Project M – Das Ende der Menschheit (2014)

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Originaltitel: Projet-M
Regie: Eric Piccoli
Drehbuch: Julien Deschamps Jolin ,Eric Piccoli, Mario J. Ramos
Kamera: Cedric Martinez
Musik: Guillaume Fortin
Laufzeit: 98 Minuten
Darsteller: Jean-Nicolas Verreault, Julie PerreaultJulien Deschamps Jolin, Nadia Essadiqi, Pierre Verville, Marie-Ginette Guay, Roberto Mei, Ted Pluviose, Raphaël Lacaille
Genre: Science Fiction
Produktionsland: Kanada
FSK: ab 12 Jahre

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Ein Team bestehend aus vier Astronauten wird in eine erdnahe Umlaufbahn geschossen, um dort zu testen, wie sich ein derartiger Aufenthalt auf Körper und Psyche auswirkt.  1.000 Tage sollen die vier Menschen auf der Raumstation verbringen. Kurz vor der geplanten Rückkehr beobachtet die Crew unzählige Atomexplosionen auf der Erde. Überall auf dem Planeten. Der Funkverkehr mit der Bodenstation ist abgebrochen und die vier Astronauten sind auf sich allein gestellt. Der Lebensmittelvorrat schwindet und die vier haben keine Informationen, was überhaupt passiert ist. Die Stimmung wird immer gereizter und das Team zerbröckelt. Da machen sie plötzlich eine Entdeckung, die ihnen das Leben retten könnte …

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Immer wieder passiert es, dass man von einem Film überrascht wird. Die kanadische Produktion „Projekt M“ unter der Regie des Franzosen Eric Piccoli gehört eindeutig in diese Kategorie. Weit abseits von mit Effekten überfrachteten Mainstream-Produktionen wird hier ein melancholisch anmutendes und ruhiges, aber nichtsdestoweniger spannendes und unheimlich intensives Drama serviert. Keine Spur von „Star Wars“ oder reißerischen Inszenierungen a la Michael Bay, sondern ein atmosphärisch dichtes Kammerspiel im Weltraum. Die Darsteller sind durch die Bank begabt und gehen in ihren Rollen auf. Jeder versetzt dem Charakter, den er darstellt, Glaubwürdigkeit.

Gerade die unglaublich ruhige Machart dieses Films war es, die mich so faszinierte und in ihren Bann gezogen hat. Es fehlt im Prinzip jegliche Action und dennoch verfolgt man die Entwicklung der Geschichte mit einer durchgehend anhaltenden Spannung. Viele empfanden dies wohl anders und viele werden es auch anders empfinden, ich für meinen Teil fand mich an manchen Stellen sogar an Klassiker wie „Lautlos im Weltraum“ erinnert, der eine ähnliche Stimmung verbreitete und ebenfalls von seiner ruhigen Inszenierung lebte.
Die auftretenden Konflikte zwischen den Besatzungsmitglieder sind nachvollziehbar ausgearbeitet und daher aus meiner Sicht auch sehr authentisch. An keiner Stelle wirken die Handlungen der Protagonisten überzogen oder künstlich.
Damit man mich nicht falsch versteht: Auch ich mag Science Fiction Filme wie „Star Wars“, „Star Trek“, „Ender’s Game“, „Alien“ und und und … Aber manchmal lasse ich mich auch liebend gerne in stimmungsvolle Geschichten wie „2001“, „2010“ oder eben „Lautlos im Weltraum“ fallen, wo Effekte zwar eine Rolle spielen, aber einfach mehr Augenmerk auf die Handlung und die Personenzeichnungen gelegt werden. „Projekt M – Das Ende der Menschheit“ ist solch ein Ausnahmefilm, der einen eigenwilligen, aber sehr konsequenten Weg geht. Letzteres gilt vor allem für die durchgehend ruhige, melancholische Stimmung. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass das Budget für diese Produktion gerade einmal 260.000 Dollar betrug. Das Ergebnis kann sich aber sowas von sehen lassen, denn die Raumstation sieht mit ihrem Interieur einfach nur perfekt und echt aus. Auch die wenigen Effekte sind gut eingesetzt und wirken keinesfalls billig und schrottig, wie in manchen Rezensionen zu lesen ist.

Wer außergewöhnliche Science Fiction mit einem Touch Realität mag, dem wird dieser Film gefallen. Als Vergleich mit neueren Filmen fällt mir da noch „Europa Report“ ein, der entfernt ähnlich funktioniert.
„Projekt M – Das Ende der Menschheit“ ist ein Film,  der sich sehen lassen kann. Schauspieler, Regie, Kulissen, Musik, Handlung – alles passt.

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Fazit: Äußerst stimmungsvolles, ruhiges und kammerspielartiges Science Fiction-Abenteuer, das durchwegs überzeugen kann. Weitab vom Mainstream und daher für Liebhaber andersartiger, künstlerischer Filme absolut sehenswert.

© 2016 Wolfgang Brunner

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