 Minuten
Darsteller: Dr. Kalt, Daniela Meta Hofmann, Rizi Kay, Juley Greey, Statze Statzkowski
Genre: Horror, Splatter, Amateur
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Ein Mann will den Tod seiner geliebten Frau nicht wahrhaben. Durch eine alte Schrift versucht er, den Tod zu überwinden und sie zurück ins Leben zu holen. Doch ein blutiger Weg steht ihm bevor …

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Da kommt ein neuer Film von Sebastian Zeglarski, und ich kann es kaum erwarten, ihn anzusehen. Das liegt daran, dass er mich jedes Mal mit seinen Filmen packen konnte. Aber in erster Linie gar nicht einmal wegen seiner oft grenzüberschreitenden Splatter- und Ekelszenen (die ich natürlich auch mag, keine Frage), sondern eher, weil seine Filme etwas aussagen. Sie schockieren und man wendet sich ab, weil man gar nicht glauben kann, was man da zu sehen bekommt, und im nächsten Augenblick fängt man an, nachzudenken. Es sind gerade die fast schon philosophischen Untertöne, die mich immer wieder aufs Neue begeistern, und die damit verbundenen Erkenntnis, dass Zeglarski weitaus mehr drauf hat als blutige Effekte.

Und auch sein „Über-die-Grenzen-Gehen“ hat in den meisten Fällen Sinn. Und so komme ich auch schon auf die beiden Fassungen, die der Regisseur anbietet. Die sogenannte „Clean Version“ und die „Rotten Version“. Beide zeigen den gleichen Film, wobei erstere eine farbige und größtenteils unbearbeitete Fassung ist. Wirklich begeistert hat mich die „Rotten Version“, bei der ich manchmal dachte, ich sehe mir einen alten Schwarz-Weiß-Film in der Tradition von „Frankensteins Braut“ an. Des Weiteren fühlte ich mich oft an die Frühwerke eines David Lynch oder David Cronenberg erinnert, die auf eine ähnlich hypnotische Art ihre Visionen zum Leben erwecken, und sich dabei einen Dreck um Konventionen scherten. Und dann kommen auch immer wieder Jörg-Buttgereit-Vibes auf, die Ekelmomente mit wunderschönen Bildkompositionen vermischen und sich im Hirn festfressen. Und trotz aller hier genannten Vergleiche besitzt Zeglarski einen eigenen Stil, der den Undergroundfilm definitiv bereichert.

Die Effekte sind sauber gemacht (kurzes Stichwort: Masturbationsszene) und überzeugen absolut. Aber auch wenn solche Szenen immer wieder vorkommen und sowohl schockieren als auch Spaß machen, geht es – zumindest denke ich das – Zeglarski in erster Linie nicht darum. Solche Effekte machen ihm Spaß, das sieht man, aber der Regisseur will mit seinen Filmen etwas sagen. Und das schafft er auch. Ich bin wirklich sehr gespannt, was als Nächstes kommt.

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Fazit: Ein Film zum Ekeln und Nachdenken. Ein Zeglarski eben.

©2025 Wolfgang Brunner

Violent Obsession (2023)

Originaltitel: Violent Obsession
Regie: Sebastian Zeglarski
Drehbuch: Sebastian Zeglarksi
Kamera: Dr. Kalt, Sebastian Zeglarski, Tim Rabenstein
Musik: Prisma Audio (Song: ALone – Kaltes Blut)
Laufzeit: 34 Minuten
Darsteller: Jim Aal, Kat Divine, Azraela Macabre, Jen Grotesque, Ben Grotesque, Ramona Groth, Carina
Genre: Horror, Splatter, Amateur
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Ein Mann erwacht. Er ist verwirrt und wird von seltsamen, blutigen Visionen heimgesucht. Während er durch den Wald torkelt, plagen ihn ekelerregende Erinnerungen, die Tod und Verderben beschwören. Illusion und Wirklichkeit verschmelzen immer mehr …

