Blood Feast (1963)

Blood-Feast-DVD-Cover-CMV-Laservision

Originaltitel: Blood Feast
Regie: Herschell Gordon Lewis
Drehbuch: Alison Louise Downe, David F. Friedman, Herschell Gordon Lewis
Kamera: Herschell Gordon Lewis
Musik: Herschell Gordon Lewis
Laufzeit: 67 Minuten
Darsteller: William Kerwin, Mal Arnold, Connie Mason, Lyn Bolton, Scott H. Hall
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ungeprüft

*

Ein Frauenmörder geht in der Stadt um. Die Polizei sucht nach dem Mörder, der seine Opfer auf bestialische Weise verstümmelt und Leichenteile mitnimmt. Es ist Fuad Ramses, der der Gottheit Ishtar verfallen ist und für sie mordet, um an ihrem Tempel mit den toten Opfern Rituale abzuhalten.

*

„Blood Feast“ war im Jahre seines Erscheinens der Beginn eines neuen Filmgenres: dem Splatterfilm.
Noch nie wurden bis dato Gewaltszenen und vor allem blutige Morde so detailliert gezeigt, wie in diesem Film. Herschell Gordon Lewis inszenierte einen für die damalige Zeit echten Schocker, der wohl durch seine bluttriefenden Einlagen die teils grottenschlechten Schauspielerleistungen und die mäßige Regie bei den Zuschauern vergessen ließ.
Sieht man sich den Film heute an, muten die Schauspieler an manchen Stellen grotesk und unfreiwillig komisch an, was „Blood Feast“ aber schon wieder einen irgendwie sympathischen Touch verleiht, der leicht kultig wirkt. Man schüttelt oft unwillkürlich den Kopf, wenn die uninspirierten Charaktere ein Verhalten an den Tag legen, das schon beinahe an Slapstick grenzt. Die Dialoge sind lachhaft und wirken oftmals vollkommen unglaubwürdig. Und inmitten dieser clownesken Inszenierung richtet der Regisseur die Kamera auf Gedärme, tiefe Schnitte ins Fleisch und Blutorgien, das einem in der damaligen Zeit das Hören und Sehen verging und auch heute noch vergeht.

Das Verrückte an dem Ganzen ist, dass „Blood Feast“ trotz all dieser negativen Kritikpunkte einen gewissen Charme verbreitet, dem man sich nicht entziehen kann – vorausgesetzt natürlich, man mag Trash. 😉 Denn dieser Film ist Trash par excellence. Da werden Beine abgetrennt, Gehirne freigelegt und Gedärme, Innereien und Zungen zerstückelt, dass man nur so mit den Ohren schlackert. Interessanterweise sind die Effekte manches Mal gar nicht so übel gemacht, wenn man das Alter des Films berücksichtigt. Betrachtet man diese Splattereinlagen genauer, könnte man sich ohne weiteres vorstellen, dass sich zum Beispiel ein gewisser Lucio Fulci dort ein wenig Inspiration geholt hat.
„Blood Feast“ ist ein unbeholfen inszenierter „Kultfilm“, der zur schlechten Regie sogar noch schlechtere Schauspieler vorzuweisen hat. Und dennoch ist es ein Film, den man sich öfters anschauen kann, aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht ist es der abgrundtief schlechte Trash, der einen daran fasziniert.

Als Filmfreak muss man Herschell Gordon Lewis Splatterfilm einfach gesehen haben, da führt kein Weg daran vorbei. Wie er auf einen wirkt, ist wohl jedem selbst überlassen beziehungsweise ist einfach Geschmackssache. Wer sich auf einen der trashigsten, abgefahrensten, unfreiwillig komischsten Horrorfilme aller Zeiten einlassen kann, wird mit einem unvergesslichen Amüsement belohnt. Alleine der Gedanke an „Blood Feast“ zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen. Alle anderen werden den Film wohl als unangenehme Erinnerung und Zeitverschwendung behandeln.

Nun hat sich Regisseur Marcel Walz an ein Remake gewagt, das mit Sicherheit schon einmal härter und brutaler ausfallen wird. Die unfreiwillige Komik wünsche ich mir da einfach mal weg, aber eine Verbeugung vor Herschell Gordon Lewis wird Walz wohl nicht lassen können, davon bin ich überzeugt.

*

Fazit: Schlechte Schauspieler, noch schlechtere Dialoge und eine mäßige Inszenierung machen „Blood Feast“  erstaunlicherweise dennoch zu einer kultigen Trashperle.

