Interview mit der Schauspielerin und Produzentin Caprice Crawford


©deebeephunky

Caprice Crawford ist eine amerikanische Produzentin und Schauspielerin, die derzeit in Berlin lebt. Bereits seit ihrem 16. Lebensjahr ist sie vor der Kamera tätig und hat im Laufe der Jahre in Fernseh- und Kinofilmen neben Jamie Foxx, Don Johnson, Orlando Bloom und Burt Reynolds gespielt.
Noch während sie als Schauspielerin arbeitete, interessierte sich Crawford immer mehr für die Dinge, die hinter der Kamera vor sich gingen. Sie begann als Fotografin zu arbeiten und fotografierte auch viele Promi-Schauspieler/innen. Danach wurde sie als Filmproduzentin und Talentsucherin für neue Gesichter tätig. Caprice Crawford betreibt seit 2016 die „Crawford Talents International Actors Management Agency“.
Film-Besprechungen freut sich sehr, Caprice Crawford einige Fragen stellen zu dürfen.

1. Von der Schauspielerin zur Filmproduzentin und Talentsucherin. Wie kam es zu diesem Schritt, der vor der Kamera begann und schließlich hinter der Kamera endete?

 Schauspielen war eine Leidenschaft, aber beim Drehen faszinierte mich die Welt hinter den Kulissen. Wie überhaupt ein Film zustande kommt. Welch komplexer Vorbereitungen es bedarf. Der kommunikative Prozess der Zusammenarbeit liegt mir sehr. Schon in Los Angeles fing ich neben meinen Filmrollen an zu produzieren, wodurch ich zahlreichen anderen Künstlern eine Plattform gab und sie mit richtigen Leuten in Verbindung brachte.

2. Du warst als Schauspielerin in sehr unterschiedlichen Rollen zu sehen. War es schwierig, sich in diese Charaktere einzufinden? Was war Deine Lieblingsrolle?

Es war immer eine spannende Herausforderung, sich in verschiedene Figuren zu versetzen. Dieser Aspekt meiner Arbeit hat mir immer großen Spaß gemacht. Aber der direkte zwischenmenschliche Kontakt, der unmittelbare Austausch, hat mir auf Dauer mehr gegeben. Daher ist meine Lieblingsrolle die Vernetzung und Kommunikation mit Menschen und versteckte Potentiale zu finden. Als Agentin habe ich die Möglichkeit Talente zu entdecken, zu fördern und beruflich zu begleiten.


3. Strebst Du als Ziel an, nur noch als Produzentin und Talentsucherin zu agieren, oder willst Du mit der Schauspielerei dennoch weiter machen?

Mein Fokus liegt in der Vermittlung meiner Schauspieler und für sie die richtigen Rollen zu finden.

4. An welchen Projekten arbeitest Du im Moment?

Täglich suche ich für meine Schauspieler das jeweils perfekte Projekt und momentan besetze ich einen Langspielfilm für die Regisseurin Sheri Hagen.

5. Wenn Du eine berühmte Persönlichkeit treffen könntest (bereits verstorben oder noch am Leben), wen würdest Du wählen und warum?

Ich lebe für die Zukunft und nicht in der Vergangenheit. Daher freue ich mich auf die noch unbekannten Talente, denen ich morgen und übermorgen begegnen werde.

6. Bleibt Dir bei Deiner vielfältigen, zeitintensiven Arbeit überhaupt noch Zeit für Hobbys? Was machst Du in Deiner Freizeit?

Früher war ich neben meiner Karriere als Schauspielerin das erste erfolgreiche schwarze Fitness-Model, das für amerikanische Magazin-Covers fotografiert wurde. Sportlich aktiv bin ich immer noch, aber genau so gerne genieße ich das Leben.

7. Fünf Bücher für eine einsame Insel wären für Dich welche?

Die nächsten fünf Drehbücher, die meinen Schauspielern angeboten werden.


