Filmprojekt „Forest Of Fear“

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Da vereinen sich still und leise ein paar Menschen, deren Namen man schon seit einiger Zeit im Gedächtnis behalten hat, um eine Kombination aus Slasher-Film und Found-Footage-Horror auf die Beine zu stellen. 😉
„Forest Of Fear“ ist der Titel des Projekts, bei dem es um eine Gruppe geht, die sich in ein abgelegenes Waldgebiet gegibt,  um dort ein seltenes Tier zu filmen. Sie ahnen allerdings nicht, dass sie es  mit einer alten düsteren und vergessenen Legende zu tun haben. Schon bald beginnt ein brutaler und blutiger Kampf um Leben und Tod für die Menschen.

„Forest Of Fear“ wäre Joe Beers Regiedebüt und in Anbetracht von Cast und Crew, die, bis auf wenige Ausnahmen, schon bestätigt sind, verspricht das Projekt recht interessant zu werden. Da wäre zum einen schon einmal die Hauptrolle des Manuel, die von keinem geringeren als Daeg Faerch gespielt wird, der in Rob Zombies Remake des John Carpenter-Klassikers „Halloween“ den jungen Michael Myers spielte. Neben Will Smith war Faerch auch als in einem kurzen Auftritt als Punker in „Hancock“ zu sehen.
Kristina Kostiv, die zuletzt in dem fantastischen Horrorstreifen „German Angst“ zu sehen war und demnächst in der Neuinterpretation von „The Corpse Grinders“  unter der Regie von Timo Rose ihr Können zeigt, wird ebenfalls mit von der Partie sein wie Gioele Viola (aktueller Film Marcel Walz‘ „Blood Feast“).
Und als maskierter Bösewicht Valenton Wolf hat sich Andreas Rimkus angetragen. 🙂
Gastauftritte von Nick Príncipe, Mike Mendez und weiteren Gästen sind geplant und wenn alles gut geht, wird die Stimme einer legendären Horrorfilm-Ikone in einer Schwarzeinblendung am Anfang den Zuschauer vor dem Film warnen.
Mit dabei sind voraussichtlich noch Laura-Sofie Bakowsky, Chris Friedling und Ralph Steiger.

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Editor wird Kai E. Bogatzki sein, den man von „La Petite Mort 2 – Nasty Tapes“, „Blood Feast“ (2016) und Timo Roses „Reeperbahn“ und „Nature“ kennt.  Außerdem habe ich erst vor kurzem über sein erstes Langfilm-Projekt „Scars of Xavier“ berichtet.

Co-Autorin ist Annika Strauss, die man  als Buchautorin und Schauspielerin kennt.
Die Spezialeffekte übernimmtz Frank Schröter, der bereits an Filmen wie „Alien Vs Predator“, „Resident Evil“ oder auch „German Angst“ beteiligt war.
Produzent ist John Lepper, der u.a die Found-Footage Filme MOTH und BE MY CAT: A FILM FOR ANNE produziert hat.

Klingt alles ziemlich gut, würde ich sagen, oder?
Gedreht wird im Schwarzwald, wo ja bereits einige Legenden und Grimm’sche Märchen beheimatet sind. Nun gesellt sich also noch die Legende von Valentin Wolf dazu, der vor 20 Jahren von seiner Mutter in den Wäldern ausgesetzt wurde, wo er wie ein Tier aufwuchs. Valentin ist eine Missgeburt, halb Mensch halb Wolf, und wurde deshalb von seiner Mutter im Stich gelassen. Nun erzählt man sich, dass diese Missgestalt von Wanderern, Förstern und Jägern gesehen wurde.

