Z-Office (2017)

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Originaltitel: Z-Office
Regie: Douglas Stahl
Drehbuch: Douglas Stahl
Kamera: Dustin Stahl
Musik: Christian Dominik Dellacher, David Rodrigues Noguieira
Laufzeit: 47 Minuten
Darsteller: Nikolai Will, Alexandra Schiller, Florian Simbeck, Klaus Thiel-Kenner, Uwe Choroba, Moloch, Julian Laur de Manos,  Dustin Stahl, Robin Stehr
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Ein Büroalltag, bei dem alles schiefgeht, was nur schiefgehen kann. Gleich am frühen Morgen wird Karl nach 14 Jahren loyalster Mitarbeit entlassen. Doch Karl gibt nicht auf und will den letzten Arbeitstag noch hinter sich bringen, um zu zeigen, wie wichtig ihm die Firma ist. Aber die Entlassung ist nicht das Schlimmste, dass ihm an diesem Tag widerfährt. Denn eine Zombie-Apokalypse ist ausgebrochen und die fleischhungrigen Untoten finden natürlich auch den Weg ins Büro …

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Eine Horror-Komödie aus Deutschland, die unglaublich viel Spaß macht? Gibt’s sowas überhaupt? Douglas Stahl ist mit seinem Zombie-Büro-Film ein kleines Wunder gelungen, von dem ich dachte, dass so etwas in Deutschland gar nicht mehr möglich wäre: Eine Komödie, die einen wirklich zum Lachen bringt. 🙂
Das liegt zum einen an der gut platzierten Situationskomik, zum anderen aber an den hervorragenden Darstellern. Allen voran muss man Nikolai Will erwähnen, der sich hier sichtlich in seinem Element befindet. Auch wenn ich ihn persönlich  in seinen ernsten Rollen lieber mag ( 😉 ), so ist Will hier einfach unglaublich passend besetzt und geht in seiner Rolle auf, dass es nur so eine Freude ist, ihm bei seinem Überlebenskampf zuzusehen. Doch genauso erwähnenswert sind seine „Kollegen“, die von Klaus Thiel-Kenner und Alexandra Schiller gespielt werden. Ihr teils trockener Humor kommt richtig gut und verursacht in vielen Augenblicken ein amüsiertes Schmunzeln beim Zuseher. Wenngleich er nicht eine der Hauptrollen übernommen hat, so kann aber auch Florian Simbeck absolut überzeugen und macht die Vierergruppe an sympathischen Hauptdarstellern komplett. Moloch als Infizierter ist einfach nur genial und hätte aus meiner Sicht gut und gerne eine größere Rolle verdient.

Stahl hat eine wunderbare Gratwanderung zwischen Humor und Funsplatter geschafft. Seine Zombies sind nicht richtig böse, sondern eher doof vertrottelt, was aber nicht heißt, dass sie nicht in einigen Passagen (Moloch) gefährlich sind. Die Dreiviertelstunde vergeht wie im Flug und an manchen Stellen wird der Film so richtig schön trashig, an anderen nimmt der Streifen einen höherwertigen Charakter an. Insgesamt wirkt aber alles, wenngleich der Plot nichts wirklich weltbewegendes ist (obwohl einige Ideen wirklich sehr, sehr gut sind 😉 ), sehr professionell und vor allem unterhaltsam.

