Big Driver (2016)

Originaltitel: Big Driver
Regie: Mikael Salomon
Drehbuch: Richard Christian Matheson
nach einer Kurzgeschichte von Stephen King
Kamera: Steve Cosens
Musik: Jeff Beals
Laufzeit: 84 Minuten
Darsteller: Maria Bello, Ann Dowd, Will Harris, Joan Jett, Olympia Dukakis, Jennifer KyddTara Nicodemo
Genre: Thriller
Produktionsland: Deutschland
FSK: ab 16 Jahre

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Nach einer Lesung bleibt die Schriftstellerin Tess Thorne während der Heimfahrt aufgrund einer Reifenpanne in einer verlassenen Gegend mit dem Auto liegen. Ein riesiger, aber sehr freundlicher Mann hilft ihr und bietet an, den Reifen zu wechseln. Doch noch bevor er sich an die Arbeit macht, bedrängt er Tess und ist alles andere als nett zu ihr.  Tess überlebt den Angriff und findet zurück ins Leben. Doch sie kann das Geschehen nicht vergessen und entschließt sich eines Tages, sich auf die Suche nach dem großen Mann zu machen, der ihr das angetan hat.

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Die Geschichte beginnt, King typisch, ruhig und eher harmlos. Das Grauen schleicht sich aus einer, wenngleich unerfreulichen, Alltagssituation in das Leben der Schriftstellerin. Die Überschreitung dieser Grenze wurde von Regisseur Mikael Salomon (dessen Filme „Hard Rain“ und das Remake „Andromeda“ den meisten bekannt sein dürften) hervorragend in Szene gesetzt. Man spürt das Knistern zwischen den beiden Protagonisten, erlebt das Umschwenken von Freundlichkeit in Bedrohung so hautnah, das es einem selbst als Zuschauer Angst einjagt. Dazu kommt neben der intensiven Inszenierung die unglaublich gute Schauspielleistungen von Maria Bello und Will Harris. Das Agieren der beiden passt so perfekt zusammen, dass es unglaublich authentisch wirkt, wenn der riesige Mann die Frau bedroht. Die Szenen, die dann folgen, sind hart und strapazieren die Nerven, wirken aber niemals übertrieben gewalttätig, sondern einfach nur real.

Trotz diesem harten und teilweise auch brutalen Einstieg wird die Geschichte im weiteren Verlauf in einem sehr ruhigen Ton erzählt, der eine wahnsinnig gute Atmosphäre aufkommen lässt. Die Schauspielleistung von Maria Bello ist beeindruckend und in Verbindung mit der besonnenen und stillen Inszenierung sehr emotional. Ich war absolut gebannt von den Ereignissen und Wendungen und fieberte mit der Protagonistin in jeder Sekunde mit. Alleine ihre Wandlung/Darstellung von einer hilflosen Frau in eine toughe „Kriegerin“ ist sehr glaubwürdig und intensiv.
Überhaupt sind die Charaktere King typisch und wurden allesamt sehr gut umgesetzt. Ein Wiedersehen mit der Rocksängerin und Gitarristin Joan Jett („I Love Rock ’n‘ Roll“ dürfte wohl jeder kennen), die ihre größten Erfolge in den 80er Jahren feierte, und mit der Golden Globe- und Oscargewinnerin Olympia Dukakis („Mondsüchtig“) runden das gelungene Filmerlebnis noch ab.

Man merkt dem Film in keiner Minute an, dass er fürs Fernsehen produziert wurde. Regisseur Mikael Salomon überzeugt mit stimmungsvollen Bildern und einer konsequent durchdachten Linie, als hätte er fürs große Kino gedreht. Ein wenig erinnert „Big Driver“ an den Rape & Revenge-Thriller „I Spit On Your Grave“, nur dass hier einfach mehr Menschlichkeit und Emotionen hinter dem Rachefeldzug stecken. „Big Driver“ enthält bedeutend mehr Seele als ein einfacher Slasher- und/oder Splatterfilm in dieser Art. Genre-Fans, die hier einen ähnlichen Film erwarten, könnten unter Umständen sogar enttäuscht sein. Fast schon auf melancholische Art und Weise erzählt Mikael Salomon die Geschichte einer zutiefst verletzten Frau, die sich erst später zu wehren beginnt. Auch wenn „Big Driver“ nicht zwingend etwas Neues in der Krimi- , Thriller- und Stephen King Verfilmungswelt bietet, so ist er für mich dennoch eine der besseren Adaptionen Kings (die von Frank Darabon inszenierten einmal ausgenommen, denn die sind unschlagbar spitzenmäßig) und spricht ein Publikum an, dass eine intelligente, emotionale Handlung mag, die von einem sehr fähigen Regisseur und grandiosen Schauspielern umgesetzt wurde. Wer sich für die Kurzgeschichte interessiert, die Vorlage für diesen Film war, sollte sich das Buch „Zwischen Nacht und Dunkel“ zulegen, das in Deutschland im Jahr 2010 erschien. Die zweite Geschichte dieser Kurzgeschichtensammlung ist „Big Driver“.

