Interview mit dem Schauspieler Thomas Goersch


© Thomas Goersch

 

Thomas Goersch verbrachte Kindheit und Jugend in Hofgeismar bei Kassel, Waldkirch in Freiburg und in Stuttgart. Nach einer Banklehre studierte er Wirtschaftswissenschaften und Bankrecht, bis er sich Ende der 90er Jahre mit Film beschäftigte und als Drehbuchautor und Schauspieler arbeitete. Seit dem Jahr 2000 spielte er mittlerweile in über 200 Filmen mit, darunter mehrmalige Zusammenarbeiten mit den Regisseuren Carl Andersen, Marian Dora und Malga Kubiak. Die Filme, in denen er mitspielte, erhielten Auszeichnungen in Polen, Schweden, Frankreich und auch in den Vereinigten Staaten. Thomas Goersch ist auch auf Theaterbühnen in Stuttgart und Berlin zu sehen und arbeitet seit 2013 auch als Regisseur.

Darüber hinaus war er neben seiner Arbeit vor und hinter der Kamera auch als Radiomoderator für „Freies Radio Stuttgart“ tätig. Er war Sprecher für zahlreiche Fernsehdokumentationen, darunter zum Beispiel L.B. Hyams‘ „Memoiren eines Kannibalen“.

Von 2001 bis 2008 war Thomas Goersch Mitherausgeber des Szenemagazins „Schwulst“ in Baden Württemberg und leitet seit 2006 die Castingagentur „Kreativepool Deutschland“.
Als Foodexperte informiert er seit 2013 in seiner Show „Goersch’s Gourmet Buffet“ auf dem Shopping Canal 1-2-3.tv die Zuschauer über gastronomische Delikatessen und exklusive Weine.
Film-Besprechungen freut sich sehr dem vielseitigen Mann einige Fragen stellen zu dürfen.

1. Du spielst Haupt- und Nebenrollen, bist in Kino-, Fernsehproduktionen und auf Theaterbühnen präsent. Wo fühlst Du Dich mehr daheim: Kino, Fernsehen oder Theater? Haupt- oder Nebenrolle?

Ich bin eher der Mensch für Kinofilme, sozusagen Independent Kinofilme.
Hier sind die Themen explosiver, gewagter und offener gegenüber kritischen Themen. Als Hauptrolle wird man natürlich mehr wahrgenommen und man kann dem Film mehr seinen eigenen Stempel geben.

2. Du warst als Schauspieler in sehr unterschiedlichen Rollen zu sehen. War es schwierig, sich in diese Charaktere einzufinden? Was war Deine Lieblingsrolle?

Ich glaube, dass man jede mögliche Rolle, die man spielt auch irgendwie in
sich trägt. Von schwierig kann ich bei Rollen nicht wirklich reden.
Als ich das erste Mal nackt vor der Kamera stand war es eine Überwindung, aber es
ist nach dem 3-4 Mal auch nur eine Handlung, die der Charakter vollzieht,
den man spielt. Ich trenne bei den extremen Charakteren wie verrückten Mördern immer sehr von meiner eigenen Person, daher habe ich keine Angst so etwas zu spielen. Mut ist für mich der oberste Ansatz beim Schauspiel. Ich spiele jeden Art von Charakter und stelle ihn vorher nicht moralisch in Frage, denn wie gesagt: Es ist ja nicht meine eigene Person, die ich da spiele, sondern eine Rolle. Viele können das nicht trennen. Ich habe gerade den „Woyzeck“ gespielt, der auf Grund seiner
andauernden Unterdrückung letztendlich zum Mörder wird und seine Geliebte
umbringt. Eine sogenannte „schwierige“ Rolle, aber auch ein verständliches menschliches Schicksal.

3. Welche Ziele strebst Du an? Was wären Deine Wunschprojekte?

Ich würde gerne einen Familienvater spielen, der seine Familie vor dem Bösen beschützt. Vielleicht in einem religiösen Horrorfilm.
Sozusagen ein Vater, der seine Familie vor dem Teufel schützt. Hier könnte man
jede Menge Leidenschaft , Liebe und Zusammenhalt reinpacken.

4. An welchen Projekten arbeitest Du im Moment?

Es sind mehrere Projekte auf dem Weg. Gerade habe ich „Breakdown Forest“ abgedreht . Ein Film von Patrick Roy Beckert mit Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge und Ralf Richter.
Ein Film in Richtung „The Expendables“. Ein wunderbarer Actionfilm, der im
Februar ins Kino kommt.
Ich drehe gerade „Katharsis“ . Ein Film über einen Serienmörder, der
aufgrund der Fehlbehandlung des Psychologen auf die Menschheit losgelassen
wird. Ein Film von Theo Hoffmann. Ich bin der Psychologe.
Ab der dritten September-Woche bin ich in Warschau, Polen, für den Film
„Bloody Shadows“ von Malga Kubiak. Ich spiele König Wilhelm den II. von
Württemberg. Ein Film über Bärenjagd in Russland. Sozusagen ein Abenteuerfilm. Es ist eine schwedisch-polnische Produktion.
Und dann kommt „Genus“ von Ulli Lommel (Boogeyman) . Ein amerikanischer Science Fiction Film.

5. Wenn Du eine berühmte Persönlichkeit treffen könntest (bereits verstorben oder nach am Leben), wen würdest Du wählen und warum?

David Lynch, der Schöpfer von „Twin Peaks“, hat eine Art Filme zu machen,
die ich faszinierend finde. Hier wird Film wirklich zu Kunst . Ich liebe diese
emotionalen Stoffe. Für mich ist Lynch ein Genie.

6. Bleibt Dir bei Deiner vielfältigen, zeitintensiven Arbeit überhaupt noch Zeit für Hobbys? Was machst Du in Deiner Freizeit?

Das hört sich blöd an, aber der Film vereinnahmt mich zu 100 % und
das ist auch gut so. Wenn ich nicht vor der Kamera stehe, dann schreibe ich
Drehbücher oder sehe Filme. Zu Hause widme ich mich zu 100 % meiner
Katze Sheila Kapoor. Und wenn genug Zeit ist, dann koche ich sehe gerne.

7. Fünf Bücher für eine einsame Insel wären für Dich welche?

„Endlose Liebe“ von Scott Spencer
„Das Geheimnis des Dr. Alzheimer“ von Jörn Precht

8. Fünf Filme für eine einsame Insel wären für Dich welche?

„Im Rausch der Tiefe“ (The Big Blue) von Luc Besson
„Die Blaue Lagune“ von Randal Kleiser
„Die Alien-Filmreihe“ u.a von Ridley Scott
„Sieben Jahre in Tibet“ von Jean Jacques Annaud
und „Endlose Liebe“ von Franco Zeffirelli

9. Was verbirgt sich hinter Deinem neuen Film „Mampf!“?

„Mampf – The Movie“ ist eine deutsche Verfilmung des französischen
Klassikers „Das Große Fressen“ aus den Siebziger Jahren.
Gedreht von der Shock Film Cooperation Erlangen rund um die Eheleute
Mike und Lisa Neun. Ein Freundeskreis, der in den letzten Jahren immer wieder
Spaß-Comedy-Projekte verwirklicht hat. Ich spiele den „Gourmetkritiker
Helmar von Sternstein“. Der Film nimmt sich selber nicht ernst,
aber ich denke, das Ergebnis wird sehr vorzeigbar werden. Ein purer Spa߸, aber
auch mit sozialkritischen Untertönen. Fertigstellung des Filmes wird Ende des
Jahres sein. Die Vermarktung wird über DVD erfolgen und vielleicht auch auf dem
einen oder anderen Festival.

10. Was fällt Dir spontan ein bei

– Alfred Hitchcock

Ein Genie, und irgendwie auch ein Irrer.

– Werner Herzog

Der Ärmste musste Klaus Kinski in „Fitzcaraldo“ ertragen.

– Horrorfilme der 80er Jahre

Hier entstanden die besten Horrorfilme. Weniger Effekte und mehr Grusel.
Fantastische Filme.

– Horrorfilme aus Deutschland

Schwieriges Thema.
Nosferatu aus der Stummfilmzeit.
Im aktuellem Schaffen nur in der Independent Szene
und hier in der Qualität von 1 bis 10 Punkte. Ist alles vorhanden.

– Dein erster Kinofilm

Gesehen: „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ aus dem Jahr 1973

Mitgespielt: „The Musketeer“ von Peter Hyams aus dem Jahr 2001

11. Gibt es etwas, zum Beispiel ein aktuelles Projekt, das Dir besonders am Herzen liegt und über das Du uns etwas erzählen möchtest?

Ich werde mich demnächst mit einem Kollegen einer neuen deutschen
Comedy TV-Serie widmen. Ich freue mich, auf Dauer in einem Team zusammen zu
arbeiten und vielleicht auch medial etwas Aufmerksamkeit zu bekommen, denn das
kann ja nicht schaden, um neue Rollen zu finden.

12. Was sind für Dich die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Liebe und Partnerschaft: Gerade nach 13 Jahren verloren.

Meinungsfreiheit: Wir leben in einem einmaligen Land auf der Welt.

Kreative Entfaltung: Etwas zu erschaffen und die Menschen zu
unterhalten und eine Botschaft zu schicken.

Familie: Dieses Glück, in einer glücklichen Familie aufzuwachsen
oder jetzt in einer Familie zu leben hatte ich leider nie.

Humor: Den habe ich mir immer erhalten, egal wie schwierig es war.

Ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg in all Deinen beruflichen und privaten Belangen.

© 2017 Thomas Goersch / Wolfgang Brunner

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Interview mit dem Schauspieler Langston Uibel


© Dominik H. Müller

 

Langston Uibel wurde 1998 in London geboren. Er wuchs zweisprachig (Deutsch und Englisch) auf. Seit 2006 lebt Uibel in Berlin und führte dort seine Schulbildung auf einem deutsch-englischen Gymnasium in Berlin fort.

