Moloch – Die Dokumentation – Teil 5 – Schauspielerin Manoush

Dieses Mal kommt Schauspielerin Manoush zu Wort und erzählt uns etwas über den Künstler „Moloch“. Manoush hat bereits über 60 (!!!) Haupt- und Nebenrollen in Filmen aus Europa und USA gespielt. Unter anderem war sie in Marian Doras „Cannibal“ oder Filmen von Timo Rose zu sehen. 2011 gewann sie den Preis für die Beste Nebendarstellerin beim PollyGrind Film Festival in Las Vegas für ihre Rolle als Olga in „The Super“.

27939249_1839215732769381_190425460_n© privat

1. Wie hast Du Moloch kennengelernt beziehunsgweise wie bist Du auf ihn aufmerksam geworden ?

Moloch habe ich kennengelernt beim Dreh zu Adriano Ingraos Film “Wedding Party“, in dem sowohl Moloch als auch ich Rollen hatten.

2. Wie kann man sich die Zusammenarbeit mit ihm vorstellen ? Wie ist er vor, während und nach dem Dreh?

Zusammenarbeit – vollkommen normal .. stressfrei …angenehm … sowohl am Set, als auch behind the scenes.

3. Unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit Moloch – der sich ja selbst in erster Linie als Künstler/ Horror Artist (mit seiner Kunstfigur u. Künstlernamen ) sieht – im Vergleich zu anderen „normalen“ Schauspielern u. Darsteller – Kollegen, auch unter der Prämisse, das er (noch) kein ausgebildeter Schauspieler ist ?

Da gibt es nichts zu unterscheiden. Moloch hat seine Arbeit gemacht wie jeder andere Darsteller auch. Ich unterscheide auch nicht zwischen gelernten Schauspielern und ungelernten.

4. Wenn Moloch in „seiner Rolle“ aufgeht, wie verhält er sich dann? Verändert er sich überhaupt ?

Er spielt halt seine Rolle … präsent … bedrohlich … glaubwürdig.

5. Man liest ja oft, dass sich Schauspieler, um sich besser in ihre Rolle versetzen zu können, beim Dreh oder auch schon davor entsprechend anders verhalten und wie wirkt Moloch beim Dreh eigentlich auf die anderen Schauspieler ? Wie hat er auf dich beim gemeinsamen Dreh gewirkt ?

Nein, da ist er ganz und gar professionell. Liebenswert „off camera“ und “in character“ beim Dreh.

6. Man hört ja immer wieder, dass es Künstler gibt, die am Set entweder Allüren haben oder „Diven“ sind oder irgendwelche Splien´s haben oder sonstige merkwürdige Eigenschaften. Da Moloch mit seinen Darstellungen seiner Rollen ja immer sehr skurrile oder boshafte Figuren darstellt, hat dann diese Leidenschaft für Bösewichte auch Einflüsse auf sein Verhalten wenn er mal nicht „in der Rolle ist“ ?

Unsinn, gar nicht. Moloch ist wie er ist … und er ist angenehm so.

6. Zu guter letzt, was möchtest du Moloch noch mit auf den Weg geben ?

Geh Deinen Weg weiter .. denn so wie Du ihn gehst, ist er offensichtlich richtig.

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Moloch – Die Dokumentation – Teil 4 – Regisseur José Hidalgo

Nach längerer Pause geht es endlich weiter mit der Dokumentation über den Künstler und Schauspieler Moloch.

Erst vor kurzem erschien José Hidalgos „Michael – (K)ein harter Vampirfilm“ auf DVD.
Heute antwortet er per Video auf einige Fragen zum Thema Künstler und Mensch Moloch. Viel Spaß beim Interview …

MOLOCH – Die Dokumentation – Teil 3 – Con Crew Mitarbeiter Michael Taubitz

 

Heute beantwortet Michael Taubitz, ein sogenannter Con Crew Mitarbeiter, ein paar Fragen über Moloch. Michael Taubitz ist seit über 8 Jahren bei den Cons dabei und in erster Linie für Shuttles aller Art beim Weekend Of Hell und bei der German Comic Con verantwortlich. Beim WOH leitet er außerdem die gesamte Crew.

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Wie er Moloch kennengelernt hat, beantwortet er folgendermaßen:

Moloch hab ich früher als „Maskierten“ auf dem Weekend of Horrors gesehen. Nachdem der Split zwischen den damaligen Veranstaltern eintrat ist Moloch quasi ein Crewmitglied der dann „Weekend of Hell“ Crew geworden und somit einer derjenigen, die von mir mit „betreut“ werden.

