Intruders (2014)

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Originaltitel: Intruders
Regie: Eduardo Sánchez, Daniel Stamm
Drehbuch: Glen Morgan (Creator), Michael Marshall Smith, Kristen Cloke, Darin Morgan
nach dem gleichnamigen Roman von Michael Marshall Smith
Kamera: Philip Linzey
Musik: Bear McCreary
Laufzeit: 336 Minuten (8 x 42 Minuten)
Darsteller: John Simm, Mira Sorvino, James Frain, Millie Bobby Brown, Tory Kittles, Sonya Salomaa, Daryl Shuttleworth, Andrew Airlie, Karin Konoval
Genre: Mystery, Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Der Geheimbund Qui Reverti existiert seit Jahrhunderten. Seine Mitglieder erlangen durch mysteriöse Handlungen ewiges Leben, in dem sie verstorbene Seelen in die Körper lebender Menschen schlüpfen lassen. Ex-Polizist Jack Whelan macht erste Erfahrungen mit dieser Sekte, als seine Frau anscheinend besessen ist. Und während er dem Fall nachgeht, stößt er auf ein neunjähriges Mädchen, in dem sich der Geist eines Mörders eingenistet hat.

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Eine Mystery-Serie von Akte X-Miterschaffer Glen Morgan? Musste ich natürlich als Akte X-Fan sehen. 😉
Der Einstieg schafft es mühelos, den Zuschauer extrem neugierig zu machen. Vollkommen undurchsichtig ist das Ganze und man ist bemüht, dem Plot zu folgen. Vergebens! Wer hier frustriert aufgibt, weil er keinerlei Sinn erkennen kann, ist selbst schuld, denn die Geschichte entwickelt sich zu einem enorm gut durchdachten Mystery-Spiel um Leben, Tod und Reinkarnation. Geschickt wird der Zuschauer immer mehr in das verworrene Geflecht um einen Geheimbund integriert,  bis er letztendlich versteht, um was es geht. Wiedergeburt und Seelenwanderung sind das zentrale Thema der Mini-Serie, die mit sehr guten Darstellern aufwarten kann. Und der uralte Traum der Menschheit, das ewige Leben, kommt ins Spiel.
„Intruders“ ist eine Serie für Menschen, die genau hinsehen. Man kann dem Plot nicht folgen, wenn man nebenbei andere Dinge macht. Und genau dieses Problem stand wahrscheinlich im Weg, damit eine zweite Staffel das Licht erblicken konnte. Für oberflächliches Anschauen eignet sich der mystische Ausflug auf keinen Fall.

Neben Mira Sorvino als Ehefrau  glänzt John Simm in seiner Rolle als besorgter und neugieriger Ehemann. Aber den absoluten Knaller in der Besetzungsliste stellt Millie Bobby Brown dar. Das ist unglaublich, wie perfekt sie ein naives kleines Mädchen spielt und in der nächsten Sekunde einen erwachsenen Mann, der in ihr steckt. Ich konnte es kaum abwarten, bis dieses talentierte Mädchen ihren nächsten Auftritt hatte. Ihre Performance lässt einen unweigerlich denken (und hoffen), dass man von noch einiges von Millie Bobby Brown hören wird.

Routiniert wurden die Folgen von den Regisseuren Eduardo Sánchez und Daniel Stamm in Szene gesetzt. Mal spannend, mal etwas ruhiger, gerät man immer tiefer in die Geheimnisse des Geheimbunds Qui Reverti und beginnt dabei so manche Zusammenhänge zu verstehen. „Intruders“ mutet in einigen Punkten manchmal sogar philosophisch an, was sich (zumindest bei mir) vor allem darin äußert, dass man nach dem Ende der Serie noch weiter über einige Punkte nachdenkt. Trau keinem, denn in jedem Menschen stecken zwei Seelen – eine, die man kennt und eine andere unbekannte. Mit diesem Satz lässt sich das Grundprinzip der Miniserie auf den Punkt bringen. Schade, dass die Einschaltquoten nicht dafür sorgen konnten, dass der überaus interessante Plot weitergeführt werden konnte. Was aber nicht heißt, dass das Ende nicht zufriedenstellend wäre. „Intruders“ kann als Mini-Serie überzeugen, hätte die Möglichkeit für eine Fortführung zwar geboten, schließt aber die Handlung so ab, dass man als Zuschauer damit leben kann.