Nach einer kleineren Nebenrolle in “Speed Racer“ der Wachowski Brothers spielte Langston Uibel seine erste Hauptrolle im Kurzfilm “The String Puppet“ des Regisseurs Alexander Frank, der 2008 auch bei den “Berlinale Talents“ vorgeführt wurde.
Neben seiner Schauspielerei ist Uibel auch in Theaterproduktionen wie zum Beispiel „Der Ring: Next Generation“ oder aktuell in „Herr der Fliegen: Survival Mode“ im Deutschen Theater Berlin zu sehen. 2008 konnte er nochmals eine Nebenrolle bei „Hanni & Nanni 3“ in seiner Vita verzeichnen, bevor er 2015 durch den Kinofilm “Freistatt“ bekannt wurde. Dort übernahm er die Rolle des Anton, der sich als afrodeutscher Schüler gegen die Schikanen seiner Mitschüler wehren muss. Ab 14. September kann man Langston Uibel neben Emilia Schüle, Jannis Niewöhner, Katja Riemann und Iris Berben in der Komödie „High Society – Gegensätze ziehen sich an“ im Kino bewundern.
Film-Besprechungen freut sich sehr, dem jungen, talentierten Schauspieler ein paar Fragen zu stellen.

1. Welcher Schauspieler war schuld daran, dass Du selbst einer werden wolltest?

Oh Gott, die erste Frage und ich muss passen! 🙂
Ich habe leider gar keine Schauspielvorbilder, bewundere aber so viele. Eins meiner Vorbilder ist aber auf jeden Fall Rosa Parks. Wir haben sogar am gleichen Tag Geburtstag!

 

2. Stell Dir vor, Du dürftest Dir die Hauptrolle in einem Remake Deiner Wahl aussuchen. Welche Rolle wäre das und warum?

Mr. Wonka aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Ich stelle mir die Dreharbeiten sehr lustig vor und ich glaube, man könnte mit einem erneuten Remake sehr viele Menschen glücklich machen!

 

3. Du spielst Haupt- und Nebenrollen, bist in Kino- und in Fernsehproduktionen, aber auch am Theater zu sehen. Wo fühlst Du Dich mehr daheim: Kino, Fernsehen oder Theater?

Ich komme vom Film und werde dort auch bleiben. Aber mich zieht es schon immer wieder mal auf die Bühne. Es ist einfach eine ganz andere Erfahrung, vor Publikum auf einer Theaterbühne zu stehen. Jedoch ist die Vorbereitung viel anstrengender und auch länger als bei einem Film. Deswegen: lieber weniger Theater, aber dafür gutes Theater. Ich werde im Oktober zum Beispiel wieder in Berlin spielen!

 

4. Auf welche eigene Leistung bist Du besonders stolz?

Mit „FREISTATT“ kam 2015 Film mit mir in die Kinos, auf den ich sehr stolz bin. Das hat aber nicht unbedingt mit meiner Leistung zu tun, sondern eher damit, dass wir uns mit der Geschichte von deutschen Kinderheimen auseinandergesetzt haben und damit ein wenig zur Aufklärung beitragen konnten. Das macht mich wirklich stolz.

 

5. Welchen Schauspieler, Musiker oder wen auch immer würdest Du gerne einmal persönlich treffen?

Mit Michelle und Barack Obama würde ich schon gerne mal Essen gehen. 😉

 

6. Was wäre Deine absolute Traumrolle?

Sie wird noch kommen und dann werden wir es alles wissen!

 

7. Gibt es Rollen, die Du auf keinen Fall annehmen würdest?

Prinzipiell nicht. Ich gucke mir alles genau an und versuche, nicht voreingenommen zu sein. Aber natürlich bekommt man auch Angebote, die man aus qualitativen oder politischen Gründen nicht annehmen möchte.

 

8. Welche 5 Bücher würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen und warum?

Den Koran, die Torah, die Bibel, „Unterm Rad“ von Hermann Hesse und „Matilda“ von Roald Dahl.

 

9. Magst Du uns etwas über Deinen neuen Film „High Society“ erzählen? Worum geht es und wie empfandest Du die Dreharbeiten?

Es geht darum, dass zwei junge Frauen bei der Geburt vertauscht worden sind. Die beiden sind jeweils in ganz verschiedenen Milieus aufgewachsen: Eine ist sehr reich und die andere sehr bescheiden. Wir spielen mit diesen beiden Klischees aufs heftigste und ich finde, am Ende ist eine sehenswerte Komödie dabei herausgekommen.

 

10. Was sind die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Familie, Freunde , Bildung, Gutes Essen und Vergnügen

 

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir alles Gute für Deine berufliche und auch private Zukunft.

© 2017 Langston Uibel / Wolfgang Brunner

 

 

Interview mit dem Schauspieler Errol Trotman

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© Oliver Betke, Berlin.
betke-bilder.de

Errol Trotman wurde 1955 in New Amsterdam, Guyana, Südamerika geboren. Nach einer kreativ Kindheit – er malte, zeichnete und spielte Schlagzeug – verschlug es Trotman zum Theater. 1998 stand er dann das erste Mal an der Seite von Dennis Hopper in „Straight Shooter“ vor der Kamera. Fernseh- und weitere Kinofilme folgten, unter anderem auch eine Rolle in Roman Polanskis „The Ghostwriter“.
Trotman nahm Schauspielunterricht bei Geraldine Baron, Walter Lott und John Costopoulos, die alle ihre Ausbildung an Lee Strasbergs „Actors Studio“ in New York absolviert hatten.
Mit der Serie „Deutschland 83“ hat er als einer der Hauptdarsteller gerade den „International Emmy Award“ gewonnen. Die Serie wurde als bestes Drama gekürt. Errol Trotman wohnt heute die meiste Zeit in Berlin. Neben seiner Arbeit als Schauspieler ist er auch als Schauspieldozent und Sprecher tätig.

Film-Besprechungen freut sich sehr, dass der außergewöhnliche und sympathische Schauspieler ein paar Fragen beantwortet hat.

1: Du hast gerade den „Emmy“ gewonnen. Hierzu gratulieren wir Dir erst einmal ganz herzlich. Wie sehen Deine Pläne für 2017 aus? Darfst Du uns schon verraten, in welchen Filmen wir Dich zu sehen bekommen?

Dankeschön erstmal für die Gratulation zum International EMMY Award. Ich habe ihn nicht direkt gewonnen, aber als Teil des Hauptensembles. Ich habe mich sehr gefreut in einer Erfolgsstory meinen kleinen Beitrag als Schauspieler geleistet zu haben. 2017 sieht gut aus.  Als erstes spiele ich in einer Tivoli Filmproduktion Arthur & Claire von Erfolgsregisseur Miguel Alexandre neben Josef Harder und Hanna Hoekstra. Es ist eine originelle Geschichte über Leben und Tod und das Schöne, was Menschen miteinander teilen. Danach beginnt die Probezeit für das spannende Theaterstück „Just Call Me God“ von Theaterregisseur Michael Sturminger. John Malkovich und Sophie v. Kessel spielen die Hauptrollen. Ich bin sehr gespannt auf dieses Projekt. Wir werden in der Elbphilharmonie Premiere feiern und danach eine europaweite.Tournee machen, beginnend in Wien. Ich freue mich besonders, weil es lange her ist, dass ich das letzte Mal getourt habe. 

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© Errol Trotman

2: Auf welche Deiner Leistungen bist Du besonders stolz?

Momentan bin ich zufrieden mit meiner Leistung als General Jackson in Deutschland 83. Das hat sehr viel Spass gemacht, vor allem die Recherche für meine Rolle als amerikanischer General in den 80ern, all die Erinnerungen an diese Zeit. Ich hatte das Glück, dass einige Produzenten und Caster meine Möglichkeiten erkannt haben und mich entgegen des vorgesehenen Typ besetzt haben; wie in Deutschland 83.  

3: Hand aufs Herz: Würdest Du den Beruf des Schauspielers noch einmal ergreifen oder Dich für etwas anderes entscheiden? Welcher Beruf wäre eine Alternative zur Schauspielerei für Dich? 

Ohh, das ist schwer- ich liebe diesen Beruf. Aber vielleicht wäre reisender Musikkomponist eine Alternative. Musik und auf Reisen gehen sind nämlich weitere Leidenschaften von mir. 

4: Könntest Du Dir vorstellen, auch einmal auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen? Was würden die Zuschauer von Dir zu sehen bekommen? 

Die Arbeit eines Regisseurs ist verdammt hart, intensiv und erfordert sehr viel Disziplin. Diszipliniert bin ich ja schon, Durchhaltevermögen habe ich auch, den Umgang mit Künstlern könnte ich also ganz gut machen; also ja, vielleicht. Wenn ich es aber tun würde, dann wohl eher mit einem Drama. Etwas über die Würde oder das David gegen Goliath Syndrom. Menschen an sich faszinieren mich. 

5: Horror, Science Fiction, Thriller, Drama oder Liebesgeschichte? Welches Genre bevorzugt Errol Trotman privat?

Thriller auf jeden Fall. Ob es SciFi oder Drama Thriller, Liebesromane mit Thrillereinflüssen, all das hat seinen Reiz. Auch Horrorthriller …. Ich liebe Ridley Scotts Alien.Filme, War of the Worlds, Exorzist, Hunt for Red October …  

6: Welche Entwicklung in der Filmbranche würdest Du Dir für schwarze Deutsche wünschen? 

