Swallow (2019)

Originaltitel: Swallow
Regie: Carlo Mirabella-Davis
Drehbuch: Carlo Mirabella-Davis
Kamera:  Katelin Arizmendi
Musik: Nathan Halpern
Laufzeit: 94 Minuten
Darsteller: Haley Bennett, Elizabeth Marvel, David Rasche, Austin Stowell, Dennis O’Hare, Luna Laura Velez
Genre: Drama, Thriller
Produktionsland: Frankreich, USA
FSK: ab 16 Jahre

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Hunter Conrad ist mit dem vermögenden Ritchie verheiratet, der ihr ein, zumindest finanzielles, sorgenfreies Leben ermöglicht. Doch in ihrer Rolle als Hausfrau langweilt sich Hunter. Sie wird auch zusehends von ihrem Mann nicht so wahr genommen, wie sie sich das erwünscht, also beginnt sie kleine Gegenstände wie beispielsweise eine Murmel oder eine Batterie zu verschlucken. Diese Essstörung wird immer intensiver, bis sie von Hunters Ehemann entdeckt wird.
Von Schuldgefühlen geplagt und von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt, versucht Hunter von Ritchie loszukommen, um ihr Leben zu verändern.

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Wow, was für ein genialer und vor allem einfühlsamer Film, der die seltene Essstörungskrankheit namens Pica-Syndrom behandelt. Dieses Krankheitsbild äußert sich im Konsum ungenießbarer Gegenstände und wird von Haley Bennett derart überzeugend und eindringlich dargestellt, dass man ihre Schauspielerei niemals wieder vergessen wird. Mit einer unglaublichen Intensität und einer beeindruckenden Feinfühligkeit inszeniert Regisseur Carlo Mirabella-Davis den Leidensweg einer solchen kranken Frau und der daraus entstehenden Befreiung, nicht nur von der Krankheit sondern auch von ihrem deprimierenden Leben. Es ist äußerst spannend, wie sich diese Krankheit und die damit einhergehende Spannung (wenngleich der Film sehr ruhig ist) aufbaut und bis zu seinem verblüffenden Ende diesen Bogen aufrechterhält.

„Swallow“ ist ein Film, den man aufgrund seiner außergewöhnlichen Handlung und der fulminanten Leistung aller Mitwirkender nicht so schnell vergisst beziehungsweise zum Großteil wahrscheinlich gar nicht mehr vergisst. Das Gesehene wirkt noch lange nach und beschäftigt den Zuschauer, der so etwas mit größter Wahrscheinlichkeit noch nie gesehen hat. Was sich aber im ersten Moment schockierend und abartig anhört, entwickelt sich mit der Zeit immer mehr zu einem Drama, das von einer Frau erzählt, die sich aus der Einengung ihres bisherigen Lebens schlichtweg befreien will. Die Situationen, in denen die Protagonistin von ihrem Ehemann und dessen Eltern einfach nicht beachtet wird, sind grandios inszeniert und man fühlt diese „Erniedrigung“ in jeder Filmsekunde. Carlo Mirabella-Davis ist es gelungen, diese Frau ein Stück weit in ihrer Handlungsweise zu verstehen, was den den Film daher umso eindringlicher macht.

Zu der Essstörung gesellt sich dann in der zweiten Hälfte des Films auch noch eine Vergangenheitsbewältigung (die mit diese Essstörung auslöst), die ebenfalls in jeder Hinsicht überzeugen kann und sehr authentisch erzählt wird. Wie oben schon erwähnt, man beginnt während des Films immer mehr, die Protagonistin zu verstehen und kann, zumindest zum Teil, nachvollziehen, wieso sie sich diverse Gegenstände einverleibt, die eigentlich nicht zum Verzehr geeignet sind. „Swallow“ ist ein mitreißendes Drama und Frauenschicksal, das man mit angehaltenem Atem verfolgt. Neben Haley Bennett konnte noch Denis O’Hare mit seiner leider etwas kurzen Rolle überzeugen, so dass neben der spannenden, ungewöhnlichen Handlung auch grandiose Schauspielerleistungen bei diesem Film zum Tragen kommen. „Swallow“ war für mich eine riesige Überraschung und ich bin sicher, dass ich mir diesen Film noch ein zweites oder gar drittes Mal ansehen werde.

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Fazit: Eindringliches Frauenschicksal und Krankheitsdrama mit überzeugenden Schauspielern.

