What’s wrong with you? (2019)

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Originaltitel: What’s wrong with you?
Regie: Sebastian Zeglarski
Drehbuch: Sebastian Zeglarski, Master W
Kamera: Paul Maximilian von Preuss, Markus Innocenti, Ms. Perfect, Resa Elstner
Musik: Axl Wild Productions, European Breakwdown, Donner Music
Laufzeit: 78 Minuten
Darsteller: Sebastian Zeglarski, Missy,  Markus Innocenti, A. Kolnik, Uwe Kolnik, Christian Nowak, Thynomite, Amok Pia
Genre: Horror, Gore, Amateurfilm
Produktionsland: Deutschland
FSK: ungeprüft

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Ein Mann wird durch einen Schicksalsschlag vollkommen aus der Bahn geworfen. Sein Leben gerät aus den Fugen, als er mit den Abgründen seiner Seele konfrontiert wird. Seine  Existenz besteht nur noch aus Wahnvorstellungen und Albträumen. Und immer wieder taucht ein geheimnisvoller maskierter Mann  auf. Realität und Halluzinationen vermischen sich immer mehr. Was stimmt nicht mit dem Mann nicht?

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Es gibt Amateurfilme und es gibt Filme, die von Menschen gedreht werden, die man (fälschlicherweise 😉 ) als Amateurfilmer bezeichnet. „What’s wrong with you“ ist genau so ein Beispiel, denn Regisseur und Hauptdarsteller Sebastian Zeglarski hat ein unglaublich cineastisches Gefühl dafür, eine magische und hypnotische Geschichte zu erzählen. Wenn man bedenkt mit welch geringem Budget Zeglarski diesen Film auf die Beine gestellt hat, fragt man sich unweigerlich, wie das Ergebnis wohl ausgesehen hätte, hätte mehr Geld zur Verfügung gestanden. Fakt ist, dass „What’s wrong with you“ eine innovative Reise ins Innere, ins Seelenleben, eines Menschen ist. Ich bin fast geneigt zu sagen, dass man es filmisch nicht hätte besser ausdrücken können, was in solch einem Menschen gedanklich vorgeht.

„What’s wrong with you“ erinnerte mich in seinen besten Momenten an Kultfilme von Jörg Buttgereit, Olaf Ittenbach oder sogar Peter Greenaway. In philosophisch anmutenden, verklärten Traumsequenzen lässt uns Regisseur Zeglarski am Innenleben eines kaputten, kranken und auch verzweifelten Menschen teilhaben. An vielen Stellen bekam ich eine Gänsehaut und konnte mich überhaupt nicht satt sehen an diesen fantastischen, surrealen Bildern, die auf einen einstürmen. Der Film hat  in manchen Szenen einen hohen Gewaltanteil, der aber erfreulicherweise nie den Mittelpunkt der Geschichte einnimmt. Und genau das ist es, was mich an diesem Film so fasziniert, denn Sebastian Zeglarski geht es in erster Linie um den Menschen und die psychologische Seite seiner Existenz. Die teils brutalen und auch abartigen Szenen wirken niemals abstoßend, sondern fügen sich geschickt in das Gesamtbild des Films ein .Nebenbei bemerkt sind diese Spezialeffekte extrem gut gelungen.

Die Schauspieler mögen zwar in manchen Einstellungen etwas amateurhaft wirken, aber das macht in diesem Fall überhaupt nichts, sondern unterstreicht sogar die Authentizität. Ich bin mit keinen Erwartungen an diesen Film herangegangen, was wahrscheinlich mein Glück war, denn ich bekam etwas zu sehen, mit dem ich niemals gerechnet hätte. Unbedingt zu erwähnen ist auch noch die fantastische Musikuntermalung, die mich unweigerlich an die Werke von Marian Dora erinnert hat. Trotz der „schlimmen“, deprimierenden Geschichte und den brutalen Goreszenen werden die Bilder von melancholischen Melodien untermalt, die emotional berühren. Diese Mischung ist es letztendlich auch, die diesen Film zu einem Must See im Amateurfilmbereich für mich macht. Manchmal habe ich mir gedacht, „What’s wrong with you“ könnte tatsächlich als Extra auf der DVD eines Peter Greenaway Films sein, das zeigt, wie die Anfänge dieses genialen Regisseurs waren. Sebastian Zeglarski hat für mich auf jeden Fall das Zeug dazu, genau solch ein intellektueller und innovativer (Kult-)Regisseur zu werden. Vor allem, wenn man ihm das nötige Budget zur Verfügung stellen würde. Eines ist für mich gewiss: „What’s wrong with you“ hat sich schlagartig in die Top Ten meiner liebsten Independent- und Amateurfilme hochkatapultiert. Ich werde mir diesen Film definitiv noch öfter ansehen. Und das sollte jeder tun, der sich für Filmhandwerk mit Herzblut interessiert.