Beer hat vor, einen atmosphärischen Film zu schaffen, der sich von  anderen Found Footage-Produktionen abhebt, in dem er neue Wege geht. Alleine die Kombination aus Found Footage und Slasher könnte tatsächlich ein sehenswertes Ergebnis hervorbringen, das neuen Wind in das Genre bringt. Auch soll Musik eingesetzt werden, was natürlich einer tollen Stimmung definitv zugute kommen würde. Ich bin wirklich sehr gespannt darauf, wie Beer den Zuschauern das Fürchten lehren will, zumal er nur gezielte, dafür aber realistische, brutale Effekte einsetzen will, die nicht übertrieben blutig, sondern eben auf einer autenthischen Ebene schockieren sollen. Aber eben nicht nur … und vielleicht gelingt ihm dadurch tatsächlich eine Mischung aus hartem Splatter-Slasher-Horror und einer gruseligen Atmosphäre, die vielen solcher Produktionen abhanden gekommen ist. Denn meist sieht man nur „langweilige“ Wackelkamerafahrten oder man wird von blutigen Splattereffekten überrollt. Eine Mischung aus beidem wäre tatsächlich etwas Neues.

Und es gibt einen neuen Teaser aus dem Jahr 2016, der ebenfalls neugierig auf das Projekt macht:

Ich freu mich jedenfalls auf diesen Film. Die Dreharbeiten werden in Kürze beginnen.

© 2016 Wolfgang Brunner

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It’s Alive (2008)

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Originaltitel: It’s Alive
Regie: Josef Rusnak
Drehbuch: Larry Cohen, Paul Sopocy, James Portolese
Kamera: Wedigo von Schultzendorff
Musik: Nicholas Pike
Laufzeit: 80 Minuten
Darsteller: Bijou Phillips, James Murray, Raphaël Coleman, Owen Teale, Skye Bennett, Ty Glaser, Arkie Reece, Todd Jensen
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre

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Lenore Harker  ist im sechsten Monat schwanger und  zieht deswegen zu ihrem Freund Frank, der mit seinem kleinen Bruder Chris in einem verlassenen Landhaus wohnt. Alles scheint perfekt, nur noch das Baby fehlt noch zum Glück. Die Wehen setzen verfrüht ein und das Baby kommt per Kaiserschnitt zur Welt. Doch kaum hat das Kind das Licht der Welt erblickt, ermordet es das Krankenhauspersonal im Kreißsaal, um sich danach zu seiner unter Narkose stehenden Mutter ins Bett zu legen. Die Polizei steht vor einem Rätsel und sucht den Mörder. Lenore und Frank kehren unwissend mit ihrem Baby zurück ins Landhaus, wo die Morde nach einer Weile weitergehen. Und es sind nicht nur Tiere, hinter denen das Killerbaby her ist …

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Wenn man Larry Cohens Kultklasiker-Trilogie um die mordenden Babys kennt, geht man wahrscheinlich mit einer gewissen Erwartungshaltung an ein Remake heran. So erging es auch mir. Ich fand alle drei Teile der Wiegen-Reihe ganz gut (nachzulesen hier: Die Wiege des Bösen„, „Die Wiege des Satans„, „Die Wiege des Schreckens) und war wirklich gespannt, wie man die Story mit der heutigen Technik in Bezug zum Beispiel auf die Spezialeffekte umsetzen würde.
Viele mögen diese Wiederverfilmung nicht, ich hingegen fand sie gar nicht mal so schlecht und an bestimmten Stellen sogar um einiges besser als das Original.
Gerade der Anfang hat mich richtig überzeugt und fasziniert. Die Musik vermittelte die Stimmung wie in 80er Jahren Horrorfilmen und erweckte leichte Nostalgie in mir. Der deutsche Regisseur Josef Rusnak, den viele vielleicht noch durch den von Roland Emmerich produzierten Cyber-Thriller „The 13th Floor“ in Erinnerung haben, inszenierte einen optisch ansprechenden Horrorthriller. Die Bilder wirken stylisch edel und ziehen sich erfreulicherweise durch den ganzen Film. Alleine diese Optik hebt „It’s Alive“ gegenüber den Originalen hervor.

Der Plot ist nicht innovativer als der der Originale, aber auch nicht unbedingt schlechter. Man merkt sofort, dass Larry Cohen seine Hände mit im Spiel und am Drehbuch mitgearbeitet hatte, denn sein „Geist“ steckt irgendwie auch in diesem Film. Fast könnte man meinen, er hätte sogar riesigen Spaß gehabt, seinem Kultfilm auf moderne Art und Weise noch einmal Leben einzuhauchen. Die sozialkritische Botschaft kam nicht so zur Geltung wie in den alten Filmen, aber man kann nicht alles haben. 😉
Insgesamt konnte mich das Remake aufgrund seiner Inszenierung durchaus überzeugen. Auch die Darsteller lieferten durchschnittliche bis gute Arbeit ab, da kann man eigentlich nichts aussetzen.