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Fazit: Für Freunde gepflegter und vor allem intelligenter Mystery-Serien dürfte „Intruders“ genau das Richtige sein.

© 2016 Wolfgang Brunner

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Eden Lake (2008)

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Originaltitel: Eden Lake
Regie: James Watkins
Drehbuch: James Watkins
Kamera: Christopher Ross
Musik: David Julyan
Laufzeit: 87 Minuten (uncut)
Darsteller: Kelly Reilly, Michael Fassbender, Thomas Turgoose, Bronson Webb, Jsck O’Connell, Finn Atkins
Genre: Drama, Thriller, Horror
Produktionsland: Vereinigtes Königreich
FSK: SPIO/JK (indiziert)

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Jenny und Steve verbringen ein paar friedliche Tage an einem See in der englischen Provinz. Doch schon bald treibt eine Gruppe Jugendlicher ihre provozierenden und gemeinen Späße mit ihnen. Eine erste Auseinandersetzung zwischen Steve und den Halbstarken ist unvermeidlich. Als die Einheimischen das Auto der Urlauber stehlen und bei einer erneuten Auseinandersetzung der Hund eines der Jugendlichen aus Versehen getötet wird, eskaliert die Situation. Ein blutiger Albtraum beginnt.

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„Freitag, der 13.“ trifft auf „Die Klasse von 1984“ – irgendwie so empfand ich „Eden Lake“.
Die Landschaft, in der sich das Drama abspielt, erinnerte von der Stimmung her an die Filmserie um Jason Voorhees. Und die Provokationen der Jugendlichen glichen denen aus Mark L. Lesters Revenge-Thriller aus dem Jahr 1982. „Eden Lake“ lullt den Zuseher erst einmal mit schönen Landschaftsaufnahmen, einem verliebten Ehepaar und ruhiger Musik ein, bevor es so richtig zur Sache geht. Man möchte an manchen Stellen in den Bildschirm schlüpfen, um Jenny und Steve zu helfen und den Jugendlichen ordentlich eine mitzugeben.
Immer wieder versucht Steve, die Beleidigungen der Kinder zu ignorieren und Frieden zu stiften. Aber die Provokationen hören nicht auf und als nach einem eher unfreiwilligen Kampf aus Versehen der Hund eines der Jugendlichen getötet wird, eskaliert die Situation.

James Watkins legt in seinem Regiedebüt weniger Wert auf blutige Gewaltorgien, sondern lässt den Zuschauer mit an der Hilflosigkeit der Protagonisten, und später am wilden Rachefeldzug, teilhaben. „Eden Lake“ ist ein harter Thriller, der einen Alptraum heraufbeschwört, wie er tatsächlich passieren könnte. Eine Verstrickung unglücklicher Zufälle führt von einem Schrecken zum anderen. Manchmal erinnerte mich der Plot auch an die fantastische Jack Ketchum-Verfilmung „Red“.
Watkins versucht, Hintergründe zu eruieren, warum Jugendliche sich so verhalten, gleitet aber in einen schonungslosen, brutalen Revenge-Thriller ab, der seine anfängliche Botschaft bald schon zerstört. Das macht aber nichts, denn der Zuschauer fühlt wie die Protagonisten und will nur noch eines: Rache! Man fiebert also mit und vergisst manchmal, dass es Kinder sind, an denen sich die Erwachsenen rächen wollen. Hin und wieder tun einem dann die Kinder plötzlich doch wieder leid und so ist man in einem Wechselbad aus Gefühlen gefangen, aus dem man nicht mehr entkommt. Denn ab einem gewissen Zeitpunkt ist Schluss mit lustig und Watkins dreht die Spannungsschraube abrupt höher. Geschickt schürt Watkins beim Zuschauer einen Hass auf Kinder (!!!), was im Grunde genommen kein Mensch möchte. Kinder sind liebens- und nicht hassenswert. Aber die Kinder in „Eden Lake“ schaffen es, nicht nur Jenny und Steve, sondern auch uns Zuschauer zu provozieren, bis wir zurückschlagen möchten.