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Fazit: Innovativ, melancholisch, brutal und … einfach großartig. Muss man gesehen haben.

© 2019  Wolfgang Brunner

Dog Soldiers (2002)

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Originaltitel: Dog Soldiers
Regie: Neil Marshal
Drehbuch: Neil Marshal
Kamera: Sam McCurdy
Musik: Mark Thomas
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Sean Pertwee, Kevin McKidd, Emma Cleasby, Liam Cunningham, Thomas Lockyer
Genre: Horror
Produktionsland: Großbritannien
FSK: ab 16 Jahre

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In den düsteren Wäldern der schottischen Highlands verschwinden immer wieder Wanderer und kehren nicht mehr zurück. Ausgerechnet in diese Wälder verschlägt es einen Trupp Soldaten für eine Trainingsmission. Doch mit dem Feind, der ihnen in der Nacht begegnet, haben sie nicht gerechnet. Sie finden Rettung in einem alten Farmhaus, deren Bewohner das Geheimnis der Wälder kennen. Und als dann der Vollmond aufgeht, entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod. Werwölfe, kaltblütige Kreaturen, machen Jagd auf Menschen …

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„Dog Soldiers“ kann ohne weiteres als Kultfilm bezeichnet werden. Sicherlich sind mittlerweile einige Jahre ins Land gezogen, so dass die Spezialeffekte nicht wirklich auf dem aktuellsten Stand sind. Aber vielleicht ist es genau diese Tatsache, dass „Dog Soldiers“ seinen Charme noch immer nicht verloren hat. Regisseur  Marshal baut seinen Werwolf-Thriller geschickt auf, indem er das Geschehen ganz langsam an Fahrt aufnehmen lässt.
Anfangs wird das Publikum mit einer vollkommen normalen Situation konfrontiert, die sich dann aber im Laufe des Films als schreckenerregendes Szenario offenbart. Manche Stellen erinnern unweigerlich an George A Romeros Klassiker „Die Nacht der lebenden Toten“, in dem sich ebenfalls eine Gruppe von Menschen in einem Haus verschanzt. Bei „Dog Soldiers“ sind es allerdings nicht Zombies, sondern Werwölfe, die sich auf Menschenjagd machen. Koch Media bringt den Kultklassiker nun endlich in einem äußerst gelungenen Mediabook auf den Markt, das dem Film in jeder Hinsicht gerecht wird. Neben der Blu-Ray und einer DVD erhält das Sammlerstück auch eine 4K -Scheibe, die den Film in bestmöglicher Qualität zeigt.

Die Creature-Effekte sind für die damalige Zeit hervorragend gemacht und haben auch heute noch eine besondere Wirkung (zumindest auf mich 😉 ). Computergenerierte Effekte sind in diesem Film auf jeden Fall nicht zu sehen sondern nur handgemachte Tricks, die aus meiner Sicht äußerst gelungen sind und auch sehr realistisch aussehen. Der Film kann einige schockierende Gore-Effekte verzeichnen, zeigt sich aber ansonsten relativ blutarm. Wie gesagt, ist es in erster Linie die Inszenierungsweise und der stetig steigende Spannungsbogen, der diesen Werwolf-Film ausmacht.
Jahre später inszenierte Regisseur Neil Marshal dann seinen wohl größten Erfolg „The Descent“, indem er auf ähnliche Weise vorgegangen ist. Auch hier entwickelt sich nämlich der Spannungsbogen langsam und endet in einem schier unerträglichen Finale. „Dog Soldiers“ ist da zwar noch ein wenig zurückhaltender, aber erinnert dennoch schon ein wenig an „The Descent“.

