Das schwäbische Sägewerkmassaker (2015)

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Regie: Madman Marv

Kamera: Ronny Zito, El Excremento

Rollen: Madman Marv, Ronny Zito, Kelly Carlito, Flo Grinder

Musik: O.S. und Musica Non Grata (Stephan Ortlepp)

Laufzeit: 23 Minuten

Genre: Amateursplatter

Produktionsland: Deutschland

FSK: ungeprüft

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Ein Serienmörder zieht durchs Schwabenland. Er tötet wahllos und schließlich führt ihn der Weg in ein Sägewerk.

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Glänzte in der Vergangenheit noch der spanische Slasherfilm „Pieces“ (1982) durch Ehrlichkeit indem man auf dem Poster vermerkte ‚It’s exactly what you think it is!‘, bekommt man hier ähnliches geboten. „Das schwäbische Sägewerkmassaker“ von der Produktionsschmiede Fäkalocaust Produktion – das sagt einem alles, was man über diesen Film wissen muss.

Der Film selbst nimmt sich zu keiner Sekunde ernst. Gegenteilig bekommt man hier und da durchaus das Gefühl, dass hier ein ganzes, mehr oder weniger vergangenes, Subgenre aufs Korn genommen wird. Der deutsche Wald- und Wiesensplatter des letzten Jahrhunderts lebt hier nämlich wieder auf. Waren es damals noch Filmemacher wie Andreas Schnaas, die mit ihren Heimvideos bewiesen haben, dass zumindest technisch jeder in der Lage ist Filme zu machen, beweist Regisseur Madman Marv, dass sich in der Independent-Filmwelt einiges geändert hat, außer eben für ihn selbst. Suff, Pipi-Kaka-Witze und Gekröse sind beim stumpfen Zielpublikum immer noch Trumpf. Ja, dieser Film ist Eskapismus pur. Eine kleine Zeitkapsel. Er sehnt sich in längst vergangene Zeiten zurück in denen die Welt noch in Ordnung war. Allgemein strotzt DSSM trotz kurzer Laufzeit nur so Referenzen zu ähnlichen Filmen wie z.B. Blutnacht (1999) oder aber auch ganz anderen Filmen, die für die Jugend der Filmemacher wohl prägend waren wie Mad Max II – Der Vollstrecker (1981). Folgerichtig ist es daher auch, dass der gute alte Lucio Fulci als ehemaliger Sägewerksleiter im Büro über den Dingen thront.

Schauspielerisch ist das Ganze unterirdisch, aber warum soll man sich auch anstrengen, wenn man sich andererseits auch einfach eine Perücke aufsetzen kann? Nicht nur einmal sieht man die Spiegelung des Kameramanns und zweifellos gibt es weitere technische Fehler. Der Film ist von Amateuren gemacht und so sollte man ihn auch sehen und bewerten. Auch wenn man nicht sonderlich viel geboten bekommt, so kann man sich vorstellen, dass die Filmemacher ihren Spaß gehabt haben und diesen nun mit der Welt teilen möchten und das ist per se nichts Böses. Nichts Böses, aber vielleicht etwas Sadomasochistisches. Lobende Erwähnung gebührt hier allerdings noch dem Soundtrack, der u. a. von Stephan Ortlepp stammt. Das Opening-Theme könnte genau so gut von John Carpenter sein.

Während ich hier mein Review schreibe, arbeitet die Crew um Madman Marv bereits an ihrem nächsten Werk. Der erlauchte Titel lautet „Die dämonische Mörderoma“ und soll Anfang 2019 erscheinen. Dann kann man ja jetzt schon mal mit dem Vorglühen anfangen, so dass man dann auch den richtigen Pegel hat, wenn es so weit ist. Prost!

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Fazit: Pipi-Kaka oder Dada? Schnaas‘ Erben schlagen zu!

© 2018 René Wiesner

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