©2020 Wolfgang Brunner

P.O.W. – Die Vergeltung (1986)

Originaltitel: Behind Enemy Lines
Regie: Gideon Amir
Drehbuch: Malcolm Barbour, James Bruner, Avi Kleinberger, John Langley
Kamera:  Yehiel Ne’Eman
Musik: David Storrs
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: David Carradine, Charles R. Floyd, Steve James, Phil Brock, Mako, Daniel Demorest, Tony Pierce
Genre: Achtion, Abenteuer, Drama
Produktionsland: USA
FSK: ab 18 Jahre

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Der Vietnam-Krieg ist zwar zu Ende, doch Colonel James Cooper muss sich einer letzte und gefährlichen Herausforderung stellen: Er soll seine Kameraden aus den Gefangenen-Lagern hinter den feindlichen Linien befreien, was einem Himmelfahrts-Kommando gleichkommt. Denn noch immer lauert Captain Vinh mit seinen Männern auf die Feinde …

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Dank Koch Media findet nun auch ein Action-Drama aus den goldenen 1980er-Jahren seinen Weg zur Blu-Ray-Veröffentlichung. Ich höre schon die Stimmen, die dem Film höhnisch nachsagen, er wäre eine plumpe „Rambo“-Kopie und Carradine hätte eine bessere Rolle als diese in seiner Karriere verdient. Aber wenn man sich den Film aus der Sicht eines 1980er-Jahre Nerds anschaut, sieht das Ganze schon ganz anders aus. „P.O.W. – Die Vergeltung“ ist Unterhaltungskino mit jeder Menge Explosionen und vielen Klischees. Das ist aber in diesem Fall aus meiner Sicht vollkommen unerheblich, denn der Unterhaltungswert ist absolut gegeben und vor allem, man sieht nur handgemachte Effekte und Stunts. Das ist in der heutigen Zeit immer wieder erfrischend, finde ich.

Sicherlich gibt es den ein oder anderen logischen Fehler, aber ist das nicht bei solchen Filmen nebensächlich? Verhält es sich bei Actionfilmen dieser Art nicht ähnlich wie bei vielen Horrorfilmen, wo man sich einfach nur zurücklehnen und den Film genießen will? „P.O.W. – Die Vergeltung“ ist genau so ein Film, der noch zusätzlich das Flair der 1980er-Jahre absolut toll rüberbringt. Alleine der Score, der manchmal gar nicht wirklich passt, und die Dialoge sind es wert, sich diesen Film anzusehen und dabei in Erinnerungen an die Zeit schwelgen, in denen eine Videothek noch das Herz eines jeden Filmfans schneller schlagen ließen. Ich habe jede Minute dieses Films genossen, weil er mich wieder ein Stück weit in meine Jugendzeit zurückgeschleudert hat.

David Carradine macht seine Sache super, wenngleich er nicht immer voll ausgelastet wirkt. Aber das bringt nun einmal auch die Rolle mit sich, und die meistert er definitiv. Aber auch die anderen Beteiligten können nach den Maßstäben der damaligen Zeit absolut überzeugen. Mir persönlich haben die Actionszenen und die Stimmung in Vietnam sehr gut gefallen. Und auch wenn der Film oftmals andere Filme kopiert, so bleibt dennoch am Ende eine gewisse Eigenständigkeit haften, an die man sich gerne erinnert. „Rambo II“, aber auch „Missing in Action“ lassen dennoch grüßen.
Das Bild ist dem Alter entsprechend manchmal etwas körnig, was aber wahrscheinlich größtenteils auch am Originalmaterial liegt. Ansonsten sieht man, dass der Film restauriert wurde. Ich hatte großen Spaß und kann den Film für Actionfreunde er 1980er-Jahre auf alle Fälle empfehlen.

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Fazit: Schöner Ausflug in die Welt der 1980er-Jahre-Actionfilme.

©2020 Wolfgang Brunner

High Ground – Der Kopfgeldjäger (2020)

Originaltitel: High Ground
Regie: Stephen Johnson
Drehbuch: Chris Anastassiades
Kamera:  Andrew Commis
Musik: –
Laufzeit: 105 Minuten
Darsteller: Simon Baker, Jacob Junior Nayinggul, Jack Thompson, Callan Mulvey, Witiyana Marika, Esmerelda Marimowa, Aaron Pedersen
Genre: Drama, Western, Thriller, Action
Produktionsland: Australien
FSK: ab 16 Jahre

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Um seine Familie zu retten, schließt sich der junge Aborigine Gutjuk mit dem Ex-Soldaten Travis zusammen, um seinen Onkel Baywara, den gefährlichsten Krieger des ganzen Territoriums, aufzuspüren. Gutjuk und Travis verbindet ein schlimmes Ereignis aus der Vergangenheit, das die beiden einerseits näher, andererseits aber auch immer weiter auseinander bringt.

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Was für ein gigantischer Film!
„High Ground“ ist so ruhig inszeniert und steckt dennoch voller Wucht, die einen von Anfang an packt und nicht mehr loslässt. Die Handlung kommt mit einer geradezu epischen Wucht daher und lässt den Zuschauer alles um sich herum vergessen. Zumindest erging es mir so, als ich diesem Rachefeldzug im australischen Outback zusah. Stephen Johnsons Film erinnert in seiner elegischen Inszenierung ein wenig an Nicholas Roegs „Walkabout“, geht aber noch einen Schritt weiter und trifft das Publikum genau da, wo es richtig wehtut. Weil es „menschelt“ und man die Lebenseinstellung der Ureinwohner Australiens bedeutend mehr versteht als die der sogenannten zivilisierten Menschen.