Viele finden diese Neuinterpretation schlecht und mies in Szene gesetzt. Ich kann mich dieser Meinung nicht anschließen, obwohl ich natürlich weitaus bessere Streifen gesehen habe. Aber Rusnak verspritzt erfrischend wenig Blut und schafft dennoch eine gute Atmosphäre. Wahrscheinlich ist genau diese Blutarmut und die relativ ruhige Herangehensweise vielen Horrorfilm-Fans ein Dorn im Auge.
Am Ende gibt es einen Brand, der wirklich cool in Szene gesetzt wurde und dem leider doch etwas schwachen Ende wieder einen Pluspunkt verschafft. Insgesamt fand ich das Thema weitaus weniger trashig behandelt wie in den Originalen und dennoch kann Rusnak einen leichten Hauch von Trash mit seinem Film versprühen. Das macht mir „It’s Alive“ sympathisch, wenngleich er defintiv nicht in den Olymp meiner Lieblings-Horror-Filme aufsteigt, sondern im annehmbaren, durchaus sehenswerten, Mittelmaß dahindümpelt.

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Fazit: Überraschenderweise ganz annehmbare moderne Variante des alten Trash-Kultklassikers von Larry Cohen. Auf jeden Fall in sehenswerter, edler Optik in Szene gesetzt.

© 2016 Wolfgang Brunner

Tut – Der größte Pharao aller Zeiten (2015)

TUT

Originaltitel: Tut
Regie: David von Ancken
Drehbuch: Michael Vickerman, Peter Paige & Bradley Bredeweg
Kamera: Christopher La Vasseur
Musik: Jeff Russo
Laufzeit: 6 Folgen á 45 Minuten
Darsteller: Ben Kingsley, Avan Jogia, Sybilla Deen, Alexander Siddig, Kylie Bunbury, Peter Gadiot, Iddo Goldberg, Nonso Anozie
Genre: Action, Serie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Politische Intrigen, Machtspiele und Kriege begleiten das kurze Leben des legendären Pharaos Tutanchamun. Schon als Kind besteigt er den Thron und muss sich gegen private und kriegerische Bedrohungen zur Wehr setzen.

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Die von David van Ancken inszenierte Miniserie über einen der bekanntesten (nicht unbedingt größten) Pharao bietet absolut gelungene, aufwändige und interessante Unterhaltung. Es wurde meines Erachtens zwar gut recherchiert, aber der historischen Handlung natürlich (und glücklicherweise) eine Portion erfundener Geschehnisse hinzugefügt, um einen annehmbaren Plot um die Person des jungen Herrschers aufzubauen.
Manches kommt leider viel zu kurz. Da hätten die Macher ruhig Mut zeigen können und die Serie auf die doppelte Länge ausbauen können, denn so verlieren sich leider viele Handlungsstränge und Ideen einfach oder werden mit ein paar Sätzen abgehandelt. Das wirkt bisweilen etwas unbefriedigend und hätte man sich die Mühe gemacht, die Serie weiter auszubauen, wäre mit Sicherheit ein weitaus beeindruckenderes Ergebnis zustande gekommen. Aber beeindruckend ist die Story dennoch, denn man wird glaubhaft in die prächtige Welt der Ägypter entführt und nimmt am Leben und sämtlichen privaten und politischen Intrigen teil.

