Doctor Strange (2016)

Originaltitel: Doctor Strange
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: Jon Spaihts, Scott Derrickson, C. Robert Cargill
Kamera: Ben Davis
Musik: Michael Giacchino
Laufzeit: 115 Minuten
Darsteller: Benedict Cumberbatch, Tilda Swinton, Chiwetel Ejiofor, Mads Mikkelsen, Rachel McAdams, Benedict Wong, Michael Stuhlbarg, Benjamin Bratt, Scott Adkins
Genre: Abenteuer, Science Fiction
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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Nach einem schlimmen Autounfall verliert der Neurochirurg Dr. Strange fast beide Hände. Nicht nur sein Ehrgeiz, sondern auch das Verlangen, seinen Beruf weiter auszuführen, führen ihn nach Tibet, wo er eine alternative Heilungsmethode sucht. Eine geheimnisvolle Frau lehrt ihn, dass es nicht nur die eine Wirklichkeit gibt, in der die Menschheit lebt, sondern noch andere Realitäten existieren. Dr. Strange lernt schnell und findet sich bald in einem schrecklichen Kampf zwischen verschiedenen Dimensionen …

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Wer andere Rezensionen von mir schon gelesen hat, weiß, dass ich Comicverfilmungen zwar ansehe (und teilweise auch mag), aber eher abgeneigt bin, wenn das meiste vom Film nur noch CGI-Effekte ausmacht. Demzufolge ging ich mit keinen besonders großen Erwartungen an „Doctor Strange“ heran. Und so kam es, dass mich diese Marvel-Comic-Adaption fast vom Hocker katapultierte. 🙂
Interessanterweise spielen aber genau in diesem Film, der mich so begeistert hat, genau jene Effekte eine Rolle, die ich in der Regel bei jedem derartigen Film verdamme, sogar eine sehr große Rolle, wenn nicht sogar die Hauptrolle. Ein Widerspruch? Eindeutig, das gebe ich zu. Aber hier geht es um einen der wenigen Ausnahmefilme, bei denen die Effekte die echte Geschichten hinter dem Plot so grandios unterstützen, dass einem die Luft wegbleibt. Sicherlich bekommt man auch bei „Doctor Strange“ die comictypischen Zutaten serviert, aber zugleich auch eine auf esoterischer Ebene verpackte Handlung, die zum Nachdenken anregt und einen auch noch nach dem Film beschäftigt.

Regisseur Scott Derrickson reiht sich mit seiner atemberaubenden Comicadaption fast schon in die Reihen visionärer Regisseure wie Christopher Nolan oder auch Jonathan Glazer. Sicherlich sind die Filme der Regisseure nicht miteinander zu vergleichen, aber eines haben sie alle gemeinsam, nämlich bisher Ungesehenes auf visionäre, atemberaubende Art auf der Leinwand zu zeigen.
Dr. Stephen Strange ist zudem ein Superheld, der sich von den anderen Superhelden aus dem Marvel-Universum unterscheidet. Er besitzt geistige Macht, setzt sein Gehirn als Waffe ein und zeigt sich als Herrscher über Raum und Zeit. Ein Thema, das eines Christopher Nolan würdig wäre, aber von Scott Derrickson gleichermaßen souverän und bildgewaltig inszeniert wurde. Visuell enorm beeindruckend und mit einer brachialen, dennoch Ohrwurm-tauglichen Filmmusik von Michael Giacchino untermalt, setzt „Doctor Strange“ die Meßlatte für künftige (Comic-)Verfilmungen mit Grips extrem hoch. Man wird süchtig nach den Aufnahmen, die entfernt an „Inception“ von Christopher Nolan  und „Die Reise ins Labyrinth“ von Jim Henson und dennoch irgendwie ein ganz eigenes Universum öffnen. Gerade die Verfolgungs- und Kampfsequenz am Ende des Films wirkte wegweisend auf mich wie seinerzeit die „Matrix“-Filme.

Für mich eher weniger ein Marvel-Film, sondern eher eine spannende Interpretation möglicher Paralleluniversen. Die Comicvorlage kenne ich nicht, wie auch die aller anderen Marvel und DC-Verfilmungen, und kann daher nur den Film beurteilen. Und der ist einfach nur grandios!

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Fazit: Noch nie gesehene visuelle, esoterische Achterbahnfahrt in Paralleluniversen. Ausnahmefilm in Sachen nervige CGI-Effektorgien, denn hier passen die Effekte.

© 2017 Wolfgang Brunner

Ein Gedanke zu “Doctor Strange (2016)

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