Freunde der klassischen Horrorfilme aus den 80er Jahren werden ihre wahre Freude an dieser Edition haben. Und in einer Zeit, in der es so gut wie gar keinen Film mehr gibt, der nicht mit Computern nachbearbeitet ist, hebt sich „Dog Soldiers“ erfrischend ab und lässt einen nostalgischen Blick zurück in die Vergangenheit zu. „Dog Soldiers“ ist eindeutig ein Film für Fans. Man sollte sich auch immer vor Augen halten, welche Vorbilder Regisseur Marshal hatte und vor allem welche finanziellen Mittel diesem Film zur Verfügung standen. Marshal hat jedenfalls das Beste daraus gemacht. Dieser Film wirkt wie eine Mischung aus „American Werewolf“, „Platoon“ und „Die Nacht der lebenden Toten“. Man merkt dem Film einfach an, dass er mit Herzblut gedreht wurde. Und gerade das ist für mich immer ausschlaggebend, um einen Film mit anderen Augen zu sehen und dementsprechend auch zu bewerten.

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Fazit: Horror mit Handmade-Effekten, der zu unterhalten weiß. Spannend und mit coolen Effekten.

© 2019 Wolfgang Brunner

Stung – Sie werden dich stechen (2015)

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Originaltitel: Stung
Regie: Benni Diez
Drehbuch: Adam Aresty
Kamera: Stephan Burchardt
Musik: Antonio Gambale, David Menke
Laufzeit: 87 Minuten
Darsteller: Matt O’Leary, Jessica Cook, Lance Henriksen, Clifton Collins jr., Tony De Maeyer, Daniele Rizzo, Florentine Lahme, Eve Slatner
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Deutschland, Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Auf der Gartenparty einer älteren Dame tauchen plötzlich riesige, mutierte Killerwespen auf. Der Catering-Mitarbeiter Paul bemerkt schnell, dass diese Wespen eine tödliche Gefahr sind und verschanzt sich mit einer Kollegin und Gästen im Haus. Ein erbitterter Kampf ums Überleben beginnt …

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Ich hätte nicht gedacht, dass mir „Stung“ so gut gefällt, wie er es letzten Endes dann doch getan hat. Ich habe Trash erwartet und Trash bekommen. Aber wirklich guten, ideenreichen Trash, der meistens mit absolut guten Effekten aufwarten kann. Bei manchen Szenen fühlt man sich unweigerlich an John Carpenters Klassiker „Das Ding aus einer anderen Welt“ erinnert. Ich bin nicht sicher, ob das als Hommage beabsichtigt oder einfach nur „nachgemacht“ ist. Auf jeden Fall haben die Szenen einen enormen Reiz. Spannungstechnisch wird nicht lange herumgefackelt, bis die Wespenangriffe und der Kampf ums Überleben beginnen. Adam Aresty hat ein zwar nicht weltbewegendes, innovatives Drehbuch geschrieben, aber für einen Creature-Film dieser Art reicht es allemal. Träger dieses Films sind eindeutig die gelungenen Spezialeffekte, die trashige Grundstimmung und die aus meiner Sicht sehr talentierten Hauptdarsteller.

Allen voran hat mich Matt O’Leary am meisten überzeugt. Mit seinem sympathischen, überaus menschlichen und natürlichen Schauspiel hat er mich wirklich vollkommen in seinen Bann gezogen. Es war eine wahre Freude, ihm dabei zuzusehen, wie er um die Gunst seiner Catering-Kollegin und ihrer beider Überleben kämpft. Neben Jessica Cook, eben jener Kollegin, glänzt Altstar Lance Henriksen als tougher Bürgermeister.
Das Regiedebüt von Benni Diez ist eine Verneigung vor Creature-Horror-Filmen und funktioniert sowohl aus der Komik- wie auch der Trash-Splatter-Sicht. Man merkt „Stung“ nicht wirklich an, dass es eigentlich eher ein Low Budget-Film ist, zu perfekt sind die Effekte gelungen und zu stylisch die Aufnahmen. Horror aus Deutschland funktioniert, wenngleich man sich hier zu sehr an amerikanischen Vorbildern gehalten hat und keine eigenen Ideen entwickelte. „Stung“ ist zwar ein deutscher Film, wirkt aber wie ein amerikanischer. Aber sei’s drum, er macht auf jeden Fall gewaltig Spaß.