Avan Jogiam in der titelgebenden Hauptrolle hätte nicht besser ausgewählt werden können. Er stellt die jugendlichen Schwächen des jungen Pharaos hervorragend den harten und skrupellosen Befehlstönen eines Erwachsenen gegenüber. Hinzu kommt das leicht androgyne Aussehen, das Jogiam unglaublich schön wirken lässt. Der Schauspieler agiert absolut hervorragend und es stellte sich für mich wieder einmal unweigerlich die Frage, warum man solche Talente noch nie in einem „großen“ Film gesehen hat.
Obwohl Weltstar Ben Kingsley an seiner Seite spielt, lässt sich Jogiam nicht einschüchtern und stiehlt Kingsley so manches Mal eindeutig die Show. Man hört hoffentlich, wie sehr mich dieser junge Schauspieler in dieser Rolle begeistert und überzeugt hat.
Aber auch die anderen Schauspieler überzeugten durch die Bank und gaben der Mini-Serie gute Charaktere, die aber, wie bereits oben erwähnt, durchaus noch viel mehr ausgebaut hätten werden können. Das Potential dazu wäre auf jeden Fall da gewesen.

Wer einen historisch fundierten Film über das Leben von Tutanchamun erwartet, sollte sich vor Augen halten, dass es sich hier um Fernsehunterhaltung mit historischem Hintergrund handelt. Ich möchte die Serie nicht unbedingt als seicht einstufen, aber im Grunde genommen wird das Leben dieses Mannes in eine unterhaltsame Story verpackt. Das Leben dieses Pharaos hätte sicherlich bedeutend epischer und historisch korrekter dargestellt werden können, aber die Macher haben sich nun mal für diesen Weg entschieden. Und der ist auch nicht schlecht, sondern einfach nur auf Unterhaltung konzipiert.
Untermalt wird das ägyptische Drama von einer hervorragenden, manchmal richtig epischen Musik, die aus der Feder von Jeff Ruso stammt, der übrigens auch die Musik zur Serie „Fargo“ komponierte. Sie passt grandios zu den Schlacht-, Liebes- und Actionszenen. Vor allem das „Main Theme“ bleibt bereits nach der ersten Folge schon im Ohr.
Die Ausstattung der Serie wirkt bombastisch und wird dem Thema gerecht. Man kann sich gut vorstellen, dass das Leben zu jener Zeit genau so stattgefunden hat. Die Masken wirken sehr bunt, was aber wohl auch der Realität von damals entsprach. Insgesamt hat mir die Serie, alleine schon aufgrund des Hauptdarstellers und der hervorragenden Musik, absolut gefallen. Aber ich hätte mir eine zweite Staffel gewünscht, um dem Leben des Pharaos und den Charakteren mehr Platz zu geben. So wirkt die Serie irgendwie „unfertig“ und auch leicht unbefriedigend.

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Fazit: Ansprechend inszenierte Miniserie mit einem exzellenten Hauptdarsteller und einer passenden, epischen Musik. Nur leider zu kurz.

© 2016 Wolfgang Brunner

Baskin (2015)

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Originaltitel: Baskin
Regie: Can Evrenol
Drehbuch: Can Evrenol, Cem Özüduru, Erçin Sadıkoğlu, Eren Akay
Kamera: Alp Korfali
Musik: JF (Ulas Pakkan & Volkan Akaalp)
Laufzeit: 97 Minuten (uncut)
Darsteller: Mehmet Cerrahoğlu, Ergun Kuyucu, Görkem Kasal, Muharrem Bayrak
Genre: Thriller, Horror
Produktionsland: Türkei
FSK: JK geprüft

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Eine Sondereinheit der Polizei gerät im Keller eines Gebäudes durch eine Falltür in eine düstere, schockierende Unterwelt. Durch dunkle Tunnel betreten sie eine Welt, die eine wahr gewordene Hölle aus einem Alptraum zu sein scheint. Furchterregende Gestalten machen Jagd auf sie und eine blutige Auseinandersetzung entsteht.

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Ein Horror-Thriller aus der Türkei? Ich ging mit gemischten Gefühlen an diesen Film heran und wurde absolut positiv überrascht. Klar, die Handlung ist wirklich nicht das Nonplusultra und wirkt, wenn man genauer darüber nachdenkt, erst einmal wie an den Haaren herbeigezogen. Aber das tut der extrem düsteren Atmosphäre und den teils wirklich schockierenden Szenen keinen Abbruch.
Es dauert ein wenig, bis der Film Fahrt aufnimmt, aber genau das hat mir gefallen. Man lernt erst die Männer und ihre Freundschaft zueinander, bevor es ans Eingemachte geht. Und das tut es!