Der Aufbau der Geschichte ist unglaublich geschickt gemacht und reißt den Zuschauer sofort mit, sofern er sich nicht von der nach dem brutalen Auftakt ruhigen Inszenierungsweise abschrecken lässt und gelangweilt fühlt. „High Ground“ ist eine Ode an die Menschlichkeit und Liebeserklärung an das Leben mit Mutter Natur. Da sich die Aborigines in ihrer Originalsprache unterhalten (wird alles deutsch untertitelt) kommt eine sehr starke Authentizität auf, die das ganze Drama emotional nur noch schlimmer macht. Hinzu kommen die fantastischen Bilder der australischen Natur, so dass man sich in den Aufnahmen vollkommen verlieren kann, wenn man sich, wie gesagt, darauf einlässt. Ich hätte gut und gerne noch zwei weitere Stunden zusehen können, ohne mich auch nur eine einzige Sekunde zu langweilen.

Der Film besitzt nicht einmal einen „echten“ Score, sondern wird lediglich von traditionellen Aboriginesklängen untermalt, was ebenfalls eine enorm hypnotische Wirkung hat. Neben der grandiosen Inszenierung ist der Film auch schauspielerisch eine wahre Wonne. Simon Baker spielt hervorragend, ebenso wie die Darsteller der Aborigines. Aber auch die weiteren Schauspieler machen ihre Sache ausnehmend gut und überzeugend, so dass es bei diesem Film aus meiner Sicht letztendlich überhaupt nichts zu kritisieren gibt. Ich bin noch immer absolut von diesen grandiosen Bildern und der gefühlsintensiven Handlung gefangen und weiß schon jetzt, dass ich mir diesen Film auf jeden Fall nochmal ansehen werde.

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Fazit: Eine philosophische, aber auch brutale Reise in eine andere Kultur mit grandiosen Landschaftsaufnahmen.

©2020 Wolfgang Brunner

Unruhe (2020)

Originaltitel: Unruhe
Regie: Marcello Filippelli
Drehbuch: Marcello Filippelli
Kamera: Simon Menrath
Musik: Arkadius Sojka
Laufzeit: 10 Minuten
Darsteller: Peter Skoda, Xenia Kitzmann, Mia Filippelli
Genre: Drama, Kurzfilm
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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In einer Gesellschaft voller Druck und vermeintlich wichtigen Zielen wird das Wichtige im Leben immer mehr zurückgedrängt. Zeit und ständige Verfügbarkeit über Mobiltelefone werden zum wichtigsten Gut für viele Menschen! Doch was bleibt, wenn sich der Sturm dieses Leistungsdrucks gelegt hat und man erkennt, was wirklich zählt im Leben?

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Es gibt Filme, die einen sprachlos machen, die einem wahrscheinlich nie wieder aus dem Kopf gehen, weil sie unserer Gesellschaft einen Spiegel vors Gesicht halten und zeigen, wie wichtig bestimmte Dinge im Leben sind. „Unruhe“ von Marcello Filippelli ist so ein Film, und das auch noch, obwohl es sich hier sogar „nur“ um einen Kurzfilm handelt. Filippelli packt in seine Bilder so viele Emotionen hinein, das man fast platzt. Unterstrichen wird das Ganze von einem unglaublich intensiven, schönen, traurigen, melancholischen Score von Arkadius Skoja, der einem das Herz zerreißt. Diese Musikuntermalung ruft eine Atmosphäre hervor, die zwischen unerträglicher Sehnsucht und eindringlicher Melancholie schwankt und den Zuschauer unweigerlich in de Gefühlswelt des Protagonisten mitnimmt. Es ist so intensiv, was in diesen zehn Minuten passiert.

Schauspielerisch ist es eine wahre Wonne, diesen drei Personen zuzusehen. Peter Skoda, der bereits in Filippellis Kurzfilm „Das Unternehmen“ absolut überzeugen konnte, macht auch hier eine unglaublich gute und überzeugende Arbeit. Jede seiner Handlungen und auch seine Emotionen sind glaubwürdig. Ebenso Xenia Kitzmann als Ehefrau. Auch wenn sie nicht so oft im Bild erscheint, so spielt sie ihre Rolle optimal. In ihrer Zurückhaltung spiegelt sich ein Schmerz wider, der wehtut. Überhaupt ist das ganze Szenario angelegt wie ein (Alb)Traum, aus dem keiner der Protagonisten entkommt. Und die Tochter des Regisseurs, Mia Filippelli, verdient ein großes Lob für ihre erste Rolle, die sie souverän meistert. Auch wenn sie nicht oft zu sehen ist, so erinnert man sich dennoch an ihre Auftritte.
Doch was jetzt vielleicht wie eine deprimierende Fahrt in die Emotionen eines Vaters klingt, entwickelt sich auch zu einem hoffnungsvollen Aspekt, der mir noch im Nachhinein einen Schauer über den Rücken jagt. Ohne erhobenen Zeigefinger zeigt uns Regisseur Filippelli, auf was wir im Leben die Prioritäten legen sollten.