„Stung“ legt an manchen Stellen eine harte Gangart ein, die Splatterfans begeistern wird. An anderen Stellen werden etwas ruhigere Szenen eingefügt, damit nicht nur die Protagoisten sondern auch die Zuschauer sich etwas erholen können. Vermischt mit ein paar netten, lockeren Sprüchen vereint „Stung“ somit gekonnt die Genre „Horror“, „Drama“ und „Komödie“ und mausert sich in meinen Augen zu einer echten, kleinen Perle, die man sich ruhig öfter anschauen kann. Ich bin sicher, man wird in Zukunft noch einiges von Regisseur Bennie Diez hören, denn routiniert und solide wirkt seine Arbeit auf jeden Fall.

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Fazit: Durchgeknallt, mit hervorragenden Effekten und sympathischen Darstellern, legt ein deutscher Regisseur sein Debüt vor. Den Namen Bennie Diez sollte man sich merken.

© 2016 Wolfgang Brunner

Clown (2014)

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Originaltitel: The Clown
Regie: Jon Watts
Drehbuch: Christopher D. Ford, Jon Watts
Kamera: Matthew Santo
Musik: Matt Veligdan
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Laura Allen, Andy Powers, Peter Stormare, Eli Roth, Elizabeth Whitmere, Christian Distefano, Chuck Shamata, Robert Reynolds, Lucas Kelly
Genre: Horror
Produktionsland: Kanada, Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre

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Der Immobilienmakler Kent ersetzt spontan den gebuchten, ausgefallenen Clown für die Geburtstagsfeier seines zehnjährigen Sohnes. Auf dem Dachboden eines Hauses, das er verkaufen soll, findet er in einer Truhe ein altes Clown-Kostüm und rettet damit die Party. Doch nach dem gelungenen Nachmittag und Abend bekommt Kent das Kostüm nicht mehr ausgezogen. Was anfangs wie ein bitterer Scherz anmutet, entwickelt sich zu einem grausigen Alptraum, denn durch das Kostüm hat ein uralter Dämon von Kent Besitz genommen. Und schon bald hat der Dämon Hunger, und zwar nach Kindern …

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Und wieder fällt der Name Eli Roth, obwohl dieser selbst nur vier Filme abgedreht hat. „Clown“ wurde von Roth produziert und in einigen Szenen findet man sicherlich seine Handschrift, aber ansonsten ist „Clown“ das gut gelungene Langfilm-Debüt von Regisseur Jon Watts, der ohne Frage einen eigenständigen Stil an den Tag legt. Der Film funktioniert meiner Meinung nach deswegen so gut, weil er nicht ohne eine gelungene Portion Humor arbeitet, aber dennoch einen handfesten, teils erschreckenden Horrorthriller darstellt.
Die Ausgangssituation hat mich unweigerlich an die grandiose Serie „Geschichten aus der Gruft“ erinnert, weil sie tatsächlich anmutet, als hätte man sie in seiner Kindheit schon einmal in einem Comic gelesen.
Watts schraubt die Spannungsschraube konstant immer höher und was als manchmal „lächerlich“ wirkender Traum anmutet, entwickelt sich immer mehr zu einem clever konstruierten Alptraum.

Der Plot ähnelt (logischerweise) außer Stephen Kings „Es“, den Außenseiter-Dramen „Darkman“, „Die Fliege“ oder „District 9“, denn man fühlt mit dem Besessenen und empfindet an manchen Stellen sogar Mitleid. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Grauen dann in vollem Maße entfesselt wird. Die comicartige Zeichnung des Protagonisten verwandelt sich plötzlich in einen gruseligen, spannenden Thriller. Aber „Clown“ ist nicht nur Horror und Thriller, sondern auch eine Art Drama, das mitreißt. Sicherlich liegt das Hauptaugenmerk auf einer spannenden und teils blutigen Story, aber zwischen den Bildern zeichnet sich eher ein Drama als ein Horroschocker ab. Das macht Watts Regiedebüt zu etwas besonderem, das sich von dem Einheitsbrei vieler Horrorfilme abhebt, die man bereits nach ein paar Tagen wieder vergessen hat. Hier wird die Geschichte anders angegangen und mehr Wert auf innovative Ideen gelegt.

