Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (2016)

Originaltitel: Fantastic Beasts and Where to Find Them
Regie: David Yates
Drehbuch: J. K. Rowling
Kamera: Philippe Rousselot
Musik: James Newton Howard
Laufzeit: 133 Minuten
Darsteller: Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Ezra Miller, Dan Fogler, Alison Sudol, Colin Farrell, Faith Wood-Blagrove, Samantha Morton, Ron Perlman, Jon Voight, Johnny Depp
Genre: Fantasy
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 12 Jahre

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Der exzentrische und hochbegabte britische Zauberer Newt Scamander erforscht mit Hingabe die Vielfalt aller magischen Wesen und setzt sich für ihre Rettung und Erhaltung ein. Ein paar solcher Wesen trägt er in seinem Koffer mit sich herum, als er nach Amerika aufbricht, um dort ein neues Wesen zu ergattern. Durch einen unglücklichen Zufall gerät eines der Wesen durch den Menschen Jacob Kowalski frei und sorgt für Aufregung. Bei dem Versuch, das Wesen wieder einzufangen, begegnen Newt und Jacob der Magierin Tina Goldstein. Doch das Problem ist nicht nur, dass Newts magische Wesen auf freiem Fuß sind, sondern auch ein europäischer Zauberer, der nichts Gutes im Schilde führt …

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Niemand hätte damit gerechnet, dass es nach dem letzten Teil der Harry Potter-Reihe noch einmal einen Film gibt, der im gleichen Universum spielt. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch, als es hieß, dass „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ in die Kinos kommen sollte. Das titelgebende Büchlein, in dem lediglich magische Wesen beschrieben werden, bildete aber nur entfernt die Vorlage für den ersten von insgesamt fünf geplanten Teilen der neuen „Potter“-Reihe. Protagonist der Handlung ist der Zauberer Newt Scamander, den eingeschweißte Harry Potter-Fans selbstverständlich als Verfasser des obengenannten Buches kennen. Und genau jene Abenteuer, die Scamander während seiner Forschungen erlebt, bilden das Handlungsgerüst des Films.  Während anfangs noch ein Hauch von Rückkehr in die magische Welt von Harry Potter gelingt (Hogwarts, Dumbledore und einige andere Verweise auf die ursprünglichen Potters werden genannt), entwickelt sich „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ aber schon bald in eine andere, eigenständige Richtung, die aber dennoch absolut funktioniert.

Regisseur David Yates, der bereits bei den letzten drei Büchern (vier Filmen) der Harry Potter-Reihe und auch den beeindruckenden „Legend Of Tarzan“ Regie führte, zeigt auch hier ein sicheres Händchen in der Inszenierung für einen abendfüllenden, spannenden und sehr unterhaltsamen Kinofilm. In wunderbaren Bildern, die nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch Erwachsene verzaubern, erzählt er eine magische Geschichte, die einem in der Tat die reale Welt um einen herum für etwas mehr als zwei Stunden vergessen lässt. Man merkt dem Film an, dass er auf mehrere Teile angelegt ist, denn nichts in der Handlung wirkt überfrachtet und mit Gewalt in die Laufzeit hineingequetscht. Yater geht es relativ ruhig an und erzählt eine geradlinige Geschichte, die allerdings mit nicht viel Innovationen aufwarten kann. Doch dieser kleine Makel wird schnell aufgrund der rasanten Inszenierungsweise und den perfekten Effekten vergessen. „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ ist ein Film, in den man sich fallen lassen muss, um ihn genießen zu können. Allerdings finde ich persönlich die FSK-Freigabe ab 6 Jahren etwas grenzwertig, aber das ist ein anderes Thema und hat mit dem Film nichts zu tun.

