Jurassic World (2015)

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Originaltitel: Jurassic World
Regie: Colin Trevorrow
Drehbuch: Colin Trevorrow, Derek Connolly, Rick Jaffa, Amanda Silver
Kamera: John Schwartzman
Musik: Michael Giacchino
Laufzeit: 124 Minuten
Darsteller: Chris Pratt, Bryce Dallas Howard, Vincent D’Onofrio, Ty Simpkins, Nick Robinson, Omar Sy, B. D. Wong, Irrfan Khan, Jake Johnson, Brian Tee, Judy Greer
Genre: Abenteuer, Science Fiction
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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22 Jahre nach den schrecklichen Ereignissen im „Jurassic Park“ ist nun der neue Freizeit- und Eventpark „Jurassic World“ eröffnet worden. Man möchte den Ansprüchen des jüngeren Publikums gerecht werden und „designt“ immer größere und spektakulärere Dinosaurier. Die beiden Jungs Gray und Zach besuchen ihre Tante, die Leiterin des Parks. Die hat aber keine Zeit für sie und so machen sich die Jungs auf eigene Faust auf, um die Welt der Dinosaurier zu erkunden. Doch dann geschieht das Unglaubliche: einer der neu gezüchteten Riesensaurier bricht aus.
Der Park wird evakuiert, aber einige Besucher, unter ihnen Gray und Zach, befinden sich noch in freier Wildbahn.
Die Leiterin des Parks wendet sich an Grady, einen Wissenschaftler, der es fast schon geschafft hat, Raptoren zu dressieren. Er soll nicht nur ihre Neffen finden, sondern auch den geflohenen Riesensaurier wieder einfangen.

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Als ich hörte, dass Colin Trevorrow die Regie bei der neuen Jurassic-Reihe übernehmen sollte, war ich im ersten Moment entsetzt. Sein „Journey Of Love“ hat mich nämlich inszenatorisch alles andere als begeistert. Doch überraschender- und erfreulicherweise hat Trevorrow mit „Jurassic World“ meine Bedenken bereits in den ersten Minuten aus dem Weg geräumt.
Es ist schon erstaunlich, wie er es schafft, innerhalb weniger Momente das „Feeling“ der „alten“ Filme wieder rüberzubringen. Der Zuschauer wird wieder zum Kind, lässt sich auf das Abenteuer ohne Kompromisse ein und genießt es, zu staunen und sich auch zu erschrecken. Die Saurier sind logischerweise der heutigen Möglichkeiten entsprechend perfekt gemacht und lassen einen, wie einst Spielbergs Meilenstein, an manchen Stellen den Atem anhalten. „Jurassic World“ spielt geschickt mit neuen Momenten und alten Anspielungen, die über die altbackene Handlung hinwegsehen lassen (wenngleich sich die Macher ja schon irgendwie Mühe gemacht haben, dem Thema neuen Schwung zu verleihen). Trevorrows Plot lässt durchaus Potential erkennen, das (nicht immer, aber oft) nicht ganz ausgelotet wurde, wie es hätte sein können. Da spielte wohl der Mainstream eine Rolle, was aber gerade bei solch einem Film vielleicht wirklich so richtig frischen Wind in die Serie einbringen hätte können, wenn man die massentauglichen Aspekte unbeachtet gelassen hätte. Aber nun, Film ist in den meisten Fällen eine rein wirtschaftliche Sache und so halt auch hier.

Die Rückkehr in den bekannten Dino-Park macht dennoch ungemein Spaß und es sind, wie schon erwähnt, einige Ideen dabei, die sich sehen lassen können. Schauspielerisch kann man auch nicht wirklich meckern. Es sind keine Glanzleistungen, aber annehmbare Schauspielkunst, die für diese Art von Film durchaus reicht. Action ist durchwegs angesagt und lässt in keiner Sekunde Langeweile aufkommen. Obwohl manches wirkt wie ein Neuaufguß der alten Filme, hat mich nichts davon wirklich gestört. Ich fühlte mich uneingeschränkt bestens unterhalten und freue mich schon jetzt auf eine Fortsetzung.