Das Schöne an dem Film ist, dass sich Watkins wirklich Zeit lässt, um die anfangs ruhige Inszenierung schleichend immer schneller vorwärts zu treiben. Man gerät unweigerlich in einen Sog, der einen nicht mehr loslässt und bis zum bitteren Ende in Atem hält.
Schauspielerisch glänzen Kelly Reilly und Michael Fassbender gleichermaßen, obwohl Reilly letztendlich dann doch irgendwie mehr leistet. Gerade durch die anfangs teils berührenden Momente, in denen beide ihre Liebe zueinander zeigen, wird der brachiale Gewaltsturm, der über die beiden sozusagen aus heiterem Himmel hereinbricht, schier unerträglich für den Zuschauer. „Eden Lake“  bietet eine Menge: Drama, Liebe, Thriller, Horror, Splatter … und ist meiner Meinung nach schwer in ein Genre einzuordnen. Im Prinzip ist es ein Drama, das jedem von uns genauso passieren könnte. Und das ist das Erschreckende an diesem Film. So hart und unerbittlich die Bilder sind, die uns Watkins da präsentiert, so hart könnte die Realität für uns aussehen, wenn wir in eine solche Lage kommen würden.

„Eden Lake“ ist, wie die Kinder im Film, provokativ und führt uns vor Augen, wie schrecklich die Wirklichkeit sein kann (und manchmal schon ist). Der Film kommt mir vor wie eine Warnung – eine Warnung vor uns selbst und der Entwicklung der Menschheit. Das ist wahrer Horror …

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Fazit: Schockierend, verstörend, brutal und deprimierend. Ein Thriller-Drama, das es in sich hat und nachhaltig im Magen liegt.

© 2015 Wolfgang Brunner

Storm Warning (2007)

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Originaltitel: Storm Warning
Regie: Jamie Blanks
Drehbuch: Everett De Roche
Kamera: Karl von Moller
Musik: Jamie Blanks
Laufzeit: 86 Minuten (Unrated)
Darsteller: Nadia Farés, Robert Taylor, David Lyons, Mathew Wilkinson, John Brumpton
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Australien
FSK: ungeprüft

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Rob und seine Frau Pia wollen angeln und sind in der Nähe der Insel French Island unterwegs. Als ein Sturm aufkommt, bemerken sie, dass sie sich verfahren haben. Sie steuern die Insel an und suchen Unterschlupf in einem anscheinend verlassenen Haus. Doch schon bald kehrt die Familie (ein Vater und seine beiden Söhne) zurück und machen sich einen Spaß daraus, das Ehepaar gefangenzunehmen und zu foltern. Rob und Pia beschließen, mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, ihre Peiniger zu besiegen. Ein blutiger Alptraum beginnt …

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„Storm Warning“ beginnt wie „Die Reise nach Agatis“ von Marian Dora wie ein harmloser Urlaubsfilm. Gerade diese ruhige Einführungsphase, übrigens ähnlich wie in „Wolf Creek“,  lullt den Zuseher ein und vermittelt, dass alles, was gleich kommen mag, gar nicht so schlimm werden kann. Mit diesem psychologischen Trick nimmt „Urban Legend“-Regisseur Jamie Blanks den Zuschauer auf eine faszinierende Reise, die einen fesselt. Wenn dann der Terror losgeht, ist man bereits so in den Stricken der Spannung verheddert, dass man gar nicht mehr abschalten kann, egal welche schrecklichen Dinge einem erwarten. Natürlich wieder einmal nur in der unzensierten Fassung, die der erwachsene Bürger in Deutschland nicht bekommt.

