Interview mit dem Schauspieler Langston Uibel


© Dominik H. Müller

 

Langston Uibel wurde 1998 in London geboren. Er wuchs zweisprachig (Deutsch und Englisch) auf. Seit 2006 lebt Uibel in Berlin und führte dort seine Schulbildung auf einem deutsch-englischen Gymnasium in Berlin fort.

Nach einer kleineren Nebenrolle in “Speed Racer“ der Wachowski Brothers spielte Langston Uibel seine erste Hauptrolle im Kurzfilm “The String Puppet“ des Regisseurs Alexander Frank, der 2008 auch bei den “Berlinale Talents“ vorgeführt wurde.
Neben seiner Schauspielerei ist Uibel auch in Theaterproduktionen wie zum Beispiel „Der Ring: Next Generation“ oder aktuell in „Herr der Fliegen: Survival Mode“ im Deutschen Theater Berlin zu sehen. 2008 konnte er nochmals eine Nebenrolle bei „Hanni & Nanni 3“ in seiner Vita verzeichnen, bevor er 2015 durch den Kinofilm “Freistatt“ bekannt wurde. Dort übernahm er die Rolle des Anton, der sich als afrodeutscher Schüler gegen die Schikanen seiner Mitschüler wehren muss. Ab 14. September kann man Langston Uibel neben Emilia Schüle, Jannis Niewöhner, Katja Riemann und Iris Berben in der Komödie „High Society – Gegensätze ziehen sich an“ im Kino bewundern.
Film-Besprechungen freut sich sehr, dem jungen, talentierten Schauspieler ein paar Fragen zu stellen.

1. Welcher Schauspieler war schuld daran, dass Du selbst einer werden wolltest?

Oh Gott, die erste Frage und ich muss passen! 🙂
Ich habe leider gar keine Schauspielvorbilder, bewundere aber so viele. Eins meiner Vorbilder ist aber auf jeden Fall Rosa Parks. Wir haben sogar am gleichen Tag Geburtstag!

 

2. Stell Dir vor, Du dürftest Dir die Hauptrolle in einem Remake Deiner Wahl aussuchen. Welche Rolle wäre das und warum?

Mr. Wonka aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“. Ich stelle mir die Dreharbeiten sehr lustig vor und ich glaube, man könnte mit einem erneuten Remake sehr viele Menschen glücklich machen!

 

3. Du spielst Haupt- und Nebenrollen, bist in Kino- und in Fernsehproduktionen, aber auch am Theater zu sehen. Wo fühlst Du Dich mehr daheim: Kino, Fernsehen oder Theater?

Ich komme vom Film und werde dort auch bleiben. Aber mich zieht es schon immer wieder mal auf die Bühne. Es ist einfach eine ganz andere Erfahrung, vor Publikum auf einer Theaterbühne zu stehen. Jedoch ist die Vorbereitung viel anstrengender und auch länger als bei einem Film. Deswegen: lieber weniger Theater, aber dafür gutes Theater. Ich werde im Oktober zum Beispiel wieder in Berlin spielen!

 

4. Auf welche eigene Leistung bist Du besonders stolz?

Mit „FREISTATT“ kam 2015 Film mit mir in die Kinos, auf den ich sehr stolz bin. Das hat aber nicht unbedingt mit meiner Leistung zu tun, sondern eher damit, dass wir uns mit der Geschichte von deutschen Kinderheimen auseinandergesetzt haben und damit ein wenig zur Aufklärung beitragen konnten. Das macht mich wirklich stolz.

 

5. Welchen Schauspieler, Musiker oder wen auch immer würdest Du gerne einmal persönlich treffen?

Mit Michelle und Barack Obama würde ich schon gerne mal Essen gehen. 😉

 

6. Was wäre Deine absolute Traumrolle?

Sie wird noch kommen und dann werden wir es alles wissen!

 

7. Gibt es Rollen, die Du auf keinen Fall annehmen würdest?

Prinzipiell nicht. Ich gucke mir alles genau an und versuche, nicht voreingenommen zu sein. Aber natürlich bekommt man auch Angebote, die man aus qualitativen oder politischen Gründen nicht annehmen möchte.

 

8. Welche 5 Bücher würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen und warum?

Den Koran, die Torah, die Bibel, „Unterm Rad“ von Hermann Hesse und „Matilda“ von Roald Dahl.

 

9. Magst Du uns etwas über Deinen neuen Film „High Society“ erzählen? Worum geht es und wie empfandest Du die Dreharbeiten?

Es geht darum, dass zwei junge Frauen bei der Geburt vertauscht worden sind. Die beiden sind jeweils in ganz verschiedenen Milieus aufgewachsen: Eine ist sehr reich und die andere sehr bescheiden. Wir spielen mit diesen beiden Klischees aufs heftigste und ich finde, am Ende ist eine sehenswerte Komödie dabei herausgekommen.

 

10. Was sind die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Familie, Freunde , Bildung, Gutes Essen und Vergnügen

 

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir alles Gute für Deine berufliche und auch private Zukunft.

© 2017 Langston Uibel / Wolfgang Brunner

 

 

Interview mit der Schauspielerin und Produzentin Caprice Crawford


©deebeephunky

Caprice Crawford ist eine amerikanische Produzentin und Schauspielerin, die derzeit in Berlin lebt. Bereits seit ihrem 16. Lebensjahr ist sie vor der Kamera tätig und hat im Laufe der Jahre in Fernseh- und Kinofilmen neben Jamie Foxx, Don Johnson, Orlando Bloom und Burt Reynolds gespielt.
Noch während sie als Schauspielerin arbeitete, interessierte sich Crawford immer mehr für die Dinge, die hinter der Kamera vor sich gingen. Sie begann als Fotografin zu arbeiten und fotografierte auch viele Promi-Schauspieler/innen. Danach wurde sie als Filmproduzentin und Talentsucherin für neue Gesichter tätig. Caprice Crawford betreibt seit 2016 die „Crawford Talents International Actors Management Agency“.
Film-Besprechungen freut sich sehr, Caprice Crawford einige Fragen stellen zu dürfen.