Zu guter Letzt muss ich nochmals auf den grandiosen Score von Arkadius Skoja kommen, der zusammen mit der einfühlsamen Regiearbeit und genialen Kameraführung, ein Gesamtbild erschafft, das ich in seiner Intensität wahrscheinlich wirklich nie wieder vergessen werde. Die Mischung aus Orchester und elektronischer Musik hat mich vollkommen mitgerissen und zusammen mit den Bildern und der Aussage des Films tief im Inneren bewegt. Der Kurzfilm hat mich sehr mitgenommen und am Ende habe ich Tränen vergossen. Man kann sich bei Marcello Filippelli nur bedanken für diesen Film, der einem die Augen öffnet und zum Nachdenken anregt. Für mich ist „Unruhe“ einer der besten Kurzfilme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Es sind perfekte zehn Minuten. Er fügt sich nahtlos in das bisherige beeindruckende Gesamtwerk des Regisseurs ein und zeigt wieder einmal, dass manchmal die besten Filme nicht von großen Studios kommen müssen.

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Fazit: Mitreißend, emotional, melancholisch und hoffnungsvoll. Einer der besten Kurzfilme des Jahres 2020.

©2020 Wolfgang Brunner

The Apartment – Willkommen im Alptraum (2019)

Originaltitel: 1BR
Regie: David Marmor
Drehbuch: David Marmor
Kamera:  David Bolen
Musik: Ronen Landa
Laufzeit: 90 Minuten
Darsteller: Nicole Brydon Bloom, Giles Matthey, Taylor Nichols, Alan Blumenfeld, Naomi Grossman, Cekeste Sully, Susan Davis
Genre: Thriller, Drama, Horror
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahre

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Endlich hat Sarah ein eigenes Apartment in L.A. gefunden, das nicht nur bezahlbar ist, sondern auch mit einer freundlichen und entspannten Nachbarschaft punkten kann. Die Nachbarn wirken fast schon übertrieben freundlich und hilfsbereit. Doch es dauert nicht lange und Sarah befindet sich plötzlich in einem schrecklichen Albtraum, der ihre Vorstellungskraft übersteigt …

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Was für ein Film!
„The Apartment – Willkommen im Alptraum“ kann durchaus in einem Atemzug mit Genremeilensteinen wie „Hereditary“ oder „Midsommar“ genannt werden. Regisseur David Marmor, der auch das Drehbuch verfasste, hat mit diesem fiesen Thriller einen cineastischen Schlag in den Magen erschaffen, der nachhaltig im Gedächtnis haften bleibt. Schleichend kommt das Grauen ins Leben der Protagonistin, so dass man selbst als Zuschauer den Übergang zwischen glücklicher Welt und lebensbedrohendem Albtraum gar nicht so richtig bemerkt. Plötzlich ändert sich die Stimmung des Films abrupt und man kann, ähnlich wie die Protagonistin, nicht mehr das Weite suchen. Gebannt starrt man auf den Bildschirm und wartet, was denn noch alles geschieht.

„The Apartment – Willkommen im Alptraum“ ist perfekt inszeniert und dreht die Spannungsschraube minütlich nach oben. Was als „normaler“ Film beginnt, endet tatsächlich in einem unangenehmen Albtraum, der so nachvollziehbar beschrieben wird, das einem, ähnlich wie bei den beiden obengenannten Filmen, ein mulmiges Gefühl in der Magengegend beschert wird. Hinzu kommen dann noch die Schauspieler, die allesamt absolut gute Arbeit leisten und die Bedrohung durch ihr Agieren neben der spannenden Inszenierung noch zusätzlich unterstützen. Die Geschichte, die erzählt wird, ist unbequem, denn man kann einiges sogar wirklich nachvollziehen. Es wirkt wie eine Kritik an unserer Gesellschaft, in der man verzweifelt nach Lösungen sucht, um wieder miteinander auszukommen und aufeinander einzugehen.

Wer bei diesem Film einen Horror- oder gar einfachen Slasherfilm erwartet, wird mit Sicherheit wegen der Ambitionen, die Regisseur Marmor verfolgt, enttäuscht sein und die Botschaften, die darin versteckt sind, erst gar nicht begreifen (wollen). Doch wer intelligentes Kino mag, wird mit einem extrem spannenden Thriller belohnt, der einen manchmal (auch gedanklich) an Grenzen bringt. Marmors Film hebt sich wohltuend vom Mainstream-Einheitsbrei ab und bietet perfekte Unterhaltung mit kritischen Untertönen. Ich hätte diesem „Spiel“ noch gut und gerne eine weitere Stunde zuschauen können, ohne dass es mir auch nur ansatzweise langweilig geworden wäre. Der Plot wirkt vielleicht im ersten Moment wenig originell, doch es steckt wesentlich mehr dahinter, als man vermutet. Realistischer Psycho-Horror wie er besser nicht sein könnte und in seiner Konsequenz äußerst erschreckend. Ein Film, denn man sich öfter ansehen kann (und auch sollte).