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Fazit: Atmosphärischer Thriller, der mehr Wert auf Emotionen als auf blutige Effekte legt. Ganz klarer Geheimtip für echte King-Fans.

© 2017 Wolfgang Brunner

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Carcinoma (2014)

Originaltitel: Carcinoma
Regie: Marian Dora (als A. Doran)
Drehbuch: Marian Dora (als A. Doran)
Kamera: Marian Dora (als A. Doran)
Musik: Marian Dora (als A. Doran)
Laufzeit: 87 Minuten
Darsteller: Ulli Lommel, Thomas Goersch, Carina Palmer, Daniela Friedel, Curd Berger, Lisbeth Piquart, Dorian Piquart
Genre: Drama
Produktionsland: Deutschland
FSK: keine Prüfung

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Obwohl Dorian eine Wucherung an seinem Körper entdeckt, sucht er keinen Arzt auf. Er hat Angst, eine schlimme Krankheit zu haben. Als der Tumor aber immer größer wird und Dorian die Schmerzen nicht mehr aushält, wird er ins Krankenhaus eingeliefert. Diagnose: Darmkrebs im letzten Stadium.

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Wer Marian Dora kennt, weiß genau, worauf er sich einlässt. Und mit „Carcinoma“ beweist Dora (der diesen Film unter dem Pseudonym A. Doran inszeniert) wieder einmal, dass er der Meister des Ekelfilms ist. Aber nicht nur des Ekels, sondern auch des hintergründigen Schockierens. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Dora seine Themen anpackt und in einen faszinierenden Film verpackt, dem man sich schwer entziehen kann. Auch wenn es äußerst blutig zugeht und mit Kot und anderen Körperflüssigkeiten nicht gespart wird, erzählt „Carcinoma“ dennoch ein ergreifendes Schicksal, das gerade durch seine Ekelszenen unglaublich authentisch wird. Dora spricht eine eigene Sprache, die manchmal an Jörg Buttgereit erinnert. Vor allem, wenn die schockierenden, ekligen Szenen von melancholischen Bildern unterbrochen werden, die den Zuschauer über das eigene Leben (und Sterben) nachdenken lassen. Ich würde Marian Dora fast als Hybrid aus dem bereits erwähnten Jörg Buttgereit, dem provokativen Michael Haneke und dem innovativen Peter Greenaway bezeichnen. Dora überschreitet definitiv Grenzen und stößt den Großteil der Zuschauer damit ab. Es gibt wohl nur wenige Menschen, die sich auf seine filmischen Alpträume einlassen, in denen Kot, Urin, andere Körperflüssigkeiten und Blut eine große Rolle spielen.

Aber man muss auch hinter die Bilder sehen, die man zu sehen bekommt. Dora nimmt kein Blatt vor den Mund und beschreibt, wie auch schon in seinem (in meinen Augen immer noch sein Meisterwerk) „Cannibal“, welche Abscheulichkeiten das Leben für uns bereithält. Niemand will es wahrhaben, geschweige denn sehen, was mit einem passiert, wenn er Darmkrebs im Endstadium hat: Da muss man sich als Betroffener leider mit Durchfall und anderen unschönen Dingen auseinandersetzen. Und genau das tut Dora auch: Er setzt sich mit dem noch verbleibenden Leben eines Kranken auseinander und zeigt uns in allen Details, wie es abläuft. „Carcinoma“ hat mich trotz einer enormen Anhäufung von Ekelszenen nicht ganz so stark betroffen gemacht wie „Cannibal“, aber dennoch ist es harter Tobak, der da auf einen zukommt und man sollte wirklich wissen, auf was man sich da einlässt. Doras Beitrag zur Krebserkrankung dürfte für jeden eingefleischten Hardcore-Fan dennoch eine Herausforderung sein.
Es gibt sehr selten Filme, die mich so nachhaltig betroffen machen und beeindrucken: „Carcinoma“ gehört eindeutig dazu.