1. Von der Schauspielerin zur Filmproduzentin und Talentsucherin. Wie kam es zu diesem Schritt, der vor der Kamera begann und schließlich hinter der Kamera endete?

 Schauspielen war eine Leidenschaft, aber beim Drehen faszinierte mich die Welt hinter den Kulissen. Wie überhaupt ein Film zustande kommt. Welch komplexer Vorbereitungen es bedarf. Der kommunikative Prozess der Zusammenarbeit liegt mir sehr. Schon in Los Angeles fing ich neben meinen Filmrollen an zu produzieren, wodurch ich zahlreichen anderen Künstlern eine Plattform gab und sie mit richtigen Leuten in Verbindung brachte.

2. Du warst als Schauspielerin in sehr unterschiedlichen Rollen zu sehen. War es schwierig, sich in diese Charaktere einzufinden? Was war Deine Lieblingsrolle?

Es war immer eine spannende Herausforderung, sich in verschiedene Figuren zu versetzen. Dieser Aspekt meiner Arbeit hat mir immer großen Spaß gemacht. Aber der direkte zwischenmenschliche Kontakt, der unmittelbare Austausch, hat mir auf Dauer mehr gegeben. Daher ist meine Lieblingsrolle die Vernetzung und Kommunikation mit Menschen und versteckte Potentiale zu finden. Als Agentin habe ich die Möglichkeit Talente zu entdecken, zu fördern und beruflich zu begleiten.


3. Strebst Du als Ziel an, nur noch als Produzentin und Talentsucherin zu agieren, oder willst Du mit der Schauspielerei dennoch weiter machen?

Mein Fokus liegt in der Vermittlung meiner Schauspieler und für sie die richtigen Rollen zu finden.

4. An welchen Projekten arbeitest Du im Moment?

Täglich suche ich für meine Schauspieler das jeweils perfekte Projekt und momentan besetze ich einen Langspielfilm für die Regisseurin Sheri Hagen.

5. Wenn Du eine berühmte Persönlichkeit treffen könntest (bereits verstorben oder noch am Leben), wen würdest Du wählen und warum?

Ich lebe für die Zukunft und nicht in der Vergangenheit. Daher freue ich mich auf die noch unbekannten Talente, denen ich morgen und übermorgen begegnen werde.

6. Bleibt Dir bei Deiner vielfältigen, zeitintensiven Arbeit überhaupt noch Zeit für Hobbys? Was machst Du in Deiner Freizeit?

Früher war ich neben meiner Karriere als Schauspielerin das erste erfolgreiche schwarze Fitness-Model, das für amerikanische Magazin-Covers fotografiert wurde. Sportlich aktiv bin ich immer noch, aber genau so gerne genieße ich das Leben.

7. Fünf Bücher für eine einsame Insel wären für Dich welche?

Die nächsten fünf Drehbücher, die meinen Schauspielern angeboten werden.


8. Fünf Filme für eine einsame Insel wären für Dich welche?

The Way We Were – Falls ich Heimweh habe und weinen muss, aber es nicht kann, würde ich den genau zu dem Punkt vom film vorspulen und Rotz und Wasser heulen.

Finding Neverland – Es bringt mich sehr nah an „our inner child“ – wir dürfen einfach nie aufhören zu träumen.

The Notebook – So eine schöne Liebesgeschichte; ob jung oder alt Liebe hat kein Verfallsdatum Liebe ist grenzenlos.

Blow – Wegen dem klasse Soundtrack so sexy „arranged“ vom Amanda Demme

The Door 


9. Du castest gerade für den neuen Film von Sheri Hagen, mit der Film-Besprechungen ebenfalls schon ein Interview führen durfte. Wie darf man sich so ein Casting vorstellen? Kannst Du uns einen kleinen Einblick in diese Tätigkeit geben?

So ein Casting gehört zum kreativen Denken. Man lernt auf unterschiedlicher Art viele verschiedene Facetten von Menschen kennen und kann schon sehr persönlich werden. Speziell wenn es um „life casting“ geht und die wundervollen Schauspieler/innen ihr Herz und Blut geben für diese eine Rolle. Es ist das schon fast wie eine Neugeburt.

10. Was fällt Dir spontan ein bei

– David Lynch

Seine auffällige Frisur und die speziellen Filme und Serien wie Mulholland Drive , Twin Peaks. Vor allem aber die wunderbare Casting-Szene mit Naomi Watts in Mulholland Drive

– John Carpenter

Was sind das für Horrorfragen 🙂

– American Horror Story

Sollt ich mir unbedingt anschauen.

– Akte X

David Duchovny – sonst hat mich diese Show nie so richtig interessiert

– Dein erster Kinofilm 🙂

Poltergeist von Steven Spielberg. Ich hatte eine Angst, ich war grade 11 Jahre

11. Was sind für Dich die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Gesundheit , Liebe , Lust am Leben und streben nach seinem eigenen Glück, um es währenddessen mit anderen zu teilen.

Ich bedanke mich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir viel Erfolg in allen beruflichen und privaten Belangen.

© 2017 Caprice Crawford / Wolfgang Brunner

Interview mit der Schauspielerin Annika Strauss



© Julian Wieshoff

Annika Strauss wurde 1984 in Nürtingen geboren und wuchs in Reutlingen auf. Nach dem Abitur, studierte sie Allgemeine Rhetorik und Germanistik an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen und schloss dieses mit dem Master of Arts ab.
Schon als Kind spielte sie hingebungsvoll in Theateraufführungen an der Schule. Ihre erste Hauptrolle war die des Drachen Tabaluga aus Peter Maffays Musical „Tabaluga und Lilly.“
Annika Strauss besuchte eine private Schauspielschule und fand durch den Independent-Film „La Petit Morte“ des Regisseurs Marcel Walz Einstieg ins Filmgeschäft. Seither hat sie in knapp dreißig Produktionen mitgespielt.
Film-Besprechungen freut sich, der von Spiegel Online betitelten „Deutschen Scream-Queen“ ein paar Fragen stellen zu dürfen.

1. Du warst ja in der letzten Zeit wieder unglaublich fleißig und bist derzeit in „Blood Feast“ von Marcel Walz und bald in „Scars Of Xavier“ von Kai E. Bogatzki zu sehen. Gibt es denn Pläne für ein neues Projekt und darfst Du schon darüber reden.