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Fazit: Unglaublich spannender und realitätsnaher Psychothriller, der unter die Haut geht.

©2020 Wolfgang Brunner

Monsieur Killerstyle (2019)

Originaltitel: Le daim
Regie: Quentin Dupieux
Drehbuch: Quentin Dupieux
Kamera:  Quentin Dupieux
Musik: Janko Nilovic
Laufzeit: 74 Minuten
Darsteller: Jean Dujardin, Adéle Haenel, Albert Delpy, Coralie Russier, Laurent Nicolas, Marie Bunel
Genre: Komödie, Drama, Horror
Produktionsland: Frankreich
FSK: ab 16 Jahre

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George will aussteigen und sich von seinem alten Leben verabschieden. Auf seiner Reise ins Ungewisse, stellt er fest, dass ihn seine alte Jacke stört und daran hindert, ein neues Leben zu beginnen. Also beschafft er sich eine neue, die ihm so gut gefällt, dass er beschließt, dass es keine andere Jacke neben seiner geben darf. Was als skurriles Hirngespinst beginnt, endet in einem immer blutigeren Albtraum …

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Ich wusste nicht wirklich, was mich bei „Monsieur Killerstyle“ erwarten würde, außer, dass es sich um eine wahrscheinlich mehr als schräge Story handeln würde. Ich lag mit meiner Vermutung zwar richtig, aber dass „Monsieur Killerstyle“ so gut ist, hätte ich nicht gedacht. Man muss ich auf die absurde und skurrile Ausgangssituation einlassen, um diesen Film genießen zu können. Und nichts anderes als einen cineastischer Genuss stellt dieser Film dar. Es ist einfach nur herrlich, diesen Mann bei seinem Tun zu begleiten und am Ende denkt man, dass der Film gut und gerne die doppelt Laufzeit hätte haben können.

„Monsieur Killerstyle“ lebt in erster Linie, natürlich neben der schrägen Handlung, von seinem Hauptdarsteller Jean Dujardin. Den meisten wird er durch seine oscarprämierte Darstellung in „The Artist“ ein Begriff sein. In der vorliegenden schwarzen Komödie erinnert Dujardin ein wenig an Christoph Waltz, vor allem, weil er einen ähnlichen, trockenen Humor in seine Rolle legt, an der man sich gar nicht sattsehen kann. „Monsieur Killerstyle“ ist im Grunde genommen eine One-Man-Show, was keineswegs heißt, dass die andern Mitwirkenden schlecht sind. Ganz im Gegenteil. Dennoch stiehlt ihnen Dujardin in jeder Filmminute die Show mit seiner beeindruckenden Darstellung.

Je mehr man sich in dieser seltsamen Welt des George zurechtfindet, desto sympathischer wird einem der Mann, der sich nur noch über seine Jacke definiert. Quentin Dupieux, der schon mit „Rubber“ und „Reality“, um nur zwei Beispiele zu nennen, überzeugen konnte, setzt seinem Schaffen mit diesem Film meiner Meinung nach die Krone auf. Dupiex, der Regie führte, das Drehbuch verfasste, die Kameraführung und sogar den Schnitt übernahm, hat ein zeitloses Meisterwerk in Szene gesetzt, das einen einsamen Mann beschreibt, der mit seinem Leben nicht mehr klarkommt und sich nach außen in immer mehr in Lügen verstrickt. Und, während ich diese Zeilen schreibe , könnte ich mir den Film schon wieder ansehen. 😉

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Fazit: Skurriles Horror-Komödien-Drama mit einem hervorragenden Hauptdarsteller.

©2020 Wolfgang Brunner

Harpoon (2019)

Originaltitel: Harpoon
Regie: Rob Grant
Drehbuch: Rob Grant
Kamera:  Charles Hamilton
Musik: Michelle Osis
Laufzeit: 82 Minuten
Darsteller: Munro Chambers, Emily Tira, Christopher Gray, Brett Gelman
Genre: Horror, Thriller, Komödie
Produktionsland: Kanada
FSK: ab 18 Jahre

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Drei Freunde, zwei Männer und eine Frau, machen einen Bootsausflug. Was als Vergnügungsausflug beginnt, entwickelt sich zu einem wahren Horrortrip, als einer der Männer herausfindet, dass sich seine Freundin mit seinem besten Freund getroffen und mit ihm geschlafen hat. Die Beziehungsprobleme geraten zu einem blutigen Höhepunkt, als die drei allein und vollkommen abgeschnitten von der Zivilisation mitten im Ozean sind und der Motor des Boots nicht mehr anspringt.

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„Harpoon“ ist schon etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man die ersten Minuten gesehen hat. Fernab von klischeebehafteten Jumpscare-Horrorfilmen nimmt Regisseur Rob Grant sein Publikum mit auf eine außergewöhnliche Reise, die sich erst nach Sichtung so richtig entfaltet. Zumindest war es bei mir so. Zu viele Momente wirken beim ersten Ansehen zu überzogen und man vergisst andauernd, bis auf Ausnahmen, dass es sich hierbei nicht nur um einen Horrorthriller, sondern auch um eine schwarze Komödie handelt. Aber vielleicht ist es genau dieser Aspekt, der „Harpoon“ im Nachhinein dann doch zu einem absolut sehenswerten Film macht. Leider wird einem erst gegen Ende klar, dass alles nicht bitterernst gemeint ist, sondern mit Absicht übertrieben dargestellt wird.