8. Fünf Filme für eine einsame Insel wären für Dich welche?

The Way We Were – Falls ich Heimweh habe und weinen muss, aber es nicht kann, würde ich den genau zu dem Punkt vom film vorspulen und Rotz und Wasser heulen.

Finding Neverland – Es bringt mich sehr nah an „our inner child“ – wir dürfen einfach nie aufhören zu träumen.

The Notebook – So eine schöne Liebesgeschichte; ob jung oder alt Liebe hat kein Verfallsdatum Liebe ist grenzenlos.

Blow – Wegen dem klasse Soundtrack so sexy „arranged“ vom Amanda Demme

The Door 


9. Du castest gerade für den neuen Film von Sheri Hagen, mit der Film-Besprechungen ebenfalls schon ein Interview führen durfte. Wie darf man sich so ein Casting vorstellen? Kannst Du uns einen kleinen Einblick in diese Tätigkeit geben?

So ein Casting gehört zum kreativen Denken. Man lernt auf unterschiedlicher Art viele verschiedene Facetten von Menschen kennen und kann schon sehr persönlich werden. Speziell wenn es um „life casting“ geht und die wundervollen Schauspieler/innen ihr Herz und Blut geben für diese eine Rolle. Es ist das schon fast wie eine Neugeburt.

10. Was fällt Dir spontan ein bei

– David Lynch

Seine auffällige Frisur und die speziellen Filme und Serien wie Mulholland Drive , Twin Peaks. Vor allem aber die wunderbare Casting-Szene mit Naomi Watts in Mulholland Drive

– John Carpenter

Was sind das für Horrorfragen 🙂

– American Horror Story

Sollt ich mir unbedingt anschauen.

– Akte X

David Duchovny – sonst hat mich diese Show nie so richtig interessiert

– Dein erster Kinofilm 🙂

Poltergeist von Steven Spielberg. Ich hatte eine Angst, ich war grade 11 Jahre

11. Was sind für Dich die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Gesundheit , Liebe , Lust am Leben und streben nach seinem eigenen Glück, um es währenddessen mit anderen zu teilen.

Ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir viel Erfolg in allen beruflichen und privaten Belangen.

© 2017 Caprice Crawford / Wolfgang Brunner

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BFG – Big Friendly Giant (2016)

Originaltitel: The BFG
Alternativtitel deutscher Titel: BFG – Sophie und der Riese
Regie: Steven Spielberg
Drehbuch: Melissa Mathison
nach dem Roman von Roald Dahl
Kamera: Janusz Kamiński
Musik: John Williams
Laufzeit: 117 Minuten
Darsteller: Mark Rylance, Ruby Barnhill, Penelope Wilton, Jemaine Clement, Rebecca Hall, Rafe Spall, Bill Hader, Michael Adamthwaite, Adam Godley
Genre: Fantasy
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Kanada
FSK: ab 6 Jahre

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Das Waisenmädchen Sophie lernt eines Tages einen freundlichen Riesen kennen, der sie mit in die Welt der Riesen nimmt. Doch dort leben nicht nur freundliche Riesen, sondern auch böse, die liebend gerne Menschen, insbesondere Kinder, fressen. Sie haben auch vor, in die Welt der Menschen einzudringen und sie anzugreifen. Sophie heckt mit ihrem neuen Freund und der Königin von England einen Plan aus, um dies zu verhindern.

