Airport ’80 – Die Concorde (1979)

Airport 4

Originaltitel: The Concorde … Airport ’79
Regie: David Richmond-Peck
Drehbuch: Jennings Lang, Eric Roth
Kamera:  Philip H. Lathrop
Musik: Lalo Schifrin
Laufzeit: 106 Minuten
Darsteller: Alain Delon, Susan Blakely, Robert Wagner, Sylvia Kristel, George Kennedy, Eddie Albert, Bibi Andersson, Charo, John Davidson, David Warner
Genre: Action
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahre

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Eine nagelneue Concorde-Maschine befindet sich auf den Weg von Washington nach Moskau mit Zwischenstop in Paris. Maggie hat sich vor Start noch von ihrem Freund Kevin  getrennt, der Chef eines großen Rüstungskonzerns ist und illegale Waffengeschäfte betreibt. Maggie bekommt vertrauliche Dokumente zugespielt, die diese kriminellen Machenschaften beweisen. Ihr Exfreund möchte natürlich um jeden Preis verhindern, dass diese belastenden Unterlagen in falsche Hände geraten und beschließt, die Concorde mit allen Mitteln zum Absturz zu bringen. Seine Beziehungen reichen sogar bis ins Militär, die das Passagierflugzeug abschießen wollen.

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Und wieder verstrichen zwei Jahre nach „Verschollen im Bermuda-Dreieck“, um einen weiteren Film der erfolgreichen „Airport“-Reihe auf die Leinwand zu bringen. Dieses Mal finden sich Alain Delon, George Kennedy und David Warner im Cockpit ein, um ein größeres Unglück zu verhindern. „Airport ’80 – Die Concorde“ lässt erneut den Schrecken in der Luft aufleben und bringt dieses Mal das Militär mit ins Spiel. Für mich stellt der abschließende Teil trotz einiger sehenswerter Komponenten den schlechtesten der Reihe dar. Zu viele phantastisch anmutende Szenen kommen darin vor, die mehr als unglaubwürdig sind. Aber eines nach dem anderen: Das erfreulichste, das der Film zu bieten hat, ist nicht Alain Delon sondern George Kennedy, der dieses Mal auf dem Pilotensitz Platz nimmt. Der sympathische, manchmal ein wenig unscheinbar wirkende Schauspieler hat in jedem der vier „Airport“-Filme mitgewirkt, war aber meist nur in Nebenrollen und im Hintergrund zu sehen. Doch dieses Mal übernahm er eine der Hauptrollen und war in meinen Augen bedeutend besser als Delon. Er stellte seinen Charakter überaus natürlich, authentisch und sympatisch dar. Für mich der wichtigste Pfeiler dieses Films.

Alain Delon macht seine Sache gut, steckt aber, wie bereits erwähnt, in meinen Augen hinter Kennedy zurück. Der weibliche Part, dieses Mal von Susan Blakely dargestellt, verkörpert, wie in allen vorhergehenden Teilen, eine toughe Frau, die mit Problemen umzugehen weiß. Dieser in allen Teilen durchgängig gegenwärtige Aspekt macht für mich den Reiz dieser „Airport“-Filme mit aus. Blakely kann hier auch ohne weiteres gegenüber ihren Vorgängerinnen und Kolleginnen bestehen. Überhaupt ist schauspielerisch und regietechnisch an „Airport ’80 – Die Concorde“ nichts auzusetzen. Was aber, zumindest aus meiner Sicht, kolossal zu Buche schlägt, ist der Plot und die Ereignisse, die sich abspielen.
Die Concorde schafft es zum Beispiel, einer Rakete auszuweichen und überschlägt sich dabei ein paar Mal … ähm …
Während Schallgeschwindigkeit wird ein Fenster in der Pilotenkanzel aufgemacht, um eine Leuchtrakete abzufeuern … ähm …
Es gäbe noch einige weitere Vorfälle aufzuzählen, die mich einfach aufgrund ihrer absoluten Unwahrscheinlichkeit nicht gefallen (und auch gestört) haben.

„Airport ’80 – Die Concorde“ ist trotz dieser Logikfehler und Unstimmigkeiten dennoch äußerst rasant und teilweise auch richtig witzig. Das ist auch der Punkt, der mich dann letztendlich doch wieder zufrieden gestimmt hat, denn eines kann der letzte Teil der Reihe definitiv wieder: Unterhalten.
Dank Koch Media ist dieser erneute Meilenstein des Spannungskinos endlich in einer Komplett-Edition mit allen vier Teilen erhältlich. Die Bildbearbeitung ist durchwegs gelungen (soweit dies anhand des Ursprungsmaterials möglich war) und lässt die Filme in einem neuen Licht erstrahlen. Beim vorliegenden „Airport ’80 – Die Concorde“ leiden die Spezialeffekte unter der HD-Bearbeitung und bewegen sich teilweise auf Fernsehniveau. Das man damals aber auch hervorragende Effekte machen konnte, zeigen die vorangegangenen ersten drei Teile.
Erwähnenswert ist auch die auf den Discs verewigten Super 8-Fassungen, die man von jedem Film bewundern kann.

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Fazit: Für mich noch immer der schlechteste Teil der Reihe, der aber dennoch mit tollen Schauspielern auftrumpfen kann.

©2020 Wolfgang Brunner

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