Der Horror und Terror bricht über den Zuseher herein, wie der Sturm über die Protagonisten. Man ist überrascht, welche Wendungen ein Abenteuer durchleben kann und wie aus einer anfangs unspektakulären Situation ein derartiger Alptraum entstehen kann. Blanks schockt mit blutigen, derben Szenen genauso wie mit psychologischen Horrormomenten. „Storm Warning“ mutet wie eine Mischung aus „Muttertag“ (das Original aus dem Jahr 1980), „Texas Chainsaw Massacre“ (das Original aus dem Jahr 1974) und „Wolf Creek“ an. Man kann sich dem Grauen nicht mehr entziehen, wenn es soweit ist. Entgegen vieler Kritiken finde ich die beiden Hauptdarsteller Nadia Farés und Robert Taylor absolut passend in ihren Rollen und auch ihr Schauspiel hat mich überzeugt.  Mir jagt es jetzt noch einen Schauer über den Rücken, wenn ich daran denke, wie alles beginnt, immer mehr zu eskalieren. An manchen Stellen erinnerte mich der Plot und die sadistischen Ungerechtigkeiten an Michael Hanekes Meisterwerk „Funny Games“, bei dem ich auch heute noch einen Stoß in den Magen bekomme.

„Storm Warning“ ist ein astreiner, brutaler und verstörender Thriller, der einen in Atem hält. Spannungsmäßig wird die Schraube konstant nach oben gedreht, so dass wirklich in keiner Sekunde Langeweile aufkommt. Gegen Ende des Films wird der Zuschauer dann mit perfekt gemachten Splatter- und Goreszenen belohnt, die es in sich haben. Doch der wahre Horror steckt hier nicht in den blutrünstigen Bildern, die man zu sehen bekommt, sonder schlicht und einfach im Handlungsablauf.
Hinzu kommt, das Regisseur Blanks seinen Backwood-Slasher und Rachefeldzug teilweise in sehr stimmungsvollen Bildern inszeniert hat und uns so den Schrecken dadurch noch näher bringt. Denn nicht alles an „Storm Warning“ ist ohne Hoffnung …

In der Unrated-Fassung ein absolutes Highlight im Backwood-Slasher-Genre. Schauspieler, Musik und Inszenierung passen hervorragend zueinander und die Atmosphäre kann sich ebenfalls sehen lassen. Sicherlich bietet der Film nichts Neues, aber alleine die spannungsaufbauende Inszenierung lässt viele Genrevergleiche vergessen. Für mich bleiben die Bilder von „Storm Warning“ unvergesslich.

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Fazit: Extrem spannend und brutaler Backwood-Slasher, der es in der Unrated-Fassung in sich hat. Was leise beginnt, endet in einem blutigen, schockierenden Alptraum.

© 2016 Wolfgang Brunner

Wyrmwood – Road Of The Devil (2014)

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Originaltitel: Wyrmwood
Regie: Kiah Roache-Turner
Drehbuch: Kiah & Tristan Roache-Turner
Kamera: Tim Nagle
Musik: Michael Lira
Laufzeit: 98 Minuten
Darsteller: Jay Gallagher, Bianca Bradey, Leon Burchill, Keith Agius, Berryn Schwerdt, Luke McKenzie, Cain Thompson, Damian Dyke, Catherine Terracini
Genre: Horror, Action
Produktionsland: Australien
FSK: ab 18 Jahre (uncut)

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Von einer Sekunde auf die andere ist das ganze Land von einem Virus verseucht, der die Infizierten zu fleischfressenden Zombies macht. Barry macht sich auf den Weg, um seine Schwester Brooke zu finden. Doch er muss erfahren, dass ein sadistischer Wissenschaftler Brooke entführt hat, um sie für Experimente zu nutzen, die er an Zombies durchführt. Weder Brooke noch Barry haben eine Ahnung, dass Brooke eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Seuche innehat.