Aber Douglas Stahls Zombiestreifen kann nicht nur durch äußerst fähige Schauspieler überzeugen, sondern er glänzt auch von der Inszenierung her. Da werden zum Beispiel stylische Bildkompositionen mit der Kamera eingefangen, die den ganzen Film künstlerisch auflockern, und es kommen einige Slow-Motion-Szenen vor, die schlichtweg begeistern. Hinzu kommen geschickt eingesetzte Anspielungen auf diverse Genre-Klassiker, die der Film-Nerd sofort begeistert erkennt und seine wahre Freude daran hat. „Z-Office“ zeigt wieder einmal, dass sich in Deutschland fähige Jungregisseure tummeln, die inszenatorische Ideen haben und diese auch mit geringen Mitteln gekonnt umsetzen können. Zudem stimmt auch der Rest der Crew, wie zum Beispiel Kameramann oder die Filmmusik-Komponisten. Ich bin wirklich sehr angetan von diesem (Kurz-)Film und hätte noch weitere 45 Minuten zusehen können. Douglas Stahl kann Geschichten erzählen und diese auch professionell in Szene setzen, so dass ich wirklich sehr gespannt bin, was er uns als nächstes Projekt präsentiert.

Ab 01.März 2017 wird „Z-Office“ über Amazon Prime als VOD angeboten.

Infos über den Film kann man auf folgenden Seiten erhalten:

Hashtag: #ZOfficeFilm
Facebook: https://www.facebook.com/ZOfficeFilm
YouTube: https://www.youtube.com/Zofficefilm
Twitter: https://twitter.com/ZOFFICEfilm
Instagram: https://www.instagram.com/zofficefilm/

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Fazit: Witziger Genrebeitrag aus Deutschland, der neben trashigen Einlagen auch sehr künstlerisch und professionell ist. Tolle, gutgelaunte Darsteller schaffen eine Funsplatter-Zombie-Komödie, die Lust auf mehr macht.

© 2017  Wolfgang Brunner

 

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Housebound (2014)

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Originaltitel: Housebound
Regie: Gerard Johnstone
Drehbuch: Gerard Johnstone
Kamera: Simon Riera
Musik: Mahuia Bridgman-Cooper
Laufzeit: 107 Minuten
Darsteller: Morgana O’Reilly, Rima Te Wiata, Glen-Paul Waru, Cameron Rhodes, Ross Harper, Ryan Lampp
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Neuseeland
FSK: ab 16 Jahre

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Kylie wird bei einem Bankraub geschnappt und wird nach einer erfolglosen psychiatrischen Behandlung dazu verdonnert, mit einer Fußfessel versehen, im Haus ihrer Mutter eine Art „Hausarrest“ abzusitzen. Die ohnehin angespannte Stimmung wird noch schlimmer, als sich herausstellt, dass es in dem alten Haus spukt.

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„Housebound“ ist kein Gruselfilm, aber auch keine richtige Komödie. Irgendwie geht das Konzept von Regisseur Gerard Johnston nicht wirklich auf. Auch wenn vieles an „Housebound“ stimmt, von der Inszenierung bis über die Schauspieler kann nicht gemeckert werden, so erreicht der Genre-Mix den Zuschauer nicht. Zumindest ging es mir so. Ich wurde mit den Personen und mit der konstruiert wirkenden Handlung nicht warm, fühlte mich an manchen  Stellen zwar wohl, aber im Großen und Ganzen fehlte mir was. Die Atmosphäre, die manchmal aufkam, wurde leider immer wieder durch übertriebene Humoreinlagen kaputtgemacht.