Man muss sich mit dem Inszenierungsstil anfreunden, um zu begreifen, dass hier ein total überzeichnetes Bild von jungen Menschen gezeigt wird, die anders mit Problemen umgehen als die vorhergehende Generation. „Harpoon“ versucht anfangs, die bedrohliche Ausgangssituation immer wieder durch witzige Einschübe aufzulockern und in Richtung Komödie zu treiben. Das dürfte die eingeschworene Thrillergemeinde etwas verstören und ärgern, denn die Spannungsmomente werden dadurch immer wieder unterbrochen. Aber dennoch bleibt einem schon bald das Lachen im Halse stecken, wenn die sexuell angetriebenen Protagonisten immer mehr außer Kontrolle geraten. Keiner traut dem anderen, jeder spielt jeden aus und sucht den besten (Überlebens-)Weg für sich. Und das alles innerhalb einer fast schon klaustrophobisch wirkenden Umgebung. Das Konzept des Regisseurs geht definitiv auf, wenn man sich darauf einlassen kann.

Die zwischenmenschlichen Probleme (die genau genommen eigentlich gar keine Probleme sind, sondern nur testosterongesteuerte Machtkämpfe zwischen den beiden Männern) beschwören von Minute zu Minute eine bedrohlichere Situation herauf, die man als Zuschauer auch allzu deutlich spürt. „Harpoon“ ist ein zynisches, bösartiges Kammerspiel auf hoher See, das sich auf die Schauspieler konzentriert und blutige Effekte nur als Schauwerte benutzt. Hinzu kommen geschickte Wendungen, mit denen man nicht rechnet, so dass sich insgesamt ein sehr guter Unterhaltungswert aus der Thriller-Horror-Komödie ergibt. Allerdings vorausgesetzt, man freundet sich mit den flapsigen und in erster Linie sexuell orientierten Sprüchen an.
Ich bin ziemlich sicher, dass „Harpoon“ einer der Filme ist, die einem bei der zweiten Sichtung besser gefallen, obwohl man die Auflösung kennt. Der Film hebt sich auf jeden Fall erfrischend anders von Genrebeiträgen ab, was für mich einen großen Pluspunkt darstellt.

Fazit: Erfrischend andersartiger Genrebeitrag mit außergewöhnlichem Erzählstil.

©2020 Wolfgang Brunner

The Nightingale – Schrei nach Rache (2018)

Originaltitel: The Nightingale
Regie: Jennifer Kent
Drehbuch: Jennifer Kent
Kamera:  Radek Ladczuk
Musik: Jed Kurzel
Laufzeit: 136 Minuten
Darsteller: Aisling Franciosi, Sam Claflin, Baykali Ganambarr, Damon Herriman, Harry Greenwood, Ewen Leslie
Genre: Drama, Thriller
Produktionsland: Australien
FSK: ab 16 Jahre

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Die aus Irland stammende Clair ist Gefangene in einer Strafkolonie in Australien. Leutnant Hawking sieht in ihr eine Leibeigene und erniedrigt sie, wo er nur kann. Auch vor sexuellen Misshandlungen macht er nicht Halt. Als es zu einer Auseinandersetzung zwischen Hawking und Claires Ehemann kommt, muss sie mit ansehen, wie ihr Mann vor ihren Augen erschossen wird. Claire flieht und macht sich mit Hilfe eines einheimischen Fährtenleser aus den Weg, den Tod ihres Mannes zu rächen.

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Wenn ich ehrlich bin, hatte ich etwas ganz anderes von „The Nightingale“ erwartet. Vor allem, nachdem es sich bei der Regisseurin um Jennifer Kent handelt, die den umstrittenen „Babadook“ inszeniert hat. Der vorliegende Mix aus Rachethriller, Western und Familiendrama zeigt beeindruckend, dass sich Kent nicht auf ein einzelnes Genre beschränkt, sondern sehr vielseitig sein kann, was Handlung und Inszenierungsstil betrifft. „The Nightingale“ zeichnet sich nicht nur durch seine außergewöhnliche Machart (sowohl das 4:3-Format als auch Erzählstil) aus, sondern verströmt eine sehr eindringliche Stimmung, wie man sie aus einigen Western kennt. Es ist wirklich erstaunlich, wie konsequent Kent während der ganzen Filmdauer an diesem Stil festhält und deshalb ein beeindruckendes Ergebnis zustande bringt, das nachhaltig beschäftigt. 