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Wer die Filme von Sebastian Zeglarski kennt, weiß genau, was einen erwartet. Nicht anders verhält es sich bei seinem neuen Kurzfilm „Violent Obsession“, der in 34 Minuten einen blutigen Albtraum erzählt, der abartiger nicht sein könnte. Da wird in keiner einzigen Minute mit Blut gespart. Zeglarski ist Teil von P.S.Y.C.H.O. Productions, wo er sowohl als Effektezauberer als auch Schauspieler mitwirkt. Doch entgegen der humorvollen Herangehensweise dieser Filme, setzt Zeglarski in seinen Solo-Projekten auf Zurschaustellung von Qualen, Folterungen und blutigen Toden. Wer auf handgemachte Spezialeffekte steht, wird hier eine halbe Stunde lang bestens unterhalten. Zeglarski versteht sein Handwerk. Seine Effekte brauchen sich nicht hinter größeren Produktionen zu verstecken. Als Beispiel sei hier nur die Szene genannt, in der einer Person das Auge mit einem Korkenzieher aus dem Schädel gerissen wird. Das wirkt durchaus wie eine Verbeugung vor Luis Buñuels und Salvador Dalís „Der andalusische Hund“ oder Lucio Fulcis Holzsplitterszene aus „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“.

Handlungstechnisch braucht man beim vorliegenden „Violent Obsession“ nicht viele Worte verlieren, denn Zeglarski geht es in seinen Filmen um etwas ganz anderes als Handlung. Zum einen sind es natürlich die bereits erwähnten Spezialeffekte, die seine Werke ausmachen, zum anderen sind es die Botschaften, die dem Regisseur wichtig sind. Ähnlich wie Jörg Buttgereit befasst sich Zeglarski mit den düsteren und deprimierenden Seiten des Lebens, setzt sich mit dem Tod und allen damit verbundenen Verästelungen auseinander, hält dem Publikum schonungslos den Spiegel vor Augen. Aber das ist bei weitem noch nicht alles: „Violent Obsession“ behandelt Schmerz, sexuelle Ausschweifungen, Wollust und Nekromantie; versucht eine Verbindung zwischen Leben und Tod herzustellen, die man durch die gezeigten Bilder durchaus versteht.

Gerade die Mischung aus brutaler Blutorgie und dunkler Poesie und Philosophie macht Zeglarskis Arbeit aus und verschafft ihm eine Art Sonderstellung in der Welt der Amateurfilmer. Auch wenn mir persönlich seine vorherigen Werke wie „What’s Wrong with You?“ oder „Lilli Got Sick“ ein klitzeklein bisschen besser gefallen haben, so reiht sich „Violent Obsession“ dennoch nahtlos in die filmischen Prämissen Zeglarskis ein. Und eines ist sicher: Sein neuestes Werk ist definitiv das blutigste, grenzwertigste und irgendwie auch mutigste. Sebastian Zeglarski – ein Name, den man sich merken sollte, wenn man an gut gemachten Amateurfilmen interessiert ist.

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Fazit: Blutiger Amateursplatter mit hervorragenden Spezialeffekten.

©2023 Wolfgang Brunner

Der König der Kannibalen (2016)

Originaltitel: Der König der Kannibalen
Regie: Master W & Cripper Criss
Drehbuch: Master W
Kamera: ?
Musik: European Breakdown
Laufzeit: 120 Minuten
Darsteller: Master W, Crippler Criss, Sebastian Zeglarski, Blutkid, Jim Aal, Sebastian Badenberg, Marc Gore, Uwe Choroba, Bemo B., Christof-Milla Braun
Genre: Horror, Splatter, Komödie
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Der Sildscheder Wald befindet sich fest in der Hand von Kannibalen.
Crippler Criss und Master W machen sich auf den Weg, um dem „Pfadfinder“ dabei zu helfen, das animalische Biest zur Strecke zu bringen, das vor nicht allzu langer Zeit seinen Bruder verspeist hat.
Ein blutiger, lebensgefährlicher Trip beginnt …

