Verschollen im Bermuda-Dreieck – Airport ’77 (1977)

Airport 3

Originaltitel: Airport ’77
Regie: Jerry Jameson
Drehbuch: Michael Scheff, David Spector
Kamera:  Philip H. Lathrop
Musik: John Cacavas
Laufzeit: 114 Minuten
Darsteller: Jack Lemmon, Lee Grant, Brenda Vaccaro, George Kennedy, Joseph Cotton, Olivia de Havilland, James Stewart, Christopher Lee, Robert Foxworth
Genre: Action
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahre

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Eine Boeing 747 wird von Kunstdieben entführt und stürzt im gefürchteten Bermuda-Dreieck ab, wo es im Ozean versinkt. Die Überlebenden kämpfen um ihr Leben, als immer mehr Wasser in das Flugzeugwrack eindringt. Mit einer gewagten Rettungsaktion soll das  beschädigte Flugzeug an die Wasseroberfläche gebracht werden.

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Es dauerte nicht ganz so lange wie zwischen den Teilen 1 und 2 bis eine dritte Fortsetzung der erfolgreichen „Airport“-Serie seinen Weg in die Kinos fand. Und, man mag es kaum glauben, das dritte Abenteuer toppt in Sachen Spannung, Schauspielerleistungen, Setting und Handlung seine beiden Vorgänger. Alleine die Handlung hebt sich dermaßen von den anderen beiden Filmen, und auch dem letzten Teil, ab, dass sie einem nicht mehr aus dem Kopf geht. Schon als Jugendlicher empfand ich „Verschollen im Bermuda-Dreieck“ als besten Teil der Reihe.  Das lag (und liegt noch immer) in erster Linie an der faszinierenden Verbindung von Luft und Wasser. Die Handlung spielt sich nämlich nicht nur in der Luft ab, sondern größtenteils auch unter der Wasseroberfläche (aber noch immer in einem Flugzeug). Diese Kombination ist atemberaubend und bringt eine unvergleichliche Atmosphäre zustande, der man sich nicht entziehen kann.

Hinzu kommt die hervorragende Leistung von Jack Lemmon. Seine Rolle als Captain Don Gallagher ist für mich immer noch eine seiner besten Darstellungen. Das Szenario eines im Meer versunkenen Flugzeugs war seinerzeit absolut unverbraucht und innovativ. Die Drehbuchautoren vermischten galant die Plots erfolgreicher Katastrophenfilme wie „Airport“ und „Höllenfahrt der Poseidon“ und schufen ein enorm beeindruckendes Setting. Was mir persönlich gefallen hat, den damaligen Kritikern aber eher sauer aufstieß, ist die Tatsache, dass die sich in Gefahr befindlichen Passagiere nicht permanent hysterisch benommen, sondern meist die Ruhe bewahrt haben. Das war für mich ein äußerst realistischer Aspekt, den die meisten Menschen werden in solch einer Situation nicht unentwegt kreischen und die Nerven verlieren. Trotz aller Dramatik strahlt „Verschollen im Bermuda-Dreieck“ auf gewisse Art und Weise Ruhe aus.

Das Mitwirken von damaligen Stars wie Olivia De Havilland, Christopher Lee, James Steward und Robert Foxworth äußerte sich ebenfalls als Magnetwirkung, um „Verschollen im Bermuda-Dreieck“ zu einem ansehnlichen Erfolg zu machen. Für heutige Sehgewohnheiten wirkt alles (leider) ein wenig unspektakulär, aber bedenkt man die damaligen Mittel, die zur Verfügung standen, gelangen der Crew eindrucksvolle Effekte und Aufnahmen. Und wie so oft bei Filmen dieser Art, kann das Ganze dann auch noch mit einem nostalgischen Sympathiebonus punkten. „Verschollen im Bermuda-Dreieck“ ist einer jener Katastrophenfilm-Klassiker, die ich mir immer wieder ansehen könnte.
Dank Koch Media ist dieser Meilenstein des Spannungskinos endlich in einer Komplett-Edition mit allen vier Teilen erhältlich. Die Bildbearbeitung ist durchwegs gelungen (soweit dies anhand des Ursprungsmaterials möglich war) und lässt die Filme in einem neuen Licht erstrahlen.
Erwähnenswert ist auch die auf den Discs verewigten Super 8-Fassungen, die man von jedem Film bewundern kann.

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Fazit: Für mich der beste Teil der „Airport“-Reihe.

©2020 Wolfgang Brunner

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