Interview mit dem Schauspieler Thomas Goersch


© Thomas Goersch

 

Thomas Goersch verbrachte Kindheit und Jugend in Hofgeismar bei Kassel, Waldkirch in Freiburg und in Stuttgart. Nach einer Banklehre studierte er Wirtschaftswissenschaften und Bankrecht, bis er sich Ende der 90er Jahre mit Film beschäftigte und als Drehbuchautor und Schauspieler arbeitete. Seit dem Jahr 2000 spielte er mittlerweile in über 200 Filmen mit, darunter mehrmalige Zusammenarbeiten mit den Regisseuren Carl Andersen, Marian Dora und Malga Kubiak. Die Filme, in denen er mitspielte, erhielten Auszeichnungen in Polen, Schweden, Frankreich und auch in den Vereinigten Staaten. Thomas Goersch ist auch auf Theaterbühnen in Stuttgart und Berlin zu sehen und arbeitet seit 2013 auch als Regisseur.

Darüber hinaus war er neben seiner Arbeit vor und hinter der Kamera auch als Radiomoderator für „Freies Radio Stuttgart“ tätig. Er war Sprecher für zahlreiche Fernsehdokumentationen, darunter zum Beispiel L.B. Hyams‘ „Memoiren eines Kannibalen“.

Von 2001 bis 2008 war Thomas Goersch Mitherausgeber des Szenemagazins „Schwulst“ in Baden Württemberg und leitet seit 2006 die Castingagentur „Kreativepool Deutschland“.
Als Foodexperte informiert er seit 2013 in seiner Show „Goersch’s Gourmet Buffet“ auf dem Shopping Canal 1-2-3.tv die Zuschauer über gastronomische Delikatessen und exklusive Weine.
Film-Besprechungen freut sich sehr dem vielseitigen Mann einige Fragen stellen zu dürfen.

1. Du spielst Haupt- und Nebenrollen, bist in Kino-, Fernsehproduktionen und auf Theaterbühnen präsent. Wo fühlst Du Dich mehr daheim: Kino, Fernsehen oder Theater? Haupt- oder Nebenrolle?

Ich bin eher der Mensch für Kinofilme, sozusagen Independent Kinofilme.
Hier sind die Themen explosiver, gewagter und offener gegenüber kritischen Themen. Als Hauptrolle wird man natürlich mehr wahrgenommen und man kann dem Film mehr seinen eigenen Stempel geben.

2. Du warst als Schauspieler in sehr unterschiedlichen Rollen zu sehen. War es schwierig, sich in diese Charaktere einzufinden? Was war Deine Lieblingsrolle?

Ich glaube, dass man jede mögliche Rolle, die man spielt auch irgendwie in
sich trägt. Von schwierig kann ich bei Rollen nicht wirklich reden.
Als ich das erste Mal nackt vor der Kamera stand war es eine Überwindung, aber es
ist nach dem 3-4 Mal auch nur eine Handlung, die der Charakter vollzieht,
den man spielt. Ich trenne bei den extremen Charakteren wie verrückten Mördern immer sehr von meiner eigenen Person, daher habe ich keine Angst so etwas zu spielen. Mut ist für mich der oberste Ansatz beim Schauspiel. Ich spiele jeden Art von Charakter und stelle ihn vorher nicht moralisch in Frage, denn wie gesagt: Es ist ja nicht meine eigene Person, die ich da spiele, sondern eine Rolle. Viele können das nicht trennen. Ich habe gerade den „Woyzeck“ gespielt, der auf Grund seiner
andauernden Unterdrückung letztendlich zum Mörder wird und seine Geliebte
umbringt. Eine sogenannte „schwierige“ Rolle, aber auch ein verständliches menschliches Schicksal.

3. Welche Ziele strebst Du an? Was wären Deine Wunschprojekte?

Ich würde gerne einen Familienvater spielen, der seine Familie vor dem Bösen beschützt. Vielleicht in einem religiösen Horrorfilm.
Sozusagen ein Vater, der seine Familie vor dem Teufel schützt. Hier könnte man
jede Menge Leidenschaft , Liebe und Zusammenhalt reinpacken.