Es ist ein seltsamer Film,  der uns da aus Neuseeland präsentiert wird. Und er ist keinesfalls schlecht, sondern beugt sich über den Mainstream-Tellerrand hinaus und geht andere, eigenwilligere Wege. Das ist an sich gut und in der ersten Hälfte funktioniert das auch noch ganz gut, wenn wir die Protagonistin begleiten, wie sie mit jedem,  der ihr in die Quere kommt, Streit anfängt. Anfangs mutet das Ganze eher wie ein Jugend-Drama an, das sogar außerordentlich gut unterhält. Wenn dann die Mutter ins Spiel kommt, wird es schon ein wenig nervig, denn Rima Te Wiata, die diese verkörpert, geht einem schon ganz schön auf den Wecker. Ich mochte ihre Art vom ersten Moment an nicht und hätte mir eine andere Schauspielerin in dieser Rolle gewünscht. Wenig später kommt dann noch Cameron Rhodes als Psychiater Dennis mit ins Spiel und spätestens ab diesem Moment wechselte der Film in eine Fahrspur, die mir nicht mehr gefiel.
Immer wieder spricht man in Besprechungen von skurrilen Charakteren, die Johnstone für seinen Genre-Mix kreiert hat. Hm, ich denke, David Lynch kann solcherart Charakterzeichnungen erschaffen, aber was Johnstone da fabriziert hat, empfand ich eher als nervig. Einzig Morgana O’Reilly als aufmüpfige Kriminelle konnte mich den ganzen Film überzeugen. Neben ihrer muffigen, unausstehlichen Art schaffte sie es dennoch, ihrer Figur auch einen gewissen Charme und etwas Sympathie einzuhauchen. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Gegen Ende hin versucht „Housebound“ sich durch so ziemlich alle Genre zu wälzen: Drama, Krimi, Komödie, Horror, Grusel, Thriller. Aber all das wirkte auf mich leider nicht innovativ und durchdacht genug, so dass es mich vom Hocker gerissen hätte. Im Gegenteil: Schon bald war ich gelangweilt, obwohl gerade in der letzten Hälfte eigentlich erst richtig Spannung aufkommt. Ryan Lampp als Beetlejuice-Verschnitt hat mir den Film dann endgültig vermiest. Für diese peinliche Kostümierung, obwohl mit Absicht so schwarzhumorig trocken gewählt, war ich nahe dran, mich fremdzuschämen. Das fand ich wirklich sehr sehr unpassend. Hätte Johnston den aufgesetzten Humor weggelassen und ein gruseliges Drama inszeniert, in dem lediglich ein paar Szenen mit Situationskomik versteckt gewesen wären, dann hätte „Housebound“ für mich großartig funktioniert. So aber blieb nur ein unentschlossenen Genre-Verwirrspiel zurück, das mich letztendlich am Ende überhaupt nicht mehr interessiert hat. Schade eigentlich, denn ein gewisses Potential wäre da gewesen.

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Fazit: Unentschlossener und unausgegorenen Genre-Mix, der bei mir nicht funktioniert hat. Ein Grusel-Drama ohne Klamaukeinlagen aus der nicht uninteressanten Handlung zu machen wäre da bedeutend besser gewesen.

© 2015 Wolfgang Brunner

Tales Of Halloween (2015)

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Originaltitel: Tales Of Halloween
Regie:
„Sweet Tooth“ – Dave Parker
„The Night Billy Raised Hell“ – Darren Lynn Bousman
„Trick“ – Adam Gierasch
„The Weak and the Wicked“ – Paul Solet
„Grim Grinning Ghost“ – Axelle Carolyn
„Ding Dong“ – Lucky McKee
„This Means War“ – Andrew Kasch, John Skipp
„Friday the 31st“ – Mike Mendez
„The Ransom of Rusty Rex“ – Ryan Schifrin
„Bad Seed“ – Neil Marshall
Drehbuch: Axelle Carolyn, Andrew Kasch, Neil Marshall, Lucky McKee, Mike Mendez, Dave Parker, Ryan Schifrin, Clint Sears, Johnny Skipp
Kamera: Jan-Michael Losada, Zoran Popovic, David Tayar, Alex Vendler, Richard J. Vialet, Joseph White, Scott Winig
Musik: Lalo Schifrin (Titelthema), Joseph Bishara, Bobby Johnston, Edwin Wendler, Kung Fu Vampire
Laufzeit: 98 Minuten
Darsteller: Pat Healy, Barry Bostwick, Noah Segan, Booboo Stewart, Greg Grunberg, Clare Kramer, Alex Essoe, Lin Shaye, Dana Gould, James Duval, Elissa Dowling, Grace Phipps, Pollyana McIntosh, Marc Senter, Tiffany Shepis, John F. Beach, Trent Haaga, Casey Ruggieri, Kristina Klebe, Cerina Vincent, John Savage, Keir Gilchrist, Nick Principe, Amanda Moyer, Jennifer Wenger, Sam Witwer, Jose Pablo Cantillo, Ben Woolf, Caroline Williams, Robert Rusler, Cameron Easton, Austin Falk, Madison Iseman, Daniel Dimaggio, Natalie Castillo, Ben Stillwell, Hunter Smit. Cameo-Auftritte: Joe Dante, John Landis, Adam Green, Adam Pascal, Adrianne Curry, Mick Garris, Lombardo Boyer, Graham Skipper, Stuart Gordon, Greg McLean, Spooky Dan Walker, Adrienne Barbeau
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Sweet Tooth: Eine Babysitterin und ihr Freund erzählen einem Jungen eine Geschichte, in der Eltern bitter dafür bezahlen mussten, weil sie ihrem Jungen verboten haben, die an Halloween gesammelten Süssigkeiten aufzuessen.

