These Final Hours (2013)

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Originaltitel: These Final Hours
Regie: Zak Hilditch
Drehbuch: Zack Hilditch
Kamera: Bonnie Elliott
Musik: Cornel Wilczek
Laufzeit: 87 Minuten
Darsteller: Nathan Phillips, Angourie Rice, Jessica De Gouw, Daniel Henshall, David Field, Sarah Snook
Genre: Thriller, Science Fiction
Produktionsland: Australien
FSK: ab 16 Jahren

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In nur 12 Stunden trifft ein Meteorit auf die Erde und löscht alles Leben aus. James hat Angst vor diesem letzten Moment und macht sich auf den Weg zu einer Party, um den finalen Augenblick unter Drogen und alkoholisiert nicht bei vollem Bewusstsein miterleben zu müssen. Doch dann trifft er auf das junge Mädchen Rose, die verzweifelt ihren Vater sucht. James beschließt, ihr zu helfen und lernt in den letzten Stunden seines Lebens, was es bedeutet, zu leben …

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Zack Hilditchs Endzeit-Drama hätte aus meiner Sicht mehr Aufmerksamkeit verdient. Meisterhaft erzählt der australische Regisseur eine bedrückende Geschichte um die letzten Stunden der Menschheit. Und er vermittelt eindrucksvoll, dass man jede Minute seines Lebens auskosten sollte, auch wenn das Ende unmittelbar bevorsteht. Das ist einerseits deprimierend und traurig, andererseits aber in fantastischen Bildern hoffnungsvoll dargestellt.

Nicht immer geradlinig, sondern auch mit eingeschobenen Rückblicken in die Vergangenheit wird trotz der ganzen Dramatik des Weltuntergangs genaugenommen eine Liebesgeschichte erzählt. Die Flucht eines verzweifelten Mannes, der Angst vor dem Tod hat und die letzten Minuten seines Lebens unter Alkohol und Drogen verbringen möchte, ändert sich im Laufe des Films zu einer Selbstfindung, die mit der Erkenntnis des Lebenssinns endet. Ganz so philosophisch, wie es sich jetzt vielleicht anhört, ist „The Final Hours“ zwar nicht, aber letztendlich bleibt ein Eindruck in diesem Sinne beim geneigten Zuschauer hängen.

Einziger Wermutstropfen dieses apokalyptischen Weltuntergangsszenarios ist die Tonabmischung in den Szenen, die sich bei einer Party abspielen. Sobald die Musik einsetzt, wackeln einem die Ohren, so laut sind diese Passagen ausgesteuert, und man greift im heimischen Wohnzimmer unweigerlich nach der Fernbedienung, was zur Folge hat, dass man die anschließenden Dialoge der Protagonisten nicht mehr versteht. Dreht man den Ton aber wieder lauter, fegt ein erneuter Lärmsturm über einen hinweg, wenn die Partymusik wieder in den Vordergrund rückt. Das nervt … 😉

Wenn man den aktuellen Berichten Glauben schenken kann, hat Zack Hilditch einen Vertrag unterzeichnet, um das Remake dieses Films für das amerikanische Fernsehen selbst zu inszenieren.

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Fazit: Unterhaltsamer Weltuntergangs-Katastrophen-Film aus Australien mit einigen fast schon philosphischen Aussagen.

© 2015 Wolfgang Brunner

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72 Stunden (2008)

72 stunden

Originaltitel: Tres Dias
Alternativtitel: Before The Fall
Regie: F. Javier Gutiérrez
Drehbuch:  F. Javier Gutiérrez, Juan Velarde (Original Story)
Kamera: Miguel Ángel Mora
Musik:Antonio Meliveo
Laufzeit: 97 Minuten
Darsteller: Víctor Clavijo , Eduard Fernández, Juan Galván, Mariana Cordero , Daniel Casadella, Elvira DeArmiñán
Genre: Thriller
Produktionsland: Spanien
FSK: ab 18 Jahren

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Ein Meteorit rast auf die Erde zu und droht, die gesamte Menschheit auszulöschen. Ale und seine Mutter beschützen die Kinder seines Bruders. Und während für die Menschheit die letzten drei Tage anbrechen, droht Ale und seiner Familie eine andere Gefahr, die aus seiner Vergangenheit kommt und nicht nur sein eigenes Leben bedroht.