Man muss sich auf den Film und die meist ruhige Erzählweise einlassen, um „The Nightingale“ wirklich genießen zu können. Wer denkt, er bekommt einen eiskalten Rachethriller a la „Ich spuck auf dein Grab“ serviert, wird hochgradig enttäuscht sein. Denn Jennifer Kent schockt auf andere Art und Weise, wenngleich an blutigen Aufnahmen nicht gespart wird. Aber das Grauen, das die Regisseurin vermittelt, wächst aus ganz anderen Gründen. Da spielt die Sklaverei oder die Stellung der Frau innerhalb der damaligen Männerwelt eine große Rolle, bei der man mit der Protagonistin (auch als männlicher Zuschauer) mitfiebert. Auf schonungslose Art führt uns Kent ein gesellschaftliches Bild aus jener Zeit vor Augen, dass unglaublich an den Nerven zerrt und die Hilflosigkeit der Heldin ohne große Worte zeigt. In oft poetischen Bildern wird eine zwar toughe, aber auch hilfsbedürftige Frau gezeigt, deren Rachegelüste wohl jeder Zuschauer nachvollziehen kann. An manchen Stellen fühlte ich mich immer wieder an „Das Piano“ von Jane Campion erinnert, was zum einen an der mutigen, entschlossenen Frauenfigur, aber mit Sicherheit auch an der australischen Landschaft lag.

„The Nightingale“ ist fies und tut weh. Schauspielerisch gibt es nichts auszusetzen, der Film ist bis auf die Nebenrollen mit fähigen Schauspielerinnen und Schauspielern besetzt und kann auch in dieser Hinsicht absolut überzeugen.  Und auch wenn der Film meist ruhig und unspektakulär verläuft, so wirkt die über zwei Stunden lange Laufzeit niemals langweilig oder gar langatmig. Jennifer Kent hat keinen Film fürs Massenpublikum gedreht, denen bereits nach der ersten Viertelstunde klar sein dürfte, dass keinerlei Action, Splatter oder gar ein CGI-Gewitter eine Hauptrolle spielt. „The Nightingale“ folgt eher klassischen Spuren und legt Wert auf eine Handlung, wenngleich auch diese die wenigsten Mainstream-Zuschauer verstehen dürften. Für mich war der Film eine große Überraschung, die mich nachhaltig beeindruckt hat.

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Fazit: Rachefilm, Familiendrama und Charakterstudie im ArtHouse-Stil. Absolut empfehlenswert.

©2020 Wolfgang Brunner

Der Tod ist nicht umsonst (2020)

tod

Originaltitel: Der Tod ist nicht umsonst
Regie: Dorian Valentino
Drehbuch: Thomas Goersch
Kamera:  Dorian Valentino
Musik: Martin Gerke
Laufzeit: 23 Minuten
Darsteller: Thomas Goersch, Timur Güler, Maximilian Winter
Genre: Kurzfilm, Komödie, Krimi, Gay
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Ben und Nick sind ein Paar. Und sie haben ein Problem. Denn Ben ist fremdgegangen und dabei … nun ja, verlor sein Liebhaber das Leben. Jetzt soll Marc den beiden aus der Patsche helfen. Aber Marc will dafür eine ganz spezielle Belohnung haben und möchte gerne Ben und Nick in seinem Bett sehen. Und zwar nackt …

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„… und dann vergraben wir den Veganer“, sagt Marc, der sich bereits auf seine Belohnung freut. „Der Tod ist nicht umsonst“ ist ein witziger Kurzfilm, den man nicht allzu ernst nehmen sollte und der ungemein Spaß macht, wenn man sich sowohl auf die Handlung als auch auf die drei Akteure einlassen kann. Vor allem Timur Güler hat es mit mit seinem natürlichen Schauspiel angetan. Aber auch Thomas Goersch und Maximilian Winter passen absolut gut. Goersch, der auch das Drehbuch verfasst hat, kenne ich bereits aus anderen Filmen und auch hier konnte er mich überzeugen. Winter geht anfangs ein wenig unter und erhält erst in der zweiten Hälfte mehr Aufmerksamkeit, so dass letztendlich die Rollenverteilung unter den drei Protagonisten ziemlich gleich ausfällt.

Besonders gefallen haben mir die humorvollen Dialoge und die daraus resultierende, schauspielerische Situationskomik der drei Protagonisten. Immer wieder fallen Sätze, die szenetypisch sind und einem ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern. „Der Tod ist nicht umsonst“ ist ein Projekt, dem man ansieht, wie viel Spaß die Macher dabei hatten. Ohne viel Aufwand wurde eine unterhaltsame Geschichte inszeniert, die in erster Linie von den Schauspielern lebt. Im Gegensatz zu seinem Kurzfilm „Sommerkälte“, der auf düstere Art und Weise die Einsamkeit eines Mannes beschreibt, begibt sich Regisseur Dorian Valentino hier auf eine vollkommen andere Reise, was aber nicht heißt, dass diese genauso unterhaltsam ausfällt. Nur eben anders. Es ist aber gerade die Einfachheit der Inszenierung, die einem dann doch irgendwie im Gedächtnis haften bleibt.