The Night Billy Raised Hell: Ein Junge betritt das Haus eines alten Mannes und stellt bald fest, dass es sich um den Teufel handelt.

Trick: Eine Gruppe Kinder macht Jagd auf Erwachsene und ermordet diese. Doch die Erwachsenen schlagen zurück.

The Weak and the Wicked: Ein junger Mann beschwört einen Dämon herauf, mit dem er Rache an drei Brandstiftern nehmen will, die sein Elternhaus niederbrannten, obwohl seine Eltern noch darin waren.

Grim Grinning Ghost: Eine junge Frau wird von einem bösartigen Geist verfolgt.

Ding Dong: Ein junger Mann erfährt, dass seine Frau eine kinderhungrige Hexe ist und versucht, sie aufzuhalten.

This Means War: Ein Mann bekämpft seinen Nachbarn wegen dem „besten Halloween-Kostüm“ bis zum Tode.

Friday the 31st: Ein Serienmörder macht Bekanntschaft mit Aliens, die echt sauer werden, wenn sie keine Süßigkeiten bekommen.

The Ransom of Rusty Rex: Zwei Kidnapper entführen den Sohn eines reichen Mannes, nur um wenig später zu erfahren, dass der Millionär seinen Sohn gar nicht mehr zurückhaben will. Die Entführung scheint ihm sogar sehr gelegen zu kommen.

Bad Seed: Ein Detektiv versucht zu verhindern, dass ein gentechnisch manipulierter, fleischfressender Kürbis eine ganze Stadt auslöscht.

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Ich ging mit großen Erwartungen an diese Halloween-Anthologie und war teilweise begeistert, teilweise aber auch enttäuscht. Auf die einzelnen Regisseure und deren Inszenierungsstil möchte ich gar nicht weiter eingehen, denn dann würde diese Besprechung sämtliche Rahmen sprengen. Eines sei gesagt: Keiner der Regisseure hat eine Meisterleistung abgeliefert, obwohl alle Kurzfilme durchgehend einen soliden Inszenierungsstil vorweisen können. Aber als Gesamtbild bleibt ein eher mässiges Filmerlebnis zurück. Alleine der Vor- und Nachspann vermochten mich zu begeistern und erinnerten mich in seiner liebevollen Machart an „Geschichten aus der Gruft“ oder „Creepshow“.
Nun aber zu den einzelnen Episoden.

„Sweet Tooth“ ist eine der Episoden, die mir am besten gefallen hat. Da kommt schon von Anfang an eine gewisse Halloween-Stimmung auf, die einen gemütlichen Abend verspricht. Die Idee finde ich ebenso gut wie die Darsteller, die ihre Sache wirklich gut machen. Insgesamt erinnert mich diese Episode einfach sehr stark an eine Folge aus „Geschichten aus der Gruft“.

