Die Farbe aus dem All (2019)

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Originaltitel: Color Out Of Space
Regie: Richard Stanley
nach einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft
Drehbuch: Richard Stanley, Scarlett Amarise
Kamera:  Steve Annis
Musik: Colin Stetson
Laufzeit: 111 Minuten
Darsteller: Nicholas Cage, Q’orianka Kilcher, Joely Richardson, Tommy Chong, Madeleine Arthur, Brendan Meyer, Julian Hilliard, Elliot Knight
Genre: Science Fiction, Horror
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahre

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Die Familie Gardner lebt in einem abgelegenen Farmhaus in New England, um der Hektik des Alltagslebens zu entfliehen. Es dauert nicht lange und ein Meteorit schlägt in ihrem Vorgarten auf. Der mysteriöse Stein aus dem All infiziert die Umgebung mit einer seltsamen Farbe, die Veränderungen in der Natur hervorruft. Aber auch bei Tieren und Menschen zeigen sich Auswirkungen.

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Es ist immer schwierig, einen Film nach einer literarischen Vorlage zu drehen, zumal solch eine Vorlage auch noch Kultstatus besitzt. H.P. Lovecrafts Erzählung über eine mysteriöse Bedrohung aus dem All in Form einer mysteriösen Farbe, besitzt eine außergewöhnliche Atmosphäre, die bei den Anhängern des Autors und vielen Lesern einen ganz besonderen Status einnimmt. Es gibt bereits einige Verfilmungen dieser Geschichte, die nicht immer die Stimmung perfekt eingefangen haben, so dass auch bei Richard Stanleys Neuinterpretation sofort argwöhnische Stimmen laut wurden. Okay, es ist wirklich nicht einfach, eine Lovecraft-Story zu verfilmen, so dass man Stanley auf alle Fälle schon einmal zugute halten muss, dass er sich richtig Mühe gegeben hat. Und das erfolgreich, zumindest aus meiner Sicht.

„Die Farbe aus dem All“ besitzt in der Tat eine sehr schöne Atmosphäre, die sich gerade in der ersten Hälfte (zumindest stimmungsvoll) sehr schön an die literarische Vorlage hält. Immer mehr entwickelt sich diese Stimmung, die mich übrigens an manchen Stellen sehr an die Science-Fiction-Verfilmung „Auslöschung“ erinnert hat) zu einem Klon von John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“. Die außerirdische Farbe ist ja auch ein Ding aus einer anderen Welt, so dass mir die Entwicklung eigentlich auch noch sehr gut gefallen hat. Leider vertieft Richard Stanley diese Seite der Story so sehr, dass der Film zu einem massentauglichen Horrorfilm mutiert (was für ein Wortspiel 😉 ) und die Atmosphäre der ersten Hälfte so ein klitzeklein wenig zerstört. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich äußerst angenehm und spannend unterhalten, zumal die Schauspieler auch noch das ihrige dazu beitrugen. Das Gesamtbild, das „Die Farbe aus dem All“ bei mir zurückließ, ist für mich auch ausschlaggebend, so dass ich auf jeden Fall behaupten kann, dass ich diesen Film nicht so schnell vergessen werde.

Visuell ist Stanleys Comeback absolut gelungen und auch die Schauspieler können allesamt überzeugen. Nicholas Cage zeigt, was er kann und spielt seine Figur sehr glaubwürdig, wie aber letztendlich alle beteiligten Darsteller. Der Score von Colin Stetson untermalt die Bilder auf sehr beeindruckende Weise.
Man sollte „De Farbe aus dem All“ eine Chance geben und ihn als von der literarischen Vorlage unabhängiges Werk betrachten, der lediglich seine Inspirationen in Lovecrafts Erzählung sucht und diese dann auf eigenständige Weise (neu) interpretiert. Ich persönlich sah in Richard Stanleys Film eine Verneigung vor dem großen Meister der fantastischen Literatur, bei der er einen Weg gehen wollte, der auch ein Massenpublikum anspricht (in der heutigen Zeit nicht unbedingt der falscheste Weg, wenngleich ich mir persönlich ein etwas unabhängigeres und vor allem intellektuelleres Ergebnis gewünscht hätte). „Die Farbe aus dem All“ stellt für mich trotz dieser Kritikpunkte eine der gelungeneren Verfilmung nach einem Stoff von H.P. Lovecraft dar, vor allem auch, weil er einen Spagat zwischen cineastischer Kunst und Mainstream schafft.