Naja, für meine Verhältnisse habe ich ja eher einen Gang zurückgeschaltet und weniger Projekte als die Jahre zuvor gemacht. Das liegt vor allem daran, dass ich mich momentan mehr meiner Tätigkeit als Autorin widme und bei Filmproduktionen mehr selektiere. Meine Auftritte in „Blood Feast“ und „Scars of Xavier“ sind dabei auch nur kleine Nebenrollen und nicht im üblichen Umfang. Ein anderes Projekt, das mir großen Spaß gemacht hat war „Skin Creepers“ von Ezra Tsegaye, indem ich eine Nebenrolle habe.

2. Du spielst in sehr vielen Filmen des deutschen Regisseurs Marcel Walz mit. Zwischen euch scheint die Chemie zu stimmen. Wie wichtig ist es für Dich als Schauspielerin, mit dem Regisseur auf gleicher Wellenlänge zu sein?

Marcel und ich hatten von Anfang an einen guten Draht zueinander und haben uns auch privat angefreundet. Mittlerweile kennen wir uns schon seit 8 Jahren und haben 9 Filme zusammen gedreht. Das verbindet natürlich außerordentlich. Und wenn man sich so gut kennt, ist es auch einfach, zusammen zu arbeiten. Ich weiß, wie er tickt und was er sich wünscht. Prinzipiell ist ein gutes Verhältnis zum Regisseur schon wichtig und vor allem angenehm. Ich denke aber nicht, dass es ein Muss ist. Solange er dir gut erklären kann, was er möchte und er das Beste aus dir rausholen kann, ist es mir egal, ob wir Best Friends werden oder nicht. Aber normalerweise verstehe ich mich eigentlich mit allen immer sehr gut.


In „La Petit Morte 2“ von Marcel Waltz


3. Gibt es eine Rolle, die Du nie im Leben annehmen würdest?

Ja! Eine Rolle in einem Human Centipede Film! 😉

4. Horror scheint Dein Lieblingsgenre zu sein. Warum drehst Du nicht einmal einen Liebesfilm?

Oh, ich würde sehr gerne einen Liebesfilm drehen. Aber anscheinend sehen mich diese Produktionen nicht. Das mit dem Horrorgenre war von mir nie bewusst beabsichtigt und hat sich von alleine entwickelt. Das finde ich auch nicht schlimm, da ich Horrorfilme mag, aber ich hätte große Lust auf andere Genres. Ich hätte auch total Bock auf eine Komödie oder einen Actionfilm. Also wer was weiß – immer her damit!

5. Du betätigst Dich auch als Drehbuchautorin und Schriftstellerin. Anscheinend sprudelst Du nur so vor Kreativität. 😉
Was bedeutet Dir, Hand aufs Herz, am meisten. Schauspielerei oder Schreiberei?

Hand aufs Herz: Die Schauspielerei! Die Schauspielerei macht aus mir einen ganz anderen Menschen – im wahrsten Sinne des Wortes – und das liebe ich einfach! Es ist das, was mir am meisten Freude macht und das immer an erster Stelle stehen wird. Leider ist es ein hartes Pflaster und es ist sehr schwer, davon zu leben. Die Schreiberei macht mir großen Spaß und damit verdiene ich auch meine Brötchen. Allerdings fällt es mir recht leicht und ich sollte es daher auf jeden Fall ausbauen. Trotzdem bin ich lieber auf der Bühne oder an einem Filmset als alleine vorm Rechner.

6. Du schreibst gerade an einem neuen Roman. Verrätst Du ein wenig, um was es geht?

Es wird ein schöner Psychothriller mit einigen Horrorelementen, womit wir wieder bei meinem Steckenpferd wären. Es heißt „Grand Guignol“ und ist der Pilot einer Serie mit insgesamt 13 Folgen/Büchern. Ganz wie der Titel verspricht handelt es von dem einem kleinen, französischen Theater in Paris, dass auf der Bühne grausame Stücke inszeniert. Das gab es ja bis in die 60er wirklich in Paris (ich war sogar dort – jetzt ist es ein Theater für Gehörlose Menschen). In meinem Roman wird es wieder eröffnet.


7. Die schlimmste Situation in Deiner Schauspielerlaufbahn war …?

Ein Kaktus in meinem Oberschenkel während einer Szene zum Dreh von „Seed 2“ in der Wüste.

                                                           In „Seed 2“ von Marcel Waltz – Foto: ItWaits Art

8. Fünf Filme für die einsame Insel und warum?


Sind Serien auch ok?

Also:

  • Sex and the City – die Serie plus beide Filme: das vertreibt schlechte Laune und ist einfach fabelhaft
  • Cast Away: davon kann ich sicher noch was lernen
  • The Walking Dead: auch hier kann ich noch was lernen plus Unterhaltungswert
  • Das letzte Einhorn: ist mein Lieblingsfilm
  • Kill Bill 1&2: ist ebenfalls mein Lieblingsfilm

9. Fünf Bücher für die einsame Insel und warum?

  • Meine Goethe-Sammlung! Ich habe eine komplette Goethe-Sammlung zu Hause inklusive aller Briefe und Tagebuch-Einträge des werten Herr Goethe – werde aber sicher nie dazu kommen alles zu lesen. Außer auf einer einsamen Insel vielleicht…
  • Ein Überlebenshandbuch (kann ich sicher brauchen)
  • Ein Buch über giftige Pflanzen (kann ich sicher auch brauchen)
  • Geschichten aus 1001 Nacht – ich brauche Märchen zum Einschlafen…
  • Parzival (Wolfram von Eschenbach) – weil ich es gerne noch einmal lesen würde und auf jeder der rund 600 Seiten ein Abenteuer geschieht! Ich liebe Artus-Romane!

 

10. Welcher männliche Schauspieler (national oder international) wäre für Dich Dein Traumpartner? Ich spreche aber nicht vom Aussehen, sondern von seinen schauspielerischen Fähigkeiten. 😉


Kevin Costner! Kevin Costner! Kevin Costner!