Genau das Gleiche wie für meine weißen deutschen Kollegin/en. Dass Casting Directors, Redaktionen, Produzenten und Regisseure, sich einfach trauen, uns mehr zu besetzten. Ich weiss, dass Autoren auch Rollen für schwarze Schauspieler schreiben, aber dass eben die, die auf der anderen Ende des Tisches sitzen, sich oft nicht trauen, uns zu besetzen. Offensichtlich kann sich die Branche einfach nicht vorstellen, dass, wenn eine Rolle „Heinrich“ heißt, man einen Schwarzen vorschlägt. Komischerweise gibt es  kein Problem schwarze Schauspieler zu besetzen für Rollen als  „Türsteher“ oder „Valet“-komisch, nicht wahr? Für einen Charakter muß dann erst eine Hintergrundstory hinzu erfunden werden.   Es wird viel zu viel Zeit mit der Herkunft eines Menschen verschwendet.   

7:  Jeder Mensch hat Träume. Welche sind Deine in beruflicher und privater Hinsicht?

Beruflich, dass ich die Welt erkunden kann durch abenteuerliche Dreharbeiten und dass ich neue Freundschaften knüpfen kann in verschiedenen wundervollen Ländern. Das habe ich schon auf Barbados, Tel Aviv, Mauritius und anderen Orten erlebt.  Mit der heutigen Technologie kann man Freundschaften auch auf Distanz pflegen. 

8: Du übernimmst neben Filmrollen auch Theaterengagements. Was verschafft Dir mehr „Glücksgefühle“?

Ich habe “Glücksgefühle” bei beiden. Film ist ewig, die Bühne ist vergänglich. Schön wäre es natürlich, wenn es mehr professionelle Aufzeichnungen von Theateraufführungen gäbe. Das wäre schon für mich und meine Kollegen von Vorteil. ‘Get with the Times’, sage ich immer.

09: Erzähle uns doch mal das lustigste Erlebnis, das Du je bei einem Filmdreh erlebt hast.

Beim Bully Herbigs’ Dreh, ‘Traumschiff Surprise: Periode 1’. Während des Drehs trug Bully teilweise künstliche Narben und Make-up Röhrchen auf seinem Gesicht, die die ganze Zeit abplatzten. Natürlich immer dann, wenn wir einen Dialog hatten. Es war sehr lustig, wir mußten ständig lachen, er natürlich auch. Ich glaube das war ein sehr schlauer Clou von ihm; er wollte die Stimmung aufheitern, was er wirklich geschafft hat, und die zu einem guten Dreh und vor allem einem erfolgreichen Film geführt hat. 

10: Gibt es eine(n) filmischen TraumpartnerIn, mit der / dem Du gerne einmal drehen würdest?

Should I be so lucky, dann mit Tom Hiddleston, Viola Davis, Cillian Murphy, Denzel Washington…Ulrich Tukur. Eine sehr gute junge Schauspielerin namens Janina Stopper- she is bloody good, und Florence Kasumba, sie ist nicht nur eine fantastische Schauspielerin, wir sind auch gut befreundet, und das würde die Arbeit ganz besonders machen. Aber wirklich gibt es so viele tolle Schauspieler/innen. Ich könnte zwei Seiten voll schreiben.

Vielen Herzlichen Dank für dieses Interview.

Wer mehr über Eroll Trotman und seine Arbeit erfahren möchte, sollte sich auf seiner Homepage einmal umschauen.

© 2017 Wolfgang Brunner / Eroll Trotman

Interview mit dem Schauspieler Michael Klammer

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© Andrè Röhner

 

Michael Klammer wurde im Jahr 1980 im südtirolerischen Bruneck geboren. Sein Vater ist Afrikaner und stammt aus Nigeria. Er wuchs bei seiner Mutter in Südtirol auf dem Bauernhof seiner Großeltern auf, besuchte die Handelsoberschule (Matura zum Buchhalter und Bankkaufmann) und machte daraufhin das Abitur. Von 2001 bis 2004 besuchte er die Schauspielschule am Schauspielhaus Salzburg.

Neben seiner Arbeit am Theater war Klammer in diversen Fernseh- und Kinofilmen zu sehen. Dem deutschen Fernsehpublikum dürfte der charismatische Schauspieler unter anderem als Dr. Jonas Müller in der ZDF-Serie “Dr. Klein“ bekannt sein.

Film-Besprechungen durfte ein Interview mit dem vielseitigen Schauspieler aus Berlin führen.

1. Nachdem ich selbst zehn Jahre lang in Berlin gelebt habe, würde mich persönlich interessieren, wie lange Du schon dort wohnst und was Du an dieser Stadt besonders magst.

Ich wohne nunmehr auch schon zehn Jahre in Berlin. Was ich an der Stadt besonders mag sind die vielen, vielen Möglichkeiten, die sie einem bietet. Sei es in der Freizeitgestaltung, im kulturellen Bereich und natürlich auch im Nachtleben. Außerdem bietet sie, trotz der Größe, eine immense Lebensqualität, die, gerade wenn man selber ein Kind hat, nicht zu unterschätzen ist! Es gibt unzählige Parks, Seen oder Freizeitgestaltungsmöglichkeiten im Freien.
Außerdem ist das eine sehr sehr bunte, offene und lebensfrohe Stadt!

2. Du spielst neben Rollen in TV- und Kinoproduktionen auch sehr viel am Theater. Worin liegt für Dich der gravierende Unterschied dieser beiden Schauspielarten. Was machst Du lieber?

Ich finde, dass es sich im weitesten Sinne eigentlich um zwei verschiedene Berufe handelt.
Irgendwie vergleichbar mit Tischler und Zimmermann. Das hat Beides zwar mit Holz zu tun, aber das eine ist wesentlich diffiziler, feingliedriger und intimer, während das andere größer, abstrakter und grobschlächtiger ist!
Genauso verhält es sich, meiner Meinung nach, mit dem Theater und dem Film.
Am Theater muss man andere, teilweise größere Ausdrucksformen finden, schlicht und ergreifend lauter sprechen und/oder die Sachen deutlicher zeigen, um auch die letzte Reihe zu erreichen!
Aber ich finde Beides sehr reizvoll. Vielleicht ist es im Moment sogar so, dass ich etwas lieber drehe! Ich möchte aber auch die Arbeit am Theater nicht missen!

3. Du bist Deutscher mit dunkler Hautfarbe. Was bedeutet das für Dich? Sind dadurch die Rollenangebote durch ein gewisses Schubladendenken eingeschränkt?

Nun, als aller erstes muss ich sagen, dass ich überhaupt kein deutscher Staatsbürger bin! Ich bin Südtiroler! D.h. ich besitze die italienische Staatsbürgerschaft und bin, einer kleinen Minderheit angehörend, im deutschsprachigen Teil Italiens aufgewachsen!

Es ist tatsächlich nach wie vor so, dass Menschen mit Migrationshintergrund, egal welcher Ethnie oder Hautfarbe sie angehören mögen, in Deutschland nur begrenzte Angebote im Film und Fernsehen kriegen. Ob dies einem „Schubladendenken“, wie Du es nennst, oder auf fehlenden Mut der jeweils zuständigen Menschen, die die Filme besetzen, zurückzuführen ist, kann ich nicht genau beantworten.
Vielleicht ist es aber auch die Sehgewohnheit der Zuschauer, welche sich erst nach und nach dem Gesellschaftsbild anpassen muss.
Fakt ist allerdings, und da pflichte ich Dir bei, dass für Menschen anderer Hautfarben als der der Weißen, nicht alle Möglichkeiten einer Besetzung offen stehen.
Aber ich habe den Eindruck, es tut sich in dieser Hinsicht schon langsam was.

4. Was macht Michael Klammer privat? Welche Bücher liest, welche Musik hörst und welche Filme siehst Du in Deiner Freizeit?

Ehrlich gesagt, mache ich meiner Freizeit gar nicht mehr so wahnsinnig viel. Die meiste Zeit von der wenigen, die mir im Moment noch bleibt (schließlich bin ich fast immer unterwegs), verbringe ich dann auch ganz entspannt mit meinem Sohn oder mit meinen Freunden!
Lesen tue ich zur Zeit, und zwar zum wiederholten Male, alles mögliche von Richard Brautigan! Ich mag diesen Kerl, der ist so schön verrückt. Ich überlege die ganze Zeit, wie man seine skurrilen Geschichten am besten auf die Bühne bringen könnte.
Was Filme betrifft, so sehe ich mir alles mögliche an und könnte mich daher gar nicht auf irgendeine Richtung festlegen. Im Moment gucke ich alle möglichen amerikanischen Serien!

5. An welchen Projekten arbeitest Du gerade?

Im Moment drehe ich die dritte Staffel von „Dr. Klein“ in Stuttgart und bereite mich gleichzeitig auf einen österreichischen Kinofilm vor. Dann mache ich erst mal Urlaub und danach voraussichtlich wieder was am Burgtheater in Wien!

6. An welchen Projekten würdest Du am liebsten arbeiten? Was wäre Dein größter beruflicher Traum?

Ich würde gerne einmal an einem großen, internationalen Film mitarbeiten. Aber wer nicht?! ?
Mein größter beruflicher Traum ist es, meine Begeisterung, meine Freude und meine Liebe für das ,was ich tue, ins Ziel zu bringen; d.h. es zu schaffen, mit voller Hingabe bis ans Ende meiner beruflichen Laufzeit dabei sein zu können. Das wäre traumhaft! Weil, das würde bedeuten, dass man mich immer wieder eingesetzt hätte und sich mir immer neue Chancen eröffnet hätten. Das strebe ich an!

7. Und was Dein größter beruflicher Alptraum?

Mein größter Albtraum wäre, irgendwann nur noch abzuliefern. Seine Aufgaben zu erledigen, ohne mit dem Herzen dabei zu sein. Diese Vorstellung finde ich wirklich grausam! Zum Glück ist es aber nur ein Alptraum und hat mit mir nichts zu tun!