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Fazit: Gelungene, stimmungsvolle und visuell ansprechende Literaturverfilmung mit einem tollen Cast.

©2020 Wolfgang Brunner

Der Schrecken der Medusa (1977)

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Originaltitel: The Medusa Touch
Regie: Jack Gold
Drehbuch: John Briley
nach einem Roman von Peter Van Greenaway
Kamera:  Arthur Ibbetson
Musik: Michael J. Lewis
Laufzeit: 105 Minuten
Darsteller: Richard Burton, Lino Ventura, Lee Remick, Harry Andrews, Alan Badel, Jeremy Brett, Derek Jacobi, Gordon Jackson, Narie-Christine Barrault
Genre: Thriller, Mystery
Produktionsland: Großbritannien, Frankreich
FSK: ab 12 Jahre

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Der Schriftsteller John Morlar bring seit seiner Kindheit Unheil und Tod über Menschen, die ihn physisch und psychisch verletzen.Als der telekinetisch veranlagte Morlar  überfallen wird und nur knapp dem Tod entkommt, ermittelt Kommissar Brunel. Während er den Täter sucht, gerät Brunel immer mehr in einen mysteriösen Sog aus Horror und Katastrophen. Offensichtlich gehen diese Ereignisse vom klinisch toten Morlar aus,der in seinem Krankenbett dahinvegetiert und nur noch starke Gehirnaktivitäten zeigt.

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Es ist schon eine Zeit her, dass ich diesen Film gesehen habe. Ich hatte „Die Schrecken der Medusa“ als sehr guten Mystery-Thriller in Erinnerung und war daher absolut erstaunt, wie gut er mir heute noch gefiel. Ich muss zugeben, dass er mich sogar noch mehr begeistert hat wie anno dazumal. Die Atmosphäre dieses Films ist unglaublich intensiv. Hinzu kommt eine meisterliche Darstellung von Lino Ventura. Richard Burton, der sich damals bereits auf das Ende seiner erfolgreichen Karriere zubewegte, konnte mich lange nicht so überzeugen wie Ventura. Zu diesem Gespann gesellt sich dann noch Lee Remick, die in ihrer Rolle als Psychiaterin absolut überzeugen kann. „Die Schrecken der Medusa“ ist ein Film für genau diese Schauspieler, der davon lebt, wie diese Akteure in ihren Rollen aufgehen.

Die Mischung aus Kriminal-, Mystery-, Horror- und Katastrophenfilm ist derart gelungen, dass man sie nicht mehr so schnell vergisst. In dieser Art und Kombination dürfte „Der Schrecken der Medusa“ auch einmalig in der Filmbranche sein. Kongenial von der Musik Michael J. Lewis’ untermalt, versinkt der Zuschauer, sofern er sich auf das Szenario einlassen kann, in einem hypnotischen Strudel, der ihn bis zum Ende nicht mehr loslässt. Man fühlt sich bei einigen Szenen immer wieder mal an Richard Donners „Das Omen“ erinnert, aber Jack Golds Mysterythriller geht letztendlich dann doch einen vollkommen anderen Weg. Vor allem das kompromisslose Finale hat es in sich. Typisch für solcherart Filme wird hier ein Anti-Happy-End serviert, das man nicht mehr so schnell vergisst. Gold inszeniert dieses Szenario oscarreif und verbindet Effekte, beklemmende Einstellungen und den bereits erwähnten, mehr als passenden Score zu einem apokalyptischen Weltuntergang, der Gänsehaut beschert.