Die Atmosphäre dieses türkischen Horrorfilms ist durchgehend düster und bedrohlich. Von der Inszenierung her erinnert die Höllenfahrt ein wenig an die alten italienischen Meister wie Mario Bava, Lucio Fulci oder gar Dario Argento. Aber auch ein Hauch David Lynch, was die Surrealität des Plots betrifft, ist mit dabei. So manches Mal fühlt man sich auch in die 80er Jahre zurückversetzt. Hin und wieder kam mir auch die irreale Stimmung von „Hellraiser“ in den Sinn, wobei „Baskin“ einen völlig anderen Weg geht, der dann schon eher in Richtung „The Green Inferno“ von Eli Roth führt. Die Schauspieler sind völlig in Ordnung und machen aus meiner Sicht ihre Sache sehr gut. Leider fehlt es an manchen Stellen ein wenig an Logik, hat aber für mich dennoch nicht die Auswirkung gehabt, dass ich keinen Spaß mehr an dem blutigen Trip hatte.
Es gab, wie schon in dem erwähnten „The Green Inferno“ ein paar Szenen, die mir wie ein Schlag in die Magengrube vorkamen: unausweichliche, unheimliche, brutale Stellen, die wirklich schonungslos schockieren. Das nimmt einen als Zuschauer mit und man kann die Angst und Verzweiflung der Protagonisten hautnah spüren.

Regisseur Can Evrenol lässt den Film wie einen (Alp-)Traum ablaufen, surreal und an manchen Stellen (gewollt?) unlogisch. Denn vielleicht ist es gerade diese fehlende Logik, die „Baskin“ zu diesem außergewöhnlichen und schockierenden Horrortrip macht, denn wer kennt nicht das schreckliche Gefühl, wenn man aus einem wirklich, wirklich schlimmen Alptraum erwacht? Genau so eine bedrohliche Stimmung vermittelt Evrenol und zieht einen damit sofort in seinen Bann. Oft denkt man sich, wann denn dieser Alptraum endlich ein Ende findet, und dennoch kann man nicht genug davon bekommen. Mein Respekt an den Regisseur für diese oft an die Schmerzgrenze gehenden Momente. Aber nicht nur mit provokanten Verstümmelungen und gruseligen Schockmomenten kann der türkische Horrorfilm punkten, denn auch die visuelle Seite ist keineswegs zu verachten. Wie bereits erwähnt, setzt Evrenol sehr düstere Farben ein, die durch den geschickten Einsatz von Licht noch einmal verstärkt werden. Das Szenario vermittelt von Anfang an Unheil und deprimierende Aussichtslosigkeit, die noch lange im Gedächtnis haften bleibt.
Vor allem der Anführer der Kreaturen, auf die die Polizisten treffen, jagte mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Das ist wirklich extremst gruselig inszeniert.

Auch wenn ich durchaus begeistert bin von „Baskin“, bin ich mir ziemlich sicher, dass einige nicht so empfinden werden wie ich. Ich sehe schon die ratlosen Gesichter vor mir, die nichts mit dem mystischen Plot anfangen können und sich einfach einen geradlinigeren Film gewünscht hätten. Aber ich bin der Meinung, dass es bereits genug geradlinige Filme gibt, und man sich durchaus auch einmal auf einen „traumhaften“ und visionären Trip a la Clive Barker begeben kann. Und genau das bekommt man mit „Baskin“ geboten. Für mich ein große, überraschende Entdeckung, die ich mit Sicherheit noch öfter ansehen werde.

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Fazit: Brutal, schockierend und auf gewisse Art und Weise visionär. „Baskin“ wird allerdings die Lager spalten und auf der einen Seite euphorische Begeisterung und auf der anderen enttäuschte Ratlosigkeit verursachen. Ich neige fast zu euphorischer Begeisterung.