Der hat auch beides: Aussehen und schauspielerische Fähigkeiten. Das ist einfach ein Schauspieler, dem ich immer zugucken kann und außerdem hat der sowas unglaublich ruhiges, das mich fürchterlich beeindruckt. Und er ist sexy. Ziemlich sexy.

11. Nenne die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben.


Mein Mann.

Meine Familie und Freunde.

Gesundheit.

Freiheit.

Kreativität.

Ich bedanke mich ganz herzlich für die interessanten Antworten und freue mich noch auf sehr viele Filme mit Dir.

Ich bedanke mich ebenso für das nette Gespräch und für tolle Fragen, die ich nicht immer gestellt bekomme.

Mehr über die Schauspielerin auf ihrer Homepage.

© 2017 Wolfgang Brunner / Annika Strauss

Interview mit dem Schauspieler Eugene U-Gin Boateng


© Sven Soares (TAPS-Photography)

Eugene „U-gin“ Boateng wurde 1985 in Düsseldorf geboren. Mit 19 Jahren begann er zu tanzen und spielte zwei Jahre lang Theater im Jungen Schauspielhaus in Düsseldorf. Im Jahr 2006 wurde er zum Dancestar (Hip Hop/Newstyle und Krump) und wohnt und arbeitet seitdem in Berlin.
Er spielte Rollen in der TV-Komödie „Dörte’s Dancing“, im TV Film „Liebe macht sexy“, dem ZDF Fernsehfilm „Einmal leben bitte“ und in Leander Haußmanns Komödie “Robert Zimmernann wundert sich über die Liebe“. Außerdem spielt Boateng in diversen Werbespots mit. Im Film “Becks letzter Sommer“ ist er zum ersten Mal auch in einer Hauptrolle als Kinoschauspieler unterwegs. Durch diesen Erfolg bekam er gleich die nächste Hauptrolle, und zwar in dem Kinofilm „Plan B – Scheiss auf Plan A “ unter der Regie von Ufuk Genc und Michael Popescu.
Film-Besprechungen freut sich, dass der gebürtige Düsseldorfer Zeit für ein paar Fragen gefunden hat.

1. Wo liegen Deiner Meinung nach Deine Stärken? Und wo Deine Schwächen?

Meine Schwächen liegen definitiv in meiner Ungeduld.
Ich will alles sofort. Mein Bruder sagte mir mal, als ich klein war. „Wenn du was willst, dann geh und hol es dir.“ Das hab ich mir so sehr eingeprägt, dass ich manchmal Schwierigkeiten habe, um zu warten, bis etwas zu mir kommt. 😉
Über meine Stärken zu schreiben ist merkwürdig. Da könnten andere besser über mich erzählen, glaube ich.
Meine Stärken liegen wahrscheinlich darin, dass ich mir das hole, was ich will. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, dann tu ich alles dafür, dass ich es bekomme, erlerne oder dass ich da hin komme, wo ich will.

2. Welche Rolle würde Dich als Schauspieler am meisten reizen?

Puh. Ich würde gerne einen Boxer spielen. Vielleicht Lennox Lewis :). Ich würde gerne meinen Vater in seiner Biographie verkörpern. Er hat, meiner Meinung nach, ein sehr krasses Leben geführt. Von Ghana nach Deutschland. Das Leben eines Soldaten, das eines Gejagten. Dann das Klarkommen in der neuen Welt. Mit 8 Kindern. Er kannte die Sprache nicht. Musste sich mit so vielen Dingen auseinandersetzen und zur selben Zeit heftige Entscheidungen treffen, damit nicht alles aus dem Ruder lief.
Ich will Samson, den stärksten Menschen, den es jemals gegeben hat, verkörpern. Ich will Geschichten erzählen und Figuren verkörpern, die die Menschen entertainen und inspieren.

3. In „Becks letzter Sommer“ spielst Du eine der Hauptrollen. In einer besonderen Szene spielst Du einen LSD-Trip nach, in dem Du im Sekundentakt von euphorisch auf total depressiv umschwenkst. Wie hast Du Dich auf diese emotionale Achterbahnfahrt vorbereitet?

Oh wow. Das war ein Trip. Hm, wie habe ich mich vorbereitet? Mit mir wurde beim Coaching eine Familienaufstellung gemacht. In der Rolle von Charlie natürlich. In dieser Familienaufstellung ging es mir (in der Rolle von Charlie) so schlecht, dass ich nach einem Ausweg gesucht habe. Da es in Charlies Leben schon Drogen gab, war das die Möglichkeit, um aus diesem schlechten Gefühl zu fliehen. Mit den Drogen ging es mir (Charlie) besser. Jetzt hatte ich die Erfahrung gemacht, wie man zu diesen Mitteln greift.
Von manisch zu depressiv. Hin und Her. Ich habe mir natürlich sehr viele Videos angeguckt und sehr viel über diese Droge (MDMA) gegoogelt.
Leider findet man auch ein paar lustige Videos 🙂
Die Droge macht einen glücklich und leicht. Man kann kurz die Probleme vergessen und auf einer heilen Welle surfen und alle lieben.
Doch Charlie sucht nach seinem Platz in der Gesellschaft und findet keinen. Er kann nicht mehr studieren und ist alleine und hat versagt. Sein kleiner Bruder ist der Star.
Somit hat er trotz dieser Droge immer wieder Gedankensprünge. Das heisst: Er freut sich kurz über die Erkenntnisse, die er im Moment macht, doch dann erinnert er sich an seine Situation. Das geht hin und her und somit konnte ich mit seiner Situation arbeiten und mich vorbereiten, damit ich in der Szene das spielen konnte.

