The House Of The Devil (2009)

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Originaltitel: The House Of The Devil
Regie: Ti West
Drehbuch: Ti West
Kamera: Eliot Rockett
Musik: Jeff Grace
Laufzeit: 95 Minuten
Darsteller: Jocelin Donahue, Tom Noonan, Mary Woronov, Greta Gerwig, Dee Wallace
Genre: Horror
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahren

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Samantha will auf eigenen Füßen stehen und in eine eigene Wohnung ziehen. Dazu braucht sie aber Geld. Sie nimmt einen Job als Babysitterin an, doch als sie zu dem Anwesen kommt, stellt sich heraus, dass es um eine ganz andere Aufgabe geht. Dennoch nimmt Samantha an und denkt, sie verbringt eine mehr als angenehme Nacht in einem fremden Haus bei außerordentlich guter Bezahlung. Doch irgendwann bemerkt sie, dass etwas in dem Haus nicht stimmt. Samantha wurde anscheinend in eine dämonische Falle gelockt …

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Obwohl mich Ti Wests „Cabin Fever 2“ nicht gerade vom Hocker gerissen hat (wie auch seine Mitarbeit bei „V/H/S – Eine mörderische Sammlung“ und „The ABCs Of Death“), war ich auf seinen Nachfolfgefilm „The House Of The Devil“ neugierig. Kurioserweise wurde ich einerseits ein wenig enttäuscht, andererseits hat West absolut hervorragend die Stimmung der „alten“ Horrorfilme aus den 80er-Jahren eingefangen. Das hat teilweise schon richtig Spaß gemacht, Samantha (die übrigens sehr gut von Jocelin Donahue dargestellt wurde) dabei zuzusehen, wie sie sich in dem fremden, alten Landhaus umsieht.
Auch die Musik hat da hervorragend gepasst und ein paar Schockmomente gab es auch. Die ersten beiden Drittel des Films haben mir ganz gut gefallen, obwohl nicht wirklich viel passiert ist. Aber es war einfach eine angenehme Stimmung, die sich da ausgebreitet hat.

Ich denke, dass Ti West der Film dann wohl selbst zu ruhig wurde und im letzten Drittel ging es dann zur Sache. Das war allerdings auch der Teil, der mir nicht mehr so besonders gefallen hat. Da kamen plötzlich Satanskult-Elemente zum Einsatz, von denen ich sowieso bei keinem Film besonders begeistert bin, und die die bis dahin aufgebaute Atmosphäre irgendwie kaputt machten. Das ist wohl Geschmackssache und die meisten Zuseher haben wohl gedacht: Endlich kommt Blut und Splatter ins Spiel. Ich hätte mir gewünscht, dass Ti West den ruhigeren Weg weiter eingeschlagen hätte. Aber, wie gesagt, das ist Geschmackssache.

Die Gore-Effekte halten sich in Grenzen, doch wenn sie einmal zu sehen sind, sind sie schon wirklich gut und effektvoll eingesetzt. Im Gesamten gesehen, wirkt „The House Of The Devil“ tatsächlich wie ein Film aus den 80er Jahren. Und, soweit ich das richtig mitbekommen habe, sollte der Film auch so eine Art Hommage an diese Zeit sein. Aus dieser Sicht ist Ti West auf jeden Fall ein toller Streifen geglückt und wäre das Satanisten-Kult-Schlachtfest am Ende nicht, könnte man „The House Of The Devil“ tatsächlich als kleine Perle im Stil der 80er gelten lassen. So aber wurde durch das Ende der komplette Film irgendwie fast schon wieder unbedeutend, weil nicht mehr außergewöhnlich.

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Fazit: Hommage an die Horrofilme der 80er Jahre. Ti West hat diese Stimmung sehr gut rübergebracht und, hätte er den ruhigen, stimmungsvolleren Weg weiter eingeschlagen und nicht am Ende ein Satanisten-Schlachtfest eingebaut, wäre ihm sogar eine kleine Perle im Look der 80er gelungen.

© 2015 Wolfgang Brunner

Cabin Fever 2 (2009)

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Originaltitel: Cabin Fever 2: Spring Fever

Laufzeit: ca. 91 Minuten

Regie: Ti West

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Killerbakterien gelangen ins Trinkwasser und landen schließlich in Wasserflaschen des örtlichen Getränkeherstellers. Für den bevorstehenden College-Abschlussball der Kleinstadt werden literweise Wasser verbracuht, um Bowlen und andere Getränke herzustellen.
Es dauert nicht lange und die spaß- und sexsüchtigen Teenager bekommen die ersten Auswirkungen der tödlichen Bakterien zu spüren: Haut platzt auf, eitrige Geschwüre entstehen und der Ball gerät immer mehr außer Kontrolle. Als dann noch die Schule abgesperrt wird, weil ein örtlicher Polizist die Seuche unter Kontrolle bekommen will, müssen sich die noch nicht Infizierten vor ihren gewalttätigen Mitschülern in Sicherheit bringen.

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„Cabin Fever 2“ schließt, zumindest grob, an den ersten Teil der Filmreihe an.  Im Gegensatz zu Teil 1 hatte ich beim zweiten Teil bedeutend mehr Spaß und kam kein einziges Mal in Versuchung, wie beim ersten Teil, den Film abzuschalten.

„Cabin Fever 2“ ist Trash, wie es „schlimmer“ nicht geht. Aber vielleicht macht es die routiniert wirkende Inszenierung aus, die einem, anders wie in Eli Roths erstem Teil, die Zeit wie im Fluge vergehen lässt. Tatsächlich musste ich bei der ein oder anderen Szene sogar schmunzeln, weil sie derart übertrieben rüberkam, dass es schon wieder gut war. Die Dialoge waren bedeutend „besser“ als im ersten Teil, wobei diese Steigerung nicht die geringste Schwierigkeit bedeutet, da die Gespräche im ersten Teil absolut nicht der Rede wert sind.

Der zweite Teil erinnerte mich streckenweise an die Horrorfilme der 80er Jahre. Die Splatter-Szenen sind zum größten Teil gut in Szene gesetzt und machen Spaß. Auch wenn der ein oder andere Gag daneben geht und die Handlung so einige Schwächen zeigt, macht „Cabin Fever 2“ insgesamt dann doch irgendwie Spaß.
Der Film fällt für mich in die Kategorie: „Hirn ausschalten und die Effekte genießen“. Nichts mehr und nichts weniger ist „Cabin Fever 2“.

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Fazit: Blutgetränkte Fortsetzung des Eli Roths Erfolges „Cabin Fever“. Dieser zweite Teil schlägt den ersten Teil um Längen, was allerdings nicht besonders schwierig war bei der Vorlage, und ist Trash im besten Sinne.
Nette Unterhaltung für Splatterfans und Horrorfreaks, die einen Filmabend ohne große Ansprüche genießen wollen.

© 2014 Wolfgang Brunner