Mehrere Jahrzehnte sind seit der Veröffentlichung von „Die Schrecken der Medusa“ vergangen, der Film wurde zum wiederholten Mal im Fernsehen gezeigt und dennoch hat sich das Warten auf diese bearbeitete Version gelohnt. Der Film ist nach wie vor ein exzellent gespieltes und inszeniertes Weltuntergangsdrama, das als Kriminalfall beginnt und über telekinetischen Horror und Psychoterror zur Apokalypse führt. Dass der Thriller in die Jahre gekommen ist, sieht man unter anderem an der Kleidung der Darsteller, den Autos und den abgerundeten, altmodischen Fernsehgeräten. Doch genau dies versprüht in der heutigen Zeit einen unwiderstehlichen Charme. „Der Schrecken der Medusa“ ist beeindruckend, düster und mitreißend. Was will man mehr von einem Film?
Für mich ein Beweis, dass man früher auch schon gute, wenn sogar nicht manchmal bessere Filme als heutzutage, drehte.

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Fazit: Beeindruckender und äußerst atmosphärischer Genremix.

©2020 Wolfgang Brunner

Airport (1970)

Airport

Originaltitel: Airport
Regie: George Seaton
Drehbuch: George Seaton
nach dem Roman von Arthur Hailey
Kamera:  Ernest Laszlo
Musik: Alfred Newman
Laufzeit: 137 Minuten
Darsteller: Burt Lancaster, Dean Martin, Jean Seberg, Jaqueline Bisset, George Kennedy, Helen Hayes, Maureen Stapleton, Barry Nelson
Genre: Action
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahre

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Durch vehemente Schneestürme blockiert ein liegengebliebenes Flugzeug die Landebahn eines Flughafens, während sich bereits eine weitere Maschine im Anflug befindet. Doch nicht nur die blockierte Landebahn stellt ein Problem dar, denn an Bord der im Landeanflug befindlichen Maschine ist auch noch ein Psychopath mit einer Bombe. Sowohl für den Flughafendirektor als auch den Kapitän des Passagierflugzeugs beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

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„Airport“ stellt neben „Flammendes Inferno“, „Erdbeben“ und „Höllenfahrt der Poseidon“ – um nur einige zu nennen – einen der wichtigsten Vertreter des in den 1970er Jahren aufgekommenen Katastrophenfilm-Booms dar. Zu Recht, wie man nach einer Sichtung nach fast fünfzig Jahren feststellen muss. Dieser Klassiker ist angenehm gealtert und zeigt beeindruckend, wie Kino damals funktioniert hat und eigentlich noch heute funktionieren müsste. In aus heutiger Sicht fast schon unspektakulärer Weise wird eine äußert spannende Geschichte erzählt, bei der aber auch noch Beachtung auf die Charaktere gelegt wird. „Airport“ wurde nach dem erfolgreichen Roman von Arthur Hailey unter der Regie von George Seaton umgesetzt und konnte mit einer Reihe bekannter Schauspielerinnen und Schauspieler aufwarten. Da der Film technisch perfekt umgesetzt war, konnte er sowohl die Kritiker als auch das Publikum überzeugen und war für den Oscar in neun Kategorien nominiert.