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Kaum hatte ich mir das neueste Produkt aus der Schmiede P.S.Y.C.H.O, Productions, nämlich den abgedrehten Kurzfilm „Das Geheimnis der Teufelspilze“ angesehen, da wurde ich natürlich neugierig, was die außergewöhnliche Truppe in der Vergangenheit bereits auf die Beine gestellt hat (ein paar Filme von Sebastian Zeglarski, der auch hier mit dabei ist, hatte ich ja schon gesehen).
Gleich vorweg: „Der König der Kannibalen“ besitzt einen ähnlichen Charme wie die erwähnten „Teufelspilze“, man muss sich lediglich darauf einlassen können, und das könnet für den ein oder anderen schwer sein. Das Team um Crippler Criss und Master W geht dermaßen gutgelaunt an ihre Projekte heran, dass man schon nach den ersten Minuten ein Grinsen ins Gesicht bekommt, das während der gesamten Laufzeit bestehen bleibt. Ich weiß, der Vergleich hinkt, aber in manchen Momenten dachte ich, ich schaue gerade die deutsche Version eines Monty-Python-Films an. Denn die Briten beachten genauso wenig irgendwelche Grenzen und den guten Geschmack, sondern machen, was sie wollen. So wie P.S.Y.C.H.O. Productions eben auch. 😉 Dies scheint ja wohl ein typisches Merkmal dieses Unternehmens zu sein.

Es ist gerade der außergewöhnliche Humor, der so manches Mal abgrundtief schwarz ist und vielen negativ aufstoßen dürfte, der „Der König der Kannibalen“ ausmacht. Man muss übrigens den Kurzfilm „Der letzte Kannibale“ , der letztendlich dann zu der vorliegenden Langfassung geführt hat, nicht unbedingt vorher sehen, aber hilfreich ist es dennoch, wenn man die „Vorgeschichte“ kennt. Master W sticht wieder durch seinen trockenen Humor hervor, dem Crippler Cris aber letztendlich in nichts nachsteht. Es macht einfach unglaublich Spaß, den beiden zuzusehen. Und wenn ich an die „Headbanger“-Szene mit Letzterem denke, bekomme ich gleich schon wieder das Grinsen für längere Zeit nicht aus dem Gesicht. Es sind vor allem die abgedrehte, unkonventionelle, fast schon kindische Art von Witz, die den Charme des Films ausmacht. Man spürt die Begeisterung der Filmemacher, was dazu führt, dass man sich während der gesamten Laufzeit keine Sekunde langweilt, sondern sich hervorragend amüsiert.

Die Spezialeffekte sind absolut gut gelungen, wenn man bedenkt, mit welchen Mitteln sie hergestellt wurden. Man fühlt sich unweigerlich an die Anfangszeit eines Olaf Ittenbach erinnert, auch Zeglarski beherrscht sein Handwerk. Sicherlich kann man das alles mit keinen Großproduktionen vergleichen (die ja oftmals auch noch CGI einsetzen), aber es stellt sich auch unweigerlich die Frage, ob man das auch überhaupt will. Denn „Der König der Kannibalen“ ist genau das, was man hin und wieder auch mal sehen will: Eine Produktion, die von Herzblut lebt und der man die Freude am Dreh in jeder Filmminute ansieht. „Der König der Kannibalen“ ist in erster Linie Funsplatter, der sein „Niveau“ in (für manch einen sicherlich gewöhnungsbedürftigem) Humor und Hommagen an Splatter- und Kannibalenfilmen sucht. Genau diese Verbindung klappt hervorragend und bringt einen Amateursplatter hervor, der aufgrund seiner nicht ernstzunehmenden und nicht zwanghaft nur auf Brutalität angelegte Prämisse funktioniert.
Für mich eindeutig ein Highlight in der deutschen Amateurfilm-Splatter-Szene.

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Fazit: Höchst amüsanter Splatterfilm mit gutgelaunten Schauspielern.

©2023 Wolfgang Brunner

Das Geheimnis der Teufelspilze (2023)

Originaltitel: Das Geheimnis der Teufelspilze
Regie: Sebastian Zieglarski & Master W
Drehbuch: Sebastian Zeglarksi & Master W
Kamera: Sebastian Zeglarksi & Master W
Musik: European Breakdown
Laufzeit: 20 Minuten
Darsteller: Jim Aal, Master W, Ska, Sebastian Zeglarski
Genre: Horror, Splatter, Komödie
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Zwei Freunde wollen die Wirkung von Pilzen ausprobieren … und entfesseln damit eine Hölle, die es in sich hat.