Hattest du Moloch auch privat bzw als Mensch hinter der Maske kennengelernt ( ggf. auch in sozialen Netzwerken, wenn nicht persönlich)? Wenn ja, was kannst du uns über ihn erzählen ?

Nachdem er zur Crew gehörte wurden wir halt Freunde auf Facebook und haben uns halt im Zuge der Con Vorbereitung, Chats usw. näher kennengelernt. Er ist ein Typ, der auf FB sehr aktiv ist, zu vielen Dingen einen Beitrag abgibt, was es hier natürlich nicht zu bewerten gilt. In den drei Jahren mit ihm hab ich ihn als einen netten, zuverlässigen und immer engagierten Hühnen kennengerlernt, der meine Art von Humor z.B. zu schätzen weiß. Er ist ein guter Typ um das mal ganz „einfach“ auszudrücken.

Wie kann man sich Moloch auf Conventions vorstellen, was tut er dort und wie tritt er da auf ?

Moloch malocht vor und nach der Con was Auf- und Abbau betrifft wie ein Tier. Während der Con schmeißt er sich in sein Moloch Outfit und ist präsent… macht Fotos, verteilt Flyer und ist halt in seiner Funktion als Moloch er selbst.

Wie würdest du Moloch mit eigenen Worten beschreiben ?

Wie schon oben erwähnt ist er ein Super Typ. Groß ist er…

Hast du schon mit Moloch gemeinsam in Projekten oder auf Events gearbeitet, z.B an einem Stand oder für eine Ausstellung oder Darbietung,wenn ja, wie kann man sich die Zusammenarbeit mit ihm vorstellen ?

Moloch ist halt Teil der Crew, für die ich verantwortlich bin und was mich betrifft gibt es da nichts zu bemängeln. Natürlich hab ich auch schon mal an seinem Stand das ein oder andere Foto gemacht… ansonsten keine Projekte mit ihm was mich betrifft.

Wie findest du das was Moloch so darstellt mit und durch seiner Kunstfigur ? Wird er dem Image gerecht was er versucht darzustellen und wie findest du seine Wirkung auf das Publikum , Con Besucher und andere, die ihn auf Cons / Evenst erleben ?

Grundsätzlich find ich es bewundernswert, wie zielstrebig er ist. Jeder der auch nur im Entferntesten im „Rampenlicht“ steht hat „Kritiker“, von denen er sich aber nicht aus der Ruhe bringen läßt. Er zieht halt sein Ding durch und das ist auch gut so. Er gehört in dieses Horror Genre und ich denke, daß die Fans auf den einzelnen Veranstaltungen das ebenfalls so sehen.

Wie ist Moloch´s Umgang mit den Besuchern /Fans auf den Conventions und wie ist so die allgemeine Resonanz auf seine Auftritte / Darstellungen u. Promotions für dessen Filme? (z.B die Besucher,die ihn zum ersten mal erleben )

Moloch ist sehr präsent, sehr Fan-nah, macht viele Fotos mit jung und alt. Die allgemeine Resonanz kann ich nicht wirklich beurteilen. Ich weiß, daß er Fans hat und ich weiß, daß es Leute gibt, die in nicht mögen, wobei ich das nicht spezifizieren kann… ich meine ich nicht weiß ob es die Maske selbst oder der Mann hinter der Maske ist.

Da Matthias ja auch in der Con Crew arbeitet, wie ist da die Zusammenarbeit mit ihm ? Behindert seine künstlerische Tätigkeit seine Arbeitsweise im Team oder klappt das auch alles Problemlos ?

Moloch hat einen eigenen „Deal“ wenn man so will. Er hilft beim Auf-und Abbau und während der Veranstaltung ist er Moloch. Je nach Veranstaltung steht er aber auch durchaus zum Flyern zur Verfügung… in Kostüm dann halt. Alles problemlos.

Wie sehr identifiziert sich Moloch mit dem Event, auf dem er auch als Crew Member mitmacht und wie kommt er als Team Mitglied bei den andere Crew Leuten an ?

Moloch steht zu 100% hinter der Crew und dem Event. Da wir als WOH Crew eh das Bestreben haben eine „Familie“ zu sein ist er selbstverständlich einer davon und ich denke, daß das der Rest der Crew genauso sieht.

Als Crew Mitglied hast du ihm ja als „nicht Künstler zu tun“ . Kannst du sagen, dass er dieses Verhalten anderen gegenüber auch als Künstler Moloch wiedergibt oder gibt es da signifikante Unterschiede zwischen seinem Verhalten als Privatperson oder als Künstler -sowohl positive als auch negative Unterschiede ?