Am Ende wird dann aber auch der splatter- und goreverwöhnte Zuschauer mit einigen gelungenen Szenen belohnt, die das Gesamtbild eines außergewöhnlichen Filmes noch zusätzlich abrunden. „Clown“ ist eine solide Mischung, die verschiedene Genre bedient, ohne dass man etwas davon wirklich merkt. Jon Watts hat gegenüber dem Clown-Kultfilm und -roman „Es“ irgendwie noch einen draufgesetzt, denn sein Clown wirkt am Ende noch bösartiger und erschreckender als Kings Schöpfung, der den ganzen Schrecken mit seinem etwas mürben Ende verdorben hat. Hier kriegt man selbst als Zuschauer Angst, wenn der Clown Hunger auf Kinder entwickelt und Jagd auf sie macht. Das ist schon wirklich gruselig.
Neben den überzeugenden Schauspielern punktet auf jeden Fall Maske und Make-Up in diesem Film, den man nicht so schnell vergisst. Neben der skurrilen Ausgangssituation und den verschiedenen emotionalen Stationen, die man mit dem von einem Dämon besessenen Protagonisten durchlebt, gefällt schlichtweg der gekonnte Mix aus Horror und Drama.

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Fazit: Skurrile, innovative, äußerst spannende und unterhaltsame Mischung aus Horrorthriller und Drama. „Clown“ könnte zu einem Klassiker des Clown-Horrors werden.

© 2016 Wolfgang Brunner

The Green Inferno (2013)

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Originaltitel: Then Green Inferno
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Guillermo Amoedo, Eli Roth
Kamera: Antonio Quercia
Musik: Manuel Riveiro
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Lorenza Izzo, Ariel Levy, Daryl Sabara, Kirby Bliss Blanton, Sky Ferreira, Magda Apanowicz, Nicolás Martínez, Aaron Burns, Ignacia Allamand, Ramón Llao
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre (Uncut)

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Nach einem Flugzeugabsturz kämpft eine Gruppe von Öko-Aktivisten im peruanischen Dschungel um ihr Leben. Als sie auf einen einheimischen Indio-Stamm treffen, gerät die Situation völlig außer Kontrolle, denn sie werden gefangengenommen und eingesperrt. Schon bald müssen die Aktivisten feststellen, dass sie sich in den Fängen eines Kannibalenstammes befinden …

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Okay, ich muss ja zugeben, dass ich die Filme von Eli Roth eigentlich nicht mag. Nach dem für mich fast schon unerträglichen „Cabin Fever“, dem etwas besseren „Hostel“ und dem danach folgenden, ganz passablen „Hostel 2“ war ich gespannt, was Roth mit seinem vierten Langfilm abliefert. „The Green Inferno“ bestätigt wieder einmal, dass man jedem Regisseur mehrere Chancen geben sollte, denn Roths Kannibalen-Schocker ist absolut gelungen.
Ich war bis jetzt der Meinung, dass Eli Roth kein wirklich guter Regisseur ist, mit „The Green Inferno“ hat er das Gegenteil bewiesen.