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Man muss sich schon auf die Prämisse von „Das Geheimnis der Teufelspilze“ einlassen können, um diese abgedrehte, durch und durch witzige Splatterorgie auch in dem Maße genießen zu können, wie von den am Film Beteiligten beabsichtigt. Das Ganze kann einen dann schon nach den ersten paar Minuten begeistern, was vor allem an den beiden Darstellern Jim Aal und Master W liegt, die einen mit ihrer charmanten Art sofort packen und mitreißen. Ich hatte schon zu Beginn des Öfteren ein Grinsen im Gesicht, das sich im Verlauf des Kurzfilms sogar noch steigerte. Wer diese Art von Humor versteht, wird – wie ich – süchtig nach „Das Geheimnis der Teufelspilze“ sein. Ich könnte mir diesen dämlichen Film (und das ist jetzt uneingeschränkt positiv zu verstehen) unentwegt ansehen. Klar darf man bei diesem Kurzfilm keine überragende Handlung erwarten, denn hier steht eindeutig der Spaß an der Freude im Vordergrund. Und diese gute Laune, die mit Sicherheit beim Dreh herrschte, wird sowohl von der abgedrehten Handlung als auch den mehr als gutgelaunten Darstellern transportiert.

Wenn man Jim Aal und Master W zusieht und zuhört, kommt man aus dem Grinsen nicht mehr raus. Ich kann mir vorstellen, wie schwer es für die beiden in manchen Szenen gewesen sein muss, ernst zu bleiben. Der trockene Humor und die Liebe zu Splatterfilmen kommt in diesem Kurzfilm so gut zum Tragen, dass man sich diesen immer wieder ansehen könnte. Auch wenn er natürlich wie ein Amateurfilm daherkommt – was er ja schließlich auch ist – so kann man durchaus die Talente der Mitwirkenden (seien es nun Darsteller, die Kamera oder Regie) erkennen, von denen sich so manch größere Produktion eine Scheibe abschneiden könnte. Die 20 Minuten machen schlichtweg unglaublich Spaß. Doch, wie anfangs schon erwähnt, sollte man wissen, dass man sich auf ein abgefahrenes, grenzüberschreitendes und absolut unkonventionelles Schlachtfest einlässt. Auf ähnliche Art und Weise hat uns bereits Olaf Ittenbach mit seinen beiden „Familienradgebern“ nicht ernstzunehmende Ausflüge in die Welt des harten und abartigen Splatterfilms serviert. „Das Geheimnis der Teufelspilze“ steht mit diesen beiden Filmen für mich auf einer Stufe.

Man kann den Film natürlich auch als absolut ekligen und unmoralischen Schwachsinn abtun, keine Frage. Dann hat man aber nicht verstanden, worum es den Regisseuren Sebastian Zeglarski und Master W geht, nämlich in erster Linie um Spaß und gute, selbstgemachte Spezialeffekte. Produziert von P.S.Y.C.H.O. PRODUCTIONS und Violent Art passt sich der Kurzfilm hervorragend in das Portfolio der beiden Produktionsfirmen ein und wird mit Sicherheit Freunde finden. So wie mich! 😉
„Das Geheimnis der Teufelspilze“ ist tabulose Splatterorgie und Situationskomik in einem. Ein Muss für Fans von unabhängigen (Kurz-)Filmen. Absolute Empfehlung!

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Fazit: Vollkommen bizarr, grotesk und originell. Ein blutiger Anschlag auf die Lachmuskeln!