4. Welchen Schauspieler, Musiker oder wen auch immer würdest Du gerne einmal persönlich treffen?

Will Smith, Denzel Washington, Usher, Nate Parker, Darnell Martin

5. Kannst und darfst Du uns schon von Deinen nächsten Projekten erzählen?

Der nächste Film der jetzt in die Kinos kommt ist

Plan B – Scheiss auf Plan A:
Dieser Film ist schon ein Traum. Es ist eine Independent-Geschichte, also ein Projekt unter Freunden. Nachdem der Film gedreht wurde, stand die ganze Zeit die Frage im Raum: Wer wird unser Verleih sein? Nach langer Suche hat 20th Century Fox den Film gesehen und sich in den Film verliebt und bringt ihn jetzt am 08.Juni 17 in die Kinos. Unglaublich! 
Dieser Film ist sehr besonders und wichtig für die Jungs und auch für mich, da die Hauptcharaktere eine bunte Mischung sind.
Wir haben einen Tscherkessen, der Türkisch spricht.. Einen Koreaner. Einen Vietnamesen und Chinesen. Und einen Ghanaen. Zur selben Zeit sind wir alle deutsch und sprechen deutsch ohne Akzent :).
Mit dem Film hoffen wir, in Deutschland und in der Deutschen Filmszene eine Veränderung zu schaffen, da wir das Bild, welches man auf den deutschen Strassen in Deutschland sieht, auf die Leinwand bringen. Wir hoffen auf eine Filmische Revolution … 🙂
Ich bin dankbar, weil es weitere Projekte gibt, die in Planung sind. Doch darüber werde ich noch nicht viel erzählen. Erst wenn es spruchreif ist … 🙂

6. Welche 5 Filme würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen und warum?

Matrix, Antoine Fisher, Inception. Bad Boys, und dann kam Polly.
Ich glaube die Filme sprechen alle für sich 🙂

Matrix – für Action und zum Nachdenken.

Antoine Fisher – wegen der Geschichte, die mich sehr berührt.

Inception – wegen der Idee und der Spannung.

Bad Boys – weil ich einfach Will Smith feiere.

Und dann kam Polly – weil es eine geile Komödie ist.

7. Und welche 5 Bücher würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen und warum?

Der Medicus – weil es mein Lieblingsbuch ist.

Sokrates, der friedvolle Krieger – weil es mich so beeindruckt hat.

Der Weg, wenn Gott dir eine zweite Chance gibt – weil es mich so sehr inspiriert hat.

Die Bibel – weil ich daraus sehr viel ziehe.

Die Gesetze von Erfolg und Resonanz – weil es mich motiviert und diszipliniert

8. Welcher Schauspieler war schuld daran, dass Du selbst einer werden wolltest?

Bastian Sierich.
Ich war damals 19 und in einem Kinder und Jugend Theater Projekt. Ich war dort als Tänzer und wir probten für ein Stück. Es hieß: „Die dunkle Seite der Sonne“. Am Tag der Premiere beobachtete ich Bastian, wie er sich vorbereitete, und während der Vorstellung, wie er spielte. In den Proben hatte ich es gar nicht so mitbekommen, doch als ich ihn auf der Bühne sah, wie er spielte, während ich mit ihm auf der Bühne war,  fühlte ich mich so geehrt, mit so einem Menschen und Schauspieler auf der Bühne zu sein und beschloss daher, seinem Weg zu folgen und auch Schauspieler zu werden. Heute sind wir immer noch Freunde und ich bin froh so eine Inspiration in meinem Leben zu haben.

9. Du hast noch eine andere große Leidenschaft außer der Schauspielerei: Tanzen. Gibt es hier auch Pläne für die Zukunft?

Ja ich bin durch und durch Tänzer. Es ist mein Zuhause und dort kann ich immer hin und mich austoben. Mittlerweile ist es nicht mehr mein Hauptberuf, doch es bleibt mein Zuhause 🙂
Pläne für die Zukunft? Ja. Ich plane, es mit der Schauspielerei zu verbinden.
Schauspielerei, Tanz und vielleicht noch eine weitere Kunstform auf die Bühne zu bringen ist schon ein Traum, welchen ich seit langem verfolge.
Also bleibt gespannt 🙂

10. Wo siehst Du Dich in zehn Jahren?

Da oben 🙂

11. Was sind die fünf wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

Glaube
Familie
Meine Leute
Vision
Gerechtigkeit

Ich bedanke mich recht herzlich für Deine interessanten Antworten und wünsche Dir alles Gute für die Zukunft.

Ich bedanke mich bei dir, bei euch, dass meine Geschichte erzählt wird.
Bis bald hoffe ich :-).

© 2016 Wolfgang Brunner / Eugene Boateng

Interview mit der Schauspielerin Jeniffer Mulinde-Schmid


© Lena Stahl (www.framtidsbild.de)

Jeniffer Mulinde-Schmid wurde in Mombasa, Kenia, geboren und wuchs in der Schweiz auf. Nach einer Tanzausbildung absolvierte sie eine Schauspielausbildung. Neben ihrer Schauspielerei („Tag und Nacht“, „Die Standesbeamtin“ und Stand Up Comedian bei „Night Wash“, betätigt sich Mulinde-Schmid auch als Wirtin eines Berliner Restaurants.

Sie spielt zur Zeit außerdem am Theater Strahl in Nathan der Weise und hat in der in der schweizerisch-nigerianischen Filmproduktion „Amara“im Jahr 2016 neben der Co.Produktion auch die Hauptrolle übernommen.
Film-Besprechungen freut sich sehr, der vielseitigen Künstlerin ein paar Fragen stellen zu dürfen.

1. War die Schauspielerei schon immer Dein Traumberuf oder schwebte Dir auch einmal etwas anderes vor? Wie kam es letztendlich dazu, dass Du vor der Kamera stehst?

Nein, als Kind wollte ich eigentlich immer Ärztin werden. Bin jedoch bereits mit 7 Jahren vor der Kamera gestanden, denn ich habe eine Kindersendung: KIDZ moderiert.Es war für mich immer sehr natürlich vor der Kamera zu stehen und nichts aussergewöhnliches. Mit 17 Jahren wurde ich dann durch meine Modell-Agentur zu einem Film Casting eingeladen, wo ich dann auch genommen wurde. Mein erster Spielfilm: Dragan und Madlaina. Da wurde mir erst klar, dass ich Schauspielerin werden will.

2. Wie gehst Du mit negativer Kritik um?

Sagen wir es so, immer besser 🙂 Ich musste mit der Zeit lernen, dass ich negative Kritik nicht zu persönlich nehme. Mittlerweile klappt es ganz gut.