Man erkennt Roths Vorbilder: „Zombie Holocaust“, Nackt und zerfleischt“, „Jungfrau unter Kannibalen“, „Lebendig gefressen“ und wie sie alle heißen. Ganz im Stile der 70er und 80er Jahre entführt uns der Regisseur erst einmal in eine Dschungelwelt, in der es um den Erhalt von Natur und die Rettung eines Volkes geht. Und dann kommt die Geschichte so richtig in Fahrt. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der mir dermaßen unter die Haut gegangen ist und mir einen Schlag in den Magen verpasst hat. Roth versteht es meisterhaft, den Spannungsbogen bis zum Zerreissen anzuspannen und den Zuschauer derart in Bann zu ziehen, dass es schon unheimlich ist.
Die Schauspieler, die den Kannibalenstamm darstellen, könnten besser nicht ausgewählt sein. Die Anführer des Volkes wirken unheimlich und bedrohlich gleichermaßen und lösen selbst beim Zuschauer Unbehagen aus. Vor allem Ramon Lao spielt seine Rolle dermaßen echt, dass man meinen könnte, er stamme tatsächlich aus einem Kannibalenvolk. Auch die Rituale der Kannibalen wurden aus meiner Sicht sehr authentisch dargestellt und man ängstigt sich mit den gefangengenommenen Protagonisten.

Alles fängt sehr ruhig und besonnen an. Doch ab der Hälfte wird dann der Härtegrad von einer Sekunde auf die andere von 0 auf 100 hochgeschraubt und verschafft dem Zuschauer so manches Mal einen Stoß in den Magen.

„The Green Inferno“ ist ein echter Schocker, der mit brutaler Härte arbeitet, die wortwörtlich unter die Haut geht. Hinzu kommen die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die manchmal gezeigt werden, und somit Schönheit und Brutalität der Natur fantastische gegenüberstellen. Auch das machte den Film für mich zu einem sehr realistischen Alptraum. Die Stimmung des Plots erinnerte mich, wie oben bereits erwähnt, an die „Klassiker“ dieses Genres (damals vornehmlich aus Italien) aus den 80ern, wobei Roth wesentlich professioneller ans Werk geht. Für mich ist „The Green Inferno“ tatsächlich bis jetzt ein Highlight des Jahres 2016, den ich mir mich Sicherheit noch einmal ansehen werde.

Eli Roths vierter Film ist definitiv nichts für Leute mit schwachem Magen, denn es geht wirklich absolut brutal und schonungslos zur Sache. Bitterer Beigeschmack, der die Handlung noch „schlimmer“ erscheinen lässt, ist, dass sich die in der Gewalt der Kannibalen befindlichen Opfer genau für diesen Stamm einsetzten. Mich hat diese Situation, gepaart mit den schockierenden, bluttriefenden Goreszenen, nachhaltig beeindruckt und noch Tage danach beschäftigt. Eli Roth ist fast so etwas wie ein Meilenstein des Kannibalenfilms gelungen, denn das Volk wird nicht immer nur böse, sondern auch menschlich dargestellt. Es ist schlichtweg das Leben, das sie führen, um zu Überleben. Und das ist das Erschreckende an „The Green Inferno“: Die Kannibalen sind „auch nur“ Menschen, wenngleich sie mit einer grausamen Härte an die Verspeisung ihrer Opfer herangehen.

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Fazit: Eli Roth hat das Kannibalengenre erneuert. Und das hat er so professionell, stylisch und schockierend gemacht, dass es einem den Atem raubt. Für mich einer der ersten Höhepunkte des Filmjahres 2016, obwohl der Film selbst bereits aus dem Jahr 2013 stammt.

© 2016 Wolfgang Brunner

Storm Warning (2007)

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Originaltitel: Storm Warning
Regie: Jamie Blanks
Drehbuch: Everett De Roche
Kamera: Karl von Moller
Musik: Jamie Blanks
Laufzeit: 86 Minuten (Unrated)
Darsteller: Nadia Farés, Robert Taylor, David Lyons, Mathew Wilkinson, John Brumpton
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Australien
FSK: ungeprüft

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Rob und seine Frau Pia wollen angeln und sind in der Nähe der Insel French Island unterwegs. Als ein Sturm aufkommt, bemerken sie, dass sie sich verfahren haben. Sie steuern die Insel an und suchen Unterschlupf in einem anscheinend verlassenen Haus. Doch schon bald kehrt die Familie (ein Vater und seine beiden Söhne) zurück und machen sich einen Spaß daraus, das Ehepaar gefangenzunehmen und zu foltern. Rob und Pia beschließen, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, ihre Peiniger zu besiegen. Ein blutiger Alptraum beginnt …

