Howl – Endstation Vollmond (2015)

howl

Originaltitel: Howl
Regie: Paul Hyett
Drehbuch: Mark Huckerby, Nick Ostler
Kamera: Adam Biddle
Musik: Paul E. Francis
Laufzeit: 95 Minuten
Darsteller: Ed Speleers, Holly Weston, Shauna Macdonald, Elliot Cowan, Amit Shah, Sam Gittins, Rosie Day, Duncan Preston
Genre: Horror
Produktionsland: Großbritannien
FSK: ab 16 Jahre

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Der junge Schaffner Joe befindet sich im Nachtzug, der für die letzte Fahrt von London losfährt. Der Zug bleibt in der stürmischen und dunklen Nacht mitten im Wald plötzlich stehen. Kurz darauf werden die Wagons von wolfartigen Kreaturen angegriffen. Es beginnt ein unerbittlicher Kampf ums Überleben zwischen den wenigen Passagieren und den grauenhaften Wolfskreaturen.

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Der Einstieg in das Geschehen verläuft relativ ruhig und lässt dadurch die Erwartungshaltung immer mehr steigen. Das Konzept fand ich sehr gut, gerade weil anfangs alles sehr gemächlich vonstatten geht und man immer darauf gefasst sein muss, dass wohl bald etwas passiert. Der Schauplatz in einem Nachtzug wirkt unverbraucht und neu, vermittelt von Anfang an eine sehr tolle Atmosphäre. Der Inszenierungsstil und die Kameraführung können sich sehen lassen und wirken sehr professionell. Allerdings wird der Plot zum Ende hin, obwohl natürlich und erfreulicherweise immer mehr Spannung aufkommt, dennoch unfertig und teils hingeschludert. Da fehlt es plötzlich an Tiefe und Erklärungen, zumal sich einige der Protagonisten ziemlich dämlich verhalten. Die Entwicklung der Geschichte hätte aus meiner Sicht nicht so horrormäßig spektakulär werden müssen, sondern sich durchaus weiter auf der etwas ruhigeren Schiene bewegen sollen. Das hätte bedeutend mehr Wirkung und Glaubwürdigkeit besessen. Wirkt die Geschichte anfangs noch innovativ, so bewegt sie sich dann gegen Ende hin immer mehr in Richtung Mainstream, das man halt  schon ein paar Mal gesehen hat.

Nichtsdestotrotz macht „Howl“ riesigen Spaß, was zum einen wohl an den ganz fähigen Schauspielern, aber auch an den guten und überzeugenden Spezialeffekten liegt. Die Kreaturen sehen realistisch und vor allem erschreckend aus, auch wenn man sie nicht allzuoft zu Gesicht bekommt. „Howl“ funktioniert für mich wie eine Art Hommage an die „guten, alten“ Horrorfilme aus den 80er und 90er Jahren. Man fühlt sich natürlich alleine schon aufgrund der Thematik an John Landis‘ „American Werewolf“ oder Joe Dantes „Das Tier“ erinnert. Oft sind schöne, atmosphärische Bilder zu sehen, die den liegengebliebenen Nachtzug zeigen.
Wer blutigen Splatter erwartet, wird wohl enttäuscht sein, den Regisseur Paul Hyett legt eindeutig mehr Wert auf Atmosphäre als auf schockierende Momente. „Howl“ erfindet das Genre nicht neu, bringt aber Schwung in die Werwolf-Ecke.

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Fazit: Solide gedrehter und kurzweiliger  Werwolf-Horror mit einem stimmungsvollen Schauplatz. Schauspieler und Spezialeffekte können sich sehen lassen.

PS: Ich komme nicht umhin, zu erwähnen, dass ich bereits im Jahr 2010, also fünf Jahre vor „Howl“, einen Horror-Roman mit dem Titel „Nachtzug“ geschrieben habe, der 2011 veröffentlicht wurde. Auch hier bleibt ein Nachtzug auf freier Strecke liegen und die Reisenden werden von Kreaturen (bei mir waren es keine Werwölfe, sondern geklonte Hybriden zwischen Mensch und Hyäne) angegriffen. Wer also ein Buch über dieses Thema lesen will, darf gerne zu meinem Roman greifen. Und manch einer wird wohl denken, man habe sich bei „Howl“ an meiner Vorlage bedient, so ähnlich sind sich die Plots.

© 2016 Wolfgang Brunner

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