Bidmon, René (Komponist)

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René Bidmon befasste sich schon als Kind mit Musik und arbeitete über 20 Jahre daran, seinen eigenen Stil zu kreieren und zu formen. Er war in mehreren Bands tätig und entdeckte schliesslich seine Leidenschaft für das Komponieren von Filmmusik.

Bidmon ist in unterschiedlichen Musikrichtungen unterwegs. Klassische Musik und elektronische Musik gehören allerdings zu seinen Favoriten. Derzeit arbeitet er aber an einem Rock-Soundpack, welches man für diverse Filmprojekte verwenden kann.

Film-Besprechungen freut sich, dem sympathischen Tonkünstler ein paar Fragen stellen zu dürfen.

1 Wie gehst Du bei Kompositionen vor? Wo fängst Du bei einer Filmmusik an?

Im Vorfeld bespreche ich mit dem Regisseur, wie er den Score gerne haben würde. Soll die Musik düster klingen? Soll sie atmosphärisch sein? Mit viel Orchester oder dezenten Flächen usw…
Danach sehe ich mir den Film an und beginne bei den Stellen, wo mir sofort etwas einfällt. Ich fange nicht unbedingt von vorne an, sondern dort, wo mich die Muse küsst.

2 Welcher Score / welche Komposition war Deine größte Herausforderung?

Mein erstes Projekt „Necrophile passion“(Tom Heidenberg). Mit dieser Arbeit bin Ich in die Welt des Filmes eingetaucht. Es war Neuland für mich, bewegte Bilder zu vertonen. Dazu kam, dass fast der komplette Film mit Musik unterlegt werden sollte. Ich habe den Auftrag aus reiner Neugier angenommen ,weil ich wissen wollte, ob ich es packe. Die Aufgabe schien am Anfang unmöglich, weil jede Töne zu den Bildern passen und die Tempi und die Melodien mit dem Ablauf harmonieren mussten. Und das Schwierigste: Ein überzeugendes Ergebnis sollte dabei rauskommen. Ich war mit so vielen Details konfrontiert und musste jede Menge andere Aspekte berücksichtigen wie nie zuvor. Das trieb mich echt an meine Grenzen.

3 Die unvermeidliche Frage: Wer sind Deine Vorbilder?

Es gibt da einige brillante Köpfe, die ich sehr bewundere. Einer davon ist W.A. Mozart. Er hatte ein Verständnis für die Musik wie kein anderer. Oder auch Beethoven. Seine 9. Symphonie hatte er in absoluter Taubheit geschrieben. Eine Wahnsinnsleistung. Ebenso gehört Hans Zimmer zu meinen großen Vorbildern. Er ist meines Erachtens der innovativste Musiker der Neuzeit und seine Stücke geben den Filmen ihre unverkennbare Note.

4 Mit welchen Projekten bist Du in nächster Zeit beschäftigt?

Antithese“ (Thomas Binder, Jonas Sommer) wird voraussichtlich mein nächstes Projekt. Es wird aber vielleicht noch eine Weile dauern, da der Film noch nicht abgedreht ist. Bei „Antithese“ werde ich übrigens den Ton machen. „Would you go to hell for me“ (El Gore) wird dann das nächste Projekt. Die Erwartungen sind hoch, weil mich da wieder etwas Horrormäßiges erwarten wird. Wenn es keine Auftragsarbeiten gibt, komponiere ich an Soundpacks. Musik für Medien.

5 Für welchen (bekannten) Film hättest Du gerne den Soundtrack komponiert?

Ehrlich gesagt hab ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht. Es würde da einige geben, die ich gerne gemacht hätte. Auf die Schnelle fällt mir „Matrix“ ein. Dieser Film hat mich schwer beeindruckt. Alleine die Filmidee würde mich ohne Ende inspirieren. Man hat da ein musikalisch breites Spektrum zur Auswahl, das passen würde. Und die Trilogie wurde weitgehend düster gehalten und düstere Musik komponieren ist eine kleine Leidenschaft von mir. 🙂

6 Wie und wo kommen die Ideen zu Dir? Wie dürfen wir uns Deine Arbeitsweise vorstellen?

Meistens kommen die Ideen direkt bei der Arbeit. Die Bilder sind meine häufigste Inspirationsquelle. Es geht im Prinzip nur um das Suchen. Es ist eine ständige Suche nach dem passendem Sound.

7 Komponierst Du lieber klassische oder elektronische Musik?

Diese Frage kann ich konkret nicht beantworten, weil ich beide Stile gleichermaßen gerne komponiere. Beide Genres sind vielfältig und technisch anspruchsvoll. Es gibt allerdings Phasen,

da packt mich die Lust auf Elektro, in einer anderen schreib ich lieber etwas Klassisches. Was mir allerdings am meisten Spaß macht während der Vertonung einer Arbeit, ist die Suche nach dem perfekten Sound, der die Bilder unterstützt. Egal ob klassisch, elektronisch, rockig, etc

8 Hat für Dich Filmmusik ein eigenes Leben oder funktioniert sie nur in Verbindung mit Filmbildern?

Ganz klar ein eigenes Leben. Musik transportiert Gefühle. Wenn eine unheilvolle Melodie erklingt, und diese mit einem Paukenschlag endet, weiß man, dass da etwas passiert ist. Sogar wenn man den Film nicht gesehen hat. Musik erzählt Geschichten, in der alles vorkommen kann. Egal, ob es traurig oder spannend ist. Besonders auf emotionaler Ebene ist sie eine Sprache, mit der man sich unmissverständlich ausdrücken kann.

9 Welche Bedeutung hat aus Deiner Sicht ein Filmmusikkomponist?

Der Komponist hat die Aufgabe, dem Film eine unverwechselbare Note zu verpassen. Wenn man z.B. das Main Theme von „Fluch der Karibik“ hört, weiß man sofort, um welchen Film es sich handelt. Der nächste wichtige Punkt ist das Abrunden der Bilder mit Soundeffekten oder Melodien. Emotionen wie Ängste oder Situationen, in denen es ums Überleben geht, kann man mit Tönen um einiges verstärken.

10 Welche Musikrichtung hört René Bidmon privat?

Quer durch die Bank. Alles mögliche. Klassische Musik, elektronische Musik, Rock/Metal, Soundtracks in allen Variationen, Noise, Pop, Funk, Reggae, Blues usw ….
Mich fasziniert, was man mit nur 12 Tönen und unendlich vielen Sounds alles kreieren kann. Es inspiriert mich zu neuen Ideen und macht mich kreativ zugleich.

11 Nenne die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Ich halte mich kurz:

Leidenschaft, Ausdauer, Freude, Vitalität und Ausgewogenheit 🙂

Film-Besprechungen bedankt sich ganz herzlich für das interessante Interview und wünscht Dir alles Gute und viel Erfolg auf Deinem weiteren beruflichen Weg.

© 2015 René Bidmon / Wolfgang Brunner

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