Erlöse uns von dem Bösen (2013)

Erlöse uns

Originaltitel: Deliver Us from Evil
Regie: Scott Derickson
Drehbuch: Scott Derickson, Paul Harris Boardman
Kamera: Scott Kevan
Musik: Christopher Young
Laufzeit: 118 Minuten
Darsteller: Eric Bana, Édgar Ramírez, Olivia Munn, Chris Coy, Dorian Missick, Sean Harris
Genre: Horror, Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahren

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Der Polizist Ralph Sarchie kennt sich mit den dunkelsten Gefahren aus, doch als er bei der Ermittlung einer Reihe von gausamen Verbechen nicht mehr weiter weiß, verbündet er sich mit dem unkonventionellen Priester Mendoza.
Während der Polizist immer tiefer in die grausame Welt des Bösen und Übernatürlichen eintaucht, erfährt er ebenfalls private Beziehungs- und Familienprobleme, die sein Leben zusätzlich erschweren.
Dennoch kämpft Sarchie weiter mit Mendoza gegen das Böse und bekämpft gemeinsam mit ihm die dunklen Dämonen, die seine Stadt terrorisieren.

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Ich schicke voraus, dass sich einige Spoiler bei dieser Film-Besprechung leider nicht vermeiden ließen.
Das heutige Kino kann mit den neusten “Horror“-Filmen meinen Erwartungen leider schon länger nicht mehr gerecht werden.
Der Trailer von ,,Erlöse uns von dem Bösen“ war ansprechend, vermittelt dem Zuschauer jedoch vollkommen falsche Hoffnungen, denn alle darin enthaltenden Szenen sind zugleich auch ausnahmslos ALLE (erschreckend vorhersehbaren) Schock-Szenen des Filmes.  Jede Leiche und der sogenannte ‚Exorzismus‘ werden in dem 90-sekündigem Trailer gezeigt.

Die restlichen 116 einhalb Minuten des Filmes, die man noch nicht kennt, ziehen sich in die Länge und beinhalten eine banale als auch absurde Handlung.
Der Trailer lockt die Menschen in einen Film, der immerhin mit einer talentierten und teils bekannten Besetzung immerhin ein wenig glänzen kann.
So ist die schauspielerische Leistung von Eric Bana (Troja), Édgar Ramírez (Zorn der Titanen, 8 Blickwinkel), Olivia Munn ( Iron Man 2) und Sean Harris (Prometheus) u.a zwar wirklich gut, jedoch ist dieses Talent, wie auch die 30 Millionen Dollar für die Produktion dieses Filmes, schlichtweg verschwendet.
Die Effekte sind teils gut, jedoch vorhersehbar und werten den Film nur um einige wenige Prozent auf, was mich in meiner Meinung nicht sehr stark beeinflusst.
Auch wird es im Trailer so dargstellt, als spielen Dinge wie Exorzismus eine primäre Rolle in dem Film.
Hier wird der Zuschauer ebenfalls enttäuscht, denn dieser sogenannte ‚Exorzismus‘ ist in gefühlten zwei Minuten durchgeführt und noch dazu unspektkulär.
Mit ihm wird der Zuschauer zu dem vorhersehbaren, nach 118 Minuten, heiß ersehnten, kitschigen Ende geführt, der den im Filmtitel geäußerten Wunsch erfüllt und ihm gerecht wird.

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Fazit: Maximal einen Stern gibt es von mir für ,,Erlöse und von dem Bösen„, und zwar für eine gute schauspielerische Leistung und ein paar nette Effekte. Wer jedoch einen guten, dämonischen Schocker sehen will, sollte sich an alte Klassiker wie ,,Der Exorzist“ oder ,,Der Exorzismus von Emily Rose“ halten.

© 2014 Jasmin Hegmann

Die Eiskönigin – Völlig unverfroren (2013)

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Originaltitel: Frozen
Länge: 101 Minuten
Regie: Chris Buck, Jennifer Lee

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Der Animationsfilm von Disney, welcher entfernt auf dem Märchen von Hans Christian Andersen basiert, handelt von zwei Schwestern (Prinzessinnen), Anna und Elsa, aus dem Königreich Arendelle. Eine der Schwestern, Elsa, besitzt die Fähigkeit Schnee, Frost und Eis zu erzeugen. Als Kind verletzte sie versehentlich ihre Schwester mit einem Eisblitz. Seitdem lebt sie alleine und zurückgezogen, bis zum dem Tag ihrer Krönung, drei Jahre nach dem Tod ihrer Eltern durch ein Seeunglück, in ihrem Zimmer.
Bei der Krönung geht etwas schief. Elsa flieht und hälte Arendelle ungewollt durch ihre Emotionen und Machtlosigkeit über ihre Fähigkeiten in einem ewigen Winter gefangen.
Ihrer Schwester Anna und deren Weggefährten begegnen auf der Suche nach ihr vielen Gefahren, Überraschungen und andere märchenhaften Phänomenen.