©2023 Wolfgang Brunner

Fall (2022)

Originaltitel: Fall
Regie: Scott Mann
Drehbuch: Jonathan Frank, Scott Mann
Kamera: MacGregor
Musik: Tim Despic
Laufzeit: 107 Minuten
Darsteller: Grace Caroline Currey, Virginia Gardner, Jeffrey Dean Morgan, Mason Gooding
Genre: Thriller, Überlebensthriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich
FSK: 16 Jahre

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Die beiden Freundinnen Hunter und Becky beschließen, einen verlassenen etwa 600 Meter hohen Funkturm, der mitten in der Wüste steht, hochzuklettern.
Doch kurz bevor sie die Spitze des Turmes erreichen, löst sich eine Schraube des Stahlgerüsts und die Leiter, die die beiden Frauen nach oben gestiegen sind, bricht weg. Die beiden Kletterinnen können sich zwar auf die kleine Plattform an der Spitze des Funkturms retten, aber sie müssen erkennen, dass kein Weg nach unten führt. Die Seile, die sie dabei haben, sind zu kurz und ihre Mobiltelefone haben kein Netz.

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Man erinnere sich an den spektakulären und atemberaubenden Anfang des Bergsteigerfilms „Vertical Limit“ aus dem Jahr 2000 und dehne das Ganze auf eine Länge von 107 Minuten. Heraus kommt „Fall“, ein Film, bei dem man selbst als Schwindelfreier noch Schnappatmung bekommt. Regisseur Scott Mann ist mit seinem handlungstechnisch minimalistischen Film ein Survivalthriller gelungen, der seinesgleichen sucht. Was bei „Fall“ in atemberaubenden Höhen und mit grandiosen Effekten gelingt, ist der pure Wahnsinn und macht den Film zu einem cineastischen „Pageturner“. Die Laufzeit von 107 Minuten vergeht wie im Flug, wenn man den beiden Protagonistinnen bei ihrem Abenteuer begleitet, das zum einen nervenzerfetzend spannend ist und zum anderen mit ruhigen Zwischentönen ausgestattet ist, so dass man seine in Decken oder Kissen verkrallten Finger auch mal etwas entspannen kann. „Fall“ ist ein filmischer Adrenalinstoß nach dem anderen. Und auch wenn die Handlung nicht immer nachvollziehbar und an manchen Stellen leicht übertrieben erscheint, unwiderlegbarer Fakt ist, dass dieser Film an die Nerven geht. Die Höhe des Funkturms wirkt nicht authentisch, und dennoch kann man sich dieser Achterbahnfahrt nicht entziehen. Man ist hautnah mit dabei, wenn sich Metall verbiegt, der Wind um die Ohren der beiden Kletterinnen pfeift und der Blick nach unten ein unangenehmes Schwindelgefühl verursacht.

Grace Caroline Currey und Virginia Gardner spielen ihre Rollen absolut glaubhaft und sehr sympathisch. Man nimmt den beiden sämtliche Handlungen ab, auch die gezeigten Kraftanstrengungen wirken glaubhaft.
Bei solcherart Filmen „sucht“ man fast schon nach Schwachstellen bei den Spezialeffekten. Doch was hier gelungen ist, ist wirklich atemberaubend. Die Sprünge in großer Höhe, die Stürze, die Weite des Landes unter der Plattform – das alles passt einfach und wirkt schon nach kurzer Zeit nicht mehr wie ein Effekt, sondern wie Realität. „Fall“ ist ein Film, den man sich tatsächlich öfter anschauen kann, weil man von den spektakulären Aufnahmen nicht genug bekommen kann.
Regisseur Scott Mann baut eine nahezu unerträgliche Spannung auf, die er erstaunlicherweise bis zum Ende zumindest gleichbleibend halten kann. Man stellt sich während des Films unweigerlich immer wieder die Frage, was man selbst in so einer Situation tun würde. Ich denke, ich werde einige der Bilder wohl für eine Zeit lang nicht mehr aus dem Kopf bekommen.
Und der, wenngleich auch kurze und an sich unbedeutende Auftritt von Jeffrey Dean Morgan tut dem Film sehr gut, zeigt er doch in den wenigen Momenten, welch ein großartiger Schauspieler Morgan ist.
„Fall“ ist eigentlich ein Film für die große Leinwand. Ich möchte nicht wissen, wie vielen aus dem Publikum bei so mancher Aufnahme übel wird, überfällt mich ja schon ein leichtes Schwindelgefühl, obwohl ich „Fall“ im heimischen Kino erlebt habe.
Obwohl ich mir genau dies von „Fall“ versprochen habe, nachdem ich erste Teaser gesehen habe, hat der Film dann letztendlich doch meine Erwartungen sogar noch übertroffen.
Für mich ein Highlight im Bereich des Survival-Thrillers, das man als Fan des Genres unbedingt gesehen haben muss.