© 2016 Wolfgang Brunner

Advertisements

Lavalantula – Angriff der Feuerspinnen (2015)

Lavalantula_Poster_v01

Originaltitel: Lavalantula
Regie: Mike Mendez
Drehbuch: Neil Elman, Mike Mendez, Ashley O’Neill
Kamera: Richard J. Vialet
Musik: Chris Ridenhour
Laufzeit: 83 Minuten
Darsteller: Steve Guttenberg, Nia Peeples, Patrick Renna, Carlos Bernard, Michael Winslow, Marion Ramsey, Leslie Easterbrook, Ralph Garman, Danny Woodburn
Genre: Science Fiction, Horror, Komödie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

*

Als der Vulkan Santa Monica ausbricht, fliegen riesige, lavaglühende Spinnen aus dem Krater und wollen  Los Angeles  dem Erdboden gleichmachen. Der abgehalfterter Actionstar Colton West macht es sich zur Aufgabe, die Stadt und ihre Bewohner vor dem Schrecken zu retten.

*

Mike Mendez‘ neuer Ausflug nach „Big Ass Spider“ in die Welt der Riesenspinnen wurde eigentlich für das Fernsehen produziert. Umso erstaunlicher ist die Qualität der Effekte teilweise. „Lavalantula“ wartet nicht lange, um eine einigermaßen plausible Handlung aufzubauen, sondern geht gleich zur Sache. 😉
Und das so richtig gut. Man sollte sich vor Augen halten, dass es sich hierbei um einen B-Movie handelt, hinter dem sich aber aus meiner Sicht eine echte Trashperle für einen gemütlichen, unterhaltsamen und höchst amüsanten Filmabend verbirgt. Von den teils sehr gut gemachten und an einigen Stellen heftigen Spezialeffekten war ich so manches Mal begeistert. Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, waren die unaufdringlichen und niemals peinlich wirkenden Witze, das hatte schon was.

Steve Guttenberg als ausrangierter Actionstar ist echt der Knaller. Die Rolle ist ihm auf den Leib geschrieben und er hat er sie absolut gut und überzeugend gemeistert. Mike Mendez legt Wert auf einen rasanten Ablauf und lässt bereits nach wenigen Momenten den Zuschauer vergessen, ob die Handlung Sinn hat oder nicht. Es wird eifrig drauflos getrasht, dass es eine wahre Freude ist. Die Mischung aus Komödie, Action-Science Fiction-Film und Creature Horror funktioniert einwandfrei, wenn man sich darauf einlässt.  Liebevoll werden die Effekte eingesetzt, und auch wenn man ihnen manchmal die begrenzten, zur Verfügung gestandenen Geldmittel sieht, wirkt alles mit Herzblut gemacht. Das macht den Reiz dieser Edeltrash-Perle aus. Man möchte durchaus noch eine weitere Stunde zusehen, wie die Spinnenmonster Los Angeles und seine Bewohner ausradieren.

Logischerweise fühlt man sich an den erwähnten „Big Ass Spider“ aber auch „Arac Attack“ erinnert, was bei der Spinnenthematik ja nicht ausbleibt. Aber auch wenn in diesen beiden Vorgängern die Spezialeffekte bedeutend besser gemacht sind, so verfolgt „Lavalantula“ eindeutig andere Pläne, indem er eben mit einem geringeren Budget und einem gealterten Star aus der „Police Academy“-Serie unterhält. Und das schafft er ausgezeichnet.
Die abgedrehte Handlung und die gut agierenden Schauspieler ergänzen sich hervorragend mit den herrlich unperfekten Spezialeffekten (bis auf ein paar Ausnahmen) und lassen einen wirklich die Zeit vergessen. Und was sollte ein Film wie dieser denn anderes erreichen? Hier wird amüsante, spannende Action geboten, die einfach kurzweilig unterhält.

*

Fazit: Amüsant, kurzweilig und extrem trashig. Spinnenfreunde sollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

© 2016 Wolfgang Brunner

Clown (2014)

clown

Originaltitel: The Clown
Regie: Jon Watts
Drehbuch: Christopher D. Ford, Jon Watts
Kamera: Matthew Santo
Musik: Matt Veligdan
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Laura Allen, Andy Powers, Peter Stormare, Eli Roth, Elizabeth Whitmere, Christian Distefano, Chuck Shamata, Robert Reynolds, Lucas Kelly
Genre: Horror
Produktionsland: Kanada, Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre

*

Der Immobilienmakler Kent ersetzt spontan den gebuchten, ausgefallenen Clown für die Geburtstagsfeier seines zehnjährigen Sohnes. Auf dem Dachboden eines Hauses, das er verkaufen soll, findet er in einer Truhe ein altes Clown-Kostüm und rettet damit die Party. Doch nach dem gelungenen Nachmittag und Abend bekommt Kent das Kostüm nicht mehr ausgezogen. Was anfangs wie ein bitterer Scherz anmutet, entwickelt sich zu einem grausigen Alptraum, denn durch das Kostüm hat ein uralter Dämon von Kent Besitz genommen. Und schon bald hat der Dämon Hunger, und zwar nach Kindern …