8. Du hast viele unterschiedliche Hobbys wie Snowboarden, Skifahren, Reiten, Tennis, Fußball, Fechten und Tanzen. Und Du spielst auch Gitarre und Mundharmonika. Wie kriegst Du diese Vielfalt an Freizeitaktivitäten neben der Theater- und Filmschauspielerei unter einen Hut?

Nun ja, anscheinend hast du da alles aufgeschrieben was auf der Agenturseite steht.
Es ist schon richtig, dass ich sehr viel Sport mache. Allerdings komme ich (bis auf 3 mal die Woche ins Fitnessstudio) nicht mehr wirklich zu viel mehr anderen Sachen.
Und was die Gitarre und die Mundharmonika anbelangt, glaube mir: man hört es, dass ich mich damit nur am Rande beschäftige!!

9. Was ist Deine spontane Antwort bei folgenden Begriffen:

– James Bond
cooler, einsamer, englischer Gentleman

– Indiana Jones
die Geschichte bleibt mir nie im Kopf aber die Titelmusik dafür tagelang in den Ohren hängen

– Idris Elba
Luther, für mich der beste Ermittler der Welt!
Super Schauspieler, sieht gut aus, ist erfolgreich und wird von allen über den grünen Klee gelobt. Der hat bestimmt ne gute Zeit!

– Comicverfilmungen der letzten fünf Jahre
Scheint sehr posh zu sein

10. Was sagst zu dem Begriff „Racial Empathy Gap“, also wenn Hautfarbe und soziale Klasse eines Zuschauers eine Wirkung auf die Empathie zu einem andersfarbigen Schauspieler hat. Anders gesagt: Spielt ein schwarzer Schauspieler einen Sklaven, Gangster oder Rapper, kommt das beim hellhäutigen Publikum wohl an, im Gegensatz zu dem Fall, wenn er einen reichen Geschäftsmann verkörpert. Wieso ist das Deiner Meinung nach so?

Ist das so? Ich weiß das nicht genau, kenne die soziologischen Studien dazu nicht, falls es die überhaupt gibt!
Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es auch hier wiederum ein bisschen an der Sehgewohnheit der Zuschauer liegt. Sozusagen an der Konditionierung, wie eine bestimmte Gruppe von Menschen (die nicht der Mehrheitsgesellschaft angehören), im Fernsehen, in den Kinos, in den Theatern gezeigt wird!
Und da hätten die Filmemacher und natürlich auch wir als Spieler am besten die Gelegenheit, ein anderes als üblicherweise gezeichnetes Bild von Menschen mit Migrationshintergrund zu zeigen!
Natürlich gibt es sie, die Dealer, die Rapper, die bösen Jungs mit Migrationshintergrund! Keine Frage.
Aber selbstverständlich gibt es auch die überaus erfolgreichen, adretten, vorbildlichen Leute, die man durchaus sehr gerne in seiner Nachbarschaft hätte. Und über die man sich – und da bin ich mir sicher – auch nicht wundern würde, wenn sie einem gut gekleidet, gebildet und eloquent, um 20:15 Uhr im Fernsehen begegnen!
Dagegen würde niemand was haben ! Dagegen kann keiner was haben. Außer natürlich, man ist ein Schwachkopf. Und wer ist das heutzutage schon gerne freiwillig, zumal man ja die Wahl hat?!

Ich bedanke mich herzlich für das Interview und wünsche Dir, dass Deine berufliche Karriere stetig weiter nach oben geht.

© 2016 Wolfgang Brunner / Michael Klammer

Interview mit dem Schauspieler Jerry Kwarteng

Jerry3d© Paul Partyzimmer

Jerry Kwarteng wurde 1976 in Hamburg geboren und ist dort auch aufgewachsen. Er lebte in den USA, verbrachte über 5 Jahre in Barcelona und kehrte dann wieder in seine Heimat Deutschland zurück.

Jerry Kwarteng ist Schauspieler und lebt heute in Berlin.

Film-Besprechungen freut sich, dem sympathischen Norddeutschen ein paar Fragen stellen zu dürfen.

1. Du hast ja mittlerweile in einigen Filmen mitgespielt. Ist die Schauspielerei noch immer die Erfüllung eines Traumes oder ist die Arbeit mittlerweile zur Routine geworden?

Die Schauspielerei ist für mich auf jeden Fall mein Traum. Sogar mehr als ein Traum, denn sie ist eher meine Leidenschaft. Meines Erachtens muss Schauspielen auch Leidenschaft sein, denn die Branche ist zu hart und schwierig, als dass man einfach durchhält und versucht, darin zu bestehen, wenn man keine Leidenschaft gegenüber seinem Beruf hat. Es gibt nur sehr wenige Kollegen, die wirklich von Ihrem Beruf leben können. Wenn die Motivation für diesen Job nicht Leidenschaft ist, dann wird man wohl kaum bestehen. Daher muss man immer am Ball bleiben, so dass Routine in der Art eigentlich nicht aufkommen kann.

2. An der Frage nach Vorbildern komme ich nicht vorbei. Es interessiert mich einfach zu sehr. Also, welche Idole hast Du?

Die gute Frage nach den Vorbildern. Ich muss gestehen: Ich habe tatsächlich keine direkten Vorbilder, aber Menschen, die mich inspirieren. Ich bewundere sehr die Arbeit von Idris Elba, Sidney Portier, Denzel Washington, Terrence Howard und Viola Davis. Ich bin aber nicht nur durch Ihre Arbeit beeindruckt, sondern auch von Ihrem Einsatz in unserer Branche, dieselben Chancen im Filmbereich für schwarze Schauspieler zu schaffen, wie sie für weiße existieren. Ich finde den Einsatz vor der Kamera genauso wichtig, wie hinter der Kamera. Denn bedauerlicherweise sieht man in Deutschland noch zu wenig Schwarze in „normalen“ Rollen. Ich finde es sehr wichtig, dass man uns schwarze Deutsche auch als solche in der TV-Landschaft sieht.

3. Gut oder böse? Welche Charakterdarstellung liegt Dir mehr? Was fordert Dich mehr heraus?

Jede Rolle hat Ihre Herausforderung. Ich gehe an meine Rollenvorbereitung nicht auf eine Weise heran, dass ich sage, diese Person ist böse oder gut. Wann immer man eine Figur zum Leben erwecken möchte, muss man einen Zugang zu dieser Rolle finden, die es einem dann möglich macht, die Rolle ehrlich zu spielen. Ich finde es spannend, eine Figur zu spielen, die für Ihre Handlungen Gründe und Rechtfertigungen findet. Ich glaube nicht, dass Menschen von vorneherein gut oder böse sind. Es sind ja die Handlungen der Person, die für uns gut oder böse sind. Es gibt Kausalketten und Entscheidungen dieses fiktiven Charakters, die diesen an den Punkt seines Lebens bringen. Und wir schauen einen bestimmten Moment dem Leben dieser Person zu. Genau das in der Figur zu entdecken, darin liegt für mich das Spannende bei jeder Rolle. 

4. Gibt es Rollen, die Du auf keinen Fall annehmen würdest?

Hmm. Man ist ja nicht immer in der Situation, dass man es sich leisten kann, Rollen abzulehnen. Mittlerweile muss die Rolle aber auch tatsächlich etwas zu erzählen haben. Damit meine ich nicht, dass die Rolle viel Text haben muss, sondern dass diese Person auch eine Entwicklung durchmacht. Dann achte ich darauf, dass ich nicht dieselben Rollen öfter spiele. Ich versuche bei den Angeboten, die ich erhalte, genau jene herauszufiltern, die ein gewisses Kribbeln bei mir verursachen. Ist mein Interesse geweckt, besitzt die Rolle dann auch was, was ich erzählen möchte. Die einzigen Rollen, die ich tatsächlich sofort ablehne würde, wären Rollen, die Schwarze wie vor Jahrzehnten im TV darstellten, nämlich als einfältige, Vodoo-praktizierende Wilde.  So etwas bräuchte man mir nicht anbieten.

5. Mit welcher Hauptrolle würde sich Dein größter Wunsch erfüllen?

Ich hätte tatsächlich ein großes Interesse in einer Action-Serie mitzuwirken. Ich mag Serien wie „Luther“, „24“ oder „Hustle“.  Aber auch Filme, in der Figuren zusammenhalten, egal auf welcher Seite des Gesetzes sie nun gerade stehen. Wie bei den Filmen „Takers“ oder „Fast and Furious“. Die Hauptrolle in so einem Action-Konzept zu sein, das wäre schon fantastisch. Allerdings wäre es auch ein Kinderwunsch von mir, einmal in einem Star Wars Film mitzuspielen. Genauso würde ich bei einer kleinen Rolle in „Game of Thrones“ total ausrasten.

6. Welche Filme sieht Jerry Kwarteng privat?

Ich bin ein absoluter Filmfreak. Ich schaue aber nicht nur Filme und Serien, weil ich sie gut finde, sondern schaue mir auch an, wie die Macher das Projekt umgesetzt haben. Von den Dialogen bis hin zur Kamera. Im Moment schaue ich mehr Serien. Ich habe mir zu diesem Zweck Netflix und Amazon Prime besorgt und schaue im Moment „Daredevil“, „Penny Dreadful“, „House of Cards“ und „Better call Saul“. Das sind ganz fantastische Serien, die mit sehr viel Liebe entwickelt wurden.

Ich schaue wirklich querbeet durch die Genres und finde überall wirklich tolle Arbeiten. Und es ist nicht so, dass ich nur amerikanische Produktion schaue. Es gibt nämlich auch tolle deutsche Produktionen, die ich sehr genossen habe. Wie „Weinberg“ und“Deutschland 83″. Sehr gerne schaue ich „Letze Spur Berlin“. Ich mag Geschichten mit einem Twist.