Aber wie bei all seinen Filmen setzt Dora die Ekel- und Schockeffekte nicht plump als reißerische Aufhänger ein, sondern fokussiert damit die Geschichte und das Schicksal aller Beteiligten, lässt den Zuschauer in einer dermaßen brutalen Intensität teilhaben, dass es wehtut. Man möchte sich einerseits übergeben, kann sich aber andererseits dieser morbiden Anziehungskraft, die einem unsichtbaren Beobachter obliegt, in keiner Sekunde entziehen. Dora macht uns zu abartigen Voyeuren, die sich am Elend anderer nicht satt sehen können. Man braucht schon einen starken Magen, um einer Darmspiegelung oder anderen Geschehnissen beizuwohnen. Aber diese Dinge stellen neben den schönen Ereignissen (die Dora übrigens auch wunderbar in die Geschichte einwebt) unser Leben dar.
Begleitet werden die verstörenden und nostalgisch, melancholisch verklärten Bilder von einer elegischen Klaviermusik, die dem Film immer wieder für kurze Zeit den Schrecken nimmt. Wahrscheinlich könnte man durch diese ruhigen Einschübe Marian Doras Filme gar nicht ertragen. Sie würden auf den Zuschauer einschlagen wie eine gigantische Welle aus Gewalt und Schrecken.
Marian Doras Filme liebt oder hasst man. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es etwas dazwischen gibt, denn entweder sieht man den Künstler, der hinter diesen abartigen Bildern steckt, oder man zweifelt am Verstand des Regisseurs. Dora scheut keine Tabus und provoziert mit seinen Arbeiten, dreht aber gleichzeitig künstlerische Filme, die realistische Schrecken in traumgleiche Bilder verwandeln. Man kann es schwer erklären, wenn man die Filme, oder in diesem Fall „Carcinoma“ nicht gesehen hat. Wahrscheinlich braucht man als Fan seiner Filme eine gewisse Aufgeschlossenheit und ein Auge für die „Schönheit“, die darin verborgen sind.

Vor den Schauspielern kann man nur den Hut ziehen. Wer sich bei solchen Szenen filmen lässt, verdient meinen höchsten Respekt. Allen voran natürlich Dorian Piquart, der mit dieser Rolle in die Vollen geht und sozusagen fast alles mit sich machen lässt, was dramaturgisch notwendig war. Aber auch Curd Berger und Thomas Goersch können sich sehen lassen. Beide haben eine „normale“ Rolle inne, die sie sehr gut meistern.
„Carcinoma“ wirkt enorm lange nach, verursacht auch nach Tagen noch ein extrem unangenehmes Gefühl, wie es übrigens „Cannibal“ sogar noch nach Jahren bei mir verursacht, wenn ich daran denke. Das ist es auch, was Doras Filme ausmachen: Provokant, schockierend und tabulos. Und zwischen den Bildern steckt das Leben, wie wir es alle kennen, mit all seinen Schönheiten und Grausamkeiten.

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Fazit: Ein typischer Marian Dora, der schockiert, aber dennoch nachdenklich macht und eine morbide Faszination ausstrahlt.

© 2017 Wolfgang Brunner

Blood Feast (2016)

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Originaltitel: Blood Feast
Regie: Marcel Walz
Drehbuch: Philip Lilienschwarz
Kamera: Roland Freitag
Musik: Klaus Pfreundner
Laufzeit: 95 Minuten
Darsteller: Robert Rusler, Caroline Williams, Sophie Monk, Sadie Katz, Roland Freitag, Wilfried Capet, Max Evans, Annika Strauss, Liliana Nova, Methisa Schaefer, Gioele Viola, Herschell Gordon Lewis
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre

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Fuad Ramses betreibt in Paris ein amerikanisches Restaurant, hat aber in einem Museum für ägyptische Kultur einen zweiten Job. Während einer seiner Nachtschichten fühlt er sich zu der Statue der Göttin Ishtar hingezogen, die in Visionen mit ihm zu sprechen beginnt. Fuad verfällt der Gottheit und möchte ihr seine Verehrung durch ein Festmahl beweisen, bei dem er ihr  Menschen als Opfergabe bereiten will. Fuad verfällt immer mehr dem Wahnsinn und einem Blutrausch. Er mordet, um das blutige Festmahl für Ishtar so schnell wie möglich abhalten zu können …

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Herschell Gordon Lewis Originalfilm „Blood Feast“ aus dem Jahr 1963 gilt als erster Splatterfilm überhaupt und ist mittlerweile, trotz vieler (teils ungewollter) Schwächen ein Kultfilm. Nun hat sich der deutsche Regisseur Marcel Walz (unter anderem Raw“, „La Petit Morte 1 & 2“, „Seed 2“ und „#funnyFACE“, um nur ein paar seiner Filme zu nennen) und Drehbuchautor Philip Lilienschwarz („Absolutio – Erlösung im Blut“) einer Neuinterpretation angenommen.
Und, ich muss schon sagen, das Projekt ist vollends gelungen. Walz entwickelt sich mit jedem Film sichtlich weiter und hat mit dem Remake von „Blood Feast“ seinen bis dato eindeutig besten und handwerklich perfektesten Film abgeliefert. Da stimmt so ziemlich alles.

