Filippelli, Marcello (Regisseur)

12188652_799825480126079_1613289192_n

© Marcello Filippelli

Marcello Filippelli ist 33 und unabhängiger Filmemacher. Schon in seiner Jugend drehte er mit der Videokamera seiner Eltern kleine Filme. Doch eines Tages wollte er dann mit professionellem Team und Schauspielern arbeiten: Herausgekommen sind spitzenmäßige Kurzfilme wie „Unerträglich“ und „Unvergessen“.
Film-Besprechungen freut sich auf das Interview mit dem dreifachen Familienvater und Independent-Filmer.

1. „Unerträglich“ und „Unvergessen“ behandeln kontroverse Themen. Gibt es dafür Gründe?

Für mich ist es irgendwie schon immer wichtig gewesen, dass meine Geschichten eine Message haben und den Zuschauer zum Nachdenken anregen. Oft sind es eben auch gesellschaftskritische Themen. Ich mag es auch, Fiktion mit realistischen Situationen zu vereinen. Das ist auch schon vom allerersten Film an so gewesen.

2. Deine beiden Kurzfilme sind in unterschiedlichen Genre angesiedelt. Sehe ich das richtig, dass Du Dich nicht auf eine Richtung beschränken willst?

Nur Horror? Nur Action? Nur Drama? Wäre mir in der Tat zu eintönig und langweilig. Ich versuche mich gerne in verschiedenen Bereichen. Entscheidend ist für mich, dass die Geschichte stimmt und einen gewissen Anspruch bietet. Denn genau diese Art Filme sind es, die ich mir auch selber gerne anschaue. Blut, nackte Ärsche und Eingeweide – gerne, aber mit einem gewissen Anspruch bitte. (Lacht)

3. Jeder Künstler hat Vorbilder. Welche sind Deine?

Früher wäre es z.B. Spielberg mit „Der weiße Hai“ gewesen und heute evtl. Besson mit „Léon – Der Profi“ oder auch Scorsese mit „Shutter Island“. Es gibt einige tolle Regisseure, aber aktuell habe ich kein bestimmtes Vorbild.

4. Gibt es denn schon Ambitionen deinerseits, einen Langfilm zu drehen?

Absolut! Den gibt es aber auch schon! „Thank God for Life“. Mein allererster Spielfilm. Produktion 2001-2003 / 78 Min. / 25 Darsteller. Eine harte, aber wunderbare Erfahrung! Ich habe nahezu alles gemacht. Vor und hinter der Kamera. Mit Freunden und Bekannten realisiert. Der Film behandelt diverse Themen: Drogen und ihre Konsequenzen. Kriminalität. Freundschaft. Familie. Träume und Hoffnung. Tolle Geschichte. Ein Remake mit professioneller Unterstützung wäre ziemlich cool. 🙂

5. Was hältst Du von Crowdfunding?

Finde ich eine absolut geniale Sache! Eine klassische Win-Win-Situation! Bisher war es mir immer möglich, die Produktionskosten größtenteils selber zu tragen. „Unerträglich“ hatte z.B. ein Budget von über 3500 Euro. Bei „Unvergessen“ waren es über 2500 Euro. Und wir sprechen hier von einem Hobby! (Lacht) Für eine nächste Kurzfilmproduktion wären etwa 5000 Euro nötig. Da ist eine gemeinnützige Plattform wie Crowdfunding wirklich eine tolle Möglichkeit zur Mitfinanzierung. Mal schauen.

6. Welche Filme sind Deine persönlichen Favoriten? Kannst Du uns vielleicht ein paar Titel nennen?

Ich mag so viele Filme! Da tue ich mich echt schwer, hier einige zu nennen. Weil ich dann bestimmt einige Lieblingsfilme dabei vergesse. Aber ich liebe die Filme von früher! 80er / 90er. Ich mag die guten alten „Handgemachten Filme“. z..B. Rambo – First Blood. Der funktioniert für mich noch bis heute. Ich mochte noch nie zu viel CGI. Wobei CGI bei Filmen wie z.B. „Star Wars“ oder „Avatar“ natürlich Sinn machen.

7. Es gibt mit Sicherheit ein Traumprojekt für Dich. Welches wäre das?

Ein Film a lá Expendables aus der Independent-Szene. Das wäre ziemlich cool! Vielleicht finde ich in naher Zukunft eine passende Kooperation mit anderen kreativen Köpfen. Konzept liegt in der Schublade. (Lacht)

8. Was fällt Dir spontan ein bei

Alan Parker?
Muss ich googlen. (Lacht)

Found Footage?
Wirkt auf mich mittlerweile etwas ausgelutscht.

Alfred Hitchock?
Gehört zu den ganz Großen.

Hans Zimmer?
Gehört zu den ganz Großen.
Wunderbare Kompositionen! Musik ist die Seele des Films.

9. Welche Filme siehst Du privat? Popcorn-Mainstream, Independent oder ArtHaus?

Alle drei Bereiche bieten sich wunderbar an für einen gemütlichen Abend.

10. Welcher fünf Dinge möchtest Du in Deinem Leben nicht missen?

Meine drei Kids. Meine Frau. Gesundheit. Passt! (Lacht)

Film-Besprechungen bedankt sich herzlich für das Interview und wünscht Dir alles Gute für Deine filmische und natürlich auch private Zukunft. Nicht nur wir sind gespannt auf das, was noch von Dir kommt.

© 2015 Marcello Filippelli / Wolfgang Brunner

Advertisements