Was mir „negativ“ aufgefallen ist, aber im Grunde genommen schon wieder witzig ist, war die Szene, in der sich die Leiterin des Parks wagemutig auf den Weg macht, den gefährlichen T-Rex aus seinem Gefängnis zu befreien. Das war durchaus ansprechend und cool inszeniert, aber … nein, keine Frau würde sich dieser Situation in hochhackigen Schuhen stellen. 😉 Wie gesagt, es sieht durchaus stylisch aus, wenn Bryce Dallas Howard mit Stöckelschuhen vor dem gigantischen Saurier davonläuft, aber … Leute, das ist absolut unrealistisch. 🙂
Egal, „Jurassic World“ hat meine Erwartungen erfüllt und mir zwei Stunden (meine) Jugend in neuem Gewand beschert.

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Fazit: Alte Story in neuem Gewand. Gelungene Effekte und eine durchgehende Spannung machen „Jurassic World“ zu einem unterhaltsamen Stück zeitgenössischen Effekte-Kinos. Nicht anspruchsvoll, aber durchweg unterhaltend. Mir hat’s gefallen.

© 2016 Wolfgang Brunner

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Im Herzen der See (2015)

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Originaltitel: In The Heart Of The Sea
Regie: Ron Howard
Drehbuch: Charles Leavitt
nach dem Roman „Im Herzen der See – Die letzte Fahrt des Walfängers Essex“ von Nathaniel Philbrick
Kamera: Anthony Dod Mantle
Musik: Roque Baños
Laufzeit: 121 Minuten
Darsteller: Chris Hemsworth, Ben Whishaw, Cillian Murphy, Tom Holland, Brendan Gleeson, Frank Dillane, Charlotte Riley, Paul Anderson, Benjamin Walker
Genre: Abenteuer, Literatur
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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Kapitän George Pollard ist mit seiner Besatzung, darunter der erste Steuermann Owen Chase, mit der „Essex“ unterwegs auf Walfang im Pazifik. Bei einem der Fangmanöver wird die „Essex“ von einem Pottwal gerammt und sinkt. Die Überlebenden kämpfen verzweifelt auf den Weiten des Meeres ums Überleben. Einer der Überlebenden, Tom Nickerson; war als Schiffsjunge dabei und berichtet viele Jahre später dem Romanautor Herman Melville die Geschichte. Melville wird von den Ereignissen zu seinem Roman „Moby Dick“ inspiriert.

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Ähnlich wie in James Camerons „Titanic“-Verfilmung wird hier eine Geschichte aus der Vergangenheit durch die Erzählung eines gealterten Zeitzeugen geschildert. Dieses Konzept funktioniert auch hier hervorragend und nimmt den Zuschauer vom ersten Augenblick an gefangen. Wie unter Hypnose lauscht man der Geschichte und nimmt an einem ganz großen, spektakulären Abenteuer teil.
Ron Howard hat auch hier wieder ein feines Gespür dafür, nicht alles zu übertreiben, wie es in so manch neuem Film die Regel ist, sondern die Spezialeffekte auch nur dann einzusetzen, wenn sie eben notwendig sind. Herausgekommen ist ein unglaublich atmosphärischer Abenteuerfilm, der den „Geist“ jener Zeit hervorragend und glaubhaft rüberbringt.

Auch schauspielerisch konnte mich der Film überzeugen. Allen voran Chris Hemsworth, der hier wieder einmal beweisen kann, dass er nicht nur „Thor“ darstellen kann. Überaus glaubwürdig und authentisch spielt er seine Rolle und man kann ihm die Freude und den „Spaß“ richtig ansehen. Brendan Gleeson als Erzähler ist unglaublich gut und irgendwie, obwohl er als Erwachsener eine Nebenrolle spielt, Träger des ganzen Films. Man sieht sein Gesicht während der ganzen Geschichte vor seinem inneren Auge, als säße er einem gegenüber, um die Abenteuer auf der „Essex“ zu erzählen.  Genau diese Art der Erzählweise hat mir absolut gefallen.