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„72 Stunden“ ist ein recht ansehnlicher Endzeit-Thriller, der die Genre Katastrophenfilm und Psychothriller geschickt miteinander vermischt. Die Geschichte beginnt wie ein typischer Weltuntergangsfilm und zeigt bereits hier beachtliche Stärken des Regisseurs. Im Verlauf des Films wird aber immer mehr eine Grenze überschritten, die vom Katastrophenszenario in eine nicht uninteressante Mischung aus dramatischem Familiendrama und perfidem Psychothriller führt.

Der von Antonio Banderas produzierte Film sondert sich schon in den ersten Minuten von typischen Mainstream-Produktionen ab und macht neugierig. Oft wird eine härtere Gangart eingelegt, was der Dramatik des Thrillers enorm zu gute kommt. Und die Geschichte um das Familiengeheimnis ist sehr geschickt in Szene gesetzt, da gibt es nichts zu meckern. Genausowenig wie in Sachen Schauspielerei. Die Akteure machen ihre Sache gut und vermögen zu überzeugen.

Das Hauptproblem des Films ist allerdings, dass er zwei Genres bedient und sich nicht so recht entscheiden kann, welches nun das Hauptgenre sein soll. Obwohl gerade dieser Richtungsmix im ersten Moment unglaublich interessant wirkt, verliert sich der Katastrophenanteil plötzlich komplett in einem psychologischen Überlebenskampf, der plötzlich vollkommen unlogisch wirkt, da die Welt ja in 72 Stunden sowieso untergehen wird. Das stört an manchen Stellen, wirkt sich aber auf die Spannung überraschender- und erfreulicherweise nicht aus.

Kurz vor dem Ende schwenkt Gutiérrez dann aber doch noch einmal auf das Weltuntergangs-Szenario und rundet zumindest am Schluss das Ganze damit ein wenig ab.  Mich hat das Ende des Films dann doch wieder einigermaßen zufriedengestellt. 😉
Ein bisschen mehr Katastrophe und etwas weniger Psychothriller wären aus meiner Sicht besser gewesen.

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Fazit: Raffinierter Genremix aus Katastrophen-Weltuntergangs-Film und spannendem Psychothriller, der hervorragend unterhält, aber letztendlich an der unausgewogenen Mischung ein klein wenig scheitert. Sehenswert ist der außergewöhnliche Thriller aber auf jeden Fall.

© 2015  Wolfgang Brunner

Ende (2012)

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Originaltitel: Fin
Regie: Jorge Torregrossa
Drehbuch: Jorge Guerricaechevarria, Sergio G. Sánchez
nach dem Roman von David Monteagudo
Kamera: Jose David Montero
Musik: Lucio Godoy
Laufzeit: 90 Minuten
Darsteller: Maribel Verdú, Daniel Grao, Clara Lago, Carmen Ruiz, Andrés Velencoso, Miquel Fernández, Blanca Romero
Genre: Literatur, Thriller
Produktionsland: Spanien
FSK: ab 16 Jahren

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Ein Wiedersehen nach langer Zeit führt alte Freunde wieder zusammen. Zuerst scheint das Treffen auch genauso abzulaufen, wie es sich die Frauen und Männer vorgestellt haben. Doch plötzlich verschwindet ein Mitglied der Gruppe. Als sich die verbliebenen Freunde auf die Suche nach dem Vermissten machen, entdecken sie eine menschenverlassene Welt, in der vieles nicht mehr so zu sein scheint, wie es sollte.

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 Wer Monteagudos Buch gelesen hat, weiß, was einen erwartet. Ungewohnt erfrischend stellt sich dann aber die Verfilmung des mystischen Bestsellers heraus, denn der Regisseur geht den Weg, die Romanvorlage filmtechnisch anzupassen und entsprechend umzuschreiben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wirkt sehr überzeugend und realistisch. Trotz diverser Änderungen hält sich Toregrossa eng an die Buchvorlage und schafft es tatsächlich, den „Geist“ des Romans auf Zelluloid zu bannen. Die Ungewissheit, das Mystische, die Hoffnungen … all das verpackt der Regisseur in seine tragische Geschichte, die sich nah am Buch hält, aber dennoch eigene Wege geht.
Dieses Konzept geht hervorragend auf und macht die im Buch wirre, teils unverständliche Geschichtem, tatsächlich durchschaubarer und an manchen Stellen sogar logischer. Visuell überwältigend entführt uns Torregrossa in eine dystopische Welt, in der keiner mehr weiß, was passiert ist und wie lange er noch überlebt.