4. An welchen Projekten arbeitest Du im Moment?

Es sind mehrere Projekte auf dem Weg. Gerade habe ich „Breakdown Forest“ abgedreht . Ein Film von Patrick Roy Beckert mit Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge und Ralf Richter.
Ein Film in Richtung „The Expendables“. Ein wunderbarer Actionfilm, der im
Februar ins Kino kommt.
Ich drehe gerade „Katharsis“ . Ein Film über einen Serienmörder, der
aufgrund der Fehlbehandlung des Psychologen auf die Menschheit losgelassen
wird. Ein Film von Theo Hoffmann. Ich bin der Psychologe.
Ab der dritten September-Woche bin ich in Warschau, Polen, für den Film
„Bloody Shadows“ von Malga Kubiak. Ich spiele König Wilhelm den II. von
Württemberg. Ein Film über Bärenjagd in Russland. Sozusagen ein Abenteuerfilm. Es ist eine schwedisch-polnische Produktion.
Und dann kommt „Genus“ von Ulli Lommel (Boogeyman) . Ein amerikanischer Science Fiction Film.

5. Wenn Du eine berühmte Persönlichkeit treffen könntest (bereits verstorben oder nach am Leben), wen würdest Du wählen und warum?

David Lynch, der Schöpfer von „Twin Peaks“, hat eine Art Filme zu machen,
die ich faszinierend finde. Hier wird Film wirklich zu Kunst . Ich liebe diese
emotionalen Stoffe. Für mich ist Lynch ein Genie.

6. Bleibt Dir bei Deiner vielfältigen, zeitintensiven Arbeit überhaupt noch Zeit für Hobbys? Was machst Du in Deiner Freizeit?

Das hört sich blöd an, aber der Film vereinnahmt mich zu 100 % und
das ist auch gut so. Wenn ich nicht vor der Kamera stehe, dann schreibe ich
Drehbücher oder sehe Filme. Zu Hause widme ich mich zu 100 % meiner
Katze Sheila Kapoor. Und wenn genug Zeit ist, dann koche ich sehe gerne.

7. Fünf Bücher für eine einsame Insel wären für Dich welche?

„Endlose Liebe“ von Scott Spencer
„Das Geheimnis des Dr. Alzheimer“ von Jörn Precht

8. Fünf Filme für eine einsame Insel wären für Dich welche?

„Im Rausch der Tiefe“ (The Big Blue) von Luc Besson
„Die Blaue Lagune“ von Randal Kleiser
„Die Alien-Filmreihe“ u.a von Ridley Scott
„Sieben Jahre in Tibet“ von Jean Jacques Annaud
und „Endlose Liebe“ von Franco Zeffirelli

9. Was verbirgt sich hinter Deinem neuen Film „Mampf!“?

„Mampf – The Movie“ ist eine deutsche Verfilmung des französischen
Klassikers „Das Große Fressen“ aus den Siebziger Jahren.
Gedreht von der Shock Film Cooperation Erlangen rund um die Eheleute
Mike und Lisa Neun. Ein Freundeskreis, der in den letzten Jahren immer wieder
Spaß-Comedy-Projekte verwirklicht hat. Ich spiele den „Gourmetkritiker
Helmar von Sternstein“. Der Film nimmt sich selber nicht ernst,
aber ich denke, das Ergebnis wird sehr vorzeigbar werden. Ein purer Spa߸, aber
auch mit sozialkritischen Untertönen. Fertigstellung des Filmes wird Ende des
Jahres sein. Die Vermarktung wird über DVD erfolgen und vielleicht auch auf dem
einen oder anderen Festival.

10. Was fällt Dir spontan ein bei

– Alfred Hitchcock

Ein Genie, und irgendwie auch ein Irrer.

– Werner Herzog

Der Ärmste musste Klaus Kinski in „Fitzcaraldo“ ertragen.

– Horrorfilme der 80er Jahre

Hier entstanden die besten Horrorfilme. Weniger Effekte und mehr Grusel.
Fantastische Filme.

– Horrorfilme aus Deutschland

Schwieriges Thema.
Nosferatu aus der Stummfilmzeit.
Im aktuellem Schaffen nur in der Independent Szene
und hier in der Qualität von 1 bis 10 Punkte. Ist alles vorhanden.