Die Musikuntermalung mit Roque Banos‘ Klängen könnte nicht besser sein. Sehr wuchtig und emotional begleitet die Musik die Protagonisten und den Zuschauer auf ihrer Reise. Der Soundtrack passt unheimlich gut zu den wunderbaren Landschaftsaufnahmen und spektakulären Bildern, die natürlich auch des öfteren durch Computer erzeugt wurden, aber nie so aufdringlich wirken wie in den heutzutage beliebten Comic-Verfilmungen.
Wer allerdings einen reinen Walfänger-Abenteuer-Film erwartet, wird unter Umständen enttäuscht sein, denn Howard erzählt eine völlig andere Geschichte als nur die eines gigantischen Wals. Es geht um Schiffbruch, ums Überleben und um Freundschaft. Es ist eigentlich die Geschichte eines Schiffsunglücks und nicht die eines Kampfes zwischen einem Wal und einem Seemann.
Ich war auf jeden Fall begeistert von der Inszenierung, den teils tollen Kamerafahrten und den wirklich gut gemachten Spezialeffekten, die aus meiner Sicht immer nur Träger der Handlung waren und nicht der Effekte willen eingesetzt wurden. Bei Filmen wie „Im Herzen der See“ finde ich es nach wie vor gut, dass man nun die Möglichkeit hat, solche Effekte per Computer herstellen zu können. Dadurch können Geschichten dieser Art überzeugend und spannend erzählt werden.

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Fazit: Optischer Bilderrausch mit einer tollen Schauspielerriege und einer exzellent erzählten Geschichte. Abenteuer pur!

© 2016 Wolfgang Brunner

Interview mit der Schauspielerin Dela Dabulamanzi

Dela3 © Tom Wagner

Dela Dabulamanzi wurde 1980 in Köln geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung an der Reduta Schauspielschule und
bestand die Sat 1 Actors Class. Im Jahr 2012 erhält Dabulamanzi den INTHEGA-Preis für „Licht im Dunkeln“
und wird für ihre Rolle in „SchwarzWeißLila“ am Grips-Theater in Berlin für den Ikarus-Preis nominiert.
Sie ist seit 2003 in Kurz- und Langfilmen sowohl im Kino als auch Fernsehen zu sehen.
Aber sie steht auch auf Theaterbühnen wie zum Beispiel im Ballhaus Naunynstrase und Atze Musiktheater (beide in Berlin) am Theater Konstanz und ab Winter 2016 im Hamburger Winterhuder Fährhaus.
Dela Dabulamanzi ist Teil des afrodeutschen Künstlerkollektivs Label Noir, das sich zur Aufgabe gemacht hat,  einen künstlerischen Raum zu schaffen, in dem die Hautfarbe oder die Herkunft schwarzer SchauspielerInnen nicht darauf beschränkt wird, nur Fremdheit und Exotik darzustellen. Hinter der Vereinigung steht das Verlangen nach einem Theater, in dem die SchauspielerInnen nicht nur ihre Hautfarbe, sondern schlichtweg ihr Menschsein verkörpern dürfen.
Dabulamanzi arbeitet immer wieder mal auch noch als Synchronsprecherin.
Film-Besprechungen durfte dem vielseitigen Talent einige Fragen stellen.

1. Zuerst einmal würde mich brennend interessieren, welche Person oder welches Ereignis der Auslöser war, warum Du Schauspielerin geworden bist.

Es gab tatsächlich keinen konkreten Auslöser. Im Alter von 5 Jahren hatte ich schon 3 klare Berufswünsche: Stewardess, Ärztin oder Schauspielerin. Stewardess fiel mit 16 weg, da nach einer Kanadareise die Flugangst bei mir einsetzte, die ich mit Mühe und Not wieder los wurde. Ärztin schied kurz darauf auch aus, als ich bei ’ner Klassenkameradin, dessen Vater Pharmazeut war, mir sämtliche Bildbänder über Krankheiten reingezogen habe und da ist die romantische Vorstellung dieser Form der Nächstenliebe ganz schnell verflogen. Und da ich eh sehr früh in Theater AGs aktiv war, blieb nur noch das Schauspielen übrig. Und was alle 3 Berufe für mich verbindet: Meinem Gegenüber eine bessere Zeit zu bereiten.