Stimmig in Bild und Ton wird der Untergang der Menschheit erzählt, aus der Sicht einer Gruppe Freunden, die sich nach vielen Jahren das erste Mal wieder sehen. Die Schauspieler sind allesamt gut und gehen in ihren Rollen auf. Die Abweichungen vom Buch sind durchaus vertretbar und machen den Film als Literaturverfilmung auch noch zu etwas Besonderem, denn selbst wenn man das Buch kennt, weiß man bei dieser Verfilmung nicht wirklich genau, was einen erwartet (ich meine, welche Stellen vom Roman übernommen und welche abgeändert wurden.) „Ende“ ist eine gelungene Romanverfilmung geworden, die in sehr ruhigen Bildern das Ende der Welt, wie wir sie kennen, erzählt.

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Fazit: Ruhig und einfallsreiche Literaturverfilmung, die in eindrucksvollen Bildern den Untergang der Menschheit beschreibt. Mystisch und zum Nachdenken anregend.

© 2015 Wolfgang Brunner

Carriers (2009)

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Originaltitel: Carriers
Regie: Alex Pastor, David Pastor
Drehbuch: Alex Pastor. David Pastor
Kamera: Benoit Debie
Musik: Peter Nashel
Laufzeit: 81 Minuten
Darsteller: Lou Taylor Pucci, Chris Pine, Piper Perabo, Emily VanCamp, Christopher Meloni
Genre: Thriller, Drama, Science Fiction
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahren

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Ein mutiertes Virus droht, die ganze Mesnchheit auszurotten. Die beiden Brüder Danny und Brian versuchen mit ihren Freundinnen Bobby und Kate an einen abgelegenen Strand an der Westküste zu kommen, wo sie ihre unbeschwerte Jugend verbrachten. Sie denken, dass sie dort in Sicherheit sind, um zu überleben. Auf ihrem Weg durch eine postapokalptische Welt treffen sie auf Tote und Infizierte, ständig in Gefahr, sich selbst mit dem Killervirus anzustecken.

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Carriers ist ein Endzeit-Thriller, der aber auch Elemente des Horrorfilms und Dramas besitzt. Der Roadmovie wirkt daher oft unschlüssig, was aber im Grunde genommen nicht weiter stört, weil die Handlung wirklich durchgängig spannend und auch nachvollziehbar ist.
Chris Pine, den viele als junger Captain Kirk der neuen Star-Trek-Filme kennen, spielt seine oft unsympathische Rolle gut und überzeugend.  Lou Taylor Pucci, den ich aus Horsemen und der Neuinterpretation von Evil Dead kenne,  hat mich allerdings als „kleiner Bruder“ mehr überzeugt. Seine Darstellung war sehr emotional.

Was Alex und David Pastor nur am Rande in die Handlung eingebaut haben, nämlich die glückliche Kindheit der beiden Brüder, die sich jetzt in einer postapokalyptischen, verseuchten Welt befinden, geriet für mich allerdings zum Träger des ganzen Films. Die Einblendungen am Anfang und dann am Schluss waren fast schon herzzereissend und derart melancholisch, das einem da schon die Tränen kommen konnten. Genau diese Einstellungen machten Carriers für mich auch zu einem etwas anderen Seuchenthriller, den irgendwie bekam ich dieses „Bruderding“ während des ganzen Films nicht mehr aus dem Kopf.

Man erfährt leider nicht, wie die Seuche ausgebrochen ist und was für eine Krankheit es überhaupt ist. Ich könnte mir vorstellen, dass durch ein paar derartige Rückblenden der Film eine andere (und bessere) Dramatik erreicht hätte. Aber nichtsdestotrotz ist Carriers durch die einfühlsam dargestellte Bruderliebe ein empfehlenswertes Endzeit-Drama.

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Fazit: Spannend und darstellerisch guter Endzeit-Thriller, der sich durch einen melancholischen Anfang und Schluss von anderen Filmen dieser Art wohltuend abhebt. Wer einen reinen Horrorfilm erwartet, wie es das Kinoplakat erscheinen lässt, wird enttäuscht sein. Ich würde Carriers eher in die Kategorie Drama einordnen.