Schauspielerisch liegt das ganze auf einem guten Niveau, das sich sehen lassen kann. Eddie Redmayne (2015 Oscargewinner für seine Rolle des Stephen Hawking in „Die Entdeckung der Unendlichkeit) hat zwar schon viele Filme auf seinem Karriereblatt zu verzeichnen, dürfte aber den meisten wohl in letzter Zeit nur durch seine Rolle in  „Jupiter Ascending“ in Erinnerung geblieben sein. Er wirkt in den ersten Momenten des Films etwas fehlbesetzt, aber das legt sich sehr schnell und schon bald erweist sich sein Schauspiel als wahrer Glücksgriff für den Film. Er verkörpert den jungen Zauberer „very british“ und verleiht ihm dadurch einen ganz besonderen Charakter, der im Gedächtnis haften bleibt. Katherine Waterston wirkt neben ihm ein wenig blass, obwohl auch sie ihre Rolle sehr gut und glaubwürdig im Griff hat. Sympathieträger des Films ist allerdings unumwunden Dan Fogler in der Rolle als Jacob Kowalski, der zum einen einen unglaublichen Charme versprüht und zum anderen die Gratwanderung zwischen gutem Slapstick und peinlichem Klamauk bravourös meistert und niemals in letzteren abgleitet. Es macht wirklich ungemein Spaß, ihm bei seiner sympathischen Tölpelhaftigkeit zuzusehen. Aber dass er schauspielern kann, hat Fogler bereits in „Scenic Route“ vortrefflich bewiesen.
Insgesamt lässt „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ auf eine gute Reihe von Kinofilmen hoffen, die nicht nur die Augen von Kindern sondern auch von Erwachsenen glänzen lässt. Für mich war dieser Film eine unerwartete, freudige Überraschung.

Hervorzuheben ist noch der wirklich fantastische Score von James Newton Howard, der die tollen Bilder passend untermalt und in ihrer Wirkung unterstreicht. Vor allem am Ende, wenn die Zauberer (ohne spoilern zu wollen) Schäden an der Stadt wieder beheben, kann einen schon mal eine wohlige Gänsehaut überkommen, so intensiv und emotional wirken und harmonieren da Musik und Bild miteinander.

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Fazit: Treffsicherer, märchenhafter Ausflug in die Welt von Harry Potter, der mit guten Schauspielern und einem überragenden Dan Fogler aufwartet.

© 2017 Wolfgang Brunner

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Gods Of Egypt (2016)

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Originaltitel: Gods Of Egypt
Regie: Alex Proyas
Drehbuch: Matt Sazama, Burk Sharpless
Kamera: Peter Menzies Jr.
Musik: Marco Beltrami
Laufzeit: 128 Minuten
Darsteller: Nikolaj Coster-Waldau, Gerard Butler, Brenton Thwaites, Courtney Eaton, Geoffrey Rush, Élodie Yung, Rufus Sewell, Chadwick Boseman, Goran D. Kleut, Bryan Brown
Genre: Abenteuer, Fantasy
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Australien
FSK: ab 12 Jahre

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Als Horus zum König von Ägypten gekrönt werden soll, unterbricht sein Onkel Set die Zeremonie und reißt die Krone an sich. Außerdem beraubt er Horus seines Augenlichts. Unter der Herrschaft von Set werden die Menschen geradezu versklavt und deshalb macht sich Bek, ein wackerer junger Draufgänger daran, die Augen des Horus, die sich in der Schatzkammer von Set befinden zu stehlen, damit der Gott seine ihm zustehende Krone doch noch erobern kann.

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„Gods Of Egypt“ ist eindeutig besser, als ich eigentlich erwartet hätte. Und das trotz einer massiven CGI-Eqffekte-Attacke, wie ich sie schon seit längerer Zeit nicht mehr mag. Aber dazu später.
Der Einstieg wirkt bombastisch und wenngleich die Menschenmassen aus dem Computer stammen, werden wir mit beeindruckenden Bildern ohne Umschweife in das Abenteuer geworfen. Regisseur Alex Proyas erklärt die Ausgangssituation kurz und knapp: Im Alten Ägypten sind die Götter an der Macht und weilen unter den Menschen. Sie sind doppelt so groß und verfügen über die Macht, sich in starke Kämpferwesen zu verwandeln. Man sollte diese Erklärungen einfach hinnehmen und den Film dann auf sich wirken lassen.