2. Du machst auch Synchronisationen. Achtest Du bei dieser Arbeit auch darauf, wie die Schauspielerinnen agieren? Ertappst Du Dich manchmal dabei, dass Du denkst: ‚Das hätte ich jetzt aber anders gemacht.‘?

Ich muß drauf achten, wie die Schauspielerinnen agieren, da ich ja das Spiel von ihnen abnehme. Es ist aber nicht immer gefragt, es eins zu eins abzunehmen. Und die eigene Note kommt sowieso immer mit hinzu. Ehrlich gesagt gab es eine Produktion, wo ich mich bei dem Gedanken ertappte, es anders umzusetzen, als die Schauspielerin es tat. Schließlich gibt es viele Möglichkeiten, eine Geschichte zu erzählen bzw. eine Figur darzustellen. Doch zu 99% empfinde ich eher Demut, lang erarbeitete Figurenarbeit in Minutenschnelle zu synchronisieren. Ich hege dabei den Anspruch, die Arbeit der Kollegen bestmöglichst zu übersetzen. Insbesondere bei meiner Rolle „Crazy Eyes“ in „Orange is the New Black“ denke ich mir oft : „Alter, Uzo Aduba spielt die Rolle so genial, wie kann ich dem denn gerecht werden“ – mit dem Regieteam denke ich aber, daß wir das Beste rausgeholt haben bzw. noch tun.

3. Was spielt sich in Deinem Kopf ab, wenn etwas nicht so geklappt hat, wie Du Dir das vorgestellt hast? Frustration oder eher ‚Jetzt erst recht‘?

Früher noch Frust und Angst. Mit der Erfahrung aber eher eine Gelassenheit, da man nur durch Sackgassen die Figur erst kennenlernen kann. Ich reagiere aber sehr allergisch drauf, wenn einem nicht der Raum gewährt wird, um probieren zu können. Es ist vermessen zu denken, daß ein Schauspieler auf Knopfdruck funktioniert. Eine Figur muß sich entwickeln. Beim Theater geht nach der Premiere das Eigenleben der Figur doch auch erst richtig los. Ich erarbeite mir für einen Charakter im Vorfeld,  einen variationsreichen Fahrplan, und dann muß man durch Austausch mit der Regie die Haltestellen gemeinsam festlegen. Beim Casting kriegt man aber schon ein Gespür dafür, wie die Kommunikation funktioniert, und wenn man besetzt wurde, ist eh die halbe Miete drin.

4. Was gehört zu Deinem Alltag als Schauspielerin, außer dem Schauspielen selbst?

FB abhängig sein, Emails checken, mal die Homepages updaten, Kameratraining für die Zeit zwischen den Jobs, mal wieder neue Schauspielerporträts machen, ich sollte mehr auf Premieren und Partys präsent sein, was wichtig in dem Job ist, aber wenn ich in Stimmung bin, bin ich phasenweise gerne unterwegs. Und sonst selber Projekte auf den Weg bringen. Derzeit arbeiten wir an der Umsetzung von Hedda Gabler unter der Regie von John Gould Rubin, an einer Drehbuchadaption von der wunderbaren Sharon Dodua Otoo, die den diesjährigen Ingeborg Bachmann Preis gewonnen hat. Dann an einer Theaterreihe mit Filmelementen über 30 Jahre Schwarze Bewegung in Deutschland, und vor kurzem habe ich ein Projekt abgeschlossen: „ Die Gelegenheit“, das in Zusammenarbeit u.a. mit Label Noir, SFC, E.o.t.o . und BDS (Black Diaspora School) ISD, Amadeu Antonio Stiftung stattgefunden hat und da habe ich ein Drehbuchabend und -workshop veranstaltet.