– Dein erster Kinofilm

Gesehen: „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ aus dem Jahr 1973

Mitgespielt: „The Musketeer“ von Peter Hyams aus dem Jahr 2001

11. Gibt es etwas, zum Beispiel ein aktuelles Projekt, das Dir besonders am Herzen liegt und über das Du uns etwas erzählen möchtest?

Ich werde mich demnächst mit einem Kollegen einer neuen deutschen
Comedy TV-Serie widmen. Ich freue mich, auf Dauer in einem Team zusammen zu
arbeiten und vielleicht auch medial etwas Aufmerksamkeit zu bekommen, denn das
kann ja nicht schaden, um neue Rollen zu finden.

12. Was sind für Dich die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Liebe und Partnerschaft: Gerade nach 13 Jahren verloren.

Meinungsfreiheit: Wir leben in einem einmaligen Land auf der Welt.

Kreative Entfaltung: Etwas zu erschaffen und die Menschen zu
unterhalten und eine Botschaft zu schicken.

Familie: Dieses Glück, in einer glücklichen Familie aufzuwachsen
oder jetzt in einer Familie zu leben hatte ich leider nie.

Humor: Den habe ich mir immer erhalten, egal wie schwierig es war.

Ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg in all Deinen beruflichen und privaten Belangen.

© 2017 Thomas Goersch / Wolfgang Brunner

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Kong: Skull Island (2017)

Originaltitel: Kong: Skull Island
Regie: Jordan Vogt-Roberts
Drehbuch: Dan Gilroy, Max Borenstein,Derek Connolly
Kamera: Larry Fong
Musik: Henry Jackman
Laufzeit: 118 Minuten
Darsteller: Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, John Goodman, Brie Larson, John G. Reilly, Toan Jing, Toby Kebbell, John Ortiz, Corey Hawkins
Genre: Abenteuer, Action
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

*

Im Jahr 1973 macht sich eine Gruppe aus Wissenschaftlern und Soldaten auf den Weg, eine mysteriöse Insel zu erkunden, die inmitten eines gigantischen Sturmgebiets liegt. Mit dabei sind Leutnant Colonel Packard , der Wissenschaftler Bill Randa , der Fährtenleser und Kriegsveteran James Conrad und die Anti-Kriegsfotografin Mason Weaver. Doch schon kurz nachdem sie das Sturmgebiet mit einigen Hubschraubern durchquert haben, werden sie von einem riesigen Affen angegriffen, der die meisten Fluggeräte zerstört und die meisten der Menschen tötet. Die Überlebenden erfahren, dass auf sich auf der „Skull Island“ genannten Insel ein Riesenaffe befindet, der von den Ureinwohnern als Gott angesehen und verehrt wird. Doch es ist nicht nur Kong, der auf der Insel lebt, sondern noch viele andere Monster. Ein Kampf ums Überleben beginnt …

*

Was ein wenig wie „Apocalypse Now“ beginnt, nähert sich dann in einer furiosen Mischung aus Peter Jacksons „King Kong“ und Steven Spielbergs „Jurassic Park“ einer liebevollen Verbeugung vor „King Kong und die weiße Frau“ von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack. Das heißt aber nicht, dass „Kong: Skull Island“ dem Klassiker in irgendeiner Weise nahe kommen könnte, aber dennoch inszenierte Jordan Vogt-Roberts einen überaus sehenswerten und gelungenen Film, der sich aus meiner Sicht nahtlos (und erfolgreich) in die vielzähligen Verfilmungen um den Riesenaffen einreihen dürfte. Es wird ein bombastisches Action-Feuerwerk geboten, das sich zusätzlich noch mit beeindruckenden Spezialeffekten und atemberaubenden Landschaftsaufnahmen brüsten kann. Man kommt kaum zum Atemholen, so dicht gedrängt sind die spannenden Actionszenen, die überaus gelungenen Animationen des Riesenaffen und die brillant in Szene gesetzte Naturkulisse.