Auch „The Night Billy Raised Hell“ ist ganz akzeptabel, obwohl mir da die Kirmes-Inszenierung ein wenig auf den Keks geht. Handlungstechnisch ganz nett, aber meiner Meinung nach viel zu übertrieben in Szene gesetzt.

„Trick“ bietet einen gelungenen Anfang, verkommt aber von Minute zu Minute immer mehr zu einem uninspirierten, vorhersehbaren Plot, der auf mich langweilig wirkt.

„The Weak and the Wicked“ ist für mich bedeutungslos und nicht der Rede wert.

„Grim Grinning Ghost“ ist ebenso wie „The Weak and the Wicked“ ein Filmchen, das man schnell wieder vergisst.

„Ding Dong“ hat nette Effekte und kann zwar unterhalten, verschwindet aber auch schon bald wieder aus dem Gedächtnis.

Der Nachbarschaftskampf um das beste Halloween-Kostüm in „This Means War“ ist originell und unterhaltsam. Aber auch hier fehlt einfach das gewisse Etwas.

Mike Mendez‘ Beitrag „Friday the 31st“ gehört wieder zu den Highlights dieser Kurzfilmsammlung. Sein außerirdischer Halloweenbesuch ist witzig, innovativ und macht wirklich Spaß. Für mich neben „Sweet Tooth“, „The Ransom of Rusty Rex“ und „Bad Seed“ eine der besten Folgen.

„The Ransom of Rusty Rex“ hat mir auch unglaublich Spaß gemacht. Vor allem der Humor trifft genau den richtigen Ton. Und der Plot hat absolut seinen Reiz. Wie bereits erwähnt, gehört diese Folge ebenfalls zu meinen Favoriten.

„Bad Seed“ von Neil Marshall ist ein würdiger und amüsanter Abschluss, der die langweiligeren Folgen dann doch wieder irgendwie vergessen lässt.

Insagesamt unterhält „Tales Of Halloween“ auf jeden Fall und die teils blutigen und perfekt in Szene gesetzten Splattereinlagen trösten über die teils uninspirierten Geschichten hinweg. Von einem Kultfilm ist diese Storysammlung allerdings weit entfernt, vom Intro und Outro einmal abgesehen. 😉 Denn die sind wirklich genial gemacht und verbreiten sofort eine (kultige) Halloween-Stimmung. Wer genau hinsieht, entdeckt viele Cameo Auftritte von unter anderem John Landis oder Joe Dante. Unterhaltsam ist „Tales Of Halloween“ allemal, aber eine beeindruckende Kurzfilm-Sammlung ist es leider nicht geworden.

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Fazit: Die unterhaltsame Kurzfilm-Sammlung erreicht leider nicht den Kultstatus, den man sich gewünscht hätte. Bizarrer Humor trifft auf teils heftige Splatterszenen, die allerdings die meist uninspirierten Storys nicht retten können. Ein paar Highlights gibt es, aber insgesamt leider eher mäßiger Halloween-Grusel.

© 2015 Wolfgang Brunner

Caedes – Die Lichtung des Todes (2015)

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Originaltitel: Caedes – Die Lichtung des Todes
Regie: Slavko Spionjak
Drehbuch: Slavko Spionjak
Kamera: Nic Mussell
Musik: Trevor Coleman
Laufzeit: 92 Minuten
Darsteller: Bernhard Bozian, Leena Bader, Burak Akkoyun, Ewald Der, Jakob Graf, Max Meyr, Tomi Babc, Florian Simbeck, Tobias Licht, Manoush, Nikolai Will, Roland Leonhart
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 18 Jahre

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Dan macht mit drei Freunden Campingurlaub auf einer Waldlichtung. Nach einer durchzechten Nacht mit den anderen Campern verwandelt sich der Trip von einer Sekunde auf die andere in einen Alptraum: Eine Frau wird von einem unheimlichen Zombie zerfleischt. Verwirrt versuchen die Menschen in den Wald zu fliehen … aber kein Entkommen ist möglich! Und dann entdecken sie eine grausame Wahrheit …