5. Du bist Mitglied der Gruppen „Schwarze Filmschaffende in Deutschland“ und „Label Noir“. Wie intensiv ist es, sich mit diesen Projekten neben der Schauspielerei zu befassen.

So intensiv, dass ich ehrlich gesagt, keinen Bock habe, mich damit zu befassen. Es ist kein Projekt, es ist eine Notwendigkeit und Überlebensstrategie. Es geht ja gerade nicht nebenher, es ist ein fester Bestandteil meines Berufes und meines alltäglichen Lebens und ich hasse es. Ich hasse es, ein Politikum zu sein, und ich hasse es, dass mein Sohn und Millionen anderer Kinder mit ihrer Geburt zum Politikum gemacht werden. Und alle anderen auch ein Politikum sind, diese sich aber selber nicht als solches wahrnehmen. Es ist einfach alles absurd. War es nicht Bukowski, der gesagt hat, dass der Mensch aus Blut, Wasser und Scheisse besteht? Kann man sich nicht einfach auf diese Gemeinsamkeit besinnen und dass wir alle keinen Plan haben, was nach dieser Nummer hier auf Erden passiert. Wir haben alle Minderwertigkeitskomplexe, und ja die tun weh, aber die mit einem ethnischen und genderbezogenen etc. Feindbild ausgleichen zu wollen, lässt einen geistig nicht wachsen. Und wenn da noch Narzissmus hinzukommt, na denn „Good Morning dear so called civilisation“.  Um aber auf Deine Frage  konkret zurückzukommen, es ist schön und aufbauend, zu sehen, dass sich da ein so großes kreatives Netzwerk entwickelt, das sich weitgehendst unterstützt. In diesem Rahmen hatte ich im Juni den Drehbuchabend „Die Gelegenheit“ im moviemento Kino veranstaltet. An diesem Abend wurden unglaublich tolle, spannende Bücher von Autoren vorgestellt,  die dann von SchauspielerInnen in einer szenischen Lesung präsentiert wurden. Und es ist einfach empowernd, wenn sich politisch geprägte Erfahrungswelten  mit deiner decken. Die junge neue frische Generation an FilmemacherInnen wird die Landschaft aufmischen und alltägliche, spannende Geschichten und Biografien auf die Mattscheibe bringen. 

6. Wie verbringst Du Deine Freizeit? Wo findest Du am besten Entspannung?

Als noch relativ frischgebackene Mutter, mein Sohn ist 2 Jahre alt, ist er die beste Entspannung ever. Entspannung hat für mich eine neue Dimension bekommen. Ich verstehe es nun auf privater Ebene, was das tatsächliche Einlassen bedeutet. Wirklich im Moment zu sein. Der Beruf erfordert es, aber du hast tausend Rädchen im Kopf, die laufen und permanent überprüfen, was Du gerade spielst. Als Eltern sind die Instinkte sowieso permanent aktiv, die dafür Sorge tragen, dass beim Raufen hoffentlich nichts passiert und mit so einem kleinen Menschen darf ich die Zeit stehen lassen, spazierengehen, die Berliner Bären auf den Autokennzeichen zählen … Und seit kurzem treibe ich wieder Sport: Fitnessboxen (geil!). Außerdem Handwerken , Musik hören, bei nem Glas Rotwein oder Cremant mit Freunden Zeit verbringen.

7. Welche fünf Bücher und welche fünf Filme würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen und warum?

Das ist jetzt aber eine Zustandsbeschreibung, nächste Woche kann die Liste anders ausschauen:

Bücher:
Lichtjahre von James Salter : 
Eine wunderbar erzählte Liebesgeschichte, über die Liebe auf Zeit

Set this house in order von Matt Ruff: Cool und kurzweilig geschriebenes Buch über multiple Persönlichkeiten

Alle Bücher von Chimamanda Ngozi Adichie: Ich habe dabei das Gefühl, immer etwas mehr über mich zu erfahren und somit auch über die Welten, zwischen denen ich lebe

Sammelband der Glaubensbücher (Bibel, Koran, Thora …):  Da hab ich mal endlich Zeit, die zu lesen, und die Ruhe drüber zu sinnieren, um festzustellen, daß die wohl mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben.