© 2016 Wolfgang Brunner

Howl – Endstation Vollmond (2015)

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Originaltitel: Howl
Regie: Paul Hyett
Drehbuch: Mark Huckerby, Nick Ostler
Kamera: Adam Biddle
Musik: Paul E. Francis
Laufzeit: 95 Minuten
Darsteller: Ed Speleers, Holly Weston, Shauna Macdonald, Elliot Cowan, Amit Shah, Sam Gittins, Rosie Day, Duncan Preston
Genre: Horror
Produktionsland: Großbritannien
FSK: ab 16 Jahre

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Der junge Schaffner Joe befindet sich im Nachtzug, der für die letzte Fahrt von London losfährt. Der Zug bleibt in der stürmischen und dunklen Nacht mitten im Wald plötzlich stehen. Kurz darauf werden die Wagons von wolfartigen Kreaturen angegriffen. Es beginnt ein unerbittlicher Kampf ums Überleben zwischen den wenigen Passagieren und den grauenhaften Wolfskreaturen.

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Der Einstieg in das Geschehen verläuft relativ ruhig und lässt dadurch die Erwartungshaltung immer mehr steigen. Das Konzept fand ich sehr gut, gerade weil anfangs alles sehr gemächlich vonstatten geht und man immer darauf gefasst sein muss, dass wohl bald etwas passiert. Der Schauplatz in einem Nachtzug wirkt unverbraucht und neu, vermittelt von Anfang an eine sehr tolle Atmosphäre. Der Inszenierungsstil und die Kameraführung können sich sehen lassen und wirken sehr professionell. Allerdings wird der Plot zum Ende hin, obwohl natürlich und erfreulicherweise immer mehr Spannung aufkommt, dennoch unfertig und teils hingeschludert. Da fehlt es plötzlich an Tiefe und Erklärungen, zumal sich einige der Protagonisten ziemlich dämlich verhalten. Die Entwicklung der Geschichte hätte aus meiner Sicht nicht so horrormäßig spektakulär werden müssen, sondern sich durchaus weiter auf der etwas ruhigeren Schiene bewegen sollen. Das hätte bedeutend mehr Wirkung und Glaubwürdigkeit besessen. Wirkt die Geschichte anfangs noch innovativ, so bewegt sie sich dann gegen Ende hin immer mehr in Richtung Mainstream, das man halt  schon ein paar Mal gesehen hat.

Nichtsdestotrotz macht „Howl“ riesigen Spaß, was zum einen wohl an den ganz fähigen Schauspielern, aber auch an den guten und überzeugenden Spezialeffekten liegt. Die Kreaturen sehen realistisch und vor allem erschreckend aus, auch wenn man sie nicht allzuoft zu Gesicht bekommt. „Howl“ funktioniert für mich wie eine Art Hommage an die „guten, alten“ Horrorfilme aus den 80er und 90er Jahren. Man fühlt sich natürlich alleine schon aufgrund der Thematik an John Landis‘ „American Werewolf“ oder Joe Dantes „Das Tier“ erinnert. Oft sind schöne, atmosphärische Bilder zu sehen, die den liegengebliebenen Nachtzug zeigen.
Wer blutigen Splatter erwartet, wird wohl enttäuscht sein, den Regisseur Paul Hyett legt eindeutig mehr Wert auf Atmosphäre als auf schockierende Momente. „Howl“ erfindet das Genre nicht neu, bringt aber Schwung in die Werwolf-Ecke.

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Fazit: Solide gedrehter und kurzweiliger  Werwolf-Horror mit einem stimmungsvollen Schauplatz. Schauspieler und Spezialeffekte können sich sehen lassen.

PS: Ich komme nicht umhin, zu erwähnen, dass ich bereits im Jahr 2010, also fünf Jahre vor „Howl“, einen Horror-Roman mit dem Titel „Nachtzug“ geschrieben habe, der 2011 veröffentlicht wurde. Auch hier bleibt ein Nachtzug auf freier Strecke liegen und die Reisenden werden von Kreaturen (bei mir waren es keine Werwölfe, sondern geklonte Hybriden zwischen Mensch und Hyäne) angegriffen. Wer also ein Buch über dieses Thema lesen will, darf gerne zu meinem Roman greifen. Und manch einer wird wohl denken, man habe sich bei „Howl“ an meiner Vorlage bedient, so ähnlich sind sich die Plots.