Interessant ist auch, dass der Zuschauer hier das erste Mal einen fast schon detailgetreuen Ablauf eines Arbeitstages am Flughafen zu sehen bekommt. Gewürzt mit persönlichen Schicksalen wird diese Normalität vermischt mit dem Katastrophenszenario eines Unwetters und eines Attentäters. Dieser Mix ist hervorragend gelungen und lässt in keiner Minute Langeweile aufkommen, obwohl der Film über zwei Stunden dauert. Trotz seiner eher langatmigen und ruhigen Inszenierung kann der Film auch in der heutigen Zeit einen absolut in den Bann ziehen, vorausgesetzt man kann sich auf diese (leider) „veraltete“ Inszenierungsweise einlassen. „Airport“ ist und bleibt ein Klassiker des Katastrophenfilms und wird immer seine Anhänger haben. Dank Koch Media ist dieser Meilenstein des Spannungskinos endlich in einer Komplett-Edition mit allen vier Teilen erhältlich. Die Bildbearbeitung ist durchwegs gelungen (soweit dies anhand des Ursprungsmaterials möglich war) und lässt die Filme in einem neuen Licht erstrahlen.
Erwähnenswert ist auch die auf den Discs verewigten Super 8-Fassungen, die man von jedem Film bewundern kann.

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Fazit: Unumstößlich noch immer ein Klassiker des Katastrophenfilms.

© 2020 Wolfgang Brunner

Mörderspinnen (1977)

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Originaltitel: Kingdom of the Spiders
Regie: John „Bud“ Cardos
Drehbuch: Alan Caillou, Stephen Lodge
Kamera:  John Arthur Morrill
Musik: Dorsey Burnette
Laufzeit: 97 Minuten
Darsteller: William Shatner, Tiffany Bolling, Woody Strode, Lieux Dressler
Genre: Horror
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahre

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Rack Hansen ist Tierarzt und untersucht eine Reihe von mysteriösen Todesfällen von Nutztieren. Dabei findet er heraus, dass die Stadt von tödlichen Taranteln heimgesucht wird. Doch bevor er etwas dagegen unternehmen kann, werden die Straßen der Stadt bereits von den Spinnen überrannt …

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„Mörderspinnen“ ist einer jener Filme, die aus heutiger Sicht sogar noch einen größeren Kultfaktor besitzen, als sie ohnehin die letzten Jahrzehnte bereits  hatten. Das liegt vor allem daran, dass die Spinnen nicht computeranimiert, sondern echte Lebewesen sind. Gerade in der heutigen zeit macht so etwas unglaublich viel Spaß, zumal man sich dessen wieder bewusst wird, welche Kreativität und Herzblut in solchen Projekten steckt und welche Hürden die damaligen Filmemacher auf sich nehmen mussten, um ihre Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Das verleiht diesem Edeltrashfilm eine derart wunderbare Atmosphäre, dass man ihn sofort wieder von vorne ansehen könnte, nachdem das Wort „Ende“ auf dem Bildschirm erschienen ist.
Ich habe „Mörderspinnen“ vor einigen Jahrzehnten das letzte Mal gesehen und ich muss  sagen, dass mich der Film in der nun restaurierten Fassung auf Blu-Ray von Anfang an absolut in seinen Bann gezogen hat. Die Minuten flogen nur so an einem vorbei und ich kann gar nicht sagen, an wie vielen Stellen mich ein derart wohlwollendes Nostalgiegefühl im Bauch erfasst hat, dass es eine wahre Freude war.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich gar nicht mehr so in Erinnerung hatte, dass William Shatner seine Hauptrolle nahezu perfekt meistert. Er spielt den Veterinär Rack Hansen mit so viel Charme, dass man Lust bekommt, weitere Filme mit Shatner anzusehen. Doch neben den schauspielerischen Leistungen, die übrigens allesamt sehr gut sind, überzeugen vor allem die Spezialeffekte, die vorwiegend aus über 5000 lebenden Vogelspinnen bestehen und dem Film somit eine unschlagbare Atmosphäre gegenüber den heutigen CGI-Effekteorgien geben. Der Ende der 70er Jahre entstandene Tierhorror erinnerte mich manchmal an die alten Schwarz-Weiß-Filme des Regisseurs Jack Arnold, der mich bis in die heutige Zeit mit seinen Werken begeistert. „Mörderspinnen“ reiht sich in diese Art von Filmen nahtlos mit ein und stellt für mich mehr denn je einen absoluten Klassiker dar.