*

Und wieder fällt der Name Eli Roth, obwohl dieser selbst nur vier Filme abgedreht hat. „Clown“ wurde von Roth produziert und in einigen Szenen findet man sicherlich seine Handschrift, aber ansonsten ist „Clown“ das gut gelungene Langfilm-Debüt von Regisseur Jon Watts, der ohne Frage einen eigenständigen Stil an den Tag legt. Der Film funktioniert meiner Meinung nach deswegen so gut, weil er nicht ohne eine gelungene Portion Humor arbeitet, aber dennoch einen handfesten, teils erschreckenden Horrorthriller darstellt.
Die Ausgangssituation hat mich unweigerlich an die grandiose Serie „Geschichten aus der Gruft“ erinnert, weil sie tatsächlich anmutet, als hätte man sie in seiner Kindheit schon einmal in einem Comic gelesen.
Watts schraubt die Spannungsschraube konstant immer höher und was als manchmal „lächerlich“ wirkender Traum anmutet, entwickelt sich immer mehr zu einem clever konstruierten Alptraum.

Der Plot ähnelt (logischerweise) außer Stephen Kings „Es“, den Außenseiter-Dramen „Darkman“, „Die Fliege“ oder „District 9“, denn man fühlt mit dem Besessenen und empfindet an manchen Stellen sogar Mitleid. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Grauen dann in vollem Maße entfesselt wird. Die comicartige Zeichnung des Protagonisten verwandelt sich plötzlich in einen gruseligen, spannenden Thriller. Aber „Clown“ ist nicht nur Horror und Thriller, sondern auch eine Art Drama, das mitreißt. Sicherlich liegt das Hauptaugenmerk auf einer spannenden und teils blutigen Story, aber zwischen den Bildern zeichnet sich eher ein Drama als ein Horroschocker ab. Das macht Watts Regiedebüt zu etwas besonderem, das sich von dem Einheitsbrei vieler Horrorfilme abhebt, die man bereits nach ein paar Tagen wieder vergessen hat. Hier wird die Geschichte anders angegangen und mehr Wert auf innovative Ideen gelegt.

Am Ende wird dann aber auch der splatter- und goreverwöhnte Zuschauer mit einigen gelungenen Szenen belohnt, die das Gesamtbild eines außergewöhnlichen Filmes noch zusätzlich abrunden. „Clown“ ist eine solide Mischung, die verschiedene Genre bedient, ohne dass man etwas davon wirklich merkt. Jon Watts hat gegenüber dem Clown-Kultfilm und -roman „Es“ irgendwie noch einen draufgesetzt, denn sein Clown wirkt am Ende noch bösartiger und erschreckender als Kings Schöpfung, der den ganzen Schrecken mit seinem etwas mürben Ende verdorben hat. Hier kriegt man selbst als Zuschauer Angst, wenn der Clown Hunger auf Kinder entwickelt und Jagd auf sie macht. Das ist schon wirklich gruselig.
Neben den überzeugenden Schauspielern punktet auf jeden Fall Maske und Make-Up in diesem Film, den man nicht so schnell vergisst. Neben der skurrilen Ausgangssituation und den verschiedenen emotionalen Stationen, die man mit dem von einem Dämon besessenen Protagonisten durchlebt, gefällt schlichtweg der gekonnte Mix aus Horror und Drama.

*

Fazit: Skurrile, innovative, äußerst spannende und unterhaltsame Mischung aus Horrorthriller und Drama. „Clown“ könnte zu einem Klassiker des Clown-Horrors werden.

© 2016 Wolfgang Brunner

The Pyramid – Grab des Grauens (2014)

file_597304_pyramid-poster

Originaltitel: The Pyramid
Regie: Grégory Levasseur
Drehbuch: Daniel Meersand, Nick Simon
Kamera: Laurent Tangy
Musik: Nima Fakhrara
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: Ashley Hinshaw, Denis O’Hare, James Buckley, Christa Nicola, Amir K, Faycal Attougui, Philip Shelley
Genre: Horror, Abenteuer
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

*

Eine Gruppe Archäologen entdeckt eine tief vergrabene uralte Pyramide.  Das Kamerateam der Reporterin Sunni steigt mit den Wissenschaftlern in die Pyramide ein. Es dauert nicht lange und die Gruppe hat sich hoffnungslos in den endlosen Labyrinthen verirrt. Während sie verzweifelt  nach einem Ausgang suchen, bemerken sie, dass in der Dunkelheit etwas Fremdes und Tödliches lauert …

*

Alleine schon die Kulisse ist einen Blick auf diesen Film wert, vorausgesetzt man interessiert sich für Ägypten und Pyramiden. Ich ging mit gemischten Gefühlen an diesen Horrorfilm heran, denn zuviel Müll wird einem in den letzten Jahren serviert. „The Pyramid“ wird als Found Footage-Film bezeichnet, obwohl er es im Grunde genommen eigentlich gar nicht ist. Sicherlich kommen einige Wackelbilder darin vor, aber oft auch eben eine ruhige Kameraführung, was ich sehr erfrischend bei solchen Filmen finde.
Grégory Levasseurs Ausflug in eine Welt ohne Sonnenlicht konnte bei mir besser punkten als „Katakomben“. Hier steckt um einiges mehr an Atmosphäre und unheimlichen Settings dahinter. Die Handlung ist zwar nicht unbedingt atemberaubend, aber eine ganz passable Grundidee steckt dennoch dahinter.