Für mich ist Moloch Moloch oder Matthias ist Matthias. Wie auch immer er gerade aussieht, also verkleidet oder nicht, für mich ist er immer der Selbe

Zu guter letzt -was möchtest du Moloch noch mit auf den Weg geben ?

Alter, bleib einfach so, wie Du bist !

Vielen Dank, Michael, dass Du Dir die Zeit genommen hast, ein wenig über „Moloch“ zu sprechen.

 

MOLOCH – Die Dokumentation – Teil 2 – Interview mit Mick Baltes

Und hier ist er auch schon: Der zweite Teil der Dokumentation über den Künstler „Moloch“.
Heute kommt der erste meiner Gesprächtspartner zu Wort, die meine diversen Fragen bezüglich dem Mensch und Künstler „Moloch“ beantwortet haben. Mick Baltes war so nett, mir seine Antworten per Video zukommen zu lassen.
Baltes, Jahrgang 1962, verbrachte Kindheit und Jugend am Niederrhein und begeisterte sich bereits mit 16 Jahren für Musik. Fast scheint es, als wäre bereits hier schon sein Weg zum Musikredakteur absehbar gewesen.
Doch bevor er diese Karriere einschlug, entdeckte er dazwischen seine große Liebe zum Kino. Mick Baltes realisierte sogar ein paar eigene Kurzfilme, behielt Film und Theater immer im Auge und landete schließlich in der Werbebranche. Heute arbeitet er als Screendesigner, Flashentwickler und schreibt als Freelancer über Musik, Kino und TV unter anderem für „Sound Infection“.

Freuen wir uns also auf ein Video von Mick Baltes, in dem er seine Eindrücke über Moloch kundtut:

MOLOCH – Die Dokumentation – Teil 1

Viele von euch wissen, dass ich mich für so ziemlich alle Filmgenres interessiere und sowohl Blockbuster-Produktionen als auch Independentfilme ansehe. So kommt es auch, dass ich immer wieder nach neuen Regisseuren, Schauspielern, Filmmusik-Komponisten und dergleichen suche. Ich verfolge deren Laufbahnen über Jahre hinweg und freue mich auf neue Projekte und Erfolge.

Während der letzten Jahre stieß ich so auch auf den Künstler Moloch, der zuerst nur hinter Masken zu sehen war. Seine Auftritte im Stil der Kultfiguren Michael Myers, Jason Voorhees oder Leatherface weckten meine Neugier. Wer verbirgt sich hinter der Maske? Welche Ambitionen und Ziele verfolgt Moloch?

 

Als der Künstler und Schauspieler Moloch im Jahr 2013 beim Musikvideo „Brutal Desire“ der Ausnahmeband „Mean Ugly Godz“ nach mehreren, unbedeutenderen Anläufen die Hauptrolle als Schlächter übernahm, war noch nicht abzusehen, dass er schon bald eine Art Kultstatus erreichen würde.

Moloch ist eigentlich unter anderem eine biblische Bezeichnung für Opferriten aus dem alten Phönizien und Kanaan, bei denen Kinder mittels Feuer geopfert wurden. Außerdem hat „Moloch“ die Bedeutung einer gnadenlosen und alles verschlingenden Macht. Mit letzterer Bezeichnung kommen wir dem Mann, der unter dem Pseudonym Moloch agiert, schon ein Stück näher. Denn mit Vorliebe „versteckt“ sich der Zweimeter-Mann hinter einer Maske, um seine Opfer auf brutale Weise zu massakrieren.

Es gibt drei Romane mit dem Titel „Moloch“, eine russische Erzählung, einen Film und sogar eine Oper. Nicht zu vergessen das Romanheft mit der Nummer 135 aus dem Jahr 1981 aus der Gruselserie „John Sinclair“. Aber um all dies geht es hier nicht.

Mich interessiert der Schauspieler und Mensch hinter diesem Pseudonym, den ich mittlerweile in einigen Rollen sehen durfte. Faszinierend ist, dass Moloch innerhalb kürzester Zeit überzeugen kann. Das mag zum einen an seiner imposanten Erscheinung liegen, findet aber zum anderen auch einen Grund in seiner äußerst sympathischen und charismatischen Ausstrahlung. Ein Grund für mich, den Schauspieler, das Monster hinter der Maske und den Menschen im echten Leben näher zu beleuchten.