Zur Bearbeitung des Filmes kann ich nur sagen, dass die Farben und die Schärfe des Bildes absolut gelungen für eine Blu-Ray-Veröffentlichung sind. Gerade unter dem Aspekt, dass keine computergenerierten Effekte Verwendung fanden, macht eine so qualitativ hochwertige Nachbearbeitung ungemein Spaß. Zudem sind auf der Blu-Ray noch einige Extras zu verzeichnen, die absolut interessant sind. Ein informatives Booklet über die Dreharbeiten rundet diese Veröffentlichung von Koch Films ab und dürfte somit jeden Fan dieses Films begeistern. Ich bin auf alle Fälle absolut angetan von dieser Neuauflage von „Mörderspinnen“ und freue mich umso mehr, dass der erste Film der Creature Feature Reihe von Koch-Media nun endlich auch auf Blu-Ray erschienen ist. Meinerseits kann ich nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen.

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Fazit: Ein Must See des klassischen Tierhorrorfilms in einer perfekten Edition.

© 2019  Wolfgang Brunner

Knightriders – Ritter auf heißen Öfen (1981)

Knightriders

Originaltitel: Knightriders
Regie: George A. Romero
Drehbuch: George A. Romero
Kamera: Michael Gornick
Musik: Oscar Brown, Jr., Donald Rubinstein
Laufzeit: 145 Minuten
Darsteller:Ed Harris, Tom Savini, Gary Lahti, Amy Ingersoll, Patricia Tallman, Brother Blue, Ken Foree, Scott Reiniger, Martin Ferrero, Warner Shook
Genre: Drama, Action
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahre

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Billy führt eine Schaustellertruppe an, die Ritterspiele und -turniere auf Motorrädern zum Besten gibt. Für die meisten der Truppe ist es lediglich eine Möglichkeit, Geld zu verdienen, für Billy ist es allerdings eine Lebenseinstellung. Als die Medien auf die Gruppe aufmerksam werden und man mit den verrückten Bikern Geschäfte machen will, kommt es zu Diskrepanzen innerhalb der Gruppe. Billys bis dahin bester Freund Morgan, der durch die Aussicht auf Geld und Ruhm geblendet wird, macht Billy den Rang als König streitig. Ein Duell zwischen ihm und Billy bleibt unausweichlich.

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George A. Romeros „Knightriders – Ritter auf heißen Öfen“  erfuhr leider, wie viele seiner Filme, nicht die Aufmerksamkeit, die er verdient hätte. Schon bei Romeros anderen Filmen, seine Kultklassiker „Night of the Living Dead“ und „Dawn of the Dead“ einmal ausgenommen, passierte dasselbe: Das Mainstream-Publikum war für derart intellektuelle Filme einfach nicht bereit genug, um diesen einen entsprechenden (natürlich auch finanziellen) Erfolg zu verschaffen. Denn Kultcharakter hat so ziemlich jeder Film von Romero, selbstredend auch der vorliegende „Knightriders“. Ähnlich wie Romeros „Bruiser“ verschwand der Film nahezu sang- und klanglos in der Versenkung, um Jahre später zu einem Kultklassiker zu avancieren. Und diesen Titel kann man „Knightriders“ ohne weiteres zusprechen.