Ansonsten bekommt man hier einen sehr spannenden und atmosphärischen Film geliefert, der so manches Mal mit gelungenen Schockmomenten aufwarten kann und nie langweilig wird. Der Spannungsbogen wurde aus meiner Sicht konstant gehalten und der Regisseur hat sich Gott sei Dank niemals hinreissen lassen, in Trash zu verfallen. So wurde „The Pyramid“ zu einem optisch schön anzusehenden Horrortrip im Inneren einer Pyramide. Auch tappte man nicht in die Klischeefalle und ließ mordende Mumien in den Gängen herumwandern, sondern richtete sein Augenmerk auf eine völlig andere Handlung, wie man sie nicht so oft zu sehen bekommt. Das Schöne an diesem Film ist, dass er sich nicht nur ausschließlich im Horrorgenre bewegt, sondern auch Abenteuer-Elemente a la Indiana Jones oder Tomb Raider mit einbezieht. Aus meiner Sicht hat das Ganze hervorragend funktioniert und die „Auflösung“ fand ich persönlich auch sehr ideenreich. Sicherlich hätte man die animierten Effekte am Ende besser hinbekommen, aber warum? Ausschlaggebend ist doch, dass der Regisseur seine Vision hat sichtbar werden lassen – und das hat er.

„The Pyramid“ ist kein Meisterwerk, aber ein überdurchschnittlicher Abenteuer-Horror-Film mit einer sehr stimmigen Atmosphäre und einem alles andere als langweiligen Plot (vor allem durch das Ende). Ich habe mich hervorragend unterhalten und auch so manches Mal gegruselt. Was will ich von einem solchen Film mehr?
Grégory Levasseur, der Drehbücher zu Filmen wie „Maniac“, „Piranha 3D“, „Mirrors“ oder „High Tension“ geschrieben hat, konnte mich mit seinem Regiedebüt durchaus überzeugen. Das ein oder andere hätte man mit Sicherheit besser machen können, aber es ist nun mal ein Debüt und aus dieser Sicht für mich absolut gelungen.

Dass den Schauspielern immer wieder amateurhaftes Agieren vorgeworfen wird, kann ich nicht nachvollziehen, ebensowenig wie die angeblich soooo schlechten Dialoge. Was sagen diese Leute denn zu dem ein oder anderen angeblichen Blockbuster, in dem nur Schwachsinn verzapft wird? Es ist immer wieder erstaunlich, wie vehement auf Newcomern oder Independent-Filmen herumgehackt wird, ohne den Menschen, die ihr Herzblut hineinsteckten, Achtung und Respekt für ihre Arbeit zu zollen. Ich werde mir „The Pyramid“ definitiv nochmals ansehen.

*

Fazit: Gruseliger Ausflug ins Innere einer Pyramide. Die Mischung aus Found Footage und ruhiger Kameraführung funktioniert und vermittelt eine stimmige Atmosphäre, die mich begeistert hat.

© 2016 Wolfgang Brunner

Der Marsianer (2015)

DerMarsianer-RettetMarkWatney_Poster_CampD_SundL_1400

Originaltitel: The Martian
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Drew Goddard
nach dem gleichnamigen Roman von Andy Weir
Kamera: Dariusz Wolski
Musik: Harry Gregson-Williams
Laufzeit: 144 Minuten
Darsteller: Matt Damon, Jessica Chastain, Kate Mara, Michael Peña, Aksel Hennie, Sebastian Stan, Jeff Daniels, Sean Bean, Chiwetel Ejiofor
Genre: Science Fiction, Literatur
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

*

Als eine Crew auf dem Mars in einen Sturm gerät, wird Astronaut Mark Whatney nach einem Unfall für tot gehalten. Die Mannschaft bricht überstürzt auf und lässt den vermeintlich Toten auf dem Mars zurück. Doch Whatney hat den Unfall überlebt und muss sich nun alleine auf dem fremden Planeten behaupten und überleben. Aber die Aussicht auf eine Rettung kann Jahre dauern. Mark bereitet sich auf das Überleben in dieser fremden Welt vor.