Was mir persönlich außerordentlich gut gefällt, ist die Tatsache, dass hier nicht nur eine blutige Gewalt- und Torture-Orgie im Vordergrund steht, sondern eine Geschichte erzählt wird, die im Gegensatz zum Original, bedeutend mehr Tiefe besitzt. Vor allem die immer wieder eingesetzten ruhigen Szenen, die übrigens absolut genial musikalisch von Klaus Pfreundner untermalt wurden, lassen eine sehr schöne Stimmung aufkommen, die mich so richtig in den Bann gezogen hat. Pfreundners Soundtrack trägt einen großen Teil zu dieser Atmosphäre bei.
„Blood Feast“ ist teilweise richtig atmosphärischer Horror geworden, der sämtliche Fehler des Originals mühelos kompensiert und eine faszinierende Neuinterpretation des Stoffes abgibt. Drehbuchautor Lilienschwarz hat die Grundstory des Originals zwar übernommen, ist aber zusätzlich einen konsequent eigenen Weg gegangen, der den Plot um Längen verbessert.
Nicht übertrieben, sondern nur immer dann, wenn es passt, werden blutige Goreszenen in die ansonsten relativ ruhige Inszenierung eingefügt, so dass im Endeffekt ein wirklich ansprechender Film dabei herausgekommen ist. Splatterfans werden dennoch ihre Freude an den Effekten von Megan und Ryan Nicholson (u.a. „Riddick – Chroniken eines Kriegers“, „Extraterrestrial“ , oder „Warcraft: The Beginning“) haben.
Kai E. Bogatzki, der bereits schon für den Schnitt vieler Filme von Marcel Walz und auch Timo Rose verantwortlich war und momentan an seinem ersten Langfilm „Scars Of Xavier“ arbeitet, hat wieder wunderbare Arbeit geleistet und einen hypnotischen Vorspann abgeliefert.

Bei der Auswahl der Schauspieler hat Walz ein gutes Händchen bewiesen. An erster Stelle steht eindeutig Robert Rusler, den vielleicht einige noch aus „L.I.S.A. – Der helle Wahnisnn, „Nightmare 2“, „Vamp“ und Stephen Kings „Manchmal kommen sie wieder“ kennen. Mittlerweile ist er älter geworden und in manchen Einstellungen sieht er sogar aus wie George Clooney ;), das aber nur am Rande.
Rusler hat sichtlich Spaß an seiner Darstellung des Psychopathen Ramses. Von Anfang an geht er in seiner Rolle auf und kann durch sein Charisma beeindrucken. Durch ihn wird „Blood Feast“ zu einem echten Erlebnis und ich habe ihm seine Schauspielerei in jeder Sekunde abgenommen. Top!
Aber auch Caroline Williams als seine Frau konnte mich absolut überzeugen, genauso wie Sophie Monk als Tochter. Kameramann Roland Freitag gibt einen überzeugenden Polizisten ab und Sadie Katz, wenngleich nicht oft zu sehen, spielt die Rolle der Göttin Ishtar mysteriös und sexy.
Das Wiedersehen mit Max Evans in der Rolle des Mathis hat mich total gefreut, denn auch hier kann er zeigen, was er kann, auch wenn es leider keine echte Hauptrolle war. Annika Strauss, die bereits in vielen Filmen von Marcel Walz, mitgespielt hat, verkörperte die Lilou souverän und überzeugend.
Auch die Nebendarsteller gefielen mir durchweg. Als besonderes „Schmankerl“ bekommt der Zuschauer sogar Herschell Gordon Lewis, den Regisseur des Originals, in einer kurzen Szene zu sehen.

Mit „Blood Feast“ hat Marcel Walz nicht nur eine enorm positive Entwicklung seines Handwerks bewiesen, sondern dem kultigen Originalfilm eine würdige Hommage bereitet. Walz‘ Film geht einen realistischeren und härteren Weg als das Original, macht die Handlungsweisen des Protagonisten auf gewisse Art und Weise nachvollziehbar und dadurch erschreckend authentisch.
Bleibt abzuwarten, ob und vor allem in welcher Schnittfassung „Blood Feast“ auch Deutschland erreicht. Wünschenswert wäre es.

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Fazit: Marcel Walz‘ bisher bester Film. So lasse ich mir eine Neuinterpretation eines eher mäßig inszenierten Originals gefallen. Robert Rusler glänzt in der Hauptrolle und Klaus Pfreundner liefert dazu einen würdigen Klangteppich.