Ich fühlte mich irgendwie an „alte“ Abenteuerfilme erinnert, oft dachte ich an „Indiana Jones“, „Kampf der Titanen“ oder „Die Mumie“.  Es geht äußerst rasant zu und die Zeit vergeht wirklich wie im Fluge. Die meisten Witze sind gut platziert und wirken in der entsprechenden Situation. Einige Action- und Kampfszenen sind sehr gut choreographiert, allerdings immer nur dann, wenn echte Schauspieler miteinander agieren. Und nun komme ich zu einem leider negativen Punkt, der mir an einigen Stellen im Film aufgestossen ist. Es sind einfach zu viele, computeranimierte Effekte eingebaut, die zum einen oft unrealistisch und künstlich wirken und zum anderen den actiongeladenen Handlungsverlauf der realen Schauspieler schlichtweg stören. Ein bisschen weniger wäre definitiv mehr gewesen. Sobald sich die Götter von ihrer Menschengestalt in eines der erwähnten Wesen verwandeln, fühlte ich mich in einem Avenger- oder Transformers-Film versetzt. An ganz schlimmen Stellen sogar an den unerträglichen „I, Frankenstein“. Man ist mittlerweile von dieser Art Effektorigien übersättigt. Das ist einfach zu viel und die nimmt dem Film oft die Spannung und den abenteuerlichen Charme, der wenige Minuten zuvor noch aufgebaut wurde. Das ist so schade, denn „Gods Of Egypt“ hätte ein richtig gutes Fantasy-Abenteuer werden können. Ist es letztendlich auch, wenn man von den oft unpassenden und zu vielen Effekten absieht. Ich hatte auf jeden Fall riesigen Spaß dabei.

Schauspielerisch konnte mich am meisten Gerard Butler überzeugen, der auch sichtlich Spaß an seiner Rolle hatte. Aber auch die anderen Akteure waren sehr gut und konnten mich ausnahmslos überzeugen. Proyas hat an ein paar Stellen visionär erscheinende Bilder erschaffen (da haben die Effekte zum Beispiel nicht gestört), die mich nachhaltig beeindruckt und sich in mein Gedächtnis eingebrannt haben. Das hat mich über die Negativpunkte auch hinwegsehen lassen, so dass „Gods Of Egypt“ für mich trotzdem ein richtig guter Fantasyfilm geworden ist. Besonders hervorzuheben ist der phantastische Score von Marco Beltrami, der genau diese Abenteuerstimmung in Verbindung mit dem oft tollen Bildern hervorragend untermalte.

Insgesamt ein wunderbarer, actiongeladener Fantasyfilm, der einen mit wirklich tollen Bildern in den Bann zieht. Einziges Manko sind die erwähnten, übertrieben eingesetzten CGI-Effekte, wenn sich die Götter in Wesen verwandeln.

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Fazit: Atemberaubendes Fantasyabenteuer, bei dem leider einige CGI-Effekte den Charme leicht zerstören.

© 2017 Wolfgang Brunner

Ant-Man (2015)

Ant-Man

Originaltitel: Ant-Man
Regie: Peyton Reed
Drehbuch: Edgar Wright, Joe Cornish, Adam McKay, Paul Rudd
Kamera: Russell Carpenter
Musik: Christophe Beck
Laufzeit: 117 Minuten
Darsteller: Paul Rudd, Evangeline Lilly, Michael Douglas, Corey Stoll, Michael Peña, T.I., David Dastmalchian, Abby Ryder Fortson, Bobby Cannavale
Genre: Science Fiction, Action
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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Hank Pym wirbt den Superdieb Scott Lang für einen großen Coup an. Pym hat eine Technologie entworfen, mit der Lebendiges und Nichtlebendiges auf Miniaturgröße geschrumpft werden kann. Eine entsprechende Formel hat er nach Ausscheiden aus der Firma zurückgelassen. Nun will Pyms Konkurrent Cross, der die Firma nun leitet,  diese Technolgie für militärische Zwecke nutzen. Lang soll Cross‘ Arbeiten boykottieren. Dabei hilft ihm ein Prototyp jenes Anzugs, mit dem er sich auch Ameisengröße schrumpfen kann .

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Ein neuer Held aus dem Marvel-Universum findet seinen Weg auf die Kinoleinwand: „Ant-Man“.
Nachdem ich der mittlerweile übertrieben vielen Comicverfilmungen fast schon überdrüssig geworden bin (nein, eigentlich bin ich sie seit einiger Zeit schon lange leid), war ich gespannt, was der Ameisenmann in mir auslösen würde.
Interessant ist, dass mir das Ganze in der ersten Hälfte außerordentlich gut gefallen hat, weil sich die Handlung eher aufbaute wie ein alter Science Fiction-Klassiker (ich dachte da in erster Linie fast ausnahmslos an „Die phantastische Reise“ aus dem Jahr 1966 oder „Die Reise ins Ich“ von 1987). Regisseur Peyton Reed, der bisher eigentlich nur für mich unbedeutende Slapstick-Komödien inszenierte, konnte mich erstaunlicherweise mit seinem neuesten Film richtig überzeugen. Zumindest eben, wie gesagt, am Anfang.
Die Handlung baut sich richtig schön langsam und unübertrieben auf und auch der verwendete Humor hat durchaus seinen Reiz und wirkt nicht peinlich, wie in vielen Komödien sonst üblich. Das liegt wahrscheinlich in erster Linie auch an dem Hauptdarsteller Paul Rudd, der überzeugend witzig daherkommt und mit seinem Charakter nie in Slapstick abrutscht.
Michael Douglas spielt, wie die anderen Akteure,  gut, fällt aber im Grunde genommen nicht weiter auf.