*

Ich war schon von der literarischen Vorlage mehr als angetan. Andy Weirs Debüt war ein spannendes Abenteuer, das ich mir schon beim Lesen hervorragend als Film vorstellen konnte. Was Ridley Scott dann schließlich daraus gemacht hat, lässt keine Wünsche offen. Absolut detailgetreu wird der Roman verfilmt und erweckt die Bilder, die sich im Kopf des Lesers bereits gebildet haben, zum Leben. Es ist wirklich faszinierend, wie genau Scott die Stimmung des Buches trifft. Optisch und visuell absolut kann die Literaturverfilmung absolut überzeugen. Und auch der musikalische Part, den Harry Gregson-Williams übernommen hat, trifft voll ins Schwarze und löst genau die gleichen Emotionen aus, die ich beim Lesen der Romanvorlage empfunden hatte. In dieser Hinsicht schon mal volle Punktzahl.

Schauspielerisch kann Matt Damon durchaus überzeugen, wenngleich seine One-Man-Show nicht unbedingt weltbewegend ist wie so manch andere. Er macht seine Sache ohne Frage gut, aber irgendetwas fehlt dann doch letztendlich, um ihm eine oscarreife Leistung zuzusprechen. Aber das tut der Literaturverfilmung keinen wirklichen Abbruch. Hier wird nämlich astreine Science Fiction geboten, die zwar den Humor der Vorlage nicht hundertprozentig erreicht, dafür aber einen äußerst spannenden und intelligenten Überlebenskampf bietet. „Der Marsianer“ erinnert manchmal an „Robinson Crusoe auf dem Mars“ oder „Red Planet“, toppt aber diese beiden Filme und auch die meisten anderen Marsmissions-Streifen mühelos.  Scott beherrscht sein Handwerk und fühlt sich im SF-Genre sichtlich wohl. Die Geschichte wird sehr realitätsnah erzählt und reisst einen mit, so dass man am Ende nicht bemerkt, dass zwei Stunden vergangen sind.

Viele werden „Der Marsianer“ als hochgradig langweilig finden, weil nicht viel passiert und fast keine Actionsequenzen vorkommen. Aber wer das Buch gelesen hat, weiß, was einen erwartet und die Umsetzung ist einfach grandios gelungen. Scott hat teilweise Dialogpassagen eins zu eins übernommen, was mir sehr gut gefallen hat. Hier wird ein unvergleichlicher Überlebenskampf geschildert, der zwar desöfteren die Grenze zum übertriebenen Patriotismus streift und manchmal sogar überschreitet, aber dennoch mit hervorragenden Schauspielern und auf visuell beeindruckende Art unterhält. Sicherlich fällt „Der Marsianer“ in die Popcorn-Blockbuster-Mainstream-Kategorie, aber gleichzeitig hebt er sich auch auf erfrischende Weise von den in Mode gekommenen Effekteorgien ab. Hier geht es um einen Menschen und seinen starken Überlebenswillen.

Vieles aus dem Buch wurde gestrichen. Aber das wurde meiner Meinung nach sehr geschickt gemacht und fällt nicht besonders auf, wenn man das Buch vorher gelesen hat. Aber, um noch einmal kurz auf Matt Damon zurückzukommen: Er ist und bleibt leider kein wirklich guter Charakterdarsteller, so dass es dem Film so manches Mal an echter Seele fehlt. Das finde ich sehr schade und hätte man einen anderen Darsteller wie etwa Tom Hanks, Tom Hardy oder Leonardo diCaprio für die Hauptrolle gewählt, wäre der Film bestimmt perfekter und weitaus überzeugender geworden. Trotzdem ist für mich „Der Marsianer“ eine sehr gelungene Verfilmung eines hervorragenden Science Fiction-Romans.

*

Fazit: Visuell beeindruckend, spannend und humorvoll inszenierte Ridley Scott Andy Weirs Bestseller-Roman. Hätte man Matt Damon durch einen besseren Charakterdarsteller ersetzt, wäre das Ergebnis auf jeden Fall besser ausgefallen.

© 2016 Wolfgang Brunner

Interview mit dem Schauspieler Jerry Kwarteng

Jerry3d© Paul Partyzimmer

Jerry Kwarteng wurde 1976 in Hamburg geboren und ist dort auch aufgewachsen. Er lebte in den USA, verbrachte über 5 Jahre in Barcelona und kehrte dann wieder in seine Heimat Deutschland zurück.

Jerry Kwarteng ist Schauspieler und lebt heute in Berlin.

Film-Besprechungen freut sich, dem sympathischen Norddeutschen ein paar Fragen stellen zu dürfen.

1. Du hast ja mittlerweile in einigen Filmen mitgespielt. Ist die Schauspielerei noch immer die Erfüllung eines Traumes oder ist die Arbeit mittlerweile zur Routine geworden?

