The Purge – Die Säuberung (2013)

purge

Originaltitel: The Purge
Regie: James DeMonaco
Drehbuch: James DeMonaco
Kamera: Jacques Jouffret
Musik: Nathan Whitehead
Laufzeit: 85 Minuten
Darsteller: Ethan Hawke, Lena Headey, Max Burkholder, Adelaide Kane, Edwin Hodge, Tony Oller, Rhys Wakefield, Arija Bareikis, Tom Yi, Chris Mulkey
Genre: Thriller
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Um die hohe Verbrechensrate in den Griff zu bekommen, greift die amerikanische Regierung zu einer radikalen Maßnahme: Einmal im Jahr sind für 12 Stunden sämtliche Verbrechen, einschließlich Mord, erlaubt. Jeder kann sich seinen bestialischen „Gelüsten“ hingeben und Rache an Menschen nehmen, die ihn stören. Wie viele andere Familien schließen sich die Sandines in ihrem Haus ein und wollen einfach nur diese „Nacht der Säuberung“ überleben. Als der Sohn allerdings einen Flüchtenden ins Haus lässt, um ihm zu helfen, gerät die Familie ins Visier der Verfolger. Die Ereignisse geraten immer mehr außer Kontrolle …

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„The Purge“ wirkte schon nach wenigen Minuten wie ein Film von John Carpenter auf mich. Das Ausgangsszenario erinnerte mich an „Die Klapperschlange“, die Verschanzung im Haus an „Assault On Precinct 13“. Die an sich absurde Idee, der Bevölkerung 12 Stunden Narrenfreiheit zu schenken, um Mord und Totschlag zu begehen, wird so gut eingeführt und erläutert, dass sie letztendlich doch gar nicht so verrückt erscheint, wie es eigentlich sollte. Aber selbst wenn es jemand unglaubwürdig empfinden würde, wäre er schon bald in dem megaspannenden Plot, den uns Regisseur und Drehbuchautor James DeMonaco beschert, gefangen.
Mit einer unglaublichen Intensität und richtig guten, überraschenden Wendungen, lässt DeMonaco, der übrigens auch das Originaldrehbuch von John Carpenter zum Remake von „Assault On Precinct 13“  im Jahr 2002 bearbeitet hat, den Zuschauer mitfiebern.

An manchen Stellen steigert sich die Spannung fast schon ins Unerträgliche, bevor sie mit einer Wendung wieder überrascht und die Zeit vergessen lässt. Ethan Hawke stellt den Familienvater sehr gut dar und auch seine Unentschlossenheit, was zu tun ist, nimmt man ihm in jeder Sekunde ab.  Es ist ein Worst-Case-Szenario, in das uns DeMonaco wirft. Und das mit einer solch radikalen Wucht, dass man Angst beim Zusehen bekommt, denn die Bedrohung hat der Regisseur meisterhaft eingefangen und spürbar gemacht. Oftmals fühlt man sich an die obengenannten Carpenter-Filme erinnert, aber auch an William Lustigs „Streetfighters“, „Panic Room“ oder „Uhrwerk Orange“. Dennoch wirkte dieses Survival-Drama auf mich niemals kopiert. Rasant und kurzweilig vergehen 85 Minuten voller dramatischer und ideenreicher Spannung. Und nebenbei bekommt man eine Botschaft „untergejubelt“, über die man unweigerlich nachdenkt.

DeMonacos Thriller funktioniert sowohl in seiner Inszenierung wie auch auf schauspielerischer Ebene. Sämtliche Akteure können überzeugen und fügen sich perfekt in die Story ein. „The Purge“ bleibt im Kopf des Zuschauers haften, egal, ob man diesen Film mag oder eben nicht. Die Kettenreaktion, die durch einen kleinen Zwischenfall ausgelöst wird, ist einfach nur genial. So manch geschilderte Pattsituation lässt einen noch die nächsten Tage über den Film nachdenken. Und auch wenn viele das Ende nicht so gut fanden, ich empfand es als sehr befriedigend und dennoch offen. Mich hat dieser Hausterror bestens unterhalten und ich freue mich schon auf die nächsten Teile, denn ein Fan der Grundidee bin ich durch den ersten Teil geworden.

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Fazit: Spannend und teilweise emotional aufwühlend. Ein Thriller-Drama, das man nicht so schnell vergisst.

© 2017 Wolfgang Brunner

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