Mandy (2018)

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Originaltitel: Mandy
Regie: Panos Cosmatos
Drehbuch: Panos Cosmatos, Aaron Stewart-Ahn
Kamera: Benjamin Loeb
Musik: Jóhann Jóhannsson
Laufzeit: 121 Minuten
Darsteller: Nicholas Cage, Andrea Riseborough, Linus Roache, Ned Dennehy, Olwen Fouéré, Line Pillet, Clément Baronnet, Alexis Julemont
Genre: Horror, Fantasy
Produktionsland: USA, Belgien
FSK: ab 18 Jahre

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Einzelgänger Red Miller, eigentlich sehr liebevoll und friedlich,  musste hilflos mit ansehen, wie seine große Liebe Mandy von den Mitgliedern einer religiösen Sekte verbrannt wurde. Jeremiah Sand, der Führer der religiösen Fanatiker hatte sie entführt und kaltblütig umgebracht, weil sich Mandy ihm verweigert hat. Red hat alles verloren, was ihm im Leben wichtig war und  nichts mehr zu verlieren. Mit einer gewaltigen Axt und einer Droge, die ihm schier übermenschliche Kräfte verleiht, macht er sich auf einen grausamen Rachefeldzug.

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Der Film „Mandy“ hat schon im Vorfeld die Geister geschieden, bevor der Hype um ihn überhaupt losging. Als hätten Peter Greenaway, David Lynch, Lars von Trier, Dario Argento und Peter Jackson gemeinsam einen Film gedreht und jeder dufte seinen Launen freien Lauf lassen, so könnte man „Mandy“ durchaus bezeichnen, wenn man ihn angesehen und ein wenig sacken lassen hat. Panos Cosmatos‘ neuester Film erinnert ein wenig an seinen Debütfilm „Beyond The Black Rainbow“, in dem er ebenfalls mit psychedelischen Farbkompositionen gespielt hat und sich mehr auf den künstlerischen Aspekt des Films als auch die eigentliche Handlung konzentriert hat. „Mandy“ wirkt in der Tat wie ein Drogenrausch im ArtHaus-Format: ruhig, abgedreht, pseudo-philosophisch und unerbittlich brutal. Man muss sich natürlich darauf einlassen (können), um das Racheepos in vollen Zügen zu genießen. Wer die Inszenierung nicht an sich heranlässt, wird schnell gelangweilt sein und permanent in Versuchung geraten, den Ausschaltknopf zu betätigen. 😉

Ich gehöre eindeutig zu den Zuschauern, die ihre wahre Freude bei „Mandy“ hatten. Vor allem der sehr ruhig gehaltene Einstieg hat mich nachhaltig in seiner atmosphärischen Wirkung beeindruckt, was wiederum aber nicht bedeutet, dass mich die Steigerung in einen brutalen Rachefeldzug nicht überzeugt hat. „Mandy“ besteht für mich aus zwei Teilen, die jeweils ihren eigenen und besonderen Reiz bilden. Während die erste Hälfte fast schon sinnlich und poetisch daherkommt, entwickelt sich die zweite Hälfte zu einem Blutbad, wie es Peter Jackson in seinen Anfangszeiten zubereitete. Oftmals zeigten sich sogar Parallelen zu „Braindead“, obwohl die Themen der beiden Filme vollkommen unterschiedlich waren. „Mandy“ arbeitet vor allen Dingen mit seiner bildgewaltigen und künstlerischen  Inszenierung, wenngleich gerade dieser künstlerische Aspekt von vielen Zuschauern aus „Pseudokunst“ bezeichnet wird. Cosmatos hat Dario Argentos Visionen aus meiner Sicht sozusagen perfektioniert und in einem künstlerischen Kontext dargestellt. Genau diese Kombination trägt zu der unglaublich intensiven Stimmung bei.

Schauspielerisch bewegt sich „Mandy“ definitiv auf sehr hohem Niveau, allerdings wage ich anzuzweifeln, dass es sich hier um die beste Leistung von Nicholas Cage handelt. Denn er hat zum Beispiel in der leider vollkommen untergegangenen (und unterbewerteten) Literaturverfilmung „Joe“ ein wirklich oscarreifes Schauspiel geboten, das besser nicht hätte sein können und „Mandy“ absolut übertrifft. Dennoch stellt er hier den abgedrehten, von unbändiger Rache besessenen Red Miller unglaublich überzeugend und voller Hingabe dar. Somit zähle ich auch diese Rolle zu denen von Cages besten, die man so schnell nicht vergisst. Aufmerksame Zuseher werden die zahlreichen Anspielungen auf (Kult-)Filme der 80er Jahre bemerken, die wirklich sehr liebevoll und teilweise versteckt von Cosmatos eingebaut worden sind. „Mandy“ ist ein Film, den man nicht nur einmal ansehen darf, denn zu viele Verweise auf diverse Filme verbergen sich darin, die entdeckt werden wollen. Der mehr als passende Score wurde von Johann Johannsson komponiert und stellt leider seine letzte Arbeit dar, da der Komponist noch im Jahr 2018 an einer Überdosis Kokain verstorben ist.  „Mandy“ ist ein Gesamtkunstwerk, das man unter vielen verschiedenen Aspekten betrachten sollte: Da sind zum einen die wirklich guten und mutigen Leistungen der Schauspieler  und zum anderen die phänomenale visuelle Umsetzung. Hinzu kommt dann aber auch noch die bereits erwähnte musikalische Untermalung, die aus den gezeigten Bildern (die ohnehin schon für sich allein stehend ein Kunstwerk darstellen) eine weitere Dimension herausholt. „Mandy“ ist ein Film für Filmliebhaber. Und man mag ihn oder eben nicht – ich mag ihn definitiv, weil er sich so wohltuend vom Mainstream-Brei abhebt und einen eigenen, innovativen Weg geht, der seinesgleichen sucht. Unbedingt mehr davon, Herr Cosmatos!

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Fazit: Stylischer, surrealer Filmtrip, der brutalen Horror und philosophischen ArtHaus-Stil grandios verbindet.

© 2019 Wolfgang Brunner

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