Die Schauspielerei ist für mich auf jeden Fall mein Traum. Sogar mehr als ein Traum, denn sie ist eher meine Leidenschaft. Meines Erachtens muss Schauspielen auch Leidenschaft sein, denn die Branche ist zu hart und schwierig, als dass man einfach durchhält und versucht, darin zu bestehen, wenn man keine Leidenschaft gegenüber seinem Beruf hat. Es gibt nur sehr wenige Kollegen, die wirklich von Ihrem Beruf leben können. Wenn die Motivation für diesen Job nicht Leidenschaft ist, dann wird man wohl kaum bestehen. Daher muss man immer am Ball bleiben, so dass Routine in der Art eigentlich nicht aufkommen kann.

2. An der Frage nach Vorbildern komme ich nicht vorbei. Es interessiert mich einfach zu sehr. Also, welche Idole hast Du?

Die gute Frage nach den Vorbildern. Ich muss gestehen: Ich habe tatsächlich keine direkten Vorbilder, aber Menschen, die mich inspirieren. Ich bewundere sehr die Arbeit von Idris Elba, Sidney Portier, Denzel Washington, Terrence Howard und Viola Davis. Ich bin aber nicht nur durch Ihre Arbeit beeindruckt, sondern auch von Ihrem Einsatz in unserer Branche, dieselben Chancen im Filmbereich für schwarze Schauspieler zu schaffen, wie sie für weiße existieren. Ich finde den Einsatz vor der Kamera genauso wichtig, wie hinter der Kamera. Denn bedauerlicherweise sieht man in Deutschland noch zu wenig Schwarze in „normalen“ Rollen. Ich finde es sehr wichtig, dass man uns schwarze Deutsche auch als solche in der TV-Landschaft sieht.

3. Gut oder böse? Welche Charakterdarstellung liegt Dir mehr? Was fordert Dich mehr heraus?

Jede Rolle hat Ihre Herausforderung. Ich gehe an meine Rollenvorbereitung nicht auf eine Weise heran, dass ich sage, diese Person ist böse oder gut. Wann immer man eine Figur zum Leben erwecken möchte, muss man einen Zugang zu dieser Rolle finden, die es einem dann möglich macht, die Rolle ehrlich zu spielen. Ich finde es spannend, eine Figur zu spielen, die für Ihre Handlungen Gründe und Rechtfertigungen findet. Ich glaube nicht, dass Menschen von vorneherein gut oder böse sind. Es sind ja die Handlungen der Person, die für uns gut oder böse sind. Es gibt Kausalketten und Entscheidungen dieses fiktiven Charakters, die diesen an den Punkt seines Lebens bringen. Und wir schauen einen bestimmten Moment dem Leben dieser Person zu. Genau das in der Figur zu entdecken, darin liegt für mich das Spannende bei jeder Rolle. 

4. Gibt es Rollen, die Du auf keinen Fall annehmen würdest?

Hmm. Man ist ja nicht immer in der Situation, dass man es sich leisten kann, Rollen abzulehnen. Mittlerweile muss die Rolle aber auch tatsächlich etwas zu erzählen haben. Damit meine ich nicht, dass die Rolle viel Text haben muss, sondern dass diese Person auch eine Entwicklung durchmacht. Dann achte ich darauf, dass ich nicht dieselben Rollen öfter spiele. Ich versuche bei den Angeboten, die ich erhalte, genau jene herauszufiltern, die ein gewisses Kribbeln bei mir verursachen. Ist mein Interesse geweckt, besitzt die Rolle dann auch was, was ich erzählen möchte. Die einzigen Rollen, die ich tatsächlich sofort ablehne würde, wären Rollen, die Schwarze wie vor Jahrzehnten im TV darstellten, nämlich als einfältige, Vodoo-praktizierende Wilde.  So etwas bräuchte man mir nicht anbieten.

5. Mit welcher Hauptrolle würde sich Dein größter Wunsch erfüllen?

Ich hätte tatsächlich ein großes Interesse in einer Action-Serie mitzuwirken. Ich mag Serien wie „Luther“, „24“ oder „Hustle“.  Aber auch Filme, in der Figuren zusammenhalten, egal auf welcher Seite des Gesetzes sie nun gerade stehen. Wie bei den Filmen „Takers“ oder „Fast and Furious“. Die Hauptrolle in so einem Action-Konzept zu sein, das wäre schon fantastisch. Allerdings wäre es auch ein Kinderwunsch von mir, einmal in einem Star Wars Film mitzuspielen. Genauso würde ich bei einer kleinen Rolle in „Game of Thrones“ total ausrasten.

6. Welche Filme sieht Jerry Kwarteng privat?

Ich bin ein absoluter Filmfreak. Ich schaue aber nicht nur Filme und Serien, weil ich sie gut finde, sondern schaue mir auch an, wie die Macher das Projekt umgesetzt haben. Von den Dialogen bis hin zur Kamera. Im Moment schaue ich mehr Serien. Ich habe mir zu diesem Zweck Netflix und Amazon Prime besorgt und schaue im Moment „Daredevil“, „Penny Dreadful“, „House of Cards“ und „Better call Saul“. Das sind ganz fantastische Serien, die mit sehr viel Liebe entwickelt wurden.

