Das Unternehmen (2015)

Unternehmen

Originaltitel: Das Unternehmen
Regie: Marcello Filippelli
Drehbuch: Marcello Filippelli
Kamera: Marcello Filippelli
Musik: Michael Donner
Laufzeit: 4 Minuten
Darsteller: Peter Skoda, Pasquale Gulotta, Harald Cornelius, Isabell Mielke, Mia Filippelli (nur Stimme)
Genre: Action, Kurzfilm
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Wenn einer der Besten aussteigen will… Aber das System es nicht zulässt!

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Man muss sich zuallererst einmal vor Augen halten, dass dieser Kurzfilm mit einem Budget von etwa 50,- Euro und an einem einzigen Drehtag entstanden ist. Schon alleine in dieser Hinsicht zeigt „Das Unternehmen“, das Marcello Filippelli auf alle Fälle Qualitäten als Regisseur und Kameramann hat. Das hat er schon mit seinen bedeutend längeren Projekten wie „Unerträglich“ und „Unvergessen“ bewiesen. Diese genannten Zehnminuten-Filme waren aber eher ruhig und leicht melancholisch, während sich nun bei „Das Unternehmen“ das Augenmerk vollkommen auf Action legt (die finale Einstellung vielleicht einmal ausgenommen 😉 ).
Wie gesagt, man muss einfach daran denken, dass dieses Projekt im Grunde genommen aus reiner Freude am Filmemachen entstanden ist. Denn auch wenn die Action und die Kämpfe zum größten Teil sehr gut in Szene gesetzt wurden (was auch an einem wirklich hervorragenden Schnitt liegt), so wirken manche Einstellungen leicht lächerlich und amateurhaft. Dennoch werden diese kleinen Fehlerchen durch die gute Regie, Kameraführung und Schnitttechnik überdeckt, so dass sie für mich keine wirklichen Negativauswirkungen auf das Gesamtbild werfen.
Die „Dialoge“ während der Kämpfe hätte man sich allerdings sparen können. Vielleicht wäre dadurch sogar ein wenig mehr Dynamik in das Geschehen gekommen.

Schauspielerisch kann Peter Skoda in der Hauptrolle am meisten überzeugen. Er macht seine Sache richtig gut und vor allem überzeugend, was man bei Pasquale Gulotta und Harald Cornelius leider nicht immer behaupten kann. Das heißt aber keineswegs, dass die beiden nicht auch schauspielern können, nur können sie Skoda einfach nicht das Wasser reichen. Ich persönlich finde es schon sehr interessant, was man mit einem so geringen Budget und Zeitaufwand auf die Beine stellen kann, das sieht man über manch eine unperfekte Ausleuchtung oder Mimik eines Schauspielers hinweg. Eindeutig sieht man, dass alle Beteiligten Spaß an der Sache hatten und das wirkt sich natürlich auch auf den Zuschauer aus.

Was mir wirklich gut gefallen hat, war, dass man erst in den letzten Einstellungen erfährt, worum es überhaupt geht. Man sieht zwar dadurch den Kämpfen vielleicht mit weniger Spannung zu und fiebert nicht so sehr mit dem Protagonisten mit, dafür wird man aber am Ende mit einem netten „Aha“-Effekt belohnt, der im Nachhinein die Auseinandersetzung nachvollziehbar macht.
Wie schon bei seinen längeren Kurzfilmen zeigt Filippelli auch hier wieder, dass man mit einer Kamera ästhetische Bilder einfangen kann, wenn man den Blick dafür hat. Und den hat Filippelli.
Was auch noch unbedingt erwähnt werden muss, ist die wirklich gelungene Musik von Michael Donner. Sie untermalt die Bilder absolut passend und stimmig, so dass es in dieser Hinsicht nichts auszusetzen gibt. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass dieser Kurzfilm lediglich eine Szene aus einem Langfilm darstellt. Das Potential wäre auf jeden Fall da, um einen längeren  Action-Thriller auf genau jene Art und Weise zu inszenieren.

Wer jetzt neugierig ist, kann sich den Film auf youtube ansehen: Das Unternehmen

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Fazit: Für ein Projekt, das eigentlich nur „just for fun“ und mit minimalem Aufwand gedreht wurde, kann sich „Das Unternehmen“ durchaus sehen lassen. Nicht perfekt, aber stylisch und sehenswert.