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Spielbergs neuer Film wird die Kinogängern und Filmfans in zwei Lager spalten: Die einen werden die Adaption von Roald Dahls Kinderklassiker als nervtötend langweilig bezeichnen und die anderen als wunderschön fotografierten Fantasyfilm für die ganze Familie.  Und ich? Ich liege irgendwie genau in der Mitte beider Seiten, denn zum einen sieht man dem Film an, dass er mit großer Hingabe gedreht wurde und zum anderen fehlt letztendlich doch irgendwie das gewisse Etwas, das den Charme anderer Spielberg-Filme ausmacht. Aber der Reihe nach:  Spielberg geht erfreulicherweise einen Weg, der das Kino nicht in die Dimensionen bombastischer CGI-Effektorgien mit keinerlei Gefühlen schleudert, sondern er erzählt eine Geschichte in ruhigen, prinzipiell unspektakulären Tönen. Sicherlich lebt der Film von den Tricks, die ich im Übrigen äußerst gelungen empfand. Aber es werden, wie in so vielen Filmen Steven Spielbergs, auch Freundschaft, Mut und Lebensweisheiten behandelt. Es macht ungemein Spaß, dem ungleichen Freundespaar zu folgen, und gerade durch die oft leisen Zwischentöne wirkt der Film wie ein Traum. Roald Dahls Vorlage wird kongenial umgesetzt, da sie die Gefühlswelt eines Kindes, und wie dieses seine Umgebung wahrnimmt, sehr schön darstellt: ein bisschen Traurigkeit, ein bisschen Abenteuer und eine Prise Spaß durch die Augen eines Kindes.

Lässt man sich auf diese Welt, durch die Augen eines Kindes gesehene, Welt ein, wird man mit einem wunderschönen Film belohnt, der zum Träumen einlädt. Erwartet man einen mit Effekten überladenen Blockbuster-Film im Stil der heutigen Comicverfilmungen, wird man wohl bitterlich enttäuscht sein. Alleine die Tatsache, dass sich Spielberg nicht auf dieses Niveau begibt, macht „BFG“ zu etwas Besonderem. Und dennoch fehlt im Gesamtbild das Flair der älteren Spielberg-Filme. Woran es liegt, kann ich nicht einmal genau sagen, denn im Grunde genommen passt alles: Eine Geschichte, wie für Spielberg geschrieben, wunderbare Effekte und eine tolle Filmmusik von Hauskomponisten John Williams. Doch gerade Williams ist mit seinem Score nicht der große Wurf gelungen, obwohl die Musik gewohnt hochwertig und wunderschön ist. Aber sie bleibt leider nicht im Gedächtnis haften, wie so manch andere aus der Feder von John Williams.

Insgesamt gesehen habe ich mich prächtig unterhalten und auch amüsiert. Eine Szene bei der Königin von England hat mich sogar lauthals zum Lachen gebracht, obwohl ich den Film alleine angesehen habe. Spielberg versteht sein Handwerk nach wie vor, allerdings erscheint mir „BFG“ nicht so kultverdächtig wie seine anderen Filme und befindet sich für mich auf gleicher Ebene wie zum Beispiel „Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn“ . Das soll nicht heißen, dass mir diese beiden Filme nicht gefallen, absolut nicht, aber in seinen anderen Werken kann Spielberg eindeutig mehr sein Können als Regisseur zeigen als in den beiden genannten. Für mich also eher ein untypischer Spielberg-Film, der mich dennoch vollauf überzeugen konnte.

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Fazit: Wunderschön fotografierter Märchenfilm, der sich durch seine ruhige, besinnliche Inszenierung wohltuend von effekteüberladenen Blockbustern der heutigen Zeit abhebt.

© 2017 Wolfgang Brunner

The Jungle Book (2016)

Originaltitel: The Jungle Book
Regie: Jon Favreau
Drehbuch: Justin Marks
Kamera: Bill Pope
Musik: John Debney
Laufzeit: 105 Minuten
Darsteller: Neel Sethi, Ritesh Rajan
Genre: Abenteuer
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 6 Jahre

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Als sein Vater im Dschungel ums Leben kommt, wird der kleine Junge Mogli von dem Panther Bagheera zu einem Wolfsrudel gebracht, wo er aufwächst. Doch eines Tages erscheint der Tiger Shir Khan und verlangt den Tod des Jungen. Daraufhin beschließt das Wolfsrudel, Mogli aus dem Rudel zu entlassen und ihn auf die Reise zu einem Menschendorf zu schicken. Mogli steht eine gefährliche und spannende Reise bevor.

