Schöneich, Julian (Regisseur)

Julian Schöneich
© Julian Schöneich

 

Julian Schöneich wurde 1987 in Hamburg geboren und realisierte nach einigen Kurzfilmen und Musikvideos seinen ersten Spielfilm ohne eine Filmförderung. Herausgekommen ist ein spannender Genremix aus Thriller, Krimi, Drama und Horror mit dem Titel „Roulette“.

Im Jahr 2009 schloss er sich mit anderen kreativen selbstständigen unter dem Namen „Film Fatal“ zusammen. .

Film-Besprechungen freut sich, Julian Schöneich ein paar Fragen stellen zu dürfen.

1. Deine Inspiration zu „Roulette“ kam von Michael Ciminos Geniestreich „Die durch die Hölle gehen“. Es gibt sicherlich noch andere Filme, die Dich beeinflussen. Welche?

Da ich viele Filme sehe, nehme ich sicherlich auch immer viele Einflüsse unterbewusst auf. Doch davon lasse ich mich beim Schreiben nicht bewusst beeinflussen. Ich versuche einfach möglichst originelle Drehbücher zu schreiben.
Interessant finde ich, welche Einflüsse Leute, die den Film gesehen haben, mir oft nachgesagt haben. Da habe ich gehört: „The Deer Hunter“, „Eastern Promises“, „13 Tzameti“ (obwohl ich diesen Film nie gesehen habe), „Hostel“, „Saw“ und „Kill Bill“.
Wird sicherlich was dran sein, aber der einzige Film, der mich bewusst beeinflusst hat, war „The Deer Hunter“

2. Du hast für Dein Spielfilmdebüt ein äußerst fähiges Schauspielteam gewonnen. Hattest Du bei der Auswahl die Finger mit im Spiel?

Ja, wir haben die Schauspieler alle selber gecastet. Wir hatten Glück, dass so viele Schauspieler Interesse hatten, auch unter den miesen Drehbedingungen zu arbeiten. Am Ende hatten wir einen super Cast aus ganz Deutschland.

3. Dein kommendes Projekt ist ein Dokumentarfilm über den Hamburger Stadtteil St. Pauli. Wie kam es zu dem Schritt, nach einem Kinofilm einen Dokumentarfilm zu drehen?

Ich wohne auf Sankt Pauli und mein Nachbar Johannes Neinens wollte eine Pauli-Doku machen, in der er Leute vom Kiez zum aktuellen Wandel befragt. Ich war von der Idee begeistert und habe vorgeschlagen, mich um die technische Umsetzung zu kümmern.
Es war ein ganz anderer Dreh als bei „Roulette“, da wir nicht alles am Stück, sondern über ein ganzes Jahr verteilt gedreht haben.
Ich denke Filme sollten Geschichten erzählen und das kann man sowohl fiktional, wie auch dokumentarisch angehen.
Es hat mir großen Spaß gemacht und es wird sicher nicht meine letzte Doku.

4. Was war das Witzigste bei den Dreharbeiten zu „Roulette“?

Hmmm … Witzig war es dann vor allem im Nachhinein. Beim Dreh stand ich sehr unter Anspannung und hatte auch nicht viel zu lachen.
Was mir sofort einfällt, Rapper Volkan Horn hatte im Film einen Gangster dargestellt und fing in der Szene mit Vlad im Maskenraum ständig an zu lachen. Es war ein langer Tag und irgendwann hat es das ganze Team angesteckt. Wir haben 20 Takes oder so gedreht, weil ständig irgendwer lachen musste.

5. Und was das Schwierigste?

Als wir am zweiten Drehtag die Vergewaltigungsszene gedreht haben, hat es die ganze Nacht wirklich heftig geregnet. Da wir mitten in einem Waldgebiet gedreht haben, hatten wir nicht viele Möglichkeiten uns unterzustellen. Uns ist in der Nacht fast die ganze Technik abgesoffen.
Wir haben die Szene trotzdem gedreht und sie ist echt gut geworden.
6. Kannst / Darfst / Willst Du schon ein paar Worte zu Deinem Projekt verlieren, das nach „St. Pauli Zoo“ geplant ist?

Nur so viel: Es wird was ganz anderes als „Roulette“ und „St. Pauli Zoo“. Keine Doku, sondern es wird ein kleiner, gemeiner deutscher Genrefilm.

8. Für einen jungen Regisseur zeigst Du ein außerordentliches, visuelles Talent, was Dramatik und Perfektion angeht. Worin liegt Dein Geheimnis? Kann es sein, dass Du bereits seit Deiner Kindheit Filmfreak bist?

Ja das stimmt. Ich war schon als Kind vom Medium Film fasziniert. Angefangen, richtig viele Filme zu gucken, habe ich dann aber mit 16 oder so. Ich habe eine Zeit lang jeden Tag einen Film angeschaut. Das hat viel Spaß gemacht und ich habe sicherlich von vielen Filmen etwas mitgenommen.

9. Hättest Du die Möglichkeit, ein Remake zu inszenieren, welchen Film würdest Du wählen und warum?

Ich bin der Meinung, dass die meisten Remakes überflüssig sind. Sinn macht es dann, wenn der Originalfilm eine gute Grundidee hatte, welche einfach nicht gut umgesetzt wurde. Da fällt mir spontan grade nichts ein. Es wurde ja auch schon viel ausgeschlachtet in den letzten Jahren.

10. Nenne die 5 wichtigsten Dinge in Deinem Leben.

Schwierige Frage … Ich probier’s mal: Unabhängigkeit und Kreativität, meine Eltern und Familie, Currywurst mit Pommes, Sankt Pauli und meine Freundin.

11. Normalerweise stelle ich nur 10 Fragen. Aber bei Dir muss ich eine Ausnahme machen, weil mich eines an Dir und Deinem Film besonders fasziniert. Wie schafft man es, mit einem derart geringen Budget einen so außergewöhnlichen, stylischen und handwerklich nahezu perfekten Film auf die Beine zu stellen?

Wir haben viel Unterstützung von Locations, Technik-Verleihern, der Crew und dem gesamten Cast bekommen. Alle haben an einem Strang gezogen und es gab keine großen Komplikationen. Sonst wäre das alles gar nicht möglich gewesen.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir für die Zukunft alles Gute. Vielleicht führen wir ja irgendwann über einen anderen Film von Dir ein Gespräch miteinander.

Wer sich für den esten Kinofilm von Julian Schöneich interessiert, sollte sich auf der Homepage des Films einmal umsehen. (Einfach auf das Filmplakat klicken und schon landet man dort.)

Roulette

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s