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„Wyrmwood“ wird als eine Mischung aus „Zombieland“ und „Mad Max“ angepriesen. Irgendwie stimmt das auch, dennoch konnte mich der australische Endzeit-Horror nicht hundertprozentig überzeugen. Es gab sicherlich die ein oder andere Szene, die mir gefallen hat. Vor allem fand ich die Idee, die hinter den Zombies steckte, sehr interessant und innovativ. Das war es dann aber auch schon. Nach einem gelungenen Einstieg entwickelte sich der Plot für mich immer mehr zu einem in die Länge gezogenen Kurzfilm. Besonders die Szenen mit dem verrückten Wissenschaftler, der Experimente an den hilflosen Zombies machte, gingen mir zusehends auf den Wecker. Machte dieses extrem Skurrile am Anfang sogar noch ein klein wenig Spaß, so entwickelte sich diese übertriebene Darstellungsweise gegen Ende hin zu einem störenden Faktor, der den Film zerstörte. Wenig wäre da auf jeden Fall besser gewesen.

Schauspielerisch bewegte sich „Wyrmwood“ auf einem ganz guten, erträglichen Mittelmaß. Es gab im Grunde genommen nichts auszusetzen, aber an manchen Stellen wirkte das Agieren etwas aufgesetzt und unglaubwürdig. Hauptdarsteller Jay Gallagher konnte mich da noch am ehesten überzeugen.  Leon Burchill konnte auch an manchen Stellen ganz witzig sein, aber meistens wirkte er dann doch irgendwie unecht.  Caine Thompson wirkte neben Gallagher allerdings am ausgeglichensten. Berryn Schwerdt in der Rolle des verrückten Wissenschaftlers erinnerte mich immer wieder an David Cronenberg ;). Schauspielerisch machte er seine Sache ganz akzeptabel, aber der Charakter war schlichtweg einfach nur nervtötend.

„Wyrmwood“ ist Funsplatter und Trashorgie, keine Frage. Die Effekte sind teilweise wirklich sehr gut gemacht und der Unterhaltungsfaktor ist definitiv auch gegeben. Es gibt einige innovative Ansätze, die das Zombiegenre neu definieren, aber dem Film fehlt manchmal eine gewisse Professionalität – auch, was den Plot angeht. Es wirkt alles sehr einfach und ohne jegliche Tiefe. Vieles ist übertrieben dargestellt und hätte durchaus besser inszeniert werden können. Man findet kein Meisterwerk vor, aber auch keine echte Independence-Perle. Für das eine ist der Film zu schlecht, für das andere zu gut.  Die Dialoge sind manchmal unerträglich peinlich. Auch die wenigen Witze, die sitzen, reissen da nichts mehr raus.

„Wyrmwood“ wird sich mit Sicherheit eine kleine Fangemeinde aufbauen, denn -wie oben erwähnt- ist so manche Idee erfrischend und innovativ.  Mein Fall war es leider nicht.

Ich habe die 3D-Version gesehen, bei der es sich wieder einmal um eine Mogelpackung handelt. Der Film wurde nicht dreidimensional gedreht und für eine BluRay-Veröffentlichung einfach nachträglich bearbeitet. Ärgerlich, wie ich finde, denn vielleicht hätte das Spektakel aus dreidimensionaler Sicht doch noch ein wenig besser gewirkt. Aber auch in dieser Hinsicht hat „Wyrmwood“ leider enttäuscht.

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Fazit: Innovativer Zombiefilm, der leider die Gratwanderung zwischen hochwertigen Funsplatter und niveaulosem Trash nicht ganz schafft und daher in keiner Richtung punkten kann. Schade um die erfrischenden Ideen.

© 2016 Wolfgang Brunner

Weg mit der Ex (2014)

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Originaltitel: Burying The Ex
Regie: Joe Dante
Drehbuch: Alan Trezza
Kamera: Jonathan Hall
Musik: Joseph LoDuca
Laufzeit: 89 Minuten
Darsteller: Anton Yelchin, Ashley Greene, Alexandra Daddario, Oliver Cooper, Archie Hahn, Gabrielle Christian, Miondy Robinson, Dick Miller
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Max ist plötzlich nicht mehr sicher, ob Evelyn die richtige ist, als sie bei ihm einzieht und an allem rumnörgelt. Olivia, die er vor kurzem kennengelernt hat, ist eigentlich viel netter. Als Evelyn bei einem Autounfall ums Leben kommt, sieht Max seine Chance auf einen Neuanfang mit einer neuen Beziehung. Doch dummerweise kehrt Evelyn aus ihrem Grab zurück und sucht Max sogar noch als Zombie heim …