Filme:
Blue Valentine: So wie das Leben spielt: Du hast alles Glück dieser Welt, aber Du scheiterst trotzdem. Weil Dein Glück nicht das Glück des andern sein muß.

L.A. Crash: Zutiefst real, mit Hoffnung auf Besserung

Toni Erdmann: Lass Deinen inneren Clown nicht vor die Hunde gehen; Und ein so ehrliches Vater Tochter Porträt, das mich einfach sehr unterhalten und bewegt hat.

Kevin Hart: Brauch ja noch was zu lachen. 🙂

Netflix: Selbst auf ’ner einsamen Insel gibt es W-Lan. 😉

8. Welcher Mensch steckt in Dir? Was sind Deine Wünsche, Hoffnungen und Ziele?

Was für eine Frage (hehe)! Das versuche ich auch gerade herauszufinden. Es steckt eine gute und friedliche Seele in meinem Körper, die in Situationen, in der sie das Gefühl hat, sich behaupten zu müssen, mal verquert rüberkommt. Ansonsten bin ich ziemlich gelassen, und hasse es, wenn diese als Prinzipienlosigkeit interpretiert wird. Es gibt das Lied von Tony Allen, daß mich seit langem begleitet: „ Don’t take my kindness for weakness“.

Und ansonsten in der Zeit des gesellschaftlichen und politischen Positionierungszwangs, lerne ich meine Weiblichkeit neu kennen und feiere sie. Das setzt unglaubliche Kräfte frei. Und mit dieser positiven Kraft, die zur Ressource wird, erlebe ich mehr Selbstliebe und mit dieser Selbstliebe nehme ich mein Gegenüber mit mehr Humor und weniger Verbissenheit wahr und auch an. Das ist meine kleine persönliche und praktische Erleuchtung. Und diese Erleuchtung impliziert die Wünsche, Hoffnungen und Ziele, die ich habe.

9.  Welchen Schauspieler, Musiker oder wen auch immer würdest Du gerne einmal persönlich treffen?

Es gibt so viele positive spannende Menschen mit interessanten Perspektiven aufs Leben, da lass ich mich doch immer wieder gerne überraschen.

Auf der andern Seite aber gern den ein oder anderen machtbesessenen Politiker / Lobbyist auf den heißen Stuhl setzen und immer wieder die Frage stellen: Was fühlst Du, wenn …?

10. Welche(r) SchauspielerIn war schuld daran, dass Du diesen Beruf gewählt hast?

Meine Familie, alles Schauspieler … you know what I mean …

11. Was sind die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Familie & Freunde, meine Gesundheit, meine Wohnung, mein Cappuchino am Morgen, ach ja, und mein deutscher Pass.

Ich bedanke mich für die Beantwortung Deiner Fragen und wünsche Dir für die Zukunft alles Gute.

© 2016  Wolfgang Brunner / Dela Dabulamanzi

 

A World Beyond (2015)

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Originaltitel: Tomorrowland
Regie: Brad Bird
Drehbuch: Damon Lindelof, Brad Bird
Kamera: Claudio Miranda
Musik: Michael Giacchino
Laufzeit: 130 Minuten
Darsteller: George Clooney, Britt Robertson, Hugh Laurie, Raffey Cassidy, Kathryn Hahn, Tim McGraw, Keegan-Michael Key, Chris Bauer, Thomas Robinson
Genre: Science Fiction
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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Es existiert eine hochtechnisierte, bessere Welt in einem Paralleluniversum. Durch Zufall findet das junge Mädchen Casey den Eingang in diese exotische Welt und ist von ihr geradezu besessen. Als sie erfährt, dass diese Welt in Gefahr ist, sucht sie Hilfe bei Frank, einem älteren Mann, der vor fünfzig Jahren bereits in diese Parallelwelt getreten ist und den Herrscher dort kennt.