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„Storm Warning“ beginnt wie „Die Reise nach Agatis“ von Marian Dora wie ein harmloser Urlaubsfilm. Gerade diese ruhige Einführungsphase, übrigens ähnlich wie in „Wolf Creek“,  lullt den Zuseher ein und vermittelt, dass alles, was gleich kommen mag, gar nicht so schlimm werden kann. Mit diesem psychologischen Trick nimmt „Urban Legend“-Regisseur Jamie Blanks den Zuschauer auf eine faszinierende Reise, die einen fesselt. Wenn dann der Terror losgeht, ist man bereits so in den Stricken der Spannung verheddert, dass man gar nicht mehr abschalten kann, egal welche schrecklichen Dinge einem erwarten. Natürlich wieder einmal nur in der unzensierten Fassung, die der erwachsene Bürger in Deutschland nicht bekommt.

Der Horror und Terror bricht über den Zuseher herein, wie der Sturm über die Protagonisten. Man ist überrascht, welche Wendungen ein Abenteuer durchleben kann und wie aus einer anfangs unspektakulären Situation ein derartiger Alptraum entstehen kann. Blanks schockt mit blutigen, derben Szenen genauso wie mit psychologischen Horrormomenten. „Storm Warning“ mutet wie eine Mischung aus „Muttertag“ (das Original aus dem Jahr 1980), „Texas Chainsaw Massacre“ (das Original aus dem Jahr 1974) und „Wolf Creek“ an. Man kann sich dem Grauen nicht mehr entziehen, wenn es soweit ist. Entgegen vieler Kritiken finde ich die beiden Hauptdarsteller Nadia Farés und Robert Taylor absolut passend in ihren Rollen und auch ihr Schauspiel hat mich überzeugt.  Mir jagt es jetzt noch einen Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke, wie alles beginnt, immer mehr zu eskalieren. An manchen Stellen erinnerte mich der Plot und die sadistischen Ungerechtigkeiten an Michael Hanekes Meisterwerk „Funny Games“, bei dem ich auch heute noch einen Stoß in den Magen bekomme.

„Storm Warning“ ist ein astreiner, brutaler und verstörender Thriller, der einen in Atem hält. Spannungsmäßig wird die Schraube konstant nach oben gedreht, so dass wirklich in keiner Sekunde Langeweile aufkommt. Gegen Ende des Films wird der Zuschauer dann mit perfekt gemachten Splatter- und Goreszenen belohnt, die es in sich haben. Doch der wahre Horror steckt hier nicht in den blutrünstigen Bildern, die man zu sehen bekommt, sonder schlicht und einfach im Handlungsablauf.
Hinzu kommt, das Regisseur Blanks seinen Backwood-Slasher und Rachefeldzug teilweise in sehr stimmungsvollen Bildern inszeniert hat und uns so den Schrecken dadurch noch näher bringt. Denn nicht alles an „Storm Warning“ ist ohne Hoffnung …

In der Unrated-Fassung ein absolutes Highlight im Backwood-Slasher-Genre. Schauspieler, Musik und Inszenierung passen hervorragend zueinander und die Atmosphäre kann sich ebenfalls sehen lassen. Sicherlich bietet der Film nichts Neues, aber alleine die spannungsaufbauende Inszenierung lässt viele Genrevergleiche vergessen. Für mich bleiben die Bilder von „Storm Warning“ unvergesslich.

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Fazit: Extrem spannend und brutaler Backwood-Slasher, der es in der Unrated-Fassung in sich hat. Was leise beginnt, endet in einem blutigen, schockierenden Alptraum.

© 2016 Wolfgang Brunner

Wyrmwood – Road Of The Devil (2014)

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Originaltitel: Wyrmwood
Regie: Kiah Roache-Turner
Drehbuch: Kiah & Tristan Roache-Turner
Kamera: Tim Nagle
Musik: Michael Lira
Laufzeit: 98 Minuten
Darsteller: Jay Gallagher, Bianca Bradey, Leon Burchill, Keith Agius, Berryn Schwerdt, Luke McKenzie, Cain Thompson, Damian Dyke, Catherine Terracini
Genre: Horror, Action
Produktionsland: Australien
FSK: ab 18 Jahre (uncut)

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Von einer Sekunde auf die andere ist das ganze Land von einem Virus verseucht, der die Infizierten zu fleischfressenden Zombies macht. Barry macht sich auf den Weg, um seine Schwester Brooke zu finden. Doch er muss erfahren, dass ein sadistischer Wissenschaftler Brooke entführt hat, um sie für Experimente zu nutzen, die er an Zombies durchführt. Weder Brooke noch Barry haben eine Ahnung, dass Brooke eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Seuche innehat.