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Wer kennt nicht Joe Dantes „Piranhas“, „Das Tier“, „Gremlins“, Die Reise ins Ich“ oder „Small Soldiers“? Seine Geschichten waren irgendwie immer in 80er Jahre Spielberg-Manier gedreht und wussten hervorragend zu unterhalten. Mir hat besonders sein „Explorers“ gefallen. Auch sein letzter Film aus dem Jahr 2009 „The Hole“ gefiel mir ganz gut  und so war ich natürlich gespannt, wie sein neues Werk mit dem etwas verunglückten Titel „Weg mit der Ex“ ausfällt. Dieses Mal waren es nicht einmal die deutschen Übersetzer, die diesen fragwürdigen Titel kreiert hatten, denn im Original heißt Dantes Zombie-Komödie „Die Ex begraben“. Na ja, auch nicht besser, aber über Filmtitel kann man streiten und sie sagen ja (Gott sei Dank nicht immer) nichts über die Qualität aus.

„Weg mit der Ex“ ist ein wirklich netter und vor allem unterhaltsamer Film, der an manchen Stellen auch ganz ansehnliche Splatter-Szenen zeigt. Der Plot wirkt altbacken und nicht neu, kann aber dennoch über die gesamte Laufzeit durchaus belustigen. Einige Gags wirken abgedroschen, aber im Großen und Ganzen geht Dante einen amüsanten Weg, der nicht lächerlich und nur manchmal klamaukhaft wirkt. Leider genügt das alles aber nicht, um einen wirklich guten Film auszumachen. Viel zu seicht geht Regisseur Dante an den Plot heran und verliert sich (leider) in Belanglosigkeiten. Denn ich bin sicher, in den 80er oder auch 90er Jahren, in denen Joe Dantes Hochzeit war, wäre ein bedeutend gelungeneres Ergebnis herausgekommen. So aber muss man sich mit einer zwar gelungenen, aber letztendlich bedeutungslosen Komödie zufrieden geben.

Schauspielerisch hat mich außer Oliver Cooper nicht wirklich jemand tief beeindruckt. Seine überzogene Darstellung des Bruders fand ich schon ziemlich gelungen. Die weiteren Darsteller machten ihre Sache gut, keine Frage. Aber ihre Leistungen bleiben einfach nicht im Gedächtnis haften, so dass ich mir ihre Namen merken würde.
Was mir allerdings positiv aufgefallen ist, waren die Spezialeffekte. Der konstante Verwesungsfortschritt der „Ex“ war wirklich gelungen und mit Liebe zum Detail gemacht. Bis auf wenige Ausnahmen wurden diese Masken auch per Hand und nicht per Computer gemacht, was bei mir sowieso wieder zusätzliche Pluspunkte gibt.

Dante inszenierte „Weg mit der Ex“ im ersten Teil ein wenig im Stil von seichten Teenie-Komödien, was mich gestört hat. Auch wenn das Drehbuch und die Story wirklich teils große Schwächen haben, so hätte man als Regisseur, noch dazu, wo es sich um Joe Dante handelt, durchaus ein professionelleres Ergebnis hinzaubern können.
Mr. Dante, ich glaube, die Luft ist endgültig raus. 😦

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Fazit: Seichte Zombie-Kömodie, die beim Ansehen zwar durchaus Unterhaltungswert besitzt, aber danach sofort wieder aus dem Gedächtnis verschwindet. Joe Dante leider auf dem absteigenden Ast.

© 2015 Wolfgang Brunner

Wolf Creek 2 (2013)

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Originaltitel: Wolf Creek 2
Regie: Greg McLean
Drehbuch: Greg McLean, Aaron Sterns
Kamera: Toby Oliver
Musik: Johnny Klimek
Laufzeit: 102 Minuten (Unrated)
Darsteller: John Jarratt, Ryan Corr, Shannon Ashlyn, Annie Bryon, Phillipe Klaus, Gerard Kennedy, Ben Gerrard, Shane Connor
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Australien
FSK: k.A.