Romero setzt auch hier in erster Linie sein Hauptaugenmerk auf  sozialkritische Aspekte, wie er das übrigens auch hervorragend im genannten „Bruiser“ und natürlich auch bei „Dawn of the Dead“ und nicht zu vergessen dem meiner Meinung nach absolut unterschätzten „Diary of the Dead“ umgesetzt hat. Es wäre kein Romero-Film ohne diese Botschaft, die in die Handlung verpackt ist. So auch bei „Knightriders“, wo der sympathische und leider viel zu früh verstorbene Regisseur als wichtigste Aussage fokussiert, dass man sein Leben gestalten soll, wie man es mag. Ed Harris verkörpert die Rolle des Anführers Billy auf geniale, einfühlsame und glaubwürdige Weise. Man nimmt ihm jede seiner Handlungen ab und fühlt mit ihm. Die Ritterturniere auf dem Motorrad sind für Billy ein Lebensmotto, nahezu der einzige Sinn des Lebens. Und genau dieses Gefühl bringt Harris während des ganzen Films rüber. Es macht absolut Spaß, ihm dabei zuzusehen, wie er seine Lebenseinstellung verteidigt und dabei auf materielle Dinge keinen Wert legt.

Sein Widersacher Morgan, erstklassig dargestellt von „Spezialeffekte-Gott“ Tom Savini, stellt das Gegenteil dieser Lebensphilosophie dar und verkörpert dadurch den Anteil unserer Bevölkerung, der den größeren Teil ausmacht. „Knightriders“ spricht aber zudem auch noch Tabuthemen (damals noch weitaus tabuisierter als heute) wie Homosexualität an. Und das auch noch mit einer sympathischen Leichtigkeit, die beim Zuschauer unwillkürlich die Frage aufkommen lässt, warum dieses „Problem“ in der Gesellschaft eigentlich eines ist. Man muss Romeros Film unter einem bestimmten Aspekt sehen, um richtig Gefallen daran zu finden. Diejenigen, denen das zu anstrengende ist, bekommen aber dennoch ein gut durchdachtes, emotionales Drama mit hervorragenden Mottorrad-Stunts zu sehen.
Unbedingt erwähnenswert, und für Fans ein Muss, sind die beiden Kurzauftritte von Stephen King und seiner Gattin Tabitha, die sich zwischen den Zuschauern tummeln und eine grandiose Darstellung abgeben. Dieser Cameo-Auftritt kam auf Wunsch Romeros zustande, der mit Stephen King gut befreundet war. Nach „Knightriders“ arbeiteten die beiden bei „Creepshow“ zusammen.
Die vorliegende Veröffentlichung von Koch Media lässt für den Romero-Fan keinerlei Wünsche mehr offen: Auf zwei Blu-Rays und einer DVD im Mediabook sind sowohl die Kinofassung als auch die ungekürzte Fassung sowie jede Menge Extras enthalten. Ein Fest für Liebhaber dieses (aus meiner heutigen Sicht zumindest) zeitlosen Klassikers, den man immer wieder mal ansehen kann (und sollte).

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Fazit: Zeitloser, gesellschaftskritischer  Kultklassiker von Regielegende George A. Romero.

© 2019 Wolfgang Brunner

Die Schlange im Regenbogen (1988)

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Originaltitel: The Serpent And The Rainbow
Regie: Wes Craven
Drehbuch: Richard Maxwell, Adam Rodman
Kamera: John Lindley
Musik: Brad Fiedel
Laufzeit: 97 Minuten
Darsteller: Bill Pullman, Cathy Tyson, Zakes Mokae, Paul Winfield, Brent Jennings, Conrad Roberts, Badja Djola, Theresa Merritt, Michael Gough
Genre: Horror
Produktionsland: USA
FSK: ab 18 Jahre

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Dennis Alan ist Wissenschaftler und sucht im Auftrag eines Pharmaunternehmens auf Haiti nach  einem Pulver, das angeblich Menschen in Zombies, willenlose Untote, verwandeln soll. Mit der Psychiaterin Marielle Duchamp begibt er sich auf eine gefährliche Reise zwischen Leben und Tod …

