Die Leichenmühle (1972)

leichenmühle

Originaltitel: The Corpse Grinders
Alternativtitel: Die Totenühle, The Flesh Grinders, Necromaniacs
Regie: Ted V. Mikels
Drehbuch: Arch Hall Sr., Joseph Cranston, Ted V. Mikels
Kamera: unbekannt
Musik: unbekannt
Laufzeit: 70 Minuten
Darsteller: Sean Kennedy, Monika Kelly, Sanford Mitchell, J. Byron Foster, Warren Ball, Ann Noble, Vincent Barbi, Harry Lovejoy, Earl Burnam, Zena Foster, Ray Dannis, Drucilla Hoy
Genre: Horror
Produktionsland: Vereinigte Staaten
FSK: Strafrechtlich unbedenklich

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Die beiden Katzenfutterhersteller Landau und Maltby verarbeiten menschliche Leichen zu Katzenfutter. Doch die Katzen werden dadurch aggressiv und greifen Menschen an. Der Arzt Dr. Howard Glass geht der Sache nach und stößt dabei auf die Katzenfutterfabrik. Doch seine Nachforschungen werden bemerkt und Landau und Maltby begegnen dem Spion auf eigene Faust argwöhnisch.

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Man muss sich natürlich immer vor Augen halten, dass man einen Film aus dem Jahr 1972 sieht, denn manche Einstellungen (zum Beispiel die Angriffe der Katzen) lassen den heutigen Kinogänger mitleidig schmunzeln. Aber den Zuschauern Anfang der 70er Jahre war wahrscheinlich nicht so sehr nach Lachen zumute. „Die Leichenmühle“ ging für die damalige Zeit schon richtig zur Sache und sorgte mit Sicherheit eine Zeitlang für Furore.
Doch auch heute versprüht der Film für mich einen gewissen Trash-Charme, dem ich mich noch immer nicht entziehen kann. Das liegt wahrscheinlich an der morbiden Handlung und den zwar manches Mal amateurhaften Schauspielern, die aber dennoch auf eine gewisse (charmante) Art überzeugen können.  Ted. V. Mikels hat wahrlich kein Meisterwerk abgeliefert, stieg aber mit diesem Film dennoch in den Rang eines Kultregisseurs auf.

Wie gesagt, die Katzenattacken sind lachhaft gemacht, aber die ein oder andere Splattereinlage kann sich durchaus auch heute noch sehen lassen. Leider ist nicht herauszubekommen, wer für die sehr gut eingesetzte Musikuntermalung verantwortlich ist. Passend zu den gezeigten Bildern und Szenen sticht der Score auffällig bei dem Ganzen hervor. Der Plot ist natürlich von Logikfehlern durchlöchert, was aber bei solch einer Art von Film meiner Meinung nach nichts ausmacht. Die Fans wollen Blut und Schockmomente sehen, und genau das bekommen sie auch. Viele halten „Die Leichenmühle“ für langweilig und langatmig. Ich finde genau diese oftmals ruhige Inszenierung interessant und ansprechend. Dadurch wird eine gewisse Atmosphäre geschaffen, die auch heute noch funktioniert.
Und alleine schon wegen der Thematik dürfte der Film auch in der heutigen Zeit bei einigen Menschen mittelschwere bis starke Ekelgefühle auslösen.

Schauspielerisch wird hier mit einem leicht über Amateurniveau agierenden Schauspielern gearbeitet, wobei mir Warren Ball als Totengräber Caleb schon fast richtig gut gefallen hat. Der Rest ist annehmbar und, bis auf wenige peinliche Ausnahmen, zu ertragen.
Die künstlichen Nebelschwaden, die durch die Studiokulisse wabern, erinnern an alte Hammer-Filme, aber erreichen bei weitem nicht deren Niveau. Da hapert es einfach am Schnitt, an der richtigen Ausleuchtung und überhaupt am sehr einfach gestrickten Drehbuch. Da wäre durchaus mehr drin gewesen. So wirkt „Die Leichenmühle“ letztendlich nur wie ein nostalgischer Blick für Fans in die Billig-Trash-Welt der 70er Jahre und vermag zwar zu unterhalten (zumindest mich), aber eben nicht wirklich zu überzeugen.

Interessant wird es allerdings in nächster Zeit, da sich Regisseur Timo Rose einem Remake oder einer Neuinterpretation dieses Stoffes widmet. Die Besetzung kann sich schon mal sehen lassen und wie Rose mit seinen letzten beiden Filmen „Reeperbahn“ und „Death Wish Zero“ bewiesen hat, kann nur ein gutes Ergebnis zustande kommen.

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Fazit: Kultiger Trashfilm mit vielen Minuspunkten, der dennoch unterhält.

© 2016 Wolfgang Brunner

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