Ich schaue wirklich querbeet durch die Genres und finde überall wirklich tolle Arbeiten. Und es ist nicht so, dass ich nur amerikanische Produktion schaue. Es gibt nämlich auch tolle deutsche Produktionen, die ich sehr genossen habe. Wie „Weinberg“ und“Deutschland 83″. Sehr gerne schaue ich „Letze Spur Berlin“. Ich mag Geschichten mit einem Twist.

7. Könntest Du Dir vorstellen, auch einmal auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen? Welche Projekte würden uns erwarten?

Hui. Ich bin nicht sicher, ob das für mich in den Sternen steht. Allerdings entwickle ich gerne Ideen für Geschichten. Mir fehlen in unserer TV-Landschaft oft Geschichten, die unsere Vielfalt in Deutschland zeigen. Wenn ich durch Hamburg, Berlin oder Köln laufe, sehe ich so viele, unterschiedliche Menschen. Die haben doch alle Geschichten, die uns interessieren könnten. Oft finde ich diese besondere Vielfalt aber nicht in unseren Filmen und TV-Produktionen wieder. Ich finde das sehr schade, denn man limitiert sich von vorneherein darauf, gewisse Geschichten nicht zum Leben zu erwecken. Teil an den Erlebnissen unterschiedlicher Charaktere zu haben, ist doch spannend und dazu gehört auch die Vielfalt unserer Gesellschaft. Das ist doch, was Film ausmacht. Der Besuch bei Menschen in einem ihrer Momente und wir fühlen uns dadurch mit Ihnen verbunden, in dem wir an deren Erlebnissen teilhaben. Das erweitert auch unseren Horizont. Und genau solche Geschichten reizen mich. Da ich Action sehr gerne mag, gäbe es da wohl auch immer eine ordentliche Portion davon, wenn ich doch mal in einem Regiestuhl Platz nehmen würde … 🙂

8. Die Kinos werden immer mehr von computergenerierten Effekte-Orgien überschwemmt. Wie siehst Du die Zukunft des „künstlerischen, echten“ Films?

Ich finde Effekte bis zu einem gewissen Grad unglaublich beeindruckend. Wie sie bei „Star Wars“ oder den Marvel- Filmen zum Einsatz kommen, ist ganz fantastisch. Allerdings auch nur in solchen Filmen machen diese für mich auch Sinn. Hat aber die ganze Geschichte keinen Sinn, sind auch die tollen Effekte kein Grund für mich, ins Kino zu gehen. Sehr enttäuscht war ich beispielsweise bei der Trilogie von „Der Hobbit“. Dort haben mich die Effekte und Kameratechnik sogar sehr gestört und die Stimmung kaputt gemacht. Wie toll man Effekte erleben, kann ist beispielsweise bei den Filmen der Matrix-Reihe. Ich empfand den ersten unglaublich bezüglich Stimmung und Story. Die beiden anderen waren in der Story zwar immer noch total super, aber die Stimmung war durch diese ganzen Effekte für mich einfach weg. Ich finde wichtig, dass die staatlichen Institutionen darauf achten, dass die Genres nicht aussterben. Die kleinen Boutique Filme haben Ihren besonderen Charme, der Thriller lebt von der Story und nicht von Effekten, die klassische Komödie kommt auch ohne Effekte aus und das sind auch die Filme, die immer noch den Zuschauer erreichen. Also ich glaube nicht, dass der effektbehaftete Film irgendwann den „echten“ Film ablösen wird. Dafür ist das Bedürfnis des Zuschauers, von einer Geschichte berührt zu werden, zu groß.

9. Wäre Theater eine Alternative zur Filmschauspielerei für Dich?

Ich muss gestehen, dass ich als Jugendlicher sehr gerne Theater gespielt habe. Ich bin allerdings ein Filmschauspieler. Was jetzt nicht bedeutet, dass ein Ausflug ins Theater nun nicht mehr stattfinden wird. Aber in diese Richtung treibe ich meine Karriere nicht.

10. Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

Das ist eine sehr gute Frage. Ich weiß ja nicht einmal, wo ich nächsten Monat sein werde. Ich plane nicht so weit voraus. Ich schaue auch nicht so weit in die Zukunft, denn das würde mich hemmen. Ich versuche grundsätzlich, eine Person zu sein, auf die ich stolz sein kann. Eine Person, die für seine Familie da ist, Freunde unterstützt, offen und ehrlich zu seinen Mitmenschen ist. Ich bin ein Mensch, der neuen Möglichkeiten generell zugeneigt ist und ich bin jemand, der hoffentlich in 10 Jahren auch noch seinen Job machen darf.