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Ich habe „Die Schlange im Regenbogen“ das letzte Mal vor circa 30 Jahren gesehen. Schon damals hat mich dieser Film außerordentlich beeindruckt und fasziniert. Umso neugieriger war ich, wie Wes Cravens Voodoo-Shocker heute auf mich wirken würde. Und was soll ich sagen? Der Film hat mich sogar weitaus mehr als vor drei Jahrzehnten mitgerissen. Wie bereits bei seinem Ausnahme-Horrorfilm „Das Haus der Vergessenen“ schlug auch hier Wes Craven einen Weg ein, der sich vom Mainstreamkino etwas entfernt. „Die Schlange im Regenbogen“ ist ein Film, der sich erfreulicherweise mit der Thematik Voodoo und Zombies auf eine komplett andere Art und Weise beschäftigte, wie man es in den 80er Jahren von Filmen mit ähnlicher Thematik gewohnt war. Craven schafft eine einzigartige, fast schon hypnotische Atmosphäre, die sich durch den ganzen Film zieht. Bill Pullman meistert die Hauptrolle brillant. Und auch der Soundtrack von Brad Fiedel unterstreicht diese außergewöhnliche und bedrückende Stimmung optimal.

Hin und wieder sieht man Szenen, die sogar etwas an Wes Cravens Erfolgshit „A Nightmare on Elm Street“ erinnern. „Die Schlange im Regenbogen“ zeigt einen Horror, der mich an Ken Russells „Der Höllentrip“ erinnert hat: Realität und Drogenrausch vermischen sich zu einer wahnwitzigen Welt. Und die hat Craven hervorragend und vor allem glaubhaft inszeniert. Koch Media hat nun ein Mediabook auf den Markt gebracht, das neben der Blu-Ray auch noch die DVD-Version des Films enthält und eine Bonus-DVD. Jede Menge Extras erwarten den Fan, sodass ich das Mediabook als absolut gelungen bezeichnen möchte. Leider wurde „Die Schlange im Regenbogen“ in der Zeit seiner Veröffentlichung zu einem Flop. Der Film wurde damals definitiv unterschätzt und hat wahrscheinlich nur aus einem einzigen Grund den verdienten Erfolg nicht gehabt: er bedient nämlich nicht die gängigen Horrorklischees und lässt grauenerregenden Monster auf die Kinozuschauer los, sondern zeigt den Horror namens Realität.

In teils wunderschönen Bildern wird hier eine atemberaubende Geschichte erzählt die eventuell nur noch mit dem erwähnten „Der Höllentrip“ oder aber auch dem fantastischen „Angel Heart“ von Alan Parker zu vergleichen ist. Die Aufmachung des Mediabooks ist äußerst ansprechend und gefällt mir sehr gut. Eine Krönung wäre eventuell noch eine CD mit dem Score von Brad Fiedel gewesen, aber man kann schließlich nicht alles haben. Ausschlaggebend ist, dass dieser hervorragende Film endlich eine Veröffentlichung bekommen hat, die er verdient hat. Die Bildbearbeitung ist ebenfalls sehr gelungen. Sicherlich sieht man dem Film sein Alter an, aber in den meisten Szenen bekommt man diesen Streifen jetzt in einer Qualität zu sehen, die bedeutend besser ist als alle bisherigen Publikationen.
„Die Schlange im Regenbogen“ zählt für mich auf alle Fälle zu den zeitlosen Klassikern des „modernen“ Horrorfilms, den man sich immer wieder mal ansehen kann und auch sollte.

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Fazit: Würdige Veröffentlichung eines zeitlosen Horrorklassikers, der seinerzeit leider zu wenig Beachtung fand.