© 2016 Wolfgang Brunner

Baskin (2015)

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Originaltitel: Baskin
Regie: Can Evrenol
Drehbuch: Can Evrenol, Cem Özüduru, Erçin Sadıkoğlu, Eren Akay
Kamera: Alp Korfali
Musik: JF (Ulas Pakkan & Volkan Akaalp)
Laufzeit: 97 Minuten (uncut)
Darsteller: Mehmet Cerrahoğlu, Ergun Kuyucu, Görkem Kasal, Muharrem Bayrak
Genre: Thriller, Horror
Produktionsland: Türkei
FSK: JK geprüft

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Eine Sondereinheit der Polizei gerät im Keller eines Gebäudes durch eine Falltür in eine düstere, schockierende Unterwelt. Durch dunkle Tunnel betreten sie eine Welt, die eine wahr gewordene Hölle aus einem Alptraum zu sein scheint. Furchterregende Gestalten machen Jagd auf sie und eine blutige Auseinandersetzung entsteht.

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Ein Horror-Thriller aus der Türkei? Ich ging mit gemischten Gefühlen an diesen Film heran und wurde absolut positiv überrascht. Klar, die Handlung ist wirklich nicht das Nonplusultra und wirkt, wenn man genauer darüber nachdenkt, erst einmal wie an den Haaren herbeigezogen. Aber das tut der extrem düsteren Atmosphäre und den teils wirklich schockierenden Szenen keinen Abbruch.
Es dauert ein wenig, bis der Film Fahrt aufnimmt, aber genau das hat mir gefallen. Man lernt erst die Männer und ihre Freundschaft zueinander, bevor es ans Eingemachte geht. Und das tut es!

Die Atmosphäre dieses türkischen Horrorfilms ist durchgehend düster und bedrohlich. Von der Inszenierung her erinnert die Höllenfahrt ein wenig an die alten italienischen Meister wie Mario Bava, Lucio Fulci oder gar Dario Argento. Aber auch ein Hauch David Lynch, was die Surrealität des Plots betrifft, ist mit dabei. So manches Mal fühlt man sich auch in die 80er Jahre zurückversetzt. Hin und wieder kam mir auch die irreale Stimmung von „Hellraiser“ in den Sinn, wobei „Baskin“ einen völlig anderen Weg geht, der dann schon eher in Richtung „The Green Inferno“ von Eli Roth führt. Die Schauspieler sind völlig in Ordnung und machen aus meiner Sicht ihre Sache sehr gut. Leider fehlt es an manchen Stellen ein wenig an Logik, hat aber für mich dennoch nicht die Auswirkung gehabt, dass ich keinen Spaß mehr an dem blutigen Trip hatte.
Es gab, wie schon in dem erwähnten „The Green Inferno“ ein paar Szenen, die mir wie ein Schlag in die Magengrube vorkamen: unausweichliche, unheimliche, brutale Stellen, die wirklich schonungslos schockieren. Das nimmt einen als Zuschauer mit und man kann die Angst und Verzweiflung der Protagonisten hautnah spüren.

Regisseur Can Evrenol lässt den Film wie einen (Alp-)Traum ablaufen, surreal und an manchen Stellen (gewollt?) unlogisch. Denn vielleicht ist es gerade diese fehlende Logik, die „Baskin“ zu diesem außergewöhnlichen und schockierenden Horrortrip macht, denn wer kennt nicht das schreckliche Gefühl, wenn man aus einem wirklich, wirklich schlimmen Alptraum erwacht? Genau so eine bedrohliche Stimmung vermittelt Evrenol und zieht einen damit sofort in seinen Bann. Oft denkt man sich, wann denn dieser Alptraum endlich ein Ende findet, und dennoch kann man nicht genug davon bekommen. Mein Respekt an den Regisseur für diese oft an die Schmerzgrenze gehenden Momente. Aber nicht nur mit provokanten Verstümmelungen und gruseligen Schockmomenten kann der türkische Horrorfilm punkten, denn auch die visuelle Seite ist keineswegs zu verachten. Wie bereits erwähnt, setzt Evrenol sehr düstere Farben ein, die durch den geschickten Einsatz von Licht noch einmal verstärkt werden. Das Szenario vermittelt von Anfang an Unheil und deprimierende Aussichtslosigkeit, die noch lange im Gedächtnis haften bleibt.
Vor allem der Anführer der Kreaturen, auf die die Polizisten treffen, jagte mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Das ist wirklich extremst gruselig inszeniert.

Auch wenn ich durchaus begeistert bin von „Baskin“, bin ich mir ziemlich sicher, dass einige nicht so empfinden werden wie ich. Ich sehe schon die ratlosen Gesichter vor mir, die nichts mit dem mystischen Plot anfangen können und sich einfach einen geradlinigeren Film gewünscht hätten. Aber ich bin der Meinung, dass es bereits genug geradlinige Filme gibt, und man sich durchaus auch einmal auf einen „traumhaften“ und visionären Trip a la Clive Barker begeben kann. Und genau das bekommt man mit „Baskin“ geboten. Für mich ein große, überraschende Entdeckung, die ich mit Sicherheit noch öfter ansehen werde.