7. Könntest Du Dir vorstellen, auch einmal auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen? Welche Projekte würden uns erwarten?

Hui. Ich bin nicht sicher, ob das für mich in den Sternen steht. Allerdings entwickle ich gerne Ideen für Geschichten. Mir fehlen in unserer TV-Landschaft oft Geschichten, die unsere Vielfalt in Deutschland zeigen. Wenn ich durch Hamburg, Berlin oder Köln laufe, sehe ich so viele, unterschiedliche Menschen. Die haben doch alle Geschichten, die uns interessieren könnten. Oft finde ich diese besondere Vielfalt aber nicht in unseren Filmen und TV-Produktionen wieder. Ich finde das sehr schade, denn man limitiert sich von vorneherein darauf, gewisse Geschichten nicht zum Leben zu erwecken. Teil an den Erlebnissen unterschiedlicher Charaktere zu haben, ist doch spannend und dazu gehört auch die Vielfalt unserer Gesellschaft. Das ist doch, was Film ausmacht. Der Besuch bei Menschen in einem ihrer Momente und wir fühlen uns dadurch mit Ihnen verbunden, in dem wir an deren Erlebnissen teilhaben. Das erweitert auch unseren Horizont. Und genau solche Geschichten reizen mich. Da ich Action sehr gerne mag, gäbe es da wohl auch immer eine ordentliche Portion davon, wenn ich doch mal in einem Regiestuhl Platz nehmen würde … 🙂

8. Die Kinos werden immer mehr von computergenerierten Effekte-Orgien überschwemmt. Wie siehst Du die Zukunft des „künstlerischen, echten“ Films?

Ich finde Effekte bis zu einem gewissen Grad unglaublich beeindruckend. Wie sie bei „Star Wars“ oder den Marvel- Filmen zum Einsatz kommen, ist ganz fantastisch. Allerdings auch nur in solchen Filmen machen diese für mich auch Sinn. Hat aber die ganze Geschichte keinen Sinn, sind auch die tollen Effekte kein Grund für mich, ins Kino zu gehen. Sehr enttäuscht war ich beispielsweise bei der Trilogie von „Der Hobbit“. Dort haben mich die Effekte und Kameratechnik sogar sehr gestört und die Stimmung kaputt gemacht. Wie toll man Effekte erleben, kann ist beispielsweise bei den Filmen der Matrix-Reihe. Ich empfand den ersten unglaublich bezüglich Stimmung und Story. Die beiden anderen waren in der Story zwar immer noch total super, aber die Stimmung war durch diese ganzen Effekte für mich einfach weg. Ich finde wichtig, dass die staatlichen Institutionen darauf achten, dass die Genres nicht aussterben. Die kleinen Boutique Filme haben Ihren besonderen Charme, der Thriller lebt von der Story und nicht von Effekten, die klassische Komödie kommt auch ohne Effekte aus und das sind auch die Filme, die immer noch den Zuschauer erreichen. Also ich glaube nicht, dass der effektbehaftete Film irgendwann den „echten“ Film ablösen wird. Dafür ist das Bedürfnis des Zuschauers, von einer Geschichte berührt zu werden, zu groß.

9. Wäre Theater eine Alternative zur Filmschauspielerei für Dich?

Ich muss gestehen, dass ich als Jugendlicher sehr gerne Theater gespielt habe. Ich bin allerdings ein Filmschauspieler. Was jetzt nicht bedeutet, dass ein Ausflug ins Theater nun nicht mehr stattfinden wird. Aber in diese Richtung treibe ich meine Karriere nicht.

10. Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

Das ist eine sehr gute Frage. Ich weiß ja nicht einmal, wo ich nächsten Monat sein werde. Ich plane nicht so weit voraus. Ich schaue auch nicht so weit in die Zukunft, denn das würde mich hemmen. Ich versuche grundsätzlich, eine Person zu sein, auf die ich stolz sein kann. Eine Person, die für seine Familie da ist, Freunde unterstützt, offen und ehrlich zu seinen Mitmenschen ist. Ich bin ein Mensch, der neuen Möglichkeiten generell zugeneigt ist und ich bin jemand, der hoffentlich in 10 Jahren auch noch seinen Job machen darf.

Ich würde mich freuen, wenn ich in meinen Job weiter international und an interessanten Projekten arbeiten darf. Das darf gerne auch schon vorher passieren.

11. Was sind die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Das ist schnell beantwortet: meine Familie, Gesundheit, meine Freunde, die Freiheit zu tun, was ich möchte und meine Leidenschaft für meinen Job. Genau in der Reihenfolge…

Film-Besprechungen bedankt sich ganz herzlich für das nette Interview und wünscht Dir alles erdenklich gute für Deine private und berufliche Zukunft.

© 2016 Jerry Kwarteng / Wolfgang Brunner

Interview mit dem Schauspieler Gerhard Liebmann

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© CONACTOR Schauspielagentur

Gerhard Liebmann wurde am 20. April 1970 geboren studierte Ende der 80er bis Mitte der 90er Jahre Germanistik und Philosophie, bevor er seine Ausbildung zum Schauspieler auf einer privaten Schauspielschule in Wien machte.
Liebmann wirkt in Kino- und Fernsehproduktionen mit. Sein Debüt gab er 1998 in der Verfilmung von Josef Haslingers Roman Opernball. Durch seine Darstellung des Autohändlers Gerry Dirschl in der Komödie Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott wurde er einem breiteren Publikum bekannt. 2012 erhielt er für seine Rolle in Das Wunder von Kärnten zusammen mit Gerti Drassl den Sonderpreis des Günter-Rohrbach-Filmpreises durch den Oberbürgermeister Jürgen Fried.
In Blutgletscher spielte er 2013 seine erste Hauptrolle, die mit dem österreichischen Filmpreis als bester männlicher Darsteller belohnt wurde, und ist seit einiger Zeit einer der meistbeschäftigten Schauspieler Österreichs.

Ich freue mich, Gerhard Liebmann heute ein paar Fragen stellen zu dürfen:

 

1. Du spielst in Fernseh- und Kinoproduktionen mit. Was machst Du lieber und worin siehst Du den Unterschied?

Kino oder Fernsehen ist mir egal. Es kommt auf die Geschichte und die Figuren an .Und auf die Leute, die den Film machen.

2. Deine Rolle in Blutgletscher war sehr emotional. Umso beeindruckender war das Ergebnis, mit dem Du absolut überzeugen konntest. Wie bereitet man sich auf so eine Rolle vor?

Mit Text lernen, Nachdenken und viel Wandern.

3. Welche Vorbilder gibt es, die Dich dazu gebracht haben, Schauspieler zu werden?

Peter Pan habe ich geliebt als Kind. Früher lief das zu Weihnachten immer im Fernsehen und ich habs mir jedes Jahr angesehen. Peter Pan war vielleicht ein Vorbild.

4. Stell Dir vor, Du dürftest Dir die Hauptrolle in einem Remake Deiner Wahl aussuchen. Welche Rolle wäre das und warum?

Remakes haben ein bisschen den Beigeschmack von „Uns fällt nichts Neues mehr ein“. Ich stehe dem eher reserviert gegenüber. Es muss schon gute Gründe geben, dass man was nochmal macht.

5. In welchem Genre fühlst Du Dich als Schauspieler am wohlsten?

Im Genre generell, egal welches. Ich bin kein Fan von „Die-Welt-ist-ein-Jammertal-Filmen mit Anliegen“.

6. Welche Filme sieht sich der private Gerhard Liebmann an?

Grundsätzlich alles quer durchs Gemüsebeet. Und wenn mir langweilig wird, dann gibts ja immer noch die OFF-Taste.


7. Ich habe irgendwo gelesen, dass Deine Hobbys Schreiben und Lesen sind. Was schreibst Du? Und welche Art von Büchern liest Du?

Schreiben nicht mehr. Ich habe mein Untalent diesbezüglich eingesehen und akzeptiert. Lesen muss ich zwangsläufig viel. Das mache ich recht gerne und tue es freiwillig.


8. Kam bei Dir schon einmal der Wunsch auf, selbst Regie zu führen?

Nein.


9. Welche Rolle wäre Deine größte Herausforderung?

Vermutlich, wenn ich mich selbst spielen müsste.


10. Nenne die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Soziale Bindungen, inner peace und Loyalität. Vier und fünf weiß ich grade nicht.


Ich bedanke mich ganz herzlich für das Interview und freue mich schon jetzt auf viele neue Filme mit Dir.

