Im Herzen der See (2015)

herzendersee

Originaltitel: In The Heart Of The Sea
Regie: Ron Howard
Drehbuch: Charles Leavitt
nach dem Roman „Im Herzen der See – Die letzte Fahrt des Walfängers Essex“ von Nathaniel Philbrick
Kamera: Anthony Dod Mantle
Musik: Roque Baños
Laufzeit: 121 Minuten
Darsteller: Chris Hemsworth, Ben Whishaw, Cillian Murphy, Tom Holland, Brendan Gleeson, Frank Dillane, Charlotte Riley, Paul Anderson, Benjamin Walker
Genre: Abenteuer, Literatur
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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Kapitän George Pollard ist mit seiner Besatzung, darunter der erste Steuermann Owen Chase, mit der „Essex“ unterwegs auf Walfang im Pazifik. Bei einem der Fangmanöver wird die „Essex“ von einem Pottwal gerammt und sinkt. Die Überlebenden kämpfen verzweifelt auf den Weiten des Meeres ums Überleben. Einer der Überlebenden, Tom Nickerson; war als Schiffsjunge dabei und berichtet viele Jahre später dem Romanautor Herman Melville die Geschichte. Melville wird von den Ereignissen zu seinem Roman „Moby Dick“ inspiriert.

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Ähnlich wie in James Camerons „Titanic“-Verfilmung wird hier eine Geschichte aus der Vergangenheit durch die Erzählung eines gealterten Zeitzeugen geschildert. Dieses Konzept funktioniert auch hier hervorragend und nimmt den Zuschauer vom ersten Augenblick an gefangen. Wie unter Hypnose lauscht man der Geschichte und nimmt an einem ganz großen, spektakulären Abenteuer teil.
Ron Howard hat auch hier wieder ein feines Gespür dafür, nicht alles zu übertreiben, wie es in so manch neuem Film die Regel ist, sondern die Spezialeffekte auch nur dann einzusetzen, wenn sie eben notwendig sind. Herausgekommen ist ein unglaublich atmosphärischer Abenteuerfilm, der den „Geist“ jener Zeit hervorragend und glaubhaft rüberbringt.

Auch schauspielerisch konnte mich der Film überzeugen. Allen voran Chris Hemsworth, der hier wieder einmal beweisen kann, dass er nicht nur „Thor“ darstellen kann. Überaus glaubwürdig und authentisch spielt er seine Rolle und man kann ihm die Freude und den „Spaß“ richtig ansehen. Brendan Gleeson als Erzähler ist unglaublich gut und irgendwie, obwohl er als Erwachsener eine Nebenrolle spielt, Träger des ganzen Films. Man sieht sein Gesicht während der ganzen Geschichte vor seinem inneren Auge, als säße er einem gegenüber, um die Abenteuer auf der „Essex“ zu erzählen.  Genau diese Art der Erzählweise hat mir absolut gefallen.

Die Musikuntermalung mit Roque Banos‘ Klängen könnte nicht besser sein. Sehr wuchtig und emotional begleitet die Musik die Protagonisten und den Zuschauer auf ihrer Reise. Der Soundtrack passt unheimlich gut zu den wunderbaren Landschaftsaufnahmen und spektakulären Bildern, die natürlich auch des öfteren durch Computer erzeugt wurden, aber nie so aufdringlich wirken wie in den heutzutage beliebten Comic-Verfilmungen.
Wer allerdings einen reinen Walfänger-Abenteuer-Film erwartet, wird unter Umständen enttäuscht sein, denn Howard erzählt eine völlig andere Geschichte als nur die eines gigantischen Wals. Es geht um Schiffbruch, ums Überleben und um Freundschaft. Es ist eigentlich die Geschichte eines Schiffsunglücks und nicht die eines Kampfes zwischen einem Wal und einem Seemann.
Ich war auf jeden Fall begeistert von der Inszenierung, den teils tollen Kamerafahrten und den wirklich gut gemachten Spezialeffekten, die aus meiner Sicht immer nur Träger der Handlung waren und nicht der Effekte willen eingesetzt wurden. Bei Filmen wie „Im Herzen der See“ finde ich es nach wie vor gut, dass man nun die Möglichkeit hat, solche Effekte per Computer herstellen zu können. Dadurch können Geschichten dieser Art überzeugend und spannend erzählt werden.

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Fazit: Optischer Bilderrausch mit einer tollen Schauspielerriege und einer exzellent erzählten Geschichte. Abenteuer pur!

© 2016 Wolfgang Brunner

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