Ausnahmsweise wirken hier auch die Spezialeffekte richtig gut (auch in 3D), weil sie zur Handlung gehören und nicht ausschließlich der Effekte willen eingesetzt wurden. Selten hat man einen Miniaturmenschen in der für uns kleinen Welt der Insekten so gut eingesetzt gesehen wie hier. Es macht unglaublichen Spaß, wenn sich der kleine Ant-Man in einer gigantischen Welt herumschlägt und wir als Zuschauer wirklich hautnah mit dabei sein können. Hier finde ich die Spezialeffekte auf jeden Fall gerechtfertigt.

Leider verfällt der Film dann gegen Ende hin immer mehr in das typische Marvel-Schema-F der bisherigen Verfilmungen. Die Querverweise auf andere Superhelden finde ich persönlich mittlerweile unerträglich und das hat mir am Ende dann „Ant-Man“ leider auch ein wenig „madig“ gemacht. Aber nun gut, die Fans wollen das anscheinend und warten nur darauf, irgendetwas dieser Art in den Filmen zu entdecken, mein Fall ist es nicht. Nichtsdestotrotz empfinde ich „Ant-Man“ als eine der besseren, neueren Comicverfilmungen, was zum einen an den wirklich hervorragenden Spezialeffekten liegt, aber auch an dem geschickt eingestreuten Humor. Oberflächlich betrachtet reiht sich der kleine Superheld allerdings nahtlos in die Marvel-Plot-Maschinerie ein und bringt letztendlich kein bisschen Neues. Angenehm hebt er sich dennoch durch seine teils ruhige, teils witzige Inszenierung und die gut eingesetzten Effekte (die niemals übertrieben auf den Putz hauen und etwaige Vorgänger oder Konkurrenten übertrumpfen wollen) von anderen Filmen der gleichen Art ab.

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Fazit: Im Großen und Ganzen erfrischende Comic-Verfilmung, die zwar handlungstechnisch nichts wirklich Neues bietet, dafür aber mit einer sehr guten Inszenierung auftrumpfen kann.

© 2016 Wolfgang Brunner

The Walk (2015)

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Originaltitel: The Walk
Regie: Robert Zemeckis
Drehbuch: Christopher Browne, Robert Zemeckis
Kamera: Dariusz Wolski
Musik: Alan Silvestri
Laufzeit: 230 Minuten
Darsteller: Joseph Gordon-Levitt, Ben Kingsley, Charlotte Le Bon, Clément Sibony, James Badge Dale, César Domboy, Ben Schwartz, Benedict Samuel, Steve Valentine
Genre: Filmbiografie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 6 Jahre

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Der französische Künstler, Akrobat und Seiltänzer Philippe Petit sucht Herausforderungen. Er zeigt sein Können, als er ein Drahtsteil über zwei Türme von Notre Dame spannt und darauf geht. Doch dann erfährt er vom Bau des World Trade Centers und der Traum, von einem Turm zum anderen zu spazieren, lässt ihn nicht mehr los. Noch während sich die Twin Towers im Bau befinden, schmiedet Petit Pläne für sein waghalsiges Vorhaben.

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Es gibt Regisseure, bei denen ich weiß, dass sie nur Gutes abliefern. Darunter fällt für mich auch Robert Zemeckis, der mit seinem neuen Film „The Walk“ meine Erwartungen wieder einmal erfüllt hat. Mit einer akribischen Genauigkeit inszenierte er die atemberaubende Filmbiografie des Seiltänzers Philippe Petit, der mit seinem Drahtseilakt zwischen den Twin Towers seinerzeit für weltweites Aufsehen gesorgt hatte.
Optisch ansprechend nimmt uns Zemeckis mit auf eine Reise durch das Leben eines Mannes, der sich ein eigenwilliges Ziel gesetzt hat und dieses mit aller Macht erreichen will. Kurzweilig begleiten wir Petit bei seinen Vorbereitungen für den größten Drahtseilakt, den die Welt je sehen wird.