© 2015 Gerhard Liebmann / Wolfgang Brunner

 

Interview mit dem Schauspieler Marc Engel

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Marc Engel, Jahrgang 1971, wuchs in Norderney und Herne auf. Schon als Kind war er von der Magie des Films angetan. Er wurde regelrecht hineingeboren, da einige seiner Verwandten unter anderem als Kleindarsteller arbeiteten und sein Onkel Lichtspielhäuser und eine kleine Produktionsfirma im Ausland besaß. So kam es, dass er bereits seine 1. Rolle in einem Kinofilm als Zweijähriger bekam. Nach einigen „Pflegefamilien“-Wechsel und Umzügen hatte er so gesehen seinen 1. Job als 6-Jähriger im Kino nebenan auf Norderney. Dort fegte er für den Besitzer den Gehweg zum Lichtspielhaus mit seinem Bruder zusammen, als Lohn durften die Beiden die Filme immer umsonst schauen. Über einige Jahre hinweg wurde so die tiefe Liebe zum Film, durch den Besitzer des Kinos und durch Filme wie „Superman“, „Godzilla“, „Star Wars“, die Shaw Brothers, Bud Spencer, Winnetou und Co. entfacht. Es kam nicht selten vor, dass er einige dieser und andere Werke über 20 mal im Kino sah. Jedoch ruhte der Wunsch, etwas in dem Bereich selbst zu bewegen, sehr lange, etwa bis Mitte, Ende seiner 20er Jahre. Erst dann fing er an, mehr aus Hobby, Amateur-Kurzfilme für kleinere Wettbewerbe zu machen, die er selbst inszenierte und in denen er meistens mitwirkte. Nach kleineren Preisgewinnen widmete sich Engel allerdings anfangs mehr dem Schreiben von Gedichten, Kurzgeschichten, Kinder- und Drehbüchern.
Eher durch Zufall rutschte er die letzten Jahre wieder ins Filmgeschäft, wo er durch seine Darstellungen beeindrucken konnte. Engel will sich in Zukunft aber auch wieder mehr dem Schreiben zuwenden und seinen 1. Feature Film in Eigenregie „Blue Sparrow“, nach seinem eigenen Roman/Drehbuch, inszenieren.

Film-Besprechungen wollte mehr über den Schauspieler, der zuletzt in Timo Roses „Reeperbahn“ brillierte, wissen.

1. Welcher Schauspieler war schuld daran, dass Du selbst einer werden wolltest?

Oh, das ist schwierig, Wolfgang. Zuerst aber sehe ich mich selber gar nicht wirklich als Schauspieler. Schauspieler sind für mich jene, die es gelernt haben, diese hart arbeitenden Menschen, die täglich da rausgehen, Castings wahrnehmen, Workshops besuchen, Meetings und in 47 Rollen pro Jahr schlüpfen und ihren Job machen. Ich tänzle hin und wieder hier und da rein, gebe mein bestes und versuche mitzuhalten. Jedoch, hmmm, es dürfte langsam bekannt sein, dass Sylvester Stallone für eine Menge verantwortlich zu machen ist, was ich so verzapfe. Man kann schon sagen, dass Sly und wie er auf mich als Kind und Teenager gewirkt hat, durch seine Lebensgeschichte, seine Art zu schreiben, sein Talent, seinen Outsider-Figuren Leben einzuhauchen, einen starken Einfluss auf mich hatte. Wenn ich es an einer Person festmachen müsste, hat mich Stallone am meisten inspiriert, aber nicht nur als Mime. Besonders als Schreiber und auch Regisseur. Es gibt Stimmen, die ihn mimisch nicht so stark sehen und ihn nur als Action-Helden wahrgenommen haben und ihn darauf reduzieren. Das finde ich aber nicht angemessen, Stallone war kurz davor, schauspielerisch ein De Niro werden zu können und auf dem Weg dahin, wurde er doch auch zum Beispiel mit „Rocky 1“ als neuer De Niro und Brando gefeiert.
Deswegen differenziere ich Sly stark als Mime mit Talent und den Action-Helden, der er wurde, dem Regisseur und dem Schreiber Stallone. Ich war wirklich ein Riesenfan als Kind und bin es immer noch, besonders, was er in den 70er und 80ern gemacht hat. Ich denke, ohne ihn, seine Filme und meine Ex-Freundin wäre ich sicherlich nicht mehr hier oder im Gefängnis, haha? Zum Glück konnte ich ihm dafür mal danken, stand ewig auf meiner „To do Liste“!

Dasselbe gilt aber auch für Bruce Lee, der leider viel zu wenig geschätzt wird für sein gesamtes Wirken und Können. Der Mann war nicht nur DER „Martial Arts Typ“, er war auch ein Lehrer, Philosoph, ein fantastischer Schauspieler mit enormer Präsenz und einem Charisma, das seinesgleichen sucht. Etwas später, als ich dem „Stallone Universum“ langsam entsagen konnte, ist natürlich Robert De Niro, der besonders in den 70er, 80er und bis 90er Jahre, seinen Stempel bei mir hinterließ, ebenfalls zu erwähnen. Sprich, er war mein absolutes mimisches Vorbild neben Brando, Pacino, Chaplin, James Dean und auch der 80er Mickey Rourke sind ganz weit oben. Später kamen Ausnahme-Mimen wie Gary Oldman, Daniel Day Lewis, Javier Bardem und Christan Bale dazu. Im Grunde sind alle Genannten Schuld daran, dass ich irgendwie nie wirklich vollkommen aufgegeben habe, haha!

2. Wie gehst Du mit negativer Kritik um?

Hier unterscheide ich sogar noch stärker, da ich selber eine zeitlang Filmkritiken/Reviews und News für ein Film-Portal geschrieben habe und es mühsam erlernen musste, größtenteils das Subjektive aus der Rezension zu lassen und so gut es ging, objektiv das Werk zu begutachten. Obwohl einige Mimen oder Filmemacher dabei waren, die bei mir persönlich nicht hoch im Kurs standen. Am Ende, sind die Kritiken, was mich angeht, konstruktiv, objektiv und zum Thema passend, dann nehme ich mir das an. Was mich aber eher motiviert, daran zu arbeiten, es besser zu machen, als in die Ecke zu gehen und zu heulen. Verlieren sich die Kritiken in der subjektiven, selbstgefälligen Wahrnehmung und dienen nur dem Schreiber/Kritiker und seinem Ego, was man schnell erkennen kann, dann ist sie mir völlig egal. Dann geht es an mir vorbei, weil ich das gut filtern kann.
Ich bin immer offen für Ansichten, Meinungen und Anregungen, alles zu seinem Wert. Kunst, Kreativität in jeglicher Form, ist halt immer Geschmackssache, es gibt zig Personen und Werke, die von anderen gefeiert werden, die mir nicht gefallen und umgekehrt. Du kannst 5 Filmfans in einen Raum stecken, die sich über „The Dark Knight“ austauschen, unterhalten und bewerten sollen. Dann wird es den einen Marvel-Fan geben, der ihn prinzipiell doof findet und immer den einen, der über Christian Bales Stimme schimpft, dazu den einen, der grundsätzlich anders sein will und Anti-Hype eingestellt ist und gar nichts gut findet. Die anderen 2 lehnen sich zurück und sagen „Wow, das war ein verdammt geiler Film.“
Im Grunde bin ich wirklich, auch wenn man das öfter mal gehört hat, mein schlimmster Kritiker. Nicht mal mir Nahestehende sind so kritisch wie ich, was „mein Kreatives“ anbelangt. Es fällt mir schwer, mich selbst zufrieden zu stellen, egal ob als Darsteller, Schreiber oder Macher. Ich feiere eher meine Kollegen, als dass ich es sofort sehe, ob ich etwas „gut“ gemacht habe. Ich suche stets die Verbesserung und Weiterentwicklung.

3. Du spielst Haupt- und Nebenrollen, bist in Kino- und in Fernsehproduktionen wie zum Beispiel „Tatort“. Wo fühlst Du Dich mehr daheim: Kino oder Fernsehen? Haupt- oder Nebenrolle?

Das ist einfach. Ich betrachte alles erst mal in meiner eigenen „Reihenfolge“. Ich bin in erster Linie, vor allem anderen, Filmfan. Dann gehe ich als Schreiber/Autor da ran, dann betrachte ich, was es auch ist, das Projekt mit dem Auge eines Filmemachers, versuche die Szenen so gut ich kann in meinem Kopf zu sehen. Zum Schluss gucke ich, was sagt das bisschen Darsteller in mir dazu. Sprich, erst muss es mich als Fan ansprechen, egal was es auch ist. Dann kommt die Story, die Figur, dann: wie könnte etwas in Szene gesetzt werden, wie wird das aussehen usw.? Danach denke ich darüber nach, wie die Figur aussieht, denkt, redet, tickt etc … Darum herum muss mittlerweile alles passen, dann ist es mir fast egal ob Serie, TV oder Kino, wobei meine Liebe zum Film/Kino größer ist. Im Grunde komme ich da her und da will ich das bisschen auch noch bleiben. Halt die paar Jahre, die ich in dem Zirkus noch dabei sein will. Jedoch bin ich, was Haupt- oder Nebenrollen angeht, völlig uneitel. Selbst Komparserie würde ich noch machen, weil man auch da noch viel lernen kann. Aber das Kapitel ist erst mal abgeschlossen, da gehe ich nur noch evtl. als Fan hin, falls ein Stallone-Film oder eine coole Comicverfilmung etc. Typen sucht, zu denen ich passe. 😀
Sonst bleibt es dabei, die Rolle/Figur muss etwas haben, sonst mache ich es erst gar nicht. Jedenfalls ab jetzt nicht mehr, das bin ich mir als Filmfan immer zuerst schuldig. Ich mache ja nicht in Blockbustern mit. Aber mein Filmfan-Herz muss höher schlagen, wenn das Buch gut ist, die Figur oder die Monologe, das Projekt an sich. Dann ist es mir auch schnuppe, wenn man keine 100, 500000, 5, oder 10 Millionen Budget hat, dafür aber Filmliebhaber und Talente um sich hat, die brennen und was cooles schaffen wollen, mit geringen Möglichkeiten. Dann bin ich dabei und blute.

4. Du hast das Drehbuch zu einem romantischen Fantasy-Drama namens „Blue Sparrow“ geschrieben. Möchtest Du Näheres darüber erzählen?

