Gelosia – Vendetta D’amore (2016)

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Originaltitel: Gelosia – Vendetta D-Amore
Regie: Alberto Barone
Drehbuch: Alberto Barone
Kamera: Martin Rath
Musik: Antonio Verdone
Laufzeit: 26 Minuten
Darsteller: Milton Welsh, Manoush, Kristina Kostiv, Tara Rubin, Yve König, Alexa Unique, Lana Vegas
Genre: Horror, Thriller, Erotik, Kurzfilm
Produktionsland: Deutschland
FSK: k.A.

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Thomas ist sexbesessen und Alkoholiker. Als bei einem Autounfall seine Frau Heidi schwer im Gesicht verlwetzt wird und entstellt ist, findet Thomas sie nicht mehr attraktiv. Er betrinkt sich und sucht Ablenkung bei fremden Frauen, mit denen er seine Phantasien auslebt.
Doch wie lange macht Heidi dieses Spiel mit?

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Alberto Barones Filmdebüt ist eine wilde Mischung aus Beziehungsdrama, Erotikthriller, Softporno und Splatter. Ein gewagter Einstieg ins Filmgeschäft, möchte man meinen. Aber Barone zeigt, dass er erzählen kann. Vor allem sein Gespür, das Ganze trotz „nackter Tatsachen“ in einen nicht rein trashigen Film abfallen zu lassen, hat mich schon sehr angesprochen. Barone zeigt zwar viel Haut, verpackt es aber in ein glaubwürdiges und vor allem authentisches Szenario.  Doch vielleicht erst einmal von  Anfang an. 😉

Der Einstieg in den knapp halbstündigen Film ist hervorragend gelungen und vermittelt bereits hier ein recht stylisch anmutendes Intro. In Verbindung mit der (übrigens ziemlich guten und passenden) Musik wird man durch geschickt eingesetzte Filmschnitte sofort in die Handlung geworfen. Das funktioniert ziemlich gut und lässt durch diesen künstlerisch wirkenden Anfang die nachfolgenden Nackt- und Erotikszenen in einem ganz anderen Licht erscheinen. Auch das fand ich persönlich sehr clever inszeniert.

Hauptdarsteller Milton Welsh („German Angst“, „Conan (2011)“ oder „The Grand Budapest Hotel“) ist für die Rolle des alkoholkranken und sexgierigen Thomas absolut passend gewählt und agiert sehr überzeugend. Seine anfängliche Geilheit und das danach folgende schlechte Gewissen werden so richtig realitätsnah gezeigt, so dass man seine Zerrissenheit wegen seiner „Taten“ absolut nachvollziehen kann. Welsh zeigt Mut in seiner Rolle und meistert sein Zusammenspiel mit einer Domina, gespielt von Alexa van Unique („Wedding Party Teaser“), einer Nonne, Tara Rubin aus „The Curse of Doctor Wolffenstein“ oder Pornostar Lana Vegas (Beate Uhse TV) sehr gekonnt.
Aber es werden nicht nur reine Sexszenen gezeigt, sondern auch sehr schöne Augenblicke voller Erotik. In einer solchen Szene kann sich Kristina Kostiv (ebenfalls in „German Angst“ zu sehen) beweisen. Dieser erotische Akt wird nämlich nicht nur angedeutet, sondern sehr ausführlich, und somit eben auch sehr realitätsnah, inszeniert.  Regisseur Barone ist eine wirklich schöne Gratwanderung gelungen, die in der kurzen Laufzeit des Films dennoch seine Wirkung entfalten kann. Manoush, die mit „Gelosia“ ihren sechzigsten (!!!) Filmauftritt absolviert, hat mir in ihrer Rolle auch sehr gut gefallen. Überhaupt hat man bei diesem Projekt ein gutes Händchen fürs Castging bewiesen.

Aber es gibt nicht nur nackte Haut und Sex in Barones Debütfilm zu sehen. Der Zuschauer wird auch mit einer fetten, blutigen Splattereinlage belohnt, die von keinem Geringeren als Philipp Rathgeber (u.a. „Paranormal Demons“ und „Scars Of Xavier“) entworfen wurde. Da kommt dann auch diese Mischung aus Sex und Gewalt im Finale sehr gut zum Tragen. So manches Mal habe ich mich ein wenig an die älteren Filme von Jörg Buttgereit erinnert gefühlt.
Die knapp dreißig Minuten vergehen wie im Flug und man hätte gut und gerne noch länger zusehen können. und dennoch hinterlässt „Gelosia“ erstaunlicherweise am Ende nicht den Eindruck, man hätte einen Kurzfilm gesehen. Ich kann nicht einmal genau erklären, woran es liegt, aber im Gedächtnis bleibt eher ein Langfilm haften. Alleine durch diese Tatsache darf der Regisseur stolz auf sich sein, denn außer den gezeigten Bildern hat er wohl noch (zumindest bei mir) eine Art Kopfkino ausgelöst, dass dem Film eine längere Spieldauer verschafft hat. 🙂

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Fazit: Geschickt inszenierte Mischung aus Sex-, Erotik- und Horrorthriller. Alberto Barone ist ein kleiner (S)Exploitationfilm gelungen, der auf allen Ebenen funktioniert.

© 2017 Wolfgang Brunner

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