 

Ich habe mir daher überlegt, ein außergewöhnliches Projekt in Angriff zu nehmen, in dem über Moloch und seine Projekte gesprochen wird, der Künstler aber auch mal selbst zu Wort kommt. Ich will wisssen, was Regisseure, Maskenbildner, Schauspielerkollegen, Produzenten und Fans über ihn denken. Desweiteren interessiert mich Molochs Werdegang, aber auch seine Ambitionen, seine Wünsche und Träume.

Das Projekt soll die vielen und unterschiedlichen Facetten des Künstlers behandeln und eine Übersicht über bereits abgedrehte, aktuelle und zukünftige Filme und Videos geben.

Ach ja, und jede(r), die/der bei diesem Projekt mitwirken will, kann mir gerne eine Mail an wolfgangbrunner@gmx.com senden.

Das Projekt wird in etwa vierzehntägigen Abständen weitergeführt.

© 2017 Wolfgang Brunner / Moloch

Filmprojekt „Feed The Reapers“

Und wieder einmal will ein Herzensprojekt im Horrorgenre an den Start gehen. Deutsche Independentfilme sind oft schwer zu realisieren, obwohl schon des öfteren gezeigt wurde, wie stark solche Filme sein können. Mit „Feed The Reapers“ möchte Regisseur Gero Sammrey einen Genrefilm umsetzen, den wohl jeder, der auf die Horrorklassiker der 80er Jahre steht, gerne sehen würde. Das kann man auch schon klar und deutlich an dem wunderbaren und aussagekräftigen Filmplakat erkennen.

Ein verlassenes Gasthaus, ein ehrgeiziger, genialer Wissenschaftler und jede Menge handgemachte, blutige Effekte stehen im Mittelpunkt des geplanten 50 bis 60 Minuten langen Films. Kim und Denny suchen das Abenteuer und gelangen an ein verlassenes Gasthaus. Doch schon bald muss das Pärchen feststellen, dass etwas nach ihrem Leben trachtet. Doch das ist noch nicht alles, denn in einem Labor versucht ein Wissenschaftler ein bahnbrechendes Medikament für die Zukunft zu erschaffen, ein Geschenk für die Menschheit, für den Patienten jedoch die Hölle.

Kling unglaublich interessant, wie ich finde, und wenn man sich die Beschreibung des Crowdfunding-Projekts durchliest, kann man sich vorstellen, dass einen ein liebevoll inszenierter Herzblut-Horror mit einer tollen Atmosphäre erwartet. Ein paar namhafte SchauspielerInnen haben bereits zugesagt, an dem Projekt mitzuwirken, sollte das finanzielle Ziel erreicht werden: Susen Ermich zum Beispiel, die in Andreas Marschalls „Masks“  mitgewirkt hat. Außerdem wären da noch Barry D. Fallow, Annika Grobau und Moloch, den viele bereits unter anderem aus „Interimere“, „Dogma Dogma“ oder jüngst „Z-Office“ oder „Hi8: Ressurrectio“ kennen.
Das klingt alles sehr vielversprechend und sollte unterstützt werden. Gerade weil dieses Projekt von Menschen gemacht wird, die sich nicht viel um Mainstream und andere Vorgaben scheren, sondern mit dem Herzen dabei sind. Ein Film von Filmfreaks für Filmfreaks – kann es etwas besseres und ehrliches geben?
Regisseur Sammrey will wohl eine wilde Mischung aus 80er Jahre-Slasher und verrücktem Wissenschaftler á la „Re-Animator“ auf die Beine stellen, wie er sich auf der Projektbeschreibung ausdrückt.

Momentan wird noch eifrig geplant, das Drehbuch effektvoll und dramaturgisch umgeschrieben, designt und vorbereitet. Das Projekt läuft also in der Vorbereitungsphase bereits auf Hochtouren und wartet nur noch auf die finanzielle Unterstützung von Horrorfans. Und das kann und sollte man unbedingt auf folgender Seite tun —> FEED THE REAPERS CROWDFUNDING


Rechts: Regisseur Gero Sammrey Links: Autor Robert Gryczke
© Samrec.ordz / Katrin Steffer

Ich hoffe sehr, dass das Crowdfunding-Projekt gelingt und die Dreharbeiten endlich beginnen können. Ich bin sicher, dass auch „Feed The Reapers“ beweisen würde, dass der deutsche Independent-Horrofilm mehr denn je lebt. Also, mitmachen … Cast und Crew freuen sich darüber.

