Sigl, Robert (Regisseur)

robert_Sigl© Robert Sigl

Robert Sigl, Jahrgang 1962, ist deutscher Drehbuchautor und Regisseur. Nach seinem Studium an der Münchner Filmhochschule erhielt er im Jahr 1988 als 25-Jähriger für seinen atmosphärischen Horrorthriller Laurin den Bayrischen Filmpreis als bester Nachwuchsregisseur.
In den darauffolgenden Jahren inszenierte Sigl die Serie Stella Stellaris und war als Regisseur für diverse Folgen der Serien Alarm für Cobra 11, Lexx-The Dark Zone, Der Ermittler, Tatort, Geisterjäger John Sinclair, SOKO Wien und SOKO Donau tätig. Mit seinen Horrorthrillern „School’s Out 1 & 2“ (dtsch. Titel Schrei, denn ich werde dich töten!), eine der erfolgreichsten Fernsehproduktionen des Jahres 1999, und „Hepzibah“ konnte er auch internationale Erfolge verzeichnen.
Wir freuen uns über das Interview, das Robert (Sigl) uns gegeben hat:

Wie wird man eigentlich Regisseur?

Man macht entweder ein Regie-Praktikum bei Fernseh- und Filmproduktionen oder man bewirbt sich an einer der einschlägigen Filmhochschulen.

 

Es gibt wohl für jeden Regisseur Vorbilder. Welche hast Du?

Nicolas Roeg, Roman Polanski, Alfred Hitchcock

 

Du bist in verschiedenen Genres unterwegs. Hand aufs Herz: Was ist dein liebstes?

Horror und Suspense

 

Du schreibst selbst Drehbücher. Was ist der Unterschied für Dich, wenn Du ein eigenes Buch verfilmst oder das eines anderen?

In vielen Drehbüchern anderer Autoren finden sich manchmal Szenen, die sich so nicht verwirklichen lassen. Ich muss sie dann den Umsetzungsmöglichkeiten entsprechend anpassen. In meinen eigenen Büchern weiß ich bereits, wie ich die einzelnen Szenen drehen werde und schreibe mir nichts „Unmögliches“ hinein.

 

Du hast Regie bei mehreren Folgen einer der schrägsten (und besten) Science Fiction-Serie, nämlich LEXX, geführt. Wie fühlte sich das an?

Das war wie Freiheit pur. LEXX war für den US-Channel Showtime und dort ist man sowieso freizügiger in Sachen Gewalt und Sex und Tabuthemen als jeder deutsche Fernsehsender. Wie sich ja auch an allen modernen Serien zeigt. In Deutschland zu drehen ist dagegen ein künstlerisches Gefängnis.

 

Mit „School’s Out 1 & 2“ und „Hepzibah“ konntest Du auch im Ausland Erfolge feiern. Fühlst Du Dich als typisch deutscher Regisseur oder gehen Deine Ambitionen eher ins Ausland?

Ich denke, dass meine Ausführungen zu Frage 5 dies automatisch beantworten.

 

James Camerons „Titanic“ ist einer der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Was hättest Du anders gemacht?

Ich hätte den Film nicht gedreht. Ich denke, solche Megaprojekte liegen bei Cameron genau in den richtigen Händen, für mich ist das nichts.

 

Was müsste Deiner Meinung nach in der nationalen und internationalen Filmbranche geändert werden?

Ich denke, es muss sich vor allem in Deutschland etwas ändern. Hier haben die falschen Leute das Sagen und unterdrücken jegliche künstlerische Strömung. In Deutschland hätte ein Pedro Almodovar beispielsweise keine Chance gehabt, und man könnte hier unzählige Beispiele aufführen. Die meisten Regisseure, die heutzutage international erfolgreich sind, hatten das Glück, entweder nicht hier geboren zu sein oder von hier weggehen zu können.

 

Welche Schauspieler, Kameraleute, Make-Up Artists und Filmkomponisten wären nötig, um aus Deiner Sicht das für Dich perfekte Filmteam darzustellen?

Das kann ich so nicht beantworten, das würde auch zu viele Leute ausgrenzen. Wir haben auch hierzulande hervorragende Kameraleute, Make-Up Artists und Filmkomponisten, die durchaus im internationalen Konsens bestehen können.

 

In Deinem Kopf geistern mit Sicherheit eine Vielzahl an Projekten herum. Welches davon wäre Dein größter Wunsch, es zu verwirklichen?

Die Bibel – eins zu eins, so wie sie da steht. Der Film wäre allerdings in jedem Land der Erde wahrscheinlich verboten.

 

Vor geraumer Zeit ist Dein erster Roman erschienen. “Wurdilak” ist ein Märchen für große und kleine Kinder und Erwachsene. Wie kam es zu diesem Schritt?

Die Finanzierung von Filmprojekten gestaltet sich immer schwieriger und oft ist ein jahrelanger Prozess vonnöten. Bei WURDILAK wollte ich nicht mehr so lange warten und habe schnurstracks aus einem fertigen Drehbuch einen Roman gezaubert.

 

„Filmbesprechungen“ bedankt sich bei Dir ganz herzlich für das Interview und wünscht Dir für Deine weiteren Filmprojekte alles Gute. Wer mehr über Robert Sigl erfahren möchte, sollte sich auf seinerHomepage umsehen.

 

© 2014 Robert Sigl / Wolfgang Brunner

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2 Gedanken zu “Sigl, Robert (Regisseur)

  1. Pingback: School’s Out – Schrei-denn ich werde dich töten! (1999) | Film-Besprechungen

  2. Pingback: Ghosts aka The Shadow Within (2007) | Film-Besprechungen

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