Tales Of Halloween (2015)

TOHposter

Originaltitel: Tales Of Halloween
Regie:
„Sweet Tooth“ – Dave Parker
„The Night Billy Raised Hell“ – Darren Lynn Bousman
„Trick“ – Adam Gierasch
„The Weak and the Wicked“ – Paul Solet
„Grim Grinning Ghost“ – Axelle Carolyn
„Ding Dong“ – Lucky McKee
„This Means War“ – Andrew Kasch, John Skipp
„Friday the 31st“ – Mike Mendez
„The Ransom of Rusty Rex“ – Ryan Schifrin
„Bad Seed“ – Neil Marshall
Drehbuch: Axelle Carolyn, Andrew Kasch, Neil Marshall, Lucky McKee, Mike Mendez, Dave Parker, Ryan Schifrin, Clint Sears, Johnny Skipp
Kamera: Jan-Michael Losada, Zoran Popovic, David Tayar, Alex Vendler, Richard J. Vialet, Joseph White, Scott Winig
Musik: Lalo Schifrin (Titelthema), Joseph Bishara, Bobby Johnston, Edwin Wendler, Kung Fu Vampire
Laufzeit: 98 Minuten
Darsteller: Pat Healy, Barry Bostwick, Noah Segan, Booboo Stewart, Greg Grunberg, Clare Kramer, Alex Essoe, Lin Shaye, Dana Gould, James Duval, Elissa Dowling, Grace Phipps, Pollyana McIntosh, Marc Senter, Tiffany Shepis, John F. Beach, Trent Haaga, Casey Ruggieri, Kristina Klebe, Cerina Vincent, John Savage, Keir Gilchrist, Nick Principe, Amanda Moyer, Jennifer Wenger, Sam Witwer, Jose Pablo Cantillo, Ben Woolf, Caroline Williams, Robert Rusler, Cameron Easton, Austin Falk, Madison Iseman, Daniel Dimaggio, Natalie Castillo, Ben Stillwell, Hunter Smit. Cameo-Auftritte: Joe Dante, John Landis, Adam Green, Adam Pascal, Adrianne Curry, Mick Garris, Lombardo Boyer, Graham Skipper, Stuart Gordon, Greg McLean, Spooky Dan Walker, Adrienne Barbeau
Genre: Horror, Komödie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Sweet Tooth: Eine Babysitterin und ihr Freund erzählen einem Jungen eine Geschichte, in der Eltern bitter dafür bezahlen mussten, weil sie ihrem Jungen verboten haben, die an Halloween gesammelten Süssigkeiten aufzuessen.

The Night Billy Raised Hell: Ein Junge betritt das Haus eines alten Mannes und stellt bald fest, dass es sich um den Teufel handelt.

Trick: Eine Gruppe Kinder macht Jagd auf Erwachsene und ermordet diese. Doch die Erwachsenen schlagen zurück.

The Weak and the Wicked: Ein junger Mann beschwört einen Dämon herauf, mit dem er Rache an drei Brandstiftern nehmen will, die sein Elternhaus niederbrannten, obwohl seine Eltern noch darin waren.

Grim Grinning Ghost: Eine junge Frau wird von einem bösartigen Geist verfolgt.

Ding Dong: Ein junger Mann erfährt, dass seine Frau eine kinderhungrige Hexe ist und versucht, sie aufzuhalten.

This Means War: Ein Mann bekämpft seinen Nachbarn wegen dem „besten Halloween-Kostüm“ bis zum Tode.

Friday the 31st: Ein Serienmörder macht Bekanntschaft mit Aliens, die echt sauer werden, wenn sie keine Süßigkeiten bekommen.

The Ransom of Rusty Rex: Zwei Kidnapper entführen den Sohn eines reichen Mannes, nur um wenig später zu erfahren, dass der Millionär seinen Sohn gar nicht mehr zurückhaben will. Die Entführung scheint ihm sogar sehr gelegen zu kommen.

Bad Seed: Ein Detektiv versucht zu verhindern, dass ein gentechnisch manipulierter, fleischfressender Kürbis eine ganze Stadt auslöscht.

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Ich ging mit großen Erwartungen an diese Halloween-Anthologie und war teilweise begeistert, teilweise aber auch enttäuscht. Auf die einzelnen Regisseure und deren Inszenierungsstil möchte ich gar nicht weiter eingehen, denn dann würde diese Besprechung sämtliche Rahmen sprengen. Eines sei gesagt: Keiner der Regisseure hat eine Meisterleistung abgeliefert, obwohl alle Kurzfilme durchgehend einen soliden Inszenierungsstil vorweisen können. Aber als Gesamtbild bleibt ein eher mässiges Filmerlebnis zurück. Alleine der Vor- und Nachspann vermochten mich zu begeistern und erinnerten mich in seiner liebevollen Machart an „Geschichten aus der Gruft“ oder „Creepshow“.
Nun aber zu den einzelnen Episoden.

„Sweet Tooth“ ist eine der Episoden, die mir am besten gefallen hat. Da kommt schon von Anfang an eine gewisse Halloween-Stimmung auf, die einen gemütlichen Abend verspricht. Die Idee finde ich ebenso gut wie die Darsteller, die ihre Sache wirklich gut machen. Insgesamt erinnert mich diese Episode einfach sehr stark an eine Folge aus „Geschichten aus der Gruft“.

Auch „The Night Billy Raised Hell“ ist ganz akzeptabel, obwohl mir da die Kirmes-Inszenierung ein wenig auf den Keks geht. Handlungstechnisch ganz nett, aber meiner Meinung nach viel zu übertrieben in Szene gesetzt.

