Clown (2014)

clown

Originaltitel: The Clown
Regie: Jon Watts
Drehbuch: Christopher D. Ford, Jon Watts
Kamera: Matthew Santo
Musik: Matt Veligdan
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Laura Allen, Andy Powers, Peter Stormare, Eli Roth, Elizabeth Whitmere, Christian Distefano, Chuck Shamata, Robert Reynolds, Lucas Kelly
Genre: Horror
Produktionsland: Kanada, Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre

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Der Immobilienmakler Kent ersetzt spontan den gebuchten, ausgefallenen Clown für die Geburtstagsfeier seines zehnjährigen Sohnes. Auf dem Dachboden eines Hauses, das er verkaufen soll, findet er in einer Truhe ein altes Clown-Kostüm und rettet damit die Party. Doch nach dem gelungenen Nachmittag und Abend bekommt Kent das Kostüm nicht mehr ausgezogen. Was anfangs wie ein bitterer Scherz anmutet, entwickelt sich zu einem grausigen Alptraum, denn durch das Kostüm hat ein uralter Dämon von Kent Besitz genommen. Und schon bald hat der Dämon Hunger, und zwar nach Kindern …

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Und wieder fällt der Name Eli Roth, obwohl dieser selbst nur vier Filme abgedreht hat. „Clown“ wurde von Roth produziert und in einigen Szenen findet man sicherlich seine Handschrift, aber ansonsten ist „Clown“ das gut gelungene Langfilm-Debüt von Regisseur Jon Watts, der ohne Frage einen eigenständigen Stil an den Tag legt. Der Film funktioniert meiner Meinung nach deswegen so gut, weil er nicht ohne eine gelungene Portion Humor arbeitet, aber dennoch einen handfesten, teils erschreckenden Horrorthriller darstellt.
Die Ausgangssituation hat mich unweigerlich an die grandiose Serie „Geschichten aus der Gruft“ erinnert, weil sie tatsächlich anmutet, als hätte man sie in seiner Kindheit schon einmal in einem Comic gelesen.
Watts schraubt die Spannungsschraube konstant immer höher und was als manchmal „lächerlich“ wirkender Traum anmutet, entwickelt sich immer mehr zu einem clever konstruierten Alptraum.

Der Plot ähnelt (logischerweise) außer Stephen Kings „Es“, den Außenseiter-Dramen „Darkman“, „Die Fliege“ oder „District 9“, denn man fühlt mit dem Besessenen und empfindet an manchen Stellen sogar Mitleid. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, an dem das Grauen dann in vollem Maße entfesselt wird. Die comicartige Zeichnung des Protagonisten verwandelt sich plötzlich in einen gruseligen, spannenden Thriller. Aber „Clown“ ist nicht nur Horror und Thriller, sondern auch eine Art Drama, das mitreißt. Sicherlich liegt das Hauptaugenmerk auf einer spannenden und teils blutigen Story, aber zwischen den Bildern zeichnet sich eher ein Drama als ein Horroschocker ab. Das macht Watts Regiedebüt zu etwas besonderem, das sich von dem Einheitsbrei vieler Horrorfilme abhebt, die man bereits nach ein paar Tagen wieder vergessen hat. Hier wird die Geschichte anders angegangen und mehr Wert auf innovative Ideen gelegt.

Am Ende wird dann aber auch der splatter- und goreverwöhnte Zuschauer mit einigen gelungenen Szenen belohnt, die das Gesamtbild eines außergewöhnlichen Filmes noch zusätzlich abrunden. „Clown“ ist eine solide Mischung, die verschiedene Genre bedient, ohne dass man etwas davon wirklich merkt. Jon Watts hat gegenüber dem Clown-Kultfilm und -roman „Es“ irgendwie noch einen draufgesetzt, denn sein Clown wirkt am Ende noch bösartiger und erschreckender als Kings Schöpfung, der den ganzen Schrecken mit seinem etwas mürben Ende verdorben hat. Hier kriegt man selbst als Zuschauer Angst, wenn der Clown Hunger auf Kinder entwickelt und Jagd auf sie macht. Das ist schon wirklich gruselig.
Neben den überzeugenden Schauspielern punktet auf jeden Fall Maske und Make-Up in diesem Film, den man nicht so schnell vergisst. Neben der skurrilen Ausgangssituation und den verschiedenen emotionalen Stationen, die man mit dem von einem Dämon besessenen Protagonisten durchlebt, gefällt schlichtweg der gekonnte Mix aus Horror und Drama.

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Fazit: Skurrile, innovative, äußerst spannende und unterhaltsame Mischung aus Horrorthriller und Drama. „Clown“ könnte zu einem Klassiker des Clown-Horrors werden.

© 2016 Wolfgang Brunner

The Green Inferno (2013)

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Originaltitel: Then Green Inferno
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Guillermo Amoedo, Eli Roth
Kamera: Antonio Quercia
Musik: Manuel Riveiro
Laufzeit: 100 Minuten
Darsteller: Lorenza Izzo, Ariel Levy, Daryl Sabara, Kirby Bliss Blanton, Sky Ferreira, Magda Apanowicz, Nicolás Martínez, Aaron Burns, Ignacia Allamand, Ramón Llao
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre (Uncut)

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Nach einem Flugzeugabsturz kämpft eine Gruppe von Öko-Aktivisten im peruanischen Dschungel um ihr Leben. Als sie auf einen einheimischen Indio-Stamm treffen, gerät die Situation völlig außer Kontrolle, denn sie werden gefangengenommen und eingesperrt. Schon bald müssen die Aktivisten feststellen, dass sie sich in den Fängen eines Kannibalenstammes befinden …

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Okay, ich muss ja zugeben, dass ich die Filme von Eli Roth eigentlich nicht mag. Nach dem für mich fast schon unerträglichen „Cabin Fever“, dem etwas besseren „Hostel“ und dem danach folgenden, ganz passablen „Hostel 2“ war ich gespannt, was Roth mit seinem vierten Langfilm abliefert. „The Green Inferno“ bestätigt wieder einmal, dass man jedem Regisseur mehrere Chancen geben sollte, denn Roths Kannibalen-Schocker ist absolut gelungen.
Ich war bis jetzt der Meinung, dass Eli Roth kein wirklich guter Regisseur ist, mit „The Green Inferno“ hat er das Gegenteil bewiesen.

Man erkennt Roths Vorbilder: „Zombie Holocaust“, Nackt und zerfleischt“, „Jungfrau unter Kannibalen“, „Lebendig gefressen“ und wie sie alle heißen. Ganz im Stile der 70er und 80er Jahre entführt uns der Regisseur erst einmal in eine Dschungelwelt, in der es um den Erhalt von Natur und die Rettung eines Volkes geht. Und dann kommt die Geschichte so richtig in Fahrt. Ich habe schon lange keinen Film mehr gesehen, der mir dermaßen unter die Haut gegangen ist und mir einen Schlag in den Magen verpasst hat. Roth versteht es meisterhaft, den Spannungsbogen bis zum Zerreissen anzuspannen und den Zuschauer derart in Bann zu ziehen, dass es schon unheimlich ist.
Die Schauspieler, die den Kannibalenstamm darstellen, könnten besser nicht ausgewählt sein. Die Anführer des Volkes wirken unheimlich und bedrohlich gleichermaßen und lösen selbst beim Zuschauer Unbehagen aus. Vor allem Ramon Lao spielt seine Rolle dermaßen echt, dass man meinen könnte, er stamme tatsächlich aus einem Kannibalenvolk. Auch die Rituale der Kannibalen wurden aus meiner Sicht sehr authentisch dargestellt und man ängstigt sich mit den gefangengenommenen Protagonisten.

Alles fängt sehr ruhig und besonnen an. Doch ab der Hälfte wird dann der Härtegrad von einer Sekunde auf die andere von 0 auf 100 hochgeschraubt und verschafft dem Zuschauer so manches Mal einen Stoß in den Magen.

„The Green Inferno“ ist ein echter Schocker, der mit brutaler Härte arbeitet, die wortwörtlich unter die Haut geht. Hinzu kommen die wunderschönen Landschaftsaufnahmen, die manchmal gezeigt werden, und somit Schönheit und Brutalität der Natur fantastische gegenüberstellen. Auch das machte den Film für mich zu einem sehr realistischen Alptraum. Die Stimmung des Plots erinnerte mich, wie oben bereits erwähnt, an die „Klassiker“ dieses Genres (damals vornehmlich aus Italien) aus den 80ern, wobei Roth wesentlich professioneller ans Werk geht. Für mich ist „The Green Inferno“ tatsächlich bis jetzt ein Highlight des Jahres 2016, den ich mir mich Sicherheit noch einmal ansehen werde.

Eli Roths vierter Film ist definitiv nichts für Leute mit schwachem Magen, denn es geht wirklich absolut brutal und schonungslos zur Sache. Bitterer Beigeschmack, der die Handlung noch „schlimmer“ erscheinen lässt, ist, dass sich die in der Gewalt der Kannibalen befindlichen Opfer genau für diesen Stamm einsetzten. Mich hat diese Situation, gepaart mit den schockierenden, bluttriefenden Goreszenen, nachhaltig beeindruckt und noch Tage danach beschäftigt. Eli Roth ist fast so etwas wie ein Meilenstein des Kannibalenfilms gelungen, denn das Volk wird nicht immer nur böse, sondern auch menschlich dargestellt. Es ist schlichtweg das Leben, das sie führen, um zu Überleben. Und das ist das Erschreckende an „The Green Inferno“: Die Kannibalen sind „auch nur“ Menschen, wenngleich sie mit einer grausamen Härte an die Verspeisung ihrer Opfer herangehen.

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Fazit: Eli Roth hat das Kannibalengenre erneuert. Und das hat er so professionell, stylisch und schockierend gemacht, dass es einem den Atem raubt. Für mich einer der ersten Höhepunkte des Filmjahres 2016, obwohl der Film selbst bereits aus dem Jahr 2013 stammt.

© 2016 Wolfgang Brunner

Cabin Fever (2002)

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Originaltitel: Cabin Fever
Regie: Eli Roth
Drehbuch: Eli Roth, Randy Pearlstein
Kamera: Scott Kevan
Musik: Nathan Barr, Angelo Badalamenti
Laufzeit: 92 Minuten
Darsteller: Rider Strong, Jordan Ladd, James DeBello
Genre: Horror
Produktionsland: England
FSK: keine Jugendfreigabe

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Fünf Studenten wollen ihren erfolgreichen College-Abschluss in einer einsamen Waldhütte feiern. Es dauert nicht lange und sie bekommen Besuch von einem Jäger,  der sie blutspuckend um Hilfe bittet. Aus Angst, sich bei ihm mit einer gefährlichen Krankheit zu infizieren, töten die Jugendlichen den Mann.
Was sie nicht ahnen können: Sie haben sich bereits mit einem tödlichen Virus infiziert und durch den Mord an dem Jäger bekommen sie es auch noch zusätzlich mit Hinterwäldlern zu tun, die den Tod ihres Freundes rächen wollen.

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Quentin Tarantino hat über diesen Film gesagt, er sei die Zukunft des Horrorfilms. Da kann ich nur sagen: Na Mahlzeit, wenn „Cabin Fever“ die Zukunft eines meiner Lieblingsgenres sein soll, dann muss ich mich in Zukunft mit den „alten“ Streifen abgeben, denn wegweisend ist Eli Roths Waldsplatter definitiv nicht. „Cain Fever“ ist Trash pur, aber im Gegensatz zu Tarantinos Filmen einfach schlechter Trash.
Zugegeben: Es gibt die ein oder andere nette Idee, die aber leider den Film im Gesamten nicht retten kann. Die Dialoge und die Schauspieler sind teilweise nicht zu ertragen. Die Handlungsweisen sind oft nicht nachvollziehbar und die dummen Sprüche erinnern mich an meine Jugendzeit, als Peter Alexander noch der Star im deutschen Fernsehen war.
Eli Roth konnte sich wohl nicht entscheiden, in welchem Genre er „Cabin Fever“ ansiedeln soll. Vermutlich war etwas Ähnliches wie „Shaun Of The Dead“ geplant, herausgekommen ist aber eine misslungene Wanderung zwischen hartem Splatterfilm und peinlichem Teenie-Klamauk, der teilweise „wehtut“.
Roth hat mich auch mit seinen „Hostel“-Filmen nicht überzeugt. Doch hier war wenigstens eine Stimmung vorhanden, die in seinem Low-Budget-Spielfilmdebüt „Cabin Fever“ aus meiner Sicht völlig fehlt.

Eine Szene ist mir aufgefallen, die mich an David Lynchs Filme erinnert hat. Wie ich dann im Nachhinein feststellte, hat Eli Roth in seiner früheren Laufbahn als Regisseur mit ihm zusammengearbeitet. Diese schräge Szene in „Cabin Fever“ hat mir neben einigen gut gemachten Gore-Effekten gefallen,  ansonsten fand ich den Film teilweise sogar so unerträglich, dass ich nahe dran war, abzuschalten. Einzig die Liebesszene mit einem fantastischen „Song“ von Angelo Badalementi hat mich so einigermaßen überzeugt.
Ich bin trotzdem gespannt, was Teil 2 und 3 zu bieten haben.

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Fazit: Teilweise nerviger Teeniefilm, der sich nicht zwischen Klamauk und blutigem Splatter entscheiden kann und deshalb gehörig daneben geht. Die Dialoge der Protagonisten sind teilweise peinlich, ihre Handlungsweisen völlig unrealistisch, so dass „Cabin Fever“ einfach nicht wirkt und nicht im Gehirn haften bleibt. Eli Roth ist definitiv kein Regisseur für mich.

© Wolfgang Brunner