© 2019 Wolfgang Brunner

 

Die Abenteuer von Wolfsblut (2018)

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Originaltitel: Croc-Blanc
Regie:  Alexander Espigares
Drehbuch: Philippe Lioret, Serge Frydman, Dominique Monféry
nach dem Roman von Jack London
Kamera: –
Musik: Bruno Coulais
Laufzeit: 87 Minuten
Darsteller: –
Genre: Abenteuer, Animationsfilm, Literatur
Produktionsland: Frankreich, Luxemburg, USA
FSK: ab 6 Jahre

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Alaska zur Zeit des großen Goldrausches.
Ein Welpe, halb Hund und halb Wolf, gerät nach dem Tod der Mutter in Gefangenschaft und wird von einem alten Indianer zum Schlittenhund ausgebildet. Er bekommt aufgrund seiner Abstammung den Namen Wolfsblut. Schon bald erkämpft er sich die Position des Leittiers unter den Schlittenhunden. Doch dann gerät er in die Hände von skrupellosen Geschäftemachern, die Wolfsblut für Hundekämpfe missbrauchen.
Ein Marshall rettet ihn vor dem Tod und legt damit den Grundstein für den Beginn einer unzertrennlichen Freundschaft zwischen Mensch und Tier …

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„Die Abenteuer von Wolfsblut“ ist nicht die erste Adaption des Kinderbuchklassikers aus der Feder von Jack London. Neben Zeichentrickversionen gibt es auch zahlreiche Realverfilmungen. Unter anderem auch zwei des italienischen Regisseurs Lucio Fulci, der eigentlich für seine harten Zombiefilme bekannt ist. Das ist aber für den vorliegenden Film bedeutungslos und wollte von mir nur am Rande erwähnt werden. Der hier vorliegende Animationsfilm versprüht einen ganz eigenen Charme, der sich deutlich von den anderen Interpretationen abhebt. Man muss sich zwar, ehrlich gesagt, anfangs ein bisschen an die Art der Animation gewöhnen, denn sie wirkt anders als die von Disney/ Pixar, aber es dauert nicht lange und man gewinnt sowohl die Menschen wie auch die Tiere in diesem Film lieb. Vielleicht ist es sogar gerade diese gewisse Art und Weise der Unperfektheit dieser Animation, die diesen Film zu etwas besonderem macht. Denn genau dadurch gewinnt dieses Abenteuer absolut an Charme.

Was hier geboten wird, ist auch noch eine wirklich fantastische Gratwanderung zwischen Kinder- und Erwachsenenfilm. Obwohl der Film ab 6 Jahre freigegeben ist , wirkt er an manchen Stellen schon etwas düster, brutal und auch deprimierend. Aber so ist nun einmal das Schicksal von Wolfsblut auch im Buch von Jack London beschrieben, insoweit hält sich „Die Abenteuer von Wolfsblut“ einfach auch an die Buchvorlage. Die Geschichte wird in oftmals wunderschönen Bildern erzählt und ist, zumindest gegen Ende hin, auch sehr emotional. Ich habe diesen Film mit meinem 5-jährigen Sohn angesehen, der ebenso begeistert wie ich war und sehr wohl auch die dramatischen Teile des Films verstanden hat. Ich will damit nur sagen, dass „Die Abenteuer von Wolfsblut“ in der Tat auch für Kinder geeignet ist, obwohl er, wie bereits erwähnt, im ersten Moment manchmal zu düster erscheint. Aber Kinder können der Handlung gut folgen und lernen, dass nach einer schlimmeren Begebenheit auch wieder Schönes passiert.

„Die Abenteuer von Wolfsblut“ hat mir persönlich sehr gut gefallen und ich bin sicher, dass ich mir diesen Film noch ein weiteres Mal anschauen werde. Neben der außergewöhnlichen Animation kann auch der Score von  Bruno Coulais absolut punkten. Denn er unterstreicht und ergänzt die gezeigten Bilder perfekt. Mit Sicherheit hat auch diese wunderschöne Musik aus meiner Sicht ihren Anteil daran, dass diesen Film zu einem wirklich tollen Erlebnis für jung und alt ist. Vor allem wenn man die Buchvorlage kennt wird man seine wahre Freude daran haben. Ich habe diesen Animationsfilm auf jeden Fall sehr genossen.

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Fazit: Wunderbarer Animationsfilm nach einem Kinderbuchklassiker. Absolut sehenswert.

© 2019 Wolfgang Brunner