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Wer kennt nicht Walt Disneys Zeichentrick-Klassiker „Das Dschungelbuch“? Viele Realverfilmungen erblickten das Licht der Filmwelt, aber keine brachte es zu so viel Ruhm wie das Original. Und nun folgt eine weitere Adaption von Rudyard Kiplings Kinderbuch und wieder einmal steckt Disney dahinter. Man möchte gar nicht glauben, dass Regisseur Jon Favreau ein solch großer Wurf gelungen ist, der den Zeichentrick-Klassiker tatsächlich in den Schatten stellt. Und wie …
„The Jungle Book“ ist hinreissend, visuell atemberaubend und hält sich ziemlich gut an die literarische Vorlage (was hoffen lässt, dass auch „Das zweite Dschungelbuch“ vielleicht noch verfilmt wird). Warum man allerdings den deutschen Titel beim amerikanischen Originaltitel „The Jungle Book“ beließ, ist für mich nicht nachvollziehbar, denn schließlich befinden wir uns doch in Deutschland. Wollte man eine Verwechslung mit den anderen „Das Dschungelbuch“ betitelten Filmen vermeiden? Keine Ahnung, auf jeden Fall finde ich die Unsitte in Deutschland, amerikanische Titel zu verwenden, befremdlich und äußerst schade. Denn meine 80jährige Mutter kann zum Beispiel mit solchen Titel absolut nichts anfangen.

 Nun aber zum Film, der mich von Anfang an mit seinem ganz besonderen Charme in den Bann gezogen hat. Sicherlich liegt das auch daran, dass mit der heutigen Technik die Dschungeltiere nahezu perfekt in Szene gesetzt werden können. Aber das alleine ist es nicht, dass diesen Film so hervorragend macht. Neel Sethio, der den kleinen Jungen spielt, macht seine Sache wirklich hervorragend. Umso weniger kann ich nachvollziehen, dass dieser junge Schauspieler nicht einmal auf dem Plakat namentlich erwähnt wird, sondern nur die Namen der berühmten Synchronsprecher. Wenn man bedenkt, dass Neel Sethio hauptsächlich nur vor Greenscreen-Wänden agiert hat, um danach im fertigen Film mit den Tieren zu sehen ist, kann man dem jungen Schauspieler nur seine Hochachtung aussprechen. Schade, dass viele den Jungen in seiner Rolle als Mogli nicht mochten, für mich unverständlich.
Die Tiere sind hervorragend animiert und schon nach wenigen Minuten vergisst man fast, keine echten Tiere vor sich zu haben, so stark versinkt man in dieser Welt. Die deutschen Synchronsprecher, allen voran Joachim Krol als erzählender Bagheera, haben tolle Arbeit geleistet.

Wie eine Mischung aus Peter Jacksons „Herr der Ringe“ und John McTiernans „Medicine Man“ überrascht „The Jungle Book“ mit außergewöhnlichen Effekten und Aufnahmen wie auf Ölgemälden. Favreau ist ein Kunststück gelungen, das sowohl die ältere wie auch die neuere Generation begeistert. Unaufdringlich werden auch noch zwei Songs des alten Zeichentrick-Klassikers mit eingebaut, ansonsten geht Favreaus Interpretation eigene, visuell extrem beeindruckende Wege.
John Debneys Score ist wunderschön. Passagen aus dem alten Soundtrack von George Bruns werden gekonnt eingesetzt und wechseln sich mit bombastischen, melancholischen Tönen ab, die teilweise sehr stark an Jerry Goldsmiths Meisterwerk „Medicine Man“ erinnern. Debneys Musik passt so hervorragend zu den gezeigten Bildern, dass es einem an manchen Stellen Gänsehaut beschert.
Jon Favreau hat eine Geschichte aus meiner Kindheit so emotional und episch inszeniert, wie ich es mir nie hätte erträumen lassen. „The Jungle Book“ ist nostalgisches Kindsein mit Effekten auf auf technisch hohem Niveau.

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Fazit: Ein Klassiker in neuem Gewand. So bombastisch und episch hat man „Das Dschungelbuch“ noch nie gesehen.

© 2017 Wolfgang Brunner