© 2016 Wolfgang Brunner

Seventh Son (2014)

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Originaltitel: Seventh Son
Regie: Sergei Bodrow
Drehbuch: Charles Leavitt, Steven Knight, Matt Greenberg
nach dem Roman „Spook-Der Schüler des Geisterjägers“ von Joseph Delaney
Kamera: Newton Thomas Sigel
Musik: Marco Beltrami
Laufzeit: 102 Minuten
Darsteller: Jeff Bridges, Ben Barnes, Julianne Moore, Alicia Vikander, Kit Harington, Djimon Hounsou, Jason Scott Lee, Antje Traue, Olivia Williams
Genre: Fantasy, Literatur
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Russland
FSK: ab 12 Jahre

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Die Hexe Malkin will die Welt mit einer Armee aus fürchterlichen Kriegern unterjochen. Der Geisterjäger John Gregory Geisterjäger macht sich auf die Suche nach dem siebten Sohn des siebten Sohnes, der der Legende nach an seiner Seite gegen das Böse antreten soll. Tom, der Auserwählte, findet sich schon bald im größten Abenteuer seines Lebens.

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Ich war ja wirklich überrascht, als ich diesen Film sah. Ich hatte mir eher so ein verunglücktes Fantasy-Abenteuer wie „Eragon“ vorgestellt, das zwar ganz anschaulich ist, aber schon bald wieder in Vergessenheit gerät.  In Wahrheit war „Seventh Son“ dann doch ein ganz praktikabler Film, der mich sehr unterhalten hat. Bei diesem Film, die Romanvorlage kenne ich in diesem Fall ausnahmsweise einmal nicht, handelt es sich um einen wirklich klassischen Fantasyfilm, wie zum Beispiel der etwas ältere „Der Drachentöter“ oder auch „Conan“. Die Zuschauer werden in eine mittelalterliche Welt entführt, in der es Zauberer, Hexen und Drachen gibt. Die Handlung ist nicht wirklich weltbewegend und man fühlt sich an allerlei Buch- und Filmvorlagen erinnert, aber dennoch tut es dem Unterhaltungsfaktor keinen Abbruch.

Jeff Bridges, aber auch Ben Barnes, gehen in ihren Rollen auf und vermitteln durch ihre Darstellung den Spaß, den sie mit Sicherheit während der Dreharbeiten hatten. Julianne Moore kam mir des öfteren unterfordert vor und passt auch nicht immer hundertprozentig in die Rolle, aber auch das ist nicht weiter schlimm, denn es handelt sich hierbei ja schließlich um einen Unterhaltungsfilm und nicht um eine hochwertige, anspruchsvolle Literaturverfilmung. Die Effekte und vor allem die Drachen sind sehr gut gemacht. Aber was mich am meisten begeistert hat, waren die teils wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die sogar mit dern Herr der Ringe- und Hobbit-Verfilmungen von Peter Jackson konkurrieren konnten. Die Kostüme sind ebenfalls eine Erwähnung wert, genauso wie die wunderbare Musik von Marco Beltrami, die die düstere Atmosphäre perfekt einfängt und untermalt.

Dennoch bleibt trotz aller Begeisterung nicht viel hängen, was wahrscheinlich einfach daran liegt, dass man zu vieles schon einmal anderweitig gesehen und gelesen hat. Dem Plot fehlt die Selbständigkeit und die Innovation, neues zu erschaffen, und dümpelt bis auf ein paar Ausnahmen einfach vor sich hin. Einzig Jeff Bridges und den fantastischen Effekten ist es zu verdanken, dass „Seventh Son“ zumindest teilweise im Gedächtnis haften bleibt. Allerdings hat bei mir die kauzige, humorvolle Art von Bridges nicht immer funktioniert. An manchen Stellen hätte ich mir dann doch einen ernsteren Ton gewünscht.
Ich habe die 3D-Version gesehen, die mir aufgrund der relativ unspektakulären Art und Weise erstaunlich gut gefallen hat. Da wurde weniger Wert auf Effekte gelegt, sondern vielmehr auf eine angenehme Tiefenwirkung geachtet. Das hat mir persönlich sehr gefallen. Interessant ist, dass sich trotz der CGI-Effekte ein gewisser Charme, wie man ihn aus alten Filmen kennt, einschleicht. Liest man sich den Abspann durch, stößt man auf einen Namen, der eventuell für diesen nostalgischen Charme verantwortlich ist: John Dykstra, der mit seinen legendären Spezialeffekte für „Star Wars“, „Kampfstern Galactica“, „Star Trek“ oder „Lautlos im Weltraum“ verantwortlich war, übernahm die Rolle des Visual Effects Designer.