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Fazit: Brutal, schockierend und auf gewisse Art und Weise visionär. „Baskin“ wird allerdings die Lager spalten und auf der einen Seite euphorische Begeisterung und auf der anderen enttäuschte Ratlosigkeit verursachen. Ich neige fast zu euphorischer Begeisterung.

© 2016 Wolfgang Brunner

Clown (2014)

clown

Originaltitel: The Clown
Regie: Jon Watts
Drehbuch: Christopher D. Ford, Jon Watts
Kamera: Matthew Santo
Musik: Matt Veligdan
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Laura Allen, Andy Powers, Peter Stormare, Eli Roth, Elizabeth Whitmere, Christian Distefano, Chuck Shamata, Robert Reynolds, Lucas Kelly
Genre: Horror
Produktionsland: Kanada, Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre

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Der Immobilienmakler Kent ersetzt spontan den gebuchten, ausgefallenen Clown für die Geburtstagsfeier seines zehnjährigen Sohnes. Auf dem Dachboden eines Hauses, das er verkaufen soll, findet er in einer Truhe ein altes Clown-Kostüm und rettet damit die Party. Doch nach dem gelungenen Nachmittag und Abend bekommt Kent das Kostüm nicht mehr ausgezogen. Was anfangs wie ein bitterer Scherz anmutet, entwickelt sich zu einem grausigen Alptraum, denn durch das Kostüm hat ein uralter Dämon von Kent Besitz genommen. Und schon bald hat der Dämon Hunger, und zwar nach Kindern …

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Und wieder fällt der Name Eli Roth, obwohl dieser selbst nur vier Filme abgedreht hat. „Clown“ wurde von Roth produziert und in einigen Szenen findet man sicherlich seine Handschrift, aber ansonsten ist „Clown“ das gut gelungene Langfilm-Debüt von Regisseur Jon Watts, der ohne Frage einen eigenständigen Stil an den Tag legt. Der Film funktioniert meiner Meinung nach deswegen so gut, weil er nicht ohne eine gelungene Portion Humor arbeitet, aber dennoch einen handfesten, teils erschreckenden Horrorthriller darstellt.
Die Ausgangssituation hat mich unweigerlich an die grandiose Serie „Geschichten aus der Gruft“ erinnert, weil sie tatsächlich anmutet, als hätte man sie in seiner Kindheit schon einmal in einem Comic gelesen.
Watts schraubt die Spannungsschraube konstant immer höher und was als manchmal „lächerlich“ wirkender Traum anmutet, entwickelt sich immer mehr zu einem clever konstruierten Alptraum.

Der Plot ähnelt (logischerweise) außer Stephen Kings „Es“, den Außenseiter-Dramen „Darkman“, „Die Fliege“ oder „District 9“, denn man fühlt mit dem Besessenen und empfindet an manchen Stellen sogar Mitleid. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Grauen dann in vollem Maße entfesselt wird. Die comicartige Zeichnung des Protagonisten verwandelt sich plötzlich in einen gruseligen, spannenden Thriller. Aber „Clown“ ist nicht nur Horror und Thriller, sondern auch eine Art Drama, das mitreißt. Sicherlich liegt das Hauptaugenmerk auf einer spannenden und teils blutigen Story, aber zwischen den Bildern zeichnet sich eher ein Drama als ein Horroschocker ab. Das macht Watts Regiedebüt zu etwas besonderem, das sich von dem Einheitsbrei vieler Horrorfilme abhebt, die man bereits nach ein paar Tagen wieder vergessen hat. Hier wird die Geschichte anders angegangen und mehr Wert auf innovative Ideen gelegt.

Am Ende wird dann aber auch der splatter- und goreverwöhnte Zuschauer mit einigen gelungenen Szenen belohnt, die das Gesamtbild eines außergewöhnlichen Filmes noch zusätzlich abrunden. „Clown“ ist eine solide Mischung, die verschiedene Genre bedient, ohne dass man etwas davon wirklich merkt. Jon Watts hat gegenüber dem Clown-Kultfilm und -roman „Es“ irgendwie noch einen draufgesetzt, denn sein Clown wirkt am Ende noch bösartiger und erschreckender als Kings Schöpfung, der den ganzen Schrecken mit seinem etwas mürben Ende verdorben hat. Hier kriegt man selbst als Zuschauer Angst, wenn der Clown Hunger auf Kinder entwickelt und Jagd auf sie macht. Das ist schon wirklich gruselig.
Neben den überzeugenden Schauspielern punktet auf jeden Fall Maske und Make-Up in diesem Film, den man nicht so schnell vergisst. Neben der skurrilen Ausgangssituation und den verschiedenen emotionalen Stationen, die man mit dem von einem Dämon besessenen Protagonisten durchlebt, gefällt schlichtweg der gekonnte Mix aus Horror und Drama.