3. Welche Rolle wäre die größte Herausforderung für Dich?

Ganz klar, der in Lagos gedrehte Nollywood Film: Amara, denn wir hatten meistens nur einen Take und es musste sitzen. Wir waren unter extremen Zeitdruck und ich musste dazu noch in Englisch sprechen.

4. Was war die für Dich schlimmste Begebenheit bei Dreharbeiten?

Früher habe ich jeden Schrott mitgemacht, und habe für einen Studentenfilm mich nackt ausgezogen und mich gelb anmalen lassen, bin im Wald rumgerannt und habe mit einem Ball rumgeworfen, alles ohne TEXT…völlig bescheuert und ohne Sinn und ohne Geld….hahaaaa…. Würde ich jetzt nicht mehr machen 🙂
5. Hast Du Dein berufliches Ziel bereits erreicht oder gibt es noch Dinge, die Du anstrebst?

Ich habe viele Ideen und möchte meinen ersten Spielfilm selber schreiben, produzieren und drin mitspielen. Das Projekt ist schon in Arbeit.

6. Was macht Jennifer Mulinde-Schmid in ihrer Freizeit?

Ich gestehe, dass ich nicht viel Freizeit habe…aber wenn es soweit ist, dann gehe oft mit meinem Hund Tadeus in den Rehbergen spazieren. Treffe mich mit Freunden zum quatschen oder genieße zu Hause die Ruhe.

7. Wie wichtig ist Dir der Kontakt zu Zuschauern / Fans?

Eigentlich hatte ich nur einmal diesen Kontakt mit richtigen Fans: In Nigeria, denn dort sind die Fans etwas anders und aufdringlicher wie in Europa. Es war für mich zuerst sehr befremdlich, ich hatte am Anfang fast Angst von den Fans. Wusste nicht, was sie von mir wollten… Aber mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt und nehme mir auch sehr viel Zeit für sie, mach alles mit, auch die Selfies 🙂 und bin einfach nur Dankbar und fühle mich geehrt.
8. Welche Filme haben Dich am meisten beeindruckt und/oder auch beeinflusst?

Es klingt vielleicht etwas schräg, aber mich hat die Komödie „Sister Act“ mit Woopy Goldberg am meisten beeinflusst und ich schaue den Film noch heute gern. Mich inspirieren und berühren vor allem Filme, über die ich von Herzen lachen und weinen kann. Außerdem mag ich auch Filme, die mit Musik zu tun haben. 

9. Welche Persönlichkeit (noch lebend oder auch bereits verstorben) würdest Du gerne einen Tag lang treffen?

Ich war in meinem Leben nur von einem Menschen so richtig Fan: Michael Jackson…sonst fällt mir niemand ein. Michael hätte ich liebend gerne getroffen.
10. Gibt es etwas in Deiner Schauspielerkarriere, was Du heute anders machen würdest?

non…je ne regrette rien (ich bereue nichts)

11. Was sind die fünft wichtigsten Dinge in Deinem Leben?

1. Dass ich glücklich bin 2. Gesundheit 3. Familie 4. Freunde 5. Erfüllung im Beruf

Ich bedanke mich ganz herzlich für die Beantwortung meiner Fragen und wünsche Dir alles erdenklich Gute für Deine berufliche (und natürlich auch private) Zukunft.

© 2017 Wolfgang Brunner / Jennifer Mulinde-Schmid

 

 

Interview mit dem Schauspieler Errol Trotman

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© Oliver Betke, Berlin.
betke-bilder.de

Errol Trotman wurde 1955 in New Amsterdam, Guyana, Südamerika geboren. Nach einer kreativ Kindheit – er malte, zeichnete und spielte Schlagzeug – verschlug es Trotman zum Theater. 1998 stand er dann das erste Mal an der Seite von Dennis Hopper in „Straight Shooter“ vor der Kamera. Fernseh- und weitere Kinofilme folgten, unter anderem auch eine Rolle in Roman Polanskis „The Ghostwriter“.
Trotman nahm Schauspielunterricht bei Geraldine Baron, Walter Lott und John Costopoulos, die alle ihre Ausbildung an Lee Strasbergs „Actors Studio“ in New York absolviert hatten.
Mit der Serie „Deutschland 83“ hat er als einer der Hauptdarsteller gerade den „International Emmy Award“ gewonnen. Die Serie wurde als bestes Drama gekürt. Errol Trotman wohnt heute die meiste Zeit in Berlin. Neben seiner Arbeit als Schauspieler ist er auch als Schauspieldozent und Sprecher tätig.

Film-Besprechungen freut sich sehr, dass der außergewöhnliche und sympathische Schauspieler ein paar Fragen beantwortet hat.

1: Du hast gerade den „Emmy“ gewonnen. Hierzu gratulieren wir Dir erst einmal ganz herzlich. Wie sehen Deine Pläne für 2017 aus? Darfst Du uns schon verraten, in welchen Filmen wir Dich zu sehen bekommen?

Dankeschön erstmal für die Gratulation zum International EMMY Award. Ich habe ihn nicht direkt gewonnen, aber als Teil des Hauptensembles. Ich habe mich sehr gefreut in einer Erfolgsstory meinen kleinen Beitrag als Schauspieler geleistet zu haben. 2017 sieht gut aus.  Als erstes spiele ich in einer Tivoli Filmproduktion Arthur & Claire von Erfolgsregisseur Miguel Alexandre neben Josef Harder und Hanna Hoekstra. Es ist eine originelle Geschichte über Leben und Tod und das Schöne, was Menschen miteinander teilen. Danach beginnt die Probezeit für das spannende Theaterstück „Just Call Me God“ von Theaterregisseur Michael Sturminger. John Malkovich und Sophie v. Kessel spielen die Hauptrollen. Ich bin sehr gespannt auf dieses Projekt. Wir werden in der Elbphilharmonie Premiere feiern und danach eine europaweite.Tournee machen, beginnend in Wien. Ich freue mich besonders, weil es lange her ist, dass ich das letzte Mal getourt habe. 

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© Errol Trotman

2: Auf welche Deiner Leistungen bist Du besonders stolz?