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Slavko Spionjak, der 2011 sein Debüt mit der hintergründigen Science Fiction-Komödie „Mein großer linker Zeh“ gab, liefert mit „Caedes“ einen handwerklich sauberen und enorm unterhaltsamen Nachfolgefilm ab, der mich auf ganzer Linie begeistert. Schon in den ersten Minuten merkt man, dass da ein Könner am Werk ist, der einen Blick für schöne Aufnahmen hat. Professionell inszeniert Spionjak einen erfrischenden Beitrag im weiten Feld des deutschen B-Movie, der allerdings alles andere als billig wirkt.

Die Darsteller spielen absolut sympathisch und autenthisch, dass es eine wahre Freude ist. Durchzogen von hammermäßigen „Handmade“-Splattereffekten und grandiosen Gags ist „Caedes“ eine perfekte Mischung aus hartem Horror und genialer Komödie, wie man sie leider nur allzu selten findet. Gerade aus deutschen Landen lassen Komödien stark zu wünschen übrig, weil sie immer wieder in platten (und unlustige, fast schon peinlichen) Slapstick abrutschen. „Caedes“ schafft diese Gratwanderung grandios und katapultiert sich damit auf Platz Eins meiner persönlichen Splatter-Horror-Komödien aus Deutschland. Selten habe ich so herzhaft gelacht und geschmunzelt und gleichzeitig über perfekt inszenierte, blutige Gore-Szenen gestaunt.
Unbedingt erwähnt werden muss auch der rasante und punktgenaue Schnitt dieser Produktion, der von Slavica Spionjak übernommen wurde, und dem Film ein irres Tempo verleiht. Daumen hoch!

Wie bei Horrorfilmen nun mal üblich, ist die Handlung nicht unbedingt der Mega-Knaller, aber auch hier hat Spionjak ein wahres Wunder vollbracht und lässt den Zuseher das Handlungsmanko durch seinen Regiestil, die hervorragende Darsteller-Crew und die schwarzhumorige Situationskomik einfach vergessen. Besser geht’s fast nicht.
Und die Crew traut sich beizeiten voll in die Trash-Kiste zu greifen, dass es eine wahre Freude ist. 🙂

Neben den gutgelaunten Schauspielern, allen voran Bernhard Bozian, Lena Baader, Burak Akkoyun und Jakob Graf, möchte ich einen Mann nicht unerwähnt lassen, der zwar (leider) „nur“ eine Nebenrolle spielt, die dafür aber dermaßen überzeugend rüberbringt, das einem die Szene im Gedächtnis bleibt und mich persönlich immer wieder zum Schmunzel bringt, wenn ich daran zurückdenke. Die Rede ist von Nikolai Will, der als „Folteropfer“ zum Plaudern gezwungen wird und dies einfach superb meistert. Zu Recht wurde er vom Portal „Horrorfilmdarsteller“ zum Horrorfilmdarsteller 2015 gekürt.

Slavko Spionjak und sein Kernteam, nämlich seine Frau Rita und seine Schwester Slavica, haben einen bemerkenswerten, erfrischenden und rundum gelungenen Beitrag in Sachen „Crowdfunding“-Horrorfilm gedreht. Die amüsanten Bayern, die auf der Lichtung des Todes um ihr Leben kämpfen, sind der Hammer. Und gerade die bayrische Mundart, die aber auch Nichtbayern verstehen, legen einen einmaligen Flair über das Splatterstück.
Mehr davon, bitte!
„Caedes“ ist für mich die perfekte Horror-Splatter-Komödie. Da fragt man sich, wieso Produktionsfirmen nicht solche Filme produzieren, sondern um 10-fach teurere, nichtssagende Pseudo-Komödien, die oft einfach nur peinlich sind.