© 2016 Wolfgang Brunner

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Unvergessen (2014)

Plakat Unvergessen

Originaltitel: Unvergessen
Alternativtitel: Unforgotten
Regie: Marcello Filippelli
Drehbuch: Marcello Filippelli
Kamera: Felix Ehlert
Musik: Arkadius Sojka
Laufzeit: 14 Minuten
Darsteller: Jan Stapelfeldt, Pia Strömer, Sandra Fleckenstein
Genre: Drama, Kurzfilm
Produktionsland: Deutschland
FSK: ohne Altersbeschränkung

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Lisa und David geraten in ein heftiges Unwetter. Lisa kommt unbeschadet davon, aber David wird schwer verletzt und landet im Rollstuhl. Lisa kümmert sich um David, der immer mehr seinen Lebenswillen verliert.

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Filippelli führt den Zuschauer zuerst in eine Welt voller Glück, die jedoch jäh von einem Unglück zerstört wird und in einer trostlosen, tristen Umgebung endet. Dennoch vermitteln die schön inszenierten Bilder Hoffnung, die einen zu Tränen rühren. Pia Strömer verkörpert die Rolle der Lisa absolut glaubwürdig. Ihre Mimik ist an manchen Stellen so natürlich, dass man fast vergißt, „nur“ einen Film zu sehen. Sie wirkt in ihrer Rolle sympathisch und man spürt die Mühe, die sie als Protagonistin an den Tag legt, um Davids Leben wieder lebenswert zu machen. Aber auch Jan Stapelfeldt als David macht seine Sache unglaublich gut. Vor allem in der zweiten Hälfte zeigt er, was er kann. In seinem Gesichtsausdruck kann man die Verzweiflung und die Hoffnungslosigkeit, die sein neues Leben im Rollstuhl bedeutet, in jeder Einstellung sehen.

Filippelli inszenierte sein Drama in sehr ansprechenden und ästhetischen Bildern, die sowohl die anfangs freudige und im Verlaufe des Films immer tristere Stimmung hervorragend unterstreichen. Zu dieser einfühlsamen Regiearbeit kommt noch der grandiose Soundtrack von Arkadius Sojka hinzu, der zwar immer dezent im Hintergrund läuft, einen aber unbewusst (oder einen Filmmusik-Fan wie mich) bewusst packt. Seine pianolastigen Klänge sind ein wahrer Ohrenschmaus, der das Drama unglaublich bereichert .Dieses Zusammenspiel zwischen Regie, Musik, Darsteller und Story ist sehr beeindruckend und emotional. Da passiert es schon mal in der ein oder anderen Szene, dass man einen Kloß im Hals bekommt.

Am Ende bietet der Plot eine wirklich überraschende Wendung, mit der man nicht rechnet und die einem dann doch noch die Tränen in die Augen treibt. Filippelli ist da ein Twist gelungen, der es in sich hat und am Ende nochmal eine emotionale Keule für den gefühlvollen Zuschauer bedeutet. Der Film erlangt dadurch eine völlig andere Bedeutung und wird noch um einige Stufen melancholischer und emotionaler.
Ich bin sehr begeistert von Filippellis Arbeiten, zumal der Regisseur auch kein Schubladendenken in Bezug auf Genres hat und mit „Unvergessen“ eben eine andere Art von Film als mit „Unerträglich“ vorlegt. Das gefällt mir!

Da kann man wirklich gespannt sein, was von Marcello Fillippelli als nächstes kommt. Vor einigen Tagen habe ich ein Interview mit dem sympathischen Regisseur geführt: Interview mit dem Regisseur Marcello Filippelli

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Fazit: Spannendes, aber vorwiegend melancholisches und emotionales Drama mit exzellenten Schauspielern und einem grandiosen Soundtrack. Filippellis Regiearbeit ist solide und professionell. Bitte mehr davon!
© 2015 Wolfgang Brunner

Interview mit dem Regisseur Marcello Filippelli

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© Marcello Filippelli

Marcello Filippelli ist 33 und unabhängiger Filmemacher. Schon in seiner Jugend drehte er mit der Videokamera seiner Eltern kleine Filme. Doch eines Tages wollte er dann mit professionellem Team und Schauspielern arbeiten: Herausgekommen sind spitzenmäßige Kurzfilme wie „Unerträglich“ und „Unvergessen“.
Film-Besprechungen freut sich auf das Interview mit dem dreifachen Familienvater und Independent-Filmer.

1. „Unerträglich“ und „Unvergessen“ behandeln kontroverse Themen. Gibt es dafür Gründe?