Eurovideo veröffentlicht den Film auf DVD und Blu-Ray am 15.12.2022, der VoD-Start von „Fall“ ist am 01.12.2022.

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Fazit: Atemberaubend, nervenzerfetzend und unendlich spannend.

©2022 Wolfgang Brunner

Lilli got sick (2022)

Originaltitel: Lilli got sick
Regie: Sebastian Zeglarski
Drehbuch: Sebastian Zeglarski
Kamera: Sebastian Zeglarski
Musik: Sebastian Zeglarski
Laufzeit: 14 Minuten
Darsteller: Sebastian Zeglarski, Azraela Macabre
Genre: Horror, Gore, Amateurfilm, Kurzfilm
Produktionsland: Deutschland
FSK: ungeprüft

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Lilli sucht sich ein Opfer, um an ihm ein Ritual durchzuführen.

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Sebastian Zeglarski ist ein Name, den ich mir damals schon nach seinem „What’s wrong with you?“ unbedingt merken wollte. Nun erschien ein neuer Kurzfilm von ihm, der mich erneut alleine schon wegen der experimentierfreudigen Inszenierungsweise überzeugen konnte. Auf den ersten Blick mag der Film wie eine Aneinanderreihung unsinniger Folterszenen erscheinen, aber es steckt wieder viel zwischen diesen abscheulichen Bildern, die mich auch hier wieder an die Anfänge eines Peter Greenaway erinnerten. Hinzu kommt, dass manche Szenen wie aus einem fotorealistischen Gemälde des genialen österreichischen Künstlers Gottfried Helnwein erinnern. Vor allem die Einstellungen, in denen sich das Opfer mit verklebtem Mund in der Gewalt von Lili windet, wirken wie ein künstlerischer Albtraum, den man nicht mehr so schnell vergisst.
Es ist wirklich erstaunlich, mit welch geringen Mitteln Sebastian Zeglarski und Azraela Macabre eine derartig bedrohliche und beklemmende Atmosphäre erschaffen, die einen so in den Bann zieht, sodass man die Laufzeit von nur 14 Minuten wie in einer Art Drogenrausch empfindet.

Da es sich um ein Kurzfilm-Projekt handelt, übernahm Zeglarski alle Arbeiten, die anfielen. Von der Regie, über den Score und Schnitt, bis hin zu Skript, Kamera und natürlich Spezialeffekte. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie jemand in solch brutale, beklemmende und teils deprimierende eine Stimmung hineinzaubert, die künstlerisch wertvoll wirken. Zeglarski bewegt sich damit auf einem ähnlichen Niveau wie Jörg Buttgereit oder Marian Dora. Man kann natürlich darüber streiten, ob solche pseudokünstlerischen Werke eine Existenzberechtigung haben, aber mich regen solche Filme immer wieder zum Nachdenken an, lassen Raum zu Selbstinterpretationen und beschäftigen. Etwas Besseres kann man über einen Film letztendlich gar nicht sagen, oder?
Zeglarski bedient mit seinem von Violent Art produzierten Film sowohl Splatter- und Gorefans, als auch Leute, die einen gewissen Anspruch erwarten. Gerade diese Kombination machen Zeglarskis Filme aus. Die Effekte sind handgemacht und sehen dementsprechend realistisch und eklig aus. Wer sich für gut gemachte Independend-Filme interessiert, kommt an Sebastian Zeglarski und Violent Art nicht vorbei. Alleine die Anfangs- und Titelsequenz von „Lili got sick“ ist super gemacht. Ich freue mich schon sehr auf den nächsten Film von Zeglarski.

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Fazit: Erneut kann Zeglarski mit einem anspruchsvollen, künstlerischen Film mit hohem Goreanteil überzeugen.

©2022 Wolfgang Brunner