Schauspielerisch ist nichts zu bemängeln, alle Akteure sind voll bei der Sache und spielen, was das Zeug hält. Herausgekommen ist ein enorm packendes Abenteuer, das nicht unbedingt das Mainstream-Publikum bedienen wird. Sicherlich wird die Lebensgeschichte des Künstlers mit optischen Spielereien verziert, aber Zemeckis richtet sein Hauptaugenmerk eindeutig auf den Menschen, der nicht aufgibt, um sein Ziel zu erreichen. Für mich war der Film in keiner Minute langweilig, da er auch konstant auf das große, spektakuläre Ende hinarbeitete und die Spannung dabei geschickt aufbaute.

Die letzte Dreiviertelstunde ist eines der atemberaubenden Inszenierungen, die ich jemals gesehen habe. Zemeckis und sein Darsteller spielten den Gang zwischen den Türmen in einer unglaublich genauen Detailgenauigkeit nach, dass man vergisst, einen Spielfilm zu sehen. Man hält unweigerlich die Luft an, wenn Joseph Gordon-Levitt in seiner Rolle als Philippe Petit in einer schreckenerregenden Höhe über das Seil geht, als befände er sich auf festem Boden. Das diese Aufnahmen alle mittels Spezialeffekten entstanden sind, vergisst man wie gesagt. Diese Szenen sind an manchen Stellen geradezu unerträglich voller Spannung, so dass man sich einerseit wünscht, sie wären schnell vorbei, andererseits ist man derart fasziniert, dass man sich nicht sattsehen kann. Gerade das Ende des Filmes ist eines der größten Abenteuer, das man sich in 3D ansehen kann. Wer also die Gelegenheit hat, dieses kleine Meisterwerk in 3D zu sehen, sollte dies auf alle Fälle machen. Es lohnt sich wirklich!

Robert Zemeckis hat wieder einmal ganz großes Kino abgeliefert, dass emotional mitreißt und im Gedächtnis haften bleibt. Und auch wenn hier jede Menge Spezialeffekte eingesetzt wurden, wirkt der Film niemals überfrachtet oder nervig. Im Gegenteil – dadurch darf der Zuschauer mit auf eine einmalige Zeitreise, die nicht nur das World Trade Center, sondern auch eine schöne Zeit, wieder lebendig macht. Ein Muss für den anspruchsvollen Filmfan!

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Fazit: Muss man gesehen haben. Vor allem, wenn möglich, in 3D. Robert Zemeckis ist eine eindrucksvolle Filmbiografie gelungen, an die man noch lange denkt. Unbedingt ansehen!

© 2016 Wolfgang Brunner

Seventh Son (2014)

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Originaltitel: Seventh Son
Regie: Sergei Bodrow
Drehbuch: Charles Leavitt, Steven Knight, Matt Greenberg
nach dem Roman „Spook-Der Schüler des Geisterjägers“ von Joseph Delaney
Kamera: Newton Thomas Sigel
Musik: Marco Beltrami
Laufzeit: 102 Minuten
Darsteller: Jeff Bridges, Ben Barnes, Julianne Moore, Alicia Vikander, Kit Harington, Djimon Hounsou, Jason Scott Lee, Antje Traue, Olivia Williams
Genre: Fantasy, Literatur
Produktionsland: Vereinigte Staaten, Vereinigtes Königreich, Russland
FSK: ab 12 Jahre

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Die Hexe Malkin will die Welt mit einer Armee aus fürchterlichen Kriegern unterjochen. Der Geisterjäger John Gregory Geisterjäger macht sich auf die Suche nach dem siebten Sohn des siebten Sohnes, der der Legende nach an seiner Seite gegen das Böse antreten soll. Tom, der Auserwählte, findet sich schon bald im größten Abenteuer seines Lebens.