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Fazit: Skurrile, innovative, äußerst spannende und unterhaltsame Mischung aus Horrorthriller und Drama. „Clown“ könnte zu einem Klassiker des Clown-Horrors werden.

© 2016 Wolfgang Brunner

The Green Inferno (2013)

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Originaltitel: Then Green Inferno
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Guillermo Amoedo, Eli Roth
Kamera: Antonio Quercia
Musik: Manuel Riveiro
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Lorenza Izzo, Ariel Levy, Daryl Sabara, Kirby Bliss Blanton, Sky Ferreira, Magda Apanowicz, Nicolás Martínez, Aaron Burns, Ignacia Allamand, Ramón Llao
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre (Uncut)

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Nach einem Flugzeugabsturz kämpft eine Gruppe von Öko-Aktivisten im peruanischen Dschungel um ihr Leben. Als sie auf einen einheimischen Indio-Stamm treffen, gerät die Situation völlig außer Kontrolle, denn sie werden gefangengenommen und eingesperrt. Schon bald müssen die Aktivisten feststellen, dass sie sich in den Fängen eines Kannibalenstammes befinden …

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Okay, ich muss ja zugeben, dass ich die Filme von Eli Roth eigentlich nicht mag. Nach dem für mich fast schon unerträglichen „Cabin Fever“, dem etwas besseren „Hostel“ und dem danach folgenden, ganz passablen „Hostel 2“ war ich gespannt, was Roth mit seinem vierten Langfilm abliefert. „The Green Inferno“ bestätigt wieder einmal, dass man jedem Regisseur mehrere Chancen geben sollte, denn Roths Kannibalen-Schocker ist absolut gelungen.
Ich war bis jetzt der Meinung, dass Eli Roth kein wirklich guter Regisseur ist, mit „The Green Inferno“ hat er das Gegenteil bewiesen.

Man erkennt Roths Vorbilder: „Zombie Holocaust“, Nackt und zerfleischt“, „Jungfrau unter Kannibalen“, „Lebendig gefressen“ und wie sie alle heißen. Ganz im Stile der 70er und 80er Jahre entführt uns der Regisseur erst einmal in eine Dschungelwelt, in der es um den Erhalt von Natur und die Rettung eines Volkes geht. Und dann kommt die Geschichte so richtig in Fahrt. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der mir dermaßen unter die Haut gegangen ist und mir einen Schlag in den Magen verpasst hat. Roth versteht es meisterhaft, den Spannungsbogen bis zum Zerreissen anzuspannen und den Zuschauer derart in Bann zu ziehen, dass es schon unheimlich ist.
Die Schauspieler, die den Kannibalenstamm darstellen, könnten besser nicht ausgewählt sein. Die Anführer des Volkes wirken unheimlich und bedrohlich gleichermaßen und lösen selbst beim Zuschauer Unbehagen aus. Vor allem Ramon Lao spielt seine Rolle dermaßen echt, dass man meinen könnte, er stamme tatsächlich aus einem Kannibalenvolk. Auch die Rituale der Kannibalen wurden aus meiner Sicht sehr authentisch dargestellt und man ängstigt sich mit den gefangengenommenen Protagonisten.

Alles fängt sehr ruhig und besonnen an. Doch ab der Hälfte wird dann der Härtegrad von einer Sekunde auf die andere von 0 auf 100 hochgeschraubt und verschafft dem Zuschauer so manches Mal einen Stoß in den Magen.

„The Green Inferno“ ist ein echter Schocker, der mit brutaler Härte arbeitet, die wortwörtlich unter die Haut geht. Hinzu kommen die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die manchmal gezeigt werden, und somit Schönheit und Brutalität der Natur fantastische gegenüberstellen. Auch das machte den Film für mich zu einem sehr realistischen Alptraum. Die Stimmung des Plots erinnerte mich, wie oben bereits erwähnt, an die „Klassiker“ dieses Genres (damals vornehmlich aus Italien) aus den 80ern, wobei Roth wesentlich professioneller ans Werk geht. Für mich ist „The Green Inferno“ tatsächlich bis jetzt ein Highlight des Jahres 2016, den ich mir mich Sicherheit noch einmal ansehen werde.

Eli Roths vierter Film ist definitiv nichts für Leute mit schwachem Magen, denn es geht wirklich absolut brutal und schonungslos zur Sache. Bitterer Beigeschmack, der die Handlung noch „schlimmer“ erscheinen lässt, ist, dass sich die in der Gewalt der Kannibalen befindlichen Opfer genau für diesen Stamm einsetzten. Mich hat diese Situation, gepaart mit den schockierenden, bluttriefenden Goreszenen, nachhaltig beeindruckt und noch Tage danach beschäftigt. Eli Roth ist fast so etwas wie ein Meilenstein des Kannibalenfilms gelungen, denn das Volk wird nicht immer nur böse, sondern auch menschlich dargestellt. Es ist schlichtweg das Leben, das sie führen, um zu Überleben. Und das ist das Erschreckende an „The Green Inferno“: Die Kannibalen sind „auch nur“ Menschen, wenngleich sie mit einer grausamen Härte an die Verspeisung ihrer Opfer herangehen.