Momentan bin ich zufrieden mit meiner Leistung als General Jackson in Deutschland 83. Das hat sehr viel Spass gemacht, vor allem die Recherche für meine Rolle als amerikanischer General in den 80ern, all die Erinnerungen an diese Zeit. Ich hatte das Glück, dass einige Produzenten und Caster meine Möglichkeiten erkannt haben und mich entgegen des vorgesehenen Typ besetzt haben; wie in Deutschland 83.  

3: Hand aufs Herz: Würdest Du den Beruf des Schauspielers noch einmal ergreifen oder Dich für etwas anderes entscheiden? Welcher Beruf wäre eine Alternative zur Schauspielerei für Dich? 

Ohh, das ist schwer- ich liebe diesen Beruf. Aber vielleicht wäre reisender Musikkomponist eine Alternative. Musik und auf Reisen gehen sind nämlich weitere Leidenschaften von mir. 

4: Könntest Du Dir vorstellen, auch einmal auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen? Was würden die Zuschauer von Dir zu sehen bekommen? 

Die Arbeit eines Regisseurs ist verdammt hart, intensiv und erfordert sehr viel Disziplin. Diszipliniert bin ich ja schon, Durchhaltevermögen habe ich auch, den Umgang mit Künstlern könnte ich also ganz gut machen; also ja, vielleicht. Wenn ich es aber tun würde, dann wohl eher mit einem Drama. Etwas über die Würde oder das David gegen Goliath Syndrom. Menschen an sich faszinieren mich. 

5: Horror, Science Fiction, Thriller, Drama oder Liebesgeschichte? Welches Genre bevorzugt Errol Trotman privat?

Thriller auf jeden Fall. Ob es SciFi oder Drama Thriller, Liebesromane mit Thrillereinflüssen, all das hat seinen Reiz. Auch Horrorthriller …. Ich liebe Ridley Scotts Alien.Filme, War of the Worlds, Exorzist, Hunt for Red October …  

6: Welche Entwicklung in der Filmbranche würdest Du Dir für schwarze Deutsche wünschen? 

Genau das Gleiche wie für meine weißen deutschen Kollegin/en. Dass Casting Directors, Redaktionen, Produzenten und Regisseure, sich einfach trauen, uns mehr zu besetzten. Ich weiss, dass Autoren auch Rollen für schwarze Schauspieler schreiben, aber dass eben die, die auf der anderen Ende des Tisches sitzen, sich oft nicht trauen, uns zu besetzen. Offensichtlich kann sich die Branche einfach nicht vorstellen, dass, wenn eine Rolle „Heinrich“ heißt, man einen Schwarzen vorschlägt. Komischerweise gibt es  kein Problem schwarze Schauspieler zu besetzen für Rollen als  „Türsteher“ oder „Valet“-komisch, nicht wahr? Für einen Charakter muß dann erst eine Hintergrundstory hinzu erfunden werden.   Es wird viel zu viel Zeit mit der Herkunft eines Menschen verschwendet.   

7:  Jeder Mensch hat Träume. Welche sind Deine in beruflicher und privater Hinsicht?

Beruflich, dass ich die Welt erkunden kann durch abenteuerliche Dreharbeiten und dass ich neue Freundschaften knüpfen kann in verschiedenen wundervollen Ländern. Das habe ich schon auf Barbados, Tel Aviv, Mauritius und anderen Orten erlebt.  Mit der heutigen Technologie kann man Freundschaften auch auf Distanz pflegen. 

8: Du übernimmst neben Filmrollen auch Theaterengagements. Was verschafft Dir mehr „Glücksgefühle“?

Ich habe “Glücksgefühle” bei beiden. Film ist ewig, die Bühne ist vergänglich. Schön wäre es natürlich, wenn es mehr professionelle Aufzeichnungen von Theateraufführungen gäbe. Das wäre schon für mich und meine Kollegen von Vorteil. ‘Get with the Times’, sage ich immer.

09: Erzähle uns doch mal das lustigste Erlebnis, das Du je bei einem Filmdreh erlebt hast.

Beim Bully Herbigs’ Dreh, ‘Traumschiff Surprise: Periode 1’. Während des Drehs trug Bully teilweise künstliche Narben und Make-up Röhrchen auf seinem Gesicht, die die ganze Zeit abplatzten. Natürlich immer dann, wenn wir einen Dialog hatten. Es war sehr lustig, wir mußten ständig lachen, er natürlich auch. Ich glaube das war ein sehr schlauer Clou von ihm; er wollte die Stimmung aufheitern, was er wirklich geschafft hat, und die zu einem guten Dreh und vor allem einem erfolgreichen Film geführt hat. 

10: Gibt es eine(n) filmischen TraumpartnerIn, mit der / dem Du gerne einmal drehen würdest?

Should I be so lucky, dann mit Tom Hiddleston, Viola Davis, Cillian Murphy, Denzel Washington…Ulrich Tukur. Eine sehr gute junge Schauspielerin namens Janina Stopper- she is bloody good, und Florence Kasumba, sie ist nicht nur eine fantastische Schauspielerin, wir sind auch gut befreundet, und das würde die Arbeit ganz besonders machen. Aber wirklich gibt es so viele tolle Schauspieler/innen. Ich könnte zwei Seiten voll schreiben.

Vielen Herzlichen Dank für dieses Interview.

Wer mehr über Eroll Trotman und seine Arbeit erfahren möchte, sollte sich auf seiner Homepage einmal umschauen.

© 2017 Wolfgang Brunner / Eroll Trotman

Interview mit der Schauspielerin Anita Olatunji

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© Jeanne Degraa

Anita Olatunji wurde in München geboren, verlebte aber einige Jahre in Lagos, Nigeria, und kehrte dann zurück nach Deutschland ins Ruhrgebiet.
Sie studierte an der Folkwanghochschule in Essen Schauspiel und verbrachte dann ein Jahr durch ein Stipendium an der Webber Douglas Acadamy of Dramatic Arts in London.
Nach verschiedenen Film, TV und Theaterrollen nahm sie an einem Kurs für Creative Writing in London teil und studierte dann Film und Drehbuch an der Hamburg Media School. Jetzt widmet sie sich auch dem Schreiben von Gedichten, Kurzgeschichten und Drehbüchern.

