Ben is back (2018)

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Originaltitel: Ben is Back
Regie: Peter Hedges
Drehbuch: Peter Hedges
Kamera: Stuart Dryburgh
Musik: Dickon Hinchliffe
Laufzeit: 103 Minuten
Darsteller: Julia Roberts, Lucas Hedges, Kathryn Newton, Courtney B. Vance, Tim Guinee, Mia Fowler, Melissa van der Schyff
Genre: Drama
Produktionsland: USA
FSK: ab 12 Jahre

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Völlig unerwartet steht der 19-jährige Ben Weihnachten vor der Tür seiner Familie. Er müsste sich eigentlich in einer Entzugsklinik befinden und  hofft, dass er zusammen mit  seiner Mutter sein Drogenproblem endlich in den Griff bekommt. Bens Vater möchte ihn umgehend in die Klinik zurückschicken, aber seine Mutter kann ihn dazu bewegen, zumindest für 24 Stunden seinem Aufenthalt zuzustimmen. In dieser Zeit kommt mehr aus Bens Leben ans Tageslicht, als der Familie lieb ist.

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Julia Roberts macht ihre Arbeit enorm gut. Man nimmt ihr sämtliche Handlungsweisen uneingeschränkt ab und sie überzeugt auch absolut in ihrer emotionalen Ausdrucksweise. Mit diesem Film beweist sie erneut, dass sie noch immer eine begnadete Schauspielerin ist. Aber auch Lucas Hedges in der Rolle des Ben wirkt äußerst glaubwürdig und verkörpert den drogensüchtigen Junky genauso überzeugend wie den bemitleidenswerten und liebevollen Bruder und Sohn. „Ben is back“ ist ein sehr authentisches Drama, das neben den Auswirkungen des Drogenkonsums, und den damit einhergehenden strafrechtlichen Entwicklungen, auch noch zeigt, zu welchen familiären Problemen so eine Sucht führen kann. Schauspielerisch und inszenatorisch ist an diesem Drama nichts auszusetzen.

Auch der Spannungsbogen entwickelt sich stetig nach oben, sodass es dem Zuschauer in keiner Minute langweilig wird. Der Film hätte sogar gut und gerne noch eine halbe Stunde länger dauern dürfen, um noch detaillierter auf die Spannungen und Probleme innerhalb dieser Familie einzugehen. Es gibt zum Beispiel eine Szene in diesem Film, in der Ben eine Selbsthilfegruppe aufsucht und seine Mutter ihn begleitet. Diese Momente sind sehr eindringlich gefilmt und lassen den Zuschauer – zumindest ging es mir so – eine Weile nicht mehr los. „Ben is back“ macht nachdenklich, lässt den Zuschauer allerdings nicht nur hilflos und deprimiert zurück, sondern vermittelt auch in gewisser Weise Hoffnung. Und genau diese Mischung ist es auch, die diesen Film aus meiner Sicht sehr glaubwürdig und eben auch eindringlich macht. Man kann nämlich durchaus vieles im Leben erreichen oder Fehler beheben, wenn man sich entsprechend Mühe gibt und vor allem nicht aufgibt.

Dem ein oder anderen mag vielleicht die Entwicklung in der zweiten Hälfte des Films nicht zusagen, da sie sich dann vom Drama fort- und eher in Richtung Thriller bewegt. Mir persönlich hat dieser Richtungswechsel allerdings nicht wirklich viel ausgemacht, da die Mutter-Sohn-Beziehung weiterhin noch im Vordergrund stand. Sicherlich wollte man damit einen Weg einschlagen, um den Film auch massentauglich  und nicht zu einem besonderen ArtHouse Drama zu machen, das nur eine bestimmtes Publikum anspricht. Alles in allem bekommt man hier auf alle Fälle einen sehr guten Film mit bemerkenswerten Schauspielerleistungen geboten, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

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Fazit: Sehenswertes, sehr authentisches Familiendrama, das auf unkitschige Weise zu Herzen geht.

©2019 Wolfgang Brunner

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