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Ich war ja wirklich überrascht, als ich diesen Film sah. Ich hatte mir eher so ein verunglücktes Fantasy-Abenteuer wie „Eragon“ vorgestellt, das zwar ganz anschaulich ist, aber schon bald wieder in Vergessenheit gerät.  In Wahrheit war „Seventh Son“ dann doch ein ganz praktikabler Film, der mich sehr unterhalten hat. Bei diesem Film, die Romanvorlage kenne ich in diesem Fall ausnahmsweise einmal nicht, handelt es sich um einen wirklich klassischen Fantasyfilm, wie zum Beispiel der etwas ältere „Der Drachentöter“ oder auch „Conan“. Die Zuschauer werden in eine mittelalterliche Welt entführt, in der es Zauberer, Hexen und Drachen gibt. Die Handlung ist nicht wirklich weltbewegend und man fühlt sich an allerlei Buch- und Filmvorlagen erinnert, aber dennoch tut es dem Unterhaltungsfaktor keinen Abbruch.

Jeff Bridges, aber auch Ben Barnes, gehen in ihren Rollen auf und vermitteln durch ihre Darstellung den Spaß, den sie mit Sicherheit während der Dreharbeiten hatten. Julianne Moore kam mir des öfteren unterfordert vor und passt auch nicht immer hundertprozentig in die Rolle, aber auch das ist nicht weiter schlimm, denn es handelt sich hierbei ja schließlich um einen Unterhaltungsfilm und nicht um eine hochwertige, anspruchsvolle Literaturverfilmung. Die Effekte und vor allem die Drachen sind sehr gut gemacht. Aber was mich am meisten begeistert hat, waren die teils wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die sogar mit dern Herr der Ringe- und Hobbit-Verfilmungen von Peter Jackson konkurrieren konnten. Die Kostüme sind ebenfalls eine Erwähnung wert, genauso wie die wunderbare Musik von Marco Beltrami, die die düstere Atmosphäre perfekt einfängt und untermalt.

Dennoch bleibt trotz aller Begeisterung nicht viel hängen, was wahrscheinlich einfach daran liegt, dass man zu vieles schon einmal anderweitig gesehen und gelesen hat. Dem Plot fehlt die Selbständigkeit und die Innovation, neues zu erschaffen, und dümpelt bis auf ein paar Ausnahmen einfach vor sich hin. Einzig Jeff Bridges und den fantastischen Effekten ist es zu verdanken, dass „Seventh Son“ zumindest teilweise im Gedächtnis haften bleibt. Allerdings hat bei mir die kauzige, humorvolle Art von Bridges nicht immer funktioniert. An manchen Stellen hätte ich mir dann doch einen ernsteren Ton gewünscht.
Ich habe die 3D-Version gesehen, die mir aufgrund der relativ unspektakulären Art und Weise erstaunlich gut gefallen hat. Da wurde weniger Wert auf Effekte gelegt, sondern vielmehr auf eine angenehme Tiefenwirkung geachtet. Das hat mir persönlich sehr gefallen. Interessant ist, dass sich trotz der CGI-Effekte ein gewisser Charme, wie man ihn aus alten Filmen kennt, einschleicht. Liest man sich den Abspann durch, stößt man auf einen Namen, der eventuell für diesen nostalgischen Charme verantwortlich ist: John Dykstra, der mit seinen legendären Spezialeffekte für „Star Wars“, „Kampfstern Galactica“, „Star Trek“ oder „Lautlos im Weltraum“ verantwortlich war, übernahm die Rolle des Visual Effects Designer.

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Fazit: Unterhaltsam und auf gewisse Art und Weise von einem nostalgischen Flair des 70er und 80er Jahre-Kinos umgeben. Leider verliert sich die Handlung in vielerlei Ideen, die man bereits anderweitig gesehen und gelesen hat. Für Fantasy- und vor allem Drachen-Fans dennoch unbedingt zu empfehlen.

© 2016 Wolfgang Brunner

Poltergeist (2015)

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Originaltitel: Poltergeist
Regie: Gil Kenan
Drehbuch: David Lindsay-Abaire
Kamera: Javier Aguirresarobe
Musik: Marc Streitenfeld
Laufzeit: 93 Minuten
Darsteller: Sam Rockwell, Rosemarie DeWitt, Saxon Sharbino, Kyle Catlett, Kennedi Clements, Jared Harris, Jane Adams, Susan Heyward, Nicholas Braun
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahren

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Die fünfköpfige Familie Bowen bezieht ein Vorstadt-Haus, das perfekt für sie zu sein scheint. Doch schon bald wird die kleine Tochter Maddy von unheimlichen Phänomenen heimgesucht. Als die Erscheinungen eskalieren, beauftragen die Eltern Geisterjäger, um den Geschehnissen auf den Grund zu kommen. Es stellt sich heraus, dass in dem Haus ein Poltergeist umgeht, der aus unerfindlichen Gründen Maddy entführen will.