Gerade die tolle Abenteuerstimmung, die von der ersten Minute an präsent ist, machen „Kong: Skull Island“ zu einem tollen Filmerlebnis, das man nicht so schnell vergisst. Regisseur Jordan Vogt-Roberts, den bis zu diesem Film wohl die wenigsten gekannt haben dürften, zeigt eine sichere Hand mit seiner Inszenierung und ein sehr gutes Gefühl für die Aufrechterhaltung eines Spannungsbogens. Genre- und King Kong-Fans dürften durchwegs begeistert sein, wenn die Protagonisten in einer wirklich spektakulären Umgebung um ihr Leben kämpfen. Aber nicht nur die Aufnahmen und Spezialeffekte tun das ihrige, um „Kong: Skull Island“ zu einer rasanten, kurzweiligen Achterbahnfahrt zu machen. Der Score von Henry Jackmann untermalt das Ganze absolut passend und stimmig und die Farbvielfalt des Films ist einfach unglaublich. Vogt-Roberts zeigt auch zum Beispiel im Inneren eines gestrandeten Schiffswracks künstlerische Ambitionen, in dem er (ähnlich wie Tarsem Singh in seinem beeindruckenden „The Fall“) auf Steinquadern gemalte Bilder entstehen lässt, wenn die Kamera an einem bestimmten Ort verweilt. Kenner wissen, was ich damit meine. 😉

Aber auch die Schauspieler zeigen allesamt eine durchaus passable Leistung, die man eigentlich bei solch einer Art Film eigentlich gar nicht erwartet. Es ist aber nicht Samual L. Jackson oder Tom Hiddleston, die mich begeistert haben, sondern vor allem John G. Reilly in der Nebenrolle des Hank Marlow, der mich vollkommen überzeugt hat, dicht gefolgt von John Goodman, dessen Rolle wirklich sehr gut zu ihm passt. Diese beiden haben mich den ganzen Film über bestens unterhalten und begeistert.
Bei der FSK-Freigabe ab 12 Jahren war ich dann doch ein wenig erstaunt, denn die FSK-Leute indizieren ja schon gerne auch einmal verhältnismäßig harmlose Horrorfilme. Hier werden Menschen in der Luft zerfetzt, verschwinden kreischend in riesigen Monstermäulern oder werden von gigantischen Spinnenfüßen aufgespießt (bei dieser Szene dachte ich tatsächlich an die damals, und teilweise auch heute noch indizierten und verpönten Kannibalenfilme). Ich denke mal, da wäre eine FSK 16  Freigabe vielleicht angebrachter gewesen.

*

Fazit: Bombastische, beeindruckende Spezialeffekte und atemberaubende Landschaftsaufnahmen.

© 2017 Wolfgang Brunner

Interview mit dem Schauspieler Langston Uibel


© Dominik H. Müller

 

Langston Uibel wurde 1998 in London geboren. Er wuchs zweisprachig (Deutsch und Englisch) auf. Seit 2006 lebt Uibel in Berlin und führte dort seine Schulbildung auf einem deutsch-englischen Gymnasium in Berlin fort.

Nach einer kleineren Nebenrolle in “Speed Racer“ der Wachowski Brothers spielte Langston Uibel seine erste Hauptrolle im Kurzfilm “The String Puppet“ des Regisseurs Alexander Frank, der 2008 auch bei den “Berlinale Talents“ vorgeführt wurde.
Neben seiner Schauspielerei ist Uibel auch in Theaterproduktionen wie zum Beispiel „Der Ring: Next Generation“ oder aktuell in „Herr der Fliegen: Survival Mode“ im Deutschen Theater Berlin zu sehen. 2008 konnte er nochmals eine Nebenrolle bei „Hanni & Nanni 3“ in seiner Vita verzeichnen, bevor er 2015 durch den Kinofilm “Freistatt“ bekannt wurde. Dort übernahm er die Rolle des Anton, der sich als afrodeutscher Schüler gegen die Schikanen seiner Mitschüler wehren muss. Ab 14. September kann man Langston Uibel neben Emilia Schüle, Jannis Niewöhner, Katja Riemann und Iris Berben in der Komödie „High Society – Gegensätze ziehen sich an“ im Kino bewundern.
Film-Besprechungen freut sich sehr, dem jungen, talentierten Schauspieler ein paar Fragen zu stellen.

1. Welcher Schauspieler war schuld daran, dass Du selbst einer werden wolltest?

Oh Gott, die erste Frage und ich muss passen! 🙂
Ich habe leider gar keine Schauspielvorbilder, bewundere aber so viele. Eins meiner Vorbilder ist aber auf jeden Fall Rosa Parks. Wir haben sogar am gleichen Tag Geburtstag!