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Fazit: Unglaublich witzige Splatter-Komödie, die sich wohltuend von deutschen Slapstick-Produktionen abhebt. Durch die bayrische Mundart der Darsteller ist „Caedes“ ein innovatives filmisches Feuerwerk, das sowohl durch rabenschwarze Situationskomik als auch durch harte, perfekte „Handmade“ Splatterszenen überzeugen kann und unglaublich gut unterhält. Uneingeschränkte Empfehlung für Fans des Independent-Films und Genre-Freunde.

© 2015 Wolfgang Brunner

Eddie – The Sleepwalking Cannibal (2012)

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Originaltitel: Eddie
Regie: Boris Rodriguez
Drehbuch: Boris Rodriguez
Kamera: Philippe Kress
Musik: David Burns
Laufzeit: 90 Minuten
Darsteller: Thure Lindhardt, Georgina Reilly, Dylan Smith, Alain Goulem, Paul Braunstein, Stephen McHattie, Peter Michael Dillon, Alexis Maitland
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Kanada, Dänemark
FSK: ab 16 Jahren

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Dem Maler Lars Olafsen fehlt schon seit Jahren die Inspiration, daher hat er schon lange kein gutes Bild mehr auf die Leinwand gebracht. Um wieder kreativ zu werden, nimmt er sich eine Auszeit und beginnt, an der Kunstakademie von Koda Lake als Lehrer zu unterrichten. Dabei begegnet er dem traumatisierten und stummen Eddie, der in der Nacht schlafwandelt und dabei Tiere niedermetzelt, um sie zu verspeisen. Lars wird von den blutigen Zwischenfällen plötzlich inspiriert und die beiden ungleichen Männer gehen eine skurrile Symbiose ein.

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„Eddie“ ist ein erfrischender Ausnahmefilm in Sachen Horrorkomödie. Schon alleine die Ausgangssituation verspricht einen interessanten Beitrag in Sachen Genrevermischung. Und man wird nicht enttäuscht. Zielsicher beschreitet Rodriguez in seinem Debütfilm den Grat zwischen sarkastischer Ironie und blutigem Gemetzel und fällt dabei niemals auf eine bestimmte Seite. Das gekonnt inszenierte Drama bietet harten Horror, sozialkritische Momente, witzige und skurrile Ideen und sogar einen Touch einfühlsames Drama. Rodriguez gelingt dieser Mix  wirklich gut und man vergisst teilweise tatsächlich, welches Genre man gerade sieht. Aber genau das ist es, was den Film so kurzweilig macht.

Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache gut und im Laufe des Films steigt der Sympathiewert konstant höher. Diese außergewöhnliche Männerfreundschaft funktioniert.
Alain Goulem als Harry erinnert verblüffend an Richard Dreyfuss in seiner besten Zeit. Goulems Mimik (und irgendwie auch sein Aussehen 😉 ) ist dem von Dreyfuss wirklich erschreckend täuschend ähnlich.

Die Idee, wie die blutigen Morde des schlafwandelnden Eddie zu einer Inspiration des Malers werden, finde ich innovativ und glaubhaft umgesetzt. Das nenne ich mal eine andere Art von Muse für einen Künstler.
„Eddie“ ist ein netter Zeitvertreib, der nicht nur mit einer gelungenen Handlung unterhält, sondern auch sympathische Darsteller und tolle (Landschafts-) Aufnahmen vorzuweisen hat. Der Anteil von Komödie und Splatterhorror hält sich die Waage. Dadurch fühlt man sich bestens unterhalten. Man kann gespannt sein, was Regisseur Boris Rodriguez uns in der Zukunft noch präsentieren wird. Einen Pluspunkt hat er für mich jetzt schon: Es scheint, als kümmere er sich nicht besonders um konventionelle Mainstream-Plots.