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Ich hätte nicht gedacht, dass mich diese Neuinterpretation des Klassikers von Tobe Hooper auch nur annähernd überzeugt. Aber man lernt ja bekanntlich nicht aus und Gil Kenan, dessen Filme „Monster House“ und „City Of Ember“ mir schon gefallen haben, hat mich mit seinem Remake durchaus für sich gewinnen können. Das liegt wohl auf der einen Seite an den natürlich besseren, computererzeugten Spezialeffekten, aber erstaunlicherweise auch an der Besetzung. Wobei ich mich hier dann doch einschränke und zugeben muss, dass Heather O’Rourke als Carol Anne doch weit besser war als Kennedi Clements in der entsprechenden Rolle der Madison Bowen. Dennoch kann auch dieses Mädchen etwas und meistert ihre Rolle.

Überraschenderweise wusste ich nicht, wie ich die „neuen“ Erwachsenen mögen würde, denn JoBeth Williams und vor allem Craig T. Nelson mochte ich in der 80er Jahre Verfilmung beide sehr gut leiden. Nun gut, anfangs war ich noch ein wenig vorsichtig, als ich Sam Rockwell und Rosemarie DeWitt dabei beobachtete, wie sie die Eltern der heimgesuchten Maddy spielten. Aber je weiter der Film fortschritt, desto mehr mochte ich die beiden und wenn ich jetzt am Ende genauer darüber nachdenke, fand ich sie besser als die Eltern im Original. Ich kann nicht einmal genau erklären, aus welchem Grund, aber ihr (Zusammen-)Spiel hat mich vollkommen überzeugt. Erfrischend ist bei dieser Neuverfilmung auch, dass die damals störende Rolle der Tangina Barrons (perfekt nervtötend von Zelda Rubinstein dargestellt) gestrichen wurde. Wir haben es einfach nur noch mit einem Team aus Geisterjägern zu tun – und das ist auch gut so.

Dass man nun auch in die andere Welt (die der Toten) sehen konnte, fand ich extremst faszinierend. Einige Bilder hatten da fast schon einen Dante’schen Charakter an sich. Das hat mir sehr gut gefallen, zumal es eine eindeutige Änderung und Neuerung gegenüber dem Originalfilm war. Der neue Poltergeist ist natürlich effekthascherischer aufgemacht, was ich in diesem Fall aber gar nicht mal so schlecht fand. Die Grundstimmung des Originals wird leider vernachlässigt, aber da sehe ich diese Neuinterpretation einfach als eigenständigen Film.
Schade ist, dass sich die Filmmusik nicht an Jerry Goldsmiths genialen Score von damals annähern kann. Alleine dadurch verliert der Film an Atmosphäre, die mit einem besseren Score bestimmt zumindest einigermaßen gelungen wäre.

„Poltergeist“ hat mir gefallen, allerdings nur unter der Prämisse eines eigenständigen Films und dem Versuch, einen Kultfilm in ein modernes Gewand zu stecken. Das ist aus meiner Sicht auf jeden Fall gelungen und die Familie hat ihren eigenen Charme, der sich einfach nur von dem der anderen unterscheidet. Schauspielerisch, inszenatorisch und ideenmäßig empfand ich das 2015er-Remake als gelungen und auf jeden Fall noch ein weiteres Mal sehenswert. Entgegen vieler anderer Meinungen vertrete ich den Standpunkt, dass Kenan eine schwere Aufgabe angenommen hat, um einen Kultfilm neu zu inszenieren, und dennoch sehr souverän an das Projekt herangegangen ist , in dem er einiges der alten Vorlage beibehalten hat und dennoch neue, eigenständige Wege gegangen ist. Das finde ich allemal besser, als eine einstellungsgetreue Wiederverfilmung. Und gegenüber den Comic-Verfilmungen, von denen wir ja in letzter Zeit überhäuft werden, richtet „Poltergeist“ sein Hauptaugenmerk  eher immer noch auf die Schauspieler und nicht auf Effekteorgien. Mir hat’s gefallen. 😉

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Fazit: Wider Erwarten gut inszenierte Neuinterpretation eines Klassikers. Schauspielerisch vollkommen in Ordnung und ein paar innovative Neuerungen in der Handlung gibt es auch noch.

