Tut – Der größte Pharao aller Zeiten (2015)

TUT

Originaltitel: Tut
Regie: David von Ancken
Drehbuch: Michael Vickerman, Peter Paige & Bradley Bredeweg
Kamera: Christopher La Vasseur
Musik: Jeff Russo
Laufzeit: 6 Folgen á 45 Minuten
Darsteller: Ben Kingsley, Avan Jogia, Sybilla Deen, Alexander Siddig, Kylie Bunbury, Peter Gadiot, Iddo Goldberg, Nonso Anozie
Genre: Action, Serie
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: ab 16 Jahre

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Politische Intrigen, Machtspiele und Kriege begleiten das kurze Leben des legendären Pharaos Tutanchamun. Schon als Kind besteigt er den Thron und muss sich gegen private und kriegerische Bedrohungen zur Wehr setzen.

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Die von David van Ancken inszenierte Miniserie über einen der bekanntesten (nicht unbedingt größten) Pharao bietet absolut gelungene, aufwändige und interessante Unterhaltung. Es wurde meines Erachtens zwar gut recherchiert, aber der historischen Handlung natürlich (und glücklicherweise) eine Portion erfundener Geschehnisse hinzugefügt, um einen annehmbaren Plot um die Person des jungen Herrschers aufzubauen.
Manches kommt leider viel zu kurz. Da hätten die Macher ruhig Mut zeigen können und die Serie auf die doppelte Länge ausbauen können, denn so verlieren sich leider viele Handlungsstränge und Ideen einfach oder werden mit ein paar Sätzen abgehandelt. Das wirkt bisweilen etwas unbefriedigend und hätte man sich die Mühe gemacht, die Serie weiter auszubauen, wäre mit Sicherheit ein weitaus beeindruckenderes Ergebnis zustande gekommen. Aber beeindruckend ist die Story dennoch, denn man wird glaubhaft in die prächtige Welt der Ägypter entführt und nimmt am Leben und sämtlichen privaten und politischen Intrigen teil.

Avan Jogiam in der titelgebenden Hauptrolle hätte nicht besser ausgewählt werden können. Er stellt die jugendlichen Schwächen des jungen Pharaos hervorragend den harten und skrupellosen Befehlstönen eines Erwachsenen gegenüber. Hinzu kommt das leicht androgyne Aussehen, das Jogiam unglaublich schön wirken lässt. Der Schauspieler agiert absolut hervorragend und es stellte sich für mich wieder einmal unweigerlich die Frage, warum man solche Talente noch nie in einem „großen“ Film gesehen hat.
Obwohl Weltstar Ben Kingsley an seiner Seite spielt, lässt sich Jogiam nicht einschüchtern und stiehlt Kingsley so manches Mal eindeutig die Show. Man hört hoffentlich, wie sehr mich dieser junge Schauspieler in dieser Rolle begeistert und überzeugt hat.
Aber auch die anderen Schauspieler überzeugten durch die Bank und gaben der Mini-Serie gute Charaktere, die aber, wie bereits oben erwähnt, durchaus noch viel mehr ausgebaut hätten werden können. Das Potential dazu wäre auf jeden Fall da gewesen.

Wer einen historisch fundierten Film über das Leben von Tutanchamun erwartet, sollte sich vor Augen halten, dass es sich hier um Fernsehunterhaltung mit historischem Hintergrund handelt. Ich möchte die Serie nicht unbedingt als seicht einstufen, aber im Grunde genommen wird das Leben dieses Mannes in eine unterhaltsame Story verpackt. Das Leben dieses Pharaos hätte sicherlich bedeutend epischer und historisch korrekter dargestellt werden können, aber die Macher haben sich nun mal für diesen Weg entschieden. Und der ist auch nicht schlecht, sondern einfach nur auf Unterhaltung konzipiert.
Untermalt wird das ägyptische Drama von einer hervorragenden, manchmal richtig epischen Musik, die aus der Feder von Jeff Ruso stammt, der übrigens auch die Musik zur Serie „Fargo“ komponierte. Sie passt grandios zu den Schlacht-, Liebes- und Actionszenen. Vor allem das „Main Theme“ bleibt bereits nach der ersten Folge schon im Ohr.
Die Ausstattung der Serie wirkt bombastisch und wird dem Thema gerecht. Man kann sich gut vorstellen, dass das Leben zu jener Zeit genau so stattgefunden hat. Die Masken wirken sehr bunt, was aber wohl auch der Realität von damals entsprach. Insgesamt hat mir die Serie, alleine schon aufgrund des Hauptdarstellers und der hervorragenden Musik, absolut gefallen. Aber ich hätte mir eine zweite Staffel gewünscht, um dem Leben des Pharaos und den Charakteren mehr Platz zu geben. So wirkt die Serie irgendwie „unfertig“ und auch leicht unbefriedigend.

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Fazit: Ansprechend inszenierte Miniserie mit einem exzellenten Hauptdarsteller und einer passenden, epischen Musik. Nur leider zu kurz.

© 2016 Wolfgang Brunner

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