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Nach vielen immergleichen Märchenverfilmungen, die mir, wenn überhaupt, nur mittelmäßig gefallen haben, war ich nicht gerade begeistert als ich von einer Freundin diesen Filmtipp erhielt.
Ich war allerdings mehr als angenehm überrascht! “Frozen“ löst sich auf ironische, lustige und emotionale Weise von nahezu allen Märchenklischees und -normen, was dazu führt, dass man von diesem meisterhaften Film mehr als nur einmal überrascht wird.
Auch dieser Disney-Film, wie schon einige vor ihm, wurde durch so manche Gesangseinlage der Protagonisten untermalt, die jedoch nicht deplaziert oder kitschig wirkten. Vielmehr rundeten sie die Handlung perfekt ab und gleichten die Schwankung zwischen lustiger, dramatischer und romantischer Atmosphäre aus, sodass ich bereits nach 30 Minuten das erste mal zu Tränen gerührt war.
Der Soundtrack des Films lässt einem beinahe WIRKLICH das Blut in den Adern gefrieren!
Das unvorhersehbare Ende des Films ist ein grandioser Abschluss für diesen, in meinen Augen nahezu perfekten Film. Einige Fragen die sich mir stellten, wie z.b nach dem Grund und dem Ursprung für Elsas Gabe, hatten jedoch keine große Relevanz für den Film, der eine zwanglose Kinder- und Familienunterhaltung darstellen soll.
Dies hat “Frozen“ eindeutig geschafft. Man fließt förmlich durch die Handlung, es wird nie langweilig und ehe man sich versieht sind 101 Minuten um!

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Fazit: Dieser Film macht Spaß und rührt zu Tränen. Er beinhaltet alles, was man sich von einer modernen Märchenverfilmung erhoffen kann, sodass man auch mühelos noch 101 weitere Minuten in der Märchenwelt verbringen und mitfiebern könnte, ohne zu merken wie die Zeit vergeht.

Ein absolut sehenswerter Film, der in meinen Augen zu einem der besten Disney-Animationsfilmen zählt, die ich je gesehen habe! Ganz viele imaginäre Sterne für Frozen!

© Jasmin Hegmann

Rocky Balboa (2006)

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Originaltitel: Rocky Balboa

Lauflänge: 98 Minuten

Regie: Sylvester Stallone

 

Das Boxerdrama aus dem Jahr 2006 ist die Fortsetzung der Rocky-Reihe. Rocky der ehemalige Boxweltmeister, lebt nach dem Tod seiner Frau Adrian in Philadelphia und leitet dort ein nach ihr benanntes, noch von ihr eröffnetes, Restaurant. Sein Ansehen als Boxer ist verblasst und auch als Vater hat es Rocky nicht leicht.
Als es nach einem simulierten, animierten TV-Kampf zwischen ihm und dem bis dato ungeschlagenem Box-Weltmeister zu einem echten Kampf zwischen den beiden kommen soll, rafft er sich auf und trainiert für (s)einen letzten Kampf. Es stellt sich heraus, dass Rocky nicht nur um den Sieg, sondern auch um seinen Sohn, seine Ehre und noch ein letztes mal um die Herzen seiner Fans und Zuschauer kämpft.

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Vor ca. einer Woche, als ich mal wieder eine Serie schaute und eine Anspielung auf die Rocky-Filme hörte, war ich es leid. Ich wollte die Verweise auf die Filme verstehen, also sah ich mir nacheinander die ersten fünf Rocky-Filme an und war angenehm überrascht! Dennoch war ich bei Rocky VI (Rocky Balboa) anfangs etwas skeptisch, da mir das Ende von Rocky V gut gefallen hatte und ich damit als Abschluss einer großartigen Filmreihe hätte leben können.

Der Tod Adrians kam überraschend und hat mich zu Beginn abgeschreckt. Er wurde jedoch durch die Symphatie für eine ’neue‘ weibliche (Haupt)figur schnell ausgeglichen. Auch nach fünf Filmen schafft Sylvester Stallone mit Rocky VI, was heutige Fortsetzungen nur noch selten schaffen. Er erweckt immer wieder neue Symphatien für den Protagonisten und weckt auf überwältigende Weise neue Emotionen beim Zuschauer. Er schreibt Rocky nicht nur hervorragend, sondern spielt seine Menschlichkeit und Güte genauso meisterhaft, so dass diese auch im sechsten und letzten Film nicht verloren gehen.
Schon nach den ersten fünf Minuten vergisst man die Welt um sich herum und ist in der von Rocky. Man lacht und weint mit ihm – und vorallem – man gewinnt mit ihm!

Fazit: Trotz Sylvester Stallones Funktion als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller, blieb er auch bei diesem Film auf dem Teppich und wurde nicht überheblich, sondern schaffte den perfekten Abschluss für eine großartige Filmreihe. Rocky VI – Rocky Balboa – war eine Meisterleistung, darum werde ich mir diesen und die anderen Rocky-Filme sehr gerne erneut ansehen und aufs neue für Rocky und seinen Traum mitfiebern.

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© Jasmin Hegmann