© 2016 Wolfgang Brunner

Fürst der Dämonen (2014)

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Originaltitel: Vij
Alternativtitel: Forbidden Empire
Regie: Oleg Stepchenko
Drehbuch: Oleg Stepchenko, Aleksandr Karpov
Romanvorlage: Nikolai Gogol
Kamera: Vladimír Smutný
Musik: Anton Garcia Abril
Laufzeit: 111 Minuten
Darsteller: Aleksandr Karpov, Jason Flemyng, Andrey Smolyakov, Aleksey Chadov, Yuriy Tsurilo, Olga Zaytseva, Aleksandr Yakovlev
Genre: Fantasy
Produktionsland: Russland , Tschechische Republik , Ukraine
FSK: ab 12 Jahre

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Jonathan Green will als erster Wissenschaftler den Umfang der Erde messen. So macht er sich Anfang des 18. Jahrhunderts mit seiner Kutsche, an der das Messinstrument angebracht ist, auf den Weg, bis er inmitten der Karpaten auf ein einsames Dorf stößt, das verflucht zu sein scheint. Der Geist eines verstorbenen Mädchens soll in einer Kirche zu spuken und Green kommt schon bald einem unheimlichen Geheimnis auf die Spur.

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Ich wusste nicht genau, was mich erwartet, deswegen war ich wohl auch überrascht, dass „Fürst der Dämonen“ wie ein klassischer Märchenfilm beginnt. Ich hatte wohl eher mit einem Plot a la „Van Helsing“ oder so ähnlich gerechnet. Nichtsdestotrotz ließ ich mich auf die Handlung ein.
So manches Mal erschien mir die Inszenierung ein wenig wirr und durcheinander, dennoch hatte sie einen gewissen Reiz, dem ich mich nicht entziehen konnte. Schauspielerisch waren keine Meisterleistungen zu verzeichnen, sondern eher unbeholfenes Agieren, das aber nicht so schlecht war, dass ich den Film abgebrochen hätte. Aber mit anderen Schauspielern (vor allem bei den Bewohnern des Dorfes) wäre durchaus mehr Potential entstanden.

„Fürst der Dämonen“ bewegt sich zwischen Fantasy, Horror und Märchen, kann sich bis zum Ende nicht wirklich entscheiden, was für eine Art von Film er ist. Man muss ich darauf einlassen (können), um die Geschichte zu genießen, denn es gibt durchaus einige Szenen, die sehenswert sind. In der Mitte des Films zum Beispiel wird der Zuschauer mit einer Sequenz belohnt, die an die visionären Bilder des Horrorschriftstellers Clive Barker erinnert. Diese Szene hat mich unter anderem sehr beeindruckt, auch wenn die Effekte nicht hundertprozentig perfekt waren. Aber auch das hat seinen Reiz, wie ich finde.

Die 3D-Version zeigt die wunderbaren Kulissen in fabelhaften Bildern. Alleine deswegen ist der Film einen Blick wert. „Fürst der Dämonen“ ist anders als die meisten Horror- oder Fantasyfilme. Vielleicht macht es genau dieser Umstand aus, dass viele diesen Film nicht mögen, denn er bewegt sich, wie gesagt, die meiste Zeit zwischen verschiedenen Genres. Das ist nicht jedermans Sache. Ich für meinen Geschmack fand diese Kombination gar nicht mal so schlecht und durchaus unterhaltsam, weil es einfach mal etwas anderes war wie der Mainstream-Einheitsbrei.

Wer Märchen mag, die mit einem Schuß Horror und Fantasy gewürzt sind, könnte an „Fürst der Dämonen“ seinen Spaß haben. Weniger offene Zuseher, die einen Mainstream-Blockbuster erwarten, sollten die Finger davon lassen.

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Fazit: Unentschlossener Genremix aus Märchen-, Fantasy- und Horrorfilm. Visuell beeindruckende Kulissen und Bilder lassen über die eher mäßigen schauspielerischen Leistungen hinwegsehen. Alles in allem dennoch sehenswert.

© 2015 Wolfgang Brunner