„Trick“ bietet einen gelungenen Anfang, verkommt aber von Minute zu Minute immer mehr zu einem uninspirierten, vorhersehbaren Plot, der auf mich langweilig wirkt.

„The Weak and the Wicked“ ist für mich bedeutungslos und nicht der Rede wert.

„Grim Grinning Ghost“ ist ebenso wie „The Weak and the Wicked“ ein Filmchen, das man schnell wieder vergisst.

„Ding Dong“ hat nette Effekte und kann zwar unterhalten, verschwindet aber auch schon bald wieder aus dem Gedächtnis.

Der Nachbarschaftskampf um das beste Halloween-Kostüm in „This Means War“ ist originell und unterhaltsam. Aber auch hier fehlt einfach das gewisse Etwas.

Mike Mendez‘ Beitrag „Friday the 31st“ gehört wieder zu den Highlights dieser Kurzfilmsammlung. Sein außerirdischer Halloweenbesuch ist witzig, innovativ und macht wirklich Spaß. Für mich neben „Sweet Tooth“, „The Ransom of Rusty Rex“ und „Bad Seed“ eine der besten Folgen.

„The Ransom of Rusty Rex“ hat mir auch unglaublich Spaß gemacht. Vor allem der Humor trifft genau den richtigen Ton. Und der Plot hat absolut seinen Reiz. Wie bereits erwähnt, gehört diese Folge ebenfalls zu meinen Favoriten.

„Bad Seed“ von Neil Marshall ist ein würdiger und amüsanter Abschluss, der die langweiligeren Folgen dann doch wieder irgendwie vergessen lässt.

Insagesamt unterhält „Tales Of Halloween“ auf jeden Fall und die teils blutigen und perfekt in Szene gesetzten Splattereinlagen trösten über die teils uninspirierten Geschichten hinweg. Von einem Kultfilm ist diese Storysammlung allerdings weit entfernt, vom Intro und Outro einmal abgesehen. 😉 Denn die sind wirklich genial gemacht und verbreiten sofort eine (kultige) Halloween-Stimmung. Wer genau hinsieht, entdeckt viele Cameo Auftritte von unter anderem John Landis oder Joe Dante. Unterhaltsam ist „Tales Of Halloween“ allemal, aber eine beeindruckende Kurzfilm-Sammlung ist es leider nicht geworden.

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Fazit: Die unterhaltsame Kurzfilm-Sammlung erreicht leider nicht den Kultstatus, den man sich gewünscht hätte. Bizarrer Humor trifft auf teils heftige Splatterszenen, die allerdings die meist uninspirierten Storys nicht retten können. Ein paar Highlights gibt es, aber insgesamt leider eher mäßiger Halloween-Grusel.

© 2015 Wolfgang Brunner

Cabin Fever 2 (2009)

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Originaltitel: Cabin Fever 2: Spring Fever

Laufzeit: ca. 91 Minuten

Regie: Ti West

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Killerbakterien gelangen ins Trinkwasser und landen schließlich in Wasserflaschen des örtlichen Getränkeherstellers. Für den bevorstehenden College-Abschlussball der Kleinstadt werden literweise Wasser verbracuht, um Bowlen und andere Getränke herzustellen.
Es dauert nicht lange und die spaß- und sexsüchtigen Teenager bekommen die ersten Auswirkungen der tödlichen Bakterien zu spüren: Haut platzt auf, eitrige Geschwüre entstehen und der Ball gerät immer mehr außer Kontrolle. Als dann noch die Schule abgesperrt wird, weil ein örtlicher Polizist die Seuche unter Kontrolle bekommen will, müssen sich die noch nicht Infizierten vor ihren gewalttätigen Mitschülern in Sicherheit bringen.

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„Cabin Fever 2“ schließt, zumindest grob, an den ersten Teil der Filmreihe an.  Im Gegensatz zu Teil 1 hatte ich beim zweiten Teil bedeutend mehr Spaß und kam kein einziges Mal in Versuchung, wie beim ersten Teil, den Film abzuschalten.

„Cabin Fever 2“ ist Trash, wie es „schlimmer“ nicht geht. Aber vielleicht macht es die routiniert wirkende Inszenierung aus, die einem, anders wie in Eli Roths erstem Teil, die Zeit wie im Fluge vergehen lässt. Tatsächlich musste ich bei der ein oder anderen Szene sogar schmunzeln, weil sie derart übertrieben rüberkam, dass es schon wieder gut war. Die Dialoge waren bedeutend „besser“ als im ersten Teil, wobei diese Steigerung nicht die geringste Schwierigkeit bedeutet, da die Gespräche im ersten Teil absolut nicht der Rede wert sind.

Der zweite Teil erinnerte mich streckenweise an die Horrorfilme der 80er Jahre. Die Splatter-Szenen sind zum größten Teil gut in Szene gesetzt und machen Spaß. Auch wenn der ein oder andere Gag daneben geht und die Handlung so einige Schwächen zeigt, macht „Cabin Fever 2“ insgesamt dann doch irgendwie Spaß.
Der Film fällt für mich in die Kategorie: „Hirn ausschalten und die Effekte genießen“. Nichts mehr und nichts weniger ist „Cabin Fever 2“.

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Fazit: Blutgetränkte Fortsetzung des Eli Roths Erfolges „Cabin Fever“. Dieser zweite Teil schlägt den ersten Teil um Längen, was allerdings nicht besonders schwierig war bei der Vorlage, und ist Trash im besten Sinne.
Nette Unterhaltung für Splatterfans und Horrorfreaks, die einen Filmabend ohne große Ansprüche genießen wollen.

© 2014 Wolfgang Brunner