© 2014 Wolfgang Brunner

Attack Of The Undead (2011)

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Originaltitel: State Of Emergency
Regie: Turner Clay
Drehbuch: Turner Clay
Kamera: Tony Oberstar
Musik: Turner Clay
Laufzeit: 90 Minuten
Darsteller: Jay Hayden, Andy Stahl, Tori White, Scott Lilly
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: USA
FSK: ab 18 Jahren

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Nach einer Explosion in einer nahegelegenen Chemiefabrik bricht das Chaos über eine amerikanische Kleinstadt herein. Ein giftiges Gas verwandelt die dadurch verstorbenen Menschen in blutrünsitige Killer, die auf alles losgehen, was sich bewegt.
Eine Gruppe Überlebender verschanzt sich in einer Lagerhalle und stellt sich auf einen Kampf gegen die mordgierigen Bestien ein.

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Zuerst einmal will ich auf das Titelchaos dieses Films eingehen. Aus dem Originaltitel „State Of Emergency“ wollte man ursprünglich den reisserischen Titel „The Walking Death“ in Deutschland benutzen, um die Leute mal wieder zu vergackeiern, in dem man auf die Erfolgsserie „The Walking Dead“ anspielte. Das war den Herstellern dann aber wohl doch zu gefährlich und man nannte den Film kurzerhand „Attack Of The Undead“, was noch weniger passt, als „The Walking Death“. Aber egal, das sind wir ja in Deutschland bereits gewöhnt. Ich frage mich einfach nur, warum man den Film nicht einfach „Notstand“, „Ausnahmezustand“ oder „Kriegszustand“ betitelt hat, in dem man den Originaltitel übersetzte. Somit Preisträger unserer „Golden Translation Raspberry“.

Nun aber zum Film: Wer einen Zombieknaller in der Art von „28 Days Later“ oder Romero-Filmen erwartet, wird mit Sicherheit enttäuscht sein. „Attack Of The Undead“ ist eher ein Endzeit-Seuchen-Film in der Art von Romeros „Crazies“.
Das Verschanzen der Gruppe erinnert natürlich an „Night Of The Living Dead“, kommt aber eigenständig und glaubwürdig rüber. Auch der Einstieg in die Handlung ist Regisseur Turner Clay gelungen. Er schafft eine bedrückende und unheimliche Atmosphäre, die gefällt.
Was mich persönlich etwas gestört hat und den Zombieangriffen etwas die nötige Dramatik genommen hatte, war, dass die Untoten niemals in Horden aufgetaucht sind, sondern nur einzeln. Wenn zum Beispiel dem Hauptdarsteller „der Weg freigeschossen werden musste“ und dann nur drei (!!!) weit in der Landschaft verstreute Zombies abgeknallt werden , dann wirkte das auf mich nicht glaubwürdig und auch nicht spannend. 😦
Trotzdem waren die Angriffe an sich sehr furchteinflössend, ein paar mehr Statisten hätten die Sache dennoch aufgepeppt.

Dennoch hat mir der Film gefallen, weil er in der Charakterzeichnung der Personen recht glaubwürdig wirkte und auch spannend unterhielt. Ob ich ihn mir ein weiteres Mal ansehe, weiß ich allerdings noch nicht.

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Fazit: Endzeit-Drama, das mehr durch eine gute Charakterzeichnung, als blutige Effekte überzeugt. Eine ruhige Stimmung, gepaart mit ein paar gut eingesetzten Spannungsmomenten, macht „Attack Of The Undead“ zu einem stimmigen, teils sogar beklemmenden Horrorthriller.

© 2014 Wolfgang Brunner

Doomsday – Tag der Rache (2008)

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Originaltitel: Doomsday

Lauflänge: 109 Minuten

Regie: Neal Marshall

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„The Reaper“, ein tödliches Virus sucht die Menschheit heim und Hunderttausende fallen der geheimnisvollen Krankheit zum Opfer. Um eine Pandemie zu verhindern, beschließt die britische Regierung, ganz Schottland vom Rest des Landes abzutrennen, um Gesunde von Infizierten zu trennen und die tödliche Kranheit einzudämmen.
30 Jahre später denkt kein Mensch mehr an „The Reaper“ und jeder hat sich an die Sperrzone gewöhnt. Doch dann taucht der Erreger plötzlich außerhalb von Schottand auf und bedroht erneut die ganze Menschheit.
Nur Dr. Kane, der aber damals in die Sperrzone verbannt wurde, weiß das Gegenmittel, um die Krankheit aufzuhalten. Eden Sinclair, eine Frau, die vor 30 Jahren durch „The Reaper“ ihre Mutter verloren hat, nimmt den Auftrag an, in der von Infizierten bewohnten Zone nach Dr. Kane zu suchen.

