A World Beyond (2015)

world

Originaltitel: Tomorrowland
Regie: Brad Bird
Drehbuch: Damon Lindelof, Brad Bird
Kamera: Claudio Miranda
Musik: Michael Giacchino
Laufzeit: 130 Minuten
Darsteller: George Clooney, Britt Robertson, Hugh Laurie, Raffey Cassidy, Kathryn Hahn, Tim McGraw, Keegan-Michael Key, Chris Bauer, Thomas Robinson
Genre: Science Fiction
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 12 Jahre

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Es existiert eine hochtechnisierte, bessere Welt in einem Paralleluniversum. Durch Zufall findet das junge Mädchen Casey den Eingang in diese exotische Welt und ist von ihr geradezu besessen. Als sie erfährt, dass diese Welt in Gefahr ist, sucht sie Hilfe bei Frank, einem älteren Mann, der vor fünfzig Jahren bereits in diese Parallelwelt getreten ist und den Herrscher dort kennt.

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Alleine schon die strohdumme deutsche Eigenart, den amerikanischen Originaltitel „Tomorrowland“ mit „A World Beyond“ ins „Deutsche“ zu „übersetzen, macht mich wütend. Wer ist für so einen Schwachmaten-Müll eigentlich verantwortlich?
Aber gut, das nur mal nebenbei bemerkt, denn diese idiotische Tatsache hat mit dem Film ja nichts zu tun.

Nun zum Film: Es ist ein Disney-Familienfilm, und das ist von der ersten Minute an unübersehbar. Der Einstieg, also die ersten fünf Minuten, sind nicht wirklich der Brüller, sondern eher etwas nervig geraten. Aber hat man die erst mal überstanden, geht es sehr interessant und amüsant los. Der Aufbau der Story ist Regisseur Brad Bird wirklich gut gelungen und auch die Komik funktioniert durchaus. Doch leider verstrickt er sich im Laufe des Films immer mehr in unlogische Handlungsstränge, die den guten Ansatz leider konstant zerstören.
Sicherlich muss man sich vor Augen halten, dass es sich um einen Familienfilm handelt, aber dazu ist er eigentlich zu brutal und vor allem auch zu kompliziert. Die Thematik eines Paralleluniversum wird nämlich bei weitem nicht so genau erklärt, wie es eigentlich sein sollte, um der Handlung folgen zu können. Da hat man schon als Erwachsener manchmal Schwierigkeiten, der vermeintlichen Logik des Plots zu folgen.

Man ist bemüht, einen anspruchsvollen Film für die ganze Familie zu zeigen, der auch eine ernste Botschaft vermitteln soll. Aber irgendwie klappt das Ganze nicht. Die Story hakt an allen Ecken und Kanten und leider bekommt man das, was man wirklich sehen will (nämlich das ‚Tomorrowland‘) nicht oft zu sehen. Das ist zum einen sehr schade und zum anderen verliert man gegen Ende hin immer mehr die Lust, dem Ganzen zu folgen. Leider leidet darunter auch die Spannung und die Neugier, die sich während der ersten Hälfte des Films aufgebaut hat.
Das Potential wurde hier definitv nicht genutzt und man hätte sich vielleicht einfach entscheiden sollen, ob man einen echten Kinder- und Familienfilm macht oder eben das Thema ernster und „erwachsener“ angeht.
Die Story beziehungsweise Grundidee ist toll, aber leider wurde sie nicht gut genug umgesetzt, um überzeugend zu wirken. Die Spezialeffekte sind teilweise atemberaubend, können aber den Film -übrigens genauso wenig wie Superstar George Clooney- leider nicht retten.

Es wurde viel zu viel hineingepackt und viel zu wenig logisch erklärt (was man durchaus hätte tun können). Die Botschaft der Weltrettung misslingt und wirkt eher künstlich und nicht richtig überlegt. Das liegt wahrscheinlich daran, dass der Film ab der Hälfte etwa kippt und sich immer weiter ins fast schon Lächerliche begibt. Die gezeigte Zukunftswelt erscheint einem wie ein riesiger Vergnügungspark, ohne dass auch weltliche und zwischenmenschliche Probleme und/oder Lösungen eingegangen wird. Solch eine Welt würde es niemals geben … aber das wäre gar nicht mal das Schlimmste, denn es handelt sich ja schließlich um einen Film.
Die Musik von Michael Giacchino ist zwar in Ordnung, bleibt aber auch nicht wirklich im Gedächtnis.
Der größte Fehler, der bei dieser Produktion passiert ist, ist der, dass man sich nicht für eine gerade Linie entscheiden konnte und einen Mischmasch aus Disney-Familienkomödie mit einem Schuss ernster Science Fiction gedreht hat, der wohl nur das popkornkauende Mainstream-Publikum begeistern wird, das sich keinerlei Gedanken über Handlung macht, sondern nur die Effekte bestaunt.
Schade, denn das hätte durchaus mehr werden können … 😦

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Fazit: Unausgegorener Mix aus Familien-Unterhaltungs-Klamauk und ernstzunehmender (aber unlogischer) Science Fiction. Schade, denn Potential wäre dagewesen.

© 2016 Wolfgang Brunner

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