Insgesamt betrachtet wird der Independentfilm wahrscheinlich – wie so viele solcher Produktionen – die Lager spalten. Die einen werden ihn mögen, dazu zähle ich, andere werden in ihm nichts wirklich Besonderes sehen. Das ist natürlich alles immer Geschmackssache, nur sollte man dabei immer eines im Auge behalten. Hinter jedem Projekt dieser Art steckt eine Menge Herzblut und die Beteiligten geben ihr Bestes, um daraus ein für sie zufriedenstellendes Ergebnis abzuliefern. „Der Tod ist nicht umsonst“ ist genau so ein Herzensprojekt, dem man genau dieses auch noch ansieht. Ich fühlte mich über zwanzig Minuten lang absolut unterhalten und schloss die Darsteller in mein Herz. Genau dies schafft so manche größere Produktion in einer fünf Mal so langen Spieldauer nicht – was will man also mehr? 😉
Ich war jedenfalls von Dorian Valentinos Gay-Krimi-Komödie positiv und angenehm überrascht und werde Regisseur und Schauspieler in Zukunft im Auge behalten.

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Fazit: Sympathische und amüsante Gay-Krimi-Komödie.

© 2020 Wolfgang Brunner

Crypto (2019)

crypto

Originaltitel: Crypto
Regie: John Stalberg jr.
Drehbuch: Jeffrey Ingber
Kamera:  Pieter Vermeer
Musik: Nima Fakhrara
Laufzeit: 105 Minuten
Darsteller: Beau Knapp, Alexis Bledel, Luke Hemsworth, Kurt Russell, Jeremie Harris, Vincent Kartheiser, Jill Hennessy
Genre: Thriller, Drama
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahre

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Der junge Banker Marty, der „Unstimmigkeiten“ innerhalb des Unternehmens aufspüren soll,  wird „strafversetzt“ – und zwar in seine alte Heimatstadt.
Dort soll er die Zweigstelle seines Unternehmens unter die Lupe nehmen und kommt einem gigantischen Schwindel auf die Spur …

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Wenn ich ehrlich bin, war ich auf den vorliegenden „Crypto“ in erster Linie erst einmal neugierig, weil Kurt Russell mitspielte. Als ich dann sah, dass Luke Hemsworth, der Bruder von Chris Hemsworth mitwirkte, war die Erwartungshaltung dann sogar noch größer. Doch schon innerhalb der ersten halben Stunde hat mich dann Beau Knapp mit seiner Schauspielerei vollkommen in den Bann gezogen. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass mich der Schauspieler in dieser Rolle so sehr fasziniert. Knapp spielt seine Rolle sehr souverän und vor allem glaubwürdig. Und das macht den ganzen Film durchgängig Spaß. Und auch wenn mich die Handlung ein wenig abgeschreckt hat (es geht um Internetwährungen wie beispielsweise Bitcoins), weil ich Befürchtungen hatte, sie nicht wirklich zu verstehen, so muss ich letzten Endes dann doch zugeben, dass ich zumindest das meiste davon kapiert habe. 😉

„Crypto“ hat durchgängig, aber vor allem in der zweiten Hälfte, eine sehr tolle Atmosphäre, was vielleicht daran liegt, dass man es hier nicht nur mit einem Thriller zu tun hat, sondern auch mit einer Familiengeschichte. Gerade letztere hat mich sehr überzeugt und mir auch außerordentlich gut gefallen. Das Zusammenspiel zwischen Knapp und Hemsworth ist sehr gut und auch Kurt Russell als Vater macht eine gute Figur. Es ist immer wieder schön, Kurt Russell in einer neuen Rolle zu sehen.
Der Plot des Films ist nachvollziehbar und der Spannungsbogen wird konsequent aufrechterhalten bis zum spannenden Finale. Es ist vor allem das Gesamtbild, das letztendlich „Crypto“ zu einem wirklich spannenden und sehenswerten Film macht, der zudem das hochaktuelle Thema der Internetwährung(en) behandelt. An einigen Stellen wird einem da schon bewusst, welche Auswirkungen solch ein Zahlungssystem auf die Gesellschaft hat.

„Crypto“ ist der zweite Langfilm von Regisseur John Stahlberg jr. und er beweist, dass er ein gutes Händchen für eine saubere Inszenierung hat. Inszenatorisch lässt sich nämlich an „Crypto“ nichts bemängeln. Der Aufbau des Plots ist gut gelungen, die Charakterisierungen der Protagonisten ebenfalls und, wie oben schon erwähnt, wird der Spannungsaufbau stetig nach oben gehalten. Vielen dürfte der Film eventuell dennoch nicht so zusagen, da er nicht wirklich ins Mainstream-Schema passt, sondern einen eigenen Weg geht. Für mich war „Crypto“ jedenfalls eine absolute Überraschung, vor allem durch den wirklich tollen Hauptdarsteller Beau Knapp. Außerdem konnte der Film mit ein paar wirklich unerwarteten Wendungen auftrumpfen, mit denen man so nicht gerechnet hätte.

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Fazit: Spannender Plot mit tollen Darstellern, allen voran Beau Knapp.

© 2020 Wolfgang Brunner