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Es ist schon eine Zeit her, dass ich „Doomsday“ gesehen habe. Damals handelte es sich um die ca. zehn Minuten gekürzte deutsche FSK 18-Fassung und ich muss ehrlich gesetehen, dass der Film damals keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat.  Umso erstaunter war ich nun, als ich die ungekürzte Version sah.

Marshall bedient sich zwar, zumindest in der Ausgangssituation, ungehemmt an John Carpenters „Die Klapperschlange“ und mixt mitunter dann Passagen in seinen Endzeitfilm, die an Mad Max 2 erinnern, aber dennoch weiß „Doomsday“ zu faszinieren.
Anstelle von Snake Plissken wird eine Frau namens Eden Sinclair in einen abgeriegelten Ort voller Anarchie eingeschleust, doch die Grundstimmung ähnelt weitgehend dem Carpenter-Klassiker.
Schauspielerisch kann der Film mit akzeptablen Leistungen aufwarten, wobei ich Craig Conway als Sol Kane besonders hervorheben möchte. Seine Darstellung des völlig abgedrehten, irren Anführers war beeindruckend.

Die in der deutschen Fassung geschnittenen Szenen mögen brutal sein, aber sie sind der Handlung und der Atmosphäre des Filmes dienlich, weshalb ich auch vermute, dass mir der Film in der geschniittenen Fassung nur bedingt gefallen hat.
In der ungekürzten Fassung macht „Doomsday“ auf jeden Fall Spaß und als Bob Hoskins-Fan genoss ich die Auftritte des britischen Schauspielers, der übrigens seit 2011 leider an Parkinson erkrankt ist und sich daher aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat.

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Fazit: Akzeptabler Endzeitfilm im Stil von „Die Klapperschlange“ und „Mad Max 2“, der dennoch eigenständige Ideen vorweisen kann und daher für Actionfans absolut sehenswert ist. Der Gore-Anteil ist in der ungekürzten Fassung gut über den Film verteilt und für den Handlungsverlauf stimmig.

© Wolfgang Brunner

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Der Science-Fiction-Actionthriller spielt im Jahr 2008. Das Reaper-Virus ist ausgebrochen und brachte schnell tausenden Menschen den Tod. Ohne Gegenmittel ist die Regierung machtlos, also entscheidet sie sich kurzum das betroffene Gebiet durch eine Mauer zu isolieren und unter Quarantäne zu stellen.
25 Jahre später bricht das das Virus erneut aus, diesmal in London. Eden Sinclair, die taffe Tochter einer damals vom Virus betroffenen Mutter wird mit einem Elite-Team in die Sperrzone geschickt um Dr. Kane, der ein Gegenmittel kennen soll, oder andere Überlebende zu finden. Doch Kane und sein Sohn sind nach all den Jahren übergeschnappt und wollen dies mit allen Mitteln verhindern.

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Nach mehreren ‚Endzeit‘-Filmen die mir gut gefallen haben, wie z.b ‚2012‘, ‚The day after Tomorrow‘ oder ‚The Road‘ war ich offen für einen weiteren Film der diese Stimmung verkörpern sollte.
Leider bin ich von dem Film sehr enttäuscht. Der Anfang hat mir noch sehr gut gefallen, er war düster und spannend gestaltet. Von der Vergangenheit der Protagonistin, über die Verrieglung des Sperrgebiets, bis hin zum Eindringen des Elite-Teams in die Quarantäne-Zone waren interessant und gut gestaltet. Als das Team im ehemaligen Krankenhaus von Dr. Kane ankommt, entdecken sie eine Überlebende und man denkt, es wäre etwas besonderes, bis auf einmal hunderte ‚Punker‘ die Ortschaft stürmen und auf brutale Weise die Soldaten angreifen. Auch Kane, den sie bald später finden, lebt im mittelalterlichen Stil und besitzt eine ‚Arena‘ in der eine Art von Gladiatoren-Kämpfen stattfindet. All seine Leute sind mit Äxten und Speeren bestückt, sie reiten auf Pferden mit Rüstungen und Schilde und jagen die ‚Eindringlinge‘.
Der Rückschritt in die Mittelalter-Zeit wirkt sehr unrealistisch und unpassend. Die von dem Virus bedrohte Welt außerhalb der Zone spielt schon nach einigen Minuten kaum noch eine Rolle, genauso wie die ‚Suche‘ nach einem Gegengift. Vielmehr spitzt sich die Handlung auf einen zeitaufwendigen Rivalenkampf zwischen dem Elite-Trupp und den Überlebenden zu. Kurz vor dem finalen Kampf, findet der Trupp einen hochmodernen Sportwagen, tonnenweise Sprit, Handys und anderes (man hinterfragt erneut die mittelalterliche Lebensweise). Bei einem Autobahn-Showdown zwischen dem Anführer der ‚Punker‘ und Sinclair der Protagonistin, siegt diese und trifft ein paar Meter weiter den Helikopter ihrer Rettung an. Bei der Frage nach dem Gegenmittel, tut sie diese mit dem Blut der scheinbar imunen Überlebenden ab. Die Tochter von Dr. Kane hatte sich freiwillig der Gruppe angeschlossen und dient praktischer Weise nun als Gegenmittel.
Die Protagonistin Sinclair bleibt aus unersichtlichen Gründen im Sperrgebiet, um den Platz als Anführerin der Punk-Gruppe einzunehmen. Der Zuschauer bleibt mit vielen offenen Fragen zurück, wie z.b ob das Blut in ein Gegenmittel umgewandelt werden kann, wie viele Infizierte es in London bereits gibt und was mit den Überlebenden aus dem Sperrgebiet passiert, denen durch den Virus scheinbar keine Gefahr droht.