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„Wyrmwood“ wird als eine Mischung aus „Zombieland“ und „Mad Max“ angepriesen. Irgendwie stimmt das auch, dennoch konnte mich der australische Endzeit-Horror nicht hundertprozentig überzeugen. Es gab sicherlich die ein oder andere Szene, die mir gefallen hat. Vor allem fand ich die Idee, die hinter den Zombies steckte, sehr interessant und innovativ. Das war es dann aber auch schon. Nach einem gelungenen Einstieg entwickelte sich der Plot für mich immer mehr zu einem in die Länge gezogenen Kurzfilm. Besonders die Szenen mit dem verrückten Wissenschaftler, der Experimente an den hilflosen Zombies machte, gingen mir zusehends auf den Wecker. Machte dieses extrem Skurrile am Anfang sogar noch ein klein wenig Spaß, so entwickelte sich diese übertriebene Darstellungsweise gegen Ende hin zu einem störenden Faktor, der den Film zerstörte. Wenig wäre da auf jeden Fall besser gewesen.

Schauspielerisch bewegte sich „Wyrmwood“ auf einem ganz guten, erträglichen Mittelmaß. Es gab im Grunde genommen nichts auszusetzen, aber an manchen Stellen wirkte das Agieren etwas aufgesetzt und unglaubwürdig. Hauptdarsteller Jay Gallagher konnte mich da noch am ehesten überzeugen.  Leon Burchill konnte auch an manchen Stellen ganz witzig sein, aber meistens wirkte er dann doch irgendwie unecht.  Caine Thompson wirkte neben Gallagher allerdings am ausgeglichensten. Berryn Schwerdt in der Rolle des verrückten Wissenschaftlers erinnerte mich immer wieder an David Cronenberg ;). Schauspielerisch machte er seine Sache ganz akzeptabel, aber der Charakter war schlichtweg einfach nur nervtötend.

„Wyrmwood“ ist Funsplatter und Trashorgie, keine Frage. Die Effekte sind teilweise wirklich sehr gut gemacht und der Unterhaltungsfaktor ist definitiv auch gegeben. Es gibt einige innovative Ansätze, die das Zombiegenre neu definieren, aber dem Film fehlt manchmal eine gewisse Professionalität – auch, was den Plot angeht. Es wirkt alles sehr einfach und ohne jegliche Tiefe. Vieles ist übertrieben dargestellt und hätte durchaus besser inszeniert werden können. Man findet kein Meisterwerk vor, aber auch keine echte Independence-Perle. Für das eine ist der Film zu schlecht, für das andere zu gut.  Die Dialoge sind manchmal unerträglich peinlich. Auch die wenigen Witze, die sitzen, reissen da nichts mehr raus.

„Wyrmwood“ wird sich mit Sicherheit eine kleine Fangemeinde aufbauen, denn -wie oben erwähnt- ist so manche Idee erfrischend und innovativ.  Mein Fall war es leider nicht.

Ich habe die 3D-Version gesehen, bei der es sich wieder einmal um eine Mogelpackung handelt. Der Film wurde nicht dreidimensional gedreht und für eine BluRay-Veröffentlichung einfach nachträglich bearbeitet. Ärgerlich, wie ich finde, denn vielleicht hätte das Spektakel aus dreidimensionaler Sicht doch noch ein wenig besser gewirkt. Aber auch in dieser Hinsicht hat „Wyrmwood“ leider enttäuscht.

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Fazit: Innovativer Zombiefilm, der leider die Gratwanderung zwischen hochwertigen Funsplatter und niveaulosem Trash nicht ganz schafft und daher in keiner Richtung punkten kann. Schade um die erfrischenden Ideen.

© 2016 Wolfgang Brunner