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Fazit: Herrlich schräg, lustig und blutig. Rodriguez‘ Genremix klappt hervorragend. Freunde außergewöhnlicher Filme sollten auf jeden Fall zugreifen.

© 2015 Wolfgang Brunner

Slither – Voll auf den Schleim gegangen (2006)

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Originaltitel: Slither
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn
Kamera: Gregory Middleton
Musik: Tyler Bates
Laufzeit: 95 Minuten
Darsteller: Nathan Fillion, Elizabeth Banks, Michael Rooker, Gregg Henry, Tania Saulnier, Brenda James, Don Thompson
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahren

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Ein Meteorit schlägt nahe der Kleinstadt Wheelsy ein. Nur wenig später gerät der reiche Mr. Grant in Kontakt mit einem schleimigen Ei, das er im Wald findet. Ein Organismus dringt in den Körper des Mannes ein und nimmt wie ein Parasit Besitz von ihm. Schon bald darauf verschwinden Menschen und Tiere in der Kleinstadt, von denen lediglich Blut und Fleischfetzen übrigbleiben. Der Sheriff der Stadt findet heraus, dass es sich bei dem Parasiten um einen außerirdischen Organismus handelt, der alles Leben verschlingt.

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James Gunn begann seine Karriere im Filmbusiness bei der US-amerikanischen Independent-Filmproduktionsfirma Troma Entertainment, die mit so schrägen und trashigen (Kult-)Filmen wie „Tromeo & Julia“ oder der „Toxic Avenger“-Reihe bekannt wurde.
Obwohl Gunn auch Drehbücher für große Hollywood-Produktionen wie dem Remake von „Dawn Of The Dead“ oder „Scooby Doo 1 & 2“ verfasst hat, wurde er den Troma-Einfluss irgendwie nicht mehr los. Das merkt man sowohl an seinem Regiedebüt „Slither“, wie auch an dem herrlich absurden „Super“ und nicht zuletzt Marvels „Guardians Of The Galaxy“.

„Slither“ ist eine herrlich schräge und trashige Gratwanderung zwischen Science Fiction-Horror, Splatter und Komödie. Die Mutation des vom außerirdischen Parasiten besessenen Mr. Grant erinnerte mich so manches mal an Jeff Goldblum in David Cronenbergs grandioser Neuverfilmung von „Die Fliege“. Aber auch „The Blob“, „Shivers“ oder „Die Körperfresser kommen“ lassen grüssen! Es macht ungemein Spaß, diese Veralberung des Genres mitzuverfolgen, die mit einem ganz eigenen Humor und teils derben Splattereffekten (die übrigens sehr gut gemacht sind) aufwarten kann. Gunns eingenwilliger Humor lässt sich hier schon ganz eindeutig erkennen, der in „Super“ eine Steigerung erfährt und schließlich in „Guardians Of The Galaxy“ seinen Höhepunkt erreicht.

James Gunn ist für mich einer jener Ausnahmeregisseure, deren Werdegang ich mit Sicherheit weiterverfolgen werde, denn eines ist für mich sicher: Egal, welche Projekte Gunn in Zukunft noch in Angriff nehmen wird, den Filmen wird bestimmt ein besonderer Stempel aufgedrückt werden, der sie, auch wenn sie sich in Mainstream-Gefilden befinden werden, von anderen Produktionen abheben wird.

Ach ja, den deutschen (wieder einmal bescheuerten) Untertitel hätte man sich getrost sparen können, denn „Slither“ ist auf einem bedeutend höheren Niveau als uns dieser deutsche Quatschzusatztitel weismachen möchte.

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Fazit: „Slither“ schafft tatsächlich die überzeugende Gratwanderung zwischen Science Fiction, Horror, Splatter und Komödie. Das gelingt nicht vielen Filmen in dieser Art und spricht eindeutig für das cineastische Fingerspitzengefühl des Regisseurs.

© 2015 Wolfgang Brunner