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Fazit: Eli Roth hat das Kannibalengenre erneuert. Und das hat er so professionell, stylisch und schockierend gemacht, dass es einem den Atem raubt. Für mich einer der ersten Höhepunkte des Filmjahres 2016, obwohl der Film selbst bereits aus dem Jahr 2013 stammt.

© 2016 Wolfgang Brunner

Reise nach Agatis (2010)

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Originaltitel: Reise nach Agatis
Regie: Marian Dora
Drehbuch: Marian Dora nach einer Idee von Adrian d’Angelo
Kamera: Marian Dora
Musik: Transmitted Dreams
Laufzeit: 73 Minuten
Darsteller: Thomas Goersch, Tatjana Paige Müller, Janna Lisa Dombrowsky
Genre: Horror, Thriller,
Produktionsland: Deutschland
FSK: keine Jugendfreigabe

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Das Ehepaar Isabell und Rafael nimmt eine junge Anhalterin, Lisa, mit ihrem Motorboot mit. Anfangs scheint alles idyllisch und die drei freunden sich an. Doch auf dem Meer bemerkt Lisa, dass der Mann anscheinend sadistische und perverse Neigungen hat. Schon bald beginnt ein grausames Psychospiel, aus dem es für Lisa kein Entrinnen mehr gibt.

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Wer schon einmal einen Film von Marian Dora gesehen hat, weiß, was einen erwartet. (S)Exploitation par excellence!
Doras Filme sind schwer verdaubar und, ähnlich wie Jörg Buttgereits Werke, ein Paradebeispiel, wie verschieden Zuschauer derartige Filme als Müll oder Kunst interpretieren.
Handlungstechnisch ist Doras „Reise nach Agatis“ eher schwach. Sie dient eher nur dem Zweck, das zu zeigen, was der Fan sehen (und Dora zeigen) will. Vom Aufbau her hat mich der Film an den 2006 abgedrehten „Cannibal“ erinnert, in dem es um Armin Meiwes, den Kannibalen von Rothenburg, ging, wobei hier der Schlag in die Magengrube aus meiner Sicht bedeutend zurückhaltender ausfiel. Keine Frage, das Gezeigte übersteigt die Sehgewohnheiten des Normalzuschauers um unzählige Einheiten, aber das dumpfe Magengefühl war bei „Cannibal“ intensiver.

Mutig versetzt Dora seine perverse Gewaltorgie mit melancholischen Gedichten, die übrigens alle von Darstellerin Janna Lisa Dombrowsky stammen, und erfindet damit fast ein neues Genre. „Torture Porn“ meets melancholische „Literatur“. Auch hier lässt sich eine Gemeinsamkeit mit dem Filmer Jörg Buttgereit nicht von der Hand zu weisen. Während Marian Dora bei „Cannibal“ und „Melancholie der Engel“ noch in die Vollen ging, inszenierte er dieses Drei-Personen-Drama die meiste Zeit relativ verhalten und erreicht damit, dass die blutigen und psychischen Szenen einen weitaus unvorbereiteter treffen, als bei den beiden anderen genannten Filmen. Marian Doras Amateurfilm mag an manchen Stellen zwar auch tatsächlich amateurhaft wirken, aber im Grunde genommen erkennt man einen geborenen Filmemacher, der seine Provokationen und Gewaltdarstellungen niemals nur um ihrer selbst Willen inszeniert, sondern in nachdenklich stimmende Bilder verpackt. Vielleicht ist es gerade diese surrealistisch und gleichzeitig doch enorm realistisch wirkende Mischung, die uns das Grauen so nahe bringt.

Man muss Marian Doras Film gesehen haben (wenn man es denn durchhält 😉 ) um eine Wertung abzugeben. Diese Wertung sollte man aber vielleicht gar nicht öffentlich äußern, um eventuellen Mißverständnissen im Freundeskreis vorzubeugen, die einen eventuell mit schiefem Blich mustern, wenn man Gefallen an solchen Filmen findet. Marian Dora ist ein kontroverser Filmemacher, der sich traut, Dinge zu zeigen. Und trotz aller Gewalt steckt dermaßen viel Philosopie und Liebe in seinen Filmen … das würde ich ohne weiteres Kunst nennen.

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Fazit: Kontrovers, heftig und schockierend auf der einen, philosophisch und melancholisch auf der anderen Seite. Man muss Marian Doras Filme einfach selbst sehen, um sich eine eigene Meinung zu bilden.

© 2015 Wolfgang Brunner