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Alleine schon die strohdumme deutsche Eigenart, den amerikanischen Originaltitel „Tomorrowland“ mit „A World Beyond“ ins „Deutsche“ zu „übersetzen, macht mich wütend. Wer ist für so einen Schwachmaten-Müll eigentlich verantwortlich?
Aber gut, das nur mal nebenbei bemerkt, denn diese idiotische Tatsache hat mit dem Film ja nichts zu tun.

Nun zum Film: Es ist ein Disney-Familienfilm, und das ist von der ersten Minute an unübersehbar. Der Einstieg, also die ersten fünf Minuten, sind nicht wirklich der Brüller, sondern eher etwas nervig geraten. Aber hat man die erst mal überstanden, geht es sehr interessant und amüsant los. Der Aufbau der Story ist Regisseur Brad Bird wirklich gut gelungen und auch die Komik funktioniert durchaus. Doch leider verstrickt er sich im Laufe des Films immer mehr in unlogische Handlungsstränge, die den guten Ansatz leider konstant zerstören.
Sicherlich muss man sich vor Augen halten, dass es sich um einen Familienfilm handelt, aber dazu ist er eigentlich zu brutal und vor allem auch zu kompliziert. Die Thematik eines Paralleluniversum wird nämlich bei weitem nicht so genau erklärt, wie es eigentlich sein sollte, um der Handlung folgen zu können. Da hat man schon als Erwachsener manchmal Schwierigkeiten, der vermeintlichen Logik des Plots zu folgen.

Man ist bemüht, einen anspruchsvollen Film für die ganze Familie zu zeigen, der auch eine ernste Botschaft vermitteln soll. Aber irgendwie klappt das Ganze nicht. Die Story hakt an allen Ecken und Kanten und leider bekommt man das, was man wirklich sehen will (nämlich das ‚Tomorrowland‘) nicht oft zu sehen. Das ist zum einen sehr schade und zum anderen verliert man gegen Ende hin immer mehr die Lust, dem Ganzen zu folgen. Leider leidet darunter auch die Spannung und die Neugier, die sich während der ersten Hälfte des Films aufgebaut hat.
Das Potential wurde hier definitv nicht genutzt und man hätte sich vielleicht einfach entscheiden sollen, ob man einen echten Kinder- und Familienfilm macht oder eben das Thema ernster und „erwachsener“ angeht.
Die Story beziehungsweise Grundidee ist toll, aber leider wurde sie nicht gut genug umgesetzt, um überzeugend zu wirken. Die Spezialeffekte sind teilweise atemberaubend, können aber den Film -übrigens genauso wenig wie Superstar George Clooney- leider nicht retten.

Es wurde viel zu viel hineingepackt und viel zu wenig logisch erklärt (was man durchaus hätte tun können). Die Botschaft der Weltrettung misslingt und wirkt eher künstlich und nicht richtig überlegt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Film ab der Hälfte etwa kippt und sich immer weiter ins fast schon Lächerliche begibt. Die gezeigte Zukunftswelt erscheint einem wie ein riesiger Vergnügungspark, ohne dass auch weltliche und zwischenmenschliche Probleme und/oder Lösungen eingegangen wird. Solch eine Welt würde es niemals geben … aber das wäre gar nicht mal das Schlimmste, denn es handelt sich ja schließlich um einen Film.
Die Musik von Michael Giacchino ist zwar in Ordnung, bleibt aber auch nicht wirklich im Gedächtnis.
Der größte Fehler, der bei dieser Produktion passiert ist, ist der, dass man sich nicht für eine gerade Linie entscheiden konnte und einen Mischmasch aus Disney-Familienkomödie mit einem Schuss ernster Science Fiction gedreht hat, der wohl nur das popkornkauende Mainstream-Publikum begeistern wird, das sich keinerlei Gedanken über Handlung macht, sondern nur die Effekte bestaunt.
Schade, denn das hätte durchaus mehr werden können … 😦

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Fazit: Unausgegorener Mix aus Familien-Unterhaltungs-Klamauk und ernstzunehmender (aber unlogischer) Science Fiction. Schade, denn Potential wäre dagewesen.

© 2016 Wolfgang Brunner