Alien: Covenant (2017)

Originaltitel: Alien: Covenant
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: John Logan, Dante Harper
Kamera: Dariusz Wolski
Musik: Jed Kurzel
Laufzeit: 122 Minuten
Darsteller: Michael Fassbender, Katherine Waterston, Billy Crudup, Danny McBride, Demián Bichir, Carmen Ejogo, Jussie Smollett, Callie Hernandez, Guy Pearce
Genre: Horror, Science Fiction
Produktionsland: USA
FSK: ab 16 Jahre

*

Das Raumschiff Covenant ist mit 2.000 schlafenden Menschen und über 1.000 menschlichen Embryonen unterwegs, um auf einem fremden Planeten eine Kolonie zu gründen. Durch einen Sonnensturm wird das Schiff beschädigt und die Mannschaft aus dem Tiefschlaf geweckt. Während sie die Schäden am Schiff untersuchen, entdecken sie einen fremden Planeten, der der Erde ähnelt und anscheinend bewohnbar ist. Als ein Teil der Crew auf dem Planeten landet und ihn erforscht, kommen zwei Männer in Kontakt mit einer seltsamen Spore. Ohne es zu wissen, wächst ein fremdartiges Lebenwesen in ihren Körpern heran, dass schon bald das Leben der gesamten Mannschaft bedroht.

*

Im Vorfeld waren ja schon wieder die unterschiedlichsten Meinungen zu Ridley Scotts neuestem Alien-Film vertreten. Doch ich wollte mir, wie auch übrigens bei „Prometheus“, einfach unvoreingenommen eine eigene Meinung bilden. Und ich bin froh, dass ich mir das Filmvergnügen nicht selbst verdorben habe, indem ich die anderen Rezensionen genau durchgelesen sondern nur überflogen habe. Denn … ich finde, dass Ridley Scott wieder einmal einen visionären Film abgeliefert hat. Sicherlich muss man über die ein oder andere Logiksache hinwegsehen, das ist mir aber in diesem Fall wirklich egal, denn ich möchte mit solchen Filmen unterhalten werden. Und das hat mit „Alien: Covenant“ eindeutig hervorragend geklappt. Ein bisschen Kritik habe ich dennoch zu vermelden, aber eines nach dem anderen.

Zunächst einmal fand ich den Spannungsaufbau sehr gelungen und wirkungsvoll. Langsam wird der Zuschauer in eine bedrückende Atmosphäre eingelullt, der man sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr entziehen kann. Gerade die Infizierung auf dem fremden Planeten und die ersten Alien-Attacken sind grandios inszeniert und fast schon unerträglich in ihrer Spannung. Die Bilder von der „Geburt“ des ersten Aliens gehen mir in ähnlicher Weise nicht mehr aus dem Kopf wie seinerzeit eine ähnliche Szene in John Carpenters Kultfilm „Das Ding aus einer anderen Welt“. Oftmals habe ich irgendwann gemerkt, dass ich den Atem angehalten habe, so spannend waren die Angriffe der Aliens, obwohl sie mit dem Computer designt wurden. Die Attacken sahen in einigen Szenen ähnlich wie in „Starship Troopers“ aus vermittelten eine ähnliche, ausweglose Situation. und Die ersten beiden Drittel fand ich persönlich absolut atemberaubend in Szene gesetzt, enorm spannend und extremst kurzweilig. Leider verzetteln sich die Drehbuchautoren am Ende in einem ideenlosen Abklatsch des Originals, was mir nicht so gefallen hat. Da hätte ich mir dann doch eine etwas andere Wendung beziehungsweise ein innovativeres Ende gewünscht. Aber nun gut, der Mainstream möchte genau so etwas wahrscheinlich sehen und die Macher haben sich wahrscheinlich darauf eingelassen, um Erfolg an der Kinokasse zu haben. Das hat schon der mäßig erfolgreiche „Alien 3“ von David Fincher gezeigt, dass Innovation nicht immer gut beim Massenpublikum ankommt. Bei „Alien: Covenant“ wollte man deswegen wohl sichergehen und hat sich für diesen Weg entschieden, der dem Massenpublikum genau das gibt, was es will, und den „echten“ Filmfreund dann eher enttäuscht. Soweit zu meinem einzigen Kritikpunkt.

Nahezu begeistert war ich von der Entwicklung, die Ridley Scott den „menschlichen Robotern“ zugedacht hat. Es mutet fast wie eine leichte Symbiose oder wie eine Brücke zu seinem Meisterwerk „Blade Runner“ an, wenn er in „Alien: Covenant“ den Maschinenwesen unheimliche menschliche Züge verschafft. Ich denke, diese Annäherung beider Universen ist beabsichtigt, denn gerade die Anfangssequenz könnte durchaus bei „Blade Runner“ Anwendung finden. Auch darstellerisch kann man bei „Alien: Covenant“ nichts aussetzen, denn alle spielen durchwegs außerordentlich gut und nehmen ihre Rollen sichtlich ernst. Michael Fassbender, der angebliche Star des Films, wird aber aus meiner Sicht eindeutig von Danny McBride an die Wand gespielt, der seinen Protagonisten unglaublich authentisch und vor allem sehr emotional verkörpert. McBride hat mich während des ganzen Films am meisten begeistert und beeindruckt, da kam Fassbender nicht einmal annähernd mit. Ist aber einfach nur meine Meinung. Scoretechnisch hat Jed Kurzel eigene Töne mit markanten Klängen aus Jerry Goldsmiths Originalscore vermischt und für eine sehr passende und atmosphärische Musikuntermalung  gesorgt.
Alles in allem hat mir „Alien:Covenant“, genauso wie „Prometheus“, in seiner Fortführung und/oder Neuinterpretation des Alien-Universums absolut gut gefallen.

*

Fazit: Ästhetisch, brutal und atmosphärisch. Trotz einiger Logikfehler ein würdiges, sehenswertes Teil im Alien-Universum-Puzzle.

© 2017 Wolfgang Brunner

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s