Ok, dann hole ich mal etwas weiter aus. Witzigerweise ist „Blue Sparrow“ ja schuld daran, dass ich überhaupt wieder ein Tick mehr in die „Darsteller/Film Szene“ gerutscht bin und ihr mich ertragen müsst, haha. Nur so viel für die, die es nicht wissen. Ich wollte zwar mal mit Mitte 20 Schauspieler werden, aber ich wollte auch mit 18 Rockmusiker werden, mit 13 Boxer, mit 10 Supermann und mit 8 Bruce Lee. Na jedenfalls hat sich das im Laufe der Zeit zum Glück verändert, mit Cape durch die Gegend laufen würde schon arg albern aussehen. 😀 Ich sehe mich eher als Schreiber und Filmemacher in spe, dieser Kurs ist klar. Ich habe knapp 10 Jahre Amateur-Kurzfilme, unnötige Videos und Clips etc. gemacht, ganz viele schlechte und richtig üble. Damit viel zu viel Zeit verplempert. Das war mir dann zu wenig, weil es nicht vorwärts ging. Also habe ich 2007/2008 damit vollkommen aufgehört und mich auf das Schreiben konzentriert.
Es war immer klar, dass ich irgendwann meinen 1. Feature im Indi Low Budget Bereich machen werde und “Blue Sparrow” basiert auf meinem 1. Roman, den ich 2006 bis 2010 geschrieben habe und der bisher (beabsichtigt) nicht veröffentlicht ist, da ich 2013 die ersten Schritte mit einem Vorab-Trailer in die Wege leiten wollte, der für Crowdfunding Seiten dienen sollte und um Sponsoren zu finden. Dann habe ich mitten beim Dreh vom Trailer meinen Hauptjob verloren und aus der Not angefangen, mich bei Filmen/Serien als Komparse etc. zu bewerben, um extra Geld für den Trailer zu verdienen, aber auch etwas nebenher zu lernen, sprich „learning by doing“ wie es in Filmen für TV, Kino bei Pros abläuft.
Während ich meinen Job gemacht habe, habe ich nebenbei alle Positionen beobachtet, fast schon studiert, ohne dass es andere groß mitbekommen haben. Na ja, das wurde im weiteren Verlauf des Jahres immer erfolgreicher, bis ich zu meinem eigenen Erstaunen sogar 2 kleinere Nebenrollen in internationalen Filmen an Land gezogen hatte. Die trotz Zusagen, Meetings, Handshakes von begeisterter Regie etc. dann aber doch nicht passiert sind. Was auch eine hilfreiche Lektion war, wie es in der Filmszene ablaufen kann. Ehrlich gesagt, wollte ich im Herbst meines Lebens gar nicht mehr die Darsteller- Geschichte angehen. In meinen eigenen Filmen, eine kleine Nebenrolle hier und da ja, aber in anderen, das war gar nicht mehr der Plan. Jedoch, weil es bis dahin ganz ok lief, habe ich weiter gemacht, mich hier und da auch etwas mehr beworben und immer, wenn ich wieder ganz aufhören wollte und die Nase voll hatte, um mich auf meine Projekte zu konzentrieren. Dann kommt dieser anstrengende Mann aus Hamburg (Timo Rose) um die Ecke und bietet mir eine coole Rolle nach der anderen an. Ich denke, falls ich irgendwen nerven sollte mit meinem Dasein oder Schauspiel, was auch immer, dann sollen die sich bitte an den lieben Onkel Rose wenden und sich bei ihm beschweren. Er ist auch schuld daran, dass ich noch nicht vollkommen in „Darsteller-Rente“ bin, hiermit erneut Danke auch dafür, Amigo. Haha. Oops, jetzt bin ich aber vom Thema abgekommen. Sorry, das passiert hin und wieder, wenn es um mein Lieblingsthema „Movie Magic“ geht. Nur noch so viel: „Blue Sparrow“ sollte immer mein 1. Indi/Low Feature werden. Aus jetziger Sicht mache ich ihn nicht vor 2018 und werde definitiv einen anderen Film vorher machen, der etwas kleiner angelegt sein wird. Da „Sparrow“ komplexer ist und ich denke ich werde dem Stoff gerechter, wenn ich ihn als 2. Film in Eigenregie angehe. Auf jeden Fall wird es gesamtheitlich etwas, dass es so noch nicht gab. Zumal der Stoff auch schon immer als „Trilogie“ angedacht war. Jedoch einen Schritt nach dem anderen. Zum anderen habe ich noch etwas Wichtiges gelernt in den letzten 2 Jahren: Es kommt eh immer anders, als man denkt und vieles ist auch immer vom lieben Geld abhängig. Schauen wir mal… 😉

5. Wie bereitest Du Dich auf Deine Rollen vor? Und wie klappt das mit dem Text? 😉

Mit den teilweise genannten Vorbildern, mit denen ich groß geworden bin, ist es klar, dass ich schon mittlerweile „Method“-ähnliche Wege gehe, bzw. für mich persönlich gehen muss. Ich habe damit bereits für meine letzten beiden Amateur-Kurzfilme 2006 und 2007 angefangen. Als es mich nicht mehr reizte, „nur“ noch eine Geschichte durch die Bilder oder das „klassisches Spiel“ zu erzählen. Ich fing an mit den körperlichen Veränderungen für meine Figuren, dann mit dem „mentalen Hineinleben“. Suchte halt zusätzliche Herausforderungen. Dann wurden 10 kg abgenommen, oder 10 kg zugenommen, Muskeln aufgebaut oder abgebaut. Ich will sagen, sobald ich ein Buch selbst geschrieben habe oder von anderen gelesen habe, sehe ich ein klares Bild von dieser Figur, wie sie aussieht. Und danach arbeite ich dann. Bedeutet: Dann wird trainiert, abgenommen, Muskeln aufgebaut oder abgebaut, schmal, breit, normal usw … Um dieses „Erscheinungsbild“ baue ich den Rest auf, wie er spricht, geht, welche Ticks er hat. Gibt es keine „Backstory“, webe ich mir eine zurecht usw …
Bei Uffuk (Reeperbahn) war alles klar und sehr gut beschrieben, er ist einfach nicht nett, gar nicht. Nur nicht, wie er aussieht. Also habe ich Timo immer genervt, er muss so aussehen, nicht „attraktiv“ und so, die Frisur usw. haha. Also habe ich gut 5 Wochen trainiert wie ein Irrer, mit ein paar kleinen Verletzungspausen dazwischen und 8 kg abgenommen. Ich habe ihn nicht als kleinen, breiten Schrank gesehen, wie eher in der Szene üblich. Es sollte immer klar sein, wenn man mir klassische Riesen an die Seite stellt, dass Uffuk trotzdem „streetsmart“ und gefährlich ist, unberechenbar. Eher der schmale, drahtige, trainierte Schläger und wenn es darauf ankommt, sehr gefährlich ist und nicht nur Knochen bricht. Jemand, bei dem man nie weiß, was er als nächstes tut. Ich habe in den 5 Wochen Training, nur einmal am Tag gegessen, für mich als Genussmensch die Hölle. Ich wusste, dass ich dadurch reizbarer werde und zusätzlich zum permanenten Muskelkater durch das Training hatte ich überall leichte Schmerzen. Somit beam ich schnelleren Zugang, um „wütend“ zu werden. Das habe ich auch bei der gesamten Drehzeit so beibehalten. Das war wiederum nicht leicht, weil ich auch ein paar andere Aufgaben übernehmen wollte und Timo mir diese auch gewährte, wie zum Beispiel Regie-Assistent oder Second Unit Leitung. Es gab schon Momente, wenn man für andere da sein sollte, wo ich mich zusammenreißen musste, sie nicht in Grund und Boden zu schreien, weil ich sehr oft mit dieser inneren Ungeduld, dem ewigen Muskelkater und dem Hunger kämpfen musste. Ich denke den Wenigsten ist es aufgefallen, hoffe ich zumindest. 😀 Im Grunde habe ich zu 95% nur gegessen, wenn ich abgedreht war, damit ich von gleich auf jetzt umschalten konnte. Da Uffuk ja im Grunde permanent auf 180 ist mit kleinen Abstufungen. Es gab noch ein paar andere Tricks und hin und wieder hat mich Timo auch gepuscht, wenn ich noch nicht voll drin war.
Ja, Text ist so eine Sache, als Schreiber ist es mit das A und O, aber es gibt immer mal Sätze, die nicht funktionieren wollen, auf Papier ja, aber hin und wieder gibt es zungenunfreundliche Lines, mittlerweile klappt das ganz gut!

6. Welche 5 Filme würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen und warum?

Ey, das geht gar nicht. Das darfst du einen Film Freak nicht fragen … man, haha. Ich versuche es nach Bedeutung zu ordnen und die Filme, die ich in den letzten 30 Jahren am meisten geschaut habe irgendwie da hineinzubekommen und für mich selbst zu rechtfertigen, man. Mir fallen sofort mindesten 22 ein, die auch hier rein gehören…

Rocky 1, The Dark Knight, Die Zeitmaschine (1960), Old Boy, Die Klapperschlange. SORRY, ich muss mehr erwähnen, es geht nicht anders. Die Verurteilten, Braveheart, Fight Club, Heat, Leon der Profi, Magnolia, Cape Fear, Warrior, Drive, The Matrix, The Wrestler, Unforgiven und noch weitere 138 andere, haha.

7. Welche 5 Bücher würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen und warum?

„Hamlet“. Auch wenn es kein wirkliches Buch ist, aber durch Hamlet habe ich meine Liebe für die Art, wie Shakespeare schreibt, entdeckt und irgendwie habe ich immer einen Zugang zu der Zerrissenheit der Figur gehabt. Aber ohne diese „Mami Note“ halt, haha.

„Der alte Mann und das Meer“. Ich liebe die klar formulierte „Einfachheit“ und „Botschaft“ des Buches.

„Das mechanische Klavier“ von Gaddis hat mich schwer beeindruckt, als ich es „damals“ gelesen habe.