Für mich ist es irgendwie schon immer wichtig gewesen, dass meine Geschichten eine Message haben und den Zuschauer zum Nachdenken anregen. Oft sind es eben auch gesellschaftskritische Themen. Ich mag es auch, Fiktion mit realistischen Situationen zu vereinen. Das ist auch schon vom allerersten Film an so gewesen.


2. Deine beiden Kurzfilme sind in unterschiedlichen Genre angesiedelt. Sehe ich das richtig, dass Du Dich nicht auf eine Richtung beschränken willst?


Nur Horror? Nur Action? Nur Drama? Wäre mir in der Tat zu eintönig und langweilig. Ich versuche mich gerne in verschiedenen Bereichen. Entscheidend ist für mich, dass die Geschichte stimmt und einen gewissen Anspruch bietet. Denn genau diese Art Filme sind es, die ich mir auch selber gerne anschaue. Blut, nackte Ärsche und Eingeweide – gerne, aber mit einem gewissen Anspruch bitte. (Lacht)

3. Jeder Künstler hat Vorbilder. Welche sind Deine?

Früher wäre es z.B. Spielberg mit „Der weiße Hai“ gewesen und heute evtl. Besson mit „Léon – Der Profi“ oder auch Scorsese mit „Shutter Island“. Es gibt einige tolle Regisseure, aber aktuell habe ich kein bestimmtes Vorbild.

4. Gibt es denn schon Ambitionen deinerseits, einen Langfilm zu drehen?

Absolut! Den gibt es aber auch schon! „Thank God for Life“. Mein allererster Spielfilm. Produktion 2001-2003 / 78 Min. / 25 Darsteller. Eine harte, aber wunderbare Erfahrung! Ich habe nahezu alles gemacht. Vor und hinter der Kamera. Mit Freunden und Bekannten realisiert. Der Film behandelt diverse Themen: Drogen und ihre Konsequenzen. Kriminalität. Freundschaft. Familie. Träume und Hoffnung. Tolle Geschichte. Ein Remake mit professioneller Unterstützung wäre ziemlich cool. 🙂

5. Was hältst Du von Crowdfunding?

Finde ich eine absolut geniale Sache! Eine klassische Win-Win-Situation! Bisher war es mir immer möglich, die Produktionskosten größtenteils selber zu tragen. „Unerträglich“ hatte z.B. ein Budget von über 3500 Euro. Bei „Unvergessen“ waren es über 2500 Euro. Und wir sprechen hier von einem Hobby! (Lacht) Für eine nächste Kurzfilmproduktion wären etwa 5000 Euro nötig. Da ist eine gemeinnützige Plattform wie Crowdfunding wirklich eine tolle Möglichkeit zur Mitfinanzierung. Mal schauen.

6. Welche Filme sind Deine persönlichen Favoriten? Kannst Du uns vielleicht ein paar Titel nennen?

Ich mag so viele Filme! Da tue ich mich echt schwer, hier einige zu nennen. Weil ich dann bestimmt einige Lieblingsfilme dabei vergesse. Aber ich liebe die Filme von früher! 80er / 90er. Ich mag die guten alten „Handgemachten Filme“. z..B. Rambo – First Blood. Der funktioniert für mich noch bis heute. Ich mochte noch nie zu viel CGI. Wobei CGI bei Filmen wie z.B. „Star Wars“ oder „Avatar“ natürlich Sinn machen.

7. Es gibt mit Sicherheit ein Traumprojekt für Dich. Welches wäre das?

Ein Film a lá Expendables aus der Independent-Szene. Das wäre ziemlich cool! Vielleicht finde ich in naher Zukunft eine passende Kooperation mit anderen kreativen Köpfen. Konzept liegt in der Schublade. (Lacht)

8. Was fällt Dir spontan ein bei

Alan Parker?
Muss ich googlen. (Lacht)

Found Footage?
Wirkt auf mich mittlerweile etwas ausgelutscht.

Alfred Hitchock?
Gehört zu den ganz Großen.

Hans Zimmer?
Gehört zu den ganz Großen.
Wunderbare Kompositionen! Musik ist die Seele des Films.

9. Welche Filme siehst Du privat? Popcorn-Mainstream, Independent oder ArtHaus?

Alle drei Bereiche bieten sich wunderbar an für einen gemütlichen Abend.