1. Wie bereitest Du Dich auf Deine Rollen vor? Nimmst Du auch schon mal eine Rolle mit nach Hause ins Privatleben?

Das ist ganz unterschiedlich und kommt darauf an, wieviel Zeit mir vor dem Dreh zur Vorbereitung bleibt. Bei meiner allerersten festen Fernsehrolle (eine durchgehende Rolle als Lernschwester bei der RTL Serie „Stadtklinik“) hatte ich kaum Schauspielerfahrung, habe aber zwei Wochen lang in einem Krankenhaus auf der HNO Station ausgeholfen.
Für meine Rolle als blinde Jazzsängerin in dem Film „Auf den Zweiten Blick“ habe ich mit einer ganz fantastischen blinden Frau gearbeitet. Ich trug eine Augenbinde und wir sind zu zweit durch Berlin gelaufen und U-Bahn gefahren. Ich denke, wir haben recht viel Aufmerksamkeit erregt. Nicht sehen zu können, und ganz auf Gehör, Gespür und Blindenstock angewiesen zu sein, war eine Erfahrung, die mich bis in meine Träume verfolgt hat. 

2. Du schreibst Gedichte, Kurzgeschichten und Drehbücher. Ich bin selbst Schriftsteller und interessiere mich deshalb natürlich brennend, welchen Ursprung diese Leidenschaft hat.  Wie kamst Du zum Schreiben und kannst Du uns ein paar Vorbilder nennen?

Ich habe einen Drang zum Geschichten erzählen, ob dies nun als Schauspielerin vor der Kamera, auf der Bühne oder beim Schreiben ist. Bei Gedichten folge ich eher einem starken Gefühl, während ich bei Prosa oft von einer Figur motiviert bin, einem Charakter, der mich besonders fasziniert und meine Fantasie anregt. Vorbilder zum Schreiben sind für mich Elena Ferrante, Damon Lindelof und das Autorenteam von der dänischen Krimi-Serie „The Killing“.

3. Was macht Anita Olatunji in ihrer Freizeit? Filme schauen oder auch mal lesen? Was ist Dein bevorzugtes Genre im Film und welche Art von Büchern liest Du?

Ich lese viel und schaue auch gerne Serien Box Sets – vor allem Krimis. Besonders begeistert war ich zuletzt von Elena Ferrante. „Meine geniale Freundin“  und die drei Folgebände habe ich mir in London gekauft und in kürzester Zeit verschlungen. Spannend finde ich gerade auch Yuval Noah Hararis Buch „Sapiens“.
Ansonsten habe ich mir neuerdings angewöhnt, so viel wie möglich zu Fuss zu Terminen zu gehen, selbst wenn es mich eine ganze Stunde „kostet“: Man sieht und lernt dabei so viel Neues und Überraschendes von der Stadt, in der man lebt!

4. Auf welche Leistung als Schauspielerin bist Du besonders stolz?

Das schönste Kompliment wurde mir nach einer Kinovorführung von „Auf den Zweiten Blick“ gemacht. Es war eine Vorstellung, in der viele Sehbehinderte und Blinde mit Begleitung da waren, und dort sagten mir einige Betroffene aus dem Publikum, dass sie meine Darstellung der Jazzsängerin, die ihren Verlobten durch ihr plötzliches Erblinden verliert, echt und deshalb berührend fanden. Ich schreibe dies der grossartigen Frau zu, mit der ich üben durfte. Meine damalige Agentin sagte mir nach der Vorstellung, sie hätte an meiner Stelle einiges anders gemacht, aber das war mir nach dem Lob dieses besonderen Kinopublikums egal.

5. Welche Schauspielerin und welchen Schauspieler bewunderst Du und warum?

Ich liebe Barbara Auer, vor allem in „Polizeiruf 110 Wölfe“: Zum Niederknien. Ich habe mir kürzlich auch einmal wieder „Der Prinz von Zamunda“ angesehen und halte Eddie Murphy und Arsenio Hall für absolute Genies.  

6. Ein Künstler entwickelt sich während seiner Karriere ständig. Welche Rolle wäre Dein größter Wunsch?

Ich würde sehr gerne eine deutsche Polizistin spielen. Das ist mein absolut grösster konkreter Rollenwunsch!

8. An welchen Projekten arbeitest Du derzeit?

Ich arbeite zur Zeit an einem TV Krimi über eine afro-deutsche Polizistin mit einem sehr schwierigen Verhältnis zum Vater, die durch einen Fall mit ihrer Herkunft konfrontiert wird – ein sehr persönliches Thema für mich.

9. Was fühlt sich für Dich besser an? Für das Fernsehen oder das Kino zu drehen?

Ich liebe Fernsehen. Ich wollte schon als Kind immer zum Fernsehen, vielleicht weil ich nicht mit einer starken Kinokultur aufgewachsen bin. Das habe ich dann auf der Filmhochschule ausgiebig nachgeholt. Seitdem sind Kinodrehs für mich eine grosse Ehre, weil ich jetzt viel mehr begreife, welches Risiko bei jedem Dreh, mit jeder Entscheidung, mit jeder Besetzung eingegangen wird. Das gilt natürlich auch fürs Fernsehen.

10. Welchen Menschen aus der Gegenwart oder der Vergangenheit würdest Du gerne treffen oder hättest Du gerne getroffen?

Wenn ich für einen sehr kurzen Zeitraum in die Vergangenheit reisen dürfte, dann wäre ich gerne Augenzeuge für den Moment, als Rosa Parks sich weigerte, ihren Sitz im Bus aufzugeben und sich damit 1955 in den USA der Rassentrennung widersetzte.

11. Legst Du auch etwas Persönliches von Dir in die Rollen, die Du spielst, oder hältst Du Dich strikt an das Drehbuch bzw. die Vorgaben des Regisseurs?

Es ist immer etwas persönliches von mir in jeder Rolle, auch wenn ich mich strikt an das Drehbuch und die Vorgaben des Regisseurs halte. Letztendlich ist jede Rolle eine Kollaboration der drei Bereiche.

Film-Besprechungen bedankt sich ganz herzlich für die ausführliche Beantwortung der Fragen und wünscht Dir alles Gute auf dem privaten und beruflichem Weg.

© 2016 Wolfgang Brunner / Anita Olatunji