 

2. Stell Dir vor, Du dürftest Dir die Hauptrolle in einem Remake Deiner Wahl aussuchen. Welche Rolle wäre das und warum?

Mr. Wonka aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Ich stelle mir die Dreharbeiten sehr lustig vor und ich glaube, man könnte mit einem erneuten Remake sehr viele Menschen glücklich machen!

 

3. Du spielst Haupt- und Nebenrollen, bist in Kino- und in Fernsehproduktionen, aber auch am Theater zu sehen. Wo fühlst Du Dich mehr daheim: Kino, Fernsehen oder Theater?

Ich komme vom Film und werde dort auch bleiben. Aber mich zieht es schon immer wieder mal auf die Bühne. Es ist einfach eine ganz andere Erfahrung, vor Publikum auf einer Theaterbühne zu stehen. Jedoch ist die Vorbereitung viel anstrengender und auch länger als bei einem Film. Deswegen: lieber weniger Theater, aber dafür gutes Theater. Ich werde im Oktober zum Beispiel wieder in Berlin spielen!

 

4. Auf welche eigene Leistung bist Du besonders stolz?

Mit „FREISTATT“ kam 2015 Film mit mir in die Kinos, auf den ich sehr stolz bin. Das hat aber nicht unbedingt mit meiner Leistung zu tun, sondern eher damit, dass wir uns mit der Geschichte von deutschen Kinderheimen auseinandergesetzt haben und damit ein wenig zur Aufklärung beitragen konnten. Das macht mich wirklich stolz.

 

5. Welchen Schauspieler, Musiker oder wen auch immer würdest Du gerne einmal persönlich treffen?

Mit Michelle und Barack Obama würde ich schon gerne mal Essen gehen. 😉

 

6. Was wäre Deine absolute Traumrolle?

Sie wird noch kommen und dann werden wir es alles wissen!

 

7. Gibt es Rollen, die Du auf keinen Fall annehmen würdest?

Prinzipiell nicht. Ich gucke mir alles genau an und versuche, nicht voreingenommen zu sein. Aber natürlich bekommt man auch Angebote, die man aus qualitativen oder politischen Gründen nicht annehmen möchte.

 

8. Welche 5 Bücher würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen und warum?

Den Koran, die Torah, die Bibel, „Unterm Rad“ von Hermann Hesse und „Matilda“ von Roald Dahl.

 

9. Magst Du uns etwas über Deinen neuen Film „High Society“ erzählen? Worum geht es und wie empfandest Du die Dreharbeiten?

Es geht darum, dass zwei junge Frauen bei der Geburt vertauscht worden sind. Die beiden sind jeweils in ganz verschiedenen Milieus aufgewachsen: Eine ist sehr reich und die andere sehr bescheiden. Wir spielen mit diesen beiden Klischees aufs heftigste und ich finde, am Ende ist eine sehenswerte Komödie dabei herausgekommen.

 

10. Was sind die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Familie, Freunde , Bildung, Gutes Essen und Vergnügen

 

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir alles Gute für Deine berufliche und auch private Zukunft.

© 2017 Langston Uibel / Wolfgang Brunner

 

 

Passengers (2016)

Originaltitel: Passengers
Regie: Morten Tyldum
Drehbuch: Jon Spaihts
Kamera: Rodrigo Prieto
Musik: Thomas Newman
Laufzeit: 116 Minuten
Darsteller: Jennifer Lawrence, Chris Patt, Michael Sheen, Laurence Fishburne, Kimberly Battista, Aurora Perrineau, Andy García
Genre: Science Fiction
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

*

5.000 Menschen machen sich im Tiefschlaf auf die Reise zum Planeten Homestead II, um dort ein neues Leben zu beginnen. Durch eine Fehlfunktion der Schlafkammer wacht einer der Passagiere, Jim, viel zu früh auf, nämlich neunzig Jahre vor der Landung auf Homestead II. Jim versucht den Grund seines vorzeitigen Erwachens herauszufinden und trifft schließlich auf Aurora, die ebenfalls erwacht ist. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen und versuchen, aus ihrer Zukunft das beste zu machen. Doch dann erfahren sie, dass etwas mit dem Raumschiff, auf dem sie durchs All rasen, nicht stimmt.