Ich würde mich freuen, wenn ich in meinen Job weiter international und an interessanten Projekten arbeiten darf. Das darf gerne auch schon vorher passieren.

11. Was sind die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Das ist schnell beantwortet: meine Familie, Gesundheit, meine Freunde, die Freiheit zu tun, was ich möchte und meine Leidenschaft für meinen Job. Genau in der Reihenfolge…

Film-Besprechungen bedankt sich ganz herzlich für das nette Interview und wünscht Dir alles erdenklich gute für Deine private und berufliche Zukunft.

© 2016 Jerry Kwarteng / Wolfgang Brunner

Der Killer im System (1993)

killer

Originaltitel: Ghost In The Machine
Alternativtitel: Deadly Terror
Regie: Rachel Talalay
Drehbuch: William Davies, William Osborne
Kamera: Phil Méheux
Musik: Graeme Revell
Laufzeit: 95 Minuten
Darsteller: Karen Allen, Chris Mulkey, Ted Marcoux, Wil Horneff, Jessica Walter, Brandon Adams, Rick Ducommun, Jack Laufer, Shevonne Durkin, Richard McKenzie
Genre: Science Fiction, Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

*

Computer-Fachmann Hochman ist ein eiskalter Serienmörder, der sich in die Adressbücher seiner Kunden einhackt und sie dann auf brutale Weise umbringt. Die Polizei kommt ihm nicht auf die Schliche, bis ein Autounfall Hochman ums Leben bringt. Verhängnisvollerweise stirbt er genau mitten in einer Untersuchung im Computer-Tomographen, wo sich das Gehirn des Killers auf mysteriöse Weise in das Computernetz “einspeist”. Bald darauf schlägt der Adressbuch-Killer wieder zu.

*

Es gibt Filme, die vergisst man einfach nicht mehr. „Der Killer im System“ ist so einer für mich, obwohl er definitiv kein Meisterwerk darstellt. Allerdings hat er nun jetzt auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Für die damalige Zeit war er sicherlich effektetechnisch auf hohem Niveau und beeindruckend, was wahrscheinlich auch der Grund dafür ist, dass ich diesen Film einfach auch heute noch mag.

„Der Killer im System“ ist eine Mischung aus Thriller, Horror und Science Fiction – Wes Cravens „Shocker“ meets „Tron“ 🙂
Der Film schwankt zwischen B-Movie und einer doch recht ansehnlichen Produktion, denn die Effekte besitzen auch heute noch, wenngleich veraltet, durchaus ihren Reiz. Schauspielerisch trumpft keiner der Darsteller so richtig auf, da verlaufen sich die Leistungen meist im Sande, aber das macht gar nichts, denn die Handlung wird auch ohne schauspielerische Kunststücke flott vorangetrieben und nie langweilig. Die Mischung aus Thriller und Science Fiction funktioniert auch nach über zwanzig Jahren noch und unterhält hervorragend.
I ist nicht wirklich trashig, vermittelt aber dennoch an vielen Stellen diesen Eindruck.  Tiefgang in der Handlung darf man nicht erwarten, aber innovative Ideen, die teils liebevoll und detailreich umgesetzt wurden, machen diesen Film fast schon zum Kult.
Für mich bedeutet dieser Film auf jeden Fall eine Reise in meine (filmische) Vergangenheit, die mich geprägt hat und an manchen Stellen denkt man sich heute, dass wohl andere Filmemacher auch Gefallen an der ein oder anderen Idee gefunden haben und sich von „Der Killer im System“ haben inspirieren lassen. Aber auch Regisseurin Talalay hat sich mit Sicherheit von Filmen wie „Der Rasenmähermann“ inspirieren lassen. 😉

Natürlich strotzt die Handlung nur so von Klischees, aber auch das tut dem Unterhaltungswert keinen Abbruch. Im Gegenteil, man kann sich einfach zurücklehnen und von einem gelungenen und spannenden Abenteuer berieseln lassen. Auch solche Filme muss es schließlich geben und „Der Killer im System“ ist in dieser Hinsicht ein Vorzeigefilm.
„Wenn die Zuschauer ihren Toaster mit anderen Augen sehen, haben wir unseren Job gut gemacht“, sagte Regisseurin Rachel Talalay einmal in einem Interview. Und tatsächlich fühlt man sich an den Anfang von Stephen Kings „Tommyknockers“ erinnert, wo auch Elektrogeräte zu gefährlichen Mördern werden.
Für mich ist „Der Killer im System“ immer noch ein schöner Ausflug in eine alte (Film-)Zeit.

*

Fazit: Auch wenn die Effekte veraltet sind, zeigt der B-Movie immer noch eine gewisse Wirkung, der man sich schlecht entziehen kann.

© 2016 Wolfgang Brunner