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Fazit: Unterhaltsam und auf gewisse Art und Weise von einem nostalgischen Flair des 70er und 80er Jahre-Kinos umgeben. Leider verliert sich die Handlung in vielerlei Ideen, die man bereits anderweitig gesehen und gelesen hat. Für Fantasy- und vor allem Drachen-Fans dennoch unbedingt zu empfehlen.

© 2016 Wolfgang Brunner

Filmprojekt „Scars Of Xavier“

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Kai E. Bogatzki ist ein talentierter Cutter, der aber auch schon selbst hinter der Kamera stand und auf dem Regiestuhl Platz genommen hat. Seine Kurzfilme zeichnen sich durch eine eigenwillige stylistische Art aus, die den Zuschauer sofort in ihren Bann zieht.

Und nun soll ein atmosphärischer, brutaler Thriller mit Drama- und Horrorelementen der erste abendfüllende Spielfilm des Regisseurs gedreht werden. Nachdem ein Produzent ausgefallen ist, soll die noch benötigte Summe von 4.000,- Euro nun per Crowdfunding finanziert werden.
Bogatzki schart eine nicht unansehnliche Crew um dieses Projekt, das meiner Meinung nach unter allen Umständen das Licht der Filmwelt erblicken muss.
Marc Engel spielt die Hauptrolle und kann bereits im Teaser und auf Fotos absolut überzeugen. Weiterhin hat sich der Regisseur Annika Strauß an Bord geholt, die Genrefreunden aus Filmen von Marcel Waltz oder Olaf Ittenbach bekannt sein dürfte. Zuletzt konnte man sie in dem wunderbaren Horrorfilm „German Angst“ bewundern.
Dieses Projekt ist ein absolutes Traumprojekt von Regisseur Kai E. Bogatzki. Was ich bisher gesehen habe, deutet auf einen extrem düsteren und schockierenden Film hin, der mit Sicherheit wie ein Faustschlag in den Magen wirken wird.
Die Dreharbeiten haben schon begonnen und der Film wird auf englisch mit nationalen und internationalen Darstellern aufgenommen.

Handlung:
Xavier, ein schüchterner Mittvierziger lebt und arbeitet in Prag. Er führt ein unauffälliges Leben am Rande der Gesellschaft. Doch nachts kommt sein wahres Ich zum Vorschein: Xavier ist ein brutaler Killer.
Eines Tages lernt er Karolina kennen, eine Bedienung, die sein Weltbild komplett auf den Kopf stellt. Die beiden kommen sich immer näher. Doch Xaviers Drang zu töten brodelt nach wie vor unter der Oberfläche.

Wie schon oben bemerkt: Der Trailer lässt bereits erahnen, was da auf den Zuschauer zukommen wird. Keine Zombie-Epidemie, sondern ein knallharter, realistischer und brutaler Thriller, der mich ein wenig an „Maniac“  erinnert. Aber Bogatzki wird definitiv seinen eigenen Weg gehen, das hat er mit seinen Kurzfilmen bewiesen.

Bleibt nur zu hoffen, dass das Crowdfunding-Projekt gelingt und die Dreharbeiten fortgesetzt werden können. Wünschenswert wäre es, denn „Scars Of Xavier“ würde definitiv beweisen, dass Deutschland nicht nur platte Komödien, sondern auch ernstzunehmende, harte Thriller zustande bringt.

Wer dem Projekt zu einem Erfolg verhelfen will, kann sich eine der angebotenen Prämien aussuchen, um den Film zu unterstützen oder einen beliebigen Betrag auswählen. Hier geht’s zum Crowdfunding.

Der Countdown läuft.

© 2016 Wolfgang Brunner