Buried (2010)

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Originaltitel: Buried
Regie: Rodrigo Cortés
Drehbuch: Chris Sparling
Kamera: Eduard Grau
Musik: Víctor Reyes
Laufzeit: 91 Minuten
Darsteller: Ryan Reynolds
Genre: Thriller
Produktionsland: Spanien
FSK: ab 16 Jahre

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Der Lastwagenfahrer Paul Conroy ist im Irak eingesetzt. Eines Tages erwacht er gefesselt in einem Holzsarg. Ein Feuerzeug und ein Handy sind die einzigen Dinge, die ihm zur Verfügung stehen. Ein Wettkampf mit der Zeit beginnt. denn schon bald  wird die Luft knapp.

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Eine weitere One-Man-Show. Wie Robert Redford in  „All Is Lost“ oder im von Tom Hardy fantastisch gespielten „No Turning Back“ reiht sich nun Ryan Reynolds in die Riege von Darstellern ein, die einen Film alleine bewältigen. Um eines vorweg zu sagen: Reynolds ist besser als Redford, aber kann Hardy nicht das Wasser reichen.
Aber eins nach dem anderen. Es liegt nicht einmal an der Schauspielerleistung, die „Buried“ bei weitem nicht zu einem solche faszinierenden Ereignis macht wie „No Turning Back“. Es ist schon wirklich bemerkenswert, wie man einen ganzen Film auf engstem Raum in einem Sarg spielen lassen kann, ohne dass es langweilig wird. Denn langweilig ist Rodrigo Cortés‘ Kammerspiel auf keinen Fall. Es hapert eher an der Logik, die einem die ein oder andere Szene ein wenig vermiest. Die Sache mit dem Handyempfang zum Beispiel wirkte auf mich konstruiert und nicht glaubwürdig. Mal ist guter Empfang, mal schlechter oder eben gar keiner. Oft empfand ich die Telefonate auch nicht besonders nachvollziehbar.

Dennoch vermittelt „Buried“ oftmals eine beklemmende Atmosphäre, die Reynolds schauspielerisch auch bravourös meistert. Für den Plot, der zwar Spannung und unerwartete Wechsel enthält, abe dennoch nicht hundertprozentig zu überzeugen vermag, kann der Schauspieler ja nichts. Die Handlung ist für mich auch der Knackpunkt des Films. Auch wenn sie wohl sehr zynisch und gesellschaftskritisch wirken soll, untergräbt sie die beklemmende Spannung von Minute zu Minute und macht dadurch aus einem erschreckenden Ausgangsszenario einen eher mittelmäßigen Thriller. Ryan Reynolds legt durchaus eine fast oscarreife Leistung hin, kann aber das Handlungsdefizit leider dadurch nicht mit ausgleichen. Schon nach einer Stunde merkt man als Zuschauer, dass sich die Drehbuchautoren schwer getan haben, einen konstanten Handlungsbogen aufrechtzuerhalten. Es wird herumgesponnen und zwangsläufig wirkt das Ganze dann plötzlich wie eine künstlich in die Länge gezogene Geschichte.
Die Inszenierung ist solide, aber weitaus weniger innovativ, wie man es sich bei solch einer Story vorgestellt hätte. Da ist ein gewaltiges Potential an möglichen, raffinierten Kameraeinstellungen verschenkt worden, weil man auf eine geradlinige Erzählweise baute.

Wie schon erwähnt: Die Ausgangssituation ist wirklich toll und auch die ersten Ideen, die sich im Inneren des Sargs abspielen, sind durchaus sehenswert. Doch der Spannungsbogen läuft nicht konstant nach oben, sondern genau in die gegenteilige Richtung. Man fiebert das Ende herbei, das, nebenbei gesagt, auch nicht wirklich zufriedenstellend ist. So oft man sich auch nach knapp der Hälfte des Films endlich ein Ende herbeigesehnt hätte, so enttäuscht ist man dann, wenn es soweit ist und man nicht einmal ein akzeptables Finale serviert bekommen hat. Denn, man hält natürlich durch, weil man wissen will, wie es endet. Doch das Durchhaltevermögen lohnt sich dann leider nicht einmal.
Sehenswert ist alleine die schauspielerische Leistung von Ryan Reynolds und die, zumindest anfangs noch, teils interessanten Ideen, die man aus der Ausgangssituation herauskitzelt. Doch je mehr der Film fortschreitet, desto weniger Spannung erwartet einen.

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Fazit: Handlungstechnisch geht der Film genau den umgekehrten Weg, wie er es eigentlich machen sollte. Man wartet vergeblich darauf, dass sich die Spannungsschraube nach oben dreht, denn sie tut im Verlauf des Films genau das Gegenteil. Die schauspielerische Leistung von Ryan Reynolds ist allerdings absolut sehenswert.

© 2016 Wolfgang Brunner

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