Dasselbe gilt für „Also sprach Zarathustra“, obwohl es ewig her ist, dass ich es gelesen habe. Und damals habe ich natürlich nicht alles verstanden. Denke, es wird Zeit, das Ganze wieder aufzufrischen. Jedoch bin ich ehrlich: Seit dem ich selber mehr schreibe, habe ich noch weniger Zeit zum lesen, als zuvor schon. Da das auch immer im Konflikt steht mit meiner Filmleidenschaft oder meiner kreativen Ader, verliert meistens „Das Buch“ gegenüber den genannten Punkten.

Zum Schluss kommt wieder etwas Untypisches: Obwohl ich es hier auch mit Jim Morrisons „The American Night“, Chaplins „Die Geschichte meines Lebens“ oder „Interview mit einem Vampir“ etc. beenden könnte, muss ich das Drehbuch zu „Rocky 1“ nehmen. Für mich ist das Drehbuch durch und durch Poesie. Die Figuren, die Story, die Monologe, gesamtheitlich einer der besten Drehbücher aller Zeiten. Da steckt so viel Liebe in den Figuren, selten wurde in meinen Augen dieser Grad an Perfektion erreicht.

8. Welche Rolle würde Dich als Schauspieler am meisten reizen?

Im Augenblick schreibe ich nebenher 2 Drehbücher, die sich zu den 3, die ich dieses Jahr bereits schon geschrieben habe, gesellen. Das eine ist ein klassischer „Actioner“, aber das andere Drehbuch ist sehr dunkel, düster und zeigt nach und nach die Abgründe der menschlichen Seele. Die Hauptfigur reizt mich unheimlich, weil sie weder das eine noch das andere ist. Die Figur entwickelt sich und führt den Zuschauer/Leser in die Irre. Abgesehen davon, entspricht die Rolle kein Stück dem, wie ich gerade aussehe. Ich bin regelrecht verliebt in die Geschichte und die Figur, was mir auch aufzeigt, das irgendwas mit mir nicht stimmt, haha. Jedenfalls, das ganze Projekt wächst mir unheimlich ans Herz. Wenn ich damit fertig bin, es beiseite lege und dann nach einiger Zeit wieder aus der Schublade hole, ist es durchaus möglich, dass ich dieses Buch zuerst verfilmen werde. 2017, möglich?

Abgesehen davon gibt es noch eine Figur, auf die ich mich mental schon langsam einstelle. Ein Stoff von einem anderen Filmemacher, den wir nächstes Jahr angehen wollen, falls alles klappt. Auch eine höchst interessante Figur …, schauen wir mal. So oder so, habe ich eine gewisse Vorstellung davon wie die nächsten 3/4 Jahre aussehen sollen, als Darsteller. Ich werde nur noch in diesem Zeitraum Rollen annehmen und dann, wenn alles aufgeht, egal ob ich auf meine geplanten 10 Haupt- oder Nebenrollen komme, aufhören. Angedacht ist, dass „Blue Sparrow“ auch meine vorletzte Rolle überhaupt sein wird, die ich spielen werde. Ich lasse mir nur noch eine Option offen, dass ich evtl., wenn ich irgendeiner Rolle oder einem sehr guten Buch nicht wiederstehen kann, nur noch einmal etwas annehmen könnte/ würde. Dann ist ganz Schluss als Darsteller. Als Fan will ich irgendwann zurückblicken und sagen: Egal welchen Film ich in größeren oder kleineren Parts angenommen habe – das Buch, das Projekt oder die Figur war cool. Egal, ob viel Geld dahinter steckt oder nicht. Ich habe zu dem Zeitpunkt mein bestes gegeben, unter welchen Voraussetzungen auch immer und kann dann stolz sein. Sprich, dass ich nicht jeden Käse angenommen habe, nur um dabei zu sein, mein Gesicht in die Kamera zu halten, das will ich nicht. Ich will für mich auch eine „Projekt-Treue“ schaffen. Auch nach 2, 5 oder 10 Jahren sagen: Ja, zu „Reeperbahn“ stehe ich. Auch wenn nicht immer alles 100 Pro verlief, wir hier und da mit Pannen und Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, war das Buch gut, die Cast und Crew waren Hammer und wir haben unser bestes gegeben. Der Beginn von „Team/Family Rose“. Es soll nicht meine 23. halbarschige Performance gewesen sein wegen der Kohle. Das bin ich nicht und das suche ich nicht. Ich will auch nicht jeden Scheiß mehr annehmen, um auf mich aufmerksam zu machen. Das soll auch keine Wertung für andere sein. Es gibt viele, die wollen auf der Bühne stehen und Theater spielen, das ist nicht meins, das könnte ich nicht und will ich auch nicht. Andere müssen annehmen, was geht, weil es ihr Beruf ist und sie die Miete zahlen müssen. Auch dafür mein Respekt, ich weiß wie schwer es für viele ist, gute Rollen zu bekommen.
Das ganze Schauspieler-Ding ist kein Zuckerschlecken. Viele, die nicht aus der Szene sind, sehen nur den möglichen „Ruhm“ dahinter. Für die ganzen Schauspieler da draußen, die nicht Brad Pitt oder Til Schweiger sind, ist das ein großes Stück Arbeit, Tag für Tag. Und ein jeder, der sich auch nur ein kleines Standing aufgebaut und erarbeitet hat, weiß, dass es mit sehr viel Hingabe und Entbehrungen einherging. Ein Tick schlimmer ist es sogar für Schauspielerinnen. Da wir in einer sehr oberflächlichen Welt leben, ist das „Verfallsdatum“ für Frauen fast schon eingegrenzt in knappe 10 – 15 Jahre, danach wird man schon fast als zu alt eingestuft, weil man die „Hübsche“ nicht mehr geben kann. Deswegen, ein jeder der sich diesen Beruf ausgesucht hat, verdient meinen Respekt. Trotzdem, ich mache das Ganze, weil ich Bock darauf habe und wenn ich das nicht sehe für ein Projekt oder eine Figur, dann gehe ich lieber in einem 0815 Job weiterarbeiten, um meine Miete zu zahlen. Ich will keine 137 Einträge in meiner Vita. Wenn ich am Ende mit 5,7 oder 10 guten Rollen aufhöre, dann weiß ich, die waren es wert, dass ich mir den Hintern aufgerissen habe. Das meine Figuren nie gleich aussahen, gesprochen, gewirkt haben. Dann wird dieses Kapitel geschlossen und ich gehe weiter zur nächsten „Bestimmung“. Das ist mein Vorhaben, mein Weg.

9. Welchen Schauspieler, Musiker oder wen auch immer würdest Du gerne einmal persönlich treffen?

Mit die interessantes Menschen sind leider nicht mehr unter uns. Ob John Lennon, Chaplin, Bruce Lee, Beethoven, Hemingway, Brando, Robin Williams. Als Nerd/Fan/Mensch gibt es locker 100 Kreative, die man mag und in seinem kleinen Tempel verehrt. Ich denke, um nicht zu langweilen, sind, abgesehen von Stallone in einem 4 Augen Gespräch, Robert De Niro, Angelina Jolie, Michael Caine, Jane Goodall, Bruce Springsteen, Tarantino, Eastwood, Spielberg und John Carpenter weit oben, was den Unterhaltungsbereich oder Persönlichkeiten angeht.

10. Du hast gesagt, dass Du Deine eigentliche Bestimmung im Bücher schreiben siehst. Wie sehen da Deine Pläne aus, welche Genre bedienst Du?

Wie erwähnt: Erst noch die paar Jahre, bis ich an den „Blue Sparrow“ Verfilmungs-Punkt komme, falls alles aufgehen sollte in den kommenden Jahren. Danach werde ich sehr wahrscheinlich mein Smartphone an die Wand schmeißen, mich 1 Jahr fettfressen, die Welt erneut ein Stück bereisen und danach nur noch schreiben. Für mich, für andere, je nachdem, was das Leben dann so zu bieten hat. Die Fortsetzung zum „Blue Sparrow“ Roman lauert da ganz ganz hinten in ferner Zukunft, ein Gedichtband auch. Abgesehen davon habe ich immer 38 Ideen in der Schublade, genretechnisch gibt es irgendwie wirklich alles. Ich denke, ich suche auch immer das, was ich vorher nicht konnte. Das zeichnet sich in meinem „normalem Lebenslauf“ ab und in meiner Vita. Wenn man bedenkt, dass ich viel zu oft in meinem engeren Umfeld gehört habe „Das geht nicht“, „Dafür bist du zu alt“, „Das wird nichts“ habe ich schon etwas bewegt und will noch einiges weiter bewegen in Bereichen, in denen ich eigentlich auf dem Papier laut Werdegang nichts zu suchen hatte. Zum Glück bin ich trotzig und es gab auch immer 1 – 2 Stimmen, die gesagt haben „das geht, du kannst das“. Mal schauen, vielleicht werde ich auch noch Fischer. Denn das schlummert tief in mir, wenn alle erwähnten Punkte abgearbeitet sind und mir die Zeit dafür weiterhin gewährt wird. Ich würde sicherlich nicht einen Fisch fangen, aber täglich hinausfahren und mich innerlich vor der Schönheit der Natur verneigen. Verdammt ich will jetzt sofort ein Boot, haha. 😀

Ich bedanke mich bei Dir für das angenehme Gespräch und wünsche Dir film- und buchtechnisch alles Gute für die Zukunft.

Dito Wolfgang. Danke, hat mir echt Spaß gemacht. Sorry, dass es etwas länger gedauert hat, aber bei mir hast du das Pech, einen Film-Freak, Schreiber und Darsteller in einem zu haben, da ist das „Ausschmücken“ vorprogrammiert, haha. Ich wünsche Dir ebenfalls alles Gute, auch für Deine Bücher. Cheers.

©2015 Marc Engel / Wolfgang Brunner