It’s Alive (2008)

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Originaltitel: It’s Alive
Regie: Josef Rusnak
Drehbuch: Larry Cohen, Paul Sopocy, James Portolese
Kamera: Wedigo von Schultzendorff
Musik: Nicholas Pike
Laufzeit: 80 Minuten
Darsteller: Bijou Phillips, James Murray, Raphaël Coleman, Owen Teale, Skye Bennett, Ty Glaser, Arkie Reece, Todd Jensen
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 18 Jahre

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Lenore Harker  ist im sechsten Monat schwanger und  zieht deswegen zu ihrem Freund Frank, der mit seinem kleinen Bruder Chris in einem verlassenen Landhaus wohnt. Alles scheint perfekt, nur noch das Baby fehlt noch zum Glück. Die Wehen setzen verfrüht ein und das Baby kommt per Kaiserschnitt zur Welt. Doch kaum hat das Kind das Licht der Welt erblickt, ermordet es das Krankenhauspersonal im Kreißsaal, um sich danach zu seiner unter Narkose stehenden Mutter ins Bett zu legen. Die Polizei steht vor einem Rätsel und sucht den Mörder. Lenore und Frank kehren unwissend mit ihrem Baby zurück ins Landhaus, wo die Morde nach einer Weile weitergehen. Und es sind nicht nur Tiere, hinter denen das Killerbaby her ist …

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Wenn man Larry Cohens Kultklasiker-Trilogie um die mordenden Babys kennt, geht man wahrscheinlich mit einer gewissen Erwartungshaltung an ein Remake heran. So erging es auch mir. Ich fand alle drei Teile der Wiegen-Reihe ganz gut (nachzulesen hier: Die Wiege des Bösen„, „Die Wiege des Satans„, „Die Wiege des Schreckens) und war wirklich gespannt, wie man die Story mit der heutigen Technik in Bezug zum Beispiel auf die Spezialeffekte umsetzen würde.
Viele mögen diese Wiederverfilmung nicht, ich hingegen fand sie gar nicht mal so schlecht und an bestimmten Stellen sogar um einiges besser als das Original.
Gerade der Anfang hat mich richtig überzeugt und fasziniert. Die Musik vermittelte die Stimmung wie in 80er Jahren Horrorfilmen und erweckte leichte Nostalgie in mir. Der deutsche Regisseur Josef Rusnak, den viele vielleicht noch durch den von Roland Emmerich produzierten Cyber-Thriller „The 13th Floor“ in Erinnerung haben, inszenierte einen optisch ansprechenden Horrorthriller. Die Bilder wirken stylisch edel und ziehen sich erfreulicherweise durch den ganzen Film. Alleine diese Optik hebt „It’s Alive“ gegenüber den Originalen hervor.

Der Plot ist nicht innovativer als der der Originale, aber auch nicht unbedingt schlechter. Man merkt sofort, dass Larry Cohen seine Hände mit im Spiel und am Drehbuch mitgearbeitet hatte, denn sein „Geist“ steckt irgendwie auch in diesem Film. Fast könnte man meinen, er hätte sogar riesigen Spaß gehabt, seinem Kultfilm auf moderne Art und Weise noch einmal Leben einzuhauchen. Die sozialkritische Botschaft kam nicht so zur Geltung wie in den alten Filmen, aber man kann nicht alles haben. 😉
Insgesamt konnte mich das Remake aufgrund seiner Inszenierung durchaus überzeugen. Auch die Darsteller lieferten durchschnittliche bis gute Arbeit ab, da kann man eigentlich nichts aussetzen.

Viele finden diese Neuinterpretation schlecht und mies in Szene gesetzt. Ich kann mich dieser Meinung nicht anschließen, obwohl ich natürlich weitaus bessere Streifen gesehen habe. Aber Rusnak verspritzt erfrischend wenig Blut und schafft dennoch eine gute Atmosphäre. Wahrscheinlich ist genau diese Blutarmut und die relativ ruhige Herangehensweise vielen Horrorfilm-Fans ein Dorn im Auge.
Am Ende gibt es einen Brand, der wirklich cool in Szene gesetzt wurde und dem leider doch etwas schwachen Ende wieder einen Pluspunkt verschafft. Insgesamt fand ich das Thema weitaus weniger trashig behandelt wie in den Originalen und dennoch kann Rusnak einen leichten Hauch von Trash mit seinem Film versprühen. Das macht mir „It’s Alive“ sympathisch, wenngleich er defintiv nicht in den Olymp meiner Lieblings-Horror-Filme aufsteigt, sondern im annehmbaren, durchaus sehenswerten, Mittelmaß dahindümpelt.

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Fazit: Überraschenderweise ganz annehmbare moderne Variante des alten Trash-Kultklassikers von Larry Cohen. Auf jeden Fall in sehenswerter, edler Optik in Szene gesetzt.

© 2016 Wolfgang Brunner

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