10. Welcher fünf Dinge möchtest Du in Deinem Leben nicht missen?

Meine drei Kids. Meine Frau. Gesundheit. Passt! (Lacht)

Film-Besprechungen bedankt sich herzlich für das Interview und wünscht Dir alles Gute für Deine filmische und natürlich auch private Zukunft. Nicht nur wir sind gespannt auf das, was noch von Dir kommt.

© 2015 Marcello Filippelli / Wolfgang Brunner

Unerträglich (2012)

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Originaltitel: Unerträglich
Alternativtitel: Unbearable
Regie: Marcello Filippelli
Drehbuch: Marcello Filippelli
Kamera: Marcello Filippelli
Musik: Stefan Magasitz
Laufzeit: 10 Minuten
Darsteller: Nikolai Will, Christian Cujovic, Claudia Dalchow, Martin Kloss, Peter Eberst, Bernd Michael Straub
Genre: Drama, Kurzfilm
Produktionsland: Deutschland
FSK: ohne Altersbeschränkung

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Die Kommissare Beck und Bergmann untersuchen einen Kindermord. Und plötzlich fehlt vom Vater des ermordeten Mädchens ebenfalls jede Spur. Die Ermittler gehen von einem Serientäter aus und versuchen, den Fall so schnell wie möglich zu lösen.

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Filippellis Kurzfilm packt den Zuseher sofort und zieht ihn in seinen Bann. In nur zehn Minuten packt der Regisseur jede Menge Handlung und Charakterzeichungen hinein, die so mancher Langfilm nicht hinbekommt.
Das Zusammenspiel der beiden Ermittler ist „Tatort“-mäßig, absolut glaubhaft und nachvollziehbar.
Durch eine Stimme aus dem Radio wird der Zuschauer in die Handlung eingeführt und merkt irgendwann, um was es geht. Aber so einfach ist Filippellis Geschichte dann doch nicht, denn der Regisseur führt uns trotz der kurzen Spieldauer seines Films auf eine falsche Fährte. Das Ganze ist unglaublich intensiv in Szene gesetzt und durch die teils verwackelten Handkamera-Bilder fühlt man sich mitten im Geschehen. Aber „Unerträglich“ ist kein Film im Found Footage-Stil, sondern ein optisch hervorragendes Kammerspiel, das einem so manches Mal einen Schauer über den Rücken laufen lässt. Das liegt zum einen am heiklen Thema, dem sich Filippelli angenommen hat, zu anderen aber an der meisterhaften Schauspielkunst, die Nikolai Will mal wieder an den Tag legt. Dazu aber später.
Marcello Filippelli hat seinen ersten „großen“ Kurzfilm professionell und solide inszeniert. Man sieht eindeutig, dass er das Handwerk beherrscht und seine Freude daran hat. Die Moral mag für den ein oder anderen fragwürdig sein, weil Mord mit Folter gerächt wird. Aber … da sind wir jetzt beim Schauspieler Nikolai Will angelangt:

Nikolai Will charakterisiert die Rolle eines verzweifelten Vaters einfach hammermäßig. Alleine das in so kurzer Zeit, die ihm in diesem Film zur Verfügung stand, so überzeugend und emotional hinzukriegen, ist schon ein kleines Wunder. Zu der Verzweiflung kommt die für ihn selbst unerträgliche Last seines Handelns noch hinzu, gepaart mit der unerträglichen Tatsache, sein Kind verloren zu haben. Nikolai Will macht aus Filippellis Kurzfilm ein verstörendes Erlebnis, das einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Nur mal am Rande: Wieso kriegt Will keine Hauptrollen in einem abendfüllenden Spielfilm?
Seine Mimik spricht Bände und lässt den Zuschauer mitfühlen: die Wut, die Verzweiflung und den abgrundtiefen Hass. Aber auch die Unsicherheit, ob sein Handeln richtig ist. Das alles beherrscht Will so perfekt, dass es einem den Atem raubt. Vielleicht sollte ich eine Fanseite für Nikolai Will gründen. 😉
Marcello Filippellis „Unerträglich“ ist zwar eine kurze Geschichte, aber im handwerklichen und schauspielerischen Detail ganz großes Kino.
Den Kurzfilm kann man sich auf youtube anschauen —> KLICK MICH!

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Fazit: Professioneller und ästhetischer Kurzfilm um  einen Kindermord, der dem Zuseher aufgrund der Schauspielleistung von Nikolai Will den Atem raubt. Filippelli ist ein vielversprechendes Talent. Den Namen werde ich mir merken. Absolute Empfehlung.

© 2015 Wolfgang Brunner