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Fazit: Der Film besitzt in meinen Augen keinen klaren Handlungsfaden. Der zu Beginn aufgegriffene Faden, wird im Haupteil fast vollkommen fallen gelassen und erst in den letzten paar Minuten wieder aufgegriffen, um dem Film einen halbwegs sinnvolles Ende zu bescheren. Zu loben sind die schauspielerischen Leistungen und diverse Special Effects, dennoch werde ich mir diesen Film wohl nicht erneut ansehen.

© Jasmin Hegmann

Bounty Killer (2013)

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Originaltitel: Bounty Killer

Lauflänge: 97 Minuten (Uncut)

Regie: Henry Saine

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Die Welt nach der Apokalypse: Kopfgeldjäger, sogenannte „Bounty Killer“, machen Jagd auf Gesetzesbrecher der anderen Art: Sie suchen profitgierige Geschäftsmänner, die durch ihren Machthunger die Apokalypse herbeigeführt haben. Einer der Kopfgeldjäger, Drifter, macht sich zusammen mit seiner Rivalin Mary Death auf den Weg, einen der meistgeuchten „Verbrecher“ zu fassen.

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Mein Lieblingsverkäufer im Saturn Markt in Bocholt hat mir diesen Film empfohlen. Wir unterhalten uns immer wieder über Horror- und Splatterfilme und bei einem dieser Gespräche legte er mir „Bounty Killer“ nahe.

Ich habe nicht viel von dem Film erwartet und war letztendlich wirklich sehr positiv überrascht. Regisseur Saine ist eine perfekte Mischung aus Mad Max (vor allem der zweite Teil lässt grüssen) und Quentin Tarantino-Filmen gelungen, die mit derart viel Hingabe inszeniert wurde, dass alleine das Anschauen, unabhängig von der Handlung, enormen Spaß macht.

Die teilweise verstreuten Splatter-Szenen sind gelungen und passen sich hervorragend in die Handlung ein. Die weibliche Darstellerin weiß durchaus mit ihren Reizen umzugehen und obwohl ich derartige Filme mit „Pseudo-Sexbomben“ (ich denke dabei in erster Linie an den wirklich bescheuerten „Drive Angry“ mit Nicholas Cage) eigentlich nicht mag, hat es mich bei „Bounty Killer“ nicht nur nicht gestört  sondern mir sogar gefallen. 🙂

Der Film macht wirklich Spaß und wenn man bedenkt, dass sich Henry Saine mit wenig Budget, aber dafür umso mehr Enthusiasmus, seinen Wunschtraum erfüllt hat, sieht man den Streifen mit anderen Augen.

Saine hat zuerst den dazugehörigen Comic erschaffen, danach einen Kurzfilm und nach Jahren folgte nun „Bounty Killer“.

Irgendwie ist dieser Film ein Film für Filmemacher, finde ich zumindest.

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Fazit: Ein unterhaltender Action Film im Stil von Mad Max. Wer auf Grindhouse Feeling a la „Planet Terror“, „Death Proof“ und „Machete“ steht, macht mit „Bounty Killer“ nichts falsch. Man sollte aber immer dabei berücksichtigen, dass Henry Saine mit Sicherheit bedeutend weniger Geld zur Verfügung hatte wie Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez. Umso beeindruckender ist das Ergebnis.

© Wolfgang Brunner