Braunhofer, Roman (Make-Up Artist)

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© Roman Braunhofer

Roman Braunhofer wurde am 28.11.1976 geboren und interessierte sich schon als Kind für künstlerische Gestaltungen.
Er absolvierte eine Ausbildung als Kunsttischler, während der sein Interesse an Malerei und Bildhauerei immer mehr zu Tage kam.

Seine Faszination für Science Fiction- und Horrorfilme war ausschlaggebend für eine Ausbildung zum Maskenbildner. In Los Angeles besuchte er weitere Weiterbildungsseminare.

2014 erhielt er zusammen mit Susanne Weichesmiller den österreichischen Fernsehpreis für die Maske und Spezialeffekte zum Film „Blutgletscher“ und zusammen mit Helene Lang den Deutschen Filmpreis 2014 für seine Arbeit zum Film „Das finstere Tal“.
Ich freue mich sehr, Roman Braunhofer ein paar Fragen zu seiner Arbeit stellen zu dürfen.

 

 

1. Dass Du Dich in Deiner Jugend schon für SF- und Horrorfilme interessiert hast, wissen wir. Hast Du denn schon als Kind auch Masken und Kunstblut hergestellt?


In meiner kindheit habe ich es bereits geliebt, mich im Fasching zu verkleiden. Als ich in die Schule kam, habe ich dann auch schon mal begonnen, meine Mitschüler für das ein oder andere Faschingsfest zu schminken, vorausgesetzt sie wollten nicht als Prinzessin oder Indianer gehen. Halloween hat man in meiner Kindheit in Österreich leider noch nicht gefeiert, das wurde erst populär, als ich schon Teenager war. Masken habe ich in der Zeit noch keine gemacht, dafür schon sehr früh diverse Skulpturen und Modelationen aus den verschiedensten Materialien.

2. Auch in Deinem Beruf gibt es bestimmt Vorbilder, die man verehrt. Welche sind Deine?

Vorbilder gibt es einige. Einer der Grössten ist DICK SMITH, der heute als Begründer der Spezialeffektmaske gilt. Danach kamen RICK BAKER, ROB BOTTIN, STAN WINSTON, STEVE JOHNSON. Eines der grössten Talente derzeit im Bereich Modelation ist KAZUHIRO TSUJI, dessen Arbeiten mich besonders beeindrucken. HR GIGER muss da aber auch noch erwähnt werden, dessen Design zu ALIEN 1979 Filmgeschichte geschrieben hat und die Nummer Eins meiner Lieblingsfilme ist.

3. Was hältst Du persönlich von computergenerierten Effekten, die immer mehr in Mode kommen?

Computergenerierte Effekte müssen richtig eingesetzt werden, damit ich sie gut finde. Am besten ist immer eine gute Mischung aus Old-School und der Computertechnik, die in der Arbeit von SFX Masken im Zeitalter von Full HD auch nicht mehr wegzudenken ist. Wenns jedoch nur computergeneriert ist, kenne ich kein Beispiel, wo es mich überzeugt.

4. Auf welche Deiner Arbeiten bist Du besonders stolz?


Die Mitarbeit im Kinofilm „Das finstere Tal“ ist eine meiner schönsten Erfahrungen, die ich als Maskenbildner gemacht habe und auf die ich auch ganz besonders stolz bin. Dafür habe ich auch zusammen mit Helene Lang den deutschen Filmpreis 2014 erhalten.

5. Du hast für die Maske zu „Blutgletscher“ den österreichischen Filmpreis gewonnen. Wie fühlte sich das für Dich an?

Wenn man sein Hobby und seine Leidenschaft zum Beruf machen darf und dafür auch noch einen Preis, sprich eine Anerkennung bekommt, ist das natürlich etwas Besonderes, worüber ich mich sehr gefreut habe.

6. Was macht Roman Braunhofer in seiner Freizeit? Welche Hobbys hast Du?

Eine grosse Leidenschaft von mir ist mein Garten, in dem ich ständig neue Sachen plane und umsetze und der auch einen gewissen Ausgleich schafft. Ansonsten verbringe ich selbst in meiner Freizeit viel Zeit in meinem Atelier und probiere neue Materialien aus baue Skulpturen, mache irgenwelche Modelationen … Außerdem habe ich ja auch noch zwei Kinder, die mich fordern, wenn ich mal zu Hause bin und eine tolle Frau, ohne die ich das alles gar nicht machen könnte. Langeweile kenne ich nicht.

7. Wie lange brauchst Du im Durchschnitt für einen vollständigen Dummy?

Wie lange ich für einen Ganzkörperdummy brauche, kann man so pauschal nicht sagen, weil viele verschiedene Aspekte, wie Aussehen, Zustand, Haare, Bart, usw. eine zeitliche Rolle spielen. Für meinen letzten Kinofilm habe ich in drei Wochen einen bewusstlosen 14 jährigen Jungen angefertigt.

8. Wenn Du Dir einen Horror- oder Science Fiction-Film aussuchen könntest, bei dessen Remake Du die Maske und Spezialeffekte übernehmen dürftest, welchen würdest Du wählen?

Ein Traum von mir wäre, wenn der Zeichentrickfilm „The Last Unicorn“ von Jules Bass und Arthur Rankin jr aus dem Jahr 1982 mit realen Menschen verfilmt werden würde und ich das Maskendesign machen könnte.
U
nd sollte es noch eine weitere Fortsetzung von ALIEN geben, würde ich natürlich auch gerne dabei sein …

9. An welchem Projekt arbeitest Du derzeit?

Am Samstag hatte ich den letzten Drehtag für den Kinofilm THE WAY OF THE EAGLE, eine Produktion der Terra Mater Factual Studios mit den Schauspielern MANUEL CAMACHO, TOBIAS MORETTI und JEAN RENO. Jetzt beginne ich für eine Theaterinszenierung von Richard III, von drei Schauspielern, die enthauptet werden, Köpfe anzufertigen. Von einem anderen wird ein Ganzkörperdummy gebraucht. Danach freue ich mich schon auf die Vorbereitung eines Zombie-Kinofilms und auf die Dreharbeiten dazu, die bis Ende Januar dauern werden …

10. Nenne die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Die wichtigsten Dinge in meinem Leben sind natürlich meine Kinder und meine Frau.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die interessanten Antworten. Wer mehr über Roman Braunhofer erfahren möchte, dem sei ein Besuch auf seiner Homepage empfohlen, wo man neben den Film-Special Effects auch Zeichnungen, Bodypaintings und Tattoos bestaunen kann.

© 2014 Wolfgang Brunner / Roman Braunhofer

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