*

Schon nach wenigen Minuten wusste ich, dass „Passengers“ der richtige Film für mich ist. Ruhige Science Fiction ohne Weltraumschlachten und überzogene Bösewichte hat mich schon immer begeistert. Sicherlich mag ich auch actionlastige SF-Streifen a lá „Star Wars“ und Konsorten, aber stimmungsvolle Filme wie „Blade Runner“, „Arrival“ oder „Interstellar“ sind mir im Grunde genommen lieber. Die Eingangssequenz erinnert ein wenig an die Aufwachszene in „Alien“, was durchaus beabsichtigt und als Hommage gedacht sein könnte. Doch dann geht Regisseur Morten Tyldum einen anderen, bedeutend ruhigeren Weg. Melancholisch, philosophisch und enorm beeindruckend wird die Weite, Stille und Einsamkeit des Alls in Szene gesetzt. Man möchte trotz dieser Einsamkeit mit dabei sein. Bei manchen Szenen fühlte ich mich an John Carpenters Debütfilm „Dark Star“, „Gravity“ oder den einzigartigen Klassiker „Lautlos im Weltraum“ von Douglas Trumbull erinnert. Morten Tyldum schafft es einfach hervorragend, diese Leere zu inszenieren.

Die Liebesgeschichte zwischen Jim und Aurora wirkt lebendig und glaubwürdig. Zumindest anfangs. Es kommt nämlich ein Punkt, an dem Aurora etwas erfährt, dass sie besser nicht erfahren hätte, und die Liebesgeschichte gerät ins Schwanken und wirkt teilweise nicht mehr nachvollziehbar. Das würde ich, neben dem Finale, als einzige Drehbuchschwäche bezeichnen. Diese Problematik hätte man umgehen können beziehungsweise müssen. Aber sieht man über diesen „Fehler“ hinweg, wird man mit einem unglaublich optischen Abenteuer belohnt, dass einem (zumindest mir) nicht mehr aus dem Kopf geht. Visuell kann man solch ein einsames Weltraumabenteuer nicht besser machen.  Beeindruckende Spezialeffekte, die aber keineswegs die Aufmerksamkeit von den Schauspielern an sich reißen, ziehen sich durch den kompletten Film. Da gibt es wirklich nichts auszusetzen und die ein oder andere Szene versetzt einen derart in Erstaunen, dass einem die Luft wegbleibt.

Jennifer Lawrence und Chris Patt machen ihre Sache ausnahmslos gut. Es macht ungemein Spaß, sie bei ihrer zweisamen Reise durchs All zu begleiten. Michael Sheen, der schon den wirklich schlechten Nicolas Cage-Streifen „Drive Angry“ mit seiner Darstellung einigermaßen retten konnte, brilliert hier wieder einmal in einer absolut tollen Rolle. Er mimt den Serviceroboter hinter der Theke der Bordbar mit Witz und Charme. Sheen stellt neben den guten schauspielerischen Leistungen und  den grandiosen Effekten ein weiteres Highlight von „Passengers“ dar.
Toll fotografiert regt das Science Fiction-Epos oftmals auch zum Nachdenken an. Wie würde man sich selbst in solch einer Situation verhalten? Man mag von der Entwicklung der Handlung halten, was man will, aber die Pattsituation(en), in denen sich der Protagonist Jim befindet, sind nicht von der Hand zu weisen und beschäftigen den Zuseher.

Freunde von Weltraumschlachten werden „Passengers“ als seicht, langweilig und kitschig bezeichnen. Ich finde aber, dass auch solche Zukunftsvisionen eine große Berechtigung im SF-Bereich haben und haben sollten. Die Menschheit wird sich in Zukunft nicht nur Kriege gegen Außerirdische liefern, sondern sie wird auch auf der Suche nach einem neuen Lebensraum sein. Und die Menschen werden sich auch in Zukunft lieben und sich nach Wärme und Geborgenheit sehnen. Für mich war „Passengers“ trotz einiger Makel im Plot eine absolut erfreuliche Überraschung, so dass sich der Film eindeutig in der Liste meiner Lieblings-SF-Filme findet.

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Fazit: Visuell überwältigendes Science Fiction-Liebes-Drama mit leicht philosophischen Touch.

© 2017 Wolfgang Brunner