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Die Deutschen Katarina und Rutger campen im Wolf Creek National Park. Dort stoßen sie auf Mick Taylor, einen psychopathischen Serien-Mörder, der es auf Rucksacktouristen abgesehen hat. Als der Engländer Paul Katarina bei der Flucht vor dem Perversen hilft, gerät er ins Visier des Killers und macht schon bald Bekanntschaft mit den sadistischen Spielen des Killers.

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Greg McLeans Fortsetzung über die Greueltaten des Serienmörders Mick Taylor verzichtet auf die ruhige Einführunsphase des ersten Teils und geht gleich in die Vollen. Ich habe selten so eine schockierende, brutale Anfangsszene gesehen, wie in „Wolf Creek 2“. Da weiß man gleich von Anfang an, was einen erwartet.
McLean geht wirklich einen Schritt weiter und treibt das Höllenszenario in Australiens Outback auf die Spitze. Die Handlung wird im Grunde genommen einfach fortgeführt und der Zuschauer begleitet den charismatischen, aber dennoch völlig irren Taylor bei der Suche nach seinen nächsten Opfern.

Geschickt wird ein Handlungsstrang mit einem anderen verknüpft, der sich dann wiederum in die eigentliche Haupthandlung entwickelt. Schauspielerisch kann man bei den „Neueinsteigern“, den neuen Opfern, nicht meckern, zumindest. Aber auch im zweiten Teil ist John Jarratt der absolute Star. Sein Spiel gleicht dem im ersten Teil und wieder ist man hin und her gerissen zwischen der sympathischen Freundlichkeit und dem abgrundtief bösen Psychopathen, der sich in dem Mann versteckt. Es ist Wahnsinn, wie Jarrett diese beiden Charaktereigenschaften so gut rüberbringt, dass man ihn auf gewisse Art und Weise mag, andererseits aber eine enorme Panik bei seinem Auftritt verspürt.

Goretechnisch wird der Fan, zumindest in der Unrated-Fassung (die in Deutschland natürlich wieder einmal indiziert ist), gehörig belohnt. Wie schon oben erwähnt, alleine die Eingangssequenz lässt einen den Atem anhalten. Die Handlung ist nicht wirklich der Rede wert und stützt sich, wie schon im ersten Teil, auf tatsächliche Begebenheiten. Aber auch hier werden einfach nur ähnliche Vorkommnisse einfach in eine erfundene Handlung mit eingebaut. Erschreckend ist das Szenario auf jeden Fall, in das uns Regisseur Greg McLean wirft. Obgleich der zweite Teil um einiges härter als der erste ausfällt, fehlt hier das mulmige Bauchgefühl an manchen Stellen. Das wird meiner Meinung nach aber erst dadurch zerstört, als eines der Opfer in einem unterirdischen Labyrinth landet und dort erfährt, zu was Mick Taylor fähig ist.

Im Kino lief „Wolf Creek 2“ als eine um acht Minuten geschnittene FSK 16er Fassung, die jeglichen Schrecken nimmt und aus dem Plot eine Farce macht. Wer so was nicht sehen will, braucht doch auch keine geschnittene Fassung, oder? Aber das ist ein anderes Thema. „Wolf Creek 2“ ist wie sein Vorgänger aus meiner Sicht einer der besten und meist unterschätzten Slasher Filme, die Schauspielkunst, harte Gorszenen und sogar Torture perfekt miteinander verbinden. Immer wieder hervorzuheben ist John Jarratts Schauspiel, das mich enorm beeindruckt hat.

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Fazit: Meiner Meinung nach iner der meistunterschätzten Slasher-Filme der letzten Jahre. John Jarrett als Serienkiller ist einfach nur der Hammer. Und die teils derbe Brutalität schockt ungemein.

© 2015 Wolfgang Brunner