© 2017 Wolfgang Brunner

 

Dogma Dogma (2015)

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Originaltitel: Dogma Dogma
Regie: Marco Romagnoli
Drehbuch: Marco Romagnoli
Kamera: Marco Romagnoli
Musik: Dufsen
Laufzeit: 18 Minuten
Darsteller: Omid Tabari, Emre Kubat, Jesse Albert , Nikolaus Benda, Daniel Müller, Moloch
Genre: Thriller, Kurzfilm
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

*

Zwei Türken belästigen auf offener Straße eine Frau. Zwei Deutsche geben sich als Polizisten aus und „verhaften“ die beiden Ausländer. Schnell stellt sich aber heraus, dass sie einen Hass auf Ausländer haben und an ihnen ein Exempel statuieren wollen. Sie bringen ihre Opfer in eine Autowerkstatt, wo sie klarmachen, was sie von Ausländern, Migranten und Flüchtlingen halten.

*

Der Kölner Regisseur Romagnoli weiß, wie man die Gefühle des Zuschauers schon in den ersten Einstellungen herauslockt. Als die beiden Türken eine ahnungslose Frau belästige, spürt man als Zuseher sofort, wie einem der Hals anschwillt. Zu gut kennt man diese Szenarien aus der Realität, obwohl es sich da oftmals auch um Deutsche und eben keine Ausländer handelt. Aber der Plot braucht diese Ausgangssituation, dieses Klischee der meisten Deutschen, dass alle Ausländer kein Benehmen haben und uns schaden wollen. Romagnoli packt den Zuschauer gnadenlos und lässt ihn erst einmal in die Rolle der angeblichen Polizisten schlüpfen. Unweigerlich identifiziert man sich nicht mit den Tätern, sondern mit den Rächern. Da ist dem Regisseur ein ganz geschickter Schachzug gelungen, in dem er den Zuseher in eine Rolle zwängt, die er ursprünglich vielleicht gar nicht annehmen möchte.

Doch Romagnoli ist noch nicht fertig mit seinen Charakterzeichnungen, die er erstaunlicherweise in einer knapp zwanzigminütigen Lauflänge äußerst detailliert ausarbeitet. Einer der beiden Türken zeigt so etwas wie Reue, während der andere an seinem Macho-Status festhält. Und nun kommen die „besorgten Bürger“ -wie sie im Abspann genannt werden- ins Spiel. Und plötzlich beginnt man als Zuschauer zu zweifeln, ob denn wirklich alle Ausländer so sind, wie dem Großteil der deutschen Bevölkerung immer weisgemacht wird. Schleichend wechselt man die Seiten, fühlt sich in einem Moment näher bei den Deutschen, im anderen aber empfindet man durchaus Empathie für die Opfer. Es ist ein Spiegel, den der Regisseur uns da vors Gesicht hält, mit dem er uns zeigen will, wie viele von uns Deutschen sind, aber nicht sein sollten.

Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen. Emre Kubat und Omid Tabari überzeugen absolut, genauso wie Jesse Albert, Daniel Müller, Nikolaus Benda und Moloch. Letzterer ist ausnahmsweise mal wieder nicht hinter einer Horrormaske verborgen und kann dadurch zeigen, dass er auch als „Mensch“ was kann. Es macht unglaublich Spaß -wenn man bei einer derartig bedrohlichen Atmosphäre überhaupt von Spaß reden kann- dem Ensemble zuzusehen.
Man merkt, dass alle mit hundert Prozent bei der Sache waren und alles mögliche gaben. Das Ergebnis kann sich definitiv sehen lassen.
Und Marco Romagnoli zeigt nicht nur als Regisseur Talent, sondern ist auch für die ansprechende Kameraarbeit zuständig.

Mit „Dogma Dogma“ ist Romagnoli ein spannender und bedrückender Kurzfilm gelungen, der ein Thema behandelt, dass es schon seit Jahrzehnten gibt und in letzter Zeit wieder aktueller denn je geworden ist: Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.
Allerdings gelingt hier das Wunder, dass die Täter- und Opferrollen nicht klar dargestellt werden, sondern verwischen, so dass sich der Zuschauer unweigerlich noch weiter mit der Thematik befasst, nachdem der Film längst zu Ende ist. Ich fände es gar keine schlechte Idee, wenn dieser Film Pflichtprogramm an deutschen Schulen wäre. Er gäbe nämlich einen perfekten Ausgangspunkt für eine Diskussion ab, die unter Umständen zu Hause mit den Eltern weitergeführt werden könnte.

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Fazit: Nachdenklich stimmender Kurzfilm mit einer bedrückenden Atmosphäre, der das Thema „Ausländerfeindlichkeit“ sehr nachhaltig behandelt.

© 2017 Wolfgang Brunner