These Final Hours (2013)

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Originaltitel: These Final Hours
Regie: Zak Hilditch
Drehbuch: Zack Hilditch
Kamera: Bonnie Elliott
Musik: Cornel Wilczek
Laufzeit: 87 Minuten
Darsteller: Nathan Phillips, Angourie Rice, Jessica De Gouw, Daniel Henshall, David Field, Sarah Snook
Genre: Thriller, Science Fiction
Produktionsland: Australien
FSK: ab 16 Jahren

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In nur 12 Stunden trifft ein Meteorit auf die Erde und löscht alles Leben aus. James hat Angst vor diesem letzten Moment und macht sich auf den Weg zu einer Party, um den finalen Augenblick unter Drogen und alkoholisiert nicht bei vollem Bewusstsein miterleben zu müssen. Doch dann trifft er auf das junge Mädchen Rose, die verzweifelt ihren Vater sucht. James beschließt, ihr zu helfen und lernt in den letzten Stunden seines Lebens, was es bedeutet, zu leben …

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Zack Hilditchs Endzeit-Drama hätte aus meiner Sicht mehr Aufmerksamkeit verdient. Meisterhaft erzählt der australische Regisseur eine bedrückende Geschichte um die letzten Stunden der Menschheit. Und er vermittelt eindrucksvoll, dass man jede Minute seines Lebens auskosten sollte, auch wenn das Ende unmittelbar bevorsteht. Das ist einerseits deprimierend und traurig, andererseits aber in fantastischen Bildern hoffnungsvoll dargestellt.

Nicht immer geradlinig, sondern auch mit eingeschobenen Rückblicken in die Vergangenheit wird trotz der ganzen Dramatik des Weltuntergangs genaugenommen eine Liebesgeschichte erzählt. Die Flucht eines verzweifelten Mannes, der Angst vor dem Tod hat und die letzten Minuten seines Lebens unter Alkohol und Drogen verbringen möchte, ändert sich im Laufe des Films zu einer Selbstfindung, die mit der Erkenntnis des Lebenssinns endet. Ganz so philosophisch, wie es sich jetzt vielleicht anhört, ist „The Final Hours“ zwar nicht, aber letztendlich bleibt ein Eindruck in diesem Sinne beim geneigten Zuschauer hängen.

Einziger Wermutstropfen dieses apokalyptischen Weltuntergangsszenarios ist die Tonabmischung in den Szenen, die sich bei einer Party abspielen. Sobald die Musik einsetzt, wackeln einem die Ohren, so laut sind diese Passagen ausgesteuert, und man greift im heimischen Wohnzimmer unweigerlich nach der Fernbedienung, was zur Folge hat, dass man die anschließenden Dialoge der Protagonisten nicht mehr versteht. Dreht man den Ton aber wieder lauter, fegt ein erneuter Lärmsturm über einen hinweg, wenn die Partymusik wieder in den Vordergrund rückt. Das nervt … 😉

Wenn man den aktuellen Berichten Glauben schenken kann, hat Zack Hilditch einen Vertrag unterzeichnet, um das Remake dieses Films für das amerikanische Fernsehen selbst zu inszenieren.

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Fazit: Unterhaltsamer Weltuntergangs-Katastrophen-Film aus Australien mit einigen fast schon philosphischen Aussagen.

© 2015 Wolfgang Brunner

The Rover (2014)

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Originaltitel: The Rover
Regie: David Michôd
Drehbuch: David Michôd
Kamera: Natasha Braier
Musik: Antony Partos
Laufzeit: 102 Minuten
Darsteller: Guy Pearce, Robert Pattinson, Scoot McNairy, David Field, Anthony Hayes, Gillian Jones, Susan Prior
Genre: Thriller, Drama
Produktionsland: Australien
FSK: ab 16 Jahren

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Das weltweite Wirtschaftssystem ist zusammengebrochen. Gesetze und Gesellschaft, so wie wir sie kennen, verschwinden und jeder denkt nur noch ans eigene Überleben. In dieser Zeit stiehlt eine kriminelle Gang den letzten Besitz des ehemaligen Farmers Eric: sein Auto, einen Rover.
Zusammen mit dem leicht zurückgebliebenen Rey, ein Bruder eines der Diebe, beginnt Eric die Verbrecher zu jagen. Denn er will seinen Rover wieder zurückhaben, egal zu welchem Preis.

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Ich muss gestehen, dass mich der Film voll erwischt hat. Ich hatte mir sicherlich einen enorm guten Endzeit-Thriller vorgestellt, aber was ich dann zu sehen bekam, riss mich, ehrlich gesagt, nahezu vom Hocker.
Das beginnt schon bei dem wahnsinnig guten Schauspielerleistungen, die Guy Pearce und Robert Pattinson da hinlegen. Da bleibt einem schon alleine beim Agieren der beiden der Atem stehen, so intensiv und realitätsnah schauspielern sie. Guy Pearce habe ich selten so gut und emotional (und dennoch kaltblütig) erlebt. Es ist eine wahre Freude, ihm bei der Jagd nach seinem geliebten Rover zuzusehen. Und Pattinson, der mich schon in David Cronenbergs „Cosmopolis“ begeistert hat, legt hier noch einen drauf, auch wenn man das irgendwie erst einen Tag später realisiert. 😉

David Michôd hat eindeutig das Zeug, zu einem Kultregisseur zu werden. Seine eigenwillige Inszenierung, die meist außergewöhnlich ruhig und minimalistisch daherkommt, wird von überraschenden und schockierenden Einwürfen unterbrochen, die wie ein brutaler Schlag in die Magengrube wirken. Da bleibt einem bei einzelnen Szenen schlicht die Luft weg und ein Gedankenblitz in der Art wie „Was war das denn jetzt?“ durchzuckt einen.
Ein Hauch David Lynch, eine Prise Quention Tarantino und ein Großteil eigener Kreativität zeichnen diesen außergewöhnlichen Film aus.

„The Rover“ plätschert die meiste Zeit dahin, als handle es sich um eine enorm ruhige Geschichte, und dennoch brennt sich der Plot durch seine fast schon visionäre Machart ins Gedächtnis ein wie selten ein Film. Ein Vergleich mit „The Road“ drängt sich auf und trifft die Atmosphäre noch am ehesten, aber auch diese Parallele hinkt irgendwie, denn „The Rover“ ist viel zu eigenständig, um mit einem anderen Film verglichen werden zu können. Pearce und Pattinson legen zusammen mit Regisseur Michôd ein Meisterwerk vor, das man meiner Meinung nach gesehen haben muss.

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Fazit: Minimalistisch und auf unheimliche Weise eindrucksvoll wird in „The Rover“ ein Rachefeldzug erzählt, der ohne Spezialeffekte auskommt, dafür aber mit fast schon oskarreifen Schauspielerleistungen aufwarten kann. Für Freunde des außergewöhnlichen Films ohne Zweifel ein Muss.

© 2015 Wolfgang Brunner