Pod (2015)

Pod

Originaltitel: Pod
Regie: Mickey Keating
Drehbuch: Mickey Keating
Kamera: Mac Fisken
Musik: Giona Ostinelli
Laufzeit: 78 Minuten
Darsteller: Lauren Ashley Carter, Dean Cates, Brian Morvant, Larry Fessenden, John Weselcouch
Genre: Science Fiction
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Die Geschwister Ed  und Lyla machen sich auf den Weg zu ihrem Bruder Martin, der in einem abgelegenen und verschneiten Haus in Maine lebt. Als sie ankommen, werden sie von ihm mit einer Flinte begrüßt. Martin scheint den Verstand verloren zu haben und faselt etwas von einer Alien-Verschwörungstheorie. Er behauptet, im Keller etwas Böses gefangen zu halten. Die Situation gerät immer mehr außer Kontrolle und bald entbrennt ein Überlebenskampf für Ed und Lyla.

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„Pod“ fängt richtig gut an und wirft den Zuschauer ohne Umwege in eine spannende Handlung. Auch wenn es dann etwas ruhiger zugeht, baut der Film dennoch eine stimmungsvolle Atmosphäre auf, die einen packt. Manachmal merkt man dem Streifen das geringe Budget an, manchmal aber auch nicht. „Pod“ ist nicht schlecht, aber auch irgendwie nicht richtig gut. Höchstwahrscheinlich liegt es daran, weil einem durch das Cover und die reißerische Inhaltsangabe ein falsches Bild vermittelt wird. „Pod“ legt nämlich mehr Wert auf Dialoge (die kosten schließlich nicht so viel 😉 ) und weniger auf Schauwerte. Ich persönlich fand das gar nicht mal so schlecht, weil der Plot dadurch ein wenig realistischer wirkte und die vereinzelten Schockmomente dadurch eine bessere Wirkung zeigten. Ein paar unerwartete Wendungen lassen den dialoglastigen Film aus meiner Sicht auch nicht langweilig wirken.

Es stimmt sicherlich, dass „Pod“ an einigen Stellen tatsächlich an Akte X-Folgen erinnert, aber Regisseur Keating verneigt sich eher vor der Kultserie anstatt sie lieblos zu kopieren. Er schafft mit seinem „kleinen“ Film eine wirklich tolle Atmosphäre, was auch an dem gut gewählten Schauplatz liegt. Manchmal erinnerten mich die Verschwörungstheorien nicht nur an Akte X, sondern auch an M. Night Shyamalans „Signs“. Schauspielerisch haben mich alle drei Hauptakteure überzeugt, wenngleich manches an einigen Stellen übertrieben auf mich wirkte. Aber das sind persönliche Empfindungen, die jeder anders sieht. Inszenatorisch zeigt Keating ein Händchen für mystisch wirkende Bilder und einen geradlinigen Stil, der zu unterhalten und fesseln weiß. Und dennoch fehlt „Pod“ am Ende dann trotzdem das gewisse Etwas. Ich kann es nicht einmal genau erklären, was genau es ist, dass mich störte oder mir fehlte. Fakt ist, dass es leider so ist.

Wie gesagt, ich will dem Film keine Atmosphäre und Spannung absprechen (die sind beide gegeben), aber man hätte auch mit geringerem Budget etwas mehr herausholen können. Insgesamt hat mich „Pod“ aber dennoch überzeugt, vor allem, wenn man bedenkt, dass es einfach keine Großproduktion ist. Man spürt das Herzblut, dass in dem Streifen steckt und das alleine macht vieles wett.
Der Soundtrack hat mich begeistert, weil er mich zum einen an manche Filmmusik aus den 80er Jahren erinnert hat, und er zum anderen die bedrückende Atmosphäre hervorragend unterstrichen hat. All diese Dinge sind letztendlich ausschlaggebend, dass mir „Pod“ trotz der obengenannten Abstriche dennoch gefallen hat.

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Fazit: Wer nicht zu viel erwartet, wird mit einem schön fotografierten, gut inszenierten und stimmungsvollen B-Movie belohnt, der